Geschichte - Riedl Adrian von Geometer

Zeitensprünge





  • München-Englischer Garten - Lehel * Der vom „Geometer“ Adrian von Riedl geplante, etwa 2 Kilometer lange „Isardamm“ ist fertig gestellt.

    Er schützt den „Englischen Garten“ nicht nur vor Hochwasser, sondern ermöglicht auch die Entwässerung des Parkgeländes.


  • München-Englischer Garten - Lehel * Adrian von Riedl, der zuvor mit zwei Dämmen das weitverzweigte Wildflussbett der reißenden Isar zwischen Lehel und Ismaning gebändigt hatte, kauft einen Teil des von ihm trockengelegten ehemaliges Isarbetts, das als „ödes Land“ vom Kurfürst Carl Theodor freigegeben wurde.

    Zunächst lässt er sich zwischen „Eisbach“ und „Schmiedbach“, am Rande des „Englischen Gartens“ ein stattliches Palais erbauen, das er mit einem kleinen „Englischen Garten“ mit allerlei Zubehör umgibt.

    Sogar eine Brunnquelle, eine „Gloriette“ und ein kleiner „Chinesischer Turm“ dürften nicht fehlen.
    Aus dieser Anlage entsteht später der „Paradiesgarten“, ein beliebtes Ausflugslokal.


  • Bogenhausen * Freiherr Maximilian Joseph von Montgelas lässt unterhalb Bogenhausen durch Oberst Adrian von Riedl eine Holzbrücke über die Isar errichten, die er als bequeme Verbindung nach München nutzt. 

    Sie hält bis zum Jahr 1812. 


  • München * Adrian von Riedl wird mit 59 Jahren in den Ruhestand versetzt.

    Trotz seines grünen Paradieses am Rande des „Englischen Gartens“ behagt ihm die Ruhe nicht, weshalb er den Bau einer Mühle plant.
    Der an seinem Grundstück vorbeifließende „Eisbach“ mit einem Wasserdurchlauf von 22 Kubikmetern pro Sekunde erscheint ihm dafür ideal.


  • München-Englischer Garten - Tivoli * Adrian von Riedl erbittet bei Kurfürst Max IV. Joseph den Bau einer Mühle mit vier Gängen.
    Sie soll auf seinen Wiesen unterhalb der „Bogenhausener Brücke“, zwischen Isardamm und „Schwabinger Bach“ entstehen.

    Zum Betrieb der Mahlmühle will er „mittels eines Kanals durch seine Wiesen das Wasser aus dem Eisbach hereinleiten und unterhalb der Mühle wieder in denselben einlassen“.


  • München-Englischer Garten - Tivoli * Die „Königliche Regierung“ steht Adrian von Riedls Mühlenplanungen positiv gegenüber, da damit die anliegenden Dörfer Schwabing, Bogenhausen und Föhring eine Mahlmöglichkeit erhalten würden.
    Bisher mussten die Bewohner dieser Dörfer zwei bis drei Stunden zur nächsten Mühle fahren.

    Doch die „Kgl. General Direction des Wasser-, Brücken- und Straßenbaus“ hat Bedenken, dass dadurch der „Eisbach“ zurückgestaut und damit die Geschwindigkeit es Baches und somit der Abfluss des Eises vermindert werden würde.
    Der „Eisbach“ nimmt nämlich im Winter die Schneemassen der Münchner Straßen auf. Daher der Name.

    Doch zuletzt wird Riedl der Mühlenbau mit der Auflage genehmigt, dass er das „Abeisen“ von seinem „Grundbaum“ bis aufwärts zur „Bogenhausener Brücke“ auf eigene Kosten zu besorgen hätte.
    Damit wird Adrian von Riedl zum Gründer der „Neumühle“ am Eisbach.


  • München-Englischer Garten * Adrian von Riedl verkauft die sich im Rohbau befindliche „Neumühle“ zu einem Schleuderpreis von 1.200 Gulden an den Münchner Bäcker und Müller Johann Jakob Schöttl.  

    Auch der Mühlkanal ist bereits gegraben.


  • München * Adrian von Riedl stirbt neun Tage nach seinem Verkauf der Neumühle.

© Rudolf Hartbrunner