Bayerns Herrscher

Stoiber Edmund

Name Stoiber Edmund
Regierungsereich Freistaat Bayern
Titel Ministerpräsident

Edmund Stoiber (*28. September 1941 in Oberaudorf) ist ein deutscher CSU-Politiker und war von 1993 bis 2007 Ministerpräsident des Freistaates Bayern. Er übernahm das Amt nach dem Rücktritt von Max Streibl infolge der „Amigo-Affäre“ und prägte Bayern über 14 Jahre hinweg maßgeblich.

Stoiber vertrat eine konservative, wirtschaftsnahe Politik und förderte aktiv den Ausbau Bayerns zu einem führenden Technologie- und Wissenschaftsstandort. Er setzte auf Bildung, Forschung und Infrastruktur, wobei er insbesondere den Flughafen München sowie Projekte wie den Ausbau des Transrapid unterstützte. Bayern erlebte unter seiner Regierung ein starkes wirtschaftliches Wachstum und verzeichnete deutlich sinkende Arbeitslosenzahlen.

Auf Bundesebene kandidierte Stoiber 2002 als Kanzlerkandidat der Union gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD), unterlag jedoch knapp. Als CSU-Vorsitzender (1999–2007) vertrat er einen strikten konservativen Kurs und positionierte sich kritisch zur Zuwanderungspolitik sowie zur europäischen Integration, die er gleichzeitig aber maßgeblich mitgestaltete.

Seine Amtszeit endete nach internen parteipolitischen Konflikten und öffentlicher Kritik an seinem Führungsstil. Stoiber trat 2007 zurück und übergab das Amt an Günther Beckstein. Seither engagiert er sich auf europäischer Ebene, etwa beim Bürokratieabbau für die EU-Kommission, und bleibt eine prägende Persönlichkeit in der jüngeren bayerischen und deutschen Politikgeschichte.