Geschichte - Ludwig II. König

Zeitensprünge





  • München * Prinz Ludwig III. wird als Sohn des späteren Prinzregenten Luitpold und dessen Frau Auguste geboren. Er ist damit der älteste Enkel des regierenden Königs Ludwig I. und rund achteinhalb Monate älter als der als Märchenkönig berühmt gewordene Ludwig II..


  • Schloss Nymphenburg * Ludwig (II.) wird am Geburts- und Namenstag seines Großvaters, des Bayernkönigs Ludwig I., um 0:30 Uhr in Schloss Nymphenburg geboren. Sein Vater, Max II., ist zu diesem Zeitpunkt Kronprinz, seine Mutter Marie eine geborene Prinzessin von Preußen.


  • Schloss Nymphenburg * Im „Steinernen Saal“ von „Schloss Nymphenburg“ wird der spätere bayerische Thronfolger auf den Namen Otto Ludwig Friedrich Wilhelm getauft.

    Es besteht Unklarheit in der Frage, wer als „Taufpate“ fungierte.
    Eine Aussage spricht von Bayerns König Ludwig I. und seiner Gemahlin Therese, eine andere Aufzeichnung von König Otto von Griechenland und Friedrich Wilhelm IV. von Preußen.


  • München * König Ludwig I. dankt ab und übergibt die Bayerische Krone an seinen Sohn Maximilian II..
    Sein Enkel Ludwig (II.) wird dadurch „Kronprinz“.

    Auch wenn sich Max II. nach Außen hin als Musterbild eines bürgernahen, konstitutionellen Staatsoberhauptes darstellt so plagt ihn zeitlebens die Furcht, dass ihm von seinem Volk ein ähnliches oder gar schlimmeres Schicksal bereitet werden könnte, wie seinem abgedankten Vater Ludwig I..

    Die revolutionären Begleitumstände, die König Max II. auf den Thron verhalfen und seinen Vater vom selben stießen, haben den neuernannten Bayernherrscher geradezu traumatisch geprägt.
    Er fühlt sich, nachdem auch das Militär auf die Verfassung vereidigt worden ist, „schutzlos der Demokratie preisgegeben“.

    Doch nachdem sich die revolutionäre Situation wieder beruhigt hat, kann König Max II. seine politischen Visionen endlich in die Tat umsetzen.

    Dazu gehören auch Maßnahmen zur Förderung einer bayerisch-monarchischen Gesinnung.
    Greifbare Formen nehmen das „Athenäum-Projekt” und der Bau des „Prachtboulevards“ an.


  • München * Prinz Otto Wilhelm Luitpold Adalbert Waldemar, der jüngere Bruder des „Kronprinzen“ Ludwig II., der spätere König Otto I. von Bayern, wird geboren. 


  • München-Au * Das Irrenhaus Giesing wird in die Hochau verlegt, wo die Kreisirrenanstalt eröffnet hat. Sie steht später auch unter der Leitung des Obermedizinalrats Dr. Bernhard von Gudden, dem Gutachter König Ludwig II., und gilt über eine lange Zeit als Musteranstalt. 

    Mit der Eröffnung der Kreisirrenanstalt nutzt man die Gebäude am Kolumbusplatz für das St.-Nikolai-Spital für Unheilbare, das vorher am Gasteig stand. König Max II. hatte zuvor das Leprosenhaus am Gasteig erworben, das mittlerweile den Namen Spital der Unheilbaren erhalten hat, um es in den Maximiliansanlagen aufgehen zu lassen. Der Magistrat der Stadt muss daraufhin die aufgelassene Irrenanstalt in Untergiesing - zur Unterbringung der Unheilbaren - kaufen.


  • München-Graggenau * Der 15-jährige bayerische Kronprinz Ludwig erlebt die Münchner „Lohengrin“-Aufführung. 

    Damit wird der Grundstein für seine schwärmerische Begeisterung für Richard Wagner und dessen Musikwelt gelegt.
    Es heißt, dieser Abend sei Ludwigs „wahrer Geburtstag“ gewesen.


  • München-Graggenau * Kronprinz Ludwig II. erlebt Ludwig Schnorr von Carolsfeld in der Titelrolle des Lohengrin.


  • München * Kronprinz Ludwig II. wohnt der Aufführung der Wagner-Oper „Tannhäuser“ bei.


  • Königssee - Sankt Bartholomä * An seinem 17. Geburtstag wird „Kronprinz“ Ludwig II. in der Kirche „Sankt Bartholomä“ am Königssee in den „Hubertusritterorden“ aufgenommen.


  • Schloss Hohenschwangau * Seinen 18. Geburtstag und damit seine Volljährigkeit feiert Kronprinz Ludwig II. auf Schloss Hohenschwangau.


  • München-Graggenau * Kronprinz Ludwig [II.] bezieht mit seinen Erziehern die „Kronprinzen-Appartements“ im „Festsaalbau“ der „Residenz“


  • Berchtesgaden * „Kronprinz“ Ludwig II. leistet in Berchtesgaden den Eid auf die „Bayerische Verfassung“.


  • München * Kronprinz Ludwig II. will an Richard Wagner schreiben, setzt seinen Entschluss aber erst vier Monate später in die Tat um.


  • München-Obergiesing * Die neue „Heilig- Kreuz-Kirche“ wird nach Plänen von Georg von Dollmann gebaut.
    Den entscheidenden Einfluss auf die architektonische Gestaltung des Kirchenneubaus übt jedoch der Ex-König Ludwig I. aus, der achtzehn Jahre zuvor seiner Ämter enthoben worden ist.

    Er ist nicht nur während der Planungsphase und des ersten Bauabschnitts der potenteste Finanzier, sondern bestimmt auch den Architekten: den „königlich bayerischen Hofbaurat“ und Schwiegersohn von Leo von Klenze, Georg von Dollmann.
    Dieser hatte für den pensionierten König den Ausbau der assyrischen Abteilung in der „Glyptothek“ und einen großen Teil der „Befreiungshalle“ ausgeführt. Dollmann ist Betriebsingenieur der „kgl. bay. Staatsbahn“ und wirkt als Baumeister König Ludwigs II. bei der Projektierung seiner Schlösser mit.


  • München - München-Kreuzviertel * König Max II. stirbt nach kurzer Krankheit.  

    Seine Grabstätte befindet sich in der „Fürstengruft“ der „Theatinerkirche“ in München.  

    Ihm folgt der 18jährige Ludwig II. auf dem Thron.  
    Er wird noch am gleichen Tag zum König proklamiert.


  • München * Nach dem Tod seines Vaters, König Max II., wird Kronprinz Ludwig II. zum König der Bayern.  

    Um 10 Uhr vormittags leistet er seinen Eid auf die Verfassung.


  • München-Kreuzviertel - München * Der verstorbene König Max II. wird bestattet. 

    König Ludwig II. tritt erstmals in der Öffentlichkeit auf.


  • München-Graggenau * König Ludwig II. beauftragt die Neuausstattung der „Königswohnung“ in der „Residenz“.  
    Dabei handelt es sich jedoch lediglich um die Anschaffung neuer Möbel und um Tapeziererarbeiten.  

    Gleichzeitig werden die Planungen für einen neuen „Wintergarten“ in die Wege geleitet.


  • München * Eine der ersten Taten des jungen Bayernskönigs Ludwig II. ist die Berufung Richard Wagners nach München. 

    Kabinettssekretär Franz Seraph von Pfistermeister muss sich - nur einen Monat nach Ludwigs Thronbesteigung - mit dem schwierigen Auftrag aus München abreisen, den verehrten Musiker ausfindig zu machen und ihn zum König zu bringen. Der hoch verschuldete Komponist ist - wieder einmal pleite - mit unbekanntem Ziel abgereist, denn in Wien und der Schweiz verfolgen ihn die Gläubiger so sehr, dass er sich kaum mehr auf die Straße traut.

    Nach über zwei Wochen gelingt es Pfistermeister, den europaweit gesuchten Schöpfer wichtiger Musikwerke in Stuttgart aufzuspüren.


  • Stuttgart * „Kabinettssekretär“ Franz Seraph von Pfistermeister trifft in Stuttgart auf Richard Wagner.
    Er überreicht ihm Brief, Bild und Ring des bayerischen Königs Ludwig II.. 

    Gemeinsam reisen sie noch am gleichen Tag nach München.


  • München * Am Nachmittag treffen der Komponist Richard Wagner und der fast dreißig Jahre jüngere Bayernkönig Ludwig II. das erste Mal zusammen. 

    Mit der Anstellung am bayerischen Hof endet für Wagner die Zeit der Schulden und seine schier ausweglose finanzielle Notlage.

    König Ludwig II. verspricht Richard Wagner in einem Brief:

    „Seien Sie überzeugt, ich will alles tun, was irgend in meinen Kräften steht, um Sie für vergangenes Leid zu entschädigen, die niedrigen Sorgen des Alltagslebens will ich von Ihrem Haupte auf immer verscheuchen, die ersehnte Ruhe will ich Ihnen bereiten, damit Sie im reinen Äther Ihrer wonnevollen Kunst die mächtigen Schwingen Ihres Genius ungestört entfalten können!“ 

    Die Großzügigkeit des Wittelsbachers gegenüber den von ihm vergötterten Komponisten kennt keine Grenzen: 

    • Der Musiker erhält ein Jahresgehalt von 4.000 Gulden, was dem Gehalt eines „Ministerialrats“ nach achtzehn Dienstjahren entspricht. 
    • Als „öffentlichen Beweis der königlichen Freundschaft“ erhält Richard Wagner vom bayerischen Regenten die Gartenvilla an der Brienner Straße 18 (heute Haus Nr. 37) mietfrei gestellt.
    • Und er bekommt darüber hinaus 16.000 Gulden, womit er seine in Wien hinterlassenen Schulden begleichen kann.
    • Und weil das immer noch nicht reicht, verlangt der Neu-Münchner einen Vorschuss von 30.000 Gulden für die Fertigstellung des „Rings der Nibelungen“, obwohl er die „Partituren“ bereits anderweitig verkauft hat.
    • Er bekommt den Vorschuss, wenn auch nur in Raten.
    • Daneben eröffnet der König dem Musiker die Aussicht, für sein „unvergleichliches Werk“ - wie es der König nennt - eine eigene Spielstätte errichten zu können. 

  • München * König Ludwig II. weist sein „Hofsekretariat“ an, Richard Wagner ein Jahresgehalt von 4.000 Gulden zu bezahlen. 

    Um keine „Neiddiskussion“ hochkommen zu lassen, wird gegenüber der Öffentlichkeit nur ein Jahresgehalt von 1.200 Gulden angegeben. 

    Zusätzlich erhält der Musiker ein ganzes Jahresgehalt „zur Bestreitung der Übersiedelung zur Verfügung“ gestellt.


  • Kempfenhausen * Richard Wagner bezieht das Landhaus des Gastwirts Pellet in Kempfenhausen am Starnberger See, das Ludwig II. für ihn gemietet hat. 

    Fast drei Wochen lang trifft er täglich mit dem König auf Schloss Berg zusammen. Der Aufenthalt dauert bis zum 27. September.


  • München * König Ludwig II. schenkt Richard Wagner zu dessen 51. Geburtstag sein von Friedrich Dürck gemaltes Porträt in Generalsuniform.


  • Starnberger See * Als König Ludwig II. nach München zurückkehrt, bleibt Richard Wagner bis Oktober am Starnberger See, fährt aber öfter zu Audienzen nach München.


  • München - Wien * Richard Wagner fährt nach Wien, um dort seine Schulden zu begleichen. Dazu werden ihm aus der Kabinettskasse 16.000 Gulden zur Verfügung gestellt. Mit einem Schlag ist der Musiker von seinen Geldsorgen befreit.


  • Schloss Hohenschwangau * Richard Wagner besucht König Ludwig II. an dessen 19. Geburtstag auf Schloss Hohenschwangau“


  • München-Maxvorstadt * Richard Wagner mietet für sich das Haus in der Brienner Straße 21, nahe der Propyläen. Bereits bei der ersten Audienz hat der Komponist dem Märchenkönig Ludwig II. erklärt, dass er sich in München nur dann „heimisch und zur Arbeit angeregt“ fühlen kann, wenn er „ein Häuschen in einem Garten allein bewohne“.


  • München * Richard Wagners Gehalt erhöht sich stufenweise auf 8.000 Gulden.


  • München-Theresienwiese * König Ludwig II. besucht in Begleitung seines Bruders Prinz Otto das Münchner Oktoberfest


  • München-Graggenau * Unter den Fenstern der königlichen Wohnung in der Münchner Residenz wird der von Richard Wagner komponierte „Huldigungsmarsch“ zur Aufführung gebracht. Die Uraufführung dieses Werkes war ursprünglich am 25. August 1864, dem 19. Geburtstag des Märchenkönigs in Schloss Hohenschwangau geplant, musste dann aber aus verschiedenen Gründen vertagt werden.


  • München * König Ludwig II. vereinbart mit Richard Wagner die Vollendung und Aufführung des „Ring des Nibelungen“ innerhalb der nächsten drei Jahre.


  • München-Maxvorstadt * Der Komponist Richard Wagner schlägt sein Domizil in der von König Ludwig II. gemieteten Villa in der Brienner Straße 21 (heute 37) auf. 

    Der bislang total verschuldete Komponist richtet sich in dem prachtvollen Haus wie ein „orientalischer Grandsigneur“ ein. 
    Er bleibt dort bis zum 10. Dezember 1865.


  • München * Richard Wagners „Ring der Nibelungen“ geht in das Eigentum des Bayernkönigs über.


  • München-Graggenau * Der „Nibelungen-Gang“ bezeichnete neue Zugang zu den „Königsappartements“ König Ludwigs II. in der „Residenz“ wird von dem Maler und Graphiker Michael Echter mit dreißig Fresken aus dem Richard-Wagner-Zyklus „Der Ring der Nibelungen“ ausgemalt.  

    Die Arbeiten dauern bis 1866 an. 


  • München * Richard Wagners Jahresgehalt beträgt aktuell 5.000 Gulden.


  • München-Haidhausen * Dem Bayernkönig Ludwig II. schwebt ein monumentales Bauwerk für ein Festspielhaus vor. Deshalb schreibt der Monarch an Wagner, er habe „den Entschluß gefaßt, ein großes steinernes Theater erbauen zu lassen, damit die Aufführung des Ringes der Nibelungen eine vollkommene wäre“.

    König Ludwigs Vorstellungen eines Richard-Wagner-Festspielhauses in München werden jedoch von seiner unmittelbaren Umgebung und von einem großen Teil der Bevölkerung mit Skepsis beobachtet, da der prachtvolle Monumentalbau nur an wenigen Festspieltagen benutzt worden wäre. Das Interesse der Zeitzeugen am weiteren Verlauf von Gottfried Sempers Planungen ist deshalb ebenso groß wie widersprüchlich.


  • München-Graggenau * König Ludwig II. empfängt den „Architekten“ Gottfried Semper und gibt ihm einen mündlichen Planungsauftrag für ein neues Opern- und Festspielhaus. 

    Man fasst ein Terrain südlich des seit dem Jahr 1857 im Bau begriffenen „Maximilianeums“ ins Auge. 

    Da Richard Wagner aber keine sechs Jahre bis zur Fertigstellung des neuen Theaters warten will, überredet er den König, für die Zwischenzeit noch ein provisorisches, hölzernes „Theater im Glaspalast“ zu errichten, um - so die Begründung - nach Abschluss des „Nibelungen Rings“ im Sommer 1867 sofort mit den Aufführungen beginnen zu können. 

    Doch damit wäre die Nutzung des „Glaspalastes“ als Ausstellungsort massiv eingeschränkt worden, weshalb nun zusätzliche Gegner des Projekts auf den Plan treten.


  • München * Ohne Berücksichtigung der Kosten für die Sachgeschenke von Ludwig II. an Wagner betragen die im Jahr 1864 getätigten baren Zahlungen aus der königlichen „Kabinettskasse“ an Richard Wagner insgesamt 42.333 Gulden und 20 Kreuzer. 

    Dem König stehen etwa 300.000 Gulden zur freien Verfügung. 


  • München-Maxvorstadt * Auf Wunsch König Ludwigs II. wird Richard Wagners Wohnhaus an der Brienner Straße 21 von der „Kabinettskasse“ angekauft und dem Komponisten kostenlos zur Verfügung gestellt.


  • München * Es kommt zur „Schweinehunde-Affäre“, nachdem Hans von Bülow bei einer der letzten Proben zu „Tristan und Isolde“ äußert: „Nun ja, was liegt denn daran, ob dreißig Schweinehunde mehr oder weniger hereingehen!“.

    Bülow will eigentlich nur durch die Entfernung von Sperrsitzen eine Vergrößerung des Orchesterraumes erzielen.
    Doch er vergreift sich derart im Ton, dass ihn sogar König Ludwig II. in einem persönlichem Brief rügt. 

    Auch die bayerische Presse ist empört und kocht die Emotionen hoch.


  • München * Hans von Bülow veröffentlicht eine Gegendarstellung.

    In dieser stellt er klar, dass es sich bei dem von ihm im Ärger geäußerten Satz keinesfalls um eine „Gesammt-Verunglimpfung des gebildeten Münchner Publikums“ handelt, sondern er damit jene Theaterbesucher meint, „welche verdächtig sind, an den in Wort und Schrift gegen den hochverehrten Meister [Richard Wagner] gesponnenen Verleumdungen und Intrigen Teil genommen zu haben“.
    Doch trotz aller Entschuldigungen bleibt die „Schweinehunde-Affäre“ an Hans von Bülow haften. 

    Der „Neue Bayerische Courier“ bezieht am schärfsten Stellung gegen Hans von Bülow und  wiederholt am 9., 11., 12. und 13. Mai: „Hans v. Bülow ist noch hier“


  • München * Die ursprünglich für den 15. Mai 1865 angesetzte Premiere von Tristan und Isolde muss wegen „plötzlich eingetretener Heiserkeit“ von Frau Malvina Schnorr von Carolsfeld abgesagt werden.

    Wieder schlägt die Stimmung um, was in Josephine Kaulbachs Brief deutlich zum Ausdruck kommt: „Was soll ich Ihnen noch erzählen? von unseren Freunden? oder von der Zukunftsmusik, oder von den Schweinehunden des Herrn von Bülow?

    Die letztere Geschichte hat eine größere Bedeutung gewonnen, wie man sich's erwartete; seit der Lola-Geschichte waren die Münchner nicht mehr so in Wuth. (...) Ich sage Ihnen, es ist toll, wie das hier getrieben wird, für und gegen Wagner. - Die Fama wächst zu einem hundertköpfigen Ungeheuer, der Wagner-Cultus wird zu einem Ekel; der junge König an der Spitze tauft alles, was ihn umgibt, in Tristan und Isolde um“.


  • München-Graggenau * Im Hof- und Nationaltheater wird Richard Wagners „Tristan und Isolde“ uraufgeführt. Auch hier führt Hans von Bülow den Dirigentenstab. Die Oper ist ein weiterer Höhepunkt im Leben des Komponisten.

    Die Frankfurter Rundschau schreibt darüber:„Das schönste und erhabenste Werk, welches die Welt besitzt“. Dagegen meint Der Volksbote, eine bayerische Provinzzeitung: „Musik ein Tollsinn, Text ein Unsinn, das Ganze ein Irrsinn“. Doch der Märchenkönig ist wieder einmal begeistert.

    Wegen der „Schweinehunde-Affäre“ und den deshalb befürchteten Ausschreitungen befindet sich die Polizei im Zuschauerraum.


  • München-Graggenau * Tristan und Isolde wird im Hof- und Nationaltheater zum dritten Mal aufgeführt. König Ludwig II. wohnt der Aufführung nicht bei, da er die Anwesenheit seines Onkels und Taufpaten Otto, des entthronten Königs von Griechenland, und seines Onkels Luitpold, dem späteren Prinzregenten“ in seiner Loge als störend empfindet.


  • München-Graggenau * Da König Ludwig II. die Aufführung von „Tristan und Isolde“ am 19. Juni nicht miterleben wollte, ordnet er einen vierten Termin an. Er hatte die Anwesenheit seines Onkels und Taufpaten Otto, des entthronten Königs von Griechenland, und seines Onkels Luitpold, dem späteren Prinzregenten, in seiner Loge als störend empfunden. 

    Für die Zusatzaufführung muss Ludwig II. extra beim sächsischen König eine Verlängerung des Urlaubs für das Ehepaar Schnorr von Carolsfeld erwirken. 


  • München * Die Richard-Wagner-Oper „Der fliegende Holländer“ mit Ludwig Schnorr von Carolsfeld als Erik wird in München aufgeführt. König Ludwig II. fährt zu jeder Aufführung im Sonderzug von Starnberg nach München und wieder zurück.


  • Dresden * Ludwig Schnorr von Carolsfeld stirbt plötzlich und unerwartet in Dresden.

    Lange hält sich das - auch von Malvine Schnorr von Carolsfeld verbreitete - Gerücht, dass der Sänger „infolge der Anstrengung des Tristan, namentlich der 4ten Aufführung, sein Leben lassen musste“.


  • München * König Ludwig II. befiehlt die Schließung des Münchner Konservatoriums als Vorbedingung für die von Richard Wagner geplante Deutsche Musikschule.


  • München * Nach dem unerwarteten Tod von Ludwig Schnorr von Carolsfeld will Richard Wagner die Oper „Tristan und Isolde“ nie mehr aufführen. Doch König Ludwig II. besteht auf eine Wiederaufnahme der Oper.


  • Walchensee * Richard Wagner besucht König Ludwig II. auf der „Hochkopfhütte“ über dem Walchensee.


  • Alpsee * Zum 20. Geburtstag von König Ludwig II. wird am Alpsee eine Szene aus der Wagner-Oper Lohengrin - und zwar die Ankunft der Gralsritter am Ufer der Schelde - inszeniert.


  • München * Richard Wagner mischt sich immer mehr in die bayerische Politik ein.

    Für König Ludwig II. verfasst er ein Pamphlet mit dem Titel „Was ist deutsch?“. In diesem fordert er die Gründung einer neuen politischen Zeitschrift und den Aufbau einer bayerischen „Volksmiliz“


  • München-Theresienwiese * König Ludwig II. besucht das Münchner Oktoberfest in Begleitung seines Bruders Prinz Otto. 


  • München * Richard Wagner fordert von König Ludwig II. 200.000 Gulden. Davon 40.000 sofort und 160.000 Gulden als Anlage auf Lebenszeit bei einer jährlichen Verzinsung von fünf Prozent.


  • München * Der Bayernkönig Ludwig II. bewilligt dem Komponisten Richard Wagner die geforderten 40.000 Gulden und darüber hinaus ein Jahresgehalt von 8.000 Gulden.

    Diese Summe entspricht exakt der fünfprozentigen Verzinsung, ist aber kündbar.

    Da für die 40.000 Gulden angeblich keine Scheine verfügbar sind, wird das Geld in Silbermünzen ausbezahlt.
    Cosima von Bülow lässt daraufhin das Münzgeld mit zwei Kutschen in die Brienner Straße 21 bringen.


  • Schloss Hohenschwangau * Zwischen dem 11. und dem 18. November hält sich Richard Wagner bei Ludwig II. in „Schloss Hohenschwangau“ auf.

    Während diesen ausdauernden Gesprächen fordert Wagner die Entlassung seiner Widersacher, des „Königlichen Kabinettssekretärs“ Franz Seraph von Pfistermeister und des bayerischen „Ministerpräsidenten“ Ludwig von der Pfordten. 
    Respektlos spricht der Komponist von „Pfi“ und „Pfo“

    Wagner will, dass König Ludwig II. ein neues „Kabinett“ bildet.


  • München * Wieder in München zurück, schickt Richard Wagner sein Gedicht „Abschiedsthränen“ an Ludwig II..


  • München * In einem Brief schlägt Richard Wagner dem König vor, den Kabinettssekretärs Franz Seraph von Pfistermeister durch Max von Neumayr und den bayerischen Ministerpräsidenten Ludwig von der Pfordten durch Ludwig von Edelsheim zu ersetzen.
    Der König wird die Entlassungen erst im Oktober 1866 umsetzen. Nun kommt es zum Eklat.

    Denn durch sein massives Einmischen in die bayerischen Staatsangelegenheiten hat Richard Wagner den Bogen endgültig überspannt. Der Komponist, der wie kaum ein anderer Zugang zum König hat, wird von der Regierung sowieso mit großem Misstrauen beobachtet. Nun stellt der Ministerrat dem König ein Ultimatum. Ludwig II. habe zu wählen „zwischen der Liebe und Verehrung Ihres treuen Volkes und der Freundschaft Richard Wagners“

    Eine breite öffentliche Opposition gegen den Komponisten hat sich gebildet. Sie wirft Richard Wagner vor, er halte den König von den Regierungsgeschäften ab und beanspruche die Kabinettskasse übermäßig.

    Bald darauf übergeben Münchner Bürger 810 Unterschriften mit der Forderung der Landesverweisung des Komponisten Richard Wagner an den „Kabinettssekretär“ Franz Seraph von Pfistermeister.


  • München * Nachdem 810 Münchner Bürger schriftlich die „Landesverweisung des Komponisten“ forderten, muss König Ludwig II. Richard Wagner einen Abschiedsbrief schreiben. 

    Die Abreise Wagners aus München sollte nur ein „Abschied auf Zeit“ sein.
    Wenn sich die Gemüter wieder etwas beruhigt hätten, könnte er ja wieder nach München zurückkehren.

    Aus diesem Grund erhält der Komponist auch weiterhin sein Jahresgehalt von 8.000 Gulden, was dem Doppelten einer „Ministerpension“ entspricht.


  • München * König Ludwig II. will erstmals zugunsten seines Bruders abdanken und sich zu Richard Wagner in die Schweiz begeben. 


  • München * Die Unruhe- und Angstzustände des 17-jährigen Bayernprinzen Otto bleiben in der königlichen Familie nicht unbemerkt. 

    Die Königinmutter wird aber von den Ärzten beruhigt, da es sich lediglich um ein „Jugendirresein“ handle, das von selbst wieder vergeht. 


  • München * König Ludwig II. ernennt Malvina Schnorr von Carolsfeld zur „Kammersängerin“ mit einem Jahresgehalt von 2.000 Gulden „ohne ausdrückliche Verpflichtung ihrerseits für irgend eine Gegenleistung".


  • München-Graggenau * König Ludwig II. lässt nach seiner Verlobung mit Herzogin Sophie Charlotte in Bayern die „Unteren Hofgartenzimmer“ in der „Residenz“ für die künftige Königin reicher ausgestalten.  

    Zusätzlich dazu lässt er eine Wendeltreppe, die von seinem „Arbeitszimmer“ direkt in das künftige „Königinnen-Appartement“ führt, anlegen. 


  • München * Der bayerische „Ministerrat“ beantragt beim König die „Mobilmachung“.

    Ludwig II. will daraufhin zugunsten seines Bruders Otto abdanken. 


  • München * König Ludwig II. befiehlt die „Mobilmachung“ für den 22. Juni. 


  • Triebschen * König Ludwig II. und Richard Wagner treffen zu dessen Geburtstag erstmals nach seinem Weggang aus München in Triebschen in der Schweiz wieder aufeinander. Die Begegnung dauert bis zum 24. Mai. 


  • München-Graggenau * König Ludwig II. eröffnete den 22. Landtag im Thronsaal der Residenz. Er will zur Eröffnung des Landtags eine Rede zu halten, in der er  

    • Bayerns Eintreten für ein frei gewähltes Parlament befürwortet,  
    • die Volksbewaffnung anstelle eines stehenden Heeres empfiehlt und  
    • die Militärgerichtsbarkeit abschaffen will.  

    Der Bayerische Ministerrat kann gerade noch rechtzeitig die eindeutig auf Richard Wagner zurückgehenden radikaldemokratischen Vorschläge aus der Thronrede streichen.


  • Dresden - München * Der Architekt Gottfried Semper stellt eine Anfrage an das Kabinett des bayerischen Königs, ob er die Pläne für das Richard-Wagner-Festspielhaus, die „seit mehreren Monaten zur Vorlage fertig“ wären, schicken soll. 


  • München - Berlin - Roseninsel * Der Deutsche Bund beschließt den Krieg gegen PreußenKönig Ludwig II. verbringt diese für Bayern schwierigen Tage mit seinem Adjudanten Paul Fürst von Thurn und Taxis auf der Roseninsel im Starnberger See, wo er „zu seiner Zerstreuung Feuerwerke abbrennen ließ und bei künstlichem Mondschein Vergessen suchte“


  • München * Mobilmachung der bayerischen Truppen gegen Preußen. 


  • Bamberg * König Ludwig II. besucht die bayerischen Truppen in Bamberg. 


  • München-Kreuzviertel * Obwohl ihn die Verfassung dazu nicht zwingt, legt König Ludwig II. den „Friedensvertrag“ dem „Landtag“ vor.

    Nach einer teilweise hitzigen Debatte wird der „bayerisch-preußische Friedensvertrag“ schließlich von beiden „Kammern“ gebilligt.  

    An diesem Tag werden sowohl der „Friedensvertrag“ als auch das „geheime Schutz- und Trutzbündnis“ unterzeichnet, das Bayern verpflichtet, Preußen im Fall des Angriffs einer auswärtigen Macht durch die Unterstellung der bayerischen Armee unter preußischem Oberbefehl zu unterstützen. 


  • München * König Ludwig II. entlässt seinen „Kabinettssekretär“ Franz Seraph von Pfistermeister und den „Ministerpräsidenten“ Ludwig von der Pfordten. 

    Richard Wagner nannte die Beiden respektlos „Pfi“ und „Pfo“.
    Nun hatte er seine späte Rache. 


  • München * Richard Wagner fordert von König Ludwig II. die Ausweisung der „Kammersängerin“ Malvina Schnorr von Carolsfeld.

    Sie hat das eheähnliche Zusammenleben von Wagner und Cosima von Bülow kritisiert.


  • München-Graggenau * Prinz Otto fühlt sich bei einer Teegesellschaft seiner Mutter grundlos provoziert und fordert eine dritte Person zum Duell.  

    König Ludwig II. schließt eine eventuelle Thronfolge seines Bruders aus. 


  • München-Graggenau * König Ludwig II. lässt die „Nibelungensäle“ im „Königsbau“ der Residenz fertigstellen.  

    Im „Saal der Klage“ fehlen noch zwei Bilder, die jetzt - 40 Jahre nach Beginn der Malerarbeiten -  von dem Maler und Graphiker Michael Echter ergänzt werden.  

    Auf dem Bild gegenüber dem Eingang gibt der Maler dem lorbeerbekränzten Dicchter des „Nibelungenliedes“ die Gesichtszüge Ludwigs I..  
    Dem daneben stehenden jungen Sänger im roten Mantel gibt er das Aussehen König Ludwigs II.. 


  • München * Malvina Schnorr von Carolsfeld erhält von König Ludwig II. eine Aufforderung zur umgehenden Ausreise aus Bayern. 

    Falls sie dieser Anordnung nicht innerhalb von zwei Wochen nachkommt, soll ihr der „verliehene Jahresbezug von 2.000 fl. sofort sistirt“ werden.


  • München * Gottfried Semper zeigt dem König das Modell des Festspielhauses. Der Monarch ist derart angetan, dass er dem Architekten per Handschlag nicht nur den Auftrag zum Bau erteilt, sondern ihn auch einlädt, nach München zu übersiedeln und Oberbaurat sowie Hoftheater-Intendant zu werden.

    Da Semper den Platz auf dem rechten Isarhochufer favorisiert, steht freilich sofort die Anlage einer neuen Straße zur Debatte. Gottfried Semper schlägt dafür eine Nord- und eine Südvariante vor.

    • Erstere verlängert in leicht geknickter Form die Galeriestraße.
    • Der südliche Straßenzug, dem auch der König den Vorzug gibt, ist die Verlängerung der Brienner- und Hofgartenstraße.

    Obwohl das Bauterrain vom König nie erworben wird, fertigt Semper dafür bis Dezember 1867 die Planunterlagen an.


  • München * König Ludwig II. verlobt sich mit Sophie, der Tochter von Herzog Max in Bayern.


  • München * Das offizielle Verlobungsfoto von König Ludwig II. und seiner Großcousine Sophie Charlotte, Herzogin in Bayern entsteht im Atelier des „Hofphotographen“ Josef Albert. 


  • München * Während seines München-Aufenthalts zwischen dem 9. und 18. März begegnen sich Richard Wagner und König Ludwig II..


  • München-Graggenau * Der Hofbauinspektor Eduard von Riedel legt Pläne für die Neugestaltung der Appartements Ludwigs II. vor. Der König ist mit den Planungen nicht zufrieden und gibt die Aufgabe an Franz Seitz weiter.  

    Riedel legt auch seine Pläne für die Herstellung eines Dachpavillons auf dem Dach des Festsaalbaus vor. Der Dachgarten ist nur ein kleines, zimmergroßes Häuschen aus Eisen und Glas mit einem rechteckigen Grundriss. 


  • Starnberger See * Richard Wagner bezieht das von König Ludwig II. für ihn gemietete Haus Prestell am Starnberger See.


  • München-Graggenau * In Vertretung König Ludwigs II. wird im Beisein von Prinz Adalbert der Grundstein für das Neue Rathaus gelegt.


  • München * König Ludwig II. löst in einem Schreiben die Verlobung mit seiner Großcousine Sophie Charlotte, Herzogin in Bayern.  

    Er schreibt in sein Tagebuch:  
    „Sophie ist abgeschrieben. Das düstere Bild verweht; nach Freiheit verlangt mich, nach Freiheit dürstet mich, nach Aufleben von qualvollem Alp“.  
    Das ist ein fast wortgleiches Zitat aus Richard Wagners „Thannhäuser“


  • München * Die Auflösung der Verlobung zwischen König Ludwig II. und Sophie in Bayern vom 7. Oktober 1867 wird in München bekannt.  


  • München-Graggenau * Der „Wintergarten“ auf dem Dach des „Festsaalbaus“ für König Ludwig II. ist fertiggestellt.  

    Der Monarch plant umgehend die Erweiterung des „Dachgartens“ um 33 Fuß.


  • München * König Ludwig II. beruft Ignaz von Döllinger zum „lebenslänglichen Reichsrat der Krone Bayerns“.


  • München * In einem Brief redete Cosima von Bülow, Wagners Sekretärin und Mutter zweier gemeinsamer Kinder, König Ludwig II. den Plan zum Bau eines „Wagner-Festspielhauses“ in München aus.


  • Graggenau * Eduard von Riedel legt die Pläne für den erweiterten „Wintergarten“ König Ludwigs II. auf dem Dach des „Festsaalbaus“ vor. 


  • München * Richard Wagner erhält vom Bayernkönig Ludwig II. ein Darlehen unbekannter Höhe.


  • München * Prinz Otto wird durch seinen Bruder König Ludwig II. in den Ritterorden vom Heiligen Georg, dem Hausorden der Wittelsbacher, aufgenommen. 


  • Schloss Neuschwanstein * König Ludwig II. teilt Richard Wagner in einem Brief seinen Entschluss mit, dass er die alte Burgruine Hinterhohenschwangau bei der Pöllatschlucht neu aufbauen lassen will. Es ist das spätere Schloss Neuschwanstein.


  • Schloss Neuschwanstein * Für das „Neue Schloss Hohenschwangau“ an der Stelle der „Burgruine Hinterhohenschwangau“, dem späteren „Schloss Neuschwanstein“, beginnen mit Sprengungen und Erdarbeiten die Vorbereitungen für den Bauplatz.


  • Graggenau * König Ludwig II. gibt einen „Maurischen Kiosk“ für seinen „Wintergarten“ in der Residenz in Auftrag.  

    Er soll ähnlich dem sein, den Karl von Diebitsch für die „Pariser Weltausstellung 1867“ geliefert hatte. 


  • München-Graggenau * Der erweiterte „Wintergarten“ Ludwigs II. auf dem Dach des „Festsaalbaus“ ist fertiggestellt.  

    Der König ist noch immer nicht zufrieden.  
    Er will einen „Maurischen Kiosk“ in seinem „Dachgarten“ integriert wissen, der bereits im Herbst 1868 beauftragt wurde. 


  • München * König Ludwig II. gewährt Richard Wagner ein Darlehen in Höhe von 10.000 Gulden. 

    Dieses und jenes vom 27. März 1868 wird in jährlichen Raten in Höhe von 166 Gulden und 40 Kreuzer zurückgefordert.


  • Schloss Linderhof * Georg Dollmann legt König Ludwig II. einen Kostenvoranschlag für einen Byzantinischen Palast im Graswangtal vor. 


  • München-Graggenau * Vor seinem endgültigen Weggang aus München bringt Hofkapellmeister Hans von Bülow „Tristan und Isolde“ am 20. und 22. Juni im Nationaltheater erneut zur Aufführung.


  • München-Graggenau * Die „Königlichen Appartements“ König Ludwig II. im Pavillon des „Hofgartentrakts“ der „Residenz“ sind fertiggestellt und werden von dem Bayernmonarchen bewohnt. 


  • Schachen * Grundsteinlegung für das von Ludwig II. beauftragte „Königshaus am Schachen“.


  • Schloss Neuschwanstein * Der Grundstein für das von Ludwig II. in Auftrag gegebene Schloss Neuschwanstein wird gelegt.


  • München-Graggenau * Gegen den erklärten Willen von Richard Wagner lässt König Ludwig II. das „Rheingold“ im Hof- und Nationaltheater uraufführen.


  • München-Theresienwiese * König Ludwig II. besucht das Münchner „Oktoberfest“.


  • München-Graggenau * König Ludwig II. gibt Carl von Effner den Auftrag für einen neuen königlichen Wintergarten auf dem Dach des Festsaalbaus der Residenz, mit den Ausmaßen 69,50 x 17,20 x 9,50 Metern. Um der Längenausdehnung entgegen zu wirken, wird der Dachgarten im Süden durch einen Quertrakt erweitert. Dazu wird im Kaiserhof ein dreiachsiger Unterbau errichtet.  

    Der für den neuen Wintergarten angefertigte Maurische Pavillon [Beauftragt im Herbst 1868] findet keine Verwendung. Er wird stattdessen im Park von Schloss Berg am Starnberger See aufgestellt. 


  • München-Graggenau * Die „Königlichen Appartements“ Ludwigs II. im Pavillon des „Hofgartentrakts“ der „Residenz“ werden fotografiert. 


  • München - Berlin * König Ludwig II. befiehlt die Mobilmachung und telegraphiert seinem Vetter, dem Preußenkönig Wilhelm I.:„Mit Begeisterung werden Meine Truppen an der Seite ihres ruhmreichen Bundesgenossen für deutsches Recht und deutsche Ehre den Kampf aufnehmen“


  • München - Berlin * König Ludwig II. telegrafiert seinem Vetter, dem Preußenkönig Wilhelm I.: „Mit Begeisterung werden Meine Truppen an der Seite ihres ruhmreichen Bundesgenossen für deutsches Recht und deutsche Ehre den Kampf aufnehmen“


  • Schloss Linderhof * König Ludwig II. beauftragt einen Anbau an das Königshäuschen im Graswangtal. Das ist der Beginn der Planungen für Schloss Linderhof. 


  • München * Der „Preußische Gesandte“ Georg Freiherr von Werthern informiert den preußischen „Kanzler“ Otto von Bismarck über die Geldprobleme Ludwigs II.:  

    „Der König von Bayern ist durch Bauten und Theater in große Geldverlegenheiten geraten.  
    Sechs Millionen würden ihm sehr angenehm sein, vorausgesetzt, dass die Minister es nicht erfahren.  
    Für diese Summe würde er sich auch zur Kaiser-Proclamation und Reise nach Versailles entschließen.  
    Zweck der Reise des Grafen Holnstein ist mit Ew. Excellenz hierüber zu sprechen, doch bitte ich gehorsamst, dem Grafen diese Mitteilung zu verschweigen“


  • München * Als König Ludwig II. als Regent des zweitgrößten Königreichs dem preußischen König Wilhelm I. die „Kaiserkrone“ antragen soll, fleht ihn Prinz Otto an:  

    „Höre noch einmal meine Stimme; ich beschwöre Dich, das Schreckliche nicht zu tun!  
    Wie kann es denn für einen Herrn und König eine zwingende Gewalt geben, seine Selbstständigkeit dahinzugeben und außer Gott noch einen Höheren über sich anerkennen zu müssen! [...]  
    Mögen wir auch für den jetzigen Augenblick Vorteile und Zugeständnisse erlangen, die vielleicht von großem Umfang sind, so wiegen Sie doch gewiss nicht den hundertsten Teil von jenem Nachteil auf, den wir durch Dahingebung der Selbstständigkeit erleiden“
    .  

    Ganz schön weitblickend! 


  • München * Bayernkönig Ludwig II. schreibt den sogenannten „Kaiserbrief“ an König Wilhelm I. von Preußen.

    Darin regt er die „Wiederherstellung der deutschen Kaiserwürde“ und eines „Deutschen Reiches“ an.
    Im Namen aller Bundesfürsten trägt er dem Preußenkönig die „Kaiserkrone“, die höchste deutsche Würde, an.  

    „Oberststallmeister“ Max Graf von Holnstein hat gemeinsam mit Bismarck den Brief entworfen, den der mit Zahnschmerzen im Bett liegende Bayernkönig nur ab- und unterschreiben muss.  
    Noch am selben Tag reist Graf Holnstein nach Frankreich und überreicht dort den entscheidenden Brief an Prinz Luitpold.  

    Für diesen bayerischen „Ausverkauf“ wird König Ludwig II. allerdings persönlich mit rund fünf Millionen Mark aus Bismarcks „Welfenfond“ entschädigt. Jedenfalls wird dem König lange Zeit unterstellt, dass der „Kaiserbrief“ der noble Preis für diese „Rentenzahlung“ gewesen ist.  

    Max Graf von Holnstein, der Überbringer des Geldes und Mitbegründer der „Bayerischen Vereinsbank“, ist mit zehn Prozent an diesem Deal beteiligt. 


  • Versailles * Prinz Luitpold von Bayern übergibt den „Kaiserbrief“ im „Hauptquartier von Versailles“ an den preußischen König Wilhelm I..  

    • Der bayerische „Märchenkönig“ Ludwig II. verhält sich also gegenüber Preußen sehr loyal, muss aber - statt belohnt zu werden - bayerische Rechte an das von Preußen geführte Reich abtreten.  
    • Nichts ist es mit der erhofften Vergrößerung des Bayernlandes,  
    • nichts mit der gewünschten „alternierenden Kaiserkrone“, derzufolge dem preußischen Kaiser einer aus dem bayerischen Herrscherhaus folgen soll.  

    Ein paar „Reservatrechte“, das „Heer“, die „Post“ und die „Eisenbahn“ betreffend, bleiben den süddeutschen Verbündeten.  Ansonsten hat sie sich Bismarcks großpreußischem Staatengebilde unterzuordnen. 


  • Berlin * Nach König Ludwigs II. „Kaiserbrief“ vom 30. November 1870 reagiert „Kanzler“ Otto von Bismarck und leitet eine „Verfassungsänderung“ in die Wege, durch welche die Bezeichnung „Deutscher Bund“ in „Deutsches Reich“ und „Deutscher Kaiser“ eingeführt wird. 

    Dies geschieht auch im Einvernehmen mit der bayerischen Regierung.
    Spätestens jetzt ist es mit der „Souveränität Bayerns“ vorbei. 


  • München-Graggenau * Der „Königliche Wintergarten auf dem Festsaalbau der Münchner Residenz“ ist fertiggestellt. 


  • München-Graggenau * König Ludwig II. eröffnet den „24. Landtag“, der sich mit dem „Reichsbeitritt“ befassen muss, im „Thronsaal der Residenz“ mit einer „Thronrede“.  

    Es wird Ludwigs letzte „Landtags-Eröffnung“ gewesen sein. 


  • Versailles * Als König Wilhelm von Preußen in der „Spiegelgalerie von Schloss Versailles“ zum „Deutschen Kaiser“ ausgerufen wird, lässt sich der Bayernkönig Ludwig II. von Prinz Otto und seinem Onkel Luitpold vertreten.  

    Otto empfindet die „Kaiserproklamation“ als bedrückend.  
    Seinem Bruder klagt er: „Der deutsche Kaiser, das deutsche Reich, Bismarck, die laute preußische Begeisterung, die vielen Stiefel, das alles macht mich sehr traurig“.  

    Ein böses Gerücht macht die Runde, in dem Otto nachgesagt wird, er hätte während der „Proklamation“ zu Versailles „infolge einer plötzlichen Diarrhöe ein degoutantes Malheur gehabt“.  
    Das heißt, er hat - aus ohnmächtiger Enttäuschung und Widerwillen, vielleicht aber auch schon als Folge seiner geistigen Zerrüttung - in die Hose gemacht.  
    In Bayern geht der Satz um: „Otto hat auf Preußens Kaiserkrone geschissen!“ 


  • München * König Ludwig II. setzt mit seiner Unterschrift die Beitritts-Verträge rückwirkend zum 1. Januar 1871 in Kraft.  

    Doch trotz aller Zugeständnisse bedeutete die „Reichsgründung“ für Bayern und seinen König  

    • eine deutliche Einschränkung der Souveränität,  
    • den Verlust der staatsrechtlichen Unabhängigkeit und  
    • eine Unterstellung der Monarchie der Wittelsbacher unter die Vorherrschaft der Hohenzollern. 

  • Deutsches Reich - Königreich Bayern * Die „Reichsverfassung“ wird rechtskräftig.

    Das „Zweite Deutsche Kaiserreich“ ist ein „Bundesstaat“, dem - unter preußischer „Hegemonie“ - 25 Einzelstaaten angehören.   Der preußische „Ministerpräsident“ ist gleichzeitig „Reichskanzler“.

    Das „Deutsche Reich“ ist nach der „Präambel“ seiner Verfassung ein „ewiger Bund zum Schutze des deutschen Bundesgebietes und des innerhalb desselben gültigen Rechtes, sowie zur Pflege der Wohlfahrt des Deutschen Volkes“.

    Diesen „Bund“ schließen die 22 Repräsentanten:

    • der vier „Königreiche“ Preußen, Bayern, Württemberg und Sachsen;  
    • der sechs „Großherzogtümer“ Baden, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, Hessen-Darmstadt, Oldenburg und Sachsen-Weimar;  
    • der fünf „Herzogtümer“ Braunschweig, Anhalt, Sachsen-Coburg-Gotha, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Altenburg;  
    • der sieben „Fürstentümer“ Schwarzburg-Sonderhausen, Schwarzburg-Rudolstadt, Waldeck, Reuss ältere Linie, Reuss jüngere Linie, Lippe-Detmold und Schaumburg-Lippe,
    • des „mitregierten Reichslandes“ Elsass-Lothringen sowie
    • der „Regierenden Bürgermeister“ der drei „Freien Städte“ Hamburg, Bremen und Lübeck.

    Dieser „Bundesstaat“ wird durch zwei Institutionen - „Bundesrat“ und „Reichstag“ - repräsentiert.

    Verfassungsrechtlich ist der „Bundesrat“ das höchste „Reichsorgan“, in dem Preußen aufgrund seiner Größe und seiner hegemonialen Stellung dominiert.
    In diesem Gremium sind die einzelnen Länder entsprechend ihrer Größe mit unterschiedlichen Stimmenzahlen ausgestattet vertreten:
    Preußen 17, Bayern 6, Sachsen und Württemberg je 4, Baden und Hessen je 3, die kleineren je 2 oder 1 - insgesamt 58 Stimmen.  

    Bis im Rahmen der „Reichsgründung“ auch in Bayern das metrische Maß eingeführt wird, fasst die „Bayerische Mass“ 1.069 Kubikzentimeter.  

    Durch die „Preußische Maß- und Gewichtsordnung“ wird das „Bayerische Maaß“ abgeschafft.
    Als gesamtdeutsche Maßeinheit gilt nun der Liter.
    Und dieser ist auf 1.000 Kubikzentimeter festgelegt worden.


  • München * Prinz Otto, König Ludwigs II. Bruder, steht unter ärztlicher Überwachung. 

    Sein Krankheitsbild wird bald darauf von „Syphilis“ in „Paranoia“ abgeändert.


  • Oberammergau * Separatvorstellung des Oberammergauer Passionsspieles für König Ludwig II..


  • München * König Ludwig II. und seine Mutter wollen Prinz Otto keinesfalls in eine Heilanstalt einweisen lassen, sondern ihn auf Gütern der Familie vor der Öffentlichkeit fernhalten.


  • München-Graggenau - Schloss Nymphenburg * Prinz Otto wird - gegen seinen Willen - auf Anordnung seines Bruders König Ludwig II. aus der „Residenz“ entfernt und nach „Schloss Nymphenburg“ gebracht, wo er im südlichen Pavillon „isoliert“ wird. 


  • Bayreuth * Was in München nicht gelingt, glückt in Bayreuth. 
    Der Grundstein für das „Festspielhaus auf dem Grünen Hügel“ wird gelegt.
    Doch schnell steht das Projekt vor dem Ruin.

    Da schreibt König Ludwig II.: „Nein! Nein und wieder nein! So soll es nicht enden; es muß geholfen werden“ und schickt 100.000 Mark nach Bayreuth. 
    Wagner bedankt sich bei seinem königlichen Gönner mit den Worten: „Oh, mein huldvoller König! Blicken Sie nur auf alle deutschen Fürsten, so erkennen Sie, daß nur Sie es sind, auf welchen der deutsche Geist noch hoffend blickt!“

    Nachdem die ersten Festspiele mit Schulden in Höhe von 148.000 Mark enden, greift der König wiederholt in die Tasche und unterstützt den Musiker, obwohl er dem „Meister“ schon zuvor 25.000 Mark zur Fertigstellung seiner „Villa Wahnfried“ überlassen hat.

    Die Großzügigkeit Ludwigs II. gegenüber dem von ihm vergötterten Musiker ist grenzenlos.
    Mit insgesamt 562.914 Mark greift Ludwig II. dem Komponisten unter die Arme, um die Vollendung des
    „Rings des Nibelungen“, der „Meistersinger“ und des „Parsifal“ zu sichern und ihm auch weiterhin einen luxuriösen Lebensstil zu ermöglichen.

    Aus Ludwigs Sicht ist das Geld gut investiert, denn: „Die Töne Ihrer Werke sind meine Lebensluft, ich kann sie nicht entbehren“ schreibt der Monarch an den „Meister“.


  • München-Graggenau * Im Residenztheater wird mit dem Lustspiel „Die Gräfin du Barry“ die erste offizielle Separatvorstellung für König Ludwig II. aufgeführt. Weitere 208 werden folgen.

    Zwischen dem 6. Mai 1872 und dem 12. Mai 1885 hat das Residenztheater, vom Oktober 1873 an auch das Hof- und Nationaltheater, exklusiv für den Märchenkönig 154 Schauspielvorführungen, 44 Opern- und elf Ballettaufführungen angesetzt. Dabei entgehen den genannten Schauspielhäusern etwa 200.000 Mark an Einnahmen.

    Der König erklärt dem Intendanten Ernst Possart zur Begründung:
    „Ich kann keine Illusion im Theater haben, solange die Leute mich unausgesetzt anstarren und mit ihren Operngläsern jede meiner Minen verfolgen. Ich will selbst schauen, aber kein Schauobjekt für die Menge sein“.


  • München * König Ludwig II. ernennt Ignaz von Döllinger zum „Präsidenten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften“.

    Die „Universitäten“ Oxford, Edinburgh, Wien und Marburg verliehen ihm die „Ehrendoktorwürde“.


  • München * König Ludwig II. spielt mit dem Gedanken der Abdankung und will sich auf die „Kanarischen Inseln“ zurückziehen.


  • München * König Ludwig II. äußert sich über Ottos Gesundheitszustand: „Mein Bruder kann nie regieren“.


  • Berlin - München * Die erste Zahlung Bismarcks aus dem sogenannten Welfenfonds trifft in München ein.


  • Schloss Linderhof * König Ludwig II. ordnet den Abbruch des Königshäuschen im Graswangtal an. 

    Das Schloss Linderhof entsteht damit in seiner endgültigen Form.


  • München-Theresienwiese * König Ludwig II. lässt sich letztmals auf dem „Oktoberfest“ blicken. 

    Bis zu seinem Tod am 13. Juni 1886 meidet er die „Wiesn“.


  • München * Prinz Ottos letzter öffentlicher Auftritt gemeinsam mit seinem Bruder König Ludwig II. bei der „Königsparade“ auf dem Münchner „Marsfeld“


  • Schloss Linderhof * Errichtung der „Hundinghütte“ im „Ammerwald“ bei „Schloss Linderhof“


  • Starnberger See - Berg * Errichtung einer neugotischen Kapelle bei Berg. 


  • Schloss Linderhof * König Ludwig II. kauft den „Maurischen Kiosk“ für den „Schlosspark in Linderhof“


  • Bayreuth * König Ludwig II. und Richard Wagner treffen sich in Bayreuth. Der Bayernkönig wohnt den Generalproben zum Ring des Nibelungen bei. Ludwigs II. Aufenthalt dauert bis zum 9. August.


  • Bayreuth * Richard Wagner eröffnet - im Beisein des deutschen sowie des brasilianischen Kaisers und des württembergischen Königs - sein „Festspielhaus“ in Bayreuth.

    Bayerns König Ludwig II. befindet sich nicht unter den Gästen, obwohl er zuvor dem Komponisten beim Bau des Theaters großzügigst unter die Arme gegriffen hatte.


  • München-Ludwigsvorstadt - München-Au * Am 31. Geburtstag König Ludwigs II. wird die Wittelsbacherbrücke der Öffentlichkeit übergeben. Die eiserne Brücke stammt von der Münchner Tochtergesellschaft der Cramer-Klett'schen Eisenwerke Nürnberg, der Süddeutschen Brückenbaugesellschaft.

    Einen besonderen Aufwand betreibt man mit den zwei Brückenportalen, die reich ausgestattet waren. Den bisherigen Holzsteg reißt man kurz vor Fertigstellung der Brücke ab. Zweifellos ist eine leistungsfähige Brücke für Untergiesing überlebensnotwendig, da hier bisher nur sehr wenig funktioniert hat: kein Bahnhof, kein Schlachthof, dafür aber der städtebaulich stark behindernde Bahndamm.

    Eine Brücke ist Untergiesings letzte Chance, denn nur durch sie ist mit einer großflächigen Ansiedlung von Industriebetrieben und Unternehmen zu rechnen, nur durch sie entstehen neue Impulse für die Entwicklung des Stadtviertels, nur durch den neuen Isarübergang kann der Wohlstand der Bewohner gefördert werden und nur durch ihn kann bei der Vorstadt-Bevölkerung „Bildung und bürgerlicher Freisinn“ zunehmen.


  • Bayreuth * Zwischen dem 27. und dem 31. August besucht König Ludwig II. den dritten und letzten „Ring“-Zyklus der ersten „Bayreuther Festspiele“.


  • Schloss Linderhof * Die Grotte bei Schloss Linderhof wird fertiggestellt. 


  • München * König Ludwig II. entmündigt seinen Bruder Prinz Otto. 


  • Schloss Herrenchiemsee * Der Grundstein für das neue Schloss Herrenchiemsee wird gelegt. 


  • Schloss Herrenchiemsee * Der Rohbau von „Schloss Herrenchiemsee“ ist weitestgehend fertiggestellt. 

    Der Innenausbau beginnt im Frühjahr. 


  • München * Ernst von Possart holt den jungen österreichischen Schauspieler Josef Kainz nach München. 


  • Schloss Neuschwanstein * Der Dachstuhl von „Schloss Neuschwanstein“ wird aufgesetzt. 

    Damit ist der Rohbau vollendet. 


  • Schloss Neuschwanstein * König Ludwig II. bewohnt erstmals „Schloss Neuschwanstein“


  • München * Bei einer „Separatvorstellung“ von Victor Hugos „Marion de Lorme“ wird König Ludwig II. auf den jungen österreichischen Schauspieler Josef Kainz aufmerksam. 


  • Schloss Linderhof - SchweizKönig Ludwig II. lädt den jungen österreichischen Schauspieler Josef Kainz nach Schloss Linderhof ein und verpflichtet ihn zu einer Reise in die Schweiz. Dort soll Kainz, an den Originalschauplätzen von Schillers Wilhelm Tell Passagen aus dem Werk zitieren. 


  • München - Schweiz * König Ludwig II. und der Schauspieler Josef Kainz begeben sich auf eine Reise in die Schweiz. Dort soll Kainz, an den Originalschauplätzen von Schillers „Wilhelm Tell“ Passagen aus dem Werk zitieren.  

    Auf dieser Reise entsteht auch das berühmte Erinnerungsfoto, bei dem Kainz die Hand auf die Schulter des Königs legt. Die Hand wird später durch Retusche entfernt. 


  • Schweiz - München * Die gemeinsame Schweiz-Reise von König Ludwig II. und dem Schauspieler Josef Kainz endet. Beide sind vom Ausgang der Reise enttäuscht.  

    • Der Schauspieler konnte die hohen Erwartungen des Königs nicht erfüllen.  
    • Er war den körperlichen Strapazen länger alpiner Wanderungen und  dem unausgesetzten Forderungen des Königs nach empathischem Deklamieren nicht gewachsen.  
    • Er verweigerte sich aus Erschöpfung und Übermüdung.  
    • Damit überschritt er für König Ludwig II. eine rote Linie zwischen König und Untertan.  

    Das ist für den Bayernmonarchen unverzeihlich. 


  • Pfronten * Die Planungen für „Burg Falkenstein“ bei Pfronten beginnen.


  • München * Der Schauspieler Josef Kainz verlässt München, nachdem er noch in zwei „Separatvorstellungen“ für König Ludwig II. aufgetreten ist.  

    Eine Audienz zum Abschied verweigert König Ludwig II..


  • München-Graggenau * König Ludwig II. lässt das „Cuvilliés-Theater“ als erste Bühne Deutschlands elektrifizieren. 


  • Venedig * Richard Wagner stirbt in Venedig in den Armen seiner Frau Cosima.

    Zu Recht behauptet König Ludwig II. von sich, er hat Richard Wagner „zuerst erkannt“ und „der Welt gerettet“.


  • Pfronten - München * Weil Georg von Dollmann - nach Meinung des „Märchenkönigs“ Ludwig II. - die „Burg Falkenstein“ zu wenig großzügig plant, wird er als Bauherr entlassen.


  • München * Die Schulden König Ludwigs II. belaufen sich auf 7,5 Millionen Mark, obwohl er seit dem Jahr 1873 insgesamt 5 Millionen Mark aus dem von Otto von Bismarck verwalteten „Welfenfond“ erhalten hat.


  • Falkenstein * König Ludwig II. kauft die Burgruine Falkenstein bei Pfronten, unweit von Schloss Neuschwanstein


  • Schloss Neuschwanstein * König Ludwig II. bewohnt bis 8. Juni das ausgebaute dritte Obergeschoss in Schloss Neuschwanstein


  • München * König Ludwig II. will eine Anleihe aus dem Vermögen von Prinz Otto entnehmen. Er scheitert aber am Hofsekretär Philipp Pfister, der den Bayernkönig auf das Bayerische Landrecht hinweist, das dem Vormund, also Ludwig, untersagt, bei seinem Mündel ein Darlehen aufzunehmen.


  • München * Ein Bankenkonsortium bestehend aus der „Bayerischen Bank“, der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“ und der „Süddeutschen Bodenkreditbank“ übernimmt ein Darlehen in Höhe von 8 Millionen Mark, und Bismarck legt noch eine Million Mark aus seinem „Reptilienfond“ oben drauf, zur Tilgung der Schulden König Ludwigs II.


  • München * König Ludwig II. hat durch seine ungezügelten Baumaßnahmen bis zum Frühjahr 1884 Schulden in Höhe von 7,5 Millionen Mark angehäuft. Und das, obwohl er neben seiner üblichen Apanage seit dem Jahr 1873 fünf Millionen Mark aus dem von Otto von Bismarck verwalteten Welfenfond erhalten hat.

    Nun übernimmt ein Bankenkonsortium, bestehend aus der Bayerischen Bank, der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank und der Süddeutschen Bodenkreditbank ein Darlehen in Höhe von acht Millionen Mark. Zudem legt Reichskanzler Otto von Bismarck aus seinem „Reptilienfond“ noch einmal eine Million oben drauf.


  • München * König Ludwig II. hat durch seine ungezügelten Baumaßnahmen bis zum Frühjahr 1884 Schulden in Höhe von 7,5 Millionen Mark angehäuft.

    Und das, obwohl er neben seiner üblichen „Apanage“ seit dem Jahr 1873 fünf Millionen Mark aus dem von Otto von Bismarck verwalteten „Welfenfond“ erhalten hat.

    Nun übernimmt ein Bankenkonsortium, bestehend aus der „Bayerischen Bank“, der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“ und der „Süddeutschen Bodenkreditbank“ ein Darlehen in Höhe von acht Millionen Mark.  
    Zudem legt „Reichskanzler“ Otto von Bismarck aus seinem „Reptilienfond“ noch einmal eine Million oben drauf.

    Die Befürchtung, wonach die Gelder statt zur Schuldentilgung zum Weiterbau der Schlösser Verwendung finden würden, sollen sich bewahrheiten. 


  • München * König Ludwig II. ordnet den Bau des „Hubertuspavillons“ nach dem Vorbild der „Amalienburg“ im „Nymphenburger Schlosspark“ an.

    Er wird in der Nähe von „Schloss Linderhof“ erbaut, aber nicht fertiggestellt. 


  • München-Graggenau * Die letzte Separatvorstellung im Hof- und Nationaltheater für König Ludwig II..
    Es ist die 209..  

    König Ludwig II. hält sich letztmals in München auf. 


  • München * Finanzminister Emil von Riedel muss feststellen, dass König Ludwig II. inzwischen weitere sechs Millionen Mark Schulden aufgehäuft hat. Damit ist der Schuldenstand des Königs auf die wenig märchenhafte Summe von fast 14 Millionen Mark angewachsen.

    Johann von Lutz, der Vorsitzende des bayerischen Ministerrats stellt daraufhin - devot zwar im Ton, aber unmissverständlich in der Aussage - die Forderung nach Sanierung des königlichen Haushaltes. Er meint damit konkret die Unterbrechung des Schlösserbaus. Da aber König Ludwig II. keinerlei Verständnis für die Vorschläge zeigt, muss - auch in Hinblick auf den Ansehensverlust der Monarchie - etwas geschehen. 

    Man hat zwar in Bayern das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie eingeführt und zusätzlich verschärft, aber dennoch das unaufhaltsame Anwachsen der Arbeiterbewegung nicht verhindern können.


  • München-Kreuzviertel * Die Sitzungsperiode des Bayerischen Landtags beginnt.  

    Nachdem Reichskanzler Otto von Bismarck die Übernahme der Schulden von König Ludwig II. durch den Landtag vorgeschlagen hat, entwickelt sich bei den Abgeordneten der Patriotenpartei eine für den König sehr ungünstige Stimmung. Pläne zur Erhöhung der Zivilliste, um König Ludwig II. - unter strengen Auflagen - die Abzahlung seiner Schulden zu ermöglichen, werden zwar diskutiert, aber nicht weiter verfolgt.  

    Bei den Konservativen besteht keine Neigung für eine Finanzhilfe. „Wir halten fest zu unserem angestammten Fürstenhause, zu unserem Könige, aber was auch kommen möge, wir werden auch die Interessen des Volkes hoch halten, Wünschen gegenüber, die mit dem Volkswohl nicht im Einklang stehen“. Eine Diskussion des Themas im Landtag wird sogar als gefährlich bezeichnet, „denn die Stimmung im Lande sei der Art, daß jede Discussion die Aufregung bis zum Überlaufen steigern und Dinge ans Licht bringen könne, über die man sich entsetzen würde“


  • Pfronten * Die Planungen für „Burg Falkenstein“ bei Pfronten sind weitgehend abgeschlossen.


  • München * Da König Ludwig II. kein Verständnis für die Forderungen nach „Sanierung des königlichen Haushalts“ aufbringt und er sich auch sonst als „beratungsresistent“ zeigt, beauftragt der „Bayerische Ministerpräsident“ Freiherr Johann von Lutz den „Psychiater“ und Leiter der „Kreisirrenanstalt von München und Oberbayern“, Dr. Bernhard von Gudden, mit der Erstellung eines wissenschaftlichen Gutachtens, das die „Geisteskrankheit und Handlungsunfähigkeit“ des Königs beweisen soll.

    Vor der Erteilung des Auftrags muss der „Ministerpräsident“ aber erst die Einwilligung des „Hauses Wittelsbach“ einholen. 

    Und nachdem Ludwigs Bruder Otto wegen seiner „Geisteskrankheit“ als Verhandlungspartner ausscheidet, wendet sich der „Regierungschef“ an dessen Onkel, den Prinzen Luitpold.
    Dieser gibt nach langem Zögern seine Zustimmung, hätte es aber lieber gesehen, wenn sein Neffe von sich aus „abdanken“ würde.

    Mit „Reichskanzler“ Otto von Bismarck wird über das weitere Vorgehen gegen König Ludwig II. Einvernehmen hergestellt, um jede mögliche Intervention und Missbilligung „Preußens“ und des „Deutschen Reiches“ auszuschließen.


  • Nürnberg * Der „Nürnberger Anzeiger“ schreibt zur Finanzmisere König Ludwigs II. folgende Zeilen:  

    „[...] der Staat soll Schulden machen, um die Kalamität der Kabinettskassa zu beseitigen, wozu eine Summe von 12 bis 20 Millionen Mark - nach den verschiedenen Lesearten - nötig sein wird.  
    Ob hierzu wirklich so leicht die Genehmigung der 2/3-Mehrheit der Landboten zu erhalten ist, wollen wir doch erst abwarten, nach unserer Meinung kann hierzu eine Volksvertretung ihre Zustimmung unmöglich geben“


  • München - Berlin - Wien * Am 23./24. Mai wird mit Preußen und Österreich Einvernehmen über das Entmündigungsverfahren König Ludwigs II. hergestellt, um mögliche Interventionen und Missbilligungen zu vermeiden.


  • München * In den Ministerrats-Sitzungen vom 7., 8. und 9.Juni 1886 werden - unter dem Vorsitz des Bayernprinzen Luitpold - die entscheidenden Schritte zur Entmündigung von König Ludwig II. und der Übernahme der Regentschaft durch Prinz Luitpold in die Wege geleitet. 


  • München * Professor Dr. Bernhard von Gudden und drei weitere Ärzte attestieren König Ludwig II. - rund zehn Wochen nach Auftragserteilung - eine sehr weit fortgeschrittene und unheilbare Paranoia. Sie stützen sich dabei im Wesentlichen auf Aussagen der Hofbediensteten und ohne mit dem Patienten auch nur ein einziges Wort gesprochen zu haben. 

    Mit dem psychiatrischen Gutachten sind aber die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für die Beendigung der Regentschaft von König Ludwig II. gegeben.

    Ludwigs Onkel, Prinz Luitpold, erklärt sich nach längerem Zögern und Zaudern zur definitiven Übernahme der Regentschaft - nach der Entmündigung des Königs - bereit und verständigt noch am selben Tag die größeren deutschen Souveräne und Kaiser Franz Joseph von Österreich.


  • München * Prinz Luitpold lädt zur Ministerkonferenz ein, auf der

    • die Regierungsunfähigkeit des Königs festgestellt,
    • seine Entmündigung vollzogen und
    • dem Einladenden die Regentschaft - vorbehaltlich der Unterrichtung des Landtags - übertragen wird. 

    Zur Wahrung der privatrechtlichen Interessen des Märchenkönigs Ludwig II. setzt man die Grafen Clemens Maria von Toerring-Jettenbach und Max von Holnstein als Vormund ein.


  • München * Die Regentschaftsproklamation des Prinzen Luitpolds wird vom Gesamtministerium gegengezeichnet. Der 65-jährige Luitpold von Bayern wird damit zum Verweser des Königreichs Bayern, oder kurz gesagt zum Prinzregenten.

    In der Zwischenzeit hat sich eine elfköpfige „Fang-Kommission“ - unter Beteiligung des Ministers Krafft Freiherr von Crailsheim, der Vormünder, Dr. Bernhard von Gudden und anderen - auf den Weg nach Schloss Neuschwanstein gemacht. Sie sollen den König von seiner Regierungsunfähigkeit und der Übernahme der Regentschaft durch Prinz Luitpold unterrichten und ihn in irrenärztliche Pflege übernehmen. Der rechtzeitig informierte König Ludwig II. lässt die Kommission von Gendarmen aus Füssen festnehmen. 

    Erst am Nachmittag, nachdem sich die Regentschaftsproklamation Luitpolds auch in Füssen herumgesprochen hat, werden die Gefangenen wieder freigelassen.


  • Schloss Neuschwanstein - Schloss Berg * Eine kleinere, effektivere Fang-Kommission nimmt einen neuen Anlauf. Diesmal mit mehr Erfolg. Dem König wird die Entmündigung eröffnet. Er lässt sich festnehmen und nach Schloss Berg am Starnberger See“überführen. Dort kommt es in der Folge zum sogenannten Königsdrama.

    Ursprünglich sollte der Ex-König Ludwig II. nach Schloss Fürstenried gebracht werden. Man kommt von dem Gedanken aber wieder ab, da man die Brüder nicht im selben Haus untergebracht haben will. Statt dessen werden Pfleger vom Prinzen Otto abgezogen.


  • Schloss Berg * Am Pfingstsonntag gegen 18.30 Uhr treten der abgesetzte und entmündigte König Ludwig II. und der Leiter der Kreisirrenanstalt von München und Oberbayern, Professor Dr. Bernhard von Gudden, einen Spaziergang an. Nachdem sie um 20 Uhr noch immer nicht zum Abendessen erschienen sind, beginnt man mit der Suche.

    Gegen 23 Uhr findet man die Leiche des Ex-Königs auf dem See schwimmen, das Gesicht nach unten. Nur ein paar Meter entfernt treibt der tote Dr. Gudden. Bei der Leichenschau finden sich an Ludwig II. keine Verletzungen, jedoch im Gesicht des 61-jährigen Psychologen Kratzwunden über dem rechten Auge. An der Stirn wird eine Beule festgestellt. Ein Fingernagel ist abgerissen und am Hals finden sich Würgemale. 

    Das Volk gibt die Schuld an der Königstragödie dem Prinzregenten.  


  • München - Schloss Fürstenried * Nachfolger auf dem Thron des Märchenkönigs und damit Bayerns fünfter König wird dessen 38-jähriger, schwer geisteskranke, seit dem 16. März 1878 entmüdigte und seit März 1880 in Schloss Fürstenried weggesperrte Bruder Otto I.. Er wird offiziell zum König proklamiert, wobei man die feierliche Ausrufung durch einen Herold allerdings unterlässt. Pro forma werden aber die Truppen auf den neuen König Otto I. vereidigt.

    Obwohl er den Königstitel seit dem Tag seiner Proklamation bis zu seinem Lebensende - am 11. Oktober 1916 - trägt, wird er in den bayerischen Geschichtsbetrachtungen kaum erwähnt. Otto ist dreißig Jahre lang bayerischer König; so lange wie kein anderer Wittelsbacher. Der um drei Jahre jüngere Bruder des Märchenkönigs ist allerdings wegen „schwerer und unheilbarer geistiger Umnachtung“ nicht in der Lage, die Regierungsgeschäfte wahrzunehmen.

    Ein von drei unabhängigen Ärzten verfasstes und in Einstimmigkeit unterzeichnetes Gutachten „über den Geisteszustand seiner Majestät Otto I. von Bayern“ kommt zu dem abschließenden Ergebnis, dass „Seine Majestät Otto I. König von Bayern in Folge langjähriger und unheilbarer Geistesstörung als verhindert an der Ausübung der Regierung zu betrachten sei, und daß diese Verhinderung mit Bestimmtheit für die ganze Lebenszeit andauern werde“.

    Auch der „Besondere Ausschuß der Kammer der Reichsräte“ befasst sich mit dem Gesundheitszustand des fünften Bayernkönigs. Deshalb tritt Prinz Luitpold auch die Regentschaft für König Otto I. an und damit in die in der Bayerischen Verfassung aus dem Jahr 1818 vorgesehene Regelung der Reichs-Verwesung ein. 

    Diese ist vorgesehen, „während der Minderjährigkeit des Monarchen“ oder „wenn derselbe an der Ausübung der Regierung auf längere Zeit verhindert ist, und für die Verwaltung des Reichs nicht selbst Vorsorge getroffen hat, oder treffen kann“.

    Der Regent unterzeichnet als „des Königreichs Baiern Verweser“ oder - populär ausgedrückt - als Prinzregent. Die Bayerische Verfassung schließt also die Thronfolge trotz der gegebenen Regierungsunfähigkeit nicht aus.


  • Schloss Fürstenried * Oberhofmarschall Ludwig Freiherr von Malsen und General Siegmund Freiherr von Pranckh besuchen den neuen König Otto I. und melden ihm den Tod seines Bruders Ludwig. II.. Otto zeigt keine Regung auf die Todes-Nachricht.  

    Danach wird ihm die Thronfolge- und Regentschaftsproklamation verlesen. Er freut sich offensichtlich darüber, künftig mit Majestät angesprochen zu werden. Ob er jedoch die Nachricht in Gänze begriffen hat, wird schon damals bezweifelt. 


  • München-Kreuzviertel * Der Leichnam König Ludwigs II. wird in der Krypta der Michaelskirche beigesetzt.


  • München-Kreuzviertel * Die Kammer der Reichsräte gibt seine Zustimmung zu der für König Ludwig II. übernommenen und für den geisteskranken König Otto I. fortzusetzende Regentschaft durch den Prinzen Luitpold. 


  • München-Kreuzviertel * Die Kammer der Abgeordneten erteilt seine Zustimmung zu der für König Ludwig II. übernommenen und für den geisteskranken König Otto I. fortzusetzende Regentschaft“durch den Bayernprinzen Luitpold. 


  • Herrenchiemsee - Linderhof - Neuschwanstein * Schloss Herrenchiemsee, Schloss Linderhof und Schloss Neuschwanstein werden zur öffentlichen Besichtigung freigegeben.


  • Altötting * Die Urne mit dem Herzen des verstorbenen Königs Ludwig II. wird nach Altötting überführt. 


  • München-Kreuzviertel * Der Leichnam König Ludwigs II. wird in einen neoklassizistischen Sarkophag umgebettet.


  • München-Graggenau * Nach dem Tod König Ludwigs II. wird der „Königliche Wintergarten auf dem Festsaalbau der Münchner Residenz“ aufgelassen.  

    • Die Pflanzen werden nach „Schloss Nymphenburg“ gebracht,  
    • das kupferne Seebecken wird verkauft. 

  • München-Isarvorstadt * Der „Verein zur Erbauung eines Monuments für Weiland Seine Majestät König Ludwig II. e.V.“ wird gegründet. 

    Er wird die Summe von 185.000 Mark sammeln und den Auftrag für ein 3,40 Meter hohes und von Ferdinand von Miller entworfenes und gegossenes Denkmal auf der „Corneliusbrücke“ erteilten.


  • München * Die Schulden des „Märchenkönigs“ Ludwig II. sind auch mit den Geldern seines Bruders Otto restlos getilgt. 


  • München-Isarvorstadt * Das 3,40 Meter hohe Standbild für den Märchenkönig Ludwig II. wird auf der Corneliusbrücke eingeweiht. Es zeigt den jungen Monarchen im Krönungsornat vor seinem Thron.


  • Schloss Nymphenburg - München-Isarvorstadt * Die Statue von König Ludwig II. auf der Corneliusbrücke ist im Mai 1942 ein Opfer der Kriegsindustrie geworden. Da sich bisher keine offizielle Stelle um die Wiederkehr eines König-Ludwig-Standbildes bemüht, bildet sich an Ludwigs 70. Todestag in Schloss Nymphenburg ein Komitee, das den Freistaat und die Stadt auf den leeren Platz an der Isarbrücke hinweisen will.


  • München * Um den Druck für ein Denkmal für den „Märchenkönig“ zu erhöhen wird der „Verein für die Wiedererrichtung eines Denkmals für König Ludwig II. von Bayern“ gegründet.


  • München-Bogenhausen * Zwischen dem 2. und 9. Juli wird auf Betreiben des Vereins für die Wiedererrichtung eines Denkmals für König Ludwig II. von Bayern in der Mittelnische unterhalb des Friedensengels eine Statue aufgestellt. Die Planungen werden jedoch scheitern.


  • München-Haidhausen * In den „Maximiliansanlagen“, zwischen dem „Maximilianeum“ und dem „Friedensengel“, an der Stelle, an der König Ludwig II. - eigens für die Werke seines verehrten Musikeridols Richard Wagner - ein „Festspielhaus“ errichten lassen wollte, wird eine 2,60 Meter hohe Bronzestatue zu Ehren des bayerischen „Märchenkönigs" erstellt.


  • München-Au - München-Isarvorstadt * Die noch vorhandene Denkmal-Anlage auf der „Corneliusbrücke“ für König Ludwig II. wird - gegen Proteste der Bevölkerung - abgetragen.

© Rudolf Hartbrunner