Geschichte: 17 -26

Zeitensprünge





  • Bogenhausen * Das „Militärwaisenhaus und -lazarett“ wird in eine „Pflegeanstalt für bresthafte Frauen“ umgewandelt.


  • München * Jeder achte Münchner ist „Sodale“ [Mitglied] einer der sechs Münchner „Marianischen Kongregationen“.
    Sie nehmen großen Einfluss auf die Stärkung und Förderung des katholischen Lebens in der Stadt.

    Jeder der „Kongregation“ neu beitretende „Sodale“ hat nach Ablegung seiner „Lebensbeichte“ sich in einem feierlichen Weiheakt seiner Patronin zu lebenslangem Dienst zu verpflichten. 

    Er hat häufig beim jesuitischen Beichtvater seine Sünden darzulegen, muss täglich Gewissensforschung betreiben, hat ein geregeltes Gebetsleben einzuhalten und strenge Bußübungen - vor allem an Kartagen - zu vollziehen.
    Zum regelmäßigen Besuch der Konvente und der Lektion frommer Schriften gehört auch der gemeinsame Empfang der Kommunion. 
    Das demonstrative öffentliche Auftreten bei Prozessionen und Wallfahrten, sowie bei prunkvollen Festgottesdiensten und Theateraufführungen „zur höheren Ehre Gottes und der allerseligsten Jungfrau“ gehören ebenso zur selbstverständlichen Pflicht des „Sodalen“ wie die, seinen Mitbrüdern im Leben und Sterben beizustehen und sie auf ihrem letzten Gang zu begleiten. 


  • Deutschland * Auf den „protestantischen Gebieten“ folgt auf den 18. Februar der 1. März 1700.

    Damit ist die einheitliche Tageszählung im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ endgültig wieder erreicht.
    Bis zur Kalenderumstellung in den „protestantischen Ländern“ werden alle Dokumente mit zwei Daten versehen.


  • München - Haidhausen - Au * Ein Befehl des „Hofrats“ fordert dazu auf, bei „behöriger Straff“ endlich alle „Hurerey- und Gaukelhäuser auszurotten“.  

    Doch die „Hopfengärten“ rings um die Stadt, die „finsteren Bögen“ an der Südseite des Marktplatzes, die „Ziegelöfen“ in Haidhausen und die Herbergen in der Au sind beliebte Liebesnester und Schlupflöcher „vagierender Mädchen“.  

    An den genannten Plätzen werden immer wieder sogenannte „Schrannenmentscher“ aufgegriffen. 


  • Freystadt * Giovanni Antonio Viscardi beginnt mit dem Bau einer neuen Wallfahrtskirche Maria Hilf in Ferdinand Franz Lorenz Xaver von Tilly zu Breiteneggs Herrschaft Freystadt in der Oberpfalz. 


  • Brüssel * Clemens August Maria Hyazinth von Baiern, der spätere Kurfürst von Köln und Inhaber mehrerer Bistümer, wird als vierter Sohn des Kurfürsten Max Emanuel von Baiern in Brüssel geboren, wo sein Vater "Statthalter der Spanischen Niederlande" ist.


  • Madrid * Eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustandes zwingt den 39-jährigen König Carl II. von Spanien zur Abfassung eines neuen Testaments. Er vermacht darin sein gesamtes Vermögen an Herzog Philipp von Anjou, dem zweitältesten Enkel des Franzosenkönigs Ludwig XIV..  

    Da der ebenfalls aus dem Hause Habsburg stammende Kaiser Leopold I. Teile des spanischen Weltreichs für sich und seine Familie beansprucht, wird es im Mai 1701 zum sogenannten Spanischen Erbfolgekrieg kommen. 


  • Madrid * König Carl II., der letzte spanische Habsburger, stirbt in Madrid ohne Nachkommen. 


  • Madrid - Versailles * Das Testament des spanischen Königs Carl II. wird eröffnet.  

    Er vermacht darin die gesamte spanische Monarchie an Herzog Philipp von Anjou, dem zweitältesten Enkel des Franzosenkönigs Ludwig XIV..  
    Ludwig XIV. stellt daraufhin sofort seine bislang verfolgten Teilungsabsichten hinten an und unterstützt seinen Enkelsohn, der schon im Februar 1701 in Madrid einziehen kann.  

    Die „Seemächte“ akzeptieren Philipp V. als spanischen König nicht - und Kaiser Leopold I. lehnt das Testament aus grundsätzlichen Erwägungen ab, da es faktisch den deutschen Zweig der Familie enterben würde. 


  • Brüssel - München * Baierns Kurfürst Max Emanuel befindet sich nun in einem Dilemma.  

    • Der neue spanische König ist zwar sein Neffe, aber wie sollte er sich als „Statthalter der spanischen Niederlande“ gegenüber einem König verhalten, der von mehreren Seiten nicht anerkannt wird?  
    • Wie soll er sich mit seinen bisherigen Waffenbrüdern verständigen?  
    • Und vor allem, wie kann er in dieser Situation noch das Maximalste herausholen?  

    Um seinen Wünschen nach Rangerhöhung doch noch ein Stück näher zu kommen, bereitet der baierische Kurfürst einen Bündniswechsel in Richtung Frankreich vor. 


  • München * In München geraten bis zum Jahr 1701 noch mindestens einhundert Personen in den Verdacht der „Hexerei“.

    Mindestens 55 von ihnen erhalten Strafen, die unterhalb der „Todesstrafe“ lagen, hingerichtet werden etwas mehr als zehn. 


  • Freising * Der „Geistige Rat“ in Freising beschließt, dass den „Paulanern“ die pfarrlichen Rechte am „Gaisberg“ zustehen. 

    Dagegen wehrt sich Johann Maximilian von Alberti.


  • Köln * „Kurköln“ unter Kurfürst Joseph Clemens schließt mit Frankreich einen „Allianzvertrag“, der Kölns „bewaffnete Neutralität“ beinhaltet.

    Die Folgen sind verheerend.
    Das „Erzstift Köln“ wird zum ersten Kriegsschauplatz im „Spanischen Erbfolgekrieg“.


  • Madrid * Philipp von Anjou, der Enkelsohn des französischen Königs Ludwig XIV., zieht als König Philipp V. in Madrid ein und nimmt Besitz vom spanischen Thron. 


  • Versailles * Frankreich und Baiern unterzeichnen einen „Bündnisvertrag zur Sicherung der Neutralität Süddeutschlands“.  

    Baierns Kurfürst Max Emanuel sieht nach dem Tod seines Sohnes Joseph Ferdinand eine neue Chance, durch eine geschickte Bündnispolitik dem Hause Wittelsbach. 


  • Brüssel - München * Kurfürst Max Emanuel kehrt aus Brüssel nach München zurück.


  • Haidhausen * Paulus Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn, der „Hofmarkherr“ von Haidhausen, „Reichshofrat“ und „kurbaierischer Obersthofmeister“, stirbt in München.
    Er wird in der Pfarrkirche von Mickhausen begraben.

    Die „Hofmark Haidhausen“ erbt seine Ehefrau Anna Maria Katherina de Saint German, eine verwitwete Gräfin Törring-Seefeld. 


  • München * Die Kurfürstin Therese Kunigunde und der "Hofstaat" kehren ebenfalls nach München zurück.


  • Den Haag * England, die Vereinigten Niederlande und Österreich schließen sich in Den Haag zur Haager Großen Allianz gegen Frankreich und Spanien zusammen.  

    Die ungeschickte und aggressive Politik von Frankreichs König Ludwig XIV. führten zu diesem Zusammenschluss. 


  • München * Die 17-jährige Wachtmeisterstocher Maria Theresia Käser aus Pfaffenhofen als Hexe auf der Richtstatt enthauptet und ihr geschundener Körper anschließend verbrannt.

    Maria Käser wird früh elternlos und ist auf Betteln und Stehlen angewiesen. Das armselige und heruntergekommene Mädchen ist aufgrund ihrer niedrigen sozialen Stellung zur Hexe geradezu geboren.

    Die junge Frau wird von einem verschmähten Liebhaber der Hexerei bezichtigt. Unter der Folter gesteht sie, am Hexensabbat teilgenommen, sich dem Teufel mit „Leib und Seele“ ergeben sowie ihr Amulett und einen geweihten Gürtel mit Füßen getreten zu haben. 


  • Wien * Die Kaisertochter und spätere baierische Kurfürstin sowie Kaiserin Amalia Maria Josepha Anna wird in Wien geboren. 


  • München * Die „Rekrutierungsverfahren“ zur Gewinnung von Soldatennachwuchs werden verschärft. 

    Sogar der „Hofkriegsrat“ stellt in einem Gutachten fest, dass das Verfahren negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Steuerkraft des Landes haben wird.

    Die kurbaierischen „Zwangsaushebungen“ unterscheiden sich kaum von den „Zwangsrekrutierungen“ der österreichischen „Kaiserlichen Administration“ im Jahr 1705.


  • Hildesheim * Kurfürst Joseph Clemens erhält die „Bischofswürde“ über das Bistum Hildesheim übertragen.


  • Den Haag - Wien - London - Paris - Madrid - München - Köln * Die „Haager Große Allianz“ erklärt Frankreich und Spanien den Krieg. 


  • Au * Die „Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria“ am „Gaisberg“ wird eröffnet.


  • Au * In der „Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria“ am „Gaisberg“ (Lilienberg) wird die erste „Heilige Messe“ gefeiert.


  • München - Versailles * Kurfürst Max Emanuel und seine Berater treffen die Entscheidung für die Unterzeichnung des "Bündnisvertrages" mit Frankreichs König Ludwig XIV..


  • München - Versailles * Kurfürst Max Emanuel erneuert sein Bündnis mit Frankreich.  

    König Ludwig XIV. verspricht ihm für die aktive Kriegsteilnahme territoriale Gewinne und die mögliche Anerkennung der „Königswürde“


  • Ulm * Mit dem Überfall auf die „Reichsstadt“ Ulm beginnt die militärische Aggression Max Emanuels. 

    Damit beginnt der „Spanische Erbfolgekrieg“ zwischen Frankreich und Österreich.
    Der baierische Kurfürst Max Emanuel steht gemeinsam mit seinem Bruder Joseph Clemens, dem Kurfürsten von Köln, als einzige Reichsfürsten auf der Seite der Franzosen.


  • Regensburg * Der „Reichskrieg“ gegen Frankreich und seinen Verbündeten - also auch Baiern - wird im „Reichstag“ in Regensburg beschlossen.

    Das Kurfürstentum Baiern ist nun von allen Seiten von Feinden umgeben. 


  • Memmingen - Lauingen - Dillingen * Die "Reichsstädte" Memmingen, Lauingen und Dillingen werden von den baierischen Truppen eingenommen.


  • Oberpfalz * Kaiserliche Truppen marschieren in der Oberpfalz ein.


  • Wien - Kurfürstentum Baiern * Beginn der konzentrierten Angriffe der „Kaiserlichen Armee" gegen Baiern.


  • Neuburg an der Donau * Baierische Truppen unter Führung des Kurfürsten Max Emanuel überfallen die „Reichsstadt" Neuburg an der Donau.


  • Bonn * Die kurkölnische Haupt- und Residenzstadt Bonn muss sich den Truppen von John Churchill, dem Herzog von Marlborough ergeben.


  • Regensburg * Baierische Truppen unter Führung des Kurfürsten Max Emanuel besetzen die „Reichsstadt" Regensburg.


  • Kufstein * Kurfürst Max Emanuel und seine Armee überschreiten bei Kufstein die Grenze nach Tirol.


  • Kufstein - Mittenwald * Im Juli und August 1703 erhebt sich das Volk gegen die Besetzung durch die baierische Armee.

    Max Emanuel und seine Truppen ziehen sich rasch über Mittenwald zurück.


  • Innsbruck * Die baierischen Truppen unter Führung des Kurfürsten Max Emanuel besetzen die „Reichsstadt" Innsbruck.


  • Augsburg * Baierische Truppen unter der Führung ihres Kurfürsten Max Emanuel besetzen die Reichsstadt Augsburg. 


  • Höchstädt * Baierisch-französische Truppen besiegen bei Höchstädt die „Kaiserliche Armee".


  • München * Eine im Jahr 1703 von den städtischen Behörden erstellte Untersuchung über den Anteil der Kirchen und Klöster auf dem Stadtgebiet hat ergeben, dass von den 237,5 Tagwerk Grund und Boden innerhalb der Stadtumwallung Münchens 38,375 Tagwerk - oder ein Sechstel - kirchlichen Einrichtungen gehören. 


  • München * Ein französischer Schauspieler, genannt Brieder, ist der erste Münchner „Kaffeesieder“


  • Au * Zwei „Jungfrauen vom Kloster am Lilienberg“ beziehen unten im Tal ein Haus mit Garten.

    Ihrer Ansiedelung geben sie den Namen „Kloster Lilienthal“.


  • Bogenhausen * In Geldnot verkauft Johann Antonio Gumpp das Bogenhausener „Schloss Neuberghausen“ an die Gräfin Adelheid Felicitas von Törring-Seefeld.


  • München * Maria Anna Lindmayr leidet an rätselhaften Krankheiten und hat immer wieder religiöse Visionen, die sich mit dem Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges verstärken. Im Jahr 1704 erreichen die Visionen ihren vorläufigen Höhepunkt.

    Die Lindmayr spricht nun von einem „kommenden Strafgericht“, wenn sich die Menschen, allen voran der kurfürstliche Hof, nicht bessern und bekehren würden. 


  • Passau * Die Stadt Passau kapituliert vor den baierischen Truppen. 

    Anschließend fällt die Baiern-Armee in Oberösterreich ein.


  • München * Als Wilhelm, einer der kurfürstlichen Prinzen im Alter von zweieinhalb Jahren stirbt, sieht die „fromme Jungfer Marianndl“ [= Maria Anna Lindmayr] darin die „göttliche Strafe“ für das höfische Faschingstreiben


  • München * Durch die Visionen und Prophezeiungen der Maria Anna Lindmayr verbreiteten sich bald in der ganzen Stadt die wildesten Gerüchte. Die - berechtigten - Ängste der Bevölkerung vor einem drohenden Krieg und den daraus resultierenden Auswirkungen führen noch am Dreifaltigkeitstag, am 18. Mai, zu einem Volksauflauf.

    Der Kurfürstliche Geheime Rat lässt daraufhin die Prediger anweisen, sie sollen gegen die „Ausstreuungen einer gewissen Person“ vorgehen und die Bevölkerung zu „Buße, Tugend und Frömmigkeit“ anhalten.

    Die „fromme Marianndl“ wendet sich daraufhin an den Freisinger Fürstbischof Franz von Eckher von Kapfenberg und Lichteneck, der sie von einer „Kommission hochangesehener Geistlicher“ untersuchen lässt. Die Kommission stellt in ihrem Gutachten fest, dass die Lindmayr „in etlich sachen eine mehr als natürliche erkandnuß“ habe.

    War die Lindmayrin zuvor in der Stadt noch umstritten, so ist nun die Mehrheit von der Mystikerin überzeugt. Maria Anna Lindmayr ist sich sicher, dass Gott die schlimmsten Gefahren nur dann von der Stadt abwende, wenn man ihm eine „Kirche zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit“ geloben würde. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, erklärt sie, dass ihr dies schon mehrmals geoffenbart worden sei. 


  • Bedburg * John Churchill, Herzog von Marlborough, tritt von Bedburg - nahe Köln - den Marsch in Richtung Süddeutschland an.


  • Donauwörth * Die Truppen des Prinzen Eugen von Savoyen und Herzog John Churchill von Marlborough erobern den "Schellenberg" bei Donauwörth.


  • München * Die drei Stände - Adel, Klerus und die Bürgerschaft Münchens - legen in der Frauenkirche ein „Gelöbnis zur Abwehr der Zerstörung Münchens im Spanischen Erbfolgekrieg“ ab.

    Die Vision der Maria Anna Lindmayr, wonach Gott die schlimmsten Gefahren nur dann von der Stadt abwende würde, wenn man ihm eine „Kirche zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit“ baut, wird im „Gelübde der drei Stände“ nicht einmal erwähnt. 


  • Straubing * In Straubing wird - wenige Tage nach dem Münchner Gelöbnis - ein „Gelübde zur Abwehr der Belagerung durch die Habsburger“ abgelegt.

    Daraus entsteht 1709 eine Dreifaltigkeitssäule


  • Höchstädt * Es kommt zur „Schlacht von Höchstädt“, die mit der vernichtenden Niederlage der französisch-baierischen Armee durch die kaiserlichen Truppen endet.

    Baiern wird aufgegeben.
    Die französischen Truppen ziehen sich zurück.

    Kurfürst Max Emanuel flieht nach Frankreich.
    Kurfürst Joseph Clemens hält sich in Lille auf.


  • München * Nachdem Kurfürst Max Emanuel die Schlacht von Höchstädt verloren hat, tritt er seinen Rückzug auf das linke Rheinufer an.

    Die „Regentschaft über das Kurfürstentum Baiern“ überträgt Max Emanuel seiner Gemahlin Therese Kunigunde. 


  • Ilbesheim * Therese Kunigunde, seit 17. August 1704 Regentin Baierns, schließt mit Kaiser Leopold I. den „Waffenstillstandsvertrag von Ilbesheim“, durch den Baiern aus dem Spanischen Erbfolgekrieg ausscheidet.

    Der Kurfürstin verbleibt der größte Teil des Rentamtes München. Das gesamte restliche Kurfürstentum wird von der habsburgischen Kaisermacht besetzt.

    Außerdem beinhaltet der „Ilbesheimer Vertrag“  

    • die Auflösung des baierischen Heeres mit Ausnahme einer 400 Mann starken Garde,
    • die Übergabe der Festungen an die Kaiserlichen sowie
    • die Verpflichtung der Kurfürstin „gegen Sr. kaiserl. Majestät und das heilige römische Reich nichts Nachtheiliges oder Schädliches gestatten, hegen und noch weniger vernehmen [zu] lassen“

  • Straubing - Landshut - Burghausen * Den „Rentämtern“ Straubing, Landshut und Burghausen wird die gewaltige „Kontribution“ (Zahlungen für den Unterhalt der Besatzungstruppen) von 3,15 Millionen Gulden auferlegt. 

    • Das ist mehr als das Doppelte des gewöhnlichen Steueraufkommens ganz Baierns. 
    • Zudem wird eine außerordentliche „Landsteuer“ ausgeschrieben, um damit die Auflösung des baierischen Heeres zu finanzieren.
    • Darüber hinaus erhalten die kaiserlichen Truppen ihr Winterquartier in den besetzten „Rentämtern“.

  • München-Graggenau * Nach der Niederlage des Kurfürsten Max Emanuel im Spanischen Erbfolgekrieg“ findet der „wittelsbachische Hausschatz“ in der Zeit von 1705 bis 1715 ein sicheres Versteck bei den „Franziskanern“.


  • Au * Johann Maximilian von Alberti lässt die „Sakramentspendung“ der „Frauen vom Gaisberg“ durch einen „Benediktiner“ erledigen. 

    Dieser liest täglich die Messe und nimmt den Ordensfrauen die „Osterbeichte“ ab.

    Selbst die Regeln, nach denen die Klosterfrauen leben, sind stark der „Benediktiner-Regel“ angepasst worden.


  • Schottland - Portugal - Norditalien * Da der „Templerorden“ in Schottland, Portugal und Norditalien nie offiziell aufgelöst wird, kann er sich als „militärisch-christlicher Laienritterorden“ neu formieren und die „Ordensstatuten“ neu verabschieden.


  • München - Venedig * Kurfürstin Therese Kunigunde reist zu ihrer Mutter nach Venedig. 

    Das ist für die "Kaiserliche Adimistration" Anlass genug, dies als Verstoß gegen den "Ilbesheimer Vertrag" zu werten.


  • Wien * Hofkriegspräsidenten", Geheimräte" und hohe „Kanzleibeamte" beraten in Wien über eine zentrale „Administration" für ganz Baiern. 

    Prinz Eugen „der edle Ritter" führt den Vorsitz dieser streng geheimen Besprechung. 

    Mit Argwohn beobachtet man dort die rege Korrespondenz zwischen München und Brüssel.

    Schließlich setzt Kaiser Leopold I. - zur zivilen und militärischen Verwaltung Baierns - die „Kaiserliche Administration" mit Sitz in Landshut ein. 

    Zum "Landesadministrator" wird der Diplomat Graf Maximilian Carl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort bestellt.


  • Wien * Kaiser Leopold I. stirbt in Wien.  

    Sein 27-jähriger Sohn Joseph I. wird zum Kaiser gewählt.  

    Der neue Herrscher des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ will, dass „auf Bainern Keine andere reflexion zu machen sein, als selbiges in soweith genießen zu Können, das es hinkünftig dem Churfürsten Unnutz seyn solle“.  

    Von dieser Politik ist die Landbevölkerung am stärksten betroffen. 

    • Sie hat - neben den drastischen Steuererhöhungen - besonders unter den drückenden Quartierlasten und den Schikanen der hier stationierten oder durchmarschierenden kaiserlichen Regimenter zu leiden.  
    • Hinzu kommt die Disziplinlosigkeiten und Exzesse der Soldaten, die der Landbevölkerung oft zusätzliche Leistungen abpressten.  
    • Die Bauern müssen für die Militaristen „Dirnen“ besorgen und bezahlen.  
    • Häufig zwingt man sie bei Vergewaltigungen der eigenen Frau, der Töchter und Anverwandten zuzusehen.  
    • Selbst von jungen Mädchen und Schwangeren nehmen die Soldaten keinen Abstand.  
    • Plünderungen gefährden die Lebensmittelversorgung der ländlichen Bevölkerung und der Bewohner der Städte. 

  • München * Die „Kaiserliche Administration" verweigert der Kurfürstin Therese Kunigunde die Rückreise nach München.

    8.000 Soldaten marschieren um 7 Uhr vor den Stadttoren auf und drohen mit Bombardierung.
    Die Münchner kapitulieren.

    Nun ist die baierische Hauptstadt München, das „Rentamt München" und damit ganz Baiern besetzt.
    In der Folge verlegt man den Sitz der „Kaiserlichen Administration" in die „Herzog-Max-Burg".


  • München * Mit der österreichischen Besatzung Münchens erleben die „Kaffeehäuser“ einen enormen Aufschwung. 


  • München * Nachdem Kurfürstin Therese Kunigunde am 16. Februar 1705 zu ihrer Mutter nach Venedig reiste, besetzen die Kaiserlichen auch das Rentamt München und verweigerten der Kurfürstin die Einreise nach Baiern.

    8.000 Soldaten marschieren um 7 Uhr vor den Stadttoren auf und drohen mit Bombardierung. Die Münchner kapitulieren.

    Zur Besetzung des Rentamtes München kommt es auch deshalb, weil man in München keinen großen Eifer zeigt, die vereinbarten Abrüstungsmaßnahmen aus dem „Ilbesheimer Vertrag“ umzusetzen.

    Eine „Kaiserliche Administration“ unter Reichsgraf Maximilian Carl von Löwenheim-Wertheim-Rochefort bemühte sich nun um eine ordnungsgemäße Verwaltung des Kurfürstentums Baiern. 


  • München * Graf Maximilian Carl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort schlägt Kaiser Joseph I. - zur "Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung" in Baiern - die Deportation der kurbaierischen Prinzen in die österreichischen Stammlande vor.


  • München * Die „Kaiserliche Administration“ schreibt erneut eine außerordentliche „Kriegssteuer“ aus, an der sich korrupte Beamte durch erhöhte Forderungen noch bereichern.


  • München * Am 6. und 8. Juni leisten die baierischen Beamten einen „Treueid“ auf Kaiser Joseph I..


  • München * Die „Kaiserliche Administration“ ordnet an, dass jeweils vier Höfe einen tauglichen Mann für die Armee zu stellen haben.


  • München * Die baierischen Stände leisten ihren Treueid auf den Kaiser. 


  • München * Die „Kaiserliche Administration“ befiehlt, alle ledigen und herumziehenden Bauernburschen aufzugreifen und dem Militärdienst zuzuführen.


  • München * Die „Kaiserliche Administration“ ordnet an, jeden dritten Mann der ursprünglich zu reinen Landesverteidigungszwecken aufgestellten „Landfahnen“ zu rekrutieren.


  • München * Da sich weiterhin die meisten jungen Männer der Rekrutierung durch Flucht entziehen, ordnet die Kaiserliche Administration Zwangsrekrutierungen zur Auffüllung ihrer stark gelichteten Regimenter an. Verwaltungsbeamte und Rekrutierungskommandos greifen wehrfähige Männer auf, wo immer sie sie finden. Söhne und Knechte von Bauern werden während der Feldarbeit oder nachts aus den Betten weggeschleppt. Sogar aus den Kirchen werden sie gezogen, auf Wagen gefesselt nach Ungarn oder Italien entführt.

    Den Bauern fehlen dadurch die Arbeitskräfte. Bis zu den Zwangsrekrutierungen beschränkte sich die Bevölkerung auf Beschwerden an die Kaiserliche Administration. Erst ab jetzt wird tätlicher Widerstand anzutreffen sein.


  • Niederbaiern - Oberpfalz * Im Innviertel, an Vils und Rott sowie in Teilen der Oberpfalz kommt es wegen der wegen der „Zwangsrekrutierungen" zu ersten Tumulten.


  • Lengries * Bei Lenggries im Isarwinkel protestieren die Menschen gegen die „Zwangsrekrutierungen".


  • Au * Die Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria am Gaisberg wird geweiht.

    Von jetzt an dürfen Messen in der Kapelle gelesen, das Allerheiligste jedoch noch nicht darin aufbewahrt werden.


  • Oberpfalz - Niederbaiern * In der Oberpfalz und in Niederbaiern bricht der Aufstand gegen die kaiserliche Besatzungsmacht los.


  • Burghausen * Im die „Rentamt Burghausen" bricht der Aufruhr aus.


  • Altötting - Burghausen * Die „Kaiserliche Administration" schickt 100 „Grenadiere", 300 „Rekruten", je 100 „Husaren" und „Kürassiere" sowie vier „Regimentsgeschütze" unter Oberst de Wendt in den Raum Altötting-Burghausen. 


  • Burghausen * Der Kampf um Burghausen beginnt.


  • Wien * Ein kaiserliches „Mandat“ kündigt den Einsatz von Truppen gegen die „Tumultuanten“ an.


  • Burghausen * Burghausen kapituliert vor den „Aufständischen“.

    Sie ist die erste Stadt, die den „Aufständischen“ in die Hände fällt.
    In den „Kapitulationsverhandlungen“ verlangen die „Unterländer“,

    • dass „der Landmann bei seinen alten Privilegien verbleibe,
    • dass man von ihm nicht mehr fordere als unter dem Kurfürsten geschehen, damit die Bauern [...] ihre schuldigen Abgaben entrichten können;
    • alle Bauernsöhne und Knechte sollen zu Hause verbleiben und allein zur Verteidigung des Landes dienen“.

    Die Bauern erheben sich also zunächst nur gegen die allzu maßlosen Forderungen der „Kaiserlichen Administration“, nicht gegen die „Besatzungsherrschaft“.

    Weil sie zu Verteidigung der Heimat bereit sind, wehren sie sich gegen den Missbrauch der „Landfahnen“ zum kaiserlichen Militärdienst. Die „Aufständischen“ verstehen sich als „ganze Gemein der Kurlande Baiern“.

    Um ihnen die Legitimation des gesamten Kurfürstentums zu geben, wird der „Regierungsrat“ Franz Bernhard von Prielmayer zum „Kriegskommissär der Landesdefension“ gezwungen. Prielmayer versucht mäßigend auf die „Aufständischen“ einzuwirken. Doch der Erfolg der „Rebellen“ verändert deren Ziele, weshalb sie schon bald die Beseitigung der „Kaiserlichen Administration“ fordern, weil sie für die „unerträglichen Lasten“ verantwortlich zeichne.


  • Kurfürstentum Baiern * Unter dem Pseudonym „J. H. Wormbs“ erlässt Georg Sebastian Plinganser ein Mandat, dass „alle nichtadligen und unverheirateten kurbaierischen Untertanen“ zu den Waffen ruft. 

    Als Ziel nennt das Mandat, man solle „mit vereinten Kräften auf die Feinde losgehen, solche aus dem Lande völlig zu vertreiben, nächstdem die alt churbaierische Libertät empor zu heben“.

    Damit wird der „Volksaufstand gegen die Ausplünderung der Landbevölkerung“ zur „Erhebung gegen die Besatzungsherrschaft“ des Kaisers.


  • Wasserburg * Mit brutaler Härte gelingt es den „Kaiserlichen Truppen“ ein Belagerungsheer der „Aufständischen“ vor Wasserburg zu zerschlagen.

    Oberst Johann Baptist de Wendt hat einen Teil der 4.000 Bauern, die Wasserburg eingeschlossen hatten, „wie das wilde Vieh zerfetzt und zerhauen“.

    Die Bauern verlieren 300 Tote und ebenso viele Gefangene.


  • Benediktbeuern * Wegen den Zwangsrekrutierungen kommt es in Benediktbeuern zu Tumulten. 


  • Vilshofen * Die „Aufständischen“ nehmen Vilshofen ein.


  • Braunau * Die „Aufständischen“ nehmen die „Festung Braunau“ ein.

    Die „Belagerungsarmee“ ernennt den „Mitterschreiber des Gerichts Reichenberg“, Georg Sebastian Plinganser, zum „Kriegskommissär“.


  • Neuötting * Die „Kaiserlichen“ erobern das von den „Aufständischen“ besetzte Neuötting zurück.


  • München * Auf Bitten der „Landschaftsverordnung“ sagt die „Kaiserliche Administration“ die Einstellung der „Zwangsrekrutierungen“ zu. 

    Obwohl sich die „Landschaftsverordnung“ deutlich von den „yblen aufstandt under dem paurs volkh“ distanziert, zeigt sie dennoch Verständnis für die bäuerlichen Belange, weshalb sie sich beim Kaiser vehement über „das unnß schon so lang truckhente Ellent“ beklagt. 
    Sie tritt auch für eine „Verständigungslösung“ zwischen den „Aufständischen“ und der „kaiserlichen Obrigkeit“ ein.


  • Regensburg * Der in Regensburg stattfindende „Reichstag des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ macht sich Sorgen um „das rebellische Volk“ in Baiern.


  • München * Oberst Freiherr Johann Bapist de Wendt verfügt jetzt über 1.300 Mann, darunter 400 Reiter.


  • Valley * In Valley kommt es zu Tumulten wegen den Zwangsrekrutierungen.


  • Oberpfalz - Oberviechtach * Der Oberviechtacher Pfarrer Florian Sigismund Maximilian Miller von Ammenthal und Fraunhofen wirbt in der südlichen Oberpfalz Truppen für die "Aufständischen" an.


  • Braunau * Der frühere baierische „Kriegskommissär" Matthias Ägidius Fuchs kommt nach Braunau.

    Gemeinsam mit Plinganser plant er die Ausweitung der Rebellion übers ganze Land und die Einnahme Münchens.

    • Lokale Erhebungen im Bairischen Wald, an der unteren Isar und im Raum Kehlheim sollen Teile der kaiserlichen Besatzungstruppen binden,
    • während das starke „Unterländer Defensionsheer" über Mühldorf und Ebersberg auf die baierische Hauptstadt vorstoßen soll. 

    Flankierend sollen aus den Gerichten nördlich und südlich von München zwei Unterstützungsangriffe gegen die Stadt erfolgen.


  • Schärding * Die „Aufständischen“ erobern Schärding.


  • Burghausen * Die "Aufstandsbewegung" unter der Führung des Pfarrkirchner "Gerichtsschreibers" Georg Sebastian Plinganser erzielt bedeutende Erfolge und kontrolliert nach der Einnahme der Städte Burghausen, Braunau und Schärding die Innlinie und große Teile des "Rentamtes Burghausen"

    Als sich die "Rentamtsregierung" notgedrungen auf die Seite der "Aufständischen" stellt, breitet sich die Rebellion über das Rott- und das Vilstal weiter aus.


  • Tölz * Der ehemalige baierische "Kriegskommissär" Matthias Ägidius Fuchs begibt sich von Braunau nach Tölz, wo er den dortigen "Pflegskommissär" Johann Ferdinand Dänkel für die Aufstandspläne gewinnen kann.

    Die Bevölkerung des "Oberlands" steht dem Aufstand positiv gegenüber.

    Fuchs legt dazu ein angebliches Mandat des Kurfürsten Max Emanuel vor.
    Diese Fälschung war vermutlich von der Braunauer Führungsgruppe um Plinganser gefertigt worden. 

    Es lautet: "Wir, von Gottes Gnaden Maximilian Emanuel, Churfürst zu Baiern etc. etc..

    Nachdem Wir mit Schmertzen vernommen, dass ihr, meine Liebe, Getreue, seit unser Abwesenheit mehr und mehr beschweret werdet, und man euch eine Million nach der andern abpresset, benebst den Teutschen Krieg aus euren Mitteln fortsetzen wolle, wodurch dann die Armuth bey auch dermassen zugenommen, dass ihr die unerträglichen Lasten, sowohl in Geld, als Mannschafft, freye Einquartierung, und hin= und wider= Marches nicht länger ertragen könnet, dass ihr auch eur Vieh und Hauß-Zierathe zu Gelde gemacht, und nichts mehr als die leere Wohnung übrig habt, so haben wir nach der allzeit gegen euch erwiesenen und noch habenden Güt und Vorsorge rathsam und gut befunden, euch solchen vorzustellen und zu ermahnen, dass ihr solche unchristliche Beschwerungen nicht länger duftet, sondern hingegen- gesamter Hand einander beystehet, mit Gewehr euch versorget und auf alle Arth und Weise das Land selbst zu beschirmen trachtet, und solches um soviel mehr, da man noch über dem die bequeme Mannschafft zu dem Kriegesdienst mit Gewalt zwingen und wegführen will.

    Zu dem Ende wollen wir auch nicht unterlassen, euch, soviel möglich ist, beyzustehen, und unser Winter-Lager nahe bey euch zu nehmen, biß ihr einen festen Fuß ins Land haben werdet.

    Womit wir, wie vor diesem, euch in Gnaden und Gunst gewogen verbleiben".


  • München * Die Gerüchte, wonach die baierischen Prinzen nach Österreich gebracht werden sollen, werden lauter.


  • Tölz * Die abgedankten Leutnants Johann Georg Aberle und Johann Houis kommen nach Tölz. Ebenso der aus Lenggries stammende Adam Schöttl, damals Hofmarksjäger in Iffeldorf, genannt Jägeradam

    Sie propagieren gemeinsam mit dem Tölzer Pflegskommissär Johann Ferdinand Dänkel die Erhebung im Landgericht Tölz.


  • Anzing * Zwischen gemäßigten Burghauser Delegierten und Vertretern der Landschaft kommt es - mit Einverständnis der Kaiserlichen Administration zum Kongress von Anzing, der die Beschwerden der Aufständischen formuliert und einen zehntägigen Waffenstillstand vereinbart. 

    Die Braunauer Aufständischen um Georg Sebastian Plinganser bleiben jedoch auf Konfrontationskurs.


  • München * Die „Kaiserliche Administration“ erlässt für München ein „Abmahnungsmandat“, das den „Aufständischen“ und ihren Familien mit „Sippenhaft“ droht.


  • Wasserburg - Burghausen - München * Die Besatzung in Wasserburg wird auf 1.700 Mann verstärkt und dem „Generalwachtmeister“ Georg Friedrich von Kriechbaum übertragen, nachdem die „Kaiserliche Administration“ mit de Wendts Operationen gegen Burghausen unzufrieden war. 

    Oberst Johann Baptist de Wendt wird als „Stadtkommandant“ nach München zurückberufen.


  • Tölz * Tölzer und Benediktbeurer Bauern treffen sich in Stallau, drei Kilometer entfernt von Tölz, zur Vorbereitung des Aufstands. 

    Anwesend sind auch der Tölzer "Pflegskommissär" Johann Ferdinand Dänkel und der Bendiktbeurer "Klosterrichter" Wendenschlegel.


  • Kelheim * Unter der Führung des „Metzgermeisters“ Matthias Kraus gelingt den „Aufständischen“ die Eroberung von Kelheim.


  • München * Der Anzinger „Posthalter“ Franz Kaspar Hierner trifft in der baierischen Hauptstadt mit einer kleinen Gruppe ansässiger Verschwörer zusammen. 

    Diese sind der „Weinwirt“, „Mitglied im Äußeren Rat“ und Sohn des gleichnamigen Bürgermeisters von Tölz, Johann Jäger; der „Weinwirt“ Johann Georg Küttler und der „Bierbrauer“ Georg Hallmayr. 

    Hierner verspricht die Mobilisierung der Gerichte Erding, Schwaben und Haag.


  • Braunau * Der ehemalige baierische „Kriegskommissär“ Matthias Ägidius Fuchs berichtet nach Braunau: „Das Oberland macht mit“

    Damit ist der Countdown eingezählt!


  • Landau an der Isar * Die „Aufständischen“ erobern Landau an der Isar - und verlieren es kurz darauf wieder.


  • München * Der „Münchner Verschwörerkreis“ hat sich um den „Eisenhändler“ und „Mitglied des Äußeren Rats“ Sebastian Senser, den „Gastwirt“ Franz Mader, die „Hofköche“ Kaspar Eckart und Sebastian Engelhart, den „Registratur-Adjukt“ Ignaz Haid, den „Studenten“ Anton Passauer und den im Lehel wohnenden „Aujäger“ Franz Daiser erweitert. 

    Eine weitere Anwerbung findet weder bei den „Studenten“, noch bei den „Hofbediensteten“ Anklang.


  • Königsdorf * Die drei Münchner Wirte Johann Jäger, Johann Georg Küttler und Georg Hallmayr nehmen Verbindung mit den „Oberländern“ auf.  

    In Königsdorf treffen sie sich mit Adam Schöttl, dem „Jägeradam“, und drei Tölzer Bürger, dem „Weinwirt“ Franz Jäger, der Bruder des Münchner „Jägerwirts“, und den beiden „Bierbrauern“ Michael Schaindl und Anton Fiechtner. 

    Man beschließt ein „Manifest“, das den Aufstand begründen soll: 

    • Es sind dies die hohen Steuern und Kriegsumlagen sowie die Quartierlasten und Ausschreitungen der Soldaten;
    • die vertragswidrige Besetzung des „Rentamtes München“ sowie
    • die Verweigerung der Rückkehr der Kurfürstin;
    • die Beschlagnahme kurfürstlichen Eigentums und
    • die befürchtete Deportation der Prinzen.

    Weil die „Landschaftsvertretung“ die Interessen des Landes nicht ausreichend unterstützt, ist die Vertreibung der „eingedrungenen frembden Regierungs Göst“ das einzige Mittel.


  • Niederbaiern * Der auf dem „Kongress von Anzing“ vereinbarte „Waffenstillstand“ wird von den niederbaierischen Bauern gebrochen und die Kampfhandlungen wieder aufgenommen.


  • Niederbaiern * Der Zulauf zu den aufständischen „Unterländern“ ist so groß, dass deren „Oberkommandant“ Johannes Hoffmann den „Anzinger Waffenstillstand“ bricht und die kaiserlichen Truppen des Freiherrn Johann Baptist de Wendt angreift. 


  • Tölz * Im Tölzer „Franziskanerkloster“ treffen sich die Beamten und Gemeindeobmänner des „Gerichts Tölz“ und Umgebung.
    Mit anwesend sind der „Pflegskommisär“ Maximilian Alram aus Valley, der ehemalige baierische „Kriegskommissär“ Matthias Ägidius Fuchs und die Offiziere.

    Den Anwesenden wird in einer Mischung aus Halbwahrheiten und maßlosen Übertreibungen eröffnet, dass die „Kaiserliche Administration“ die kurfürstlichen Prinzen aus München entführen möchte, weshalb einige Adelige und die Münchner Bürgerschaft dringend bitte, dass man im „Oberland“ zu den Waffen greifen und die „Kaiserlichen“ aus München vertreiben soll.
    Aus dem „Rentamt München“ wären dazu 20.000 Mann bereit. Und aus dem „Unterland“ erwarte man weitere 8.000.
    Außerdem hätten die Münchner versprochen, dass sie die „Aufständischen“ ohne Verlust eines einzigen Mannes und ohne einen Schuss Pulver in die Stadt schleusen würden.
    Den Beamten erklärt man, dass der „Marsch nach München“ den Intensionen des Kurfürsten entspräche, wie der Brief vom 9. Dezember 1705 beweise.
    Es wird für die Gerichte südlich von München ein „Aufgebotsbefehl“ erlassen.


  • Tölz * Die „Chur-Bairische Landts-Defension Oberlandt“ erlässt das „Tölzer Patent“

    Es beinhaltet den Aufruf zur Versammlung der Mannschaften für den 22. Dezember 1705 in Hohenschäfftlarn, 18 Kilometer südlich von München.


  • München * Die „Kaiserliche Administration“ erlässt ein Mandat, in dem sie der „rottirten rebellischen Baurschaft“ befiehlt, die Waffen niederzulegen.

    Zudem sollen die Bauern die „Anführer der Aufstandbewegung“ zur Anzeige bringen. 

    Die „Kaiserliche Administration“ warnt davor, „daß diejenige Dörffer, Höf und Häuser, wo die Bauerschafft sich abwesend befindet, ohne alle Gnad und Bedenken verbrennet und in Asche geleget, diejenige Mannschaft aber, so in Wöhr und Waffen verblieben, und darinne erdappet werden wird, als Rebellen angesehen, und mit Galgen und Schwerdt, Vertreibung ihrer Haab und Gütter gestraft“ werden.

    Auch die Eltern der „Aufständischen“ würden „der Straff des Brands und Plünderung, als wann sie selbsten dabey wären, underworffen seyn“. Keiner könne sich damit entschuldigen, nur unter Zwang gehandelt zu haben.


  • Braunau - München * Der Höhepunkt der politischen Phase des „Baierischen Volksaufstands“ ist erreicht.

    In Braunau konstituiert sich ein „Parlament“, der „Landesdefensionskongress“.
    Ein „Direktorium“, die „provisorische Regierung“, wird gebildet. 

    Die „Kurbaierische Landes-Defension Oberland und Unterland“ unternimmt den Marsch nach München, um mit der Landeshauptstadt beginnend ganz Baiern zu befreien.


  • Hohenschäftlarn * Aufgrund des „Tölzer Patents“ treffen gegen 18 Uhr die Tölzer, Benediktbeurer und Reichersbeurer Kontingente in Hohenschäfftlarn ein.

    Dort nehmen sie eine zehn Mann starke kaiserliche „Reiterpatrouille“ gefangen, die sie nach Wolfratshausen bringen.


  • Schäftlarn * Die Prämonstratenserabtei Schäftlarn verköstigt die Aufständischen bei deren Marsch in Richtung München.

    Sie wird dafür später von der Kaiserlichen Administration zu einer Geldstrafe in Höhe von 8.000 Gulden verdonnert. 


  • Schäftlarn * Ein bäuerliches Aufgebot von rund 3.000 Mann aus den verschiedensten „Gerichtsbezirken“ und „Hofmarken“ treffen sich in Schäfftlarn.

    • Vom „Landgericht Tölz“ 500 Mann,
    • vom „Klostergericht Benediktbeuern“ 200 Mann,
    • vom „Klostergericht Tegernsee“ 200 Mann,
    • aus den „Hofmarken Reichersbeueren, Sachsenkam und Dietramszell“ 100 Mann,
    • vom „Landgericht Aibling“ und der „Grafschaft Hohenwaldeck“ 600 Mann,
    • aus der „Grafschaft Valley“ 300 Mann,
    • vom „Landgericht Rosenheim“ 70 Mann,
    • vom „Landgericht Starnberg“ 200 Mann und
    • vom „Landgericht Wolfratshausen“ 600 Mann.

    Etwa ein Drittel der Männer haben Gewehre, der Rest ist mit den typischen „Bauernwaffen“ ausgestattet.
    Das Aufgebot umfasst 300 Reiter und verfügt über sechs Geschütze.

    Am Nachmittag treffen sich in Schäfftlarn die Anführer der „Aufständischen“ zu ihrer ersten Beratung. 

    Das Kommando über den gesamten Heerhaufen wird dem kurbaierischen „Hauptmann“ Matthias Mayer übertragen.
    Er weigert sich und übernimmt den Oberbefehl erst nach massivem Druck.

    Zum „Unterkommandanten“ wird Leutnant Johann Houis ernannt.
    Die „Schützen“ führt der „Jägeradam“ Schöttl, die „Reiterei“ der Tölzer „Pflegskommissär“ Joseph Ferdinand Dänkel an.

    Als am Abend ungünstige Nachrichten aus München eintreffen, wollen „Hauptmann“ Matthias Mayer und eine ganze Reihe von Beamten das ganze Vorhaben abblasen.
    Doch „Pflegskommissär“ Dänkel, „Kriegskommissär“ Fuchs und der Münchner „Weinwirt“ Jäger setzen sich mit aller Kraft für den „Marsch nach München“ ein. 


  • Steinhöring * Durch die Verstärkung aus dem nördlichen „Rentamt München“ ist die „Unterländer-Armee“ unter dem Kommando von Johannes Hoffmann auf 16.000 angewachsen.

    Ihr Hauptquartier schlagen sie in Steinhöring bei Ebersberg auf.

    Die „Kaiserliche Armee“ unter der Führung des „Generalwachtmeisters“ Georg Friedrich Freiherr von Kriechbaum muss sich bis nach Anzing zurück ziehen. 


  • Schäftlarn * Ab Mittag bewegt sich der Zug der Bauern in Richtung München.

    • Die „Schützen“ unter Leutnant Houis und dem „Jägeradam“ bilden die Vorhut.
    • In einigem Abstand folgen die „Spießler und Stängler“, bei denen sich die sechs „Böllerkanonen“ befinden.
    • Den Abschluss bildet die „Reiterei“.

  • Baierbrunn * Gegen 16 Uhr kommt der Zug der „Aufständischen“ in Baierbrunn an. 
    Dort findet eine weitere Besprechung statt.

    Vom Anzinger „Posthalter“ Hierner ist die Nachricht eingetroffen, dass die „Unterländer“ nicht nach München marschieren können, weil ihnen das „Korps Kriechbaum“ in Anzing den Weg versperrt.

    Erneut rät „Hauptmann“ Mayer zur Umkehr. ​Er will über die Schäfftlarner Brücke nach Valley, um sich mit den „Unterländern“ zu vereinigen. 

    Mayer kann sich erneut nicht durchsetzen, weshalb der „Marsch nach München“ fortgesetzt wird. 


  • Solln * Gegen 20 Uhr trifft die Masse der „Oberländer“ in Solln ein.

    Zur gleichen Zeit nimmt die „Schützenvorhut“ ein etwa 80 Mann starkes kaiserliches „Reiterdetachement“ unter Beschuss.
    Die Kaiserlichen, die von Oberst de Wendt zur Aufklärung in Richtung Schäfftlarn geschickt worden waren, werden zwar verjagt, können aber trotzdem ausreichend Informationen sammeln.

    Der „Starnberger Pfleger“ Johann Joseph Öttlinger verlässt nach der Schießerei in Solln die „Aufständischen“, begibt sich nach München und informiert den „Kaiserlichen Administrator“ Maximilian Carl Graf von Löwenstein-Wertheim-Rochefort über die Unternehmung. 

    „Oberst“ Johann Baptist de Wendt leitet Sicherheitsmaßnahmen ein.
    Er ersucht das „Korps Kriechbaum“ zum Rückmarsch nach München und macht in Aufrufen bekannt, dass „jede Unterstützung der Aufständischen durch die Einwohner Münchens mit dem Tode bestraft“ werden würde. 


  • Solln * Am Abend treffen weitere bedenkliche Nachrichten aus München in Solln ein. 

    Die „Münchner Verschwörer“ raten den „Aufständischen“ eindringlich, den Angriff abzubrechen, da die Kaiserlichen zu stark seien und die Münchner Bürgerschaft nichts unternehmen kann (will). 

    „Hauptmann“ Matthias Mayer gibt den Befehl zum Rückzug.
    Nach einer halben Stunde - bei Pullach - wird er auf Betreiben des „Jägeradam“ und der von ihm geführten „Schützen“ aufgehalten und die Kolonne - unter tumultartigen Szenen - zum Umkehren bewegt.

    Dem sich weigernden „Hauptmann“ Mayer wird daraufhin der Oberbefehl entzogen. 
    Er selbst wird gefangen genommen. 


  • Thalkirchen * Gegen 22 Uhr erreicht der Tross Thalkirchen.

    Weil sich etwa 400 Bauern abgesetzt haben, ist die Abteilung auf rund 2.300 Kämpfer geschrumpft.
    Auch „Kriegskommissär“ Matthias Ägidius Fuchs und der „Tölzer Weinwirt“ Franz Jäger, der Bruder des Münchner „Jägerwirts“ haben das Aufgebot verlassen.

    In Thalkirchen wird unter der Leitung von „Leutnant“ Johann Houis der Angriff auf München vorbereitet. Die verbliebene Streitmacht wird dazu in drei Gruppen aufgeteilt.

    • Die erste Gruppe mit 800 Mann, darunter der größte Teil der „Schützen“, soll unter der Führung von „Leutnant“ Johann Georg Aberle den „Roten Turm“ einnehmen und den Flussübergang sperren.
    • Die zweite Gruppe mit ebenfalls 800 Männern, aus der Masse der „Spießler und Stängler“ bestehend, soll unter der Leitung von „Leutnant“ Johann Clanze gegenüber dem „Angertor“ Stellung beziehen, um einen Ausbruch der „Kaiserlichen“ zu verhindern.
    • Der Rest, die am schlechtesten Bewaffneten, sowie die „Reiterei“ und die „Artillerie“, etwa 700 Mann stark, sollen in dem nahe gelegenen Dorf „Untersendling“ Stellung beziehen. 
      Dieser Gruppe schließt sich auch die Führungsgruppe der „Aufständischen“ an.
      Sie bezieht im dortigen Wirtshaus ihr Hauptquartier.

    Um Mitternacht treten die einzelnen Gruppen den „Marsch auf München“ an.


  • München * Ein von vornherein aussichtsloser Kampf beginnt.

    Der Angriffsplan der Aufständischen zeigt zugleich die Unfähigkeit ihrer Anführer. Wie sollen die Oberländer - ohne Unterstützung der Münchner Bevölkerung und der wesentlich zahlreicheren Unterländer - die mit starken Befestigungen versehene Stadt stürmen?

    • Die Münchner Befestigung besteht aus den beiden 10 und 7 Meter hohen Mauerringen.
    • Denen vorgelagert liegt ein 25 Meter breiter Wassergraben mit gemauerten Böschungen.
    • Jenseits des Grabens befindet sich ein 5 bis 7 Meter hoher Erdwall mit Palisadenwand.
    • Das Isartor wird zudem durch einen vorgeschobenen Ravelin gesichert.

  • München * Gegen 1 Uhr werden der Rote Turm und die Isarbrücke von den Aufständischen besetzt. Die dortige Besatzung lässt sich nicht auf einem Kampf mit den Oberländern ein, sondern zieht sich zum Isartor zurück.

    Von der gleichzeitig erwarteten Erhebung der Münchner ist aber nichts zu sehen. Dagegen scheinen die Kaiserlichen auf den Angriff gut vorbereitet zu sein. Sie haben alle Maßnahmen zur Verteidigung der Stadt getroffen. 


  • München * Gegen 4 Uhr verschanzen sich die Aufständischen hinter Erdwällen und Baumstämmen und eröffnen das Feuer in Richtung Isartor. Als die Kaiserlichen zwei Salven abfeuern, bricht der Angriff der Oberländer schon wieder zusammen. 


  • München * Gegen 6 Uhr wird ein Tambour von den Anführern der Aufständischen vor das Sendlinger Tor geschickt. Er soll die Kaiserliche Administration zur Übergabe der Stadt auffordern, wird aber von den Kaiserlichen nicht angehört und muss unverrichteter Dinge wieder abziehen. 

    Die Beamtenführung in Untersendling gibt das Unternehmen daraufhin verloren und zieht ab. Mit ihnen auch Hauptmann Jean Philipp Gauthier, Leutnant Johann Houis, der Tölzer Pflegskommissär Joseh Ferdinand Dänkel und die gesamte Bauernreiterei

    Nur der Münchner Jägerwirt Johann Jäger, der Student Anton Passauer, Hauptmann Matthias Mayer und Landleutnant xxxxxx Heller verbleiben bei den Oberländern


  • München * Gegen 7 Uhr trifft die vorausgeschickte „Kaiserliche Kavallerie“ unter der Führung von Oberst Johann Graf von Eckh am „Gasteig“ ein.

    Da die „Isarbrücke“ versperrt ist, zieht seine „Reiterei“ in die Au und sucht beim „Radlwirt“ eine Furt durch den Gebirgsfluss.

    Etwas später erreicht die „Infanterie“ des „Generalwachtmeisters“ Freiherr Georg Friedrich von Kriechbaum den „Gasteig“.
    Mit vier Kanonen wird nun der von den „Aufständischen“ besetzte „Rote Turm“ beschossen.


  • München * Um 8 Uhr befiehlt Oberst Johann Baptist de Wendt einen Ausfall aus dem „Isartor“.

    Die völlig überraschten oberländischen Bauern fliehen in Richtung Lehel und verstecken sich dort.
    Von ihnen werden 32, darunter „Leutnant“ Johann Georg Aberle, gefangen genommen. 
    „Hofkoch“ Sebastian Engelhart und der „Jägeradam“ Schöttl können entkommen.

    • Die 100köpfige Besatzung des „Roten Turms“ leistet heftigen Widerstand, wird aber „ungeacht deß starckhen feuers“ niedergemacht.
    • Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen am „Roten Turm“ und vor dem „Isartor“ kommen 400 „Aufständische“ ums Leben.
    • 200 werden gefangen genommen.

  • München * Gegen 8:30 Uhr lässt „Oberst“ Johann Baptist de Wendt die am „Sendlinger Tor“ stehende „Kavallerie“ gegen die „Abteilung Clanze“ ausbrechen.

    Gleichzeitig verfolgt vom „Isartor“ aus die „Companie Lüttig“ die fliehenden Bauern vom „Roten Turm“.
    Damit werden die „Oberländer“ von zwei Seiten angegriffen.

    • Von den „Aufständischen“, mit den Flüchtenden vom „Roten Turm“, etwa 900 Mann stark, fallen 200.
    • Weitere 200 Mann werden gefangen genommen,
    • 300 erreichen mit „Leutnant“ Johann Clanze Untersendling.
    • 200 Mann eilen dem „Forstenrieder Wald“ und Thalkirchen zu.

    Inzwischen hat „Oberst“ von Eckhs „Kavallerie“ von der Au aus die Isar überquert und nimmt ebenfalls die Verfolgung der „Aufständischen“ in Richtung Untersendling auf.

    Die „Kaiserliche Administration“ erfährt erst jetzt, dass Untersendling von den „Oberländern“ besetzt gehalten wird.

    Daraufhin rückt „General“ Georg Friedrich von Kriechbaum und „Oberst“ Johann Baptist de Wendt mit insgesamt fünf Bataillonen „Infanterie“ durch das „Sendlinger Tor“ gegen Untersendling vor. 


  • Untersendling * Gegen 10 Uhr sind die „Aufständischen“ in Untersendling vollkommen eingeschlossen. 

    Angesichts der anrückenden „Kaiserlichen Armee“ ergreift der „Student“ Anton Passauer die Flucht.
    Der „Jägerwirt“ Johann Jäger aus München legt sich als „Kranker“ in der Wirtschaft ins Bett.

    In dieser Notsituation wird „Hauptmann“ Matthias Mayer wieder das Oberkommando der „Aufständischen-Armee“ übertragen.
    Ihm bleibt nur noch die undankbare Aufgabe, sein eigenes und das Leben seiner Mitstreiter zu retten.

    • Dazu lässt er „Chamade“ schlagen und durch einen „Tambour“ an „Generalwachtmeister“ Georg Friedrich von Kriechbaum melden, dass sich die Führer auf „Gnade oder Ungnade“ ergeben.
    • Er bittet zudem, den Bauern das Leben zu schenken.
    • „General“ von Kriechbaum fordert daraufhin die „Anführer der Oberländer“ auf, ihre Waffen niederzulegen. 

    Als Matthias Mayer, Johann Clanze und xxxxx Heller das Dorf verlassen, drängen auch die Bauern hinter ihnen auf das freie Feld, legen ihre Waffen nieder und bitten um Gnade. 

    Die „Kaiserliche Kavallerie“ stürzt sich nun aber auf die Wehrlosen und haut sie nieder.

    Im Anschluss daran feuert die „Infanterie“ auch noch zwei oder drei Salven in den Haufen.

    Diejenigen, die noch leben oder fliehen können, werden von den „Kaiserlichen“ gnadenlos verfolgt und niedergestreckt.
    Selbst die Kirche ist kein sicherer Zufluchtsort. 


  • München * Gegen 11 Uhr ist alles vorbei.

    Es werden noch 36 Gefangene gemacht sowie sechs Kanonen, drei Munitionswagen, fünf Fahnen, zwei Dragoner-Standarten und ein paar Pauken sowie 150 Pferde eingesammelt.

    Auf kaiserlicher Seite zählt man 40 Gefallene und Verletzte.
    Die „Aufständischen aus dem Oberland“ müssen demgegenüber eine Vielzahl von Toten beklagen.

    • Alleine in München werden 1.066 „Oberländer“ beerdigt.
    • Insgesamt sind es etwa 1.100 Tote aus Oberbaiern.
    • 609 „Aufständische“ werden verwundet,
    • nur 107 werden unverletzt in Gefangenschaft gekommen. 

    Die Münchner Einwohnerschaft hat während der gesamten Kämpfe brav den Anordnungen der „Kaiserlichen Administration“ Folge geleistet und sich ruhig verhalten.
    Der „Stadtmagistrat“ übermittelt noch in der Nacht die „allerunderthenigste treue devotion“ der Bürgerschaft an die kaiserliche Obrigkeit.

    Die ermordeten „Aufständischen“ vor den Stadttoren bezeichnet er verächtlich als „paurs rott“.


  • Landau an der Isar * Erneut erobern die „Aufständischen“ Landau an der Isar. 

    Doch auch dieser Erfolg wird nur von kurzer Dauer sein.


  • Steinhöring * Mit der „Münchner Mordweihnacht“ bricht der „Volksaufstand der Oberländer“ sofort zusammen. 

    Der in Steinhöring stehende „Oberbefehlshaber der Unterländer“, Johannes Hoffmann, gibt daraufhin den Befehl zum Rückzug.

    Nun machen sich in dem niederbaierischen Heerhaufen Unsicherheit, Angst und Diszplinlosigkeit breit.
    Reihenweise begeben sich die „Unterländer Aufständischen“ auf den Weg nach Hause.


  • München * Die „Kaiserliche Administration“ sagt allen am Aufstand Beteiligten - mit Ausnahme der „Rändelsführer“ - Gnade zu.


  • Cham * Unter der Führung des Oberviechtacher Pfarrers Florian Sigismund Maximilian Miller wird die Stadt Cham von den „Aufständischen“ eingenommen.


  • Steinhöring * Von den 16.000 „Unterländer Aufständischen“ in Johannes Hoffmanns Truppe sind gerade noch 1.100 übrig geblieben.


  • München * Der „Branntweinschenk“ Dionysius Michael wird auch als „Kaffeesieder“ bezeichnet. 


  • Hofmark Haidhausen * Die „Fugger‘sche Hofmark“ in Haidhausen umfasst 233 Familien.


  • München * Enrico Zuccalli wird wie alle Gefolgsleute des Kurfürsten Max Emanuel aus dem Hofdienst entlassen.

    Zuccallis Aufgaben und Aufträge werden nun Giovanni Antonio Viscardi übertragen. Seine Tätigkeiten in dieser Funktion sind vor allem weite Kontrollreisen zur Überwachung von Kasernen- und Festungsneubauten


  • Wien * Kaiser Joseph I. ordnet an, nach der „Niederwerfung der Erhebung“ gnädig gegen die Beteiligten vorzugehen, sofern sie nicht zu den Urhebern und Anführern des Aufstands gehören. 


  • Aidenbach * „Das Massaker von Aidenbach“
    Dort werden die „Unterländer“ niedergeschlagen.

    Freiherr von Gemmel berichtet:
    „Es haben sich aber die Rebellen, ehe man die Höhe gar besteigen können, gleichsam in dem Augenblick, ohne Verlierung des geringsten Feuers, in den hinter sich gehabten Wald gezogen; ihr Kommandant und andere Offiziere sind, gleich wie sie schelmischer Weise ihr rebellisches Kommando angetreten, wieder solchergestalten auf ihren Pferden mit der wenig gehabten Kavallerie durchgegangen und haben ihre Hauptarmee im Stich gelassen, welche der verbitterte Soldat sowohl zu Pferd als zu Fuß sogleich umringt und in den Wäldern und Feldern aufgesucht, alles, was sich nur blicken lassen, gegen einen wenigen Widerstand solchergestalten niedergemacht und massakriert, daß der wenigere Teil davongekommen. 


    Teile von ihnen haben sich in einige unweit von dieser Niederlage gelegene Bauernhäuser retiriert und sonderbar aus einem auf die Kaiserlichen mit kleinem Gewehr stark Feuer gegeben, daher diese Häuser sämtliche in Brand gesteckt und was nicht darinnen verbrennen, sondern entlaufen wollen, ohne Unterschied niedergemacht worden ist“.

    Der „Volksaufstand“ bricht zusammen.


  • Schärding * Schärding wird den „Aufständischen“ geräumt.


  • Cham * Die „Aufständischen“ räumen Cham.


  • München - Wien * Graf Maximilian Carl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort berichtet an den Kaiser: 

    „Nachdem von diesem Gesindel bei Sendling und Aidenbach, auch bei Wiedergewinnung von Kelheim, Vilshofen und anderen Orten und in verschiedenen Scharmützeln gegen 10.000 Mann massakriert worden, haben sie kein corpo mehr zu Felde [...]“


  • Braunau * Braunau wird den „Aufständischen“ geräumt.


  • Burghausen * Die „Aufständischen“ räumen Burghausen.


  • Salzburg - Wien * Auf Bitten des Salzburger Fürsterzbischofs befiehlt Kaiser Joseph I., dass auch gegen alle nach dem 11. Januar 1706 verhafteten „Anführer des Aufstands“ höchstens Geldstrafen auszusprechen sind.


  • München-Graggenau * Am Münchner „Schrannenplatz“ ist eine Schaubühne errichtet worden, auf der der „Eisenhändler“ Sebastian Senser, der „Weinwirt“ Johann Georg Küttler, die ehemaligen „Leutnante“ Johann Clanze und Johann Georg Aberle wegen „Hochverrats“ durch das Schwert hingerichtet werden. 

    Küttler wird zudem gevierteilt.
    Seine Leichenteile werden an den vier Stadttoren zur Abschreckung aufgehängt.


  • Wien * Ein kaiserlicher Erlass beendet die „Zwangsrekrutierungen“

    Kein baierischer Rekrut darf mehr mit Zwang zum Militärdienst berufen werden.


  • Hofmark Haidhausen * Erst nach einer gerichtlichen Auseinandersetzungen mit einem Sohn Fuggers aus erster Ehe und durch einen Vergleich kommt Anna Maria Katharina Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn in den vollständigen Besitz der „Hofmark Haidhausen“.  

    Doch noch immer steht das vom Kurfürsten Max Emanuel beanspruchte „Einlösungsrecht“ im Raum.  
    Die clevere Witwe nutzt jedoch die Zeichen der Zeit. 


  • München * Der „Jägerwirt“ Johannes Jäger wird in München durch das Schwert hingerichtet und gevierteilt. 

    Zur Abschreckung werden seine vier Leichenteile an den Haupttoren der Stadt aufgehängt.


  • Kelheim * Matthias Kraus wird in Kelheim hingerichtet. 

    Der Galgen steht an der Stelle, an der bis wenige Tage zuvor seine Haus stand. Es wurde geschleift.
    Auch Matthias Kraus wird gevierteilt.


  • Wien * Die „Reichsacht“ wird über die beiden wittelsbachischen Kurfürsten Joseph Clemens und Max Emanuel verhängt.


  • Wien * Das Ächtungsverfahren gegen Kurfürst Max Emanuel ist abgeschlossen.

    Kaiser Joseph I. verhängt in einer eindrucksvollen Zeremonie die Reichsacht wegen „Fried-Bruchs und Majestät-Verletzung“ über den baierischen Kurfürsten und erklärt ihn seiner Ämter enthoben. Damit ist er vogelfrei.

    Sein Rang und seine Kurfürstenwürde werden zusammen mit dem Besitz der Oberpfalz dem Kurfürsten der Pfalz zuerkannt.


  • Klagenfurt * Die vier ältesten baierischen Kurprinzen Carl Albrecht (* 1697), Philipp Moritz (* 1698), Ferdinand Maria Innozenz (* 1699) und Clemens August (* 1700) werden nach Klagenfurt gebracht.

    Prinzessin Maria Anna (* 1696) und die jüngeren Prinzen Johann Theodor (* 1703) sowie Max Emanuel Thomas (* 1704) bleiben in München.


  • München-Graggenau * Der „Reichsherold“ verkündet auf dem Münchner „Schrannenmarkt“ unter Trommelwirbel das „Achtpatent“ für den baierischen Kurfürsten Max Emanuel.  

    In diesem heißt es:
    „Max Emanuels unglücklicher Leib wird jedermänniglich frei gelassen und jeder darf sich an ihm ohne Strafe verfreveln“.


  • Ramilies * Kurfürst Max Emanuel stößt in der „Schlacht bei Ramillies“ auf die holländisch-englische Armee unter dem Oberbefehl des Herzogs von Marlborough.

    • Max Emanuel wird - wie in der „Schlacht von Höchstädt“ - vernichtend geschlagen.
    • Dadurch verliert er Flandern und Brabant.
    • Ihm bleibt nur mehr ein Schloss bei Mons.
    • Die französische Front bricht zusammen.
    • Brüssel wird aufgegeben. 

  • Lille * Kölns Kurfürst Joseph Clemens wird in Lille zum „Subdiakon“ geweiht. 


  • Lille * Kurfürst Joseph Clemens von Köln wird in Lille zum „Diakon“ ernannt. 


  • Lille * Der Kölner Kurfürst Joseph Clemens erhält die „Priesterweihe“


  • Lille * Joseph Clemens, der Kölner Kurfürst, liest - mit großem Aufwand - seine erste Messe. 

    Zu diesem Ereignis werden eigens silberne und kupferne Medaillen herausgegeben. 


  • Haidhausen * Als der Haidhauser „Schulmeister“ Melchior Eizinger stirbt, übernimmt der aus Braunau stammende Joseph Wüst die Stelle.

    Auch er muss zuvor die Witwe Pubenstuber heiraten.


  • Lille * Lille, der Aufenthaltsort von Kurfürst Joseph Clemens, ergibt sich den Alliierten Truppen. Er wählt daraufhin Mons als Zufluchtsort. 


  • München * Die Obrigkeit sieht sich zum Einschreiten gegen die „neu aufgerichtete Caffeehäuser“ veranlasst.

    Als „ordentlich konzessionierte und berechtigte Caffeesieder“ werden genannt: der „Hofzuckerbäcker“ Claudi Surat, André Bellini und Johann Koller. 


  • Wien - Freystadt - München * Giovanni Antonio Viscardi wird aufgrund seiner vom ihm gebauten Wallfahrtskirche Maria Hilf bei Freystadt spätestens im Januar 1708 zum „kayserlichen Hofpaumeister“ ernannt.

    Für Giovanni Antonio Viscardi bedeutete die Ernennung die höchstmögliche Anerkennung. Denn in Diensten des Kaisers zu stehen war - neben einer Anstellung beim Papst - durch nichts mehr zu toppen. 


  • Lille * Lille ergibt sich.

    Kurfürst Max Emanuel muss sich ins französische Exil begeben.


  • Nancy * Franz I. Stephan von Lothringen, der spätere Kaiser und Gemahl von Maria Theresia, wird in Nancy geboren. 


  • Valenciennes * Kurfürst Joseph Clemens verlegt seine Zufluchtsstätte nach Valenciennes.

    Notdürftig von Frankreichs König Ludwig XIV. ausgehalten, fristet er ein tristes Emigranten-Dasein.


  • Straubing * Die Straubinger Dreifaltigkeitssäule entsteht zu einem Zeitpunkt, als der baierische Kurfürst Max Emanuel durch Abwesenheit glänzt und München sowie ganz Baiern durch eine Kaiserliche Administration regiert wird. 


  • München-Kreuzviertel * Mit dem Bau des Bürgersaals und der Bürgersaalkirche für die Jesuiten erhält Giovanni Antonio Viscardi in München einen neuen zivilen Bauauftrag.

    Der Bürgersaal ist eine gestreckte rechteckige Halle von 46,6 m Länge, 14,3 m Breite und 13,3 m Höhe.

    Wieder ist es die kaiserliche Besatzungsmacht, die mit Viscardis Ernennung enormen Einfluss auf den Bau der Bürgersaalkirche und der Dreifaltigkeitskirche und deren Aussehen ausübt. 


  • Mons * Kurfürst Joseph Clemens erhält vom Bischof von Cambrai, François de Salingnac de la Mothe-Fénelon, in Mons die „Bischofsweihe“.

    Dabei erklärt er feierlich, dass er künftig keinerlei intimen Beziehungen mit seiner Mätresse unterhalten will.
    Sein zweiter Sohn wird jedoch vier Jahre später geboren. 


  • Compiègne * Nach der „Schlacht bei Malplaquet“ muss sich Max Emanuel nach „Compiègne“ zurückziehen. 

    Später nach „Marly“ und „Suresnes“


  • Au - Freising * Johann Maximilian von Alberti wendet sich an den ihm gewogenen Bischof von Freising, um „das hochwürdigste Gut für ständig in der Kapelle einsetzen und zeitweilig zur öffentlichen Anbetung aussetzen“ zu dürfen.

    Da es sich bei dem „Kirchlein am Gaisberg“ um eine Privatkapelle handelt, ist dazu die Zustimmung durch die höchste katholische Instanz notwendig, den Papst.


  • ??? * Die Verhandlungen Max Emanuels über einen „Separatfrieden“ beginnen.

    Sie dauern bis Anfang 1710 - und scheitern. 


  • Rom-Vatikan - Au * Papst Clemens XI. gibt sein Einverständnis für die ständige Aufbewahrung des „Allerheiligsten“ in der „Kapelle am Gaisberg“.

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