Geschichte - Schwabinger Bach

Zeitensprünge





  • München * Im „Burgfriedensbrief“ wird der Münchner Burgfrieden neu festgelegt.

    Ursprünglich reicht der zum Hoheitsgebiet der Stadt zugerechnete „Burgfrieden“ im Norden bis unmittelbar vor das Dorf Schwabing.
    Das „Leprosenhaus“ am heutigen Nicolaiplatz gehört noch zum Stadtgebiet.
    Von dort aus zieht sich die Stadtgrenze etwas südöstlich zur heutigen Veterinärstraße, überquert hier den Schwabinger Bach und in schnurgerader Richtung die „Hirschau“ bis zur Isar.

    Da aber Kurfürst Max Emanuel souverän über die „Hirschau“ als Jagdgebiet verfügen will, klammert er das Gebiet aus dem „Münchner Burgfrieden“ aus und erklärt:
    „Wür aber ersagte Hirschau Uns zu Unseren fürstlichen Jagden und Lust specialiter gnädigst reserviert haben“.

    Mit der Ausgemeindung der „Hirschau“ aus dem „Burgfrieden“ der Stadt verläuft nun die Stadtgrenze vom Schwabinger Bach aus stark südöstlich bis etwa an die Stelle des heutigen „Monopteros“, in dessen Nähe sich heute auch die „Burgfriedenssäule“ mit der Nummer 12/13 befindet.

    Für die Ausgemeindung der „Hirschau“ aus dem Stadtgebiet Münchens wird die Stadt durch die Eingemeindung der drei „Mühlen am Dreimühlenbach“, der „Schwalbensteinmühle“, der „Au- oder Papiermühle“ und der „Brudermühle“ entschädigt.
    Gleichzeitig wird das „Lehel“ der städtischen Gewalt unterstellt. 

    Eine schriftliche Fixierung des Münchner „Burgfriedens“ erfolgt aber erst zwölf Jahre später. 


  • München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor lässt 2.000 Gulden zum Bau der an der Kreuzung von Schwabinger Bach und Eisbach gelegenen Militär-Mühlen oder Rumford-Mühlen zur Verfügung stellen. Es handelt sich um eine Sägemühle und eine Mahlmühle für das Getreide des von Benjamin Thompson Verbesserten Kommissbrotes.


  • München-Englischer Garten - Lehel * Auf Friedrich Ludwig Sckells Wunsch hin werden die „Militärmühlen“ an der Kreuzung von Schwabinger Bach und Eisbach stillgelegt und der Befehl zum Abbruch gegeben.


  • München-Englischer Garten - Tivoli * Adrian von Riedl erbittet bei Kurfürst Max IV. Joseph den Bau einer Mühle mit vier Gängen.
    Sie soll auf seinen Wiesen unterhalb der „Bogenhausener Brücke“, zwischen Isardamm und „Schwabinger Bach“ entstehen.

    Zum Betrieb der Mahlmühle will er „mittels eines Kanals durch seine Wiesen das Wasser aus dem Eisbach hereinleiten und unterhalb der Mühle wieder in denselben einlassen“.


  • München-Englischer Garten - Lehel * Der „Große Wasserfall“ an der Kreuzung des Schwabinger Bachs und des Eisbachs wird geschaffen.

    Seither stürzen die durch ein Stauwehr zurückgehaltenen Wassermassen über von Menschenhand platzierte Felsen.
    Die Szenerie erinnert an ein romantisches Landschaftsgemälde.


  • München-Englischer Garten - Lehel * Der Zusammenfluss aller äußeren Stadtbäche wird - bis zur Kreuzung mit dem „Eisbach“ - als „Schwabinger Bach“ bezeichnet.
    Dieser Bachabschnitt wird seither „Eisbach“ genannt. 
    Er beginnt unter der Prinzregentenstraße mit der Vereinigung des „Stadtmühlbachs“ und des „Stadtsägmühlbachs“.

    Genau umgekehrt ist es beim jetzigen „Schwabinger Bach“.
    Er heißt bis 1945 „Eisbach“.
    So heißt der Bachabschnitt ab der Galeriestraße nach dem Zusammenfluss von „Kögelmühlbach“ und „Kainzmühlbach“.

    Ab der Kreuzung zwischen „Eisbach“ und „Schwabinger Bach“ besteht wieder die alte Namensgebung.


  • München-Englischer Garten - Schwabing * Wegen der Erweiterung der „Tierärztlichen Fakultät" muss der „Schwabinger Bach" im „Englischen Garten" verlegt werden.


  • München-Lehel * Der „Schwabinger Bach“ im Bereich des „Hauses der Kunst“ wird aufgelassen. 

    Dafür erhält der „Eisbach“ nun 32 Kubikmeter Isarwasser in der Sekunde.


  • München-Englischer Garten * Wenn man die „Maximiliansanlage“, den „Hofgarten“ und den „Finanzgarten“ hinzu zählt, umfasst der „Englische Garten“ eine Fläche von über 417 Hektar.

    Die drei Bäche (Schwabinger Bach, Eisbach und Oberstjägermeisterbach) haben eine Länge von 8,5 Kilometern.

    Von den 16 Hektar Wasserflächen ist der „Kleinhesseloher See“ mit acht Hektar das größte Gewässer.

    Das 78 Kilometer lange Wegenetz (davon 12 Kilometer Reitwege) beinhaltet auch über 100 Brücken und Stege.

© Rudolf Hartbrunner