Geschichte 18 - 189

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  • Haidhausen * Für den Preis von 10.000 Gulden geht das „Ridlerschlößl“ in Haidhausen an die Comtesse de Hautfort, eine geborene Bavière, über.


  • Paris * Napolèon Bonaparte gestattet die „Wiederzulassung des Templer-Ordens“ in Frankreich.

    Die „katholische Kirche“ weigert sich aber, den „Orden“ offiziell wieder anzuerkennen.


  • Isarvorstadt * Die „Alte Isarkaserne“ wird wiefolgt beschrieben:

    „Die Caserne liegt außerhalb der Stadt, jenseits des Isaar-Flußes, auf einer sogenannten Insel“.

    Das zweistöckige Hauptgebäude war 140 Meter lang. Es fasste damals 954 Mann, für die zweiundsechzig Zimmer und vierzehn Küchen vorhanden waren. Das Erdgeschoss diente als Pferdestall, in dem insgesamt 274 Pferde Platz fanden.

    Die Kasernenanlage wurde mehrfach umgebaut. Dabei war die Truppenstärke höchst unterschiedlich. Zeitweise befanden sich in der „Alten Isarkaserne“ außer den Pferden nur einige Stallwachen.


  • Englischer Garten * Auf einem Wiesengelände bei Schwabing wird der „Kleinhesseloher See“ angelegt.

    Er wird zwischen 1807 und 1812 beträchtlich erweitert.


  • Haidhausen * Einige Gewerbler und Tagelöhner lassen sich auf der „Ramersdorfer Lüften“, in der Nähe des heutigen Rosenheimer Platzes, nieder. 

    Durch den Zuzug weiterer Siedlungswilliger in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts überflügelt die Ansiedlung bald die Einwohnerzahl des Dörfchens Ramersdorf.


  • München * Der „Münchner Burgfrieden“ umfasst 1.600 Hektar.

    Zum Vergleich: Heute sind es 31.045 Hektar.


  • Zweibrücken - Düsseldorf * Kurfürst Max IV. Joseph lässt rund 1.000 Bilder der Zweibrücker Galerie nach München bringen. 

    Auch die 348 Gemälde aus Kurfürst Jan Wellems Düsseldorfer Sammlung - eine Kollektion besonders auserlesener Bilder - kommt nach München. 


  • Englischer Garten * Das Gelände der „Militärgärten“ wird wieder mit dem „Englischen Garten“ vereinigt und daraus eine ausgedehnte längliche Wiesenfläche, die „Schönfeldwiese“, angelegt.


  • München * In der Stadt und im Burgfrieden bestehen 163 „Bierschenken“


  • München * Kurfürst Max IV. Joseph nimmt von den Engländern „Subsidiengelder“, die zwar den territorialen Bestand Baierns garantieren, doch der Preis ist das Festhalten am Militärbündnis mit Österreich und die Fortführung des Krieges gegen Frankreich. 


  • München * Das Stimmungsbild gegenüber Kurfürst Max IV. Joseph hat sich seit seinem Regierungsantritt massiv verschlechtert.

    Der Vertrauensvorschuss ist völlig aufgebraucht.

    Das bringt auch eine Flugschrift zum Ausdruck, in der es heißt: „Der Bauer zahlt ja mit seinem Geld und Blute immer allein die Zeche, sie mag auch kosten, was sie wolle“.


  • München * Die Schrift „Die Stimme der öffentlichen Meinung über Max Joseph“ greift die Haltung der baierischen Regierung an - auch wegen der englischen „Subsidiengelder“:  

    „Sie [die Regierung] entfernte zwar die Schurken, die unter Carl Theodor den Hass und den Fluch des Volkes auf sich geladen hatten, aber dabei blieb sie auch stehen und hatte nicht den Mut, dieselben zu strafen.  Zugleich offenbarte sich der Mangel an Grundsätzen immer deutlicher.  Der Nepotismus, der Personalhass, die Intrigensucht lebten in voller Stärke wieder auf und schoben ihre untauglichen Kreaturen in die Reihe der schätzbaren Räte, deren Anstellung den Kollegien ihr ursprüngliches Ansehen wiedergegeben hatte“


  • Graggenau * Eine evangelische „Hofkapelle“ im Flügelbau zwischen dem „Brunnenhof“ und dem „Küchenhof“ wird eingeweiht. 


  • München * Angesichts der englischen Subsidienzahlungen verbreitet sich in München das Gerücht, dass zur Erreichung der geforderten militärischen Mannschaftszahlen nun auch Bürgersöhne „ausgehoben“ werden. 

    „Polizeidirektor“ Anton Baumgartner erklärt, dass die „Ausnahmeprivilegien für Bürgersöhne“ auch weiterhin erhalten bleiben.


  • Frankreich - Deutschland * General Jean-Victor Moreau überschreitet mit einer Armee von 100.000 Mann den Rhein und marschiert in Richtung Osten.


  • Ingolstadt - Landshut * Das „Collegium Georgianum“ wird mit der „Universität“ von Ingolstadt nach Landshut verlegt.


  • München * Als die französische Armee mit 4.000 Mann vor den Toren Münchens steht, flieht Kurfürst Max IV. Joseph mit seiner Familie umgehend nach Amberg und überlässt seine Hauptstadt der feindlichen Invasion.  

    Auch die österreichischen Soldaten ziehen sich - begleitet von feindseligen Parolen - eiligst zurück.  

    Dafür begrüßen die Münchner die Franzosen um so freundlicher.  
    Der französische „General“ Charles Matthieu Isidore Decaën notierte erfreut in sein Tagebuch: „[...] es schien mir, als ob wir vielmehr Befreier als Feinde waren“. 


  • München * Nach der Flucht des Kurfürsten Max IV. Joseph findet sich in einer weit verbreiteten Broschüre mit dem Titel: „Dankadresse von der baierischen Nation an Max Joseph IV.“ eine spöttische Kommentierung dieser Situation.  

    Darin wird als größte Wohltat des Kurfürsten seine „Flucht aus München“ gepriesen, da er dadurch „die Stadt und das ganze Land der französischen Großmut preisgegeben und die Untertanen vollends überzeugt habe, dass sie sich auch ohne Fürsten und Militär selbst zu verteidigen, zu regieren und die Gefahren, in der sie ihr vielgeliebter Regent versetzt hat, mit männlicher Klugheit abzuwenden wissen“.  

    Der Text will die Baiern in Stadt und Land davon überzeugen,  

    • dass die Nation reif ist für eine „republikanische Staatsform“ nach französischem Muster und  
    • dass der Kurfürst als Oberhaupt des Staatswesen absolut entbehrlich sei.  

    Freilich gibt es auch Stimmen gegen die Härten, die die französischen Einquartierungen mit sich bringen.  
    Doch es herrscht eine grundsätzliche Sympathie für die Franzosen und das republikanische Frankreich.

    Die Verantwortung für die unerquickliche Lage lastet man jedenfalls weniger den französischen Besatzungstruppen, als vielmehr dem geflüchteten Kurfürsten Max IV. Joseph und seiner verfehlten Politik an, mit der er Baiern im kaiserlichen Lager festhält.  
    Selbst regierungstreue Münchner sehen sich durch die republikanischen Soldaten immer noch besser behandelt als durch die verbündeten Österreicher. 


  • München * Ein „Klub“, der sich aus Mitgliedern des gehobenen Münchner Bürgertums zusammensetzt, hat sich inzwischen gebildet und trifft sich regelmäßig in der Weinstraße zu Zusammenkünften.  

    Die Mitglieder des „Klubs“ bezeichnen sich selbst als „Patrioten“.  
    Zu den führenden Vertretern zählen unter anderem der „Referendar im Finanzministerium“ Joseph von Utzschneider, der „Regierungsrat“ Joseph von Hazzi und der „Buchhändler“ und „Verleger“ Johann Baptist Strobl, von dessen Buchhandlung aus zahlreiche kritische „Flugschriften“ verbreitet werden. 


  • London - Amberg * Das Kurfürstentum Baiern lässt sich im „Subsidienvertrag von Amberg“ von Großbritannien seinen Besitzstand garantieren. 


  • München * Oppositionelle und regimekritische Kreise äußern auch weiterhin ihren Unmut am Kurfürsten Max IV. Joseph laut und heftig.  

    Besonders nachdem deutlich wird, dass weder Österreich noch England an einem „Friedensschluss“ mit Frankreich interessiert sind und sich Pfalz-Baiern sogar zu einer Erhöhung des „Truppenkontingents“ verpflichtet hat, „weil England einige Millionen Geld, das weise Fürsten nicht ausschlagen und höher als das Blut der Untertanen schätzen müssen, welches keinen Wert hat, wohl aber den Grund und Boden düngt, auf dem selbe erschlagen werden, gezahlt und deinen treuen Ministern mit Brillanten besetzte Tobaksdosen geschenket hat“.  

    Der Kurfürst wurde als „Hofmetzger“ geschmäht, weil „er unsere Kinder verkauft wie‘s Vieh“


  • Berg am Laim * Der Berg am Laimer „Hofmarkbesitzer“ und „Baierische Finanzminister“ Franz Carl von Hompesch stirbt.

    Sein Nachfolger als Berg am Laimer „Hofmarkbesitzer“ wird sein Sohn Johann Wilhelm von Hompesch.
    Die Aufgaben als „Baierischer Finanzminister“ übernimmt - provisorisch bis 1803 - Theodor Heinrich Graf Topor Morawitzky. 


  • München * Eine Anfang August erschienene Schrift wendet sich an die „Bewohner Baierns, Schwabens, Frankens, Tyrols und Salzburgs“ und fordert dazu auf, „daß wir diesem Unwesen einmal ein Ende machen und von dem alten verderblichen Reichsverbande uns loslösen, uns nach dem Drange aller politisch- und natürlichen Verhältnisse in einen freien, mächtigen Staatskörper [...] zusammenschließen [...] und uns so eine eigene, auf die natürlichen Rechte der Menschheit, auf die reine Religion, und den allgemeinen Wohlstand gegründete Konstitution geben“.  

    Alle Soldaten aus der „Koalitionsarmee“ sollen zurückgerufen werden und anschließend Vertreter aus den Gemeinden und Distrikten „zu einer allgemeinen süddeutschen Nationalversammlung oder süddeutschem Landtage“ gewählt werden. 


  • München * Eine „Flugschrift“ mit dem Titel „Wahrer Überblick der Geschichte der baierischen Nation, oder das Erwachen der Nationen nach einem Jahrtausend“ wirft Kurfürst Max IV. Joseph vor, „durch seinen Menschenverkauf, durch seine Verschwendung, durch die immerwährende Aushebung und gänzliche Entvölkerung des Landes, durch die volle Verwirrung, die er stiftete, alle Achtung, alles Zutrauen verloren“ zu haben.  

    Gleichzeitig formuliert die Schrift ein in die Zukunft gerichtetes politisches Programm einer „Republik“ in Süddeutschland:  

    • „Baiern, vereint mit Schwaben, wird das österreichische Joch abschütteln [...] und [...] vereinigt mit einem Teile Frankens [...] sich eine auf Unabhängigkeit, Freiheit und Gleichheit gegründete Verfassung geben“.  
    • Zur Umsetzung dieses Zieles erhofft sich die „Flugschrift“ die Unterstützung der „Republik Frankreich“.  

    Diese „Flugschriften“ finden nicht nur in der Stadt ihre Leser.  
    Da sie auf der „Schranne“ meist heimlich in die Säcke gesteckt wird, verbreitet sich der „revolutionäre“ Inhalt auch auf dem Land.  

    Durch die bloße Anwesenheit der Franzosen wagen sich die „Zensurbehörden“ nicht, entschlossen gegen die „Flugschriften“ vorzugehen. 


  • München * Eine „Delegation der Patrioten“ wendet sich an „General“ Charles Matthieu Isidore Decaën und bittet ihn um Unterstützung für einen Aufstand gegen den Kurfürsten und seiner Regierung.  

    Der General reagiert reserviert, da die französische Regierung keinen „Aufstand“ unterstützen will, sondern vielmehr einen „allgemeinen Frieden“ anstrebt.  

    Er gibt zu Bedenken, dass eine „Revolution“ zur Beseitigung von Missständen  

    • ein unabwägbares Risiko darstellt.  
    • Dagegen würde der weniger gewaltsame Weg von „Reformen“ größere Erfolgsaussichten bieten.  
      Bei einer „Revolution“ wüsste man nie, was als Ergebnis herauskomme.  
    • Außerdem sei Baiern zu schwach, um alleine gegenüber Preußen und Österreich eine Veränderung seiner „Staatsform“ durchzuführen.  

    Dass „General“ Decaën mit seinen Aussagen strikt der französischen „Konsulatsregierung“ Napoléons folgt, ist den „Revolutionsführern“, die sich selbst „Münchner Jakobiner“ nennen, in keinster Weise bewusst.
     Sie sehen in den französischen „Generälen“ noch immer die „Repräsentanten der Revolution“.  

    Doch Frankreich hat sich schon längst von den politischen Zielen des „Nationalkonvents“ entfernt, dem es im Jahr 1792 noch um die „Verbreitung der revolutionären Ziele“ und um die „Befreiung der unterdrückten Nationen“ gegangen ist.  

    Im Gegenteil, Frankreich will inzwischen die „Entstehung einer großen süddeutschen Republik“ mit allen Mitteln verhindern und stattdessen zu separaten Bündnissen mit den einzelnen deutschen Fürsten gelangen. 


  • München * Weil die - von überkommenen Voraussetzungen ausgehenden - Münchner „Revolutionäre“ von dem Gesprächsergebnis mit „General“ Decaën nicht einverstanden sind, wenden sie sich wenige Tage später an Decaëns Vorgesetzten, den Oberbefehlshaber „Marschall“ Jean-Victor-Marie Moreau.  

    Der Franzose empfängt die „Delegation“, nimmt aber - bestürzt von der Entschlossenheit der Münchner Bürger - Kenntnis von deren Vorhaben, dem Kurfürsten und seiner Familie die Rückkehr nach München zu verwehren und dafür eine „Tochterrepublik unter französischer Protektion“ zu errichten.  

    „Marschall“ Moreau gibt zu Bedenken, dass er nach Baiern geschickt worden sei, um den Feind zu bekämpfen und nicht, um eine „Republik“ zu gründen.  
    Man sollte deshalb die „Revolutionspläne“ doch noch einmal reiflich überdenken.  

    Das war freilich genau das, was die hochmotivierten „Revolutionäre“ nicht hören wollten. 


  • München * Als die Münchner „Bürger-Delegation“ Moreau nochmal aufsuchen will, lässt er sie nicht mehr vor.  

    Verärgert lässt ihnen der französische „Oberbefehlshaber“ ausrichten, er würde sie, falls sie ihn nochmal belästigen sollten, die Treppe hinunterwerfen lassen.  
    Schroffer kann die Abfuhr nicht ausfallen.  
    Die französische Besatzungstruppe hat kein Interesse an einer Kooperation mit den „Rebellen“.  

    Gegenüber dem Münchner „Bürgerwehr-Kommandanten“ Felix Joseph Lipowsky ruft Moreau aus:  
    „Mein Gott! Man weiß nicht was man will! Eine Republik kostet viel Blut, wir haben sie“.  

    Damit ist der Plan eines „republikanischen Umsturzes“ gescheitert.  
    Scheinbar ist die Unzufriedenheit über die kurfürstliche Politik nicht so stark und so verbreitet, dass sie eine „Aufstandsbewegung“ wirklich getragen hätte. 


  • München * „Marschall“ Jean-Victor-Marie Moreau kündigt den „Waffenstillstand von Parsdorf“ auf.  

    Da die „Kasernen“ sofort voll sind, quartiert man die „Mannschaften“ im „kurfürstlichen Seidenhaus“, im ehemaligen „Jesuiten-Seminar“ und in den Klöstern der „Franziskaner“, „Theatiner“ und „Karmeliter“ ein.  

    Neben den „Besatzungssoldaten“ bevölkern auch zunehmend immer mehr „Deserteure“ der kaiserlichen Armee die Stadt.  
    Auch pfalz-baierische Soldaten, die sich schlecht behandelt fühlen und aus diesem Grund nicht mehr unter österreichischem Befehl kämpfen wollen, laufen den „Kaiserlichen“ reihenweise davon.  

    Zeitweise halten sich etwa 500 dieser „Deserteure“ in München auf. 


  • München * Franzosen und Österreicher handeln eine Verlängerung des „Waffenstillstands“ aus. 


  • Amberg * In der „Amberger Verordnung“ schreibt Kurfürst Max IV. Joseph, dass die Meinung,

    • wonach die katholische Religionszugehörigkeit eine wesentliche Bedingung der Ansässigmachung in Baiern sei, sich als nachteilig für die Industrie und Kultur im Land erwiesen habe und
    • sich diese weder aus der Reichs- noch in der Landesverfassung begründen lasse.

    Allerdings veröffentlicht er die Verordnung nicht in der üblichen Art, sodass der Magistrat der Haupt- und Residenzstadt dem Pfälzer Weinwirt Johann Balthasar Michel aus Mannheim das „Münchner Bürgerrecht“ verweigert und so die Übernahme der „Weingastwirtsgerechtsame“ der Eheleute Rasp verhindert.


  • München * Die Franzosen verlegen ihr „Hauptquartier“ wieder nach München.  

    „Marschall“ Jean-Victor-Marie Moreau bezieht die „Herzog-Maxburg“, seine „Rheinarmee“ lagert um die ganze Stadt. 


  • München - Hohenlinden * Die Franzosen verlassen München, um in Hohenlinden ihre Lager aufzuschlagen.  

    Baiern dient - aufgrund seiner geographischen Lage - sowohl den Franzosen als auch den Österreichern als „Aufmarschgebiet und Schlachtfeld“, weshalb die „Entscheidungsschlacht des Zweiten Koalitionskrieges“ dann auch auf baierischem Boden ausgetragen wird. 


  • Hohenlinden * In Hohenlinden stehen sich 60.000 Österreicher - samt den zwangsverbündeten Baiern - 56.000 französischen Soldaten gegenüber.  

    Bei Schneetreiben und kaltem Wind besiegen die Franzosen unter „Marschall“ Jean-Victor-Marie Moreau in der „Schlacht von Hohenlinden“ die kaiserliche Armee unter der Führung von „Erzherzog“ Johann vernichtend.  

    Anschließend ziehen sich die Österreicher hinter ihre Grenze zurück.  
    Die Baiern haben dagegen die Franzosen als Besatzungsmacht im Land und müssen sechs Millionen Gulden „Kontribution“, die Staatseinnahmen eines Jahres, zahlen. 


  • Salzburg * Der Salzburger Erzbischof Hieronymus Franz de Paula Graf von Colloredo verlässt die Stadt vor den anrückenden Franzosen und hält sich in Wien im Exil auf. 


  • Schliersee * Therese Feldmüller, geborene Schlutt, kommt in Schliersee zur Welt.

    Ihr Vater ist der Wirt und Koch Andreas Schlutt aus Schliersee, ihre Mutter Anna stammt aus Zolling bei Freising.


  • Kreuzviertel - Au * Minister Maximilian Joseph von Montgelas plant die Verlegung der Münchner „Franziskaner“ in die „Vorstadt Au“.


  • Au * Das „Hofkrankenhaus für kurfürstliche Hofbedienstete“ am heutigen Kolumbusplatz wird aufgelassen.


  • Bayern * Napoleon Bonaparte fördert bis 1810 den Gebietszuwachs Baierns.

    Er will die deutschen Mittelstaaten, allen voran Baiern, Württemberg und Baden, so vergrößern, dass sie als Puffer gegenüber österreichischen Angriffen dienen können.

    Gleichzeitig sollen die so Geförderten natürlich auf Dauer von der französischen Gunst abhängig bleiben. 


  • Lunéville * Im „Friedensvertrag von Lunéville“ wird festgelegt, dass das linksrheinische Gebiet an Frankreich abgetreten werden muss. Napoléon Bonaparte erreicht damit ein Ziel jahrhundertelanger französischer Politik. 

    Den von Landverlusten betroffenen Fürsten wird ein Ausgleich zugestanden, der jedoch „aus dem Schoß des Reiches“ kommen muss.
    Da diese allerdings nur aus säkularisiertem Kirchenbesitz und mediatisierten Reichsständen erfolgen kann, bedeutet das das Ende des „Alten Reiches“.

    Zu den Gewinnern gehört auch der baierische Kurfürst Max IV. Joseph. 


  • München * Das „Topographische Bureau“ wird gegründet. 

    Damit beginnt die allgemeine „Landes- und Katastervermessung Baierns“, das dadurch das erste exakt vermessene Land Europas werden wird.

    Mit fünf jeweils fünf Meter langen Messstangen wird die 21.653,8 Meter lange „Basislinie“ zwischen Oberföhring und Aufkirchen bei Erding gemessen.
    Die Verlängerung der Linie verläuft auf der einen Seite durch die Turmspitze der Aufkirchener Kirche und auf der anderen Seite durch die Spitze des nördlichen Turms der „Frauenkirche“, die zugleich den „Nullpunkt des bayerischen Koordinatensystems“ bildet.

    Die Vermessung erfolgte in Metern, obwohl die Maßeinheit erst im Jahr 1872 im „Deutschen Reich“ eingeführt wird. 


  • Mannheim * Verärgert und sehr deutlich im Ton schreibt Kurfürst Max IV. Joseph nach der Ablehnung des „Münchner Bürgerrechts“ an den Pfälzer Weinwirt Johann Balthasar Michel aus Mannheim dem Stadtrat:

    „Nach reifer Überlegung und mit der Gewißheit, daß das Recht auf meiner Seite ist, befehle ich hiermit dem meinen Stadtmagistrat, spätestens morgen Abends 6 Uhr, dem Handelsmann Michel von Mannheim, das Bürgerrecht zu ertheilen, widrigenfalls ich mich genöthigt sehen würde, die strengsten Mittel zu ergreifen.
    Für den geringsten Exceß haftet jedes Magistratsglied persönlich“
    .


  • München * Zähneknirschend wird der Kaufmann Michel in die Münchner Bürgerschaft „gnädigst großgünstig an- und aufgenommen“.

    Gleichzeitig gibt der Magistrat der Stadt seine Zustimmung zum geplanten Kauf der „Rasp’schen Gastwirtsgerechtsame“ an Johann B. Michel. 
    Die zu entrichtende Aufnahmegebühr ist mit 470 Gulden allerdings deutlich überhöht.


  • München - Paris * Baiern schließt mit Frankreich einen Vorvertrag, der Kurfürst Max IV. Joseph ermöglicht, seine in Aussicht gestellten Entschädigungsgebiete bereits vor der Verabschiedung des „Reichsdeputationshauptschlusses“ in Besitz nehmen zu können.

    „In Paris begann ein Handel mit deutschen Bistümern, Abteien, freien Reichsstädten, wobei die fürstlichen Bewerber vor dem ersten Konsul [...] in Regensburg um die Wette krochen.
    Es war ein höchst widerliches Schauspiel“
    .


  • Laibach * Die inzwischen 24-jährige Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine kehrt aus ihrem Exil in Laibach nach München zurück. 


  • Regensburg * Der „Reichstag“ beschließt, dass die Durchführung des Entschädigungsplans aus dem „Friedensvertrag von Lunéville“ durch eine „Reichsdeputation“ erfolgen soll.


  • Kreuzviertel * Das „Theatinerkloster“ wird durch eine kurfürstliche Entschließung aufgehoben und das Vermögen eingezogen. 

    Nach der Klosteraufhebung geht die Nutzung der Gebäude zunächst an das „kurfürstliche Minsterial-Département“ und das „oberste Justiz-Kollegium“ über. 


  • Untergiesing * Der „churtrierische Kammerherr“ von Horben verkauft den „Edelsitz Pilgramsheim“ an den „Staatsrat“ Joseph von Hazzi.

    Der „Staatsrat“ ist selbst davon überzeugt, dass der zwischenzeitlich verstorbene Kurfürst Carl Theodor nicht über das Recht verfügt hatte, eine „Sitzgerechtigkeit“ zu verleihen und aus diesem Grund als Landesherr seine Machtbefugnisse überschritten habe.
    In diesem Selbstverständnis verzichtet er auf die Anerkennung von „Pilgramsheim“ als „Adelssitz“.


  • Au * Die „Rumford-Suppenanstalt“ wird gegründet.

    Das Grundrezept der „Rumford-Suppe“ besteht aus Wasser, Kartoffeln, Graupen, Erbsen, Salz, Weinessig oder saueres Bier.
    Auf tausend Portionen Suppe kommen drei Pfund gerstenkorngroß geschnittenes Fleisch.
    Nach stundenlangem Kochen wird die Suppe gallertartig dick.
    Dazu gibt es noch einige Stückchen hartes Brot, um das zur Verdauung notwendige Kauen zu fördern. 


  • Lehel * Die heutige „Praterinsel“ ist vor der „Säkularisation“ der „Erholungsplatz der Franziskaner“, nachdem diese in ihrem Kloster für eine Stätte der Einkehr und Besinnung keinen ausreichenden Platz gefunden haben.

    Mit der „Säkularisation“ kommt die Insel in das Eigentum des Staates.


  • München * München verfügt über 1.397 „bürgerliche Gerechtigkeiten“, einschließlich des „Handels“.

    Das bedeutet einen Rückgang von 374 „Gerechtigkeiten“ gegenüber dem Jahr 1618 - trotz des Anstiegs der Bevölkerungszahlen.


  • Kreuzviertel * Peter Paul Maffei gründet die „Maffei-Bank“.


  • Bayern * Das „kurfürstliche Dekret zur Aufhebung der Bettelordensklöster“ in Baiern beginnt mit der Feststellung,

    • dass die „Bettelorden“ die „Fortpflanzung des Aberglaubens und der schädlichen Irrtümer“ begünstigen und
    • die Entstehung und Entwicklung „richtiger Begriffe der moralischen Bildung im Volke“ verhindern,
    • weshalb die fortdauernde Existenz der „Mendikantenklöster“ zwecklos und schädlich für die Bürger ist.  

    In Altbaiern sind davon einundneunzig derartige kirchliche Einrichtungen betroffen.

    In München sind folgende Bettelorden betroffen:  
    „Kapuziner“, „Franziskaner“, „Karmeliten“, „Karmelitinnen“, die „Benediktinerinnen am Lilienberg“ , die „Paulanerinnen im Lilienthal“ und das „Pütrichkloster“

    Zur zweckmäßigen Einrichtung der „Bürger- und Landschulen“ wird ein „Schulfonds“ eingerichtet, der aus dem Vermögen der aufgehobenen Orden gebildet wird, da es an anderweitigen staatlichen Mitteln mangelt.

    Zur sofortigen Verminderung der Insassen werden

    • alle „Ausländer“, das heißt, die nicht in Pfalzbaiern geborenen Klostermitglieder, in ihre Heimat geschickt,
    • die „Laienbrüder“ in die „Prälatenklöster“ versetzt und
    • „Kleriker“, die noch keine „Profeß“ abgelegt haben, entlassen.
    • Neuaufnahmen und das Überwechseln von Ordensangehörigen in andere Klöster wird streng untersagt.
    • „Priestermönche“ können unter bestimmten Voraussetzungen in den „Weltpriesterstand“ übertreten, was dem Staat die „Pensionskosten“ einsparen hilft.
    • Alle übrigbleibenden „Klosterindividuen“ sollen in „Zentralklöster“ - in Wirklichkeit „Aussterbeklöster“ - ihres Ordens verbracht werden.
    • Außerdem ist den „Franziskanern“ künftig nur noch „Predigt und Beichthören“ in der eigenen „Ordenskirche“ erlaubt, jedoch keinerlei „Seelsorgeaushilfe“.
    • Dazu unterstehen sie der verschärften Aufsicht der zuständigen „Landrichter“.

    Als Unterhalt für die „Franziskaner“ setzt man, da ihnen das „Almosensammeln“ verboten worden ist, jährlich 125 Gulden fest, zahlbar aus dem „Vermögensfonds der nichtständischen Klöster“.

    • Der Inhalt des „Aufhebungsdekretes“ wird öffentlich nicht bekannt gemacht.
    • Die ganzen Vorbereitungen der „staatlichen Klosteraufhebungen“ laufen bis zur Ausführung im Wesentlichen geheim.
    • Das verstärkt die Unsicherheit und lässt jede Gegenwehr erlahmen.
    • Ebenfalls besteht Unkenntnis über die Befugnisse der eingerichteten „Spezialkommission“

    Ausgenommen vom „kurfürstlichen Aufhebungs-Dekret der Bettelordensklöster“sind - aufgrund ihrer Tätigkeit in der Krankenpflege beziehungsweise im Schulwesen - die Klöster der „Barmherzigen Brüder“ sowie der „Englischen Fräulein“ und der „Elisabethinerinnen“.

    Das Kloster der „Ursulinen“ in München wird mit den „Nonnen de Notre Dame“ in Nymphenburg vereinigt.

    In der Haupt- und Residenzstadt München gibt es nur ein „ständisches Kloster“: das „Klarissen-Kloster zu Sankt Jakob am Anger“.


  • Lehel * Der mit der Klosteraufhebung betraute „Rechnungskommissär“ Ilg findet Anfang Februar 1802 im Leheler Kloster zehn Patres und einen Frater vor.  

    Die „Hieronymiten“ werden den Bettelorden zugerechnet, weshalb man sie konsequenterweise in die Aufhebung der „nicht-ständischen Klöster“ mit einbezieht.

    Weil aber die „Hieronymiten“ im Lehel auch die Seelsorge versehen, können sie die allgemeine Klosteraufhebung - trotz einiger Probleme - einige Jahre überdauern. 


  • Kreuzviertel * Graf Philipp von Arco beschlagnahmt im „Kapuziner-Kloster“ das Bargeld und die Stiftungskapitalien. 

    Das „Kapuziner-Kloster“ wird von 24 Patres und elf Laienbrüdern bewohnt.
    Sie sollen in das „Zentralkloster“ in Rosenheim gebracht werden. 


  • Graggenau * Graf Philipp von Arco beschlagnahmt im „Fanziskaner-Kloster“ das Bargeld und die Stiftungskapitalien. 

    Im „Franziskaner-Kloster“ leben dreißig Patres und fünf Laienbrüder.
    Sie sollen in das ehemalige „Augustiner-Kloster“ in Ingolstadt gebracht werden. 


  • Kreuzviertel * Das „Karmeliten-Kloster“ wird aufgehoben und das Bargeld sowie die Stiftungskapitalien eingezogen. 

    Im „Karmeliten-Kloster“ leben 31 Patres und vier Laienbrüder.
    Wer nicht in den „Weltklerus“ wechselt, soll in das „Franziskaner-Kloster“ in Straubing kommen, das zum „Zentralkloster für die Karmeliten“ bestimmt worden ist. 


  • Graggenau * Graf Philipp von Arco wird zum „lokalen Aufhebungskommissar“ für die „Franziskaner“ bestimmt.


  • Graggenau * Das „Pütrich-Kloster“ wird durch den „Aufhebungskommissar“ von Kleber aufgehoben.
    28 Chorfrauen und zehn Laienschwestern sind von dieser Maßnahme betroffen. 


  • Graggenau * „Aufhebungskommissar“ Graf Philipp von Arco ist mit der Auflösung des ältesten „Mönchskonvents“ der Stadt beauftragt worden.
    Ein genaues Inventar des „Franziskaner-Klosters“ ergibt ein recht bescheidenes Kapitalvermögen. Umfangreich war hingegen der Bestand an Kunstwerken zur Ausstattung der Kirchen mit nicht weniger als fünfundzwanzig Altären.

    Die Aufnahme des Personalbestandes ergibt, dass im „Hauptkloster Sankt Anton“ dreißig Patres, drei Kleriker und vierzehn Laienbrüder leben, im „Hospiz am Anger“ sind vier Patres und ein Laienbruder, im „Hospiz Josephsburg“ drei Patres und ein Laienbruder untergebracht.

    Einen „Laienbruder“ schickt man als „Ausländer“ in seine Heimat Berchtesgaden zurück. Vier weitere „Ausländer“ lässt man aus triftigen Gründen vorübergehend im Kloster.
    Für einen nicht transportfähigen alten und kranken „Pater“ setzt sich Graf Arco nachdrücklich ein: „Ihn seinem Schicksal überlassen, hieße der ganzen Klosteraufhebung den Stempel der Grausamkeit aufdrücken und würde eine üble Wirkung bei dem Volke zurücklassen“.
    Fünf „Laienbrüder“ werden in „Abteien“ verwiesen, die übrigen „Franziskaner“ sollen möglichst bald nach Ingolstadt gebracht werden.

    Die „Ordensmänner“ wissen zwar, dass ihr Kloster aufgehoben wird, darüber hinaus sind ihnen aber weder der genaue Zeitpunkt noch die besonderen Umstände mitgeteilt worden.


  • Graggenau * Es ergeht eine weitere wichtige „Instruktion zur Klosteraufhebung“.

    Sie ist unmittelbar für das „Franziskanerkloster St. Anton in München“ bestimmt, wird aber richtungweisend für die tatsächliche Durchführung der „Klosteraufhebungen“.

    Sofort nach Erhalt der „Instruktion“ muss sich Graf Arco in das Kloster begeben, das „Bargeld“ zählen und das übrige „Klostervermögen“ feststellen. Anschließend haben sich alle Klostermitglieder im „Refektorium“ zu versammeln, wo ihre Personalien, Beschäftigungen und besonderen Einsätze schriftlich festgehalten werden.
    Bei diesem überfallartigen Vorgehen geht es um Geld und sonstiges für die „Staatskasse“ interessantes Vermögen und um weitere Einsparungen für den Staat.

    Dem „Kommissar“ ist eingeschärft worden, „diesen Auftrag in der vorgeschriebenen Ordnung mit allem Eifer, Schnelligkeit und der Sache angemessenen Anstand in Vollzug zu bringen“. Die Ergebnisse gehen an die „Spezial-Klosterkommission“.

    Der weitere Inhalt der „Instruktion“ lautet kurzgefasst:
    Alle „Ausländer“ sind umgehend in ihre Heimat zu schicken; sie erhalten 25 Gulden „Zehrgeld“ und einen Reisepass; aber Abreisetag und Reiseroute werden genau festgelegt.
    Wer gesund und nicht zu alt ist, muss drei Tage nach der Mitteilung auswandern; nur einige Alte und Gebrechliche erhalten Aufschub bis April.
    Das „Sammeln“ auf der Reise ist den Mönchen strengstens verboten.

    Alle inländischen „Laienbrüder“, die in das bürgerliche Leben zurückkehren wollen, erhalten zum „Auszug“ 25 Gulden und die nötigen Kleider.
    Diejenigen, die den Ordensstand nicht verlassen wollen, sind - bis auf wenige, die noch zu den nötigsten Hausarbeiten als Gärtner, Köche, in der Brauerei und so weiter benötigt werden - auf die oberpfälzischen oder baierischen „Prälatenklöster“ als „Konventdiener oder Pfründner“ zu verteilen.
    Die nach Abzug der „Kranken“ und „Ausländischen“ verbliebenen sieben „Laienbrüder“ des Münchener „Franziskanerklosters“ sind in „ständische Abteien“ zu schicken.

    Die „kurfürstliche Verordnung“ gibt auch Anweisung über den möglichen Rücktritt von „Priestermönchen der Mendikantenorden“ in den „Weltpriesterstand“.
    Diese Mönche müssen sich einer Prüfung durch die „Spezial-Klosterkommission“ unterziehen. Dabei werden weniger ihre theologischen Kenntnisse begutachtet, sondern vielmehr festgestellt, „ob die Austretenden auch im Sinne der Staatsauffassung genügend aufgeklärt“ sind.
    Haben die „Aspiranten“ ihre Prüfung bestanden, erhalten sie von der Kommission die „Erlaubnis zum Überwechseln“ mit einer jährlichen Pension von 125 Gulden.


  • Berg am Laim * Die seit dem Jahr 1693 bestehende Zusammenarbeit zwischen der „Michaels-Bruderschaft“ und dem „Franziskaner-Orden“ dauerte bis zur „Klosteraufhebung“ im Rahmen der „Säkularisation“ an.

    Bis diese staatlich verordnete Zwangsmaßnahme eintritt, verrichten die Münchner „Franziskaner zum heiligen Antonius von Padua“ den Gottesdienst und die Seelsorge in den „franziskanischen Frauenklöstern“ der Stadt und leiteten auch deren Wirtschaftsbetriebe. 

    Bei den etwa sechzig „Klarissen zu Sankt Jakob am Anger“ besitzen die Mönche eine ständige Niederlassung.
    Dieses „Hospiz“ wird zumeist von zwei „Patres“ und einigen „Brüdern“ bewohnt.


  • Kreuzviertel * Das Münchner „Augustinerkloster“ wird als „Zentralkloster“ für alle „Augustiner-Eremiten“ in „Kurbaiern“ genutzt. 

    So werden hier die vormaligen „Konvente“ aus Ingolstadt, Passau, Seemannshausen und Schönthal vereinigt.
    Jene „Kleriker“, die noch nicht die „ewige Profess“ geleistet haben, werden freilich sofort aus dem Orden entlassen. 


  • Berg am Laim * Das „Franziskaner-Hospiz Josephsburg“ in Berg am Laim wird aufgehoben. 


  • Graggenau * Nachmittags um 16 Uhr erscheint „Generallandesdirektionsrat“ Freiherr von Leyden mit einigen Amtspersonen im „Franziskanerkloster“ und lässt alle Insassen ins „Refektorium“ rufen.
    Dort teilt er den „Ordensmännern“ mit, dass der Abtransport nach Ingolstadt unter den Bedingungen der „kurfürstlichen Instruktion“ am „kommenden Morgen um 3 Uhr, längstens 4 Uhr“, zu erfolgen hat.

    Freiherr von Leyden hat die Weisung erhalten, dafür zu sorgen, dass „die hier bleibenden Individuen“ im Kloster verbleiben und nicht durch ihr „Ausgehen in die Stadt dem neugierigen Volke zu vielem Geschwätz Veranlassung“ geben.


  • Graggenau * Die „Franziskaner-Patres“ treten - „ohne das geringste Hindernis“ - ihre Reise nach Ingolstadt an, wo das ehemalige „Augustinerkloster“ für die „Franziskaner“ als „Aussterbekonvent“ bestimmt worden ist.

    In ihren Händen befindet sich der größte Schatz der Mönche, das „Reliquiar des heiligen Antonius von Padua“.

    In Pfaffenhofen nehmen die Ordensmänner bei den dortigen „Franziskanern“ das Mittagessen ein.
    Ohne Aufsehen zu erregen, haben sie „sofort nach eingenommenen Mittagsmahl die Reise ohne Aufschub weiter nach Ingolstadt fortzusetzen“.


  • München - Lehel - Au * Die „Polizeidirektion“ wird mit der Gründung einer Einrichtung beauftragt, die dann als „Kleinkinderbewahranstalt“ und heute - in der Weiterentwicklung - als „Kindergarten“ oder „Kinderhort“ bezeichnet wird. 

    Im Focus stehen „unbemittelte Eltern, die sich außer Haus begeben müssen, um sich vom täglichen Handlohn zu ernähren“.
    Denn diese „müssen häufig ihre kleinen Kinder einsperren oder unbesorgten Nachbarn anvertrauen, sie auch gar frei herumlaufen lassen, wodurch Unglücksfälle entstehen und die sittliche Erziehung benachteiligt wird“.  

    Eine solche Einrichtung soll in der Stadt und im Lehel eingerichtet werden.
    Auch das „Gericht ob der Au“ und das „Hofmarkgericht Haidhausen“ können Vorschläge einreichen. 


  • Graggenau * Auch die letzten „Franziskaner“ haben das Münchener Kloster verlassen.


  • Kreuzviertel * In aller Frühe werden 25 „Kapuziner“ in das „Zentralkloster“ nach Rosenheim gebracht. 


  • Amiens * Mit dem „Frieden von Amiens“ endet der „Zweite Koalitionskrieg“


  • Au * Im „Bendektinerinnenkloster am Lilienberg“ leben 17 „Chorfrauen“ und sechs „Laienschwestern“ im „Konvent“

    Zwei „Novizinnen“ werden sofort entlassen, eine 73-jährige geistesgestörte Nonne wird in die „Irrenanstalt“ gebracht. 


  • Au * Den „Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg“ wird ihre Versetzung mitgeteilt.

    Jeder wird erlaubt, ihr Bett und den übrigen Hausrat ihrer Zelle mitzunehmen.
    Um jegliches Aufsehen zu vermeiden wird einigen Nonnen erlaubt, ihre Eltern und Verwandten in München in „geschlossenen Wägen“ zu besuchen. 


  • Bayern * Für Baiern beginnen die Landzugewinne.

    Kurfürst Max IV. Joseph hat mit Frankreich in einem Geheimvertrag vereinbart, dass er die vertraglich zugewiesenen Territorien noch vor der Verabschiedung des „Reichsdeputationshauptschlusses“ militärisch in Besitz nehmen kann. 


  • Au * In der Frühe um 4 Uhr werden die ersten der zwanzig verbliebenen „Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg“ in das „ständische Kloster der Benediktinerinnen“ nach Geisenfeld gebracht. 


  • Au * Die restlichen  „Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg“ werden in die „ständischen Klöster der Benediktinerinnen“ nach Kühbach und Hohenwart gebracht. 

    Die „Mädchenschule“ wird von zwei weltlichen Lehrerinnen weitergeführt. 


  • Au * Die Versteigerung des Mobiliars aus dem „Kloster am Lilienberg“ bringt 3.024 Gulden in die Staatskasse.


  • Andechs * Wallfahrer der „Marianischen Kongregation“ halten sich an diesem Pfingstmontag auf dem „heiligen Berg“ in Andechs auf. 


  • Kreuzviertel * Nachmittags um 17 Uhr kehren die Wallfahrer vom „heiligen Berg“ in Andechs zurück.
    Sie ziehen feierlich durch das Sendlinger Tor in die Stadt ein. 

    Nachdem der Pfingstdienstag als Feiertag und damit auch das Abhalten von „Prozessionen“ bereits 1771 abgeschafft worden war, schreitet das Militär ein. 

    Es kommt zu Ausschreitungen. 
    Eine rund 300 Personen umfassende Gruppe stürmt zur „Hauptwache“ am Schannenplatz und weiter in Richtung „Bürgersaal“.  

    Das Militär kann sich durchsetzen und die Protestierer zurückdrängen.


  • München * Über die ganze Stadt verteilt sind militärische Patrouillen zu Pferd und zu Fuß. 

    Die ersten Handwerksgesellen treten in den Streik. 


  • München * Das Militär durchstreift die Stadt und nimmt Handwerksgesellen fest. 

    Um 11 Uhr wird mit Trommelschlag ausgerufen, dass man gegen jene Handwerksburschen militärische Gewalt anwenden wird, wenn sie sich nicht den Anordnungen fügen würden. 


  • München * Es ist wieder Ruhe in der Stadt eingekehrt. 

    Die Handwerksburschen dürfen sich auch wieder bis elf Uhr nachts in ihren Herbergen aufhalten. 


  • Kreuzviertel * Um 4 Uhr früh wird ein Teil der zwanzig „Karmelitinnen“ und zwei Novizinnen ins „Zentralkloster“ nach Neuburg an der Donau gebracht. 


  • Kreuzviertel * Die restlichen „Karmelitinnen“ werden ins „Zentralkloster“ nach Neuburg an der Donau gebracht. 


  • Graggenau * Die Gräber auf dem „Franziskaner-Friedhof“ werden geöffnet. 


  • Graggenau * Die Abbrucharbeiten am „Franziskaner-Kloster“ beginnen. 


  • Stepperg * Die Kurfürsten-Witwe Maria Leopoldine kauft das „Landsassengut zu Stepperg“ mit den dazugehörenden Bauernhöfen in Rennertshofen und Mauern um den Preis von 71.200 Gulden. 


  • Kreuzviertel * Die „Regierung Montgelas“ ordnet die Aufhebung des „Karmelitenklosters“ an.

    Anfangs bezieht das Militär die aufgelassenen und leerstehenden Klosterräume, bis Teile für das „Neue Gymnasium“, das spätere „Ludwigs-Gymnasium“, eingerichtet und andere Teile zum „Königlichen Erziehungsinstitut für Studierende“, dem sogenannten „Hollandeum“, ausgebaut werden können.


  • Kreuzviertel * Dreißig „Karmeliten“ und vier Laienbrüder werden in das ehemalige „Franziskaner-Kloster“ nach Straubing gebracht. 


  • Mühldorf * Siegmund Christoph von Hartmann, der „Pfleger“ von Mühldorf am Inn, meldet dem „Hofratsdirektoroum“ in Salzburg, dass „Mühldorf an die weise und gerechte Regierung von Baiern“ abgetreten werden soll. 


  • Lehel * Es wird beschlossen, dass die „Hieronymiten-Mönche“ am 21. August nach Indersdorf versetzt werden. 


  • Werdenfelser Land * Kurfürst Max IV. Joseph lässt die zu Freising gehörende „Grafschaft Werdenfels“ durch baierische Truppen besetzen. 


  • Salzburg - Berchtesgaden * Die Stadt Salzburg und die „Fürstprobstei Berchtesgaden“ werden von den österreichischen Truppen für Ferdinand III. von Toskana, dem jüngeren Bruder von Kaiser Franz, militärisch besetzt. 


  • Mühldorf * Baierns Militär marschiert um 16:30 Uhr in das zum „Fürstbistum Salzburg“ gehörende Mühldorf am Inn ein und nimmt die Stadt militärisch in Besitz. 


  • Salzburg - Mühldorf * Das in Salzburg sitzende „Hofratsdirektorium“ teilt dem Mühldorfer „Pfleger“ Siegmund Christoph von Hartmann mit, dass für eine militärische Besetzung der Stadt keine rechtlichen Grundlagen vorhanden wären und diese einen massiven Rechtsbruch darstellen würde. 

    Doch sei angesichts der Lage ein „aktiver Widerstand nicht angemessen“.


  • Lehel * Entgegen der bisherigen Pläne können die ehemaligen „Hieronymiten“ als „Weltpriester“ in ihrem Kloster bleiben und auch weiterhin die Seelsorge im „Lehel“ versehen.  

    Das ist auch der Grund, weshalb die „Paramente und Kirchengeräte“ nicht versteigert, sondern später der Pfarrkirche zugeteilt werden. 


  • Freising * Kurfürst Max IV. Joseph lässt das Militär in das „Fürstbistum Freising“ einmarschieren. 


  • Regensburg * Die „Reichsdeputation“, die Durchführung des Entschädigungsplans aus dem „Friedensvertrag von Lunéville“ ausarbeiten soll, tritt in Regensburg erstmals zusammen.


  • Au * Weil es kein zweites „Paulanerinnen-Kloster“ in Baiern gibt, werden die 17 Schwestern in „ständische Frauenklöster“ zur unentgeltlichen Verpflegung versetzt. 

    Am 14. und 15. September werden die „Paulanerinnen vom Kloster Lilienthal in der Au“ in ihre ihnen zugewiesene Klöster abtransportiert:

    • sechs zu den „Brigittinnen“ nach Altomünster,
    • sechs ins „Zisterzienserinnenkloster“ Niederschönenfeld und
    • die restlichen fünf ins „Augustinerinnenkloster“ Niederviehbach. 

  • Schloss Nymphenburg * Eine Abordnung Mühldorfer Bürger überreicht dem Kurfürsten Max IV. Joseph im „Schloss Nymphenburg“ eine Bittschrift, in der sie zum Ausdruck bringen, wie sehr sich die Bevölkerung freut „dem durchläuchtigsten Churhause Baiern einverleibt“ zu werden.  

    Damit gehe „ein Wunsch, der schon Jahr Zehnte in unseren Herzen glühte in Erfüllung“


  • Au * Eine weltliche Lehrerin betreibt die ehemalige „Klosterschule am Lilienberg“

    Nachdem Ende Mai die „Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg“ weggebracht worden waren, hatten achtzig Schülerinnen keine Lehrerin mehr. 


  • Au * Dem bisher als „Klosterbrauerei“ geführten „Paulaner-Bräuhaus“ wird eine „ordentliche und reale Bräugerechtigkeit“ bewilligt. 


  • Graggenau * Die Gebäude des „Franziskanerklosters“ werden an die Meistbietenden „auf Abbruch“ versteigert.

    Die „Franziskanerkirche“ erwirbt der „Hutmacher“ Johann Giglberger um 1.152 Gulden zur sofortigen „Demolierung“.


  • Graggenau * Mit dem Abbruch der „Franziskaner-Klostergebäude“ verschwindet auch der Friedhof mit seinen Gruftkapellen und den Gräbern zahlreicher Persönlichkeiten.

    Einige Grabplatten werden vorsorglich als historische Monumente an die „Frauenkirche“ übergeben.
    Graf Törring-Gronsfeld lässt drei Epitaphen von Familienangehörigen in die Bogenhauser „Georgskirche“ bringen.

    Das Epitaph des im Jahr 1594 verstorbenen Renaissancekomponisten Orlando di Lasso befindet sich im „Nationalmuseum“, den Schädel des Wilhelm von Occam erhielt die „Bayerische Akademie der Wissenschaften“.

    Und noch beim Bau der Tiefgarage auf dem „Max-Joseph-Platz“ beförderten die Bagger eine große Zahl von Knochen zutage.


  • Freising * Nach der „Säkularisierung Freisings“ erhält  der „Baierische Staat“ die jährliche Pauschalsumme als „Rekognition für die Verlegung der Brücke“.


  • Kreuzviertel * Das ehemalige und inzwischen umgebaute „Karmeliten-Kloster“ nimmt das „Wilhelms-Gymnasium“, das bisher im ehemaligen „Jesuitenkolleg“ untergebracht war, auf. 

    Es bleibt bis 1826 in diesen Räumen. 


  • Regensburg * Die „Reichsdeputation“ beschließt in seiner 30. Sitzung den „Reichsdeputationshauptschluss“

    Dieser bildet die Grundlage für die Aufhebung der „Geistigen Staaten“ und der „Landsässigen Klöster“, die der „freien und vollen Disposition der respectiven Landesherren“ überlassen werden.

    Baiern vollzieht daraufhin offiziell die Inbesitznahme der ihm zugeteilten Territorien: 

    • Die „Fürstbistümer“ Freising, Augsburg, Bamberg, Würzburg
    • sowie „Teile der Fürstbistümer“ Eichstätt, Passau und Salzburg.

    Damit werden große Teile Schwabens und Frankens baierisch.


  • Freising - Mühldorf * Kurfürst Max IV. Joseph ernennt Johann Adam Freiherr von Aretin zum „Generalkommissar für die Zivilbesitzergreifung des Hochstifts Freising sowie der Stadt Mühldorf“ und gibt ihm weitreichende Vollmachten. 


  • Mühldorf * Kurfürst Max IV. Joseph bevollmächtigt Johann Adam Freiherr von Aretin per Dekret die Stadt Mühldorf in Besitz zu nehmen. 


  • Freising * Da sich der kranke Freisinger Bischof Joseph Conrad Freiherr von Schroffenberg-Mös in Berchtesgaden aufhält, überreicht der kurfürstliche „Generalkommissär“ Johann Adam von Aretin dem Freisinger „Hofrat“ das „Besitzergreifungspatent“.

    Damit nimmt er für das Kurfürstentum Baiern zivilrechtlich Besitz von Freising, wozu auch die „Herrschaft Isen-Burgrain“ und die „Grafschaft Werdenfels“ gehören.

    Damit werden nicht nur viele Untertanen, sondern auch die „Zugspitze“ baierisch.

    Für Freising bedeutet das das Ende der geistlichen Herrschaft.
    Die Stadt wird eine ganz normalen baierischen „Municipalgemeinde“


  • Mühldorf * Der „kurfürstliche Generalkommissar für die Zivilbesitzergreifung des Hochstifts Freising sowie der Stadt Mühldorf“, Johann Adam Freiherr von Aretin, nimmt zivilrechtlich Besitz von der Stadt Mühldorf.


  • Mühldorf * Johann Adam Freiherr von Aretin nimmt - unter großem Jubel der Bevölkerung - mit dem „Besitzergreifungspatent“ vom 26. November offiziell Besitz von der Stadt Mühldorf am Inn. 

    Er weist das „Pfleggericht“ an, ab sofort keine Weisungen und Befehle mehr aus Salzburg entgegenzunehmen.

    Nach der Vereidigung der Beamten findet ein feierlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche statt.
    Am Abend wird in der Stadt gefeiert. 


  • Werdenfelser Land * Freiherr Johann Adam von Aretin erhält den kurfürstlichen Auftrag, die „Zivilbesitzergreifung der Reichsgrafschaft Werdenfels“ nicht auf dem normalen Verwaltungsweg über Freising aus, sondern vor Ort durchzuführen. 


  • Mittenwald - Garmisch * Um 10:30 Uhr vormittags trifft Johann Adam Freiherr von Aretin in Mittenwald ein.
    Er wird von einer jubelnden Menschenmenge begrüßt.

    Gleiches passiert bei seiner Ankunft in Garmisch gegen 15 Uhr. 


  • Werdenfelser Land * Freiherr Johann Adam von Aretin eröffnet um 8:30 Uhr mit einem Festgottesdienst die „Besitzergreifungsfeierlichkeiten der Reichsgrafschaft Werdenfels“.

    An den öffentlichen Gebäuden wird das kurbaierische Wappen angebracht und die „Zivilbesitzergreifung durch Verruf“ bekannt gemacht.
    An der großen mittäglichen Festtafel dürfen allerdings nur geladene Gäste teilnehmen.

    Damit endet die über 500 Jahre andauernde bischöfliche Herrschaft über das „Werdenfelser Land“


  • Lehel * Die „Hieronymitaner“ im Lehel treten erstmals in der Kleidung der „Weltpriester“ auf. 

    Das Kloster bleibt weiterhin bestehen. 


  • Kreuzviertel * Das ehemalige „Karmelitinnen-Kloster“ am Rochusberg wird um 34.000 Gulden der „Pfandhausverwaltung“ überlassen. 


  • Graggenau * 19 der vierzig Nonnen aus dem „Pütrich-Kloster“ und ihr „Beichtvater“ begeben sich auf ihre Reise nach Reutberg. 


  • Bayern * Der „Schulzwang“, die „allgemeine Schulpflicht“, für „alle Kinder vom 6. bis 12. Lebensjahre“, wird eingeführt.

    Wöchentlich müssen von den Eltern dafür 2 Kreuzer bezahlt werden.

    An diese „Grundschulzeit“ schließt sich für die 13- bis 18-jährigen eine „Sonntagsschule“ an, in der ihnen der „Katechismus“ und weiteres Grundwissen gelehrt wird.

    Der Staat ist damit für die Erziehung verantwortlich, weshalb er neue Schulen und bessere Lehrer braucht.
    Dafür werden eigene „Lehrerseminare“ eingerichtet.
    Die lokale „Schulaufsicht“ liegt freilich weiterhin bei den Pfarrern. 


  • Graggenau * Die restlichen 21 „Pütrich-Nonnen“ verlassen München in Richtung Reutberg. 


  • Graggenau * In einer Stadtbeschreibung wird über das Treiben im „Hofgarten“ folgendes berichtet: 

    „Hier wird an Sonn- und Feiertagen jeder neue Putz zur Schau getragen, hier ist der offene Markt der Reize, hier wird geschmachtet, geseufzt, getändelt und geliebäugelt. [...]  
    Zuckerwerk und andere Näschereien werden feilgeboten, das außen angebaute Kaffeehaus reicht Erfrischungen aller Art“


  • Bogenhausen * Staatsminister Maximilian Joseph von Montgelas kauft den „Sitz Stepperg“ in Bogenhausen.


  • München * Es bestehen noch zwei „Baierweinschenken“, die jedoch mit Rücksicht auf den Geschmack des Publikums zugleich als „Bierwirschaften“ zugelassen sind.


  • Haidhausen * In der „Hofmark Haidhausen“ befinden sich 201 Häuser und 526 Familien.


  • Bogenhausen * Mit der „Säkularisation“ wird Stephan Selmayr Eigentümer des „Hansmarterhofs“ in Bogenhausen.


  • München * Von 1803 bis 1806 übt Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas die Tätigkeit des „Finanzministers“ aus. 


  • Englischer Garten * Das „Dianabad“ beim „Englischen Garten“ öffnet seine Pforten. 

    Zur luxuriösen Ausstattung gehören neben 51 Hotelzimmern auch zwei geräumige und mit viel Pomp ausgestattete „Festsäle“.
    Die Badewannen bestehen aus innen verzinktem Kupfer.


  • Au * Das „Hofkrankenhaus für kurfürstliche Hofbedienstete“ am heutigen Kolumbusplatz wird in eine „Irrenanstalt“ umgewandelt.

    Bis dahin sind die Geisteskranken im „Haus für Wahnsinnige“ im Münchner „Heiliggeistspital“ untergebracht. Da die Räume im „Heiligeistspital“ für die „Irren“ auf Dauer aber nicht ausreichen, kommt es zur Verlegung an den Kolumbusplatz, wo diese Einrichtung unter dem Titel: „Magistratisches Krankenhaus zu München“ oder auch „Irrenhaus Giesing“ zum schlechten Ruf der Vorstadt beiträgt.

    Bis dahin befinden sich im Heiliggeist-Spital „22 Narren“. Im „Josephsspital“ sind neben anderen Kranken und „Pfründnern“ noch epileptische Patienten - die sogenannten „unschädlichen Narren“ - untergebracht.

    Das Erdgeschoss des „Giesinger Irrenhauses“ ist für die „ganz Tollen“ bestimmt und enthält - neben dem Wärterzimmer - dreizehn Zellen. Jede Zelle hat zwei Türen: die dicke innere, welche von außen versperrt werden kann und die äußere Türe, die aus Holz ist und die „Ausbrüche der Tollheit“ weniger hörbar machen soll. Das obere Stockwerk ist für ruhige „Wahnsinnige“ bestimmt. Es enthält neun Zellen und ein Wächterzimmer. Im „Irrenhaus“ ist eine Kapelle eingerichtet, die mit einem „eisernen Vorhang“ vom „Speisezimmer der Irren“ abgetrennt ist. Besonders verehrt werden dort die „Haare der Muttergottes“. Das sind „Berührungsreliquien“, die die „echten Haare der Muttergottes“ - aus dem „Pantheon“ zu Rom - berührt haben.


  • Au * Die „Mariahilf-Kirche“ wird zur Pfarrkirche der Au ernannt.


  • Weihenstephan * Kurfürst Max IV. Joseph gründet im säkularisierten Klostergut von Weihenstephan die erste baierische „Musterlehranstalt für Landwirthschaft“.

    Damit wird das Bierbrauen erstmals zum wissenschaftlichen Lehrgegenstand erhoben.


  • München * Mit der Verstaatlichung des Münchner Gerichtswesens und der Polizei gibt die Stadt ihre „Fronfeste im Rathaus“ und die „Haftstube im Rathausturm“ an das nunmehr staatliche „Stadtgericht“ ab.

    Die profanierte „Klosterkirche am Lilienberg“ und der nördlich daran anschließende Seitenflügel dient als „Eisenfronfeste“, als „Strafvollzugsanstalt“.


  • Englischer Garten * Friedrich Ludwig Sckell wird die Oberaufsicht über das gesamte „Gartenwesen“ übertragen. 

    Der von Rumford angelegte „Theodor-Park“ war - wenn auch dem „allgemeinen Publikum“ gestiftet - in seiner Ausstattung doch auf eine Gesellschaft abgestimmt, die eher im höfischen Leben beheimatet ist.


  • München * Das heutige Stadtgebiet gehört - neben dem „Münchner Burgfrieden“ zu vier verschiedenen „Gerichtsbezirken“: den „Landgerichten“ Dachau, Starnberg, Wolfratshausen und Kranzberg sowie der als Ausland geltenden „Grafschaft Ismaning“.


  • Untergiesing * Mit der „Säkularisation“ und der damit verbundenen Klosterauflösung wird der „Kurfürstentum Baiern“ Eigentümer der „Giesinger Mühle“.


  • Angerviertel - Au * Der Auer Wirt Kaspar Barthmann kauft die „Singlspielerbrauerei“ mit allen Zubehör: von der Bettwäsche und den Zinntellern über Brauerei- und Schäfflerrequisiten, Wagen und Pferde, Häuser, Märzenkeller und Wiesengründe.


  • Kreuzviertel * Das „Religionsedikt“ bringt die Gleichberechtigung von „Katholiken“, „Lutheraner“ und „Reformierten“

    Aus Anlass der Aufnahme fränkischer und schwäbischer Gebiete in den immer größer werdenden baierischen Staat kommt es zu nachstehenden Bestimmungen: 
    Bei künftiger Besetzung der Staatsämter werden Wir nur auf die Würdigsten, ohne Unterschied der im deutschen Reiche eingeführten drei christlichen Religionen [gemeint sind die „Katholiken“, „Lutheraner“ und „Reformierten“] den landesväterlichen Bedacht nehmen. 

    Keinem unserer Untertanen, von welcher Konfession er sei, soll je etwas zugemutet werden dürfen, welches seiner Religions- oder Gewissensfreiheit engtgegen wäre"

    Doch der Mann, der die positive Entwicklung der evangelischen Kirche in Bayern bremsen wird, steht in der Person des Kronprinzen Ludwig I. schon bereit.


  • Wien - Salzburg * Der im Wiener Exil lebende Salzburger Erzbischof Hieronymus Franz de Paula Graf von Colloredo unterzeichnet die „Abdankungserklärung“ und ruft seine Salzburger Untertanen auf, „dem neuen Herrn [..] die Treue und Anhänglichkeit künftig fort zu bewahren“.  

    Vom selben Tag stammt die „Besitzergreifungsurkunde für Salzburg“ des Großherzogs Ferdinand III. von Toskana. 


  • Salzburg * Heinrich Freiherr von Crumpipen nimmt im Auftrag des Großherzogs Ferdinand III. von Toskana Besitz von Salzburg.

    Der bisherige „Statthalter“ des Salzburger Erzbischofs Hieronymus Franz de Paula Graf von Colloredo, Sigmund Christoph Graf von Zeil-Trauchburg, wird von seinen weltlichen Regierungsaufgaben entbunden. 


  • Regensburg * Die letzte Tagung des „Immerwährenden Reichstags“ befasst sich mit der Annahme des „Reichsdeputationshauptschlusses“.  

    Es ist das letzte bedeutende Gesetz des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ und behandelt die Neuordnung des Reiches.

    Im „Reichsdeputationshauptschluss“ erfolgt die „Kompensation“ für die Abtretung der linksrheinischen Gebiete an Frankreich.  
    Grundlage für den Text ist ein im Juni 1802 zwischen Frankreich und Österreich vereinbarter „Entschädigungsplan“, der wiederum auf den am 9. Februar 1801 geschlossenen „Friedensvertrag von Lunéville“ zurückgeht.

    Die Wittelsbacher haben aber nicht nur die Herzogtümer Zweibrücken und Jülich sowie die linksrheinische Kurpfalz verloren, sondern müssen jetzt auch noch die rechtsrheinische Kurpfalz um Mannheim und Heidelberg an Baden abgeben.

    Doch durch den § 2 des „Reichsdeputationshauptschlusses“ erhält das kurfürstliche Baiern das „Fürstbistum Freising“ mit der dazugehörigen „Grafschaft Werdenfels“ und die „Herrschaft Isen-Burgrain“ offiziell überschrieben; dazu die „Fürstbistümer Augsburg“, „Bamberg“ und „Würzburg“ sowie Teile von „Eichstätt“, „Passau“ und „Salzburg“.
    Zu den genannten Territorien kommen noch 15 „Reichsstädte“ und 13 „Reichsabteien“ dazu. Freilich noch nicht die Großen: Augsburg und Nürnberg.
    Doch damit werden wesentliche Teile Schwabens und Frankens bairisch.

    Insgesamt stehen dem Verlust von 200 Quadratmeilen und 730.000 Einwohnern ein Gewinn von 288 Quadratmeilen und 834.000 Einwohnern aus den aufgelösten geistlichen Staaten und wirtschaftliche Werte von über 43 Millionen Gulden von den Klöstern gegenüber. 


  • Graggenau * Das „Pütrich-Kloster“ wird verkauft. 


  • Au * Das ehemalige „Paulanerinnen-Kloster im Lilienthal“ wird dem „Schulfond“ übergeben. 

    Das Kloster wird zum „Pfarrhof“ sowie ein Schulhaus für je eine Jungen- und eine Mädchenschule und einer weiblichen „Feiertagsschule“


  • Kreuzviertel * Freiherr Maximilian Joseph von Montgelas erwirbt vom Grafen Maximilian Johann Nepomuk de la Perouse [Perusa] für 66.000 Gulden ein „Barock-Palais“.

    Da Freiherr von Montgelas jedoch seinen Wohnsitz zugleich auch als Ministerbüro und für repräsentative Zwecke nutzen will, gibt ihm sein Arbeitgeber Kurfürst Max IV. Joseph 53.000 Gulden als Geschenk dazu. 

    Maximilian Joseph von Montgelas beauftragt für die Umbau- und Vergrößerungsplanungen den aus Portugal stammenden und gerade zum „Oberbaukommissär“ beim „Ministerium des Innern“ ernannten Emanuel Joseph von Herigoyen mit der Vergrößerung des Palais.

    Das palastartige Gebäude am Promenadeplatz 2/ Ecke Kardinal-Faulhaber-Straße trägt den Namen seines Erbauers: „Palais Montgelas“


  • Berchtesgaden * Joseph Conrad von Schroffenberg-Mös, der letzte Freisinger Bischof, stirbt in Berchtesgaden. 

    Sein Bischofsstuhl wird erst 1818 wieder besetzt. 


  • Kreuzviertel * Die „Salvatorkirche“ wird gesperrt und wenig später in eine Wagen- und Salpeter-Remise umgewandelt. 


  • München * Die „zweckwidrigen Ceremonien am Himmelfahrtstag und Pfingstsonntag“ werden verboten. 

    Gemeint sind das „Aufziehen einer Christus-Figur“ und das „Herablassen einer weißen Taube als heiliger Geist“


  • Regensburg * Mit der „kaiserlichen Ratifikation“ tritt der „Reichsdeputationshauptschluss“ formell in Kraft.


  • München * Den „Bruderschaften“ wird das Tragen von Kutten verboten. 


  • Salzburg * Großherzog Ferdinand III. von Toskana hält feierlichen Einzug in die Stadt Salzburg und wählt „Schloss Mirabell“ zu seiner Residenz. 


  • Schwabing * Kurfürst Max IV. Joseph kauft von Stephan von Stengel um 18.000 Gulden den Edelsitz „Biederstein“.  

    In der Folge wird das Schloss durch den „Hofbaumeister“ Franz Thurn aufgestockt und um zwei Seitenflügel zu einem „Feensitz“ erweitert.  
    Die Umgebung wird durch Friedrich Ludwig Sckell im „englischen Stil“ zu einem Landschaftsgarten umgestaltet. 


  • München * Kurfürst Max IV. Joseph erlaubt „Mischehen“ zwischen Katholiken und Protestanten. 


  • Wien - Salzburg * Der deutsch-römische Kaiser Franz II. erhebt Salzburg zum Kurfürstentum. 


  • Paris * Von der französischen Geheimpolizei wird eine royalistische Verschwörung aufgedeckt, die angeblich die Ermordung Napoleon Bonapartes und die Einsetzung von General Jean-Victor-Marie Moreau zum neuen Herrscher zum Ziel hat. 

    Dieser wird aber zu Unrecht beschuldigt. 


  • Haidhausen * Die „Heilige Stiege“ zum Kruzifix am „Gasteigberg“ wird abgerissen. 


  • Angerviertel * In der Haupt- und Residenzstadt München gibt es nur ein „ständisches Kloster“: das „Klarissen-Kloster zu Sankt Jakob am Anger“, dessen Äbtissin ist Mitglied der „Landschaft“ ist.

    Es ist eines der siebzig „Landsässigen Klöster“ in Altbaiern, das durch den verfassungsrechtlichen Schutz erst im Jahr 1803 aufgehoben werden kann.

    Auch Österreich zieht - damals noch als baierischer Verbündeter - einen erheblichen Gewinn aus der Aufhebung der baierischen Klöster.
    Diese haben ihre „Aktiva“ - aufgrund der in Baiern nicht vorhandenen Bankhäuser - bei der „Wiener Bank“ angelegt.
    Nach der Klosteraufhebung kassiert Österreich diese Guthaben ein und beschlagnahmt deren Grundherrschaften, vor allem Weingüter in Südtirol und in anderen habsburgischen Gebieten.

    Baiern muss dagegen die Schulden der Klöster übernehmen.


  • Au * Die „Mädchenschule“ im ehemaligen „Benediktinerinnenkloster am Lilienberg“ wird geschlossen.


  • Au * Das „Landgericht München“ bezieht die Räume im ehemaligen „Kloster Lilienberg“.

    Es umfasst neben den Orten des „Gerichts ob der Au“ das „Amt Perlach“ vom „Landgericht Wolfratshausen“, das „Gebiet Neuhausen“ vom „Landgericht Dachau“, die „Gebiete Gauting und Germering“ aus dem „Landgericht Starnberg“ sowie Fröttmaning und Garching aus dem „Landgericht Kranzberg“.

    Dazu die Orte Ismaning, Ober- und Unterföhring, Daglfing und Englschalking aus dem kurz zuvor staatlich eigenständigen „Fürstbistum Freising“.


  • Kreuzviertel * Durch ein „kurfürstliches Reskript“ wird das „Augustiner-Kloster“ säkularisiert. 


  • Au * Im ehemaligen „Paulaner-Kloster in der Au“ wird ein „Strafarbeitshaus“ eingerichtet. 


  • Kreuzviertel * Die „Augustiner-Klosterkirche“ wird gesperrt. 

    Die Klosterinsassen müssen das Kloster am nächsten Tag räumen. 


  • Kreuzviertel * Die „Aufhebung des Zentralklosters der Augustiner“ wird vollzogen. 

    Bis auf drei alte „Patres“ übernimmt nun auch der Rest des Konvents „seelsorgerische Aufgaben“ außerhalb des Ordens. 
    Die Insassen des „Augustiner-Klosters“ sollen umgehend die Gebäude verlassen. 
    Weil die „Augustiner“ in kein „Aussterbekloster“ gebracht werden sondern Anstellungen als „Weltgeistliche“ annehmen, müssen sie in der Stadt eine Unterkunft suchen. Dadurch verzögert sich die Räumung des Klosters bis Anfang November.

    Die Kirche wird in der Folge zur „Mauthalle“, zum „Zollamt“, umgebaut. 
    Die dazu notwendigen Arbeiten werden umgehend begonnen.

    Das heimatlose „Augustiner Christkindl“ findet Obhut bei den „Barmherzigen Schwestern der heiligen Elisabeth“, die die Tradition der weihnachtlichen Verehrung des Gnadenbildes in ihrer Spitalkirche an der heutigen Mathildenstraße fortsetzen. 


  • Graggenau * Auf dem Weg vom „Hofgarten“ in den „Englischen Garten“ wird das denkmalartige Standbild des „Harmlos“ von Franz Jakob Schwanthaler d.Ä. enthüllt.

    Es ist eine Stiftung des Ministers Theodor Graf von Morawitzky.


  • Kreuzviertel * Die Altäre und Gerätschaften der „Augustiner-Kirche“ werden öffentlich versteigert. 


  • Graggenau * Die „Wieskirche“, Münchens älteste Kirche, wird gesperrt und zur „städtischen Registratur“ umgewidmet.

    Sie wird 1880 abgebrochen. 


  • Haidhausen * Nachdem die „Heilige Stiege“ auf dem Gasteig beseitigt worden ist, wird der Grund an den „Kreuzbräu“ Mathias Rottenkolber und den „Kreuzlgießergartenwirt“ Hagn verkauft. 

    Für die beiden Figuren und das Kruzifix behält sich die Stadt das Eigentumsrecht vor. 


  • Dietramszell * Der erste Teil der „Klarissinnen vom Anger“ begibt sich in ihr „Aussterbekloster“ nach Dietramszell. 


  • Lehel * Die „Johann-Nepomuk-Kapelle“ zwischen den Isarbrücken wird abgebrochen. 


  • Angerviertel - Dietramszell * Der zweite Teil der „Klarissinnen vom Anger“ macht sich auf den Weg in ihr „Aussterbekloster“ nach Dietramszell. 


  • München * Viele Münchner besuchen das zur Verehrung ausgestellte „Augustiner-Christkindl“ im Kloster der „Elisabethinerinnen“


  • Schwabing * „Hofbaumeister“ Franz Thurn überarbeitet „Schloss Biederstein“.

    Friedrich Ludwig Sckell legt den Garten neu an.


  • München * Offiziell gibt es in München 31 „Kaffeeschenken“.
    Davon elf „Realrechte“ und zwanzig „persönliche Konzessionen“.

    Der Unterschied zwischen den „Kaffeeschenken“ und den „Traiteurs“ wird beseitig.
    Beiden wird gestattet „Billards zu halten und nebst Kaffee und anderen Getränken auch Kost zu geben“


  • Untergiesing * Die eingeleiteten Untersuchungen, ob bei der Verleihung der „Hofmarksrechte“ alles mit rechten Dingen zugegangen ist, ziehen sich bis zum Jahr 1804 hin und werfen alles über den Haufen.

    Sie kommen zum Ergebnis, dass sowohl die Erteilung der „Jurisdiktion“ über die 68 „Untertanenfamilien“, als auch die „Edelsitzverleihung“ an Franz Anton von Pilgram unstatthaft war und damit ungültig sei.

    „Pilgramsheim“ muss wieder der „Niedergerichtsbarkeit“ der „Hofmark Falkenau“, die einverleibten Auer Häuser wieder der „Auer Gerichtsbarkeit“ unterstellt werden.

    Im Laufe der Untersuchungen geht das Pilgram'sche Besitztum in mehrere Hände über.


  • Isarvorstadt * Das Projekt „Ausbau des Torweges am Isartor“ wird wieder aufgegriffen.  

    Der Grund liegt in dem seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zunehmenden Verkehr durch das „Isartor“.  

    Sowohl München als auch die Gemeinden rechts der Isar sind enorm angewachsen.  
    Dem entsprechend erhöht sich auch der tägliche Pendelverkehr.  

    War die Ausfallstraße zu Rumfords Zeiten noch mit 28 Fuß [ca. 8,40 Meter] geplant worden, so fordert man jetzt eine Breite von 48 Fuß [ca. 14,40 Meter].  
    Die Regierung erhöht die Straßenbreite am 1. September 1807 sogar auf 100 Fuß. 


  • Lehel * Die Regierung hat beschlossen, in den ehemaligen Klostergebäuden der „Hieronymiten“ die „kurfürstliche Leibjägerei“ und die „Gewehrkammer“ unterzubringen. 


  • Bogenhausen * Freiherr Maximilian Joseph von Montgelas lässt unterhalb Bogenhausen durch Oberst Adrian von Riedl eine Holzbrücke über die Isar errichten, die er als bequeme Verbindung nach München nutzt.
    Sie hält bis zum Jahr 1812. 


  • München * Franz Maria Schweiger gehört der Schauspielertruppe des Lorenz Lorenzoni an.


  • Marquartstein * Joseph Hazzi berichtet in seinen „Statistischen Auffschlüsse über das Herzogthum Baiern“ über die Bewohner in dem Gebiet um Marquartstein bei Traunstein:  

    „Sie heiraten gern und sehr früh, erzeugen viele Kinder, mitunter eben so viele uneheliche, das man nicht nur für kein sündhaftes, sondern vielmehr für ein gutes Werk hält“


  • München * Aron Elias Seligmann wird das „Rechnungswesen des Ministerialauswärtigen Départements“ übertragen.

    Das heißt, er übernimmt die Auszahlung der Gehälter an die Beamten des auswärtigen Dienstes des baierischen Kurfürsten Max IV. Joseph in München und im Ausland. 

    Gleichzeitig gründet Seligmann ein Bankhaus und gewährt dem wirtschaftlich zerrütteten Kurfürstentum Baiern Darlehen und Zuschüsse in Millionenhöhe.

    Dadurch stabilisiert sich die wirtschaftliche Situation im durch Landzuwächse immer größer werdenden Kurfürstentum. Durch die bessere Finanzausstattung Baierns finden sich weitere Geldgeber.

    Im Gegenzug werden der Familie die vollen „bürgerlichen Rechte“ zugestanden.


  • Bogenhausen * Oberst Riedel baut die erste Isarbrücke bei Bogenhausen.

    Sie hält bis zum Jahr 1812.


  • Kreuzviertel * Im ehemaligen „Theatiner-Kloster“ findet die erste öffentliche Versteigerung von Mobiliar des Klosters statt. 


  • Schwabing * Das „Schloss Biederstein“ kommt von Kurfürst Max IV. Joseph als Schenkung „in die Hände unserer vielgeliebten Frauen Gemahlin“ Caroline. 


  • München * Friedrich Ludwig Sckell übernimmt die extra für ihn geschaffene „Hofgartenintendanz“ mit Sitz in München. 
    Zu diesem Zeitpunkt ist der „Englische Garten“ bereits weitgehend angelegt.

    Freiherr Reinhard von Werneck wird seiner Stellung als „Direktor des Englischen Gartens“ enthoben.
    Er wird vom Kurfürsten zum Trost zum „Generalmajor á la suite“ befördert und mit der „Reorganisation des Kadettenkorps in München“ beauftragt.

    Für den „Englischen Garten“ treten nun ökonomische Gesichtspunkte zugunsten der Anlage eines großflächigen „Landschaftsgartens“ in den Hintergrund.
    Friedrich Ludwig Sckell legt aus diesem Grund einen „Plan A“ an, der den vom ihm vorgefundenen Zustand der „Gartenanlage“ festhält.


  • Petersburg - Berlin * Zar Alexander I. schließt ein „Defensivbündnis“ mit Preußen.


  • Paris * Napoleon Bonaparte wird als erblicher Kaiser von Frankreich proklamiert. 


  • Graggenau * Der Grundstein für das „Palais Salabert“, dem heutigen „Prinz-Carl-Palais“, wird gelegt. 

    Das Gartenpalais wird nach Plänen von Carl von Fischer erbaut.


  • Kreuzviertel - Graggenau * In einem „kurfürstliches Reskript“ an die „Oberbaierische Militär-Inspektion“ heißt es:

    „Wir haben gnädigst beschlossen, den bisherigen Parade-Platz dem Vergnügen des Publikums allein zu widmen, und zu diesem Zwecke verschönern zu lassen.
    Dagegen bestimmen Wir den Platz des ehemaligen Franziskaner-Klosters zur Zeit als Parade-Platz, und eröffnen solches Unserer oberbaierischen Militär-Inspektion zu Anweisung der hiesigen Kommandantschaft“
    .

    Das „Franziskanerkloster“ ist inzwischen abgerissen und der dazugehörige „Friedhof“ eingeebnet worden.
    Der dadurch entstandene große Raum erhält bald darauf die Bezeichnung „Max-Joseph-Platz“.
    Über den Gräbern des „Franziskanerfriedhofs“ stampfen seither Soldatenstiefel, vor allem aus der „Kosttor-Kaserne“ und der „Kreuzkaserne“

    Bis zum Frühjahr 1826 dient der heutige „Max-Joseph-Platz“ als „Exerzierplatz“ der „Münchner Garnison“, um sich auf einen potenziellen Einsatz sorgfältig vorbereiten zu können.

    Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es keine militäreigenen großen „Truppenübungsplätze“.
    Die eigentliche Truppenausbildung muss daher auf den „Kasernenhöfen“ und „Exerzierplätzen“ stattfinden.


  • Wien * Franz II. nimmt - ohne Rücksprache mit den „Reichsfürsten“ und unter Bruch der „Reichsverfassung“ - als „Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ den Titel eines erblichen Kaisers von Österreich an.  
    Damit ändert er auch seinen Namen in Franz I. Joseph Karl.  

    Gleichzeitig gliedert er seinem Kaiserreich sämtlichen Reichsbesitz ein, über den er ohne Zustimmung des „Reichstags“ eigentlich gar nicht verfügen darf.  

    Den Titel des „Erwählten Römischen Kaisers“ trägt er unabhängig davon bis zum 6. August 1806. 


  • Rom * Kronprinz Ludwig I. befindet sich bis Herbst 1805 auf seiner ersten Reise nach Rom.

    Von der Stadt so beeindruckt, will er auch in München haben, „was zu Rom ‚museo‘ heißt“.


  • Petersburg * Zar Alexander I. schließt ein „Defensivbündnis“ mit Österreich und Schweden.


  • München * Die Kurfürsten-Witwe Maria Leopoldine geht eine Ehe mit Ludwig Joseph Graf von Arco ein. 


  • Paris - München - Wien * Napoleon Bonaparte will eine dynastische Verbindung zwischen seiner Familie und den großen europäischen Häusern. 

    Der baierische Minister Maximilan Joseph von Montgelas unterstützt den Gedanken, Napoleons Stiefsohn Eugéne Beauharnais, Vizekönig von Italien, mit Auguste Amalie, der Tochter des baierischen Kurfürsten, zu verehelichen.


  • Paris * Napoleon Bonaparte krönt sich zum Kaiser von Frankreich. 


  • München * Reichsgraf Rumford wird „Präsident der Akademie der Wissenschaften“ in München.


  • München * Adrian von Riedl wird mit 59 Jahren in den Ruhestand versetzt.

    Trotz seines grünen Paradieses am Rande des „Englischen Gartens“ behagt ihm die Ruhe nicht, weshalb er den Bau einer Mühle plant.
    Der an seinem Grundstück vorbeifließende „Eisbach“ mit einem Wasserdurchlauf von 22 Kubikmetern pro Sekunde erscheint ihm dafür ideal.


  • Bogenhausen * Durch die ab der „Bogenhausener Brücke“ in Richtung Oberföhring beginnende Isarregulierung durch Oberst Adrian von Riedl wachsen Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas 117 Tagwerk Grund zu.
    Auf dem Gelände entsteht später der heutige „Herzogpark“.

    Neben seinen Münchner Besitzungen hat Montgelas noch kleinere und größere Besitzungen über ganz Baiern verstreut. 


  • Haidhausen * Die „Baierische Landesregierung“ gibt der „Hofmarkverwaltung“ die Schuld an den unhaltbaren Zuständen in Haidhausen, da sie „ständig ganz unvermögenden Leuten die Ansiedlung und Verehelichung genehmige, sich aber dann nicht mehr um sie bekümmere, so daß sie in Armut gerieten und zum Bettel ihre Zuflucht nehmen müßten, um ihren Lebensunterhalt zu gewinnen“.


  • Schloss Nymphenburg * Der „Oberstbergrat“ Josef von Baader erfindet eine „Wassertretmaschine", mit der er über die Nymphenburger Parkseen „radeln" kann.

    Diese „Spielerei", wie er seine Erfindung selbst nennt, bringt ihn auf die Idee,ein ähnliches Fahrzeug auch für die Straße zu bauen.

    Ganz aus Holz bastelt er dieses anno 1805 zusammen und unternimmt damit mehrere Versuchsfahrten zwischen München und Nymphenburg.
    Baader gilt seither als der erste Mensch, der „sich mit Hilfe von zwei Rädern fortbewegen konnte".


  • München * Im Zuge der bevorstehenden Auflösung des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ - ist Kurfürst Max IV. Joseph fest entschlossen, die „Post“ künftig als Staatsaufgabe selbst zu übernehmen.

    Bestärkt wird der Wittelsbacher vom „Generallandesdirektor“ Joseph Maria von Weichs, der ihm den Rat gibt, „daß der gegenwärtige Zeitpunkt der schicklichste sey, das Postregal [der Thurn und Taxis] einzuziehen und unter landesherrlicher Verwaltung auszuüben“.


  • Au * Die „Hoffischerei“ wird aufgelöst.

    Das Haus des Hoffischers geht an die „Strafarbeitshaus-Verwaltung“ über.


  • München * Joseph Sulzbeck tritt mit seiner dreisaitigen Bassgeige in verschiedenen Wirtschaften auf.


  • München * Die „Gesetze zur Ergänzung des stehenden Heeres“ von 1805 und 1812 gestatten dem Bürgertum großzügige „Befreiung vom Wehrdienst“.


  • Lehel * Kurfürst Max IV. Joseph überträgt der Militärbehörde das säkularisierte Kloster „der Hyronymitaner im Lehel nebst dem Garten, jedoch mit Ausnahme der Kirche, welche Wir zur Pfarrkirche bestimmt haben“.  

    Der Regent will das „Kadetten-Korps“ vom „Wilhelminum“, hierher verlegen.  
    Doch dazu müssen erst für die das Kloster noch bewohnenden drei „Hieronymiten“ und drei kurfürstliche Jäger eine Unterkunft gefunden werden.  

    Und selbst dann war das Gebäude noch höchst ungeeignet, da zwischen dem südlich der Kirche liegenden „Konventtrakt“ und dem an der Kirchen-Nordwand neu anzubauenden Erweiterungsbau das Gotteshaus liegt.  

    Die vorgelegten Baupläne stoßen auch wegen  

    • der zu gering bemessenen Kadettenplätze,  
    • der nicht ausreichenden Unterrichtsräume und  
    • des fehlenden Zimmers „für die physikalischen Apparaturen“ auf Kritik.  

    Vor allem missfällt dem „Kadettenerzieher“, dass die Schlafräume für die zivilen Dienstmägde mitten im Unterkunftsbereich der Kadetten liegen und so „die skandalösesten Auftritte und Ausschweifungen“ zu befürchten wären.  

    Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass „die Lage des Hieronymitaner-Klosters, sowohl wegen dessen Verbindung zu den übrigen Kasernen, und hauptsächlich wegen dem nahe vorbeifließenden Wasser ungemein vorteilhaft zu einer Kaserne“ ist. 


  • Lehel * Durch ein Dekret wird das „Kloster der Hieronymiten“ endgültig aufgehoben.  

    Dennoch gibt es eine neue Verzögerung in der Ausführung. 


  • London - Paris * Großbritannien erklärt Frankreich den Krieg.
    Das ist der Beginn des „Dritten Koalitionskrieges“.

    Österreich, Russland und England haben sich zur „Dritten Koalition“ gegen Frankreich zusammengeschlossen. 

    Wie soll sich Baiern verhalten, wo doch ein österreichisches Kriegsziel die „Annexion Baierns“ war?
    Neutralität kommt nicht in Frage, also müssen die Baiern ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen. 


  • München * Das Kurfürstentum Baiern führt die „Wehrpflicht“ ein.

    Diese gilt jedoch nicht für alle Baiern, denn die „Gesetze zur Ergänzung des stehenden Heeres“ aus den Jahren 1805 und 1812 gestatten dem städtischen Bürgertum „großzügige Befreiung vom Wehrdienst“.


  • Lehel * Die ehemaligen „Hieronymiten-Mönche“ erhalten die Weisung, das Gebäude, „welches sie dermal bewohnen, weil es zu einem Staatszweck bestimmt ist“, schnellstmöglich zu räumen.  

    Zum Unterhalt erhält der Prior eine Jahrespension von 300 Gulden, die übrigen Patres jeweils 275 Gulden.  
    Zur Auflage wird ihnen gemacht, „die pfarrlichen Verpflichtungen im Lehel“ bis zur anderweitigen Verfügung pflichtgemäß zu versehen. 


  • Lehel * Kurfürst Max IV. Joseph erklärt die „Sankt-Anna-Kirche“ zur „Pfarrkirche“


  • Bogenhausen * Im Bogenhausener „Schloss Stepperg“ werden die Geheimverhandlungen zwischen dem französischen Abgesandten und Minister Montgelas über einen baierischen Bündniswechsel mit Frankreich mit einem vorläufigen Vertrag abgeschlossen.

    Er beendet die Koalition mit Österreich und Russland. 


  • Frankreich - Österreich * Napoleon Bonaparte lässt seine „Große Armee“ in Richtung Österreich abmarschieren.

    Ende September will er in Baiern ankommen.


  • München * Als österreichische Truppen an den baierischen Grenzen aufziehen, zögert Kurfürst Max IV. Joseph das Bündnis mit Frankreich zu ratifizieren und war zeitweise sogar bereit, dem kaiserlichen Druck nachzugeben.


  • Schloss Nymphenburg * Der österreichische „Feldmarschallleutnant“ Fürst Schwarzenberg lässt „Schloss Nymphenburg“ umstellen und fordert Kurfürst Max IV. Joseph zur Eingliederung seiner Truppen in das österreichische Militär. 

    Mit Täuschungs- und Verzögerungsmanöver gelingt es, die baierische Armee in die Oberpfalz zu retten. 


  • München - Ansbach * Mit dem Einmarsch österreichischer Truppen in Baiern beginnt der „Dritte Koalitionskrieg“

    Der Münchner „Hof“ verlässt die Haupt- und Residenzstadt heimlich in Richtung Ansbach.


  • Wien - München * Kaiser Franz II. bietet den Baiern den Königstitel an, wenn sie sich der „Dritten Koalition“ anschließen würden. 

    Doch das hätte nicht gleichzeitig die „Erringung der vollen staatlichen Souveränität“ bedeutet, wie sie Napoléon anbietet.

    Diese war für Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas aber die rechtliche Voraussetzung für die inneren Reformen der kommenden zwölf Jahre, insbesondere für die Ausschaltung der „Stände“ und die „Schaffung einer Konstitution“.
    Die bis dahin gültige „Ständeverfassung“ war durch das „Reichsrecht“ und die „Reichsgerichte“ geschützt. 


  • Paris - Wien * Napoleon Bonaparte erklärt Österreich den Krieg und überquert zwei Tage später den Rhein. 


  • München * Kronprinz Ludwig I. hat die Taktik von Kurfürst Max IV. Joseph und Minister Montgelas noch nicht durchschaut.

    Beschwörend schreibt er an seinen Vater, er möge „unter keinen Umständen mit den Franzosen gehen. [...]
    Glauben Sie nicht, dass ich ein Österreicher bin, aber ich bin deutsch und bin ein Feind des Unrechts“
    .


  • Würzburg * Kurfürst Max IV. Joseph ratifiziert in Würzburg den „Geheimvertrag von Bogenhausen“ und legt Baiern auf eine Koalition mit Frankreich fest.

    Zu diesem Zeitpunkt haben die Österreicher bereits das südliche Baiern besetzt.


  • Donauwörth * Die ersten französischen Militäreinheiten überqueren die Donau bei Donauwörth. 


  • Wertingen * In der „Schlacht von Wertingen“ kommt es zum ersten Gefecht zwischen den österreichischen und französischen Truppen. 


  • München * Baierische Truppenkontingente unter der Führung des französischen Generals Bernadotte können München nahezu kampflos einnehmen. 


  • Elchingen * In der „Schlacht bei Elchingen“ kommt es zu einem weiteren Gefecht zwischen österreichischen und französischen Militärs. 


  • Ulm * Ulm wird von französischen Truppen beschossen und von den Österreichern verteidigt. 


  • Ulm * Napoleon bezwingt die österreichische Armee bei Ulm und befreit Baiern von den kaiserlichen Truppen.


  • Ulm * In der „Kapitulation von Ulm“ muss die eingeschlossene österreichische Deutschlandarmee kapitulieren. 


  • Kreuzviertel - Hackenviertel * Napoleon Bonaparte zieht mit Kanonendonner, Glockengeläut und unter dem Jubel der Bevölkerung triumphal durch das „Karlstor“ in das festlich beleuchtete München ein. 

    Kurfürst Max IV. Joseph befindet sich noch auf der Flucht.


  • Braunau * Braunau wird von der napoleonischen Armee eingenommen.


  • Würzburg - München * Der baierische Kurfürst Max IV. Joseph trifft aus Würzburg kommend in München ein und muss sich für seine Verzögerung beim französischen Kaiser entschuldigen.


  • Salzburg - Kufstein * Die baierischen Truppen unter der Führung von General Bernhard Erasmus von Deroy nehmen Salzburg ein und dringen über Reichenhall und Lofer nach Kufstein vor.


  • Scharnitz - Innsbruck * Französische Truppen erobern die „Festung Scharnitz“ und Innsbruck.


  • Linz * Im „Vertrag von Linz“ erhält Baiern neben Gebietserweiterungen erstmals die Souveränität zugesichert.


  • Kufstein * Die baierischen Truppen nehmen die „Festung Kufstein“ ein.


  • Wien * Französischen Truppen erreichen Wien und nehmen die Stadt kampflos ein. 


  • Tirol * Baierische Truppen übernehmen die „Besetzung“ Tirols.


  • Austerlitz * In der „Dreikaiserschlacht bei Austerlitz“ besiegt Napoleon Bonaparte unter Mitwirkung baierischer Truppen bei Austerlitz die die „österreichisch-russische Koalition“ des römisch-deutschen und österreichischen Kaisers Franz und des russischen Zaren Alexander I.. 

    Damit ist der „Dritte Koalitionskrieg“ militärisch entschieden.


  • Tirol * Der baierische General Siebenbein zieht in Tirol ein.


  • Znaim * Der „Waffenstillstand von Znaim“ wird geschlossen.


  • Brünn * Napoleon Bonaparte belohnt Baiern für seine Waffenhilfe mit der Erweiterung seines Territoriums. 

    Im „Vertrag von Brünn“ sichert der französische Kaiser Baiern die „erbliche Königswürde“ zu.


  • Tirol * Die „Ständische Aktivität“ bittet den österreichischen Regenten um den weiteren Verbleib Tirols beim Kaiserhaus.


  • Paris * In einem „Tagesbefehl“ erklärt Napoleon Bonaparte Baiern, Baden und Württemberg zu souveränen Staaten. 


  • München - Augsburg * Das Kurfürstentum Baiern übernimmt die „freie Reichsstadt“ Augsburg.


  • Pressburg * Der „Friedensvertrag von Pressburg“ beendet den „Dritten Koalitionskrieg“.

    Napoleon Bonaparte verpflichtet sich im „Frieden von Pressburg“ Baiern die „Souveränität“ und die „erbliche Königswürde“ auch im künftigen Friedensvertrag mit dem Kaiser zu garantieren.
    Österreich muss die Rangerhöhung des baierischen Kurfürsten zum König und Gebietsabtretungen akzeptieren.

    Tirol wird als Lohn für die Waffenhilfe an Baiern abgetreten.
    Die baierische Regierung ist jedoch nicht vom Vorteil der Erwerbung überzeugt, da man damit ein schwer regierbares und wirtschaftlich weitgehend uninteressantes Land erhält. 

    Großherzog Ferdinand III. von Toskana verzichtet auf Salzburg.
    Als Ersatz erhält er Würzburg, das erst 1814 an Baiern fällt.

    Salzburg und Berchtesgaden kommen zu Österreich. 


  • München * Weitere Flussregulierungsarbeiten an der Isar beginnen.
    Sie dauern bis 1812.

    Die Isar wird in ein knapp 44 Meter breites Flussbett gezwängt.
    Dabei gräbt sich die Isar so tief ein, dass man das Flussbett im Jahr 1889 wieder auf 60 Meter erweitern muss.


  • Düsseldorf - München * Der „Historienmaler“ und bisherige „Direktor der Düsseldorfer Akademie und Gemäldegalerie“, Johann Peter Langer, siedelt mit seinem Sohn Robert nach München über.

    Johann Peter Langer soll im neu erhobenen „Königreich Baiern“ die Leitung der seit dem Jahr 1770 bestehenden „Maler- und Bildhaueracademie“ übernehmen und auf europäisches Niveau anheben.

    Untergebracht ist die „Akademie der Bildenden Künste“ in dem Teil des ehemaligen „Jesuitenkollegs“ neben der „Michaelskirche“ in der Neuhauser Straße, der zuvor vom „Wilhelmsgymnasium“ genutzt worden war und seit dem Jahr 1781 die „Münchner Zeichnungsschule“ [= „Maler- und Bildhaueracademie“] beherbergte.


  • Au * Franz Xaver Zacherl pachtet die Brauerei der Paulaner.


  • München - Vatican * Das Königreich Baiern beginnt mit dem Vatikan Verhandlungen über ein „Konkordat“.

    Die Gespräche werden jedoch im darauffolgenden Jahr wieder abgesetzt. 


  • Englischer Garten - Lehel * Auf Friedrich Ludwig Sckells Wunsch hin werden die „Militärmühlen“ an der Kreuzung von Schwabinger Bach und Eisbach stillgelegt und der Befehl zum Abbruch gegeben.


  • München * Das Kurfürstentum Baiern wird von Napoleon Bonaparte zum „Königreich“ erhoben.
    Aus Kurfürst Max IV. Joseph wird König Max I. Joseph. 

    Die Rangerhöhung Baierns wird extrem emotionslos vollzogen.
    An diesem Neujahrstag ruft der neue König Max I. Joseph die hohen baierischen Beamten und Würdenträger in die Residenz und eröffnet ihnen, dass er „zur Begründung der Unabhängigkeit der ihm von der Vorsehung anvertrauten Nation“ den „angestammten Titel eines Königs von Baiern“ annimmt. 

    Eine offizielle Krönung findet nicht statt. 

    Aber das alleine ist schon Grund genug, weshalb München nun einen „Königsplatz“, eine „Königsstraße“, eine „Königinstraße“ und sogar einen Platz und eine Straße für den „Kronprinzen“ Ludwig I. braucht. 

    Der „Landesherold“ Joseph von Stürzer verliest an verschiedenen Orten der Stadt die „Proklamation des Königreichs Baiern“ und bringt ein „Hoch“ auf König Max I. Joseph aus.
    Eskortiert wird er von dreißig berittenen Angehörigen der „Bürgerwehr“.
    Glockengeläut und Kanonensalut erhöhen die Aufmerksamkeit der Bürger.

    Das „Königreich Baiern“ erhält ihr erstes Wappen, das radikal mit der heraldischen Tradition bricht.
    Vor 42 baierischen Rauten steht das „Herzschild“ als Zeichen der „Kurwürde“, die ja bis zur Auflösung des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ am 6. August 1806 weiterbesteht. 


  • Wien - Berlin * Baiern ist ein Königreich. 

    Österreicher und Preußen sprechen, ebenso wie die deutsch-nationalen Patrioten, von einem „Königtum von Napoléons Gnaden“

    Dabei nimmt der baierische Kurfürst lediglich die gleichen Rechte in Anspruch, wie zuvor der Hohenzoller für Preußen und der Habsburger für Böhmen und Ungarn. 


  • München * Mit der Erhebung Baiern zum Königreich wird der „Georgs-Ritterorden“ zum „Königlich-Bayerischen Hausritterorden“.


  • Graggenau * In der „Grünen Galerie“ der Residenz findet die - nach französischem Recht geforderte- „Ziviltrauung“ zwischen Napoleons Stief- und Adoptivsohn Eugéne de Beauharnais und Auguste Amalie, der ältesten Tochter des baierischen Königs, statt. 


  • Graggenau * Die Baiern betrachten die „Ziviltrauung“ nach französischem Vorbild zwischen Eugéne de Beauharnais und Auguste Amalie vom Vortag lediglich als „Verlobung“

    Die „kirchliche Trauung“ findet an diesem Tag in der „Hofkirche“ statt. 


  • München - Tirol * Ein Schreiben Königs Max I. Joseph an die Tiroler „Landstände“ sichert ihnen die „Beibehaltung der Landesverfassung“ zu. 

    Diese Zusicherung ist den Tiroler „Deputierten“ bereits bei ihren Audienzen in München schriftlich gegeben worden.

    Im „Besitzergreifungspatent“ vom 22. Januar wird sich allerdings kein Hinweis auf die Tiroler „Landesverfassung“ und andere Sonderrechte finden lassen. 


  • Tirol * Das „Königreich Baiern“ übernimmt die ehemals „gefürstete Grafschaft Tirol“

    • Im „Besitzergreifungspatent“ findet sich kein Hinweis mehr auf die gegebenen Zusagen zur Beibehaltung der Tiroler „Landesverfassung“ und andere Sonderrechte.
    • Dagegen wird die „Gleichbehandlung aller Untertanen im Königreich“ hervorgehoben.

  • München * Madame Ernestine Rupertina Walburga von Montgelas vergleicht die in Baiern stationierten Truppen - gegenüber dem französischen Außenminister Talleyrand - mit „Blutegeln“

    Sie schreibt:
    „Hat man, seit die Welt besteht, je so gefräßige Verbündete gesehen wie euch, die ihr euch zu einem Aufenthalt ohne Ende niedergelassen habt, ohne eine Miene zu machen zu zahlen?  
    Aber wißt, daß man um diesen Preis auch Feinde dahaben könnte, und dann hätte man wenigstens das Vergnügen, den einen oder anderen oder allesamt umzubringen“


  • Lehel * Eine Entscheidung über die künftige Verwendung des „Anna-Klosterareals“ erfolgt jedoch erst, nachdem sich das „Dragoner-Regiment“ über die zerstreute Unterbringung seiner Pferde beklagt.  

    In der folgenden Entscheidung heißt es, dass „inwendig an die Garten Mauer des Hieronymitanerklosters eine doppelte Stallung, welche wenigstens für 250 Pferde, oder womöglich mehrere Platz geben kann, erbaut [...] werden soll. -  
    Das Kloster selbst ist alsdann zu der Unterbringung der Mannschaft zu verwenden“


  • Berg am Laim * König Max I. Joseph erhebt die vormalige „Hof-, Erzbruderschafts- und Ritterordenskirche St. Michael“ zur Pfarrkirche und den Pfarrer zum „Vorstand der Michaels-Bruderschaft“.  

    Die „Stephanskirche“ in Baumkirchen, die ehemalige „Pfarrkirche“, wird Filialkirche der „Michaelskirche“


  • Innsbruck - Tirol * Der österreichische General Chasteler trifft in Innsbruck ein, hat aber nichts mehr zu „befreien“.


  • München * „Kabinettsprediger“ Ludwig Friedrich Schmidt kann die „Protestantische Stadtpfarrei München“ einrichten. 


  • München * Der „Rheinbund“ als Konföderation von zunächst 16 Staaten wird als Militärbündnis gegründet.

    Die Unterzeichner verpflichten sich zum gegenseitigen Beistand im Kriegsfall.  
    Baiern muss mit 30.000 Mann das stärkste Kontingent stellen.

    Mit dem Beitritt zum pro-französischen „Rheinbund“ verlässt das „Königreich Baiern“ endgültig und offiziell das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“.

    Im Gegenzug erhalten die „Bundesgenossen“ enorme territoriale Zuwächse. 
    Das junge „Königreich Baiern“ erhält die „Reichsstadt“ Nürnberg und deren Territorien, darüber hinaus die bislang „reichsunmittelbaren Herrschaften“ der Fürsten Hohenlohe, Öttingen, Fugger, Thurn und Taxis, der Grafen von Vastell, Pappenheim, Stadion und Schönborn sowie fränkische und schwäbische „Reichsrittergüter“.


  • Regensburg * Auf dem „Reichstag in Regensburg“ erklären alle „Rheinbundstaaten“ den Austritt aus dem „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“


  • Wien * Kaiser Franz II. muss abdanken und das durch die Geschehnisse der zurückliegenden Jahre geschwächte sowie durch den Austritt der „Rheinbundstaaten“ zerbrochene „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ auflösen. 


  • Graggenau * Der „Lueg-ins-Land“ und der daneben stehende „Scheibling“ werden als „Fronfeste“ ins Auge gefasst. 


  • Bozen * Bozen befindet sich in französischer Hand.


  • München * Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas übernimmt zusätzlich das „Innenministerium“
    Er wird das Amt bis 1817 ausüben. 

    Das „Ministerium der Finanzen“, das Montgelas seit 1803 ausübt, geht an Johann Wilhelm Freiherr von Hompesch über. 


  • Graggenau - Kreuzviertel * Nachdem die „Hofkapelle“ in der Residenz für die inzwischen über 1.200 evangelischen Gemeindemitglieder zu klein geworden ist, übergibt König Max I. Joseph den Protestanten die „Salvatorkirche“

    Da dieses Gotteshaus von Anfang an zu klein ist, wird es nie als evangelische Kirche benutzt. 


  • Untergiesing * Der „Geheime Justizreferendar“ von Effner erwirbt das gesamte Anwesen des ehemaligen den „Edelsitzes Pilgramsheim“.


  • München * Ignaz Mayer gewährt der königlichen „Centralkasse“ in den Jahren 1807 und 1808 Anleihen in Höhe von 100.000 Gulden.


  • Graggenau * Der öffentliche „Weinkeller“ im „Implerhaus“ wird aufgelöst.


  • München * Im „Morgenblatt für gebildete Stände“ heißt es zum Theater der breiten Masse:

    „Endlich sind die bretternen Bühnen, auf welchen Schweiger und Lorenzoni den Sommer hindurch unser Publikum belustigen, geschlossen. Trauriges Zeichen der Zeit, wenn solche Gesellschaften auf eine sichere und im Verhältnis zu ihrem Werte glänzende Unterstützung zählen dürfen!

    Manches Stück, das auf unserem Nationaltheater nicht ohne allen Eifer gespielt ward, fand ein leeres Haus, indessen Lorenzonis und Schweigers Hütten mit Zuschauern aller Stände angefüllt waren. [...] Dass übrigens beide Banden auf den ästhetischen Sinn unseres Publikums nachteilig einwirken, ist nicht zu bezweifeln.

    Der häufige Anblick des Rohen, Plumpen und Ungeschliffenen, die gänzliche Geschmacklosigkeit, die in der Komposition und Deklamation der Stücke liegt, die Misstöne, welche besonders in den Singspielen unzählig sind, erzeugen Nachlässigkeit im Urteil und jene ärgerliche Genügsamkeit, die immer nur um den billigen Preis lachen will“.


  • Englischer Garten - Schwabing * Der künstlich auf einer Wiese angelegte „Kleinhesseloher See“ wird unter der Leitung von Friedrich Ludwig Sckell auf seine heutige Größe von acht Hektar gebracht.

    Die Arbeiten dauern bis 1812.


  • Maxvorstadt * Franz Maria Schweiger erhält eine Konzession für ein „Sommertheater vor dem neuen Maxthor“, wo Improvisationen nach Stück- und Opernvorlagen gegeben werden.


  • Hackenviertel * Im Braujahr 1806/07 steht der „Hackerbräu“ mit einem Verbrauch von 2.368 Scheffel Malz an der Spitze in München.

    Die zwölf erfolgreichsten Münchner Brauereien haben einen Malzverbrauch von zusammen 18.067 Scheffel.


  • Englischer Garten - Lehel * Friedrich Ludwig Sckell will den „Apollo-Tempel“ wegen seiner „missglückten Proportionen“ sowie der „schlechten Bauweise“ abreißen lassen.

    Er wird aber noch vermutlich bis 1838 stehen bleiben.


  • Bogenhausen * Der französische Emigrant Dumenyl betreibt im Bogenhausener „Brunnthal“ einen Badebetrieb mit Wirtschaft.


  • München * Das bisher freiwilige „Bürgermilitär“ wird zur „Festigung der inneren Ordnung“ aufgestellt.


  • Paris - München * Die in Paris angefertigten „Kroninsignien“ treffen in München ein und werden in der „Schatzkammer“ deponiert. 

    Kein bayerischer König wird gekrönt.

    Die baierischen „Kroninsignien“ dienen ausschließlich dem „Staatszeremoniell“ und werden bei der „Eröffnung der Ständeversammlung“ dem König als Staatssymbol vorangetragen. 


  • München * Franz von Pocci wird in München geboren. 


  • Au * Die Linden und Kastanien auf dem Mariahilfplatz werden abgeholzt, da sie „für das Licht der benachbarten Häuser“ hinderlich geworden sind.

    Dafür werden Obstbäume gepflanzt und die Kinder in Obstbaumzucht unterrichtet.


  • München * Das „Mandat über die Uniformierung und Organisation des bürgerlichen Militärs in den Städten, Flecken und Märkten des Königreichs“ wird erlassen. 

    Es bildet eine allgemein verbindliche Rechtsgrundlage für den Wach- und Sicherheitsdienst des „Bürgermilitärs“, denn bisher hatten die Bürger diese Aufgabe ja freiwillig erfüllt. 

    Wichtigster Punkt für den Staat ist die neue allgemeine Musterungspflicht aller Bürger zum „Bürgermilitär“.
    Untaugliche müssen eine „Wehrersatzgebühr“ bezahlen.
    Als Gegenleistung gesteht der Staat den „Offiziers- und Unteroffizierskorps“ der einzelnen Waffengattungen des „Bürgermilitärs“ ihre Ergänzung und Beförderung zu höheren Chargen zu.

    Über die Aufgabe des „Bürgermilitärs“ sagt das „Mandat“ folgendes:
    „[...] Nie kehrt der Bürger seine Waffen gegen den äusseren Feind.
    Seine Bestimmung bleibt ausschliessend, den friedlichen, rechtlichen Einwohner zu beschützen, und die Wirkungen des Gesetzes gegen polizeiliche Vergehungen und das Verbrechen zu unterstützen.
    Er übernimmt demnach bei dem Abzuge der Feldregimenter aus den Garnisonen den Dienst daselbst, besorgt denselben in jenen Städten, wo keine gewöhnliche Garnison liegt, für beständig, um durch auszusendende Sicherheits-Patrouillen die Umgebungen vor allem, der öffentlichen Ruhe und Sicherheit gefährlichen Gesindel rein zu halten“
    .

    Das unmittelbare Kommando über das „lokale Bürgermilitär“ hat der jeweils ranghöchste beziehungsweise rangälteste „Bürgeroffizier“.
    Dieser untersteht wiederum in einer „Garnisonsstadt“ der „militärischen Stadtkommandantschaft“, ansonsten dem zivilen „Landrichter“ oder „Polizeidirektor“.

    Der Vorschlag für ein „Pferderennen“ aus Anlass der „Kronprinzenhochzeit“ (1810) kommt aus den Reihen der „Königlich-Baierischen Nationalgarde III. Klasse“
    Diese entwickelt sich aus dem „Städtischen Wehrwesen“
    Dieses „Münchner Bürgermilitär“ gehört nicht im eigentlichen Sinne zur „Münchner Garnison“

    Die traditionelle Abgrenzung von „Armee“ und „Bürgertum“ beziehungsweise von „Garnison“ und „Bürgerwehr“ bleibt bis weit ins 19. Jahrhundert bestehen.


  • Au * In der ehemaligen Paulaner-Klosteranlage entsteht das „Zucht-, Arbeits- und Korrekturhaus“ in der Au.


  • Englischer Garten * Friedrich Ludwig Sckell fertigt einen „Plan B“, den er gemeinsam mit „Plan A“ samt einer erläuternden Denkschrift dem König überreicht.

    Darin drückt er seine Unzufriedenheit mit der Art der Bepflanzung, der er das Fehlen von „pittoresken Ansichten“ vorwirft, und der architektonischen Gestaltung der zumeist aus Holz errichteten „Parkbauten“ aus.
    Diese sind nach seiner Meinung weder stabil genug gebaut, noch entsprechen sie der „reinen Baukunst“.

    Den „Chinesischen Turm“ will er sofort abreißen lassen, da „der Chinesische Geschmack der Baukunst keine Nachahmung verdienet, und wenn einst dieser ganz faul seyn wird, und abgebrochen werden muß, Kein anderer mehr erbauet werden dürfte“.


  • München * Das Königreich Baiern führt als erstes Land der Welt die „Pockenschutzimpfung“ ein. 


  • Den Haag * Die „Zweite Den-Haager-Friedenskonferenz“ beschließt Fragen des „Kriegsrechts“


  • München - Mailand - Paris * „Minister“ Maximilian Joseph von Montgelas wird von Napoleon bei einem Treffen in Mailand aufgefordert, einen Entwurf für ein „Fundamentalstatut für den Rheinbund“ auszuarbeiten.  

    Vorgegeben sind die wichtigsten Grundzüge, wie eine Bundesorganisation und die Regelung der Handelsbeziehungen sowie die Einführung des „Code Napoléon“.  

    Der von Montgelas ausgearbeitete und in Paris vorgelegte Entwurf beinhaltete nur ein absolutes Mindestmaß an Kompetenzen für den „Rheinbund“, der lediglich als lockerer Bund souveräner Staaten mit gemeinsamen Aufgaben auf militärischem Gebiet konzipiert ist.  

    Da Napoléon mit dem baierischen Entwurf nicht besonders einverstanden ist, beauftragt er seinen Außenminister mit einem neuen, wesentlich zentralistischer gestalteten Konzept. 


  • Maxvorstadt * Die Planungen für die „Maxvorstadt“ werden eingeleitet.


  • Lehel * Die drei noch im Lehel verbliebenen „Hieronymiten-Patres“ vom alten Konvent erhalten den Befehl „auf der Stelle die Wohnung zu räumen, indem noch diese Woche 236 Mann Militär einziehen“.  

    Das „Anna-Kloster“ wird nun für das „Fuhrwesen“ benutzt. 


  • Lehel * Nachdem die Geistlichen aus dem „Hieronymiten-Kloster“ ausgezogen sind, können schließlich 250 Soldaten und 220 Pferde die neue „Lehel-Kaserne“ beziehen.  

    Sie ist zwar nach der Bettenzahl die kleinste der fünf Münchner Kasernen, jedoch - mit Ausnahme der „Alten Isarkaserne“ - die einzige Truppenunterkunft mit militäreigenen Stallungen. 


  • Untergiesing * Das Anwesen des ehemaligen „Edelsitzes Pilgramsheim“ geht an Ignaz Mayer über, „welcher eine der größeren und im besten Betriebe stehende Lederfabrik Baierns daselbst etablirte“

    Die „Giesinger Lederfabrik“ ist nicht nur als „Großgerberei“ tätig, sondern produziert darüber hinaus in enormen Umfang Lederwaren für die „Königlich Baierische Armee“ - und das „im Accord“.

    Das ist der Grund, weshalb die „Mayer'sche Militär-Lederfabrik“ bei den eingesessenen Sattlern und Schuhmachern, die sich durch diese um zusätzliche Verdienstmöglichkeiten gebracht und ihre Existenz gefährdet sehen, umstritten ist. 

    Ignaz Mayer entstammt einer angesehenen Mannheimer jüdischen Kaufmannsfamilie, die dem hochkarätigen Kreis der „Hoffaktoren“ des pfälzischen Kurfürsten angehörte.


  • Graggenau * „Madame“ Aloysia Lampert verkauft ihr „Kaffeehaus an der Hofgartenmauer vor der Reitschule“ samt der „realen Kaffeeschenk- und Traiteurgerechtigkeit“ um 13.000 Gulden an Johann Nepomuk Schuster aus Friedberg und an seine künftige Ehefrau Nannette Keil, einer „Kammerdienerin“ der Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine. 


  • Bogenhausen * Durch die Regulierung der Isar ab der Bogenhausener Brücke fällt die „Bogenhausener Au“, der heutige „Herzogpark“, trocken.

    Langsam entsteht Siedlungsland. Minister Maximilian Joseph von Montgelas wachsen dadurch 117 Tagwerk Grund zu.


  • München * Neben den im Jahr 1640 festgesetzten 26 „Weinwirten und Weinzäpflern“ gibt es in München 113 „Weinhändler“.


  • Berg am Laim * Zwischen den Jahren 1808 und 1812 lassen Johann Wilhelm von Hompesch und sein Bruder und Nachfolger Ferdinand von Hompesch als „Hofmarkbesitzer“ elf Häuser an der St.-Michaels-, der Josephsburg- und in der Clemens- August-Straße und drei weitere Häuser am Westrand des Schlossangers erbauen.

    Sie reagieren damit auf eine Forderung der königlichen „Edikte“ aus den Jahren 1808 und 1812, in denen es heißt, dass die „Patrimonialgerichtsbarkeit“, die „Hofmarkgesrichtsbarkeit“, nur dann erhalten bleiben kann, wenn in der „Hofmark“ mindestens fünfzig Familien wohnen.

    Durch diese Baumaßnahme steigt die Zahl der Häuser in Berg am Laim bis ins Jahr 1813 auf 54 an.
    Die Häuser für Tagelöhner und Handwerker sind ebenerdig und aus Ziegel gemauert.
    Jedes Haus hat 1.000 qm Grund. Sie stammen aus einer „Vorbildersammlung“ = Musterhäuser. 


  • Kreuzviertel * Die Gruft unterhalb der „Karmeliten-Kirche“ wird geräumt.

    Das Gebäude wird klassizistisch überarbeitet und dient als „Studienkirche“.

    Der Teil des Klosters hin zur heutigen Pacellistraße dient dem „Erzbischöflichen Ordinariat“.


  • Au * Die Vorstadt Au erhält eine Wasserleitung.

    Bis dahin entnehmen die Auer das Wasser dem Mühlbach, dem Grundwasser oder Zisternen.


  • Bogenhausen * Graf August Joseph von Törring-Jettenbach verkauft „Schloss Neuberghausen“ an Johann Wilhelm von Hompesch, weshalb der „Adelssitz“ später auch als „Hompesch-Schlössl“ oder „Villa Hompesch“ bezeichnet wird.


  • Au - Isarvorstadt * In den Jahren von 1808 bis 1865 leiten die Angehörigen der Familie Schweiger, eine „Münchner Theater- und Schauspielerdynastie“, vier „Münchner Vorstadttheater“.


  • München * Unter den 100 Höchstbesteuerten Münchens befinden sich 14 Brauer. 


  • München * Friedrich Ludwig von Sckell erhält den „Zivil-Verdienstorden der Baierischen Krone“, womit der persönliche Adel verbunden ist.


  • Kreuzviertel * Die Bank des Peter Paul Maffei zieht in das „Palais Seinsheim“ am Promenadeplatz. 

    Kein Wunder, dass ihn König Max I. Joseph im gleichen Jahr - in Anerkennung seiner Leistungen - adelt und in den erblichen Ritterstand erhebt.


  • München * Der baierische „Staatsrat“ beschließt die Ausarbeitung einer „Konstitution für das Königreich Baiern“.  

    • Man will die bereits vorgenommenen und noch geplanten Reformmaßnahmen absichern und den Zusammenhalt von Altbaiern und den neu hinzugekommenen Territorien Schwaben und Franken durch einen einheitlichen staatsrechtlichen Rahmen festigen.  
    • Außerdem soll verhindert werden, dass durch die geplante Verfassung des „Rheinbundes“ die gerade erst errungene Souveränität des neuen Königreichs infrage gestellt wird.  

    Erleichtert wird dieser separatistische Schritt dadurch, dass die von Napoleon Bonaparte geforderten Reformen nicht im Widerspruch zu den Reformvorschlägen stehen, die Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas im Jahr 1796 im „Ansbacher Mémoire“ formuliert hatte. 


  • München * Die „Landesfreiheitserklärung“, die das Verhältnis zwischen der „Landschaft“ und dem „Landesherrn“ bestimmt, wird aufgehoben.


  • München - Regensburg * Gemeinsam mit seinem „Minister“ Maximilian Joseph von Montgelas verfasst König Max I. Joseph einen Brief, in dem er der fürstlichen Familie Thurn und Taxis das „Erbpostgeneralat“ für Baiern entzieht und ihr weiter mitteilt, dass künftig das „Königreich Baiern“ die „Post“ in eigener Regie übernehmen wird.


  • München * Carl Spitzweg wird in München geboren. 


  • München * „Minister“ Maximilian Joseph von Montgelas legt dem „Staatsrat“ den zum Teil skizzenhaften Entwurf einer Verfassung vor.  

    Noch war man sich in München nicht sicher, wie schnell Napoleon Bonaparte eine eigene zentralistische „Verfassung für den Rheinbund“ durchsetzen würde.  
    Eile war demzufolge angebracht.  

    Und so kann die „Konstitution des Königreichs Baiern“ bereits am 1. Mai 1808 verkündet werden. 


  • Lehel - Isarvorstadt * Die Regierung genehmigt die Ausführung der Ausfallstraße übers „Isartor“.  

    Denn seit der Erhebung Bayerns zum Königreich, am 1. Januar 1806, stellt man andere Anforderungen an die „Stadteinfahrt“ zur „Königlichen Haupt- und Residenzstadt München“.

    Bislang stand die Verbesserung der Verkehrsführung durch Erweiterung und Begradigung der alten „Torstraße“ im Vordergrund.  Jetzt aber ist eine breit ausgebaute „Via Triumphalis“ das Ziel.  

    Vom „Isartor“ selbst ist noch wenig die Rede.  
    Doch zu einer würdigen „Stadtzufahrt“ gehört auch ein entsprechendes „Stadtportal“, das wie ein „Triumphtor“ die Straße überspannen und von Ferne sichtbar sein soll.  
    Dazu muss das „Isartor“ umgestaltet werden.  
    Der hohe „Mittelturm“ soll abgetragen werden, seine mittelalterliche Gestalt aber noch erhalten bleiben.  

    Die Entscheidung über die dringend erforderliche Erweiterung des „Isartores“ unterbleibt aber noch.  
    Das liegt auch daran, dass die Stadt nicht über die erforderlichen Geldmittel verfügt und auch die vom Staat zur Verfügung gestellten Gelder nicht abruft.  
    Damit ist die gesamte Neugestaltung des Gebiets um das „Isartor“ erneut gescheitert.  

    Dennoch steht das Schicksal des „Isartores“ auch weiterhin im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen.  
    Für viele Zeitgenossen ist jedoch das inzwischen zur Ruine verkommene „Stadttor“ ein ärgerliches Verkehrshindernis, das den Eingang in die „Hauptstadt des Königreichs Bayern“ verschandelt.  
    Auch wenn das Bauwerk als romantische Staffage und Motiv vieler Gemälde und Zeichnungen einen gewissen Reiz ausübt. 


  • München - Regensburg * „Minister“ Montgelas hat ausreichend belastendes Material gegen die Thurn und Taxis gesammelt und kann nun König Max I. Joseph handfeste Beweise auf den Tisch legen.

    Demnach öffnen und lesen die Thurn und Taxis in ihren „Schwarzen Kabinetten“ heimlich die ihnen anvertrauten Briefe.

    Das Material ist so erdrückend, dass man sich in Regensburg keine Mühe zur Entgegnung macht.
    Der „Taxische Beamte“ Alexander von Vrints gibt alles zu und räumt ein, dass dies seit hundert Jahren bei den Taxis übliche Praxis sei.

    Mit der Verordnung über die Einrichtung einer „General-Direktion der Königlichen Posten“ wird in Bayern die „Thurn und Taxischen Reichsposten“ beseitigt.
    Man unterstellt die „Post“ dem „Ministerium des Königlichen Hauses und des Äußeren“.

    Mathilde Therese, die Ehefrau des Fürsten Carl Alexander von Thurn und Taxis und Nichte von Max I. Joseph, erreicht noch, dass sie als Ablösesumme Teile des ehemaligen „Regensburger Hochstifts“ erhält, nämlich Wörth, Donaustauf und Wiesent.

    Außerdem bekommt das Haus Thurn und Taxis 60.000 Gulden und die Würde eines baierischen „Reichsoberpostmeisters“ mit der Funktion „der Oberaufsicht bei feierlichen Zügen und Auffahrten“ und die Befugnis, bei hochoffiziellen Anlässen den „Reichsapfel“ zu tragen.


  • München * München erhält ein neues Stadtwappen.  

    Die neue Verfassung hat die „Aufhebung der kommunalen Selbstständigkeit“ gebracht.  
    Damit wird auch der „Mönch“ aus dem „Stadtwappen“ entfernt.  

    Nun trägt ein Löwe ein Schild mit einem großen „M“, sozusagen als Vorläufer des Münchner „Autokennzeichens“.  
    Allerdings steht das „M“ im Schild nicht für „München“, sondern für den Namen des  Königs: „Max I. Joseph“


  • München * Die „Konstitution des Königreichs Baiern“ tritt in Kraft.  

    Die erste einheitliche Verfassung des Königreichs Baiern besteht aus 45 Paragraphen, die auf acht Seiten Platz finden.  

    Nach der Auflösung des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ und dem großen Gebietszuwachs, den Baiern erfahren hat, ist es notwendig geworden, das Recht zu vereinheitlichen und die Rechtsgleichheit in den verschiedenen Landesteilen herzustellen.  
    Nur Altbaiern war, bis auf wenige Enklaven, ein geschlossenes Staatsgebiet.
    Ansonsten gleicht das neue Baiern mit seiner Anhäufung von Besitzungen verschiedener Fürsten, Grafen, Herren und Ritter eher einem „Fleckerlteppich“.  

    Baiern muss nun zusammenwachsen und nach einheitlichen gesellschaftlichen und verwaltungsrechtlichen Grundsätzen regiert werden.  

    • Damit werden „alle besonderen Verfassungen, Privilegien, Erbämter und Landschaftliche Korporationen der einzelnen Provinzen“ aufgehoben.  
    • Die Verfassung garantiert die Gleichheit aller vor dem Gesetz und den Steuerbehörden sowie beim Zugang zu den Staatsämtern.  
    • Die Rechte des Adels werden darin eingeschränkt und deren bisherigen politischen Vorrechte ausdrücklich abgelehnt.  
      In einer neu eingeführten „Adelsmatrikel“ muss der Adelstitel erst staatlich anerkannt werden.  
    • Die „Leibeigenschaft“ wird ersatzlos abgeschafft.
    • Die Sicherheit des Eigentums wird ebenso gewährleistet, wie die „Gewissensfreiheit“ und die „Pressefreiheit“
      Letztere wird allerdings durch Gesetze teilweise wieder eingeschränkt.
    • Das Gesetz sieht ein „stehendes Volksheer“ und eine „Bürgermiliz“ vor.

    Mit 21 Jahren muss jeder „Staatsbürger“ vor der Verwaltung seines „Kreises“ einen Eid ablegen, dass er „der Konstitution und den Gesetzen gehorchen - dem König treu sein wolle“.  
    Ohne ausdrückliche Erlaubnis des Monarchen darf kein „Staatsbürger“ auswandern oder ins Ausland reisen. 

    Zum „Königlichen Hause“ wird in der „Konstitution“ festgelegt, dass die Krone erblich ist „in dem Manns-Stamme des regierenden Hauses, nach dem Rechte der Erstgeburt und der agnatisch-linealischen Erbfolge“.  
    Die Prinzessinnen sind „für immer von der Regierung ausgeschlossen“, so lange noch männliche Nachkommen vorhanden sind.  
    Sämtliche Familienmitglieder des königlichen Hauses stehen „unter der Gerichtsbarkeit des Monarchen, und können bei Verlust Ihres Erbfolge-Rechts nur mit dessen Einwilligung zur Ehe schreiten“.  

    • Nach den Bestimmungen der „Konstitution“ besteht zur Verwaltung des „Königreiches Baiern“ das „Ministerium“ aus fünf „Departements“:  dem des „Äußeren“, der „Justiz“, der „Finanzen“, des „Inneren“ und des „Kriegs-Wesens“.  
    • Zudem teilte sie das Königreich in „Kreise“ ein, um so einen einheitlichen Beamten- und Verwaltungsstaat zu schaffen.
    • Auch das Justiz- und Militärwesen werden neu organisiert.  

    Ein „Parlament“ ist in Form einer „National-Repräsentation“ vorgesehen, kommt aber nicht zustande.  
    Gleichwohl werden die Vertretungen der einzelnen Teilgebiete des Königreichs mit Inkrafttreten der Verfassung abgeschafft.  

    • Die „National-Repräsentanten“ sollten für die Dauer von sechs Jahren gewählt werden.  
    • Dazu sollten in jedem der acht „Kreise“ von den 200 höchstbesteuerten „Land-Eigenthümern, Kaufleuten und Fabrikanten“ von Wahlmännern sieben Mitglieder gewählt werden.  
      Diese 56 Gewählten hätten dann die „Reichs-Versammlung“ gebildet.  

    Durch die Einführung der „Konstitution“ verhindert Minister Maximilian Joseph von Montgelas, dass der auf Napoléon Bonapartes Drängen geschlossene „Rheinbund“ die Souveränität des „Königreich Baierns“ zu stark einschränkt.


  • Lehel * König Max I. Joseph bestimmt die „Lehel-Kaserne“ als Unterkunft für das „Artillerie- und Armee-Fuhrwesen-Bataillon“, für das eine große hölzerne Remise für sechzig Transportwagen im ehemaligen Klostergarten erbaut wird. 


  • München * Gründung der „Königlichen Akademie der Bildenden Künste“.

    Ihr erster Direktor ist der inzwischen in den Adelsstand erhobene, aus Düsseldorf stammende Johann Peter von Langer.


  • München * Das „Journal des Luxus und der Moden“ berichtet, dass es in München bei allen Ständen üblich sei, sich von „Lipperltheatern, Menagerien, Automaten und italienischen Puppenspielern“ unterhalten zu lassen.


  • Au * Die bisherige „Landgemeinde Au“ wird zur Vorstadt erhoben bzw. als solche bestätigt. 

    Sie erhält das Recht ein eigenes Wappen zu führen.
    Es zeigt drei Lilien auf drei Hügeln.


  • Maxvorstadt * König Max I. Joseph ordnet an, dass „die Aussteckung des botanischen Garten in einer Erweiterung der gegenwärtigen Herzogmax-Wiese ohne ferneren Aufschub vorgenommen werden solle“


  • München * Prinzessin Ludovica Wilhelmine, die spätere Herzogin in Bayern und Mutter der österreichischen Kaiserin Elisabeth „Sisi“, wird als Tochter des baierischen Königs Max I. Joseph und dessen zweiter Ehefrau Caroline von Baden in München geboren. 


  • Englischer Garten - Tivoli * Adrian von Riedl erbittet bei Kurfürst Max IV. Joseph den Bau einer Mühle mit vier Gängen.
    Sie soll auf seinen Wiesen unterhalb der „Bogenhausener Brücke“, zwischen Isardamm und „Schwabinger Bach“ entstehen.

    Zum Betrieb der Mahlmühle will er „mittels eines Kanals durch seine Wiesen das Wasser aus dem Eisbach hereinleiten und unterhalb der Mühle wieder in denselben einlassen“.


  • Englischer Garten - Tivoli * Die „Königliche Regierung“ steht Adrian von Riedls Mühlenplanungen positiv gegenüber, da damit die anliegenden Dörfer Schwabing, Bogenhausen und Föhring eine Mahlmöglichkeit erhalten würden.
    Bisher mussten die Bewohner dieser Dörfer zwei bis drei Stunden zur nächsten Mühle fahren.

    Doch die „Kgl. General Direction des Wasser-, Brücken- und Straßenbaus“ hat Bedenken, dass dadurch der „Eisbach“ zurückgestaut und damit die Geschwindigkeit es Baches und somit der Abfluss des Eises vermindert werden würde.
    Der „Eisbach“ nimmt nämlich im Winter die Schneemassen der Münchner Straßen auf. Daher der Name.

    Doch zuletzt wird Riedl der Mühlenbau mit der Auflage genehmigt, dass er das „Abeisen“ von seinem „Grundbaum“ bis aufwärts zur „Bogenhausener Brücke“ auf eigene Kosten zu besorgen hätte.
    Damit wird Adrian von Riedl zum Gründer der „Neumühle“ am Eisbach.


  • Lehel * Die neue „Anna-Pfarrei“ wird mit ihren etwa dreitausend Seelen an einen Weltpriester übertragen und das „Lehel“ damit zu einem selbstständigen Pfarrsitz und Pfarrsprengel.  

    Das ist in München die erste Neuerrichtung einer Pfarrei seit dem 13. Jahrhundert.  
    Der Pfarrhof entsteht an der heutigen Pfarrstraße, die dadurch ihren Namen ändert.  
    Bis dahin hieß sie „Große Badstraße“.  

    Zwanzig Jahre versehen weltgeistliche Pfarrer die neue „Pfarrei St. Anna“


  • Bamberg * Herzog Max in Baiern wird in Bamberg geboren. 


  • Stepperg * Aloys (Louis) Nicolaus Graf von Arco-Stepperg wird auf „Schloss Stepperg“ geboren.

    Seine Mutter ist die Kurfürsten-Witwe Maria Leopoldine, sein Vater Ludwig Joseph Graf von Arco. 


  • München * Das „Königreich Baiern“ gibt sich ein neues Wappen. 

    Die 42 baierischen Rauten bleiben. Die Symbole im Herzschild beziehen sich jetzt aber auf die Souveränität des Königreichs und zeigen Zepter, Schwert und Krone auf rotem Grund, der Farbe der „Hochgerichtsbarkeit“

    Dieses Wappen bleibt bis 1835 gültig. 


  • Englischer Garten * Pläne für eine zum Andenken der „großen Teutschen“, einer „Walhalla“ im „Englischen Garten“ entstehen.


  • München * Durch eine Neuorganisation des Militärs wird die bisher freiwillige „Bürgerwehr“ nach französischem Vorbild in die dreigliedrige „Nationalgarde“ eingegliedert.

    Die „Nationalgarde I. Klasse“ bildet das „Stehende Heer“, die „II. Klasse“ wird zur „Landesverteidigung innerhalb des Königreichs“ verpflichtet.
    Die „Nationalgarde III. Klasse“ war die ehemalige „Bürgerwehr“.
    Sie untersteht jetzt den staatlichen Behörden für „polizeiliche Aufgaben“.

    Seit dem Spätmittelalter hatte die „Bürgerwehr“ in zunehmenden Maße „repräsentative Funktionen bei festlichen Anlässen“ der Städte und des Fürstenhauses wahrgenommen.
    Die vornehmsten Aufgaben - „Ehrengeleit und Ehrenwache für höchste Herrschaften“ blieb der „Bürger-Kavallerie“ vorbehalten.
    Eine „Kavallerie-Division“ gibt es - neben dem „Invanterie-Regiment“ und der „Artillerie-Kompanie“ - auch in München.

    Sie wird unter ihrem „Major“ Andreas von Dall‘Armi das „Pferderennen“ aus Anlass der Hochzeit von „Kronprinz“ Ludwig I. und „Prinzessin“ Therese von Sachsen-Hildburghausen austragen.
    Eine „Schicki-Micki-Armee“.


  • Au * Bis zu seiner Eingemeindung in die „Vorstadt Au“ ist der Weiler „Niedergiesing“, auch „Untergiesing“ genannt, selbstständig.

    Er besteht aus drei großen Bauernhöfen: dem „Spießmüller“, dem „Jägerwirt“ und dem „Krebsbauernhof“.


  • München * In dem neuen Staatsgebilde „Baiern“ gibt es 93 verschiedene Flüssigkeitseinheiten.

    Diese werden durch die „Einführung der baierischen Mass“ ersetzt.

    Das „baierische Maaß“ fasst 1.069 Kubikzentimeter.


  • Der „Konvent der Barmherzigen Schwestern der heiligen Elisabeth“ wird aufgelöst.
    Ihr Frauenspital wird in das „Allgemeine Krankenhaus“ eingegliedert.
    Sechs ehemalige Nonnen kümmern sich auch weiterhin um das „Augustiner Christkindl“


  • Tirol * In Tirol kommt es zu Aufständen gegen die Besatzungsmacht

    Dreimal wird Tirol „befreit“, ebenso oft von baierischen und französischen Truppen wieder eingenommen.


  • Wien - Tirol * Erzherzog Johann lädt drei der zu den führenden Köpfen des Widerstands zählenden Tiroler nach Wien.

    Darunter ist Andreas Hofer, der „Sandwirt“ aus dem Passeier. In vertraulichen Gesprächen werden Informationen und Meinungen ausgetauscht und konkrete Vereinbarungen getroffen.

    Um mögliche rechtlich-moralische Bedenken der Tiroler Bevölkerung im Aufstand gegen die baierische Landesherrschaft auszuräumen, will der Erzherzog gleich bei Kriegsbeginn ein „Besitzergreifungspatent“ unterzeichnen und damit Tirol wieder mit Österreich vereinen.
    Damit wären die Tiroler keine baierischen Untertanen mehr, sondern Österreicher.
    Und wer dann gegen die Baiern kämpft, wäre kein „Aufständischer“ sondern ein „Freiheitskämpfer“.

    In der Folge wird die „Erhebung Tirols“ ins Rollen gebracht.

    Es sind viele Gründe zusammengekommen, die den „Aufstand der Tiroler“ gegen die baierische Herrschaft letztlich auslösen. 
    Keiner allein hätte ausgereicht:

    • weder die Aufhebung der alten Verfassung noch die Überheblichkeit baierischer Beamter,
    • weder die drückende Steuerlast noch die religionspolitischen Maßnahmen;
    • ja nicht einmal die verhasste Rekrutierung zum baierischen Militär hätte unter anderen Umständen solche verheerende Folgen gezeigt.

    Ausschlaggebend war, dass die Tiroler unter Baiern keine Tiroler bleiben durften, sondern zu „Südbaiern“ gemacht wurden.


  • Tirol * In Tirol kommt es zu Aufständen gegen die baierischen Landesherren.

    „Ungeliebte“ Maßnahmen der Münchner Regierung und ein vielfach landfremdes und unkluges Verhalten der baierischen Beamten provozieren Unmut und Widerstand gerade beim „Vierten Stand“, den Bauern, kleinen Handwerkern und Tagelöhnern.

    Durch die Kriegsverhältnisse gelingt es nicht, in Tirol eine gewisse Zufriedenheit mit der baierischen Präsenz zu erzeugen.


  • Englischer Garten * Adrian von Riedl verkauft die sich im Rohbau befindliche „Neumühle“ zu einem Schleuderpreis von 1.200 Gulden an den Münchner Bäcker und Müller Johann Jakob Schöttl.  

    Auch der Mühlkanal ist bereits gegraben.


  • Innsbruck * Die baierischen Behörden wollen in Axams bei Innsbruck erstmals in Tirol Rekruten „ausheben“

    Weil sich die betroffenen Burschen in den Wäldern verstecken, schwärmen Patrouillen aus, um die Entlaufenen festzunehmen.

    Als eine baierische Patrouille zwei bewaffnete junge Männer festnehmen will, werden sie in die Flucht geschlagen.
    Daraufhin wird das Militär in Alarmbereitschaft gesetzt.

    Jetzt greifen die Bauern zu den Waffen, nehmen baierische Soldaten gefangen, entwaffnen sie und schicken sie nach Innsbruck zurück.


  • München * Adrian von Riedl stirbt neun Tage nach seinem Verkauf der „Neumühle“.


  • Kreuzviertel * Das „Edikt über die äußeren Rechtsverhältnisse des Königreiches Baiern in Bezug auf Religion und kirchliche Gesellschaften“ bestätigt die „Religionsfreiheit“ und verankert die „Gleichbehandlung der Konfessionen“


  • München * Sechzig „wirklich hochsinnige Maenner“, Aristokraten und geadelte Mitglieder der „Baierischen Akademie der Wissenschaften“ sowie höhere Beamte, aber kein einziger aktiv praktizierender Landwirt, bitten König Max I. Joseph eine „Landwirthschaftliche Gesellschaft“ gründen zu dürfen. 

    Sie beabsichtigen die „practische Beförderung der Landwirthschaft“ und des in „näherer Verbindung stehenden Gewerbes“.


  • Österreich - Bayern * Mit dem Einmarsch der österreichischen Truppen in Baiern beginnt der Krieg Österreichs gegen Frankreich. 


  • Wien * Erzherzog Johann erklärt Frankreich und seinen Verbündeten den Krieg.

    Gemeinsam mit dem österreichischen General Johann Gabriel Marquis von Chasteler de Courcelles und 10.000 Mann der „Italienarmee“ rücken sie in Tirol ein.


  • Au - Untergiesing * Die „Lohe“, die „Falkenau“, die „Birkenleiten“ und das alte „Untergiesing“ - oder besser „Nieder-Giesing“ - auf dem heutigen „Nockherberg“ und an der „Ruhestraße“ kommen zur „Vorstadt Au“.

    Die Bewohner der „Lohe“ und der „Oberen Falkenau“ wollen aber die Lasten der städtischen Verfassung nicht auf sich nehmen und protestieren lautstark gegen die Zwangseingemeindung.


  • Tirol * Die Nachricht vom Kriegsbeginn und der Vormarsch der österreichischen Truppen verbreitet sich in ganz Tirol wie ein Lauffeuer.
    Auf Flugzetteln, die selbst in den hintersten Tälern kursieren, wird die Bevölkerung zu den Waffen gerufen.

    Eine starke baierische Einheit greift das Dorf Axams zur Strafexpedition an.
    Die Baiern stoßen dabei auf bewaffneten Widerstand.
    Es fallen Schüsse, in denen der erste baierische Soldat stirbt.

    Erzherzog Karl überschreitet in der Zwischenzeit mit der Hauptmacht der österreichischen Armee den Inn und marschiert in Richtung München.


  • Innsbruck * In und um Innsbruck toben heftige Kämpfe.

    Um 5 Uhr früh greifen 6.000 Bauern die baierischen Soldaten an.
    Innsbruck wird von den Tiroler „Aufständischen“ erobert.
    Die baierischen Truppen werden gefangen genommen.

    Um 10 Uhr ist der Kampf beendet.
    Danach beginnen in der ganzen Stadt Plünderungen, die auch Judenfamilien einschließen, die kurz zuvor Kirchensilber ersteigert haben.

    Die Volkswut tobt.


  • Innsbruck - Tirol * Der französische General Bisson rückt mit 2.000 Mann auf Innsbruck vor.
    Er kapituliert ohne Kampfhandlung.

    Damit haben die Tiroler „Aufständischen“ die französisch-baierische Armee ohne österreichische Unterstützung geschlagen.
    Diese Tat geht als „Erste Befreiung Tirols“ in die Geschichte ein.


  • Kufstein * Die von den Baiern gehaltene „Festung Kufstein“ wird belagert. 

    Mehrere Aufforderungen zur Übergabe lehnt Major von Aicher ab.


  • Tirol * Im „Schärdinger Manifest“ wird von Kaiser Franz I. die Vertreibung der Baiern und Franzosen aus Tirol sanktioniert.


  • Tirol * Nachdem es in Innsbruck nichts mehr zu tun gibt, bricht der in Lothringen geborene österreichische General Johann Gabriel Marquis von Chasteler de Courcelles mit seinen Truppen nach Trient auf, um dort die Franzosen zu vertreiben.


  • Eggmühl * Südlich von Eggmühl gewinnt Napoléon Bonaparte die entscheidende Schlacht gegen die Österreicher.


  • Trient - Tirol * Der österreichische General Johann Gabriel Marquis von Chasteler de Courcelles kann Trient besetzen. 

    Die Franzosen müssen daraufhin abziehen.


  • Tirol - Kufstein * Mit Ausnahme der „Festung Kufstein“ wird Tirol von den „Aufständischen“ erobert.


  • Salzburg * Französische und baierische Truppen unter Marschall François Joseph Lefébvre besetzen Salzburg, die Stadt und das Land. 

    Es folgen weitere Kämpfe, in deren Folge die Verbündeten das Salzburger Gebirgsland drei Mal erobert werden muss. 


  • München - Wien - Tirol * Napoleon Bonaparte kann die anfangs durchaus erfolgreichen Österreicher aus Baiern herausdrängen und nach Wien vorrücken.

    Gleichzeitig befiehlt er seinem Marschall Pierre François Joseph Lefèbvre mit zwei baierischen Divisionen unter den Generälen Philipp von Wrede und Bernhard Erasmus Graf von Deroy Tirol wieder zu unterwerfen.


  • Tirol - Bayern * Auf Befehl von General Chasteler und unter der Führung eines Freiherrn von Taxis unternehmen rund 800 Tiroler „Beutezüge“ nach Baiern, um dort nach Belieben zu Brennen und zu plündern.
    Schongau, Oberndorf, Kaufbeuren und Kempten werden überfallen. 

    Die Stimmung gegen Baiern wird durch das österreichische Militär mit einigen Propagandalügen noch aufgeheizt.

    Der in Diensten Österreichs stehende Martin Teimer reist durch Tirol und erklärt, dass die Baiern beabsichtigen, in allen Orten die Kirchen zu schließen bis auf eine, alle Beichtstühle zu verbrennen bis auf einen, alle Altäre abzutragen bis auf einen und alle Kelche zu konfiszieren bis auf einen. 


  • Salzburg * Salzburg wird im Namen Napoleon Bonapartes verwaltet. 

    Der französische Marschall François Joseph Lefébvre bezieht die Residenz.
    Kronprinz Ludwig I. von Baiern bewohnt das „Schloss Mirabell“


  • Rosenheim - Kiefersfelden * General Bernhard Erasmus von Deroy rückt von Rosenheim ab und wirft dabei die Tiroler Besatzer aus Kiefersfelden.


  • Tirol * General Wrede marschiert über Lofer zum „Pass Strub“, wo es zu einem neunstündigen Kampf kommt.

    Jetzt plündern, vergewaltigen und morden die baierischen Soldaten.


  • Tirol * General Carl Philipp Joseph von Wrede hält vor seinen Soldaten eine Rede, in der er auf die Vorgänge des Vortags eingeht:

    „Ich habe heute und gestern, an den Tagen, wo ich über so manche tapfere Tat der Division zufrieden zu sein Ursache hatte, Grausamkeiten, Mordtaten, Plünderungen, Mordbrennereien sehen müssen, die das Innerste meiner Seele angegriffen und mir jeden frohen Augenblick, den ich bisher über die Taten der Division hatte, verbittern.

    Wahr ist es Soldaten! Wir haben heute und gestern gegen rebellische, durch das Haus Österreich und dessen kraftlose Versprechungen irre geführte Untertanen unseres allergeliebten Königs gekämpft, aber wer hat Euch das Recht eingeräumt, selbst die Unbewaffneten zu morden, die Häuser und Hütten zu plündern und Feuer in Häusern und Dörfern anzulegen.

    Soldaten! Ich frage Euch, wie tief sind heute und gestern Euere Gefühle von Menschlichkeit gesunken?“.


  • Kufstein * Die baierischen Truppen unter General Bernhard Erasmus von Deroy erobern Kufstein zurück.


  • Wien * Napoleon Bonaparte erobert Wien. 

    Die „Italienarmee“ des Erzherzogs Johann wird nun an der Donau gebaucht.


  • Schwaz - Tirol * Zwei Tage dauert der „Kampf um Schwaz“, das im Verlauf in Flammen aufgeht. 

    420 der 425 Häuser brennen.
    Die Einwohnerzahl sinkt von 5.200 auf 3.000.

    Selbst in München scheint der Himmel über der Alpenkette zu glühen, aber „nicht vom Feuer der untergehenden Sonne, sondern vom Mordbrande“, schreibt Bettina von Arnim an Johann Wolfgang von Goethe.


  • Innsbruck - Tirol * Die „Divisionen“ Wrede und Deroy rücken kampflos in Innsbruck ein.

    Napoleon Bonaparte gibt den Befehl, General Johann Gabriel Marquis von Chasteler de Courcelles „als Räuberanführer, als Urheber der an den gefangenen Franzosen und Baiern verübten Mordtaten und als Anstifter des Tiroler Aufstandes in die Acht erklärt, vor ein Kriegsgericht zu stellen und binnen 24 Stunden zu erschießen“.

    Andreas Hofer verhandelt am 19. in Mühlbach und am 20. in Bruneck mit General Chasteler und kann ihn zum Verbleib in Tirol überreden.


  • Tirol * Angesichts der durch Napoleon Bonaparte erklärte „Acht“ ändert General Johann Gabriel Marquis von Chasteler de Courcelles seine Meinung und gibt den Abzugsbefehl an alle in Tirol stationierten Truppen nach Lienz und von dort weiter nach Österreich.


  • Tirol * Marschall François Joseph Lefébvre und General Carl Philipp Joseph von Wrede verlassen mit ihren Truppen Tirol. 

    Sie sollen durch einen Angriff auf die Steiermark die in Wien stehende „Grande Armee“ entlasten. 
    In Tirol bleibt nur die „Division“ Deroy zurück. 

    Napoleon Bonaparte hat bei Aspern und Eßling eine Niederlage durch die österreichischen Truppen unter der Führung von Erzherzog Karl erfahren müssen.  

    Der Truppenabzug beflügelt Andreas Hofer und seine Verbündeten.
    Er überzeugt den österreichischen General Ignaz von Boul zum gemeinsamen Angriff auf den baierischen Feind.
    Boul hatte Chastelers Befehl zum Abzug aus Tirol nicht mehr erhalten und blieb nur deshalb im Land.


  • Tirol * General Bernhard Erasmus von Deroy erkennt die von Andreas Hofer ausgehende Gefahr und setzt seine Truppe in Alarmbereitschaft.


  • Innsbruck * Rund 5.000 Tiroler „Aufständische“ unter der Führung von Andreas Hofer greifen am „Bergisel“ die „Division Deroy“ an. 

    Diese „Erste Bergisel-Schlacht“ dauert nur wenige Stunden, da ein heftiger Gewitterregen und die einbrechende Nacht die Kämpfenden trennt.


  • Innsbruck * Es kommt zur „Zweiten Bergisel-Schlacht“ durch die Tiroler „Aufständischen“ unter der Führung von Andreas Hofer.
    Über 15.000 Tiroler und österreichische Truppen kämpfen gegen 5.240 Baiern.

    Die Schlacht bringt die „Zweite Befreiung Tirols“.

    Die siegreichen Tiroler „Aufständischen“ bemerken nicht, dass sich die baierischen Truppen in der Nacht auf die Flucht begeben haben.
    Und vor lauter Jubel über den Sieg, vergessen sie die Verfolgung des Feindes.


  • Tirol * Da Frankreich alle baierischen Truppen bei Wien braucht, überlässt man Tirol zunächst seinem Schicksal.

    In Baiern werden Stimmen laut, die für eine friedliche Verständigung mit den Tirolern plädieren. Statt ein Volk mit Gewalt zu unterwerfen, solle man ihm lieber Zugeständnisse in wirtschaftlichen und religiösen Fragen machen.


  • Tirol - Bayern * Major Martin Teimer nimmt seine Ausfälle nach Baiern wieder auf.

    Obwohl viele Tiroler „Schützenhauptleute“ eine Beteiligung an solchen Aktionen ablehnen, findet Teimer genügend Freiwillige.
    Zu ihnen gesellen sich noch österreichische Soldaten von General Ignaz von Boul.

    Die „Freischärler“ überfallen Partenkirchen, Murnau, Weilheim, Kochel und Tegernsee.


  • Tirol * Der „Generalsalinenadministrator“ Joseph von Utzschneider kommt nach Tirol, um mit den „Aufständischen“ zu verhandeln.

    In einem „Aufruf an die Tiroler“ verspricht er

    • eine „Verringerung der Abgaben“,
    • eine allgemeine „Amnestie“ und
    • die „Belassung der Klöster“.

    Das geht aber der baierischen Regierung zu weit, weshalb Utzschneider wieder abberufen wird.


  • Wagram * Napoleon Bonapartes Truppen schlagen am 5. und 6. Juli die Österreicher bei Wagram entscheidend.


  • Tirol * Erzherzog Karl muss bei Znaim einen „Waffenstillstand“ unterzeichnen.

    Laut Artikel 4 müssen die österreichischen Truppen Tirol und Vorarlberg verlassen.


  • Spatzenhausen * Zu einer regelrechten Schlacht gegen die zu „Beutezügen“ einfallenden Tiroler „Insurgenten“, wie die „Rebellen“ in Baiern bezeichnet werden, kommt es in Spatzenhausen bei Weilheim.


  • München * Im Königreich Baiern wird die „Hinrichtung mit dem Schwert“ als alleinige Vollstreckungsart angeordnet.


  • Tirol * Der österreichische General Ignaz von Boul erhält den Befehl zum Abzug seiner Truppen aus Tirol.


  • Innsbruck * Marschall François Joseph Lefébvre zieht kampflos in Innsbruck ein und nimmt in der „Hofburg“ Quartier.

    Ihm ist klar, dass der Besitz der Tiroler Hauptstadt noch lange nicht die Eroberung Tirols bedeutet.
    Dazu muss der Kern des Landes von mehreren Seiten angegriffen werden, wozu man die 20.000 Mann in mehrere Korps aufteilt.


  • Tirol * General Ignaz von Boul verlässt mit seinen österreichischen Truppen Tirol.


  • Tirol * Die „französisch-rheinbündischen Truppen“ erleiden schwere Verluste, nachdem sie südlich von Sterzing an der „Sachsenklemme“ in einen Hinterhalt geraten sind.

    Die Tiroler haben über der Schlucht riesige Steinhaufen aufgeschichtet, die nun auf die marschierenden und reitenden französisch-baierischen Truppen niederschlagen.
    Scharfschützen erledigen den Rest.

    Der Zu Hilfe eilende Marschall François Joseph Lefébvre bleibt mit seinen 7.000 Soldaten hinter Sterzing stecken und wird in der Folge ebenfalls angegriffen.


  • Tirol * Bei den Kämpfen an der „Pontlatzer Brücke“ werden Teile der „Division Deroy“ aufgerieben.


  • Tirol * An der „Lienzer Klause“ ist der Widerstand der Tiroler so groß, dass der kommandierende General Rusca nach Kärnten ausweichen muss.


  • Innsbruck * Die völlig demoralisierten Truppen Marschall François Joseph Lefébvre sind in Innsbruck eingeschlossen.


  • Tirol * Marschall François Joseph Lefébvre glaubt, dass die Tiroler die Sonntagsruhe einhalten und nie in eine Schlacht ziehen würden. 

    Als sich aber die dienstfreie Garnison zum Gottesdienst in der Wiltener Kirche versammelt hat, kommt die Meldung, dass eine große Bauernschar auf der „Brennerstraße“ vorrückt.

    Die „Dritte Bergisel-Schlacht“ hat begonnen und wird die „Dritte Befreiung Tirols“ bringen. 

    17.000 Tiroler stehen einer etwa gleich großen baierischen Streitmacht gegenüber.
    Nach zwölf Stunden ist die Schlacht beendet. 100 tote Tiroler und mindestens 200 tote Baiern fordert der Kampf.


  • Tirol - Kufstein * Die baierisch-französischen Truppen haben Tirol - mit Ausnahme von Kufstein - geräumt.


  • Wien - Tirol * Andreas Hofer erhält vom österreichischen Kaiser eine „Ehrenkette“, dazu eine beträchtliche Geldsumme und einen förmlichen „Operationsplan“ von Erzherzog Johann.


  • München * Die Statuten des „Landwirthschaftlichen Vereins, Sitz München“, werden vom König bestätigt.

    Laut seiner Satzung will der „Landwirthschaftliche Verein in Baiern“ seine Zwecke erreichen,

    • „durch mündliche und schriftliche Mittheilungen seiner Mitglieder;
    • durch Ankauf und Vertheilung vorzüglicher Viehzuchtracen,
    • nützlicher Sämereien und Gewächse,
    • dann zweckmäßiger Geräthe; [...],
    • Herausgabe einer Wochenschrift, [...];
    • Vertheilung von Preisen für wichtige mit besonderem Fleiße und entsprechendem Erfolge ausgeführten Versuche und Abfassung wichtiger vom Verein veranlaßter Abhandlungen;
    • endlich durch Unterstützung würdiger, unverschuldet verunglückter Arbeiter, Gewerbe- und Landleute“.

  • Schönbrunn - Tirol * Der „Friede von Schönbrunn“ beendet die Erhebung Österreichs gegen Frankreich. 

    Österreich muss Tirol wieder den Baiern überlassen.
    Das verbündete Tirol und ihre Anführer erhalten darüber jedoch keine Informationen.


  • Tirol * Der baierische Einmarsch in Tirol beginnt.


  • Salzburg * Die Salzburger Gegenoffensive geht verloren.

    Franzosen und Baiern nutzen die Stadt als Lazarett- und Etappenort. 


  • Tirol * Ein Kurier des Erzherzogs Johann informiert den „Tiroler Oberkommandanten“ Andreas Hofer mündlich darüber, dass er abgesetzt sei.

    Der Grund dafür wird ihm nicht erklärt.


  • Innsbruck * Die baierischen Truppen ziehen in Innsbruck ein.

    Der „Bergisel“ ist nur notdürftig besetzt.
    Viele der besten Anführer und Kompanien der Tiroler wollen nicht mehr kämpfen.

    Die Baiern hätten die Tiroler Stellungen einfach überrennen können, doch „Kronprinz“ Ludwig I. will ein unnötiges Blutvergießen vermeiden.
    Stattdessen soll eine Truppenparade die baierische Macht demonstrieren und jeden weiteren Widerstand als sinnlos erscheinen lassen.


  • Innsbruck * Der baierische „Kronprinz“ Ludwig I. zieht in Innsbruck ein.


  • Tirol * Ein Bote aus Wien überbringt Andreas Hofer 18.000 Papiergulden zur Unterstützung des Kampfes gegen Frankreich und Baiern.

    Fast gleichzeitig trifft die gedruckte „Friedensproklamation“ des italienischen Vizekönigs Eugéne Beauharnais ein.
    Das Schreiben enthält auch die Zusage, dass kein Tiroler „Rebell“ ein Strafe zu erwarten habe.

    Die Tiroler „Aufständischen“ sehen in der „Friedensproklamation“ aber nur eine „Kriegslist“ des baierisch-französischen Feindes.


  • Tirol * Erzherzog Johann unterrichtet im Auftrag seines kaiserlichen Bruders die Tiroler Freunde über den „Frieden von Schönbrunn“ und der Überlassung Tirols an Baiern.

    Der Tiroler „Oberkommandant“ Andreas Hofer will daraufhin nach Innsbruck fahren und mit dem baierischen „Kronprinzen“ Ludwig I. verhandeln.
    Da erscheint der „Kapuzinermönch“ Joachim Haspinger, genannt „Pater Rotbart“, der Hofer - mit seiner Redekunst, aber auch mit Lügen - umstimmen will. Und der der Geistlichkeit hörige Andreas Hofer lässt sich umstimmen.

    Erzherzog Johann informiert auch den Südtiroler Josef Giovanelli über den „Frieden von Schönbrunn“.
    Daraufhin machen sich viele „Aufständische“ auf den Nachhauseweg.


  • Südtirol * Das Ende der baierischen Herrschaft über Südtirol zeichnet sich ab.

    Französische Truppen haben die Kontrolle über das Gebiet südlich des Brenners und des Reschenpasses übernommen.


  • Innsbruck * Es kommt zur vierten und letzten „Schlacht am Bergisel“.

    20.000 baierische Soldaten stehen etwa 8.500 Tirolern unter der Führung des „Sandwirts“ Andreas Hofer gegenüber. 
    Es kommt zur Schlacht, die nach knapp drei Stunden entschieden ist und die - von baierischer Seite „Rebellen“ oder „Insurgenten“ genannten - „Aufständischen“ vernichtend geschlagen werden. 

    Der Aufstand der Tiroler und die zunächst vergeblichen Versuche, Tirol zurückzuerobern, sind in den Augen Napoleons eine militärische Schande, die seinen Ruf als unbesiegbaren Feldherrn beschädigt.
    Dies führt dazu, dass der Franzose eine Teilung für notwendig erachtet.

    Die Südtiroler nehmen an den Kämpfen nicht mehr teil.
    Rund einhundert Abgeordnete versammeln sich in Bozen, beschließen die Niederlegung der Waffen und informieren Andreas Hofer darüber.


  • München * Freiherr Max Joseph von Montgelas wird in den „Grafenstand“ erhoben.


  • Tirol * Ein französischer Offizier mit wichtigen Schriftstücken wird von den Tiroler „Rebellen“ gefangen genommen.

    Die Dokumente enthalten eindeutige Beweise über die Richtigkeit des  „Schönbrunner Friedens“, die auch die hartnäckigsten Zweifler überzeugen. 

    Die Versammelten beschließen ein „Unterwerfungsschreiben“ an Napoleons Adoptivsohn Eugéne Beauharnais, dem „Vizekönig von Italien“, der auch die den Tirolern zugestellte „Friedensproklamation“ unterzeichnet hatte.


  • Tirol * Eine Abordnung der Tiroler „Aufständischen“, bestehend aus Jakob Sieberer und Josef Daney, macht sich auf den Weg nach Villach, wo Eugéne Beauharnais residiert.


  • Tirol * Andreas Hofer unterzeichnet als „gewöster Oberkommandant“ ein „Unterwerfungsschreiben“ für das Pustertal an den in Innsbruck kommandierenden General Drouet.

    Nahe der Trostburg in Südtirol wird eine 1.200 Mann starke französische Truppe angegriffen.
    Um ein Drittel dezimiert entkommt sie Einheit nach Bozen.


  • Tirol - Bozen * Bewaffnete Südtiroler Bauern greifen Bozen an.

    Unentschlossenheit und mangelnde Führung verhinderten einen Erfolg.
    Als sich dann von Süden her 2.000 französische Soldaten der Stadt nähern, lösen sich die Angreifer auf.

    Andreas Hofer, der „gewöste Oberkommandant“, trifft am Brenner auf einige, nicht zum Frieden entschlossene „Aufständische“ und ändert seine Einstellung erneut.
    Er ignoriert das Beratungsergebnis der von ihm selbst einberufenen Delegiertenversammlung und bricht sein gegebenes Wort gegenüber General Drouet.

    Erneut ruft er zum Kampf auf.
    Dass er damit dem Land jede Schonung verbaut, muss er wissen.


  • Tirol * Jakob Sieberer und Josef Daney, dIe Abordnung der Tiroler „Aufständischen“, werden vom italienischen Vizekönig empfangen.

    Eugéne Beauharnais bestätigt in einem Schreiben die wichtigsten Punkte der „Friedensproklamation“ vom 25. Oktober.
    Darunter auch die „Straffreiheit der Rebellen“ , obwohl die Tiroler die Waffen nicht niedergelegt haben.


  • Tirol * Jakob Sieberer und Josef Daney halten Andreas Hofer die „Ströme zwecklos jetzt noch zu vergießenden Menschenbluts, Städte und Dörfer in Asche“ vor und dass er das Land in Not und Elend, tausende Familien an den Bettelstab und seine treuen Anhänger an den Galgen bringen würde.

    Wieder ändert Andreas Hofer seine Meinung, denn „unser lieber Herrgott und die Mutter Gottes werd'n wohl all's recht mach'n“.

    Daney und Sieberer verfassen einen Aufruf, der zur Niederlegung der Waffen aufruft.
    Andreas Hofer unterzeichnet das Schreiben, das daraufhin in Abschrift im ganzen Land verteilt wird.

    An der „Mühlbacher Klause“ überfallen Südtiroler „Aufständische“ auf Hofers Aufruf vom 5. November hin französische Truppen. 500 Soldaten kommen dabei ums Leben.


  • Imst * Tiroler „Rebellen“ überfallen bei Imst baierische Truppen.

    Sie kannten nur Hofers Kampfaufruf vom 5. November, nicht aber den „Friedensaufruf“ vom 8. November.


  • Tirol * Andreas Hofer hat sich inzwischen in das „Sandwirtshaus“ in Sankt Leonhard zurückgezogen.

    Wieder ändert er seine Meinung und bricht sein gegebenes Wort, indem er einen weiteren Kampfaufruf unterschreibt.
    „Wenn Wir nachgeben ist Glaube, Religion, Volk und alles hin. Wer widerstrebt, ist ein Feind Gottes und des Vaterlands“.


  • Tirol * Italiens Vizekönig Eugéne Beauharnais erlässt eine Proklamation, derzufolge jeder erschossen wird, der noch zu den Waffen greift oder auch nur eine Waffe versteckt hält.


  • Meran * General Rusca zieht mit 2.000 Mann nach Meran ein.

    Die Hälfte seiner Soldaten schickt er in das Tal hinein, um nach dem Rechten zu sehen.
    Drei Passeirer Kompanien erwarten die Franzosen und schlagen sie in die Flucht.


  • Meran - Tirol * Am Meraner „Küchelberg“ kommt es zum Kampf zwischen den Franzosen und den Südtirolern.

    Es beginnt zu regnen, was das Schießen stark beeinträchtigt. Die Franzosen geraten in die Defensive und müssen sich in die Meraner Häuser zurückziehen.

    In der Nacht können sie fliehen, erleiden aber starke Verluste durch von den Tirolern aufgeschichteten und bewegten Steinlawinen.


  • Tirol * Eine französische Einheit kommt General Rusca zu Hilfe.

    Sie wird aber bei Sankt Leonhard eingekesselt und nach viertägigem Kampf am 22. November zur Kapitulation gezwungen.


  • Passeiertal - Tirol * Andreas Hofer lässt Jakob Sieberer und Josef Daney als Gefangene ins Passeiertal bringen und als „Landesverräter, Franzosen- und Baiernfreunde sowie Spione“ zum Tode verurteilen. 

    Mit den Worten: „Halt's Maul. Ich lass' dich und den Pfaffen totschießen für eure Lügen und alle, die den Frieden verkünden“, verweigert Hofer Jakob Sieberer auch einen Abschiedsbrief an seine Frau.
    Im Kerker entzieht man ihm sogar Wasser und Brot. 

    Josef Daney wird in den gleichen Kerker geworfen.
    Dass sie am Leben bleiben, verdanken sie einem 3.000 Mann starken französischem Korps, vor dem die „Aufständischen“ fliehen.


  • Paznauntal * Im „Paznauntal“ kommt es zu Kämpfen, die durch das Aufgebot von über 100 Bäuerinnen und Dirnen eine gewisse Berühmtheit erlangt haben.


  • München * In Anerkennung seiner Verdienste um den König, die königliche Familie und um Baiern erhält Freiherr Montgelas das „Grafendiplom“ verliehen. 

    Es ist vererbbar - und damit können seine ehelichen männlichen und weiblichen Nachkommen auch diesen Adelstitel führen.  

    Damit verbunden ist, als besonderer Gnadenerweis und Vertrauensbeweis des Königs, die Errichtung eines „Majorats“.
    Ein „Majoratsbesitzer“ kann frei über sein Eigentum bestimmen und darf es im Erbfall sogar ungeteilt an den ältesten Sohn weitergeben. 

    Neben Montgelas gelingt es in Altbaiern nur zwei Familien, ein „Majorat“ zu bilden: Carl Philipp Fürst von Wrede und Johann Maximilian von Preysing-Hohenaschau.

    Für Montgelas, der ursprünglich aus einer Familie ohne jeglichen Grundbesitz stammt, hat das „Majorat“ zwischenzeitlich erhebliche Bedeutung gewonnen, denn er wird schon während seiner Amtszeit zu einem der reichsten Grundherren. 


  • Tirol * Die französische Militärverwaltung versucht den Tirolern karzumachen, dass sie bei Frankreich besser als bei Baiern aufgehoben wären.


  • Tirol * Bei der „Lienzer Klause“ kommt es erneut zu Kämpfen.


  • Brixen * Als Strafe für die „Belagerung Brixens“ gehen die Dörfer Vahrn, Kranabit, Neustift, Elvas, Miland und die Fraktionen von Pfeifersberg mit 200 Höfen und 28 Ansitzen in Flammen auf.


  • Tirol * Den letzten Waffengang liefern sich Tiroler „Aufständische“ und baierisch-französische Truppen vor Ainet im „Iseltal“.


  • Berg am Laim * Der Berg am Laimer „Hofmarkbesitzer“ und „Baierische Minister der Finanzen“ Johann Wilhelm von Hompesch stirbt.

    Sein Bruder Ferdinand übernimmt die „Hofmark Berg am Laim“.
    Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas besetzt den Posten des „Finanzministers“


  • Kreuzviertel * Nach dem Tod des „Baierischen Ministers der Finanzen“, Johann Wilhelm von Hompesch, übernimmt Maximilian Joseph Graf von Montgelas zum zweiten Mal die Funktion des „Finanzministers“.

    Damit konzentrieren sich die drei wichtigen Ministerien „Außenministerium“, „Innenministerium“ und „Finanzministerium“ in einer Person.
    Montgelas hat im Verlauf seiner Tätigkeit in Bayern sehr viel Macht, Entscheidungsgewalt und Einfluss auf seine Person konzentriert. 

    Er ist nicht nur mächtig, sondern sogar allmächtig.
    Ein Zustand übrigens, den er übrigens im „Ansbacher Mémoire“ massiv kritisiert hat. 

    Dies führt im Krankheitsfall des Ministers allerdings zum nahezu völligen Erliegen der Regierungstätigkeit. 


  • Hildburghausen * „Kronprinz“ Ludwig I. trifft in der kleinen „Residenzstadt“ Hildburghausen ein. 

    Er befürchtet nicht unbegründet, dass ihn Napoleon Bonaparte mit einer ihm genehmen Frau verheiraten will. Das will der junge Baier verhindern, weshalb sich selbst auf „Freiersfüßen“ begibt und eine Ehefrau sucht. 

    Er muss sich entscheiden zwischen der großen, schlanken, 17jährigen Therese und der eineinhalb Jahre jüngeren, aber „zweifellos hübscheren“ Luise.
    Er entscheidet sich für Therese.

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