Ludwigs Abdankung
Als sich die durch die Februarunruhen heraufbeschworene Erregung nicht legen wollte und vom König Garantien verlangt wurden, die zu geben er sich nicht entschließen konnte, willigte er in die Abdankung, die er später manchmal bereute, und die auch die anderen bereuten. In einem Patent von, 20. März 1848 gab er bekannt:
Ludwig,
von Gottes Gnaden König von Bayern, Äerzog von Bayern,Franken und in Schwaben usw.
Wir haben Ans Allerhöchst bewogen gefunden, zu Anseres geliebten Sohnes, des Kronprinzen Maximilian königlicher Loheit Gunsten auf Ansere Krone zu verzichten, und fügen mit diesem zugleich zu wissen, daß Wir von nun an die Namens-Titulatur König Ludwig (Majestät) und Ansere vielgeliebte königliche Gemahlin die Titulatur Königin Therese (Majestät) führen werden. Vorstehende Ansere Verzichtleistung und Titulatur-Bestimmung ist in Anserem Regierungsblatte zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Gegeben zu München, den zwanzigsten März des Jahres Eintausend achthundert und achtundvierzig, im dreiundzwanzigsten Anserer Regierung.
Königliche Worte an die Bayern.
Bayern! Eine neue Richtung hat begonnen, eine andere als die in der Verfassungsurkunde enthaltene, in welcher Ich nun im 23. Jahre geherrscht. Ich lege die Krone nieder zu Gunsten Meines geliebten Sohnes, des Kronprinzen Maximilian.
Treu der Verfassung regierte Ich, dem Wohle des Volkes war Mein Leben geweiht; als wenn Ich eines Freistaats Beamter gewesen, ging Ich mit den Staatsgeldern um. Ich kann jedem offen in die Augen sehen. And nun Meinen tiefgefühlten Dank Allen, die Mir anhingen. Auch vom Throne herabgestiegen, schlägt glühend Mein Lerz für Bayern, für Teutschland!
München, 20. März 1848. Ludwig