Geschichte - Napoleon Bonaparte französischer Kaiser

Zeitensprünge





  • Paris * Die französische Republik stellt drei Armeen auf. 

    Diese dringen unter Napoleon Bonaparte über Norditalien, unter Baptiste Jourdan durch Franken und unter Jean-Victor Moreau durch Süddeutschland bis nach Österreich vor, um dort den Frieden zu erzwingen.


  • Paris * Napoleon Bonaparte nutzt die Wirren des „Zweiten Koalitionskrieges“ und stürzt in einem „Staatsstreich“ das „Direktorium“, um sie durch eine „Konsulatsregierung“ mit ihm als „Erstem Konsul“ einzuführen. 


  • Paris * Napolèon Bonaparte gestattet die „Wiederzulassung des Templer-Ordens“ in Frankreich.

    Die „katholische Kirche“ weigert sich aber, den „Orden“ offiziell wieder anzuerkennen.


  • Kurfürstentum Baiern * Napoleon Bonaparte fördert bis 1810 den Gebietszuwachs Baierns. Er will die deutschen Mittelstaaten, allen voran Baiern, Württemberg und Baden, so vergrößern, dass sie als Puffer gegenüber österreichischen Angriffen dienen können.

    Gleichzeitig sollen die so Geförderten natürlich auf Dauer von der französischen Gunst abhängig bleiben. 


  • Lunéville * Im Friedensvertrag von Lunéville ist auch abschließend festgelegt worden, dass die linksrheinischen Gebiete an Frankreich abgetreten werden müssen. Napoleon Bonaparte erreicht damit ein Ziel jahrhundertelanger französischer Politik. 

    Pfalzbaiern muss neben den bereits verloren gegangenen Herzogtümern Zweibrücken und Jülich sowie der linksrheinischen Kurpfalz nun auch noch die rechtsrheinische Kurpfalz um Mannheim und Heidelberg an Baden abgeben.

    Das bedeutete einen Verlust von 200 Quadratmeilen und 730.000 Einwohnern. Den von den Landverlusten betroffenen Fürsten wird allerdings ein Ausgleich zugestanden, der jedoch „aus dem Schoß des Reiches“ kommen muss.

    Und weil dieses nur aus säkularisiertem Kirchenbesitz und aus den mediatisierten Reichsständen erfolgen kann, bedeutet das in der Konsequenz gleichzeitig das Ende des alten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation


  • München - Paris * Baiern schließt mit Frankreich einen Vorvertrag ab, dem es Kurfürst Max IV. Joseph ermöglicht, seine in Aussicht gestellten Entschädigungsgebiete bereits vor der Verabschiedung des Reichsdeputationshauptschlusses in Besitz nehmen zu können.

    „In Paris begann ein Handel mit deutschen Bistümern, Abteien, freien Reichsstädten, wobei die fürstlichen Bewerber vor dem ersten Konsul […] in Regensburg um die Wette krochen. Es war ein höchst widerliches Schauspiel“.

    Österreich will Baiern zuvor als Entschädigung für seine eigenen Kriegsverluste einverleiben. Dieses Ansinnen kann letztlich nur durch die Intervention von Russland und Großbritannien verhindert werden. Für Kurfürst Max IV. Joseph und seinen Minister Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas ist aufgrund dieser Erfahrung eine Annäherung an Frankreich naheliegend. 


  • London - Paris * Großbritannien erklärt Frankreich den Krieg. Die Kriegserklärung geht zwar von England aus, aber Napoleons Hegemonialpolitik hat stark zum Ausbruch des Krieges beigetragen. 


  • Paris * Von der französischen Geheimpolizei wird eine royalistische Verschwörung aufgedeckt, die angeblich die Ermordung Napoleon Bonapartes und die Einsetzung von General Jean-Victor-Marie Moreau zum neuen Herrscher zum Ziel hat. 

    Dieser wird aber zu Unrecht beschuldigt. 


  • Paris - München - Wien * Napoleon Bonaparte will eine dynastische Verbindung zwischen seiner Familie und den großen europäischen Häusern. 

    Der baierische Minister Maximilan Joseph von Montgelas unterstützt den Gedanken, Napoleons Stiefsohn Eugéne Beauharnais, Vizekönig von Italien, mit Auguste Amalie, der Tochter des baierischen Kurfürsten, zu verehelichen.


  • Paris * Napoleon Bonaparte krönt sich selbst zum „erblichen Kaiser von Frankreich“


  • Paris * Napoleon Bonaparte krönt sich zum Kaiser von Frankreich


  • Petersburg * Napoleons Ambitionen im Nahen Osten führt zur Annäherung von Russland und Großbritannien. Sie schließen in Petersburg ein Bündnis, dessen erklärtes Ziel es ist, Frankreich auf die Grenzen von 1792 zu beschränken. Dem Bündnis treten Schweden und Neapel bei. 


  • Bogenhausen * Angesichts des heraufziehenden Dritten Koalitionskriegs erneuern Baiern und Frankreich ihr Bündnis im Vertrag von Bogenhausen. Ort der Verhandlungen ist Schloss Stepperg, das Minister Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas als Landsitz nutzt. 

    Die Geheimverhandlungen zwischen dem französischen Abgesandten und Minister Montgelas werden mit einem baierischen Bündniswechsel zu Frankreich in einem vorläufigen Vertrag abgeschlossen. Er beendet die Koalition mit Österreich und Russland.

    Napoleon sagt Baiern weitere Gebietszuwächse im Falle eines Sieges zu. Dafür verpflichtet sich das Kurfürstentum Baiern zur Stellung von 20.000 Mann.

    Neben Baiern schließt Napoleon Verträge mit weiteren süddeutschen Mitgliedern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Seine Verbündeten werden Baiern, Württemberg, Baden und Hanau. Napoleon Bonaparte schließt mit diesen die Verträge von Bogenhausen, Baden-Baden und Ludwigsburg.

    Die baierische Regierung erhofft sich nach den Erfahrungen der beiden letzten Kriege von Frankreich eine wesentlich bessere Behandlung als von den kaiserlichen Österreichern. Um aber die Österreicher nicht unnötig herauszufordern, wird das Bündnis mit Frankreich zunächst noch geheim gehalten. Die baierische Abneigung gegenüber Österreich soll sich jedoch bald bestätigen. 


  • Frankreich - Österreich * Napoleon Bonaparte lässt seine Große Armee in Richtung Österreich abmarschieren. Ende September will er in Baiern ankommen.


  • Paris - Wien * Napoleon Bonaparte erklärt Österreich den Krieg. 


  • Würzburg * Kurfürst Max IV. Joseph gibt einen Aufruf „an sein Volk“ heraus, in dem er sich für sein Bündnis mit Napoleon rechtfertigt.

    Um den politisch umwälzenden Schritt ins französische Lager darzustellen, muss er eine überzeugende Begründung liefern. Also wird Österreich zum „Erbfeind“ erklärt, der Baierns Unabhängigkeit bedrohte und dessen Truppen plündernd durchs Land zogen, während „Frankreich […] zu allen Zeiten Baierns Unabhängigkeit schützte“.

    Das Bündnis scheint damit als die einzige und alternativlose Konsequenz, um Baiern zu retten: „Der Kaiser der Franzosen, Baierns natürlicher Bundesgenosse, eilte mit seinen tapferen Kriegern herbei, um euch zu rächen, […], und bald, bald naht der Tag der Rettung“.

    Der Aufruf endete siegesgewiss mit den Worten: „Unsere gute Sache steht unter dem Schutze eines gerechten Gottes und […] unter der eigenen Anführung eines unüberwindlichen Helden“


  • Ulm * Napoleon bezwingt die österreichische Armee bei Ulm und befreit Baiern von den kaiserlichen Truppen.


  • Ulm * Mit der Kapitulation von Ulm muss die eingeschlossene österreichische Deutschlandarmee kapitulieren. Baiern ist damit befreit. Napoleon Bonaparte hat damit den ersten wichtigen Sieg des Dritten Koalitionskrieges errungen.

    Auch Baiern hat eine wichtige Schlacht geschlagen. Denn als Kaiser Franz II. vom baierisch-französischen Bündnis erfahren hat, lässt er sich zu der Äußerung hinreißen: „Ich werde Baiern nicht nehmen, ich werde es verschlingen“


  • München * Napoleon zieht triumphal durch das Karlstor in München ein. Kurfürst Max IV. Joseph befindet sich noch in seinem Exil in Würzburg.

    Die Kurpfalzbaierische Staats-Zeitung von München berichtet am 25. Oktober 1805: „Endlich hatten wir gestern das sehnlich erwartete Vergnügen, Se. Majestät Napoleon Kaiser in Frankreich und König in Italien hier eintreffen zu sehen.

    Se. Majestät kamen von Augsburg, fuhren in einem 6-spännigen Reisewagen, welchen der Herr Reichs-Marschall Bernadotte, nebst noch einigen H.H. Reichsmarschallen zu Pferde begleitete, unter dem Donner der Kanonen, und dem Zusammengeläute aller Glocken durch die Neuhauser-Kaufinger- über den Platz durch die Diener- in die Residenz-Gasse heran, und stiegen […] in der kurfürstl. Residenz ab.

    Die ganze Stadt war zur Tageshelle beleuchtet, und die Mittags zuvor angekommenen kaiserl. königl. Garde-Regimenter hatten sich durch die ganze Einzugsstrecke à la haie aufgestellt. Es war ½ 8 Uhr Abends, und die Menge des hier befindlichen, zum Theile noch mit der Einquartierung beschäftigten Militärs nebst dem zusammenströmenden Volke zeigte das Bild eines durch Ströme aufgetriebenen Meeres, das sich schwer und langsam dahinwälzt“


  • München * Die Kurpfalzbaierische Staats-Zeitung von München berichtet vom Einzug Napoleons:

    „Endlich hatten wir gestern das sehnlich erwartete Vergnügen, Se. Majestät Napoleon Kaiser in Frankreich und König in Italien hier eintreffen zu sehen. Se. Majestät kamen von Augsburg, fuhren in einem 6-spännigen Reisewagen, welchen der Herr Reichs-Marschall Bernadotte, nebst noch einigen H.H. Reichsmarschallen zu Pferde begleitete, unter dem Donner der Kanonen, und dem Zusammengeläute aller Glocken durch die Neuhauser-Kaufinger- über den Platz durch die Diener- in die Residenz-Gasse heran, und stiegen […] in der kurfürstl. Residenz ab.

    Die ganze Stadt war zur Tageshelle beleuchtet, und die Mittags zuvor angekommenen kaiserl. königl. Garde-Regimenter hatten sich durch die ganze Einzugsstrecke à la haie aufgestellt. Es war ½ 8 Uhr Abends, und die Menge des hier befindlichen, zum Theile noch mit der Einquartierung beschäftigten Militärs nebst dem zusammenströmenden Volke zeigte das Bild eines durch Ströme aufgetriebenen Meeres, das sich schwer und langsam dahinwälzt“


  • Braunau * Napoleon Bonaparte nimmt mit seiner Grande Armée Braunau ein. 


  • Würzburg - München * Der baierische Kurfürst Max IV. Joseph trifft aus Würzburg kommend in München ein und muss sich für seine Verzögerung beim französischen Kaiser entschuldigen.


  • Linz * Im Vertrag von Linz sichert Napoleon Bonaparte Baiern neben Gebietserweiterungen erstmals die volle Souveränität zu. 


  • Linz * Baierns Kurfürst Max IV. Joseph gibt - im Beisein des Kurprinzen Ludwig - Napoleon Bonaparte in Linz die mündliche Zusage für die Hochzeit zwischen der baierischen Prinzessin Auguste Amalie mit dem Stiefsohn Napoleons, Eugène Beauharnais. 


  • Wien * Napoleon erreicht mit seinen Soldaten Wien und nimmt die Stadt kampflos ein. 


  • Austerlitz * Bei Austerlitz kommt es zur sogenannten Dreikaiserschlacht, an der der französische Kaiser Napoleon Bonaparte, Zar Alexander I. von Russland und der deutsch-römisch-österreichische Kaiser Franz II. persönlich auf dem Schlachtfeld anwesend sind.

    Napoleon Bonaparte besiegt unter Mitwirkung baierischer Truppen die die österreichisch-russische Koalition entscheidend und erringt damit den glänzendsten Sieg seiner Laufbahn. Der Sieg der Dreikaiserschlacht von Austerlitz beendet den Dritten Koalitionskrieg


  • Brünn * Im französisch-baierischen Vertrag von Brünn belohnt der Franzosenkaiser Baiern für seine Waffenhilfe und sichert ihm erneut zu, dass er im bevorstehenden Friedensvertrag mit Österreich Kaiser Franz II.

    • die Abtretung Vorarlbergs, der Gebiete in Schwaben und der Reste von Eichstätt und Passau zugunsten Baierns auferlegen will.
    • Außerdem soll der Kaiser in Wien auf jegliche Oberhoheit über den Kurfürsten von Baiern, der den Königstitel annehmen wird, verzichten.
    • Zudem sichert der französische Kaiser im Vertrag von Brünn Baiern die erbliche Königswürde zu.

    Bereits im Vertrag von Bogenhausen hatte sich Napoleon Bonaparte verpflichtet, im Falle eine siegreichen Kriegsausgangs für eine weitere Vergrößerung Baierns einzutreten. 


  • Paris * In einem Tagesbefehl erklärt Napoleon Bonaparte Baiern, Baden und Württemberg zu souveränen Staaten. 


  • München * Karoline Murat, die Schwester Napoleons, kommt in München an. 


  • Bratislava * Österreich schließt mit Napoleon den Frieden von Preßburg, in dem es die im Vertrag von Brünn vom 10. Dezember 1805 festgesetzten Bestimmungen anerkennt. Der Friedensvertrag von Pressburg beendet den Dritten Koalitionskrieg.

    Das hat zur Folge, dass Baiern die Markgrafschaft Burgau im heutigen Bayerisch-Schwaben, die Reste der Hochstifte Eichstätt und Passau, die freien Reichsstädte Augsburg und Lindau zugesprochen bekommt.

    Österreich muss die Rangerhöhung des baierischen Kurfürsten zum König und Gebietsabtretungen akzeptieren. 


  • Königreich Baiern - München-Graggenau * Das Kurfürstentum Baiern wird von Napoleon Bonaparte zum Königreich erhoben. Aus Kurfürst Max IV. Joseph wird König Max I. Joseph. Die Rangerhöhung Baierns wird extrem emotionslos vollzogen. Der nur wenige Minuten dauernde „Akt der Königserhebung“ findet um 10 Uhr, in den Appartements der Kurfürstin Karoline in der Münchner Residenz statt.

    Obwohl Napoleon Bonaparte am Abend des Vortages in München eingetroffen ist, nimmt er nicht an der Zeremonie teil. Auch der leitende Minister Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas ist aus uns nicht bekannten Gründen abwesend.

    • Anwesend sind neben dem König und dem Kronprinzen Ludwig
    • der Minister für geistliche Angelegenheiten, Heinrich Theodor Graf Topor Morawitzky,
    • der Justizminister Johann Friedrich Freiherr von Hertling und
    • Abbé Pierre de Salabert.

    Dazu kommen die Chefs der Königlichen Hofämter,

    • der Obersthofmeister Clemens Anton Graf von Toerring-Seefeld,
    • der Oberstkämmerer Maximilian Emanuel Freiherr von Rechberg und Rothenlöwen,
    • der Oberstmarschall Ludwig Joseph Freiherr von Gohren und schließlich
    • der Oberststallmeister Carl Ludwig Freiherr von Kesling.

    Dieser Männerrunde erklärt Max Joseph, er habe sich „durch die vielen Beweise von Treue und Anhänglichkeit der Baiern an ihren Fürsten und Vaterland bewogen befunden, Baierns Unabhängigkeit zu begründen, indem Allerhöchst Sie in dem gegenwärtigen Zeitpunkt, wo es durch die Vorsehung Gottes dahin gediehen, dass das Ansehen und die Würde des Herrschers in Baiern seinen alten Glanz und vorige Höhe zur Wohlfahrt des Volkes und zum Flore des Landes wieder erreicht, den dem Regenten Baierns angestammten Titel eines Königs von Baiern anzunehmen und öffentlich proklamieren zu lassen“.

    Er fügt noch hinzu, dass künftig alle „direkten Abkömmlinge“ den Titel Königliche Hoheit führen werden.

    Daraufhin bringen die Anwesenden ihre Glückwünsche und Huldigungen zum Ausdruck. 


  • München-Graggenau * Am Abend des Krönungstages besuchen Napoleon und seine Gemahlin Joséphine gemeinsam mit dem frischgebackenen Königspaar ein Hofkonzert. Weitere Feierlichkeiten unter Anwesenheit des französischen Kaiserpaares folgen in den nächsten Tagen. 


  • München-Graggenau * Was fehlt, sind die Kroninsignien und natürlich die feierliche Krönung mit kirchlicher Salbung des Königpaares. Napoleon hätte gerne eine Krönung gesehen, die aber in München nicht gewollt ist. Begründet wird dies damit, dass im immer noch bestehenden Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation derartige Königskrönungen unbekannt sind.

    Da aber Baiern, Württemberg, Baden und Frankreich bestrebt sind, die Bestimmungen des Friedens von Preßburg vom 26. Dezember 1805 schnellstmöglich umzusetzen und damit unumkehrbar zu machen, fehlt für eine Krönung sowohl in München als auch in Stuttgart die dazu notwendige Vorbereitungszeit. So findet lediglich die Proklamation der neu entstandenen Königreiche Baiern und Württemberg zeitgleich statt.

    Freilich gibt es noch andere Gründe, die gegen eine Krönung sprechen, aber nicht laut ausgesprochen werden:

    • Die Wittelsbacher wollen den Anschein vermeiden, die Königswürde sei dem militärischen Erfolg und dem Willen Napoleon Bonapartes zu verdanken.
    • Dieser hat eine Rangerhöhung der süddeutschen Staaten nur deshalb angestrebt, um zuverlässige Bündnispartner gegen Österreich zu gewinnen und dessen Machteinfluss zu beschränken.
    • Damit ist Napoleon auch dem Ziel, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zu zerschlagen und zu beerben, ein Stück näher gekommen.
    • Und wenn man schon die baierische Unabhängigkeit und Souveränität als eine von Frankreich und Napoleon unabhängige legitimiert gewusst haben will, scheint eine Krönungszeremonie - noch dazu in Anwesenheit des französischen Kaisers - für absolut unakzeptabel.

    Im Königlich-Baierischen Regierungsblatt vom 1. Januar 1806 wird deshalb angemerkt: „Unsere feyerliche Krönung und Salbung haben Wir auf eine günstigere Jahreszeit vorbehalten, welche Wir in Zeiten öffentlich bekannt machen werden“. Geplant ist die Krönungszeremonie für Oktober 1806. 


  • München - Paris * Der Preis für das Bündnis zwischen Baiern und Frankreich sowie die Erhebung in die Königswürde ist die Verehelichung der baierischen Prinzessin Auguste Amalie mit dem Stiefsohn Napoleons, Eugène Beauharnais. Mit der Münchner Hochzeit will sich Napoleon den Eintritt in eines der ältesten europäischen Adelshäuser ermöglichen.

    Die mündliche Zusage für die Eheschließung hat Kurfürst Max IV. Joseph - im Beisein des Kurprinzen Ludwig - Napoleon Bonaparte bereits am 8. November 1805 in Linz gegeben.

    Er hat dies dann aber mehrfach vor seiner Ehefrau vertuscht und abgestritten, da man den baierischen Kurfürsten eindringlich darüber aufgeklärt hat, dass eine Weigerung zum Verlust Baierns zugunsten eines „Napoleoniden“ führen würde. Die Auffassung vertrat sowohl Freiherr Maximilian Joseph von Montgelas, als auch der Gesandte im Hauptquartier Napoleons, Karl Ernst Freiherr von Gravenreuth.

    Die Situation scheint aussichtslos. Kurfürstin Karoline, mit ihrer antifranzösischen Haltung, Prinzessin Auguste Amalie und Kurprinz Ludwig hoffen noch immer, dass sich die Heirat abwenden lassen würde. Das auch schon deshalb, weil sich Auguste Amalie mit dem Erbprinz Karl von Baden verlobt glaubt. 


  • München-Graggenau * Der Brautvater, König Max I. Joseph, hat zwei Forderungen:

    • Erstens soll der Ort der Trauung zwischen der baierischen Prinzessin Auguste Amalie mit dem Stiefsohn Napoleons, Eugène Beauharnais, soll München und nicht Paris sein.
    • Zum Zweiten soll sein zukünftiger Schwiegersohn die Königskrone von Italien erhalten.

    Mit der Verhandlung wird Minister Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas beauftragt, der München als Ort der Eheschließung durchsetzen kann, allerdings an der Erhebung Eugénes zum König Italiens scheitert. Immerhin bleibt er aber Vizekönig


  • München * Eugène Beauharnais wird selbst von Napoleon mit den knappen Worten „Ich bin in München angekommen, ich habe Ihre Heirat mit Prinzessin Auguste abgemacht; sie ist veröffentlicht worden“ über seine Rolle in diesem Spiel informiert. Damit er weiß, wie seine Künftige aussieht, ist dem Schreiben eine Tasse mit dem Porträt der Prinzessin beigefügt.

    In seiner Antwort führt Eugène aus, er werde alles tun, um das Vorbild glücklich zu machen. 


  • München * Ein ursprünglich für den Neujahrstag geplantes Militärspektakel muss wegen der Königsproklamation auf den 2. Januar verlegt werden.

    Dabei werden Kanonen, Gewehre und Fahnen präsentiert, die einst von kaiserlichen Soldaten als Trophäen nach Wien gebracht und nun von Napoleon als Zeichen der Verbindung von Frankreich und Baiern sowie der gemeinsamen Abgrenzung gegenüber Österreich im Triumph zurückgeführt worden waren. 


  • München * Um die für das Haus Wittelsbach nicht eben sehr ehrenvolle Eheverbindung etwas attraktiver zu machen, wird Eugène Beauharnais am 12. Januar 1806, am Tag vor der Eheschließung, vom französischen Kaiser adoptiert und erhält das Versprechen der Thronfolge in Italien, falls Napoleon keine Nachkommen haben sollte. 


  • München-Graggenau * In der Grünen Galerie der Münchner Residenz findet die nach französischem Recht geforderte Ziviltrauung der Brautleute Eugène Beauharnais und Auguste Amalie, der ältesten Tochter des baierischen Königs, statt.

    Karoline Murat, die Schwester Napoleons, bleibt, obwohl sie sich ja schon seit dem 20. Dezember in der Münchner Residenz aufhält, demonstrativ der Eheschließung fern. Sie gönnt der Familie Beauharnais die Verbindung mit dem Hause Wittelsbach nicht. 


  • München * In den ab dem 15. Januar 1806 versandten formellen Benachrichtigungen an die Fürsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in allen anderen baierischen Verlautbarungen zur Annahme der Königswürde werden Bezüge zu Napoleon und Frankreich für die Rangerhöhung ausdrücklich vermieden.

    Stattdessen knüpft Max I. Joseph an die „Königswürde der Agilolfinger“ an, die er mit der Königskrönung ja bloß wiederherstelle.


  • München - Mailand - Paris * „Minister“ Maximilian Joseph von Montgelas wird von Napoleon bei einem Treffen in Mailand aufgefordert, einen Entwurf für ein „Fundamentalstatut für den Rheinbund“ auszuarbeiten.  

    Vorgegeben sind die wichtigsten Grundzüge, wie eine Bundesorganisation und die Regelung der Handelsbeziehungen sowie die Einführung des „Code Napoléon“.  

    Der von Montgelas ausgearbeitete und in Paris vorgelegte Entwurf beinhaltete nur ein absolutes Mindestmaß an Kompetenzen für den „Rheinbund“, der lediglich als lockerer Bund souveräner Staaten mit gemeinsamen Aufgaben auf militärischem Gebiet konzipiert ist.  

    Da Napoléon mit dem baierischen Entwurf nicht besonders einverstanden ist, beauftragt er seinen Außenminister mit einem neuen, wesentlich zentralistischer gestalteten Konzept. 


  • München * Der baierische Staatsrat beschließt die Ausarbeitung einer Konstitution für das Königreich Baiern.  

    • Man will die bereits vorgenommenen und noch geplanten Reformmaßnahmen absichern und den Zusammenhalt von Altbaiern und den neu hinzugekommenen Territorien Schwaben und Franken durch einen einheitlichen staatsrechtlichen Rahmen festigen.  
    • Außerdem soll verhindert werden, dass durch die geplante Verfassung des Rheinbundes die gerade erst errungene Souveränität des neuen Königreichs infrage gestellt wird.

    Erleichtert wird dieser separatistische Schritt dadurch, dass die von Napoleon Bonaparte geforderten Reformen nicht im Widerspruch zu den Reformvorschlägen stehen, die Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas im Jahr 1796 im Ansbacher Mémoire formuliert hatte. 


  • München * „Minister“ Maximilian Joseph von Montgelas legt dem „Staatsrat“ den zum Teil skizzenhaften Entwurf einer Verfassung vor.  

    Noch war man sich in München nicht sicher, wie schnell Napoleon Bonaparte eine eigene zentralistische „Verfassung für den Rheinbund“ durchsetzen würde.  
    Eile war demzufolge angebracht.  

    Und so kann die „Konstitution des Königreichs Baiern“ bereits am 1. Mai 1808 verkündet werden. 


  • München * Die „Konstitution des Königreichs Baiern“ tritt in Kraft.  

    Die erste einheitliche Verfassung des Königreichs Baiern besteht aus 45 Paragraphen, die auf acht Seiten Platz finden.  

    Nach der Auflösung des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ und dem großen Gebietszuwachs, den Baiern erfahren hat, ist es notwendig geworden, das Recht zu vereinheitlichen und die Rechtsgleichheit in den verschiedenen Landesteilen herzustellen.  
    Nur Altbaiern war, bis auf wenige Enklaven, ein geschlossenes Staatsgebiet.
    Ansonsten gleicht das neue Baiern mit seiner Anhäufung von Besitzungen verschiedener Fürsten, Grafen, Herren und Ritter eher einem „Fleckerlteppich“.  

    Baiern muss nun zusammenwachsen und nach einheitlichen gesellschaftlichen und verwaltungsrechtlichen Grundsätzen regiert werden.  

    • Damit werden „alle besonderen Verfassungen, Privilegien, Erbämter und Landschaftliche Korporationen der einzelnen Provinzen“ aufgehoben.  
    • Die Verfassung garantiert die Gleichheit aller vor dem Gesetz und den Steuerbehörden sowie beim Zugang zu den Staatsämtern.  
    • Die Rechte des Adels werden darin eingeschränkt und deren bisherigen politischen Vorrechte ausdrücklich abgelehnt.  
      In einer neu eingeführten „Adelsmatrikel“ muss der Adelstitel erst staatlich anerkannt werden.  
    • Die „Leibeigenschaft“ wird ersatzlos abgeschafft.
    • Die Sicherheit des Eigentums wird ebenso gewährleistet, wie die „Gewissensfreiheit“ und die „Pressefreiheit“
      Letztere wird allerdings durch Gesetze teilweise wieder eingeschränkt.
    • Das Gesetz sieht ein „stehendes Volksheer“ und eine „Bürgermiliz“ vor.

    Mit 21 Jahren muss jeder „Staatsbürger“ vor der Verwaltung seines „Kreises“ einen Eid ablegen, dass er „der Konstitution und den Gesetzen gehorchen - dem König treu sein wolle“.  
    Ohne ausdrückliche Erlaubnis des Monarchen darf kein „Staatsbürger“ auswandern oder ins Ausland reisen. 

    Zum „Königlichen Hause“ wird in der „Konstitution“ festgelegt, dass die Krone erblich ist „in dem Manns-Stamme des regierenden Hauses, nach dem Rechte der Erstgeburt und der agnatisch-linealischen Erbfolge“.  
    Die Prinzessinnen sind „für immer von der Regierung ausgeschlossen“, so lange noch männliche Nachkommen vorhanden sind.  
    Sämtliche Familienmitglieder des königlichen Hauses stehen „unter der Gerichtsbarkeit des Monarchen, und können bei Verlust Ihres Erbfolge-Rechts nur mit dessen Einwilligung zur Ehe schreiten“.  

    • Nach den Bestimmungen der „Konstitution“ besteht zur Verwaltung des „Königreiches Baiern“ das „Ministerium“ aus fünf „Departements“:  dem des „Äußeren“, der „Justiz“, der „Finanzen“, des „Inneren“ und des „Kriegs-Wesens“.  
    • Zudem teilte sie das Königreich in „Kreise“ ein, um so einen einheitlichen Beamten- und Verwaltungsstaat zu schaffen.
    • Auch das Justiz- und Militärwesen werden neu organisiert.  

    Ein „Parlament“ ist in Form einer „National-Repräsentation“ vorgesehen, kommt aber nicht zustande.  
    Gleichwohl werden die Vertretungen der einzelnen Teilgebiete des Königreichs mit Inkrafttreten der Verfassung abgeschafft.  

    • Die „National-Repräsentanten“ sollten für die Dauer von sechs Jahren gewählt werden.  
    • Dazu sollten in jedem der acht „Kreise“ von den 200 höchstbesteuerten „Land-Eigenthümern, Kaufleuten und Fabrikanten“ von Wahlmännern sieben Mitglieder gewählt werden.  
      Diese 56 Gewählten hätten dann die „Reichs-Versammlung“ gebildet.  

    Durch die Einführung der „Konstitution“ verhindert Minister Maximilian Joseph von Montgelas, dass der auf Napoléon Bonapartes Drängen geschlossene „Rheinbund“ die Souveränität des „Königreich Baierns“ zu stark einschränkt.


  • Eggmühl * Südlich von Eggmühl gewinnt Napoléon Bonaparte die entscheidende Schlacht gegen die Österreicher.


  • München - Wien - Tirol * Napoleon Bonaparte kann die anfangs durchaus erfolgreichen Österreicher aus Baiern herausdrängen und nach Wien vorrücken.

    Gleichzeitig befiehlt er seinem Marschall Pierre François Joseph Lefèbvre mit zwei baierischen Divisionen unter den Generälen Philipp von Wrede und Bernhard Erasmus Graf von Deroy Tirol wieder zu unterwerfen.


  • Salzburg * Salzburg wird im Namen Napoleon Bonapartes verwaltet. 

    Der französische Marschall François Joseph Lefébvre bezieht die Residenz.
    Kronprinz Ludwig I. von Baiern bewohnt das „Schloss Mirabell“


  • Wien * Napoleon Bonaparte erobert Wien. 

    Die Italienarmee des Erzherzogs Johann wird nun an der Donau gebaucht.


  • Innsbruck - Tirol * Die Divisionen Wrede und Deroy rücken kampflos in Innsbruck ein.

    Napoleon Bonaparte gibt den Befehl, General Johann Gabriel Marquis von Chasteler de Courcelles „als Räuberanführer, als Urheber der an den gefangenen Franzosen und Baiern verübten Mordtaten und als Anstifter des Tiroler Aufstandes in die Acht erklärt, vor ein Kriegsgericht zu stellen und binnen 24 Stunden zu erschießen“.

    Andreas Hofer verhandelt inzwischen am 19. in Mühlbach und am 20. in Bruneck mit General Chasteler und kann ihn zum Verbleib in Tirol überreden.


  • Tirol * Angesichts der durch Napoleon Bonaparte erklärte „Acht“ ändert General Johann Gabriel Marquis von Chasteler de Courcelles seine Meinung und gibt den Abzugsbefehl an alle in Tirol stationierten Truppen nach Lienz und von dort weiter nach Österreich.


  • Wagram * Napoleon Bonapartes Truppen schlagen am 5. und 6. Juli die Österreicher bei Wagram entscheidend.


  • Innsbruck - Bergisel * Es kommt zur vierten und letzten „Schlacht am Bergisel“.

    20.000 baierische Soldaten stehen etwa 8.500 Tirolern unter der Führung des „Sandwirts“ Andreas Hofer gegenüber. 
    Es kommt zur Schlacht, die nach knapp drei Stunden entschieden ist und die - von baierischer Seite „Rebellen“ oder „Insurgenten“ genannten - „Aufständischen“ vernichtend geschlagen werden. 

    Der Aufstand der Tiroler und die zunächst vergeblichen Versuche, Tirol zurückzuerobern, sind in den Augen Napoleons eine militärische Schande, die seinen Ruf als unbesiegbaren Feldherrn beschädigt.
    Dies führt dazu, dass der Franzose eine Teilung für notwendig erachtet.

    Die Südtiroler nehmen an den Kämpfen nicht mehr teil.
    Rund einhundert Abgeordnete versammeln sich in Bozen, beschließen die Niederlegung der Waffen und informieren Andreas Hofer darüber.


  • Tirol * Ein französischer Offizier mit wichtigen Schriftstücken wird von den Tiroler „Rebellen“ gefangen genommen.

    Die Dokumente enthalten eindeutige Beweise über die Richtigkeit des  „Schönbrunner Friedens“, die auch die hartnäckigsten Zweifler überzeugen. 

    Die Versammelten beschließen ein „Unterwerfungsschreiben“ an Napoleons Adoptivsohn Eugéne Beauharnais, dem „Vizekönig von Italien“, der auch die den Tirolern zugestellte „Friedensproklamation“ unterzeichnet hatte.


  • Hildburghausen * „Kronprinz“ Ludwig I. trifft in der kleinen „Residenzstadt“ Hildburghausen ein. 

    Er befürchtet nicht unbegründet, dass ihn Napoleon Bonaparte mit einer ihm genehmen Frau verheiraten will. Das will der junge Baier verhindern, weshalb sich selbst auf „Freiersfüßen“ begibt und eine Ehefrau sucht. 

    Er muss sich entscheiden zwischen der großen, schlanken, 17jährigen Therese und der eineinhalb Jahre jüngeren, aber „zweifellos hübscheren“ Luise.
    Er entscheidet sich für Therese.


  • Mantua * Trotz Bitten der Stadtbevölkerung von Mantua und der Interventionen des „Vizekönigs“ Eugéne Beauharnais sowie des „Kronprinzen“ Ludwig I. wird Andreas Hofer auf persönliche Weisung Napoléon Bonapartes von einem französischem „Kriegsgericht“ zum Tode verurteilt.


  • Tirol * Im „Pariser Abkommen“ wird Tirol aufgeteilt.

    Der südliche Teil Tirols wird Italien zugeschlagen.
    Napoléon Bonaparte wirft Baierns Verwaltung in Tirol Versagen vor. 

    Salzburg, Regensburg und die Markgrafschaft Bayreuth sollen an das Königreich Baiern fallen. 


  • Regensburg * Der französische General Jean Dominique de Compans übergibt - im Auftrag Napoléon Bonapartes - Regensburg an den baierischen Hofkommissar Joseph Maria Freiherr von Weichs. 


  • Tirol * Der Aufstand der Tiroler und die zunächst vergeblichen Versuche Baierns, Tirol zurück zu erobern waren in den Augen Napoleon Bonapartes eine „militärische Schande“, die seinen Ruf als unbesiegbaren Feldherrn beschädigte.

    Dies führt dazu, dass Baiern „Südtirol“ verliert, „Nordtirol“ bleibt dagegen weiterhin baierisch.

    Dem Verlust von 300.000 Einwohnern steht aber ein Zugewinn von 700.000 gegenüber, weil Baiern zusätzlich die Herrschaft über Berchtesgaden, das Innviertel und Teile des Hausruckviertels sowie über Bayreuth und Regensburg erlangt.


  • Salzburg * Napoleon Bonapartes Frankreich tritt im „Frankfurter Vertrag“ das ausgebeutete Salzburg an den baierischen König Max I. Joseph ab. 

    Mit der Eingliederung in das baierische Königreich verliert Salzburg endgültig seine territoriale Selbstständigkeit.

    Das eh schon verarmte Land wird zunächst von den Franzosen ausgepresst und dann den Baiern wegen ihrer Bündnistreue überlassen. 


  • München * Von den 30.249 baierischen Soldaten sind nur noch 68 kampffähige Soldaten übrig geblieben.

    Lediglich 2.997 Soldaten werden unversehrt in ihre Heimatdörfer zurückkehren können. 


  • Berlin - Paris * Preußen erklärt Frankreich den Krieg.
    Damit beginnen die „Befreiungskriege“.

    Nach dem gescheiterten „Russlandfeldzug“ sind in ganz Europa - und damit natürlich auch in Baiern - „Befreiungsbewegungen“ gegen Napoléon Bonaparte gewachsen.
    Es geht um die Beseitigung der französischen Vorherrschaft und Fremdherrschaft in Europa. 


  • Leipzig * Die Völkerschlacht bei Leipzig beginnt als Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege gegen Napoleon. Sie dauert bis zum vom 19. Oktober 1813. Dabei kämpfen die Truppen der Verbündeten Österreich, Preußen, Russland, Schweden und Baiern gegen die französischen Truppen.

    Die Verbündeten bringen Napoleon Bonaparte die entscheidende Niederlage bei, die ihn zwingt, sich mit der verbliebenen Restarmee und ohne Verbündete aus Deutschland zurückzuziehen. In dieser wahrscheinlich größten Schlacht der Weltgeschichte werden von den rund 600.000 beteiligten Soldaten 92.000 getötet oder verwundet.


  • Brienne-le-Château * Bei Brienne-le-Château sur Aube kämpft die „Große Armee“ - mit Beteiligung Baierischer Truppen unter dem Befehl von „General“ Carl Philipp Joseph von Wrede - gegen die Napoléonischen Streitkräfte. 

    Die Schlacht endet mit einem Sieg Frankreichs unter Napoléon Bonaparte gegen die Russen, Preußen und Baiern unter „Generalfeldmarschall“ Gebhard Leberecht von Blücher.

    Der Name des Schlachtortes findet sich seit 1826 in der „Brienner Straße“ wieder.
    Diese hieß zuvor Königsstraße beziehungsweise ab dem „Königsplatz“ Kronprinzenstraße und ist aus dem ehemaligen „Fürstenweg“ nach Nymphenburg entstanden.


  • La Rothière * Die „Schlacht bei La Rothière“ findet im Tal der Aube südlich von Brienne statt. 

    Sie steht in engem Zusammenhang mit der „Schlacht von Brienne-le-Château“, die drei Tage zuvor mit einem Rückzug der Koalitionstruppen endete. 

    Das beherzte Eingreifen des baierisch-österreichischen Korps unter „General“ Carl Philipp Joseph von Wrede hat dazu beigetragen, dass Napoléon Bonaparte um 21 Uhr den Befehl zum Rückzug gibt. 


  • Arcis-sur-Aube * Die „Schlacht von Arcis-sur-Aube“ stellt sich für Napoleon Bonaparte nahezu aussichtslos dar, da er einen Mehrfrontenkrieg gegen Russland, Preußen, Großbritannien und Österreich führt. 

    Bei Arcis-sur-Aube muss die französische Armee mit 28.000 Mann gegen eine fast dreifach überlegene österreichische Armee unter „Generalfeldmarschall“ Karl Philipp zu Schwarzenberg mit 80.000 Mann kämpfen.
    Unter ihnen befinden sich auch baierische Truppen unter „Feldmarschall“ Carl Philipp Joseph von Wrede. 


  • Arcis-sur-Aube * Im weiteren Kampfverlauf in der „Schlacht von Arcis-sur-Aube“ ordnet Napoleon Bonaparte um 12 Uhr mittags den sofortigen Abzug seiner sämtlichen Truppen an. 

    Damit ist der Weg für die „Verbündeten“ nach Paris frei.

    Auch an diese Schlacht erinnert eine Straße in der Maxvorstadt, die „Arcisstraße“, die vor 1826 den Namen „Ludwigstraße“ trug. Die spätere „Meiserstraße“ und heutige „Katharina-von-Bora-Straße“ hieß damals noch „Amalienstraße“


  • Fontainebleau * Napoleon Bonaparte dankt in Fontainebleau (erstmals) ab. 

    Der „Rheinbund“ hat sich bereits aufgelöst.


  • Elba * Napoleon Bonaparte behält seinen Titel.
    Ihm wird die Insel Elba als Fürstentum zugewiesen.

    Mit Ludwig XVIII. wird in Frankreich das Königtum restauriert. 


  • Wien * Der „Wiener Kongress“ beginnt.  

    Im Mittelpunkt der vom österreichischen „Staatskanzler“ Fürst Clemens Menzel von Metternich geleiteten und unter starkem Einfluss des Zaren Alexander I. und England stehenden Verhandlungen steht die „Neuordnung Europas“ nach den Kriegen gegen Napoléon Bonaparte. 


  • München-Graggenau * Die künstlerische Konzeption des Max-Joseph-Denkmals liegt von Anfang an bei Kronprinz Ludwig I. und Leo von Klenze, der ein Brunnenmonument auf dem Max-Joseph-Platz vorschlägt. Das steht wiederum in einem engen Zusammenhang mit einem groß angelegten Wasserleitungs- und Brunnenprogramm, das für die Stadt eingerichtet werden soll und ihr Vorbild in dem napoleonischen Brunnenprogramm für Paris hat.


  • St. Helena * Napoleon Bonaparte, der ehemalige französische Kaiser Napoleon I., stirbt in Langwood House auf der britischen Insel Sankt Helena im Südatlantik in der Verbannung


  • München-Maxvorstadt * Der Grundstein für den „Obelisken“ auf dem Carolinenplatz wird gelegt. 

    Er ist ein Denkmal für die im „Russlandfeldzug Napoleons“ umgekommenen bayerischen Soldaten.


  • München-Maxvorstadt - Schwabing * Das „Siegestor“ wird zwei Jahre nach der Abdankung König Ludwig I. fertiggestellt.

    Es soll an die siegreichen Feldzüge der Jahre 1813 bis 1815 gegen Napoleon erinnern.
    Das „Siegestor“ ist 411.000 Gulden teuer.

© Rudolf Hartbrunner