Geschichte - Montag den 9.4.1809

München Zeitensprünge
Montag den 9.4.1809

Der Krieg Österreichs gegen Frankreich beginnt

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Österreich - Königreich Baiern * Mit dem Einmarsch der österreichischen Truppen in Baiern beginnt der Krieg Österreichs gegen Frankreich. 

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Österreich Frankreich 

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1 - Der Ursprung des Weines liegt im Dunkeln

??? * Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für den Ursprung des Weines.
 

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um 3000 v.u.Z. 2 - Die älteste nachweisbare Aufzeichnung über die Bierzubereitung

An den Ufern des Euphrat und Tigris * Die älteste nachweisbare Aufzeichnung über die Bierzubereitung stammt von den Ufern des Euphrat und Tigris.

Es ist eine kleine Tontafel mit in Keilschrift eingedrückten Darstellungen, die das Enthüllen des „Emmers“ für die Bierzubereitung und ein Tier- und Bieropfer zeigen.

Ohne freilich die Zusammenhänge zu verstehen, entdeckten die „Sumerer“ nicht nur den Gärprozess am zum Ruhen gestellten Brotteig, sondern verstanden es darüber hinaus auch noch, diesen Vorgang beliebig oft zu wiederholen.

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um 800 v.u.Z. 3 - Der älteste Nachweis einer Bierbraukultur auf deutschem Boden

Kulmbach * Aus dieser Zeit stammt der älteste Nachweis, dass Bier auf deutschem Boden gebraut worden war.

Es sind dies Bieramphoren aus der Hallstattzeit, die in der Nähe von Kulmbach gefunden wurden.

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um Christi Geburt 4 -

Deutschland * Im Gefolge von Julius Cäsars Eroberung Galliens (um Christi Geburt) kommt der Wein über den Rhein nach Germanien.

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Ab dem Jahr 41 - Der römische Kaiser Claudius lässt das Alpenvorland erschließen

Augsburg * Der römische Kaiser Claudius lässt die „Donaulinie“ mit Kastellen bestücken und das von „Vindelikern“ und „Raetern“ besiedelte Alpenvorland durch Straßen erschließen.

Zwischen 41 und 45 gründet Claudius die „prokuratorische Provinz Raetia et Vindelica“ mit der Hauptstadt „Augusta Vendelicum“ = Augsburg. 

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Um das Jahr 50 - Das Urchristentum verurteilt jeden Krieg

Europa * Das Urchristentum verurteilt jeden Krieg und jede Form von Gewalt, da der „Krieg“ eine Konsequenz der „Erbsünde“ ist.

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166 - Soldaten schleppen die Pest in das „Römische Reich“ ein

Alpenvorland * Aus dem „Partherkrieg“ zurückkehrende Soldaten schleppen die Pest in das „Römische Reich“ ein.  

Auch im Alpenvorland sterben viele Menschen an der Epidemie. 

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Um 12 166 - Die „Markomannen“ überschreiten die Donau

Donau * Die „Markomannen“ überschreiten die Donau.  

Die Zeit friedlicher Entwicklung im Voralpenland ist damit vorbei. 

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um 270 - Kaiser Aurelianus Domitius verbietet den Weinanbau an Rhein und Mosel

Deutschland - Frankreich * Kaiser Aurelianus Domitius verbietet den Weinanbau an Rhein und Mosel, um damit eine lästige Konkurrenz auszuschalten.

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282 - Kaiser Probus hebt das Weinanbauverbot an Rhein und Mosel wieder auf

Deutschland - Frankreich * Kaiser Probus hebt das Weinanbauverbot an Rhein und Mosel wieder auf, da er erkannte: „Wein braucht Frieden, Frieden braucht Wein, Wein ist Frieden“.

Er ist mit dieser Tat der erste „Förderer des Deutschen Weinhandels“.

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Circa 306 - Die ersten rechtlichen Bestimmungen zur „Ehelosigkeit“

Elvira * Im 4. Jahrhundert hat man die ersten rechtlichen Bestimmungen zur „Ehelosigkeit“ und zur „Sexuellen Enthaltsamkeit von Priestern“ erlassen. 

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Um das Jahr 350 - Augustinus entwirft die Theorie des „gerechten“ Krieges

Rom * Als im 4. Jahrhundert - nach der Bekehrung Konstantins - das „Römische Imperium“ ein „christliches Reich“ wird, muss sich das Christentum der veränderten Situation anpassen.

Augustinus entwirft die Theorie des „gerechten“ Krieges: „Gerecht werden die Kriege genannt, die Unrecht rächen“. Und weiter: „Ich glaube nicht, dass der Soldat, der einen Feind tötet, wie auch der Richter und der Henker, die einen Verbrecher hinrichten, sündigen, denn mit ihrem Handeln gehorchen sie dem Gesetz“.

Nur ein Krieg mit dem Ziel Reichtümer und Ehre zu gewinnen, gilt als unstatthaft. Ein „gerechter Krieg“ sollte dagegen Unrecht strafen und wieder gutmachen.

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Um den 25. 12 354 - Papst Liberius verlegt „Christi Geburt“ auf den 25. Dezember

Rom * Papst Liberius verlegt das Fest „Christi Geburt“ vom damals üblichen Termin, dem 6. Januar, auf den 25. Dezember.

An diesem Tag feiert man im „Römischen Reich“ den „Tag der unbesiegbaren Sonne“.
Damit tritt die Geburt Christi an die Stelle eines heidnischen Festes.

An diesem Tag wird das Weihnachtsfest in der westlichen Welt noch heute gefeiert, im Gegensatz zur „orthodoxen“ und „orientalischen Kirche“, die Weihnachten an „Epiphanie“ begeht.

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Um 420 - Der „Kirchenlehrer“ Aurelius Augustinus beschäftigt sich mit den „Hexen“

Algerien * Aurelius Augustinus, einer der vier lateinischen „Kirchenlehrer“ der Spätantike, hat sich bereits im frühen 5. Jahrhundert mit dem beschäftigt, was wir heute unter den Begriffen „Hexe“ und „Schadenszauber“ verstehen.

Es geht ihm aber weniger um die Angst vor einer „schädlichen Magie“, sondern vielmehr darum, den christlichen Glauben von allen Verunreinigungen durch den „heidnischen“ und „abergläubischen“ Irrglauben zu reinigen.

Augustinus will die „absolute Überlegenheit“ des katholischen Christentums propagieren und deutet deshalb die heidnischen Götter und Göttinnen zu „teuflischen Dämonen“ um, die „Luzifer“ hierarchisch unterstellt wären.

Wer also in diesem Sinne „Magie“ betreibt, macht sich automatisch des „Teufelspaktes“ schuldig. 

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22. 6 431 - Das erste „Marianische-Dogma“ der katholischen Kirche wird verkündet

Ephesus * Das „Konzil von Ephesus“ beginnt.  
Es dauert bis zum 31. Juli.  

Auf dem „Konzil von Ephesus“ wird das erste „Marianische-Dogma“ der katholischen Kirche verkündet.  
Es lautet: „Maria ist Mutter Gottes“.

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Um den 550 - Persische Mönche schmuggeln Seidenraupen aus China

China - Persien * Um selbst Seide herstellen zu können, muss zunächst das Geheimnis der Seidenproduktion gelüftet und die nützlichen Seidenraupen beschafft werden.

Das gelingt zwei persischen Mönchen aus der christlichen Sekte der Nestorianer. Sie haben sich in China die notwendigen Kenntnisse angeeignet und schmuggelten nun Eier der Seidenraupe sowie Maulbeersamen in ihren hohlen Pilgerstäben. 

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5. 5 553 - Das „Konzil von Konstantinopel“ verkündet das zweite „Marianische Dogma“

Konstantinopel * Das „Konzil von Konstantinopel“ beginnt.  
Es dauert bis 2. Juni.  

Das „Konzil von Konstantinopel“ verkündet den zweiten „Marianischen Glaubensgrundsatz“.  
Er lautet: „Maria hat Jesus als Jungfrau empfangen und geboren“

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Um 620 - Seit der Christianisierung wird Messwein benötigt

Europa * Seit der Christianisierung wird der vergorene Traubensaft auch als Messwein benötigt, weshalb Anbau, Veredelung und Herstellung besonders von kirchlicher Seite gefördert wird.

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634 - In Luxueil in Burgund wird Bier gebraut

Luxueil * In Luxueil in Burgund, dem Ausgangspunkt der Christianisierung Bayerns, wird Bier gebraut.

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638 - Jerusalem fällt an die Muslime

Jerusalem * Jerusalem fällt an die Muslime.

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Um das Jahr 650 - Der „Gerechte Krieg“ als Rechtfertigung der „Kreuzzüge“

Rom * Im 7. Jahrhundert wird die „augustinische Definition“ präzisiert: „Gerecht ist ein Krieg, der nach Warnung geführt wird, um Güter zurückzugewinnen oder Feinde zurückzuschlagen“.

Genau dieses Argument dient zur Rechtfertigung der „Kreuzzüge“, die sich zum Ziel gesetzt haben, die „heiligen Stätten“ zurückzugewinnen, da sie unzulässigerweise von den „Ungläubigen“ besetzt worden sind.

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Um 716 - Herzog Theodo teilt das Herzogtum Baiern unter seinen vier Söhnen auf

Freising - Salzburg - Regensburg - Passau * Herzog Theodo teilt das Herzogtum Baiern unter seinen vier Söhnen Theodebert, Grimoald, Theodold und Tassilo auf.

Vermutlich residiert Tassilo im Teilherzogtum Passau, Theodebert in Salzburg, Grimoald in Freising und Theodold in Regensburg. 

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2. 4 747 - Der spätere Kaiser Karl „der Große“ wird in Aachen geboren

Aachen * Der spätere Kaiser Karl „der Große“ wird in Aachen geboren. 

Das Geburtsjahr könnte aber auch 748 gewesen sein. 

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763 - Erstmalige Nennung von Pasing und Gräfelfing

Pasing - Gräfelfing * Erstmalige Nennung von Pasing und Gräfelfing.

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771 - Karl „der Große“ wird alleiniger Herrscher des „Frankenreichs“

Frankenreich * Karl „der Große“ wird alleiniger Herrscher des „Frankenreichs“

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778 - Baiern wird dem „Frankenreich“ gewaltsam einverleibt

Frankenreich * Baiern wird dem „Frankenreich“ unter Karl „dem Großen“ gewaltsam einverleibt. 

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14. 7 790 - Erste Nennung von Giesing

Giesing * „Der Priester Ihcho und sein Neffe Kerolt schenken ihr eigenes Erbgut an dem Ort Kyesinga und an einem anderen Ort, der Peralohc genannt wird, an die Freisinger Kirche.
So geschehen am 14. Juli 790“

So tritt Giesing schriftlich in die Geschichte ein.
Giesing ist aber wesentlich älter.

Die Anfänge des Ur-Giesings liegen freilich im Dunkeln, doch Ausgrabungen auf dem Gelände der Icho-Schule brachten einen der größten Bajuwarenfriedhöfe Südbayerns zu Tage.

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Um 800 - Die Araber bringen die Kunst der Destillation nach Italien

Italien * Die Araber bringen die Kunst der Destillation nach Italien.

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ab 800 - Beginn der Zeit des Klimaoptimums für den Weinanbau

Mitteleuropa * Beginn der Zeit des mitteleuropäischen Klimaoptimums für den Weinanbau.

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25. 12 800 - Karl „der Große“ wird in Rom zum Kaiser gekrönt

Rom * Karl „der Große“ wird von Papst Leo III. in Rom zum Kaiser gekrönt. 

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806 - Erstmalige Nennung von Haching

Haching * Erstmalige Nennung von Haching.

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12. 2 808 - Haidhausen wird erstmals urkundlich erwähnt

Haidhausen * Haidhausen wird erstmals urkundlich erwähnt.

Der Priester Erlaperth schenkt dem Bischof von Freising eine kleine Kirche samt Haus und Hof. 

„Haidhusir“ war damals aber bereits ein fertiges Bauerndorf.

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Vor 811 - Eine Kirche in oder in der Nähe von Berg am Laim wird erbaut

Berg am Laim * Eine Kirche in oder in der Nähe von Berg am Laim wird während der Amtszeit des Bischofs Atto (783 bis 811) erbaut.

Ob es sich dabei um die Baumkirchner Stephanskirche handelte, ist nicht sicher.

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23. 4 812 - Die erste Nennung Berg am Laims

Berg am Laim * Der Priester Cundhart und sein Neffe Liuthram übergeben ihren erworbenen beziehungsweise ererbten Besitz „ad Perke“ an die Freisinger Bischofskirche. 

Die Urkunde beinhaltet damit die erste Nennung Berg am Laims.

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20. 1 813 - Berg am Laims zweite Nennung

Freising - Berg am Laim * Der Dom zu Freising erhält von Hahmunt dessen Gut samt Eigenleuten und Kirche „ad Perke“ = Berg am Laim.

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29. 9 813 - Die „Synode von Mainz“ legt den Feiertag des „heiligen Michael“ fest

Mainz * Die „Synode von Mainz“ legt für diesen Tag den Feiertag des „heiligen Michael“ fest. 

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8. 1 814 - Die dritte Nennung von Berg am Laim

Berg am Laim * In der dritten Nennung von Berg am Laim wird eine Schenkung des Priesters Starcholf und des Diakons Hatto „ad Perke“ an Freising beurkundet.

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28. 1 814 - Kaiser Karl „der Große“ stirbt

Aachen * Kaiser Karl „der Große“ stirbt in Aachen. 

Sein Nachfolger wird sein Sohn Ludwig „der Fromme“

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870 - Baumkirchen wird erstmals in einer Freisinger Urkunde erwähnt

Berg am Laim * Baumkirchen wird erstmals in einer Freisinger Urkunde als „Pouminunchirihum“ erwähnt.

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895 - Die Ungarn tauchen in der Tiefebene an Donau und Theiss auf

Ungarn * Die Ungarn tauchen in der zuvor von den „Awaren“ bewohnten Tiefebene an Donau und Theiss auf. 

Die Gegend trägt seitdem ihren Namen. 

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903 - Freising kann den karolingischen „Königshof Föhring“ erwerben

Föhring - Freising * Durch ein Diplom König Ludwig „des Kindes“ kann Freising den ganzen einstigen Herzogs- und nachmaligen karolingischen „Königshof Föhring“ erwerben. 

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4. 7 907 - Die Ungarn vernichten nahe Pressburg fast das gesamte baierische Heer

Bratislava * Die Ungarn vernichten nahe Pressburg (Bratislava) fast das gesamte baierische Heer und einen Großteil der baierischen Führungsschicht.  

Die als „Hunnen“ bezeichneten magyarischen Reiterhorden verbreiten Angst und Schrecken.  
Sie werden als „wilde Gestalten“ beschrieben, „mit braungelben Gesichtszügen, tief liegenden Augen, heißerer Stimme und bis auf drei Zöpfe abgeschorenem Haar, die das Blut geschlachteter Tiere trinken und ihre Toten verbrennen“. 

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10. 8 955 - Die „Schlacht auf dem Lechfeld“ beginnt

Lechfeld * Die dreitägige „Schlacht auf dem Lechfeld“ beginnt.  

Die „Hunnen“ genannten ungarischen Reiterhorden werden von einem zusammengewürfelten Heer aller deutschen Stämme (Sachsen, Franken, Baiern und Schwaben) besiegt.  

Anschließend setzen die „Panzerreiter“ Ottos des Großen den Flüchtenden nach, werden „eingeschlossen und von Bewaffneten niedergemacht“.  
Weitere Tausende Ungarn ertrinken angeblich in den Fluten des Lechs, dessen Wasser vom Blut der vielen Toten rot gefärbt ist.  
Das „Schlachtfeld“ am Lech ist mit Toten übersät.  

Die „Schlacht auf dem Lechfeld“ gilt unter Historikern als eines der bedeutendsten Ereignisse in der deutschen Geschichte.
Man spricht sogar von der „Geburtsstunde der deutschen Nation“

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957 - Der Bischof von Freising erhält die „Mühle zu Kiesingenum“

Untergiesing * Der Bischof von Freising erhält die „Mühle zu Kiesingenum“ samt dem dazugehörigen Grundbesitz vom Edlen Wolftregil übertragen.

Sie ist die älteste Mühle von Giesing und steht  in der Lohstraße 46, nahe dem Candidplatz, dort wo heute der Mittlere Ring - lärmend und stinkend - den „Auer Mühlbach“ überquert.

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962 - Papst Johannes XII. krönt Otto I. „den Großen“ in Rom zum Kaiser

Rom * Papst Johannes XII. krönt den römisch-deutschen König Otto I. „der Große“ in Rom zum Kaiser. 

Seitdem besteht eine unverbrüchliche Verbindung zwischen den beiden Funktionen.  
Der deutsche König versteht sich automatisch als Anwärter auf das Kaisertum.  
Der Papst gilt als der richtige „Koronator“ für den Papst.  

Damit entsteht eine besondere Beziehung zwischen dem römisch-deutschen König und dem Papst.  

Die Päpste werden im Umkehrschluss  

  • ihr Recht ableiten, die Eignung des zukünftigen Kaisers zu überprüfen und  
  • auf die Erhebung zum deutschen König Einfluss zu nehmen. 

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Um den 1000 - Die Seidenraupenzucht verbreitet sich bis Frankreich

Griechenland - Süditalien - Frankreich * Die Seidenraupenzucht verbreitet sich um das Jahr 1000 von Griechenland aus nach Süditalien, Sizilien und Frankreich.

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Um das Jahr 1000 - Der Begriff „Hexe“ leitet sich vom althochdeutschen „hagazussa“ ab

Europa * Der Begriff „Hexe“ taucht in unseren Breitengraden erst vor gut tausend Jahren auf und dürfte sich vom althochdeutschen „hagazussa“ ableiten.

Das lässt sich  mit „Geist oder Mensch, der in der Hecke wohnt oder sitzt“ [„hag“ = Hecke, „zussa“ = sitzend] übersetzen. 

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Um das Jahr 1000 - Professionelle Bierproduktion im „Kloster Sankt Gallen“

Sankt Gallen * Im „Kloster Sankt Gallen“ wird die Bierproduktion erstmals professionell betrieben.

Über 100 Mönche arbeiten, unterstützt von einer noch größeren Anzahl von weltlichen Helfern, in den drei Brauereien.

Die beste Sorte ist „Celia“, die für die Patres und vornehme Gäste bestimmt ist. Die einfachen Mönche bekommen „Cervesia“. Den letzten, mit Wasser gestreckten Haferaufguss, „Conventus“, erhalten die Bettler und Pilger.

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1032 - Die „Giesinger Mühle“ gehört dem Edelmann Ordendil

Untergiesing * Die „Giesinger Mühle“ gehört dem Edelmann Ordendil, danach kommt sie an den Edlen von Ast.

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1040 - Das „Benediktinerkloster Weihenstephan“ erhält die Braugerechtsame

Weihenstephan * Das „Benediktinerkloster Weihenstephan“ erhält laut einer Urkunde die Braugerechtsame.

Die dem bayerischen Staat gehörende Brauerei bezeichnet sich als die „älteste Brauerei der Welt“.

Dabei handelt es sich bei dieser Urkunde um eine Fälschung aus dem frühen 17. Jahrhundert.
Die Urkundenfälschung der frommen Kleriker wird erst im Jahr 1973 aufgedeckt.

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1048 - Der letzte Baier auf dem Papstthron

Rom-Vatikan * Der letzte Baier auf dem „Stuhl Petri“ ist Poppo von Brixen, der sich Damasus II. nennt und nach wenigen Wochen im Amt stirbt.

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1050 - Missionare gründen das „Kloster Weltenburg“ samt Brauerei

Weltenburg * Eustasius und Agilus, Missionare aus dem Kloster Luxueil, gründen das „Kloster Weltenburg“ und führen hier die klösterliche Braukunst ein.

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18. 5 1052 - Die „Chorherren von Sankt Veit“ in Freising erhalten Baumkirchen

Berg am Laim - Freising * Kaiser Heinrich III. gibt den Weiler Baumkirchen samt Kirche, Liegenschaften und „Eigenleute beiderlei Geschlechts“ an die „Chorherren von Sankt Veit“ in Freising.

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1071 - Der türkische Truppenführer Atsiz besetzt die Stadt Jerusalem

Jerusalem * Der türkische Truppenführer Atsiz besetzt die Stadt Jerusalem, die bis dahin im Besitz der schiitischen Kalifen war.

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1076 - Heftige Kämpfe zwischen Seldschuken und Schiiten

Jerusalem * Im „Heiligen Land“ kommt zu heftigen Kämpfen zwischen Seldschuken und Schiiten.

Die seldschukischen Türken behalten die Oberhand und richten unter den schiitischen „Muslims“ ein Blutbad an.

Im christlichen Viertel Jerusalems bleibt es offenbar ruhig und auch die „Grabeskirche“ ist für die „Pilger“ - trotz der türkischen Herrschaft - weiterhin zugänglich. Allerdings behindern die Kriegswirren die christliche Wallfahrt.

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1095 - Jerusalem befindet sich seit über 400 Jahren in der Hand der Muslimen

Jerusalem * Jerusalem und andere „heilige Stätten“ befinden sich seit über vierhundert Jahren in der Hand der Muslimen.

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3 1095 - Byzanz bittet Papst Urban II. um Unterstützung

Rom * Papst Urban II. wird von einer Gesandtschaft des byzantinischen Kaisers Alexios I. um Hilfe gegen die türkischen Seldschuken gebeten.

Diese haben das Byzantinische Reich im Sturm erobert und kommen der Hauptstadt Konstantinopel bedrohlich nah.

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Ab 8 1095 - Papst Urban II. reist 3.000 Kilometer durch Frankreich

Frankreich * Zwischen August 1095 und September 1096 unternimmt der damals etwas über sechzig Jahre alte Papst Urban II. eine mehr als dreitausend Kilometer lange Reise durch Frankreich.

Er wird dabei von einer Eskorte von Erzbischöfen und Bischöfen begleitet. Man nimmt an, dass die im Gefolge angeschlossenen Haushalte den Zug auf mehrere Kilometer anwachsen ließen.

Die Reiseroute ist zuvor so festgelegt worden, dass das Eintreffen des Papstes in den Städten mit den Ehrentagen wichtiger Schutzpatrone zusammenfällt.

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Ab 18. 11 1095 - Papst Urban II. ruft zur „Vertreibung der Türken aus Kleinasien“ auf

Clermont * Ein Höhepunkt der Reise ist das „Konzil“, das bis zum 27. November 1095 in der Hauptkirche von Clermont tagt.

Unter dem Vorsitz des Papstes werden finanzielle und organisatorische Angelegenheiten der französischen Kirche abgearbeitet.

Am Ende des „Konzils“ hält das „Kirchenoberhaupt“ auf einem Feld vor der Stadt eine Rede, in der es den anwesenden Rittern und Klerikern zunächst die Ergebnisse des „Konzils“ darlegt, danach gegen den „Kaiser“ und den „Gegenpapst“ wettert und anschließend die Befreiung der Kirche von aller weltlichen Gewalt fordert.

Schließlich ruft Papst Urban II. die Anwesenden zum Kriegszug zur „Vertreibung der Türken aus Kleinasien“ auf.

Als die Menge die „päpstliche Predigt“ am Ende begeistert mit den Worten „Deus le volt - Gott will es!“ quittiert, bestimmt der oberste Kirchenmann, dass dies der „Schlachtruf“ sein soll.

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Ab 12 1095 - Papst Urban II. kann die Emotionen seiner Zuhörer wecken

Frankreich * Auf seiner weitere Reise wird der Papst nicht müde zu betonen, dass die Teilnehmer an diesen gewalttätigen Auseinandersetzungen einen „Befreiungskrieg gegen die muslimische Tyrannei“ führen, bei dem es einerseits um die Befreiung der christlichen Glaubensbrüder und Glaubensschwestern und andererseits darum geht, „das Heilige Grab aus den Händen der Heiden zu befreien“.

Zur „Beruhigung des Gewissens“ versichert der Papst seinen Zuhörern, dass das Unternehmen eine Umsetzung „christlicher Barmherzigkeit“ ist, bei dem die „Kreuzfahrer“ ihr Leben aus Liebe zu Gott und „zu ihrem Nächsten“ aufs Spiel setzen werden. Die noch fast ein Jahr andauernde „Predigtreise“ spielt eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung der Menschen.

Der alternde Papst versteht es hervorragend, die Emotionen seiner Zuhörer zu wecken. Papst Urban II. nimmt für sich in Anspruch, im Namen Jesu Christi zu sprechen.

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3 1096 - Die ersten „Kreuzfahrer-Kontingente“ machen sich auf den Weg

Frankreich * Von einer Woge populärer Begeisterung getragen, machen sich - gegen dem Wunsch des Papstes - die ersten „Kreuzfahrer-Kontingente“ auf den Weg.

Die meisten dieser „Kreuzzugs-Pilger“ stammen überwiegend dem einfachen Sozialmilieu des Bauernstandes und der Städte. Viele von ihnen verkaufen ihre geringe Habe, um die Reise nicht völlig ohne Barschaft antreten zu müssen. Wegen des dadurch entstandenen Überangebots fallen die Preise dramatisch, sodass sich der Verkauf oft kaum mehr lohnt. Andere lassen einfach alles liegen und stehen und schließen sich einem „Pilgerzug“ in den „Nahen Osten“ an.

In den nächsten sechs Jahren folgen etwa 130.000 Frauen und Männer ihrem Beispiel. Aus dem Stand des Adels und der Ritter kommen kaum zehn Prozent der „Kreuzfahrer“. Allerdings übernimmt diese Gruppierung die Führerschaft und - neben den sie begleitenden Priestern - die Verantwortung für die nachfolgend beschriebenen „Judenpogrome“. Nach den Beweggründen für die Teilnahme an den „Kreuzzügen“ zu suchen ist müßig. Sie sind nicht rational sondern ideologisch begründet. Die meisten, die den Aufrufen der Päpste folgen, bereuen später ihr - in einer durch „Predigt und Propaganda“ bewusst ausgelösten Atmosphäre religiöser Hysterie - abgelegtes „Gelübde“.

Die meisten dieser am sogenannten „Vor-Kreuzzug“ beteiligten „Pilger“ kommen nicht weiter als bis zum „Balkan“. Besteht für die Kirche die Rechtfertigung für den „ersten Kreuzzug“ in der „Besetzung Jerusalems“ durch die „Muslime“, so entfesselt die „Kreuzzugsbewegung“ aber auch gewalttätige Emotionen in eine andere Richtung.

Viele der christlichen „Kreuzfahrer“ nehmen, bevor sie sich überhaupt ins „Heilige Land“ aufmachen, erst einmal Rache an den „Juden“, die - nach ihrer Auffassung - für die „Kreuzigung des Heilands“ verantwortlich sind. Die aus einfachsten Verhältnissen stammenden Kriegsteilnehmer haben bis dahin ein sehr bescheidenes Dasein gefristet und setzen nun als „Wagemutige“ ihre Existenz aufs Spiel. Und dass etliche „Juden“ durch ihre Geschäfte reich geworden sind, steht im krassen Gegensatz zur „kirchlichen Doktrin“, wonach die „Juden“ als Strafe und Zeugnis für den ihnen zur Last gelegten „Gottesmord“ sichtbar in „Knechtschaft unter den Christen“ leben sollen - und nicht umgekehrt. Da die „Kreuzfahrer“ ihr gegen die „Muslime“ gerichtetes „Feindbild“ und die damit verbundenen Aggressionen problemlos auch gegen die „Juden“ anwenden können, entsteht eines der dunkelsten Kapitel in der eh schon so grausamen „Kreuzzugs-Geschichte“.

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10. 4 1096 - Die „Kreuzfahrer“ drohen den „Juden“ mit einem „Massaker“

Trier * In Trier gestaltet sich das Zusammenleben der „Juden“ und der „Christen“ bislang weitgehend friedlich.  

Doch jetzt drohen die „Kreuzfahrer“ den „Juden“ mit einem „Massaker“, wenn sie nicht auf ihre Geldforderungen eingehen. 

In ihrer Todesangst geben ihnen die „Juden“ alles, was sie haben.
Daraufhin ziehen die „Kreuzfahrer“ weiter, doch kommt dann der zweite Trupp und verlangt ebenfalls Geld und Wertsachen.
Die „Juden“ kratzen den Rest zusammen und geben es hin.
Der Trupp zieht ab und schon bald kommen die nächsten „Kreuzfahrer-Kontingente“, die zum Teil auch mit „Bürgern“ der Städte und den „Landbewohnern“ gemeinsame Sache machen.

Nun haben die „Juden“ nichts mehr, weshalb fundamentalistische Geistliche in den Reihen der „Kreuzfahrer“ die Losung ausgeben:
„Wer einen Juden erschlägt, dem werden seine Sünden vergeben“.

Berufen können sie sich auf den Abt des Klosters, aus dem auch Papst Urban II. stammt, Pierre de Cluny. 
Sein Leitspruch lautet: 
„Es ist sinnlos die Feinde unseres Christenglaubens in der Fremde zu bekämpfen, wenn diese Juden, die schlimmer als die Muslims sind, in unseren Städten ungestraft unseren Herrn Jesus Christ beleidigen dürfen“

Insgesamt kommen anlässlich des „Ersten Kreuzzuges“ mindestens 2.500 Angehörige der deutschen „Judengemeinden“ ums Leben.
Nur wer sich nach christlichem Ritus „taufen“ lässt, kann sein Leben retten.
Viele „Juden“ ziehen allerdings der „Zwangstaufe“ den „Freitod“ vor.

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Ende 5 1096 - Die „Pilger“ des „Vor-Kreuzzuges“ hinterlassen eine blutige Spur

Ungarn - Griechenland - Naher Osten * Die „Pilger“ des „Vor-Kreuzzuges“ überqueren die ungarische Grenze.

Sie bedrohen inzwischen alle, die sich anders verhalten als die „Kreuzfahrer“. Egal ob „Muslime“, „Juden“ und bald auch „griechisch-orthodoxe Christen“. Die „Kreuzfahrer“ überfallen und töten eben jene „Christen“ zu deren Beistand sie der Papst ins „Heilige Land“ entsandt hat.

Und es sind ausgerechnet die „Türken“, die den „orthodoxen Christen“ beistehen, die „Kreuzfahrer“ besiegen und den „Vor-Kreuzzug“ beenden.

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8 1096 - Zum Überleben müssen die „Kreuzfahrer“ plündern

Naher Osten * Erst die militärisch besser ausgestatteten „Kreuzfahrer-Kontingente“ haben mehr Erfolg.

Das zügige Fortkommen der „Kreuzfahrer“ behindern allerdings arme „Pilger“, die sich ihnen angeschlossen haben. Dadurch erreichen sie Konstantinopel erst Ende des Jahres 1096/Anfang 1097.

Nachdem die „Kreuzfahrer“ von der dortigen Bevölkerung feindlich aufgenommen sowie vom byzantinischen Kaiser nur widerwillig unterstützt und nur mit knapp bemessenem Proviant versorgt werden, ziehen sie auf eigene Faust durch Kleinasien weiter. Seit sie islamisches Gebiet betreten haben, gibt es kein funktionierendes System für Versorgung mit Nachschub mehr. Um Überleben zu können, müssen die „Kreuzfahrer“ plündern.

Die „bewaffneten Pilger“ besiegen die „Türken“ bei Dorylaeum und Eregli. Nach einem anstrengenden Marsch gelangen sie nach Antiochia. Sie belagern die Stadt siebeneinhalb Monate und schlagen in deren Verlauf zwei „muslimische Verstärkungsarmeen“.

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19. 6 1097 - Die „ Kreuzfahrer“ nehmen Nicäa ein

Nicäa * Die „ Kreuzfahrer“ nehmen Nicäa, die erste bedeutende Stadt unter islamischer Herrschaft, ein.

Das Heer des „Ersten Kreuzzugs“ besteht aus 40.000 Personen, von denen nur 4.500 Ritter oder Adelige sind.
Der Rest sind nicht-waffenfähige Handwerker, Städter und Bauern.

Das missfällt zwar den Führern der „Kreuzzüge“, da die Armen ernährt werden müssen.
Doch die „Kreuzzüge“ sind ja zugleich „Pilgerfahrten“.

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10. 3 1098 - Balduin von Boulogne gründet den ersten „Kreuzfahrerstaat“

Edessa * Balduin von Boulogne erobert die „Grafschaft Edessa“ und gründet den ersten „Kreuzfahrerstaat“.

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3. 6 1098 - Antiochia fällt in die Hände des Kreuzzugsheeres

Antiochia * Antiochia fällt in die Hände des Kreuzzugsheeres.

Doch nun werden die Kreuzfahrer selbst von einer muslimischen Armee belagert.

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10. 6 1098 - Visionen eines den „Sieg verheißenden Christus“

Antiochia * In der Nacht vom 10. zum 11. Juni ist die Kampfmoral der in Antiochia belagerten „Christen“ derart gesunken, dass Panik entsteht und die Befehlshaber der „Kreuzfahrer“ einen Massenausbruch verhindern müssen.

Kurz darauf kommt es zu Visionen eines erschienenen, den „Sieg verheißenden Christus“ und der „Entdeckung einer Lanze“, die angeblich den „Gekreuzigten“ durchbohrt hat. 

Die Stimmung verbessert sich dadurch erheblich.

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28. 6 1098 - Die „Pilgerkrieger“ wagen einen Ausfall aus Antiochia

Antiochia * Die „Pilgerkrieger“ wagen einen Ausfall aus Antiochia und erringen den Sieg gegen die „Muslime“.

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Um 10 1098 - Der „Kreuzzug“ kommt in Nordsyrien zum Stehen

Syrien * Der „Kreuzzug“ kommt in Nordsyrien zum Stehen.

Doch die Mehrheit des „Kreuzfahrerheeres“ zwingt die Führer zum Weitermarsch nach Jerusalem.

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Mitte 1 1099 - Die „Kreuzfahrer“ besetzen einige wichtige Festungen

Syrien * Die „Kreuzfahrer“ ziehen weiter.

Sie besetzen auf ihrer Route einige wichtige Festungen.

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7. 7 1099 - Die „Kreuzfahrer“ sind am Ziel ihrer Reise: „Jerusalem“

Jerusalem * Die „Kreuzfahrer“ sind am Ziel ihrer Reise: „Jerusalem“.

Mit ihrer inzwischen mehrfach erprobten und von Erfolg gekrönten Taktik und Technik belagerten sie die Stadt.

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15. 7 1099 - Die Kreuzfahrer können Jerusalem einnehmen

Jerusalem * Die Kreuzfahrer können Jerusalem erobern.

Damit haben die Pilger endlich den Ort der Verheißung erreicht. Die ganze Zeit ist ihnen von den Predigern versprochen worden, hier wäre das Land, in dem Milch und Honig fließen. Bisher haben die meisten Kreuzfahrer gehungert. Über 100.000 Pilger haben sich ins Heilige Land aufgemacht; kaum 20.000 sind dort angekommen. 

Da die Kleriker die Eroberung einer muslimischen Stadt durch Christen für etwas Selbstverständliches halten, empfinden sie es folgerichtig als Unrecht, wenn die Muslime ihr Eigentum verteidigen. Wie aber die Christen reagieren, möglicherweise aufgeputscht von den Propaganda-Lügen über die von den Muslims angeblich geschändeten und entweihten Kirchen, ist grausam und unverzeihlich. Die anwesenden Chronisten beschreiben unvorstellbare Szenarien.

Raimund von Aguilers schreibt:
„Wir kamen zum Tempel Salomons, wo sie ihren Ritus und ihre Gesänge pflegten.
Aber was geschah dort? Wenn ich die Wahrheit sage, wird man mir es nicht glauben.
Es mag genügen, dass sie im Tempel Salomons und im Vorhof bis zu den Knien und den Zügeln ihrer Pferde im Blut ritten.
Wahrlich ein gerechtes Gericht, dass der Ort das Blut derjenigen empfing, deren Gotteslästerung er so lange erdulden musste“
.

Die byzantinische Chronistin Anna Comnena notiert:
„Viele Sarazenen und Juden in der Stadt wurden abgeschlachtet“.

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22. 7 1099 - Gottfried von Bouillon wird Herrscher von Jerusalem

Jerusalem * Eine Woche nachdem die Kreuzfahrer das Heilige Grab mit blutbesudelten Händen aus der „Macht der Heiden“ befreit haben, wählen sie Gottfried von Bouillon zum Herrscher von Jerusalem.

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11. 8 1099 - Die Kreuzfahrer besiegen ein großes ägyptisches Entsatzheer

Askalon * Die Kreuzfahrer besiegen ein großes ägyptisches Entsatzheer nahe Askalon.

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18. 7 1100 - Gottfried von Bouillon stirbt in Jerusalem

Jerusalem * Gottfried von Bouillon stirbt.

Sein Nachfolger als König von Jerusalem wird Balduin von Boulogne.

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17. 5 1101 - Die „Kreuzfahrer“ erobern Caesarea

Caesarea * Die „Kreuzfahrer“ erobern Caesarea.

Die alte Römerstadt wird zum Sitz eines weltlichen Herrn und eines Bischofs.

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6. 1 1103 - Kaiser Heinrich IV. verkündet den „Reichslandfrieden“

Mainz * Mit dem durch Kaiser Heinrich IV. verkündeten „Reichslandfrieden“ stehen alle „Juden“ unter dem persönlichen Schutz des Kaisers.

Das bedeutet aber, dass sie ab sofort keine Waffen mehr tragen dürfen und darauf angewiesen sind, sich von des Kaisers Truppen beschützen zu lassen. 

Das Gesetz begründet die „Ausnahmestellung der Juden“ und zugleich ihre „Wehr- und Waffenunwürdigkeit“.

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1104 - Hugo von Payns auf dem Weg zu einer „Pilgerfahrt ins Land der Heiligkeit“

Israel * Hugo von Payns ist ein Herr aus dem mittleren Adel und stammt aus der Champagne.

Seine Spuren sind nur sehr rar gestreut, weshalb sich seine Teilnahme am „Ersten Kreuzzug“ nicht mit Sicherheit bestätigen lässt. Tatsache ist aber, dass er sich anno 1104 auf den Weg zu einer „Pilgerfahrt ins Land der Heiligkeit“ macht und Graf Hugo von der Champagne begleitet.

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1113 - Papst Paschalis II. erkennt das „Hospital des heiligen Johannes“ an

Jerusalem * Papst Paschalis II. erkennt das „Hospital des heiligen Johannes“ in Jerusalem an.

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1114 - Hugo von Payns beteiligt sich an einer „Pilgerfahrt ins Heilige Land“

Jerusalem * Hugo von Payns beteiligt sich erneut an einer „Pilgerfahrt ins Land der Heiligkeit“, bleibt aber in Jerusalem.

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1115 - Die Grafen von Scheyern nennen sich jetzt „von Wittelsbach“

Scheyern * Die Grafen von Scheyern nennen sich jetzt „von Wittelsbach“.  

Der Name leitet sich von der im Stadtgebiet von Aichach gelegenen Burg ab. 

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1118 - Balduin II. von Boulogne wird Herrscher von Jerusalem

Jerusalem * Balduin II. von Boulogne wird Herrscher von Jerusalem.

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1120 - Hugo von Payns gründet in Jerusalem den ersten „Geistlichen Ritterorden“

Jerusalem * Hugo von Payns gründet - mit acht weiteren französischen Rittern - in Jerusalem den ersten „Geistlichen Ritterorden“.

  • Der hauptsächliche Zweck des „Ordens“ besteht im Aufbau einer einheitlichen Organisation, die eine wirksame Polizeigewalt ausüben kann.
  • Die Ritter haben die Sicherheit der Straßen und Wege zu gewährleisten, die heiligen Stätten sowie das Kirchengut zu schützen und bei Übergriffen auf den kirchlichen Besitz als Rächer aufzutreten.
  • Ganz oben in der Aufgabenliste steht aber der militärische Schutz der christlichen Pilger, die von der Küste nach Bethlehem oder Jerusalem und von dort weiter nach Jericho und zur „Taufstätte Jesu“ am Jordan wollen. 
  • Herumziehende Räuberbanden machen diesen Schutz notwendig.

Die Initiative zur Gründung des militärisch-mönchischen Ordens geht von den „Rittern“ selbst aus.

Doch als sich Ritter Hugo von Payns mit seinen Gefährten zusammenschließt, haben sie weder eine feste Bleibe noch eine Kirche. König Balduin II. von Jerusalem gibt ihnen Räume dicht bei der Stätte des alttestamentarisch-herodianischen Tempels neben dem Palast des Königs. Dadurch ist der ehemalige „Tempel Salomons“ das Hauptquartier des Ordens und soll der Rittergemeinschaft den Namen geben.

Zunächst nennen sie sich „Pauperes Commilitones Christi templique Salomonis“, also „Arme Ritter Christi vom Tempel Salomonis“ oder kürzer „Fratres militiae templi“. Das heißt übersetzt: „Ritter vom Tempel“. Die Mitglieder der mönchischen Rittergemeinschaften müssen bei ihrer Aufnahme dazu die Gelübde der „Armut“, der „Keuschheit“ und des „Gehorsams“ ablegen. Zwar wird von den wohlhabenderen „Pilgern“ für den Schutz der „Templer“ in Form von „Schenkungen“ bezahlt. Dennoch sind die Anfänge der neu gegründeten „Rittergemeinschaft“ noch von Armut gezeichnet.

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1122 - Kaiser Friedrich II. ermahnt die „Tempelherren“

Jerusalem * Kaiser Friedrich II. ermahnt die „Tempelherren“, den Angehörigen des aufstrebenden „Deutschherren-Ordens“ wegen des Tragens ihrer weißen Ordensmäntel keine Schwierigkeiten zu machen.

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Um 1123 - Der Freisinger Bischof kommt in den Besitz des „Lenzbauernhofes“

Haidhausen - Freising * Zwischen 1123 und 1130 kommt der Freisinger Bischof in den Besitz des „Lenzbauernhofes“ in Haidhausen.

Der „Kleriker“ Rudolf von Feldkirchen übergibt sein Haidhauser Gut als Opfergabe dem „Marienaltar“ in Freising, um es für sein Eigenes und das Seelenheil seiner Eltern zu opfern.

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1126 - Graf Hugo von der Champagne tritt dem „Templer-Ritterorden“ bei

Jerusalem * Graf Hugo von der Champagne tritt dem „Templer-Ritterorden“ bei - und damit beginnen die „Schenkungen“ zu strömen.

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1127 - Hugo von Payns sucht Unterstützung für die „Tempel-Ritter“

Frankreich - England - Spanien * Hugo von Payns schifft sich mit fünf „Tempel-Rittern“ ein und bereist in der Folge Frankreich, England und Spanien.

Er verfolgt dabei mehrere Ziele: Er will die „Rittergemeinschaft“ mit einer von den obersten Kirchenstellen gebilligten „Ordensregel“ versehen lassen, außerdem den Orden und dessen Ziele im „Abendland“ bekannt machen und um finanzielle Unterstützung werben.

Darüber hinaus muss er „neue Kämpfer“ für das „Heilige Land“ und damit Nachwuchs für den „Orden der Tempel-Ritter“ anwerben.

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1128 - Die Reise des Ordensgründers Hugo von Payns ist von Erfolg gekrönt

Frankreich - England - Spanien * Die Reise des Ordensgründers Hugo von Payns und seiner Begleiter ist von Erfolg gekrönt.

Der „Templer-Orden“ erhält großzügige Unterstützung durch den König von Portugal. Er weist dem „Templer-Ritterorden“ reiche Güter an und räumt ihm Vorrechte ein.

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13. 1 1129 - Am „Konzil von Troyes“ erhält der „Templer-Orden“ eine feste „Regel“

Troyes * Hugo von Payns nimmt am „Konzil von Troyes“ teil, auf dem der „Templer-Orden“ eine feste „Regel“ erhält. 

Anschließend kehrt der „Großmeister“ mit dreihundert Rittern aus den edelsten Familien Frankreichs und gewaltigen Geldmitteln in das „Heilige Land“ zurück.
Die „Templer“ werden so das erste „stehende Heer“ des Mittelalters.

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1130 - Bernhard von Clairvaux erarbeitet die „Ordensregel“ der „Templer“

Clairvaux * Inwieweit Bernhard von Clairvaux an der Erstellung der „Ordensregel“ der „Templer“ beteiligt war, ist umstritten.

Der „Zisterziensermönch“ konnte aber den „Templern“ bei der Findung eines angemessenen Rahmens helfen und mit seinem rhetorischen Talent diesen auch gegenüber Skeptikern durchsetzen.

Bernhard von Clairvaux sieht in den „Templern“ die neuen „Glaubenskrieger“, die den „freien Zugang zu den Heiligen Stätten“ wieder herstellen, die „Pilger schützen“ und den „Frieden sichern“. Kein Wunder also, dass die „Ordensregeln der Templer“ ganz im Geiste der von Bernhard von Clairvaux stark beeinflussten „Ordensregeln der Zisterzienser“ gehalten sind und die „Tempelritter“ bei ihrem Eintritt in den Orden „Armut, Keuschheit und Gehorsamkeit“ geloben müssen.

In seinem Traktat „Lob der neuen Ritterschaft“ preist Bernhard die „Tugenden“ sowie die „Werke der Nächstenliebe“ der „Tempelherren“ und gibt damit dem „Ritterorden“ eine theologische Begründung.

Bei so viel Unterstützung durch Bernhard von Clairvaux verwundert es nicht, dass sich die „Tempel-Ritter“ zu den „Zisterziensern“ hingezogen fühlen. Aufgrund ihrer Kleidung werden diese Kirchenmänner auch als „weiße Mönche“ bezeichnet. Und nachdem die „Tempelherren“ die „Zisterzienser“ als ihren „Mutterorden“ empfinden, übernehmen sie auch die „Farbe weiß“ für ihren Umhang.

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1130 - Der „gerechte Krieg“ ist als das „kleinere Übel“ akzeptiert

Clairvaux * Für Bernhard von Clairvaux ist der „gerechte Krieg“ als das „kleinere Übel“ akzeptiert.

Unter Christen ist er nur gerecht, wenn die „Einheit der Kirche“ auf dem Spiel steht. Gegen die „Juden“, die „Ketzer“ und die „Heiden“ soll Gewalt vermieden werden, weil sich die „Wahrheit“ nicht mit Gewalt durchsetzen lässt.

Der Christ soll überzeugen, weshalb - aus der Sicht des später zum „Heiligen“ erklärten Bernhard von Clairvaux - gegen diesen Personenkreis nur ein „Verteidigungskrieg“ gerechtfertigt ist, bei dem er allerdings die Gewalt auf ein Mindestmaß reduziert wissen will.

Vom „Gerechten Krieg“ zum „Heiligen Krieg“ ist es damit nicht mehr weit, solange er gegen die „Heiden“ und „Ungläubigen“ gerichtet ist. Bernhard von Clairvaux hebt in seinen „Kreuzzugpredigten“ die islamische Aggression und Bedrohung der gesamten christlichen Kirche hervor. Sein Fazit lautet: Nur durch einen „Gerechten und Heiligen Krieg“ kann der „Frieden“ wieder hergestellt werden. Unter „Frieden“ versteht der Kirchenmann die „Aufrechterhaltung der gottgewollten Ordnung“.

Bernhard von Clairvaux will aus „Raubrittern“, „Weiberhelden“, „Totschlägern“, „Meineidigen“ und „Friedensbrechern“ zutiefst beherrschte, asketische und christliche Ritter machen. Dabei will er aber die natürlichen Triebe - wie Aggression - nicht unterdrücken, sondern sie durch höhere Ziele - sozusagen - „veredeln“. Im Zentrum seines Werkes steht deshalb der Begriff der „militia Christi“. „Gute Ritter“ kämpfen, um Glauben und Kirche zu verteidigen, „Schlechte Ritter“ wirken in prunkvollem Aufzug und folgen eigensüchtigen Motiven. In einer Werbeschrift für die „Tempel-Ordensritter“ sagt der heilige Bernhard: „An erster Stelle stehen Disziplin und uneingeschränkter Gehorsam. Jeder kommt und geht, wie es der Vorgesetzte befiehlt. Jeder trägt die ihm zugeteilte Kleidung, keiner besorgt sich Nahrung oder Kleidung nach seinem Gutdünken. Hinsichtlich Ernährung und Gewandung gibt man sich mit dem Notwendigsten zufrieden und meidet alles Überflüssige. Die Templer leben maßvoll und fröhlich in einer Gemeinschaft, ohne Frauen und Kinder. Um der apostolischen Lebensweise möglichst nahe zu kommen, leben sie alle unter gleichen Bedingungen im gleichen Haus, auch nennen sie nichts ihr eigen, um einer einheitlichen Gesinnung und eines friedlichen Zusammenlebens willen. Ungebührliche Reden, nutzlose Beschäftigung, lautes Gelächter, heimliches Tuscheln und selbst unterdrücktes Kichern sind unbekannt. Sie verabscheuen Schach und Würfelspiel; sie hassen die Jagd, ja, sie erfreuen sich nicht einmal am Flug des Falken. Sie verachten Komödianten, Taschenspieler, Schwätzer und zweideutige Lieder sowie Vorstellungen von Possenreißern, denn sie erachten das alles als sinnlose, nichtige Torheiten. Sie tragen das Haar kurz geschnitten, weil es ihrer Ansicht nach beschämend für einen Mann ist, langes Haar zu haben. Niemals übertrieben gekleidet, baden sie selten; sie sind schmutzig und behaart, und ihre Haut erscheint gebräunt vom Tragen des Kettenhemds und von der Sonne“. Die „Glaubenskrieger“ sollen in die „Schlachten Gottes“ ziehen. Und sollte ein „Templer“ dabei sein Leben verlieren, so stirbt er „selig“ als „Blutzeuge“ für den „christlichen Glauben“. In der Werbeschrift Bernhards liest sich das so: „Freue dich, starker Kämpfer, wenn du in dem Herrn lebst und siegst! Aber noch mehr frohlocke und rühme dich, wenn du stirbst und dich mit dem Herrn vereinst“. Die Gegner der „Glaubenskrieger“ sind ja „nur“ Heiden ohne Glauben.

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Um 1132 - Der Krieg ist nicht mit dem „Neuen Testament“ in Einklang zu bringen

Clairvaux * Dass sich kriegerische Auseinandersetzungen nur schwer mit dem Wort und Sinn des „Neuen Testaments“ in Einklang bringen lassen, bekümmert den Ordensmann, Mystiker und Prediger Bernhard von Clairvaux nur wenig.

Mit welchen rhetorischen Mittel er arbeitet und welche menschenverachtende Argumentation er dabei benutzt, lässt sich anhand eines Zitats aus einer Predigt zeigen, mit der der Heilige für den „Zweiten Kreuzzug“ wirbt: „Wenn sich dein Vater auf die Schwelle legte, wenn deine Mutter die Brust zeigte, die dich genährt, so steige über deinen Vater hinweg, tritt deine Mutter mit Füßen und folge trockenen Auges dem Kreuzbanner nach. Hier für Christus grausam sein ist die höchste Stufe der Seligkeit“.

Denn, so Bernhard weiter: „Ein Ritter Christi tötet mit gutem Gewissen; noch ruhiger stirbt er. Wenn er stirbt, nützt er sich selbst, wenn er tötet, nützt er Christus“. Wer aber so argumentiert, wem man „Honigsüße“ nachsagt, weil er eine ideologische Grundlage für einen „Gerechten und Heiligen Krieg“ und eine Argumentationskette schafft, die aus einem „Angriffskrieg“ einen „Verteidigungskrieg“ macht, der ist wirklich ein „komischer Heiliger“.

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1135 - Papst Innocenz II. unterstützt die „Tempel-Ordensritter“

Rom-Vatikan * Papst Innozenz II., ein ehemaliger „Zisterziensermönch“ und Schüler von Bernhard von Clairvaux, treibt die Gründung von „Bruderschaften“ zur finanziellen Unterstützung der „Templer“ voran.

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24. 5 1136 - Überarbeitung der Statuten für die „Tempelherren“

Frankreich * Spätestens seit dem Tod Hugo von Payns und der zwischenzeitlich erfolgten explosionsartigen Ausbreitung der jungen Ordensgemeinschaft der „Tempelherren“ ist eine Überarbeitung der Statuten notwendig geworden.

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1139 - Papst Innozenz II. erklärt „trennende Ehehindernisse“ für Priester

Rom-Vatikan * Papst Innozenz II. erklärt die „Spende der Weihen“ zu einem „trennenden Ehehindernis“.  

Damit können verheiratete Männer nur noch dann zu Priestern geweiht werden, wenn sie ihre Frau durch Ablegung eines „Keuschheitsgelübdes“ freigibt.  

Für die Erlangung der „Bischofswürde“ ist sogar der Eintritt der Ehefrau in ein Kloster Voraussetzung. 

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1139 - Die „Tempel-Rittern“ erhalten eine umfangreiche „Ordensregel“

Rom-Vatikan * In der Bulle „Omne datum optimum“ gibt Papst Innozenz II. den „Tempel-Rittern“ eine umfangreiche „Ordensregel“, die mit Ergänzungen im Jahr 1230 und 1260 auf insgesamt 678 Artikel anwachsen wird.

Durch die „päpstliche Bulle“ werden die „Tempelherren“ als „extemt“ erklärt, also aus dem kirchlichen Gesamtorganismus heraus genommen.
Sie sind damit die erste Gemeinschaft von „Rittermönchen“, die jeglicher „bischöflicher Jurisdiktion“ entnommen und alleine und direkt dem „Heiligen Stuhl“ unterstellt sind.

Er erklärt die „Templer“ auch zu „Vorkämpfer der Christenheit“ und hebt sie damit über alle anderen „Orden“

Dadurch nehmen die „Templer“ in der Gesamtkirche eine elitäre Ausnahmestellung ein, die von den Folgepäpsten fortgeschrieben und durch eine Vielzahl von „Privilegien“ erhärtet wird. 

So darf kein Kirchenmann oder Laie, lediglich der „Templer-Meister“ mit Zustimmung des „Kapitels“, die „Ordens-Statuten“ ändern. 
Das Recht der „Tempel-Ritter“ eigene „Priester“ zu haben, wird in der „Bulle“ ebenso festgeschrieben wie die „Freistellung vom Zehent“.

Die „Templer-Kapläne“ sind berechtigt „Spenden“ zu sammeln, um „Almosen“ zu bitten und einmal im Jahr in jeder Kirche die „Kollekte“ für sich zu behalten.

Einmal jährlich dürfen sie in den unter „Interdikt“, dem „Verbot gottesdienstlicher Handlungen“, gestellten Regionen die „Messe“ halten.

Die Kirche macht - nicht nur aus Sicht der „Templer“ - viel zu viel Gebrauch von dieser Strafmaßnahme, die darauf abzielt, jede religiöse Aktivität, ob das nun Messen oder die Segnungen der Sakramente sind, in einer Ortschaft, einer Region oder einem ganzen Königreich zeitweilig zu verbieten. Damit wollen die Kirchenmänner die Sünden eines Herren, einer Gemeinde oder eines Königs bestrafen.

Gottesdienste, die in solchen vernachlässigten und teilweise auch vollkommen ungerechtfertigt bestraften Regionen abgehalten werden, ziehen freilich viele Gläubige an und bringen schon deshalb außergewöhnlich hohe Einnahmen von „Almosen und Opfergaben“.

Darüber hinaus dürfen die „Tempelherren“ eigene „Kirchen und Friedhöfe“ besitzen, worin sie auch „Exkommunizierte“ beerdigen können, was ihnen häufig großzügigst gedankt wird.

Schließlich ergänzt Papst Coelestin II. die „Privilegien der Templer“ indem er die „Ritter-Brüder“, ihre „Vasallen“ und „Grundholden“ von den durch die Bischöfe ausgesprochenen „Exkommunizierungen“ und „Interdikten“ als ausgeschlossen erklärt.
Dies geschieht sehr zum Ärgernis des „Weltklerus“ und vergiftet das eh schon angespannte Verhältnis zwischen dem „Ritterorden“ und den „Weltpriestern“.

Dennoch hält der „Heilige Stuhl“ beständig seine „schützende Hand“ über die „geistlichen Ordensritter“ und stellt die gewährten „Privilegien“ nie in Frage.

Seit Hugo von Payns den „Tempelherren“ seine Besitzungen schenkte, folgte jeder, der in den „Orden“ eintritt oder sich ihm anschloss, diesem Beispiel.

Durch Schenkungen von Land und Vermögen sind die „Ordensritter“ sehr schnell reich geworden.
Und nachdem heimgekehrte „Kreuzfahrer“ Wunderdinge über das „Heldentum der Templer“ berichten, führt dies in ganz Europa zu einer großzügigen Spendentätigkeit für die Ordensgemeinschaft.

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1140 - Das umfangreiche Imperium der „Tempel-Ordensritter“

Paris * Die „Templer“ besitzen ausgedehnte Ländereien in Frankreich, England, Schottland, Spanien, Portugal, Flandern, Italien, im Deutschen Reich, Ungarn und in der Levante.

Geschenkt wird ihnen vor allem für die „Ablösung von Sünden“ sowie das „Seelenheil“ des Spenders und seiner Angehörigen.
Durch Tausch, Verkauf und Erwerb optimieren die „Templer“ die Ertragslage ihrer „Schenkungen“ zu wirtschaftlich lukrativen Gebilden.

Da ihre Besitzungen hohe Renditen erwirtschaften, fließen dem „Ritterorden“ daraus reichliches Einkommen zu.
Viele ihrer landwirtschaftlichen Gründe haben sie verpachtet.

Nur wenn sich die Ertragslage der Böden wirklich rentiert, dann bearbeiten sie diese auch in „Eigenbewirtschaftung“.
Dafür holen sie sich eigens qualifizierte Spezialisten.
In Spanien und auf den Balearen beschäftigen die „Tempelherren“ dafür sogar geschickte „Muslime“.

Durch ihren Kontakt zur jüdischen und islamischen Welt sind die „Tempelherren“ recht weltoffen und für neue Wissenschaften und Ideen empfänglich geworden.
Der „Orden“ besitzt die „fortschrittlichste Technologie“ der Zeit: im Bereich der „Landwirtschaft“, des „Vermessungswesens“, des „Straßenbaus“ und der „Schifffahrt“.

Die „Templer“ veranlassen die „Bewässerung des Rio-Cinca-Tales“ in Aragón, den Bau eines Mühlensystems an der Aude und die Einführung des vierjährigen Fruchtwechsels in der Normandie.
Mit „Mühlen“ lässt sich ebenso viel Geld verdienen wie mit dem „Weinanbau“ in Portugal.
Der Wein wird bis nach England verkauft.

Auch die „Templer-Schiffe“ bringen einen erheblichen Gewinn.
Den „Ordensrittern“ gehören eigene Häfen, Werften und Schiffe.
Sie sind die Ersten in Europa, die mit einem Magnetkompass ausgestattet sind.

Selbst die der europäischen weit überlegene arabische Medizin ist den „Templern“ nicht fremd.
In den Krankenhäusern des „Ordens“ kommen moderne Prinzipien wie „Hygiene“ und „Sauberkeit“ zum Tragen und sogar das Wissen um die „antibiotische Wirkung von bestimmten Pilzen“ ist vorhanden.

Die „Tempelherren“ sind also keineswegs reine „Haudraufs“.
Neben ihren kriegerischen, politischen und wirtschaftlichen Aktivitäten betreiben sie auch noch Geldgeschäfte.

Sie sind die einzigen Christen, die aufgrund eines weiteren päpstlichen Privilegs Geld gegen Zinsen verleihen dürfen.
Dadurch können sie einen gewaltigen Reichtum anhäufen.

Und da, um seine Wertgegenstände aufzubewahren, nichts so sicher und unverletzlich ist wie ein „gottgeweihtes Haus“ und nichts mehr Vertrauen erweckt als die „Templer-Burgen“, die von hohen Mauern geschützt, von „Ritter-Mönchen“ verteidigt vor jedem Angriff sicher scheinen, dienen diese bald als Tresore für Kostbarkeiten von weltlichen und geistlichen Herren.
Sie werden zu „Depots“ für Wertgegenstände, Schmuck und Geld, die den Grundstock des immer noch gesuchten „Templerschatzes“ bilden.

Die „Templer“ verwalten die „Depots“ ihrer Kunden, die damit über ein „laufendes Konto“ verfügen.
Sie können Geld abheben, Zahlungen durch einen simplen Brief an den „Schatzmeister“ entrichten und erhalten darüber hinaus drei Mal jährlich einen „Kontoauszug“ zugeschickt.

Zu jedem trogähnlichen Geldschrank gibt es, ähnlich wie bei den heutigen „Bankschließfächern“, zwei verschiedene Schlüssel.
Je einen für den „Hüter der kirchlichen Kostbarkeiten“ und dem „Depotinhaber“.
Bis auf wenige Ausnahmen sind die Depots der „Templer“ absolut sicher, da geldgierige Herrscher nur ganz selten ihre Finger nach ihnen ausstrecken.

So können sich die Niederlassungen der „Templer“ in Europa und im Nahen Osten zu „Zentren des Finanzwesens“ entwickeln und das „Pariser Ordenshaus“, der „Temple“, zum „europäischen Finanzzentrum“.
Der König von Frankreich vertraut beispielsweise im 13. Jahrhundert seine „Kronjuwelen“ der Obhut der „Pariser Templer“ an.

Die Finanzspezialisten der „Tempelherren“ führen bald fortschrittliche Techniken im „Kreditwesen“ und in der „Buchführung“ ein.
Sie entwickeln den „bargeldlosen Zahlungsverkehr“ und führen den „Wechselbrief“ und den „Scheck“ in Europa ein.

Wer also in einem „Ordenshaus“ eine Summe einzahlt, kann sie nach Vorlage der „Kassenanweisung“ in einer weit entfernten „Komturei“ wieder in Empfang nehmen.
Der „Orden“ kassiert dafür lediglich Gebühren und verdient an den Zinsen.
Doch wird dadurch der risikoreiche Transfer von Münzgeld fast völlig entbehrlich.

Neben der einfachen Vermögensverwaltung für Dritte betreibt der „Templer-Orden“ auch „Geldleihe“, wodurch er die eigenen Gelder und die ihnen durch Dritte anvertrauten Einlagen arbeiten lässt.
Alle „Klöster“ und „Konvente“ fungieren deshalb als „Leihkasse“.

An Bauern verleihen die „Templer“ kleinere Summen, damit diese einen Engpass überbrücken können, Kaufleuten geben sie größere Kredite.
Als Sicherheit ziehen sie Grundbesitz heran.
Gibt es bei der Rückzahlung des Kredits Probleme, dann halten sie sich an den Ländereien des „Schuldners“ schadlos.

Zwar passen die Finanzaktivitäten des „Templer-Ordens“ nicht zu ihrer religiösen Berufung, es ist aber die allgemein den „Ritterorden“ aufgetragene Mission, die sie auch in diesem Bereich tätig werden lassen.
Auch die „Johanniter“, der „Deutsche Orden“ und selbst die traditionellen „Mönchsorden“ betätigen sich ähnlich, allerdings auf einer wesentlich niedrigeren Stufe.

Um im Orient überleben zu können, muss der „Templer-Orden“ über umfangreiche Finanzmittel verfügen und all seine Einkünfte weitestgehend in Geld verwandeln.
Sie kaufen dazu auf Märkten und Messen möglichst viele Rechte und Monopole, die ihnen wiederum Einnahmen sichern.

So wird zum Beispiel das ausschließliche „Wiegerecht“, das der „Orden“ vom Grafen der Champagne erwirbt, sehr zu Ungunsten der dort ansässigen Bürger vereinnahmt.
Von dem eingenommenen und erwirtschafteten Verdienst gehen anfangs ein Drittel an die Häuser im Orient. Später werden die Abgaben auf ein Zehntel reduziert.

Aus abendländischer Sicht entsteht immer wieder der Eindruck, als hätten die Männer und Frauen aus dem Westen die Kultur in den „Nahen Osten“ gebracht.
Genau das Gegenteil ist richtig.

Die arabischen Reiche sind den Christen nicht nur militärisch, sondern auch in ihrer Kultur weit überlegen.
Dort im Osten ist das geistige Erbe der Griechen und Römer bewahrt und weiterentwickelt worden.
Geniale Mathematiker und Astronomen sowie geschickte Kaufleute kommen von dort her.

Die Araber haben ein Zahlensystem entwickelt: die arabischen Ziffern, die wir heute noch verwenden.
Eine der wesentlichen Neuerungen besteht darin, dass es für „nichts“ ein eigenes Zeichen gibt: die „Null“.
Diese macht das Multiplizieren und das Bruchrechnen viel einfacher und erlaubt die einprägsame Darstellung des „Dezimalsystems“.

Und genau dieses System lernen die Christen, allen voran die „Tempelherren“, zur Zeit der „Kreuzzüge“ kennen.
Die „arabischen Ziffern“ ersetzen die bisher üblichen „römischen“.
Da die Kaufleute nun einfacher rechnen können, rechnen sie auch besser und erhalten damit ein genaueres Bild über den Verlauf ihrer Geschäfte.

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3. 5 1140 - König Konrad III. verleiht dem Freisinger Bischof Otto I. viele Rechte

Freising * Der „Stauferkönig“ Konrad III. verleiht dem Freisinger Bischof in einer Urkunde das Privileg, wonach  

  • im gesamten Bistum die „Münzstätten“ bischöflich sein müssen,  
  • der Stadt Freising ein „vollberechtigter Fernhandelsmarkt“ für Salz und andere Großgüter gewährt wird und  
  • gleichzeitig die Errichtung weiterer „Fernhandelsmärkte“ im Bistum ohne königliche Legitimation ausdrücklich verboten wird.  

Bischof Otto I. von Freising, aus dem Geschlecht der Babenberger, will den Raum seines „Bistums“ alleine seinen Interessen unterordnen.  
Die monopolistische Politik des „Kirchenfürsten“ richtet sich zunächst gegen den amtierenden Herzog, das war Ottos eigener Bruder Leopold IV., aber auch gegen alle künftig regierenden Herzöge.  

In der Folge verlegt der Kirchenfürst das „Freisinger Marktrecht“ kurzerhand an das wesentlich verkehrsgünstiger gelegene Föhring.  
Damit maßt er sich ein ihm nicht zustehendes „königliches Privileg“ an.  

Dieser Flussübergang stellt jedoch für den geschäftstüchtigen „Freisinger Bischof“ eine sichere, lukrative, aber auch kostengünstige Einnahmequelle dar, da die zum Salz- und Warentransport benutzten „Saumpferde“ zuvor lange Zeit auf den herzoglichen Straßen unterwegs sind, um nur kurz vor der Isarbrücke auf „Freisinger Gebiet“ zu wechseln und es danach ebenso schnell wieder zu verlassen.  
Dazwischen kassieren die „bischöflichen Zöllner“.  

Außerdem lässt Bischof Otto I. hier eine „Salzniederlage“ und „Zollstätte“ errichten, mit der er sich den ganzen „Handel mit Salz“ zinsbar macht, und das, obwohl es für Föhring gar keine „Marktverleihungsurkunde“ gibt.  

Der Markt in Föhring beruht nur auf dem „Herkommen“, also auf einem „Gewohnheitsrecht“

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18. 10 1141 - Herzog Leopold IV. stirbt überraschend ohne eigene Kinder

Niederaltaich * Herzog Leopold IV. stirbt in Niederaltaich überraschend ohne eigene Kinder.  

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1143 - Heinrich XI. „Jasomirgott“ wird Herzog von Baiern

Regensburg * Heinrich XI. „Jasomirgott“, der Bruder von Herzog Leopold IV., wird Herzog von Baiern und Markgraf von Österreich. 

Er residiert in Regensburg, der damaligen Hauptstadt Baierns.

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25. 12 1144 - Beginn des Niedergangs des „Templer-Ritterordens“

Edessa * Dem kometenhaften Aufstieg der „Templer“ im Osten und der erfolgreichen Tätigkeit im Westen folgt ein langsamer, sich immer mehr beschleunigender Niedergang des „Ritterordens“.  

Er beginnt am Weihnachtsabend des Jahres 1144, als der islamische Herrscher von Aleppo und Mosul, Imad al-Din Zengi, Edessa erobert.
278
„Templer“ fallen während der Kampfhandlungen.

In der islamischen Welt wird die „Eroberung Edessas“ als „Triumph im Glaubenskrieg“ gefeiert.
Immerhin war die Stadt seit dem Jahr 1098 in den Händen der
„Lateinischen Christen“

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12 1145 - Papst Eugenius III. ruft den zweiten „Kreuzzug“ aus

Rom-Vatikan * Papst Eugenius III. ruft einen „Kreuzzug“, den „Zweiten“, aus.

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Frühjahr 1146 - Der „Reichslandfrieden“ aus dem Jahr 1103 hält

Deutschland * Der „Reichslandfrieden“ aus dem Jahr 1103 hält, als ein Heer fanatischer „Kreuzfahrer“ aus Frankreich in Deutschland einfällt und der Mönch Rudolf aus dem Kloster Clairvaux bedingungslosen Hass gegen die „Juden“ predigt. 

Der damalige deutsche König Konrad III. nimmt sein „Schutzversprechen“ ernst und rettet die meisten „Juden“.

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3 1146 - Papst Eugenius III. erlässt eine „Kreuzzugbulle“

Rom-Vatikan * Papst Eugenius III. erlässt eine päpstliche „Kreuzzugbulle“, in der er die „Privilegien für die Kreuzfahrer“ festlegt:

  • die „Vergebung der Sünden“,
  • den „Schutz für Eigentum und Angehörige“ und
  • einen „Zinserlass“.

Zum „Hauptprediger des Kreuzzugs“ beruft er Bernhard von Clairvaux.

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4 1146 - Bernhard von Clairvaux wirbt für die Teilnahme am „Kriegszug“

Vézelay * Bernhard von Clairvaux wirbt an Ostern für die Teilnahme am „Kriegszug“

Vor der Stadt Vézelay er auf einem freien Feld, wo sich Tausende von Menschen einfinden: hoher und niedriger Adel, Kleriker, Söldner und viele, die der himmlische Lohn lockt, oder die normalen Zugewinne im Krieg, oder beides. 

Der „Zisterzienser-Abt“ predigt: „Du tapferer Ritter, du Mann des Krieges, jetzt hast du eine Fehde ohne Gefahr, wo der Sieg Ruhm bringt und der Tod Gewinn“. Bernhard von Clairvaux wendet sich auch an die Kriminellen und fordert sie zur „Kreuzfahrt“ auf: „Ist es denn nicht eine ausgesuchte und allein für Gott auffindbare Gelegenheit, dass der Allmächtige Mörder, Räuber, Ehebrecher, Meineidige und mit anderen Verbrechen Belastete in seinen Dienst ruft. [...] Misstraut nicht, Sünder, der Herr ist bei euch!“

Und weiter: „Selige nenne ich die Generation, die den Zeitpunkt derart reichlicher Vergebung ergreift und dieses wahrhafte Jubeljahr lebend angetroffen hat. [...] Gürtet euch mannhaft und ergreift im Eifer für den christlichen Namen die Glück bringenden Waffen“.
Die versammelte Menge ist derart begeistert, dass sie die Teilnahme an dem „Kreuzzug“ gelobt und Bernhard, um genügend Stoffkreuze für die Gewänder der „Kreuzfahrer“ zur Verfügung zu haben, seine Kleider zerreißen muss.
Die „Kreuzzug-Ideologie“ ist inzwischen auf die verschiedensten Schauplätze christlicher Kriegsführung übertragbar gemacht worden. Deshalb soll der „Zweite Kreuzzug“ nicht nur mehr im „Nahen Osten“, sondern gleichzeitig an zwei weiteren Fronten stattfinden: gegen die „Mauren“ in Spanien und gegen die heidnischen „Wenden“ im Norden Deutschlands.

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1147 - Das rote und typische „Tatzenkreuz“ der „Tempel-Ordensritter“

Rom-Vatikan * Das rote und typische „Tatzenkreuz“ der „Tempel-Ordensritter“ kommt auf den weißen Umhang.

Es wird ihnen von dem, dem „Ritterorden“ nahestehenden „Zisterzienser-Papst“ Eugen III. verliehen. Die rote Farbe soll an den „Opfertod Christi“ erinnern und die „Bereitschaft zum Martyrium für den Glauben“ symbolisieren.

Ein weiteres wichtiges Erkennungszeichen ist deren „Siegel“. Es zeigt eine Darstellung von zwei Rittern auf einem Pferd und wird inzwischen als „Symbol der Brüderlichkeit“, des „guten Einvernehmens“, der „Harmonie“ und der „Disziplin“, die im „Orden“ herrschen soll, angesehen.

Ebenso symbolträchtig ist der Artikel „Über die Näpfe und Becher“ in der „Templer-Regel“. Dieser besagt: „Was die Näpfe angeht, so sollen sie jeweils für zwei Brüder verteilt werden, damit ihn sich jeder vom anderen besorge; sie sollen das Leben in der Enthaltsamkeit und im Brauch des gemeinsamen Essens schätzen lernen“.

Es geht hierbei nicht um das Essen aus einem Napf, sondern um das gemeinschaftliche Leben im „Konvent“.

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Um 3 1147 - Der Krieg gegen die „Mauren“ wird einem „Kreuzzug“ gleichgestellt

Rom-Vatikan - Spanien * Papst Eugenius stellt den „Feldzug“, den König Alfons VII. von Kastilien gegen die „Mauren“ in Spanien führt, einem „Kreuzzug“ gleich.

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10 1147 - Angriffe auf die heidnischen „Wenden“ werden als „Kreuzzug“ betrachtet

Clairvaux * Bernhard von Clairvaux gibt den norddeutschen Fürsten die Erlaubnis, ihre Angriffe auf die heidnischen „Wenden“ als „Kreuzzug“ zu betrachten.

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Um 10 1147 - Französische und deutsche Heere erreichen Konstantinopel

Naher Osten * Die zwei in den Orient ziehenden Hauptheere bilden die unter der Führung ihres Königs Ludwig VII. stehenden Franzosen und den Deutschen unter dem „Stauferkönig“ Konrad III..

Beide Heere ziehen in engen räumlichen und zeitlichen Abständen durch Europa und erreichen Konstantinopel. Weitere „Kreuzfahrer“ aus den verschiedensten europäischen Regionen kommen per Schiff ins „Heilige Land“. Sie alle haben nur ein Ziel: die "Rückeroberung von Edessa".

Doch der „Zweite Kreuzzug“ wird sich als völliger Fehlschlag erweisen und in einem demoralisierenden Rückzug enden. Der Kriegsverlauf ließ die „Kreuzfahrer“ resignieren. Erst die „Tempel-Ritter“ stellen die Disziplin wieder her. Dennoch geben die „Glaubenskrieger“ ihr ursprünglich gefasstes Ziel, die „Eroberung Edessas“, wieder auf und greifen stattdessen Damaskus an.

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7 1148 - Dank der „Templer“ endet der „Kreuzzug“ nicht in einem Desaster

Damaskus * Die „Kreuzfahrer“ können zwar die Obstgärten von Damaskus erobern, stoßen aber auf heftigen Widerstand und verlegen deshalb ihre Truppen in den Osten der Stadt.

Doch dieses Gebiet war eine offene Ebene, die weder Schutz noch Wasser bot, sodass die christlichen Kampftruppen schließlich zum Rückzug gezwungen waren. Die „Templer“ erwerben sich durch ihre Teilnahme am „Zweiten Kreuzzug“ den Ruf „fanatischer Kämpfer von großem Mut“, „äußerster Disziplin“, aber auch von „außerordentlicher Überheblichkeit“.

Frankreichs König Ludwig VII. berichtet, dass es nur den „Tempelherren“ zu verdanken sei, dass der falsch geplante und schlecht geführte „Kreuzzug“ nicht in einem Desaster endete.

Es folgen wechselseitige Beschuldigungen, die das Verhältnis zwischen dem „Abendland“ und den „Kreuzfahrerstaaten“ auf Jahre hin vergiften. Und die Akteure des „Zweiten Kreuzzuges“ beschönigen die Geschichte, indem sie eisern die „Schmach“ verschweigen oder schön reden.

Die Kritiker, die den Tod von vielen Tausenden als sinnlose Opfer bezeichnen, werden immer lauter. Bernhard von Clairvaux, der in seinen „Kreuzzug-Predigten“ sagte: „Im Tod des Heiden sucht der Christ seinen Ruhm, weil Christus verherrlicht wird“, erklärt jetzt, dass das Desaster durch die „Sünden der Pilger“ verursacht worden ist und dass Gott deshalb den „Kreuzfahrern“ seinen Segen entzogen habe. Bischof Otto von Freising, ein Bruder des „Stauferkönigs“ Konrad III. und selbst aktiver Teilnehmer am „Zweiten Kreuzzug“, räumt zwar den Misserfolg des Unternehmens ein, versucht aber zumindest einen kleinen Gewinn zu erkennen, wenn er den Kritikern entgegnet: „Wenn [...] unser Feldzug nicht gut war zur Ausweitung unserer Grenzen, noch für die Wohlfahrt unseres Leibes, so war er dennoch gut für das Heil vieler Seelen“.

Bernhard von Clairvaux ist von der Kritik an seiner Person schwer enttäuscht, weshalb er sich gegenüber Papst Eugenius III. ausführlich rechtfertigt und dabei jede Schuld von sich weist: „Wir eilten nicht dorthin wie ins Ungewisse, sondern auf Deinen, ja durch Dich auf Gottes Befehl“. Der „Zisterzienser-Abt“ lässt sich schließlich in Chartres erneut zum Anführer eines „Kreuzzuges“ wählen, doch der Papst will nach den gemachten leidigen Erfahrungen diesen Plan erst fördern, wenn die Aussicht auf Erfolg auch gesichert ist.

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1153 - Den „Templern“ kommt die Schlüsselrolle bei der Eroberung von Askalon zu

Askalon * Den „Templern“ kommt die Schlüsselrolle bei der Eroberung von Askalon zu.

Vierzig „Tempelritter“ werden dabei getötet, die Stadt aber erobert.

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20. 4 1153 - Bernhard von Clairvaux stirbt

Clairvaux bei Lyon * Bernhard von Clairvaux, der „Chefideologe der Templer“ und des Ordens der „Zisterzienser“, stirbt, ohne einen weiteren „Kreuzzug“ in die Wege geleitet zu haben.

Dennoch hat mindestens eine seiner Parolen für die kommenden Generationen von „Kreuzfahrern“ über viele Jahrhunderte hinweg Bestand.

  • Diese lautet: „Vollständige Ausrottung der Heiden oder sichere Bekehrung“

Vor diese Alternative - „Tod oder Taufe“ - stellen die „Kolonisatoren“ die Bevölkerung der von ihnen eroberten Kontinente. 

Der Verfasser dieser Ideologie wird nur einundzwanzig Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen.

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6 1154 - Herzog Heinrich „der Löwe“ erhält das Herzogtum Baiern zuerkannt

Goslar * Auf dem „Reichstag in Goslar“ erhält Herzog Heinrich „der Löwe“ von Kaiser Friedrich Barbarossa das Herzogtum Baiern zuerkannt.  

Es wird aber noch bis zum 8. September 1156 dauern, bis der Babenberger-Herzog Heinrich XI. „Jasomirgott“ offiziell auf das Herzogtum verzichtet. 

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6. 4 1156 - Kaiser Friedrich Barbarossa erklärt alle Zölle am Main für aufgehoben

Worms * In Worms erklärt Kaiser Friedrich Barbarossa in einer Urkunde alle Zölle am Main - bis auf wenige Ausnahmen - für aufgehoben.  

Fernhändler hatten sich bei ihm beschwert, dass sie zwischen Bamberg und Mainz allzu oft von regionalen Herrschern zur Kasse gebeten würden.  
Die Anmaßung königlicher Befugnisse durch die Fürsten widerspricht aber den politischen Zielen Kaiser Friedrich Barbarossas, weshalb er diesen Missbrauch eindämmen will.  

Der Kaiser setzt den Grundherren daraufhin eine Frist, binnen der sie die Berechtigung dieser Zollerhebungen anhand königlicher Privilegien nachzuweisen haben.  
Nur die wenigsten Betroffenen können den geforderten Nachweis erbringen.  

Gut vorstellbar, dass sich vor diesem Hintergrund auch ein heftiger Streit über die „bischöflichen Einnahmen“ aus dem „Zoll“, dem „Markt“, der „Münze“ und der „Isarbrücke“ in Föhring entzündet hat.  
Man muss davon ausgehen, dass Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ die unsicheren Rechtsgrundlagen des Freisinger Bischofs Otto I. über seine selbstherrlich geschaffenen Einrichtungen bewusst sind.  

Außer den Ansprüchen der beiden Kontrahenten spielt dabei natürlich auch das machtpolitische Interesse des Kaisers mit.  
Dieser tritt zwar vordergründig als unparteiischer Richter oder Schlichter auf, kann aber im Hintergrund agierend so seine Interessen und Ziele dennoch verwirklichen.  

Der Herzog und der Kaiser ziehen also am gleichen Ende des Seiles.

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8. 9 1156 - Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ erhält das „Herzogtum Baiern“

Konstanz * Der 26-jährige „Welfenherzog“ Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ erhält von seinem Cousin Kaiser Friedrich I. Barbarossa das „Herzogtum Baiern“ übertragen.  

Der Herzog verfügt damit aber nicht über ein in sich geschlossenes Areal, sondern muss auf seinem „Herrschaftsgebiet“ unter anderem eine „bischöfliche Enklave“ tolerieren, zu der neben dem „Freisinger Dombezirk“ auch die „Brücke in Föhring“ gehört.  

Zwei wichtige ehemalige „Römerstraßen“ durchziehen das „Herzogtum Baiern“ von Ost nach West, um sich bei Augsburg zu vereinen:  

  • Die von Salzburg kommende Straße überschreitet die Isar bei Grünwald, wobei der beschwerliche Übergang bereits gegen Ende des ersten Jahrtausends aufgegeben worden ist.  
  • Der andere, der von Wien über Wels kommende Verkehrsweg, überquert die Isar bei Föhring und zieht dadurch den gesamten „Fernhandelsverkehr“ auf sich.  
    Dieser Isarübergang liegt also auf dem Gebiet des „Freisinger Bischofs“ Otto I., dem Onkel Kaiser Friedrich Barbarossas. 

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Um 1157 - Die „Salzstraße“ wird nach „Munichen“ umgeleitet

München - Haidhausen * Im Jahr 1157 - zuvor und danach war Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ nicht in Baiern - wird die „Salzstraße“ nach „Munichen“ umgeleitet.  

Die „Salzstraße“ muss man sich als „Trampelpfad“ vorstellen, denn der Lastentransport erfolgt noch nicht mit Fuhrwerken oder Karren, sondern mit „Saumpferden“.  

Sie führt noch nicht über den „Gasteig“ (= gacher Steig = steiler Weg) hinunter zur Isar, sondern nutzt eine „Fuhrt“ etwa auf der Höhe der heutigen „Maximiliansbrücke“.  

Dass der Welfenherzog ein elementares Interesse an der Aufhebung des unrechtmäßig in Föhring eingerichteten bischöflichen „Fernhandelsmarktes“ hat, ist naheliegend, da er der größte Nutznießer dieser Entscheidung ist.  
Und der Freisinger Bischof will nach den Erfahrungen von Worms retten, was noch zu retten ist.  
Schon deshalb ziehen die beiden Kontrahenten gemeinsam mit dieser Angelegenheit vor den Kaiser. 

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14. 6 1158 - Der „Augsburger Schied“ - Münchens Geburtsurkunde

Augsburg - München * Ein vergilbtes Stück Pergament im Format 34 mal 44 Zentimeter gilt als Geburtsschein der bayerischen Landeshauptstadt.  

Die von Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem „Reichstag in Augsburg“ unterzeichnete Urkunde geht als „Augsburger Schied“ in die Geschichte ein.  

Dieses „Kaiserdiplom“ wird als „conventio“, also „Übereinkunft“, bezeichnet.  

  • „Mit Zustimmung und Willen der beiden streitenden Parteien“ wird darin vereinbart:  
  • Der Markt, der bisher zu Föhring abgehalten wurde, die Zollbrücke und die Münze, werden dort künftig nicht mehr bestehen.  
  • Als Ersatz hat unser Vetter Herzog Heinrich der Kirche von Freising ein Drittel des Gesamteinkommens aus seinem Marktzoll zu München übertragen, sei es aus Abgaben für Salz, sei es für andere dort ein- und ausgehende Groß- und Kleinstückwaren.  
  • Was den Zöllner betrifft, so soll nach Gutdünken jeder von Euch seinen eigenen haben oder, wenn das für gut erscheint, beide zusammen einen, der jedem von Euch verantwortlich sein soll.  
  • Mit der Münze soll es ähnlich gehalten werden, indem ein Drittel der Einkünfte der Bischof erhält, zwei Drittel aber für den Gebrauch des Herzogs bestimmt sind.  
  • Eine Münzstätte soll nach Gutdünken des Herzogs errichtet werden.  
  • Endlich soll eine Freisinger Münzstätte auch der Bischof errichten dürfen, wenn er will. Von deren Einkünften soll der Herzog nur ein Drittel erhalten und er soll diesen Anteil, er sei groß oder klein, nach dem Wunsch des Bischofs als Lehen weitergeben, wie er es auch bereits getan hat.  

Von einem „Unrecht“ oder gar einer „Freveltat“ des Welfenherzogs findet sich in dieser „kaiserlichen Urkunde“ kein Wort.  

Als Zeugen für die Richtigkeit des Rechtsspruchs werden vier hohe geistliche Würdenträger und vier weltliche Herrscher benannt.  

Doch auch wenn die „Kaiserurkunde“ den Charakter einer „gütlichen Einigung“ in sich trägt, so ist sie in ihrem Kern doch ein „regalienrechtlicher Spruch“ des Kaisers.  

Mit diesem Kompromiss kann Kaiser Friedrich I. Barbarossa einen Interessenausgleich zwischen dem Bischof von Freising und dem baierischen Herzog erzielen und damit beide zufrieden stellen. 

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15. 6 1158 - Ein „Hausbraurecht“ wird als gesichert angenommen

München * Mit dem „Augsburger Schied“ tritt München am 14. Juni 1158 in die Geschichte ein. 

Ein gern erzähltes Märchen bezeugt, dass Herzog Heinrich der Löwe am nächsten Tag die „Löwenbrauerei“ gegründet hat.

Für die Zeit der Stadtgründung Münchens ist ein „Hausbraurecht“ als gesichert anzunehmen.
Das „Brauen“ gehört - wie das „Brotbacken“ - zu den Pflichten der Hausfrau.

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22. 9 1158 - Bischof Otto I. von Freising stirbt

Freising - Citeaux * Der Freisinger Fürstbischof Otto I. stirbt - im Alter von 46 Jahren - auf einer Reise zum Generalkapitel in Citeaux im Zisterzienserkloster Morimund.  

Sein Nachfolger auf dem Bischofsstuhl wird Albert I. von Harthausen. 

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Nach dem 11. 11 1158 - Unrechtmäßige „Verlegung des Marktrechts“ von Freising nach Föhring

Roncaglia * Zwischen dem 11. und 26. November 1158 findet in Roncaglia ein „Reichstag“ statt.

Dabei erlässt Kaiser Friedrich Barbarossa ein Gesetz, das jede nicht genehmigte Erhebung von Abgaben untersagt.  

Darunter fällt freilich auch die unrechtmäßige „Verlegung des Marktrechts“ von Freising nach Föhring durch - den inzwischen verstorbenen - Bischof Otto I..  

Auffällig ist dabei die Nähe dieses Gesetzes und der Wormser Urkunde vom 6. April 1156 zum „Föhringer Konflikt“

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1160 - Hildegard von Bingen beschreibt die Wirkung des Hopfens

Bingen * Hildegard von Bingen beschreibt in ihrem „Buch von den verschiedenen Naturen der Geschöpfe“ die Wirkung des Hopfens. 

Scheinbar hält sie nicht allzu viel von dieser Pflanze, attestiert ihr aber, dass sie mit ihrer Bitterkeit „gewisse Fäulnisse von Getränken“ fernhält, „so dass sie umso haltbarer sind“.

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1164 - Die „Giesinger Mühle“ wird an das „Kloster Schäftlarn“ geschenkt

Untergiesing * Die „Giesinger Mühle“ wird an das „Prämonstratenser-Kloster Schäftlarn“ geschenkt.

Sie bleibt bis zur „Säkularisation“ - mit kurzen Unterbrechungen - im Eigentum des „Klosters Schäftlarn“, das die Mühle zum „Leibgeding“ verpachtet.

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Um 1169 - Herzog Otto I. heiratet in Kelheim (?) die Gräfin Agnes von Loon

Kelheim ? * Der spätere baierische Herzog Otto I. heiratet in Kelheim (?) die Gräfin Agnes von Loon.

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1171 - Die „Karmeliter“ erhalten eine Ordensregel

Jerusalem * Nach der im Jahr 1171 vom Patriarchen Albert zu Jerusalem gegeben Ordensregel müssen die „Karmeliter“

  • in abgewandten Zellen leben,
  • sich abwechselnd bei Tag und in der Nacht mit Handarbeiten und Gebet beschäftigen,
  • dürfen nichts Eigenes besitzen,
  • niemals Fleisch essen
  • und haben zu bestimmten Stunden gänzlich zu schweigen.

Der „Orden der Brüder der Seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel“ ist - neben den „Franziskanern“, „Dominikanern“ und den „Augustiner-Eremiten“ - einer der vier großen Bettelorden der katholischen Kirche.

Die Bezeichnung „Karmelit“ leitet sich von „Karmel“, einer rund fünfzig Kilometer langen, aus dem Meer auf eine Höhe von bis zu 552 Metern aufragende Gebirgskette in Palästina, ab.

„Karmel“ bedeutet „Baumgarten“ und bezieht sich auf den vorhandenen Wasserreichtum, der einen fruchtbaren Bergwald entstehen ließ.
In den zahlreichen Klüften und Höhlen des Bergmassivs siedelten sich bereits im Altertum „Propheten“ an.

Nach der Eroberung Palästinas durch die Kreuzritter ließen sich auf den „heiligen Bergen“ Einsiedler und Mönche nieder, um hier - nach dem Ideal weltabgewandter Askese und in strengster Armut - zu leben.

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2 1172 - Herzog Heinrich „der Löwe“ bricht ins „Heilige Land“ auf

Regensburg * Nach einem „Landtag in Regensburg“ bricht Herzog Heinrich „der Löwe“ ins „Heilige Land“ auf. 

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12 1172 - Herzog Heinrich „der Löwe“ kehrt aus dem „Heiligen Land“ zurück

München * Herzog Heinrich „der Löwe“ kehrt aus dem „Heiligen Land“ wieder zurück und bringt einen Teil der Gebeine des heiligen „Onuphrius“ mit. 

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23. 12 1173 - Herzog Ludwig I. „der Kelheimer“ wird in Kelheim geboren

Kelheim * Herzog Ludwig I. „der Kelheimer“ wird in Kelheim geboren.

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1174 - Bernhard von Clairvaux wird heilig gesprochen

Rom-Vatikan * Bernhard von Clairvaux wird heilig gesprochen.

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Um den 1. 2 1176 - Der Bruch zwischen Friedrich Barbarossa und Heinrich „dem Löwen“

Chiavenna * Es kommt zum Bruch zwischen Friedrich Barbarossa und Heinrich „dem Löwen“, nachdem der Herzog in Chiavenna am Comer See dem Kaiser die militärische Unterstützung für dessen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Lombardei versagt.  

Denn als Gegenleistung verlangt Herzog Heinrich „der Löwe“ die Kaiserpfalz Goslar und deren reichen Silberminen.
Eine Forderung, die der Kaiser strikt ablehnt.  

Es kommt angeblich zum Kniefall des Kaisers vor dem mächtigen und uneinsichtigen Herzog - und damit kommt es unausweichlich zum Konflikt.  

Nun beginnt der Stern des „Löwen“ zu sinken, denn ein kaiserlicher Kniefall gehört zum Zeremoniell der „staatlichen Ordnung“ und gilt zugleich als ein Verfassungselement.   

Da sich aber der Welfenherzog auch durch diese kaiserliche Geste nicht erweichen lässt, verletzt er die „Regeln“, was ihm als Überheblichkeit, Hochmut und Verachtung gegenüber dem Reich und dem Kaiser ausgelegt wird. 

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Um den 3 1176 - Heinrich „der Löwe“ hält sich letztmalig in seinem baierischen Herzogtum auf

München * Im Februar und März 1176 hält sich Herzog Heinrich „der Löwe“ zum letzten Mal seinem baierischen Herzogtum auf.  

Denn je rasanter es mit Münchens Wirtschaft aufwärts geht, desto steiler vollzieht sich der Abstieg des „Welfenherzogs“.  
Der Grund liegt in der Verweigerung Heinrichs des Löwen an, den Kaiser in seinen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Lombardei zu unterstützen. 

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29. 5 1176 - In der „Schlacht bei Legano“ werden die kaiserlichen Truppen besieg

Legano * In der „Schlacht bei Legano“ nordwestlich von Mailand werden die kaiserlichen Truppen Friedrich Barbarossas vom lombardischen Fußvolk besiegt.

Damit ist Kaiser Friedrich Barbarossas „Italienpolitik“ gescheitert, weshalb er stattliche Besitzungen abgeben muss. 

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24. 7 1177 - Frieden zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und Papst Alexander III.

Venedig * In Venedig kommt es zu einem Verständigungsfrieden zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa mit Papst Alexander III.. 

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11 1177 - Die „Tempelherren“ sind am Sieg vor Montgisard beteiligt

Montgisard * An dem Sieg der „Kreuzfahrer“ vor Montgisard sind die „Tempelherren“ beteiligt.

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Um 4 1178 - Der „Kölner Fürstbischof“ Philipp überfällt die Stammlande Herzog Heinrichs

Sachsen * Der „Kölner Fürstbischof“ Philipp überfällt mit einem gewaltigen Heer die Stammlande Herzog Heinrichs „des Löwen“.  

Da der Herzog zu dieser Zeit gerade einen Kriegszug gegen die „Slawenfürsten“ unternimmt, kommen für ihn und seine Untertanen die Überfälle und Plünderungszüge des „Kölner Fürstbischofs“ völlig überraschend.

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11. 11 1178 - Herzog Heinrich erhebt Klage gegen „Fürstbischof“ Philipp von Köln

Speyer * Herzog Heinrich XII. der Löwe erhebt auf dem „Hoftag zu Speyer“ Klage gegen den „Fürstbischof“ Philipp von Köln und andere Fürsten, weil diese ihm „Unrecht“ zugefügt haben.

Der ebenfalls anwesende Kölner Bischof hat zwar mit seiner „Gegenklage“ einen schwachen Stand, doch Kaiser Friedrich Barbarossa greift nicht Herzog Heinrichs, sondern die Klage seiner Gegner auf und setzt zur Behandlung dieser Angelegenheit einen „Hoftag in Worms“ an. 

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1179 - „Templer“ und „Johanniter“ zu einem Friedensschluss bewegt

Rom-Vatikan * Papst Alexander III. sieht sich veranlasst, die „Templer“ und die „Johanniter“ zu einem Friedensschluss zu bewegen.

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13. 1 1179 - Herzog Heinrich der „Löwe“ wird als „Angeklagter“ vorgeladen

Worms * Auf dem „Hoftag zu Worms“ wird der eigentliche „Ankläger“ Herzog Heinrich als „Angeklagter“ vorgeladen.  

Er ist sich über die gegen ihn eingeleitete Aktion im Klaren und glaubt nicht mehr daran, sein Recht zu erlangen.  
Die Verweigerung von Chiavenna hat ihn in die Isolierung geführt.  

Aus den verschiedensten und zum Teil weit zurückliegenden Gründen haben sich der Kaiser, der Kölner Erzbischof sowie viele sächsische Bischöfe und Adelige gegen den Löwen verbündet.  

Der „Gerichtstag“ bringt ihnen den ersten Erfolg:  
Da sich Heinrich weigert zu erscheinen, macht er sich, da er „die Majestät verachtete“, der „Rechtsverweigerung“, der „contumancia“, schuldig.  

Kaiser Friedrich I. Barbarossa kommt das Nichterscheinen des Herzogs gerade recht, da er sich auf diesem „Wormser Hoftag“ die schwäbischen Welfenbesitzungen, die er nur wenige Wochen zuvor trotz des Erbvertrags zwischen Welf VI. und Heinrich dem Löwen gekauft hatte, formell übertragen lässt. 

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24. 6 1179 - Heinrich der Löwe kommt nicht zum Hoftag in Magdeburg

Magdeburg * Da der Welfenherzog Heinrich der Löwe auf dem Hoftag in Magdeburg - trotz Ladung - wieder nicht erscheint, verfällt er der Ächtung, die nach Ablauf von einem Jahr das Verfahren mit der Oberacht abschließt.

Mit dem Aussprechen der Oberacht würde der Herzog alle Besitzungen und Lehen verlieren.  
Würde er sich aber „unterwerfen“, dann wäre der Kaiser berechtigt, ihn wieder in seine Gnade aufzunehmen und teilweise oder vollständig von Neuem in seine Güter und Rechte einzusetzen.  

Herzog Heinrich hat also ein Jahr Zeit, sein „Unrecht“ wieder gutzumachen. 

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7 1179 - Das „volksrechtliche Verfahren“ wird mit einem „lehnsrechtlichen“ überlagert

Köln * Unter der Führung des „Fürstbischofs“ Philipp von Köln überlagert die Mehrzahl der Fürsten und Bischöfe das kaiserliche „volksrechtliche Verfahren“ mit einem Zweiten nach der strengen „lehnsrechtlichen Prozessordnung“.

Es geht ihnen dabei nicht um die Beschleunigung der Angelegenheit, sondern darum, dass der Kaiser das Urteil nicht mehr abmildern und die dem Löwen entzogenen Lehen und Ämter am Ende doch wieder an ihn zurückgeben kann.  

Gerade Erzbischof Philipp von Köln geht es um diese Rechtssicherheit.  
Der von der Kölner Kirche beherrschte westfälische Teil des „Herzogtums Sachsen“ soll nicht wieder gefährdet sein und vor allem vor einer etwaigen Rückgabe an den Herzog geschützt werden.  
Deshalb verwundert es nicht, dass es erneut der „Kölner Fürstbischof“ war, der das Verfahren nicht nur konsequent fordert, sondern es auch in Gang bringt.

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17. 8 1179 - Herzog Heinrich „der Löwe“ wird drei Mal vorgeladen

Kayna * Nach der strengen „lehnrechtlichen Prozessordnung“ wird Herzog Heinrich „der Löwe“ im Abstand von jeweils sechs Wochen dreimal geladen. 

Erstmals am 17. August 1179 auf den „Hoftag in Kayna“, letztmals zum 13. Januar 1180 auf den „Hoftag in Würzburg“.  

Herzog Heinrich der Löwe erscheint auf keinem „Hoftag“

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Um 1180 - Die erste Isarbrücke entsteht

München * Die erste Isarbrücke entsteht.  

Der Verlauf der „Salzstraße“ findet sich heute in der „Einstein-“ und in der Fortsetzung in der „Inneren-Wiener-Straße“ wieder.  
Beim später entstandenen „Leprosenhaus“ führt sie über den Streckenabschnitt „Am Gasteig“ (= gacher Steig = steiler Weg) mit einem starken Gefälle hinunter zur Isar, die durch mehrere Inseln in viele Flussläufe geteilt ist. 

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13. 1 1180 - Herzog Heinrich „der Löwe“ verliert alle „Reichslehen“

Würzburg * Auf dem „Hoftag zu Würzburg“ fällen die Fürsten wegen „Nichterscheinen des Beklagten“ ihr Urteil:

Herzog Heinrich werden - noch vor dem Aussprechen der „Oberacht“ - alle „Reichslehen“ abgesprochen und Kaiser Friedrich Barbarossa zur Neuverteilung übertragen.  

Dieses Urteil kann der Kaiser weder abmildern noch darauf in anderer Form einwirken.   

Verfahrenstechnisch entscheidend für den Kölner Erzbischof Philipp ist die Vollstreckung des „lehnrechtlichen Urteils“ noch vor der Verkündigung der „volksrechtlichen Oberacht“

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13. 4 1180 - „Fürstbischof“ Philipp von Köln hat sein Ziel erreicht

Köln * „Fürstbischof“ Philipp von Köln hat sein Ziel erreicht:
Er erhält den gewünschten westlichen Teil des „Herzogtums Sachsen“ übertragen.  

Sein Verbündeter, „Bernhard aus dem Haus der Askanier“, erhält den östlichen Teil.

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Um den 28. 6 1180 - Über Heinrich XII. dem Löwen wird die „Oberacht“ verhängt

Regensburg * Kaiser Friedrich Barbarossa verhängt auf dem „Reichstag zu Regensburg“ über den „Welfenherzog“ Heinrich XII. dem Löwen die „Oberacht“.  

Erstmals wird auch über die Neuvergabe des „Herzogtums Baiern“ beraten.

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13. 7 1180 - Kaiser Barbarossa widerruft die Belehnung des Herzogtums Baiern

Regensburg * Auf dem „Reichstag zu Regensburg“ widerruft Kaiser Friedrich Barbarossa die Belehnung des Herzogtums Baiern an Herzog Heinrich „dem Löwen“.  

Das „Regensburger Urteil“, der zweiten für die „Gründung Münchens“ wichtigen „Kaiserurkunde“, wird vom selben Fürstengremium getroffen, das den Herzog zuvor abgesetzt hat und steht damit natürlich in einem engen Zusammenhang mit der „Entmachtung“ Heinrichs „des Löwen“.  

Erstmals ist darin von der „Zerstörung der Brücke“ und der „gewaltsamen Verlegung des Marktes von Föhring“ die Rede.  
Die Regensburger „Kaiserurkunde“ bezieht sich allerdings mit keinem Wort auf den „Augsburger Schied“ vom 14. Juni 1158.  

Dafür heißt es:  „Es mögen daher in Gegenwart und Zukunft alle Getreuen des Reiches wissen, dass unser geliebter Albert, Bischof von Freising, vor unserer Majestät erschienen ist und untertänig vor uns Klage geführt hat, dass der Edelmann Heinrich von Braunschweig, vormals Herzog von Baiern und Sachsen, den Markt mit der Brücke in Föhring, den seine Kirche seit uralten Zeiten ungestört in Besitz gehabt hatte, zerstört und ihn gewaltsam in den Ort München verlegt habe“.  

Die Darstellung ist knapp und sehr ungenau.  
Welchen Markt und welche Brücke sollte denn der Löwe zerstört haben?  
Lautete der erste Punkt des „Augsburger Schieds“ vom 14. Juni 1158 doch:  
„Der Markt, der bisher zu Föhring abgehalten wurde, die Zollbrücke und die Münze, werden dort künftig nicht mehr bestehen“.  

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt enthält der vierte Absatz des „Kaiserdiploms“ eine „regalrechtliche Regelung“.  
Demnach wird dem Freisinger Bischof der „Markt“ und die „Zollbrücke“ übertragen.  
Wie künftig die Einkünfte der Münze aufgeteilt werden, darüber trifft die Urkunde jedoch keine Aussage.  

Um diesen Sachverhalt und die Berechtigung der Klage zu untermauern und eine spätere eventuelle Zurücknahme der Entscheidung zu verhindern, bietet der Freisinger Bischof eine Reihe von hochrangigen Würdenträgern als Zeugen auf.

Damit ist die Rechnung des Klage führenden Bischofs von Freising aufgegangen, indem er sich an das knapp einen Monat zuvor abgeschlossene „landrechtliche Verfahren“ angehängt und gewonnen hat.  
Er hat in dieser Verfahrensweise die Gelegenheit gesehen, über eine Verurteilung des Welfenherzogs als Friedens- und Rechtsbrecher einen Gewinn für die eigene Kirche herauszuholen.  

Die „Münchner Stadtherrschaft“ der Freisinger Bischöfe wird bis zum Jahr 1240 andauern. 

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16. 9 1180 - Herzog Otto I. erhält das restliche Herzogtum Baiern zum Lehen

Altenburg * Auf dem Hoftag zu Altenburg wird die Steiermark vom Herrschaftsgebiet Baiern abgetrennt.  

Das restliche Kern-Baiern erhält der Wittelsbacher Herzog Otto I. zum Lehen.

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Ab 16. 9 1180 - Die Wittelsbacher führen den Adler in ihrem Wappen

München * Die Wittelsbacher führen den Adler als Symbol des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in ihrer Funktion als baierische Pfalzgrafen und als Münchner Gerichtsherren in ihrem Wappen. 

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11. 11 1181 - Herzog Heinrich der Löwe muss sich dem Kaiser zu Füßen werfen

Erfurt * Herzog Heinrich der Löwe muss sich auf dem „Hoftag zu Erfurt“ den Kaiser zu Füßen werfen und um Gnade bitten.  

Mit dieser Geste ist die Entmachtung des einst einflussreichen Herzogs vollstreckt.  

Der Kaiser ist durch das „lehnsrechtliche Urteil“ ohne jede Handlungsmöglichkeit.  
Nur noch die Rückgabe des Eigenbesitzes gesteht man dem Ex-Herzog Heinrich „dem Löwen“ unter der Voraussetzung zu, dass dieser sich zu einem Exil am Königshof in London - bei seinem Schwiegervater - bereit erklärt.  

Die deutschen Fürsten meinen, er soll künftig nicht mehr ihrem „Stand“ angehören. 

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11. 7 1183 - Herzog Otto I. stirbt in Kelheim

Kelheim * Herzog Otto I. stirbt in Kelheim.

Seine Grabstätte befindet sich im „Benediktinerkloster Scheyern“

Nachfolger auf dem Thron des baierischen Herzogs wird sein Sohn Ludwig I., genannt „der Kelheimer“.

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1184 - Die „Templer“ werden von einer Übermacht besiegt

Nazareth * Die „Templer“ stellen sich mit 150 „Ordensrittern“ bei Nazareth der 7.000 Mann starken Armee des „Sultans“ Saladin in den Weg - und werden aufgerieben.

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11. 11 1184 - Der Freisinger Bischof Albert I. von Harthausen stirbt

Freising * Der Freisinger Bischof Albert I. von Harthausen stirbt.  

Sein Nachfolger auf dem Bischofsstuhl wird Otto II. von Berg. 

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1187 - Jerusalem fällt in die Hände der „Muslime“

Jerusalem * Jerusalem fällt in die Hände der „Muslime“

Das „Haupthaus der Tempel-Ordensritter“ wird daraufhin nach Akkon verlegt.

Saladin schlägt das christliche Heer. Er lässt 230 halb tot gefangen genommene „Templer“ hinrichten.

Bezogen auf die „Tempelherren“ und die „Johanniter“ meint Saladin: „Ich will die Erde von diesen zwei schändlichen Bruderschaften reinigen, die niemals ihre Feindschaft aufgeben und keinen Dienst als Sklaven leisten“.

Daraufhin übergeben die „Tempelherren“ erstmals ihre Burgen kampflos und zahlen sogar Geld für ihren Abzug.

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1191 - Die „Tempelherren“ kaufen Zypern

Zypern * Trotz aller Rückschläge und Niederlagen bleiben die „Tempelherren“ reich, privilegiert und versuchen in immer neuen Vorstößen an einen eigenen „Ordensstaat“ zu kommen.

Anno 1191 kaufen sie König Richard Löwenherz das von diesem eroberte „Zypern“ um 100.000 „Goldbyzantiner“ ab.
Doch die Inselbevölkerung wehrt sich mit einem Aufstand gegen die geplante Herrschaft der „Tempelordens-Ritter“.

So verfügen am Ende die „Johanniter“ und der „Deutsche Orden“ über einen eigenen Staat, nicht aber die „Tempelherren“.

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26. 3 1191 - Agnes von Loon, die Ehefrau von Herzog Otto I., stirbt

München - Scheyern * Agnes von Loon, die Ehefrau von Herzog Otto I., stirbt. 

Ihre Grabstätte befindet sich im „Benediktinerkloster Scheyern“.

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1198 - „Sündenablass“ für die Verehelichung mit einer Prostituierten

Rom-Vatikan * Papst Innozenz III.  erklärt, dass „alle, die öffentliche Frauen aus dem Bordell führen und sie zu Ehefrauen machen, den Ablass ihrer Sünden erhalten“.  

Wohlgemerkt, der Ehemann erhält den „Ablass“, nicht die „Ex-Prostituierte“

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Um das Jahr 1200 - Die Stadtumfassung wird bis zum „Kalten- oder Katzenbach“ erweitert

München-Graggenau - München-Angerviertel * Die Stadtumfassung wird bis zum „Kalten- oder Katzenbach“ erweitert.  

An dieser Stelle befindet sich vorübergehend ein „Kaltenbachtor“ genanntes, isarseitiges Stadttor. 

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Vor 1202 - Die „Seelhäuser“ haben ihren Ursprung in der „Armenbewegung“

München-Graggenau * Die Münchner „Seelhäuser“ mit ihren kleinen Gemeinschaften der „Seelnonnen“ haben ihren Ursprung in der „Armenbewegung“ und der „religiösen Frauenbewegung“ des Spätmittelalters.
Sie stehen damit in Beziehung zu der weite Teile Europas erfassenden „Beginenbewegung“.

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hat sich die Lebensform der weiblichen „Beginen“ und der männlichen „Begarden“ rasch in Flandern, Brabant, den nördlichen Niederlanden, in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz ausgebreitet.

In einem Bericht aus dem Jahr 1241 heißt es dazu: „Die Anzahl gewisser Frauen, die das Volk Beginen nennt, mehret sich, vor allem in Deutschland, bis zu Tausenden und Abertausenden in unglaublicher Weise; sie geloben und beobachten die Keuschheit und fristen von ihrer Hände Arbeit ein Leben der Zurückgezogenheit“.

Die frühesten zeitgenössischen Berichte über „Beginengemeinschaften“ verweisen auf das „Herzogtum Brabant“, auf die „Diözese Lüttich“.
Als älteste nachweisbare Niederlassung gilt das „Beginenhaus“ von Tirlemont in Brabant.
Es besteht bereits vor dem Jahr 1202.

In die ersten Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts fallen die Entstehung der brabantischen „Beginensiedlungen“ von Nivelles [1220] und Herentals [1226] sowie der große „Beginenhof“ von Löwen [1232].
In der „Grafschaft Flandern“ entstehen die „Beginenhöfe“ in Gent [1234], Kortrijk [1238] und Brügge [1245].

Die Hochburgen der „Beginen“ im deutschen Sprachraum sind Großstädte und Bischofssitze wie Köln, Straßburg, Mainz, Basel, Worms, Trier und Würzburg, die als soziale, wirtschaftliche und geistige Zentren günstige Voraussetzungen für das Entstehen von „Beginengemeinschaften“ bieten.

Schon für das Jahr 1211 - oder kurz danach - ist der Ursprung eines „Beginenkonvents“ in Nürnberg bekannt, aus dem später das „Dominikanerinnenkloster Engental“ hervorgeht.
Der erste „Beginenhof“ in Ulm, die „Sammlung“, wird kurz nach dem im Jahr 1229 entstandenen „Franziskanerkloster“ gegründet.

Für 1241 sind „Beginen“ in Nördlingen, 1243 in Dillingen belegt.
Anno 1242 wird eine „femina religiosa“ in Frankfurt, 1244 eine „sorores conversae“ in Straßburg genannt.

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts entstehen auch in München mehrere „Seelhäuser“ als „Stiftungen“ wohlhabender Bürger.

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10 1204 - Herzog Ludwig I. heiratet Ludmilla, die Witwe des Grafen von Bogen

Kelheim * Herzog Ludwig I. „der Kelheimer“ heiratet Ludmilla, die Witwe des Grafen von Bogen, in Kelheim.

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1207 - Der „Franziskanerorden“ wird als erster „Bettelmönchsorden“ gegründet

San Damiano * Der „Franziskanerorden“ - als erster „Bettelmönchsorden“ - wird gegründet.

Franz von Assisi wandelt das benediktinische „Gelübde der Armut“ in ein „Gelübde des Bettelns“ um und schließt damit eine Lücke im System der katholischen Kirche.
Er verkündet „völlige Armut und politische Machtlosigkeit“ und lehnt jede „hierarchische Unterordnung innerhalb des Ordens“ ab.

Die „Franziskaner“ gehen barfuß, verfügen weder über Grundbesitz noch Vermögen, ihre Kleidung besteht aus einem groben grauen Umhang mit einer Kapuze, der mit einem Strick zusammengehalten wird.

So gekleidet unterscheiden sie sich kaum von den damals populären „Wanderpredigern“.
Nur für den täglichen Bedarf dürfen die Mönche betteln, doch außer für kranke Mitbrüder kein Geld annehmen.

Besonders die Schichten der städtischen Bewohner, die sich früher wahrscheinlich den „Ketzern“ zugewandt hätten, geraten nun in den Bannkreis der „Minoriten“, die für sie das Ideal einer am „Urchristentum“ orientierten Kirche verkörpern.

Obwohl die „Franziskaner“ von einer Woge des im Volk populären Armutsideal emporgetragen worden sind, nimmt sie die Kirche dennoch nur schrittweise auf.

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1207 - Die erste Nennung Münchens als „Bürgergemeinde“ = Stadt

München * Das „Cartular“ des „Klosters Ebersberg“ bezeichnet München als „civitas“.  

Das ist die erste Nennung Münchens als „Bürgergemeinde“ = Stadt. 

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Um das Jahr 1208 - Das „Heiliggeist-Spital“ wird gegründet

München-Angerviertel * Das „Heiliggeist-Spital“ wird gegründet. 

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1210 - Einflussreiche Kleriker lehnen den neuen „Franziskaner“-Orden ab

Rom-Lateran * Franz von Assisi erhält eine mündliche Gründungsgenehmigung, doch in den Folgejahren lehnen einflussreiche Kleriker die neue „Franziskaner“-Gemeinschaft ab und verdächtigen die Ordensmitglieder der „Häresie“.

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1211 - Baiern wird von der „Pest“ und einer Hungersnot heimgesucht

Herzogtum Baiern * Ganz Baiern wird - nach den Annalen des „Klosters Weihenstephan“ - von einer großen „Pest“ und einer gewaltigen Hungersnot heimgesucht.

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1213 - Die „Leprosen“ Münchens erhalten eine Stiftung

München * Die „Leprosen“ selbst - nicht das „Leprosenhaus am Gasteig“ - werden mit einer Stiftung des venezianischen Kaufmanns Berhardus Teutonikus an die „malsani de Munich“, die Leprosen Münchens, bedacht.

Das setzt eine Organisation voraus, weshalb man auch auf das Vorhandensein eines „Leprosenhauses“ schließt.

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Um den 9 1214 - Die Wittelsbacher Herzöge erben die „Rheinpfalz“

Rheinpfalz * Die Wittelsbacher Herzöge erben die „Rheinpfalz“

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Anno 1215 - Gründung des „Ordens der Reuerinnen der Heiligen Magdalena“

Rom-Lateran * Mit der Gründung des „Ordens der Reuerinnen der Heiligen Magdalena“ wird den „Prostituierten“ die Möglichkeit eröffnet, in ein „sündenfreies Leben“ zurückzukehren. 

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17. 3 1220 - Der Freisinger Bischof Otto II. von Berg stirbt

Freising * Der Freisinger Bischof Otto II. von Berg stirbt.  

Sein Nachfolger auf dem Bischofsstuhl wird Gerold von Waldeck. 

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26. 4 1220 - Kaiser Friedrich erklärt die Bischöfe zu selbstständigen Landesherren

Frankfurt am Main * Kaiser Friedrich II. erklärt in seiner „confoederatio cum principibus ecclesiasicis“ die Bischöfe zu selbstständigen Landesherren.   

„Landesherren“ können diese aber nur in Gebieten werden, die sie vom Kaiser als „Lehen“ erhalten haben und die nicht unter herzoglicher Herrschaft stehen. 

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1221 - Die „Annalen des Klosters Schäftlarn“ nennen München erneut als Stadt

Kloster Schäftlarn - München * In den „Annalen des Klosters Schäftlarn“ wird München erneut als „civitas“ (= Stadt) bezeichnet.

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1221 - Die ersten franziskanischen Bettelmönche kommen nach München

München-Angerviertel * Das ist die Zeit, in der die ersten franziskanischen Bettelmönche nach München kommen.

Der genaue Zeitpunkt lässt sich jedoch mit Sicherheit nicht mehr feststellen. Nach der „Ordenstradition“ soll ein Bruder Castinus die erste Ordensniederlassung der „Barfüßer“ hier gegründet haben.

Von der Bürgerschaft sei ihm damals die „Jakobuskapelle“ mit einem Häuschen „am Anger vor der Stadt“ übergeben worden. Beweisbar ist das nicht.

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5 1222 - Herzog Otto II. heiratet in Worms Agnes Pfalzgräfin bei Rhein

Worms * Herzog Otto II. heiratet in Worms Agnes, die Tochter Heinrichs des Schönen, Pfalzgraf bei Rhein und Herzog von Sachsen und dessen Ehefrau Agnes, Tochter Konrads, Pfalzgraf bei Rhein.

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1223 - Papst Innozenz III. bestätigt die Ordensregel der „Franziskaner“ schriftlich

Rom-Lateran * Nachdem der „Franziskanerorden“ bereits in vielen Teilen Europas - möglicherweise auch schon in München - Anhänger gefunden hat, bestätigt Papst Innozenz III. die Ordensregel schriftlich.

Nicht aber ohne zuvor noch Änderungen vorzunehmen. So werden beispielsweise die „Wanderpredigten“ verboten und es muss eine Organisation, verbunden mit dem Entstehen einer Ordenshierarchie, aufgebaut werden.

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1225 - Erstmals wird die „Peterskirche“ urkundlich erwähnt

München-Angerviertel * Erstmals wird die „Peterskirche“ urkundlich erwähnt. 

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1226 - Die „Einsiedlerbrüder vom Berge Karmel“ erhalten ihre päpstliche Bestätigung

Rom-Lateran * Die Ordensgemeinschaft der „Einsiedlerbrüder vom Berge Karmel“ erhält ihre päpstliche Bestätigung.

Mit dem Vordringen der Muslime gehen viele Eremitenmönche im 13. Jahrhundert nach Zypern, Sizilien, Südfrankreich und England.
Dort wenden sie sich einer mehr weltzugewandten Richtung zu, sodass Papst Innozenz IV. die „Karmeliter“ unter die Bettelorden eingereiht und ihnen so die Möglichkeit der Niederlassung in den Städten gibt.

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3. 10 1226 - Franz von Assisi stirbt

Assisi * Franz von Assisi stirbt. 

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Nach dem 4. 10 1226 - Es kommt zu langanhaltenden Flügelkämpfen bei den Franziskanern

Rom-Lateran * Unmittelbar nach dem Tod des Ordensgründers Franz von Assisi kommt es zu langanhaltenden Flügelkämpfen zwischen den gemäßigten „Konventualen”, die die Armutsregeln abschwächen wollen und den „Spiritualen”, die sich als die „wahren Nachfolger“ Franziskus’ sehen und auf die strikte Einhaltung des Armutsgelübdes beharren.

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Seit 1228 - Herzog Otto II. regiert die „Pfalzgrafschaft Rhein“

 Pfalzgrafschaft Rhein * Herzog Otto II. regiert die „Pfalzgrafschaft Rhein“.

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1229 - Ein „Abraham von München“ in einer Regensburger Urkunde

München - Regensburg * In einer Regensburger Urkunde wird als jüdischer Zeuge ein „Abraham von München“ genannt.

Ein Hinweis, dass es bereits zu dieser Zeit Juden in München gegeben hat.

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13. 4 1229 - Herzog Ludwig II. kommt zur Welt

Heidelberg * Herzog Ludwig II., später genannt „der Strenge“, wird in Heidelberg geboren.

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Um 1230 - Freunde der „Franziskaner“ dürfen Geld sammeln und verwalten

Rom-Lateran * Die regierenden Päpste wirken mildernd auf die „Franziskaner-Ordensregeln“ ein und setzen die Praxis durch, dass Freunde des Ordens der „Minderbrüder“ Geld sammeln und verwalten dürfen.

Die „Spiritualen“ wenden sich zwar scharf dagegen, werden aber dafür verfolgt, eingekerkert und sogar erschlagen. Ihr Protest kann jedenfalls die „Konventualen“ nicht bremsen.

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1231 - Die „Inquisition“ wird den „Dominikanern“ und „Franziskanern“ anvertraut

Rom-Lateran * Die „Inquisition“ wird durch den Papst den Bettelorden der „Dominikaner“ und „Franziskaner“ anvertraut.

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29. 3 1231 - Der Freisinger Bischof Gerold von Waldeck stirbt

Freising * Der Freisinger Bischof Gerold von Waldeck stirbt.  

Er wird von Papst Gregor IX. abgesetzt und exkommuniziert, weil er im Jahr 1230 die Stadt Freising den Wittelsbachern als Lehen überlassen will.  
Dazu kam es durch überwiegend selbst verschuldeter Finanzschwierigkeiten.  

Sein Nachfolger auf dem Bischofsstuhl wird Konrad I. von Tölz und Hohenburg. 

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15. 9 1231 - Herzog Ludwig I. der Kelheimer wird ermordet

Kelheim * Herzog Ludwig I. der Kelheimer wird auf der Donaubrücke in Kelheim von einem Unbekannten ermordet. Seine Grabstätte befindet sich im Benediktinerkloster Scheyern.

Nachfolger auf dem Thron des baierischen Herzogs wird sein Sohn Otto II., der bereits seit 1228 die Pfalzgrafschaft Rhein regiert.

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1232 - Herzogin Ludmilla gründet das „Zisterzienserinnenkloster Seligental“

Landshut * Herzogin Ludmilla von Baiern, die Ehefrau von Herzog Ludwig I. „der Kelheimer“, gründet in  der Nähe von Landshut das „Zisterzienserinnenkloster Seligental“.

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2. 12 1232 - Die „Dominikaner“ verfolgen die neue „Hexen-Ketzer-Sekte“

Rom-Lateran * Papst Gregor IX. überträgt den „Dominikanern“ die Aufgabe, die „Orthodoxie des christlichen Glaubens“ zu schützen und deren Feinde aufzuspüren.

Gemeint ist damit das Beharren auf bestimmten „traditionellen Lehrmeinungen, Ideologien oder Handlungsweisen“.
Das steht im Gegensatz zu den „Erneuerungsbewegungen“, der „Heterodoxie“.

Dadurch engagieren sich die „Dominikaner“ verstärkt in der Verfolgung der neuen „Hexen-Ketzer-Sekte“

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1235 - Streit zwischen „Templer“ und „Johanniter“ wegen einiger Mühlen

Naher Osten * Die „Templer“ und die „Johanniter“ geraten wegen einiger Mühlen im „Heiligen Land“ heftig aneinander.

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1235 - Durch die „Folter“ soll die „Häresie“ [„Ketzerei“] ausgerottet werden

Rom-Lateran * Die „Folter“ wird mit dem Ziel eingerichtet, um die „Häresie“ [„Ketzerei“] auszurotten.

Sie wird damals den „Bettelorden“ anvertraut, den „Franziskanern“ und vor allem den „Dominikanern“, deren Berufung der „Kampf gegen die Häresie“ ist.

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19. 11 1235 - Herzog Heinrich XIII. wird in Landshut geboren

Landshut * Herzog Heinrich XIII. wird in Landshut geboren.

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28. 5 1239 - Münchens ältestes Stadtsiegel

München * Das älteste erhaltene Stadtsiegel findet sich auf einer Urkunde, in der die Bürgerschaft erstmals neben dem „stadtherrlichem Richter“ auftritt. 

Das Siegel zeigt einen „Mönchskopf“ mit überzogener Kapuze in einem von zwei Türmen flankierten offenen Tor, über dem ein Adler erscheint.
Den Adler als Symbol des „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation” führen die Wittelsbacher Herzöge in ihrer Funktion als baierische „Pfalzgrafen” und als „Münchner Gerichtsherren” seit 1179 in ihrem Wappen. 

Der Stadtherr ist zu diesem Zeitpunkt noch der Bischof von Freising, Konrad I. von Tölz, den die Wittelsbacher Herzöge aber aus „ihrer” Stadt verdrängen wollen und werden. 

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Um 1240 - Die „Franziskaner“ kommen wahrscheinlich nach München

München-Angerviertel * Historisch gesichert ist, dass die „Franziskaner“ vor dem Jahr 1257, wahrscheinlich um 1240, nach München kommen und am „Anger“, damals noch außerhalb der Ansiedelung Heinrichs des Löwen, ihr Klösterl errichten können.

In der von den „Franziskanern“ in den 1250er Jahren errichteten und genutzten Kirche können die Münchner Gläubigen an den Festen des heiligen Franziskus, des heiligen Antonius, der heiligen Klara und am Jahrestag der Kirchweihe einen „Ablass“ erlangen.

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1240 - Die Wittelsbacher verdrängen den Freisinger Bischof aus München

München * Die Wittelsbacher verdrängen den Freisinger Bischof aus München.  

Die Zeit, in der die Freisinger Bischöfe in München regieren, liegt ebenso im Düsteren wie die Zeit vor Herzog Heinrich dem Löwen.  
Das liegt daran, dass es schon bald zu Streitigkeiten mit dem neuen baierischen Herzogshaus der Wittelsbacher kommt, die sogar in kriegerische Auseinandersetzungen münden.  

Am Ende des weit über fünfzig Jahre andauernden Konflikts, einigen sich die Kontrahenten auf die Vernichtung aller streitbezogenen Dokumente.  
Dieser Maßnahme fallen viele wichtige Informationen zum Opfer.

Der Bischof muss seine „Münchner Rechte“ gegen eine jährliche Entschädigung an den Herzog abtreten.  
Diese Gebühr wird bis 1802 bezahlt. 

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5. 8 1240 - Herzogin Ludmilla von Baiern stirbt in Landshut

Landshut * Herzogin Ludmilla von Baiern, die Ehefrau von Herzog Ludwig I. dem Kelheimer, stirbt in Landshut. 

Ihre Grabstätte befindet sich im Zisterzienserinnenkloster Seligental bei Landshut.

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1241 - Angehörige des „Templer-Ordens“ kämpfen bei Liegnitz

Liegnitz * Angehörige des „Templer-Ordens“ kämpfen zwischen polnischen Rittern und schlesischen Edelleuten bei Liegnitz.

Alle „Ordensritter“ werden fallen.

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1244 - Bei La Forbie in Palästina fallen dreihundert „Templer-Ordensritter“

La Forbie * Eine Niederlage bei La Forbie in Palästina kostet dem „Templer-Orden“ dreihundert Tote.

Nur dreiunddreißig „Ritter“ überleben.

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1249 - Der Freisinger Bischof Konrad I. kauft Garmisch

Werdenfelser Land * Ritter Swiker von Mindelberg verkauft sein Gut, „das Garmisch genannt wird“, um 250 Pfund Augsburger Pfennige an den Freisinger Bischof Konrad I. von Tölz und Hohenburg, „mit allem was dazu gehört“

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1249 - Die Au wird erstmals urkundlich erwähnt

Au * Die Au wird erstmals urkundlich erwähnt.

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Um das Jahr 1250 - Thomas von Aquin beschäftigt sich mit dem „Teufelspakt“

Italien * Thomas von Aquin greift die Ideen des „Kirchenlehrers“ Aurelius Augustinus aus dem frühen 5. Jahrhundert wieder auf und entwickelt die weitreichende Theorie des „explizit“ [= ausdrücklich] und „implizit“ [= stillschweigend] geschlossenen „Teufelspaktes“, nach dessen Abschluss die Dämonen dem „Magier, Zauberer oder Wahrsager“ hilfreich zur Seite stehen.

Neben seiner Lehre vom „Teufelspakt“ spekuliert Augustinus darüber, ob der Geschlechtsverkehr zwischen Frau und Dämon möglich sei und ob daraus Nachwuchs hervorgehen könne.

Auch Thomas von Aquin vertritt die Auffassung, dass es zwischen Menschen und Dämonen zu Sexualkontakten kommen kann.  
Da aber alle „Schöpferkraft“ nur bei Gott liegt, können sie keine Kinder zeugen.

Deshalb muss der Dämon zuerst in Gestalt einer „succuba“ [= weiblicher, unten liegender Dämon] einem Mann den Samen entziehen, um ihn dann in Gestalt eines „incubus“ [= männlicher, oben liegender Dämon] einer Frau einzupflanzen.

Diese Theorie wurde ebensolange diskutiert wie die Frage, ob solche im Prinzip vom Menschen abstammenden Kinder eine zu taufende „Seele“ hätten oder nur „teuflische Wechselbälger“ seien.

Ja, mit so einem Unsinn können sich intelligente Menschen scheinbar intensiv beschäftigen. 

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1250 - Die „Templer“ zeichnen sich bei Kämpfen um Mansura aus

Mansura * Die „Templer“ zeichnen sich bei Kämpfen um Mansura aus.

Hinterher haben sie 280 Gefallene zu beklagen.

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um 1250 - Das Anbaugebiet des „Baierweins“ umfasst circa 2.000 Hektar

Herzogtum Baiern * Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass das Anbaugebiet des „Baierweins“ circa 2.000 Hektar Rebfläche umfasst hat. 

Heute sind es nur noch vier Hektar.

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1252 - Papst Innozenz IV. sieht der „Folter“ ein Mittel gegen die „Häresie“

Rom-Lateran * Papst Innozenz IV. sieht in der Bulle „Ad extirpendam“ die „Folter“ ausdrücklich als Mittel vor, um in Fällen der „Häresie“ die Wahrheit ans Licht zu bringen.

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1253 - In Deutschland entdeckt man eine „ketzerische Teufelsanbetung“

Rom-Lateran - Deutschland * In Deutschland entdeckt man eine „ketzerische Teufelsanbetung“, deren charakteristischen Züge Papst Gregor IX. beschreibt:

Man findet hier

  • die „Verleugnung Christi und des Kreuzes“,
  • die „Götzen“ [Kröte und schwarze Katze, die Verkörperung Luzifers],
  • die „sexuellen Ausschweifungen“ und die „Homosexualität“,
  • den „Geheimbund“ und die „nächtlichen Versammlungen“.

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29. 11 1253 - Herzog Otto II. stirbt in Landshut

Landshut - Scheyern * Herzog Otto II. stirbt in Landshut.

Seine Grabstätte befindet sich im „Benediktinerkloster Scheyern“

Herzog Ludwig II. „der Strenge“ regiert zwischen 1253 und 1255 gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich XIII. das Herzogtum Baiern und die Pfalzgrafschaft Rhein. 

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2. 8 1254 - Herzog Ludwig II. „der Strenge“ heiratet Herzogin Maria von Brabant

Landshut * Herzog Ludwig II. „der Strenge“ heiratet in Landshut Herzogin Maria von Brabant und Lothringen.

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1255 - Das Herzogtum Baiern wird geteilt

Herzogtum Baiern * Das Herzogtum Baiern wird in das „Obere Baiern“ und das „Niederland“ geteilt.

Das Teilherzogtum Oberbaiern und die Pfalzgrafschaft Rhein erhält Herzog Ludwig II. „der Strenge“, das Teilherzogtum Niederbaiern fällt an Herzog Heinrich XIII..

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1256 - Der Orden der „Augustiner-Eremiten“ wird gegründet

Rom-Lateran * Der Orden der „Augustiner-Eremiten“ wird gegründet.

Seine Ordensangehörigen führten aber kein einsiedlerhaftes Leben, wie uns dies ihr Name zunächst suggerieren möchte.

Die „mönchische Gemeinschaft“ wird nur deshalb so genannt, weil sie im Gegensatz zu den alten anerkannten Orden, wozu in unserem Falle die „Augustiner-Chorherren“ gehören, ihren Sitz beziehungsweise ihre Mutterkirche nicht in einer der „päpstlichen Basiliken“ hat.
Nur aus diesem Grund wird sie „Eremiten-Kongregation“ genannt.

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18. 1 1256 - Herzogin Maria von Baiern wird in Donauwörth enthauptet

Donauwörth * Herzogin Maria von Baiern, die Ehefrau von Herzog Ludwig II. „dem Strengen“, wird in Donauwörth enthauptet. 

Ihre Grabstätte befindet sich in der „Heiligkreuzkirche“ in Donauwörth.

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Anno 1257 - Die Wurzeln der „Jakobi-Dult“

München-Angerviertel * Die Wurzeln der „Jakobi-Dult“ gehen auf dieses Jahr zurück. 

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13. 1 1257 - Ein „Ablassbrief“ nennt erstmals das „Franziskanerkloster“

Rom-Lateran * Papst Alexander IV. erteilt einen „Ablassbrief“ für das „Franziskanerkloster“ in München. 

Der „Ablass“ gilt an den Festen der Heiligen Franziskus, Antonius und Klara sowie acht darauffolgende Tage. 

Es ist die erste sichere Kunde vom Bestehen des „Franziskanerklosters“

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18. 1 1258 - Der Freisinger Bischof Konrad I. von Tölz und Hohenburg stirbt

Freising * Der Freisinger Bischof Konrad I. von Tölz und Hohenburg stirbt.  

Sein Nachfolger auf dem Bischofsstuhl wird Konrad II. Wildgraf von Dhaun. 

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1259 - Eine Straßenschlacht zwischen „Templern“ und „Johannitern“

Akkon * In Akkon kommt es zu einer Straßenschlacht zwischen „Templern“ und „Johannitern“ mit Einsatz von Waffen.

Das „Abendland“ ist entsetzt und fordert die Zusammenlegung der beiden so ähnlichen „Orden“. Selbst das „Konzil von Lyon“ beschäftigt sich mit dem Vorgang.

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24. 8 1260 - Herzog Ludwig II. „der Strenge“ heiratet Anna von Schlesien-Glogau

München ? * Herzog Ludwig II. „der Strenge“ heiratet Herzogin Anna von Schlesien-Glogau.

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1262 - Der Papst erlaubt den „Augustiner-Eremiten“ das „Predigen“

Rom-Lateran * Papst Alexander IV. erlaubt den „Augustiner-Eremiten“ das „Predigen“ und „Beichtehören“ - sofern der Diözesanbischof dagegen keine Einwände erhebt.

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1265 - Papst Clemens IV. bestätigt die Anwendung der „Folter“

Viterbo * Papst Clemens IV. bestätigt ausdrücklich die Anwendung der „Folter“.

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16. 8 1267 - Herzogin Agnes von Baiern stirbt

München - Scheyern * Herzogin Agnes von Baiern, die Ehefrau von Herzog Otto II., stirbt.

Ihre Grabstätte befindet sich im Benediktinerkloster Scheyern.

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25. 6 1271 - Herzogin Anna von Baiern stirbt

München - Fürstenfeld * Herzogin Anna von Baiern, die zweite Ehefrau von Herzog Ludwig II. „dem Strengen“, stirbt in München.

Ihre Grabstätte befindet sich in der Kirche des „Zisterzienserklosters Fürstenfeld“.

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24. 11 1271 - München erhält eine zweite Pfarrei

München * Auf Bitten der Bürgerschaft Münchens teilt Bischof Konrad II. die „Peterspfarrei“. 

Der Grund: Weil 

  • „durch die Gnade Gottes so ins Unermessliche gewachsen ist, dass sie ohne Gefahr für das Heil der Seelen von einem einzigen Hirten nur noch schwer geleistet werden kann,
  • da überdies der Friedhof der Kirche in seiner beengten Lage auch nicht mehr ausreicht für die Gräber der Toten“.

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29. 4 1273 - Papst Gregor X. bestätigt die Gründung der Frauen-Pfarrei

München * Papst Gregor X. bestätigt die Gründung

  • der Frauen-Pfarrei gleichzeitig mit
  • Münchens dritter Pfarrei, der Heiliggeist-Pfarrei, die allerdings nur das Heilig-Geist-Spital umfasst.

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1. 10 1273 - Die Kurfürsten wählen Rudolf von Habsburg zum römisch-deutschen König

Frankfurt am Main * Die Kurfürsten wählen Rudolf von Habsburg zum römisch-deutschen König.  

Herzog Ludwig II. „der Strenge“ ist als „Pfalzgraf bei Rhein“ einer der sieben Kurfürsten.  
Zugleich nimmt er das Amt des „Reichsvikars“ wahr, des Stellvertreters des Königs bei dessen Abwesenheit oder bei „Thronvakanz“

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Um den 24. 10 1273 - Herzog Ludwig II. „der Strenge“ heiratet Mechthild von Habsburg

Aachen * Herzog Ludwig II. „der Strenge“ heiratet in Aachen die Gräfin Mechthild von Habsburg.

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4. 10 1274 - Herzog Rudolf I. wird in Basel (?) geboren

Basel * Herzog Rudolf I. wird in Basel (?) geboren.

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1276 - Das „Augsburger Stadtrecht“ und die Prostitution

Augsburg * Das „Augsburger Stadtrecht“ unterstellt die „varnden freulin“ der Rechtsaufsicht des „Henkers“.  

  • Dieser Schritt bedeutet einerseits, dass sich die „Reichsstadt Augsburg“ mit der ständigen Anwesenheit der „Prostituierten“ abgefunden hat und  
  • andererseits sind die Augsburger „Dirnen“ - welch ein Fortschritt - nicht mehr „rechtlos“, sondern einem „Sonderrecht“ unterworfen und  
  • können sich bei Willkürentscheidungen des „Henkers“ an den „Vogt“ als Schiedsinstanz wenden. 

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1279 - Die „Franziskaner“ dürfen Nutznießer von Vermögen und Grundstücken sein

Rom-Lateran - München * Papst Nikolaus III. entscheidet, dass der Orden der „Franziskaner“ Nutznießer von Vermögen und Grundstücken sein dürfen.

Nun gehen auch die Münchner „Barfüßer“ allmählich zu einer abgemilderten Praxis des Besitzes über und nehmen bewegliches und unbewegliches Eigentum für ihr Kloster an.

Nach der Auffassung des höchsten Kirchenvertreters verletzen die „Franziskaner“ ihr Armutsgelübde dadurch nicht, da ja letztlich er, der Papst, der eigentliche Eigentümer sei.

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1279 - Umherziehende „Lustdirnen“ in Landshut

Landshut * Die umherziehenden „Lustdirnen“, die später oft noch als „Fahrende Fräulein“ bezeichnet werden, werden in Landshut der Gruppe der „Fahrenden“ zugeschlagen.  

Sie sind zwar geduldet, aber dennoch missachtet, weshalb sich ihre Häuser am äußeren Stadtrand befinden. 

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1280 - Der „Gronimushof“ ist in herzoglichem Besitz

Haidhausen * Der „Gronimushof“ in der Haidhauser Kirchenstraße wird als herzoglicher Besitz beurkundet.

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1282 - Am Klosterneubau der „Franziskaner“ wird gearbeitet

München-Graggenau * An dem von Herzog Ludwig „dem Strengen“ finanzierten Klosterneubau der „Franziskaner“ wird gearbeitet.

Er entsteht auf dem weitläufigen Wiesengrund bei einer bereits bestehenden „Agneskapelle“, die den Kern der neuen Klosteranlage bildet und in der die Familie Haslang von jeher ein Begräbnisrecht hat.

Der Klostergrund umfasst das Gebiet des heutigen „Residenz-“ und „Nationaltheaters“, einschließlich dem vorgelagerten „Max-Joseph-Platz“.

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2 1282 - Der spätere Kaiser Ludwig „der Baier“ wird in München geboren

München * Herzog Ludwig IV., der spätere Kaiser Ludwig „der Baier“, wird in München geboren.

Er entstammt der dritten Ehe Herzog Ludwig II. mit Mechthild von Habsburg.

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1284 - Die „Franziskaner“ übernehmen die Betreuung der „Pütrich-Schwestern“

München-Graggenau * Die „Franziskaner“ übernehmen die geistliche Betreuung der vierzig „Pütrich-Schwestern“.

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1284 - Der erste „Rat der Stadt“ München

München * München hat einen „Rat der Stadt“, den man „consules civitatis Monacensis“ nennt. 

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1285 - Die Patrizierfamilie Pütrich stiftet das erste „Seelhaus“ in München

München-Graggenau * Die Patrizierfamilie Pütrich stiftet das erste „Seelhaus“ in München.

Es befindet sich an der Ecke der heutigen Residenz-/Perusastraße.

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1285 - Ein Münchner Jude soll einen christlichen Knaben ermordet haben

München - München-Graggenau * Ein Münchner Jude soll einen christlichen Knaben ermordet und sein Blut für rituale Zwecke missbraucht haben, obwohl der jüdische Glauben den Genuss von Blut verbietet.

Die Juden der Stadt sterben als „jüdische Glaubenszeugen“ in den Flammen der von Christen angezündeten „Synagoge“.

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Um 1288 - Wilhelm von Occam wird in der Grafschaft Surrey in England geboren

Ockham * Wilhelm von Ockham oder Occam wird in Ockham in der Grafschaft Surrey in England geboren.

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1289 - Die Neubauten für das „Franziskaner-Kloster“ sind vollendet

München-Graggenau * Die Neubauten für das „Franziskaner-Kloster“ sind vollendet.

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3. 2 1290 - Herzog Heinrich XIII. stirbt in Landshut

Burghausen - Landshut * Herzog Heinrich XIII. stirbt in Burghausen. 

Seine Grabstätte befindet sich im „Zisterzienserinnenkloster Seligental“ bei Landshut.

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5. 4 1291 - Beginn der Belagerung von Akkon

Akkon * Beginn der Belagerung von Akkon.

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18. 5 1291 - Akkon wird nach Wochen der Verteidigung von den „Muslimen“ erobert

Akkon * Akkon wird nach mehreren Wochen der Verteidigung von den „Muslimen“ erobert.

Die „Templer“ leisten aus ihrem turmartigen Haus weiterhin Widerstand.
Als jedoch die Situation für die Verteidiger immer aussichtsloser wird, verspricht ihnen „Sultan“ al-Aschraf Halil den freien Abzug.

Kaum haben die „Ordensritter“ den Turm verlassen, stürzen sich die Angreifer auf sie, nehmen sie fest und schlagen ihnen die Köpfe ab.
Als die sich noch im Turm befindlichen, aber verwundeten „Tempelherren“ dies merken, setzen sie sich mit letzter Kraft wieder zur Wehr.

Daraufhin beginnen die Belagerer mit dem Unterminieren des Turmes.

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28. 5 1291 - Circa 300 „Tempel-Ordensritter“ verlieren in Akkon ihr Leben

Akkon * Der von den Islamisten unterminierte Turm in Akkon stürzt ein und begräbt die „Templer“ sowie viele „Angreifer“ unter sich. 

Circa dreihundert „Ordensritter“ verlieren dabei ihr Leben.
Sehr viel mehr waren auch nicht im Einsatz.

Der „Großmeister der Templer“ zieht sich auf die Insel Zypern zurück.
Durch eine Serie von Niederlagen hat der einstmals vortreffliche Ruf des Ordens stark gelitten.

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Nach 6 1291 - Akkon fällt. - Der Sitz der „Zentralregierung“ wird nach Zypern verlegt

Akkon - Zypern * Nachdem auch Akkon,  dieser letzte befestigte Platz des Königreichs fällt, wird der Sitz der „Zentralregierung“ nach Zypern verlegt.

Der „Ordenssitz“ der „Templer“ bleibt aber immer im Orient, oder wie die „Tempel-Ordensherren“ sagten: „Diesseits des Meeres“.

Es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis ihre Gegner laut vernehmbar an die Öffentlichkeit treten und den „Tempelherren“ die vielen wirtschaftlichen Aktivitäten, ihren Reichtum und ihre Privilegien, ihre Macht und ihren Einfluss neiden.

  • So sind die „Bischöfe“ über die direkte Unterstellung der „Tempelherren“ unter den „Heiligen Stuhl“ verärgert,
  • Geschäftsleute beschweren sich über die angeblichen Beeinträchtigungen ihrer Handelsrechte durch die „Ordensmänner“ und
  • der Weltklerus muss ohnmächtig zusehen, wie die „Tempelherren“ in ihren Pfarreien umfassende „Kollekten“ organisieren und dadurch örtliche Projekte leiden müssen.
  • Die anderen „Ritterorden“, ganz besonders die „Johanniter“, neiden den „Tempelrittern“ ihre nahezu uneingeschränkten Finanzmittel.
  • Und selbst weil der „Großmeister der Templer“ Vortritt gegenüber dem „Johanniter-Großmeister“ hat, kommt es zu weitreichenden Rivalitäten.

Aus den Neidern werden Feinde, die Material für kommende Auseinandersetzungen sammeln.
Und das wird den „Tempel-Rittern“ dann gefährlich, als sich ein machtvoller politischer Wille gegen sie wendet.

Wie in den heutigen politischen Auseinandersetzungen, so werden auch damals Einzelfälle aufgebauscht, ausgeschlachtet und zu wahren Horrorgeschichten ausgebaut.

Freilich findet man unter den „Tempel-Rittern“ einen Trunksüchtigen, einen Sodomistischen, einen Homosexuellen, einen Jähzornigen oder einen glaubensmäßig Unsicheren.

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1292 - Nach einer Missernte wird in Niederbaiern das Bierbrauen verboten

Landshut * Wegen Missernte und nachfolgender „ungewöhnlicher Getreidetheuerung“ verbieten die niederbaierischen Herzöge Ludwig III., Otto III. und Stephan I. das Bierbrauen.

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1293 - Das „Münchner Handwerk der Brauer“ wird erstmals genannt

München * Das „Münchner Handwerk der Brauer“ wird erstmals genannt.

Es zahlt dem Herzog jährlich 50 Pfund Pfennige, 32½ Scheffel Malz und ein Quantum Wachs.

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23. 2 1293 - Die Ortsbezeichnung „Gasteig“ wird erstmals genannt

München * Der Ortsname „Gasteig“ wird erstmals aus Anlass einer Seelgeräte-Stiftung „den siechen auf dem Gasteig ze München“ genannt. 

„Gasteig“ bedeutet „Der gache Steig“, der steile Weg.

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1294 - Die neue Franziskaner-Klosterkirche „St. Franziskus“ wird eingeweiht

München-Graggenau * Die neue Franziskaner-Klosterkirche „St. Franziskus“ wird eingeweiht.

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2. 2 1294 - Herzog Ludwig II. „der Strenge“ stirbt in Heidelberg

Heidelberg * Herzog Ludwig II. „der Strenge“ stirbt in Heidelberg. 

Seine Grabstätte befindet sich in der Kirche des „Zisterzienserklosters Fürstenfeld“.

Herzog Rudolf I. übernimmt die Regierungsgeschäfte.
Sein Bruder, der zwölfjährige Herzog Ludwig IV., den man später „den Baiern“ nennen wird, erhält seine Erziehung am Habsburger Hof in Wien.

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12. 3 1294 - Bischof Emicho erwirbt die „Grafschaft ze Mittenwald und Partenkirchen“

Freising - Werdenfelser Land * Der Freisinger Bischof Emicho Wildgraf erwirbt von Berchtold Graf zu Eschenloch die „Grafschaft ze Mittenwald und Partenkirchen“.   

In der Kaufurkunde taucht erstmals der Name „Werdenfels“ auf. 

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31. 3 1294 - Bischof Emicho muss der Ansiedelung der „Augustiner-Eremiten“ zustimmen

Freising - München-Kreuzviertel * Zähneknirschend und auf Druck von Herzog Rudolf I. muss der Freisinger Bischof Emicho seine Zustimmung zur Ansiedelung der „Augustiner-Eremiten“ in München geben.

Der Bischof fürchet die Konkurrenz und Schmälerung seiner Einkünfte durch die „Parvenü-Kleriker“.

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4. 4 1294 - Die ersten „Augustiner-Ordensbrüder“ kommen nach München

München-Kreuzviertel * Herzog Rudolf I. dokumentiert den Gründungsakt des „Augustiner-Eremiten-Klosters“ und der Kirche in einer Urkunde. 

Von Regensburg aus kommen eine Handvoll „Ordensbrüder“ nach München und erhalten einen Platz unmittelbar vor der ersten Stadtbefestigung, nahe am „Oberen Tor“, das später den Namen „Schöner Turm“ erhalten wird. 

Das Haus Wittelsbach übernimmt auch die „Vogtei“ über das Kloster.

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19. 6 1294 - Das „Rudolfinum“, das „Grundgesetz der Stadt München“

München * Im „Rudolfinum“, dem aus 22 Artikeln bestehenden „Grundgesetz der Stadt München“, bestätigt Herzog Rudolf der Stadt alle Rechte seiner Vorgänger. 

Die Stadt München bekommt die „Gerichtsbarkeit“ mit Ausnahme der „drei Fälle“, die zum Tode führen.

Im „Rudolfinum“ wird bereits der Begriff „Burgfrieden“ als ein Bereich außerhalb der Stadtmauern formuliert, der zum Rechtskreis der Stadt gehört.
Wörtlich heißt es dort: „in der stat oder darumbe, daz doch zu der stat gehöret“

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1295 - Das „Ridler-Seelhaus“ wird gegründet

München-Graggenau * Das „Ridler-Seelhaus“ an der Theatinerstraße wird die gleichnamige wohlhabende Bürgerfamilie gegründet.

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1295 - Die „Franziskaner“ übernehmen die Betreuung der 39 „Ridler-Schwestern“

München-Graggenau * Die „Franziskaner“ übernehmen die geistliche Betreuung der 39 „Ridler-Schwestern“.

Die „Regelhäuser“ und späteren „Klöster des Dritten Ordens“ sind dem „Franziskaner-Kloster“ unmittelbar benachbart, sodass hier ein „franziskanisches Stadtquartier“ entsteht.

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7. 4 1296 - Herzog Otto II. wird in Kelheim geboren

Kelheim * Herzog Otto II. wird in Kelheim geboren.

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1300 - Das Klimaoptimum für den Weinanbau geht langsam zu Ende

Mitteleuropa * Die Zeit des mitteleuropäischen Klimaoptimums für den Weinanbau geht langsam zu Ende.

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Um 1300 - Der Wein ist das dominierende „Volksgetränk“ in Baiern

München * Der Wein ist das dominierende „Volksgetränk“ in Baiern.

  • Auf dem Münchner Weinmarkt finden sich neben dem einheimischen „Baierwein“ die „Südtiroler Weine“, die man als „Welschweine“ oder auch „Etschweine“ bezeichnet.
  • Das nächstgrößere Einfuhrkontingent der „Fremdweine“ bilden die „Neckarweine“ aus Württemberg. Das liegt daran, weil hier als „Rückfracht“ Salz aus den Münchner „Salzstadeln“ in die Weinfässer gestoßen werden kann.
  • Für die „österreichischen Weine“ gilt die Bezeichnung „Osterwein“. Wegen fehlender „Rückfracht“ ist der Transport sehr kostspielig.
  • Aus Griechenland und Süditalien kommen die „Südweine“.

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Um das Jahr 1300 - Der beste „Welschwein“ kostet 4 Pfennig je Mass

München * Für den besten „Welschwein“ wird ein Preis von 4 Pfennig je Mass festgelegt.

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1301 - Ludwig „der Baier“ regiert in den oberbaierischen-pfälzischen Gebieten mit

Wien * König Albrecht I. von Habsburg, der Onkel der baierischen Herzöge, verhilft Ludwig „den Baiern“ zur Mitregierung in den oberbaierischen-pfälzischen Gebieten.

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Spätestens ab dem Jahr 1301 - Der Erwerb von Lehmgründen in Haidhausen ist notwendig

München - Haidhausen * Der Ausbau der Stadt München macht den Erwerb von Lehmgründen in Haidhausen notwendig.

Wichtige Bauwerke entstehen: von der Stadtmauer bis zu Kirchen-, Verwaltungs- und Repräsentationsgebäuden.
Sie werden mit Haidhauser Ziegel gebaut und gedeckt.

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1302 - Die „Mamelucken“ überfallen die mit „Templern“ besetzte Inselfestung Ruad

Ruad * Einen weiteren großen Prestigeverlust bereiteten ihnen die „Mamelucken“ beim Überfall auf die mit einhundertzwanzig „Tempel-Rittern“, vierhundert „dienenden Brüdern“ und fünfhundert „Bogenschützen“ besetzte Inselfestung Ruad.

Die gefangenen „Templer“ werden in „Schimpf und Schande nach Ägypten geführt“.

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1303 - Die „Templer-Banken“ haben einen illustren Kundenstamm

Aragon * Der König von Aragon gibt seine „Kronjuwelen“ der „Templerburg Monzon“ zur sicheren Aufbewahrung.

Der König, seine Familie, seine Beamten, Kaufleute und verschiedene Seigneurs zählen - neben den „Würdenträgern der Tempelherren“ - zum Kundenstamm der „Templer-Banken“.

Der sich immer in Geldnöten befindende französische König will sich das riesige Vermögen des „Tempelordens“ sichern, obwohl es gerade der „Tempelorden“ war, der immer wieder den französischen Staat vor dem Staatsbankrott gerettet hat.

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1304 - Die Missgunst gegen die „Templer“ steigert sich immer mehr

Paris * Die Missgunst steigert sich immer mehr, nachdem der „Templer-Orden“ ganz offiziell den „Kampf gegen die Heiden“ aufgibt, der „Großmeister“ sich ins damals schon als flott bekannte Paris zurückzieht und viele „Tempelherren“ in ihrer Heimat, vor allem in Frankreich, wichtige Positionen bekleiden - allerdings ohne der französischen Krone Rechenschaft schuldig zu sein.

Die reichen und arroganten „Templer“, dieser „Staat im Staat“, stört den französischen König Philipp IV., den man „den Schönen“ nennt.

Er ist ein durchaus tüchtiger Herrscher, der etwas von der Macht versteht und deshalb weis, dass es „Macht ohne Geld“ nicht gibt.

Doch gegen die gut ausgebildeten und disziplinierten „Templer“ hat selbst der französische König militärisch nichts entgegenzusetzen.
Außerdem untersteht der „Orden“ direkt dem Papst, gegen dessen Willen er nichts unternehmen kann.

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6 1304 - Herzogin Mechthild von Baiern stirbt

München - Fürstenfeldbruck * Herzogin Mechthild von Baiern, die dritte Ehefrau von Herzog Ludwig II. „dem Strengen“, stirbt.

Ihre Grabstätte befindet sich  in der Kirche des „Zisterzienserklosters Fürstenfeld“.

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1305 - Mittenwald als „forum“ mit einem Richter erwähnt

Freising - Mittenwald * Im „Freisinger Urbar“ wird Mittenwald als „forum“ mit einem Richter erwähnt. 

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1305 - Besorgniserregende Gerüchte über die „Templer“ tauchen auf

Paris * Besorgniserregende Gerüchte über die „Templer“ tauchen auf.

Es geht dabei um „Ketzerei, Götzenkult und Sodomie“.
Sie werden von Esquieu de Floyran in Umlauf gebracht.

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5. 6 1305 - Clemens V. wird zum Papst gewählt

Avignon * Frankreichs König Philipp IV. gelingt es, seinen Wunschkandidaten Bertrand de Got, den „Erzbischof von Bordeaux“, durch ein französisch dominiertes „Kardinalskollegium“, auf den Papstthron zu setzen.

Der neue „Pontifex maximus“ Clemens V. lässt sich nicht nur außerhalb Roms krönen, sondern residiert dauerhaft in Avignon. 
Das bedeutete eine Abkehr vom päpstlichen Universalismus.

Denn während der Papst in Rom und dem Kirchenstaat einigermaßen autonom ist, besitzt er um Avignon herum nur wenig Ländereien, die zudem vollständig vom französischen Staatsgebiet umschlossen sind.
Das Papsttum gerät damit in Abhängigkeit zur französischen Krone.

Der Papst verliert seine überparteiliche Autorität.

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2 1306 - Wilhelm von Ockham wird zum „Subdiakon“ in gewählt

??? * Wilhelm von Ockham wird zum „Subdiakon“ in gewählt.

Er gehört damals bereits dem „Franziskanerorden“ an.

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16. 11 1306 - Die „Klarissinnen-Nonnen“ erhalten das „Brau- und Schankrecht“

München-Angerviertel * Die „Klarissinnen-Nonnen“ vom „Kloster Sankt Jakob am Anger“ erhalten das „Brau- und Schankrecht“.

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Um 1 1307 - König Philipp IV. eröffnet ein Verfahren gegen die „Tempelherren“

Paris * Die Denunziationen gegen die „Tempelherren“ werden zur Anklage aufgebauscht.

Von Seiten des französischen Königs Philipp IV. wird ein Verfahren wird eröffnet.

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6 1307 - Jakob von Molay beruft ein „Templer-Ordenskapitel“ ein

Paris * Der „Templer-Ritterordensmeister“ Jakob von Molay beruft ein „Ordenskapitel“ nach Paris ein.

Dort diskutiert man über die verbreiteten Gerüchte.

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8 1307 - Papst Clemens V. will die „Johanniter“ und die „Templer“ vereinen

Avignon * Papst Clemens V. will die „Johanniter“ und die „Templer“ vereinen.

Der Versuch scheitert jedoch.

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24. 8 1307 - Papst Clemens V. ordnet eine Untersuchung gegen die „Templer“ an

Avaginon * Papst Clemens V. ordnet von sich aus eine Untersuchung gegen die „Templer“ an.

Aus Angst, dass sich dadurch die Untersuchung verzögern oder im schlimmsten Fall sogar mit einem Freispruch enden könnte, nimmt die königliche Polizei die Sache selbst in die Hand und schafft damit vollendete Tatsachen.

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13. 10 1307 - Im Morgengrauen werden die Templer verhaftet

Paris * Zur Überraschung von Papst Clemens V. werden im Morgengrauen - gleichzeitig in ganz Frankreich - die Templer verhaftet, ihre Güter beschlagnahmt und die Ordenshäuser unter königliche Aufsicht gestellt.

Der Überraschungscoup gelingt und es gibt keinen militärischen Widerstand der Tempelritter. Trotzdem kann der Großmeister der Tempelherren, Jacques de Molay, noch kurz vor der Massenverhaftung Bücher und Dokumente des Ordens verbrennen. Die Zahl der Verhaftungen lässt sich nur schwer abschätzen. In Paris gibt es 138 Festnahmen. Lediglich zwölf bis zwanzig Ordensritter können vor der Razzia fliehen, darunter nur ein hoher Würdenträger.

Der Brief von König Philipp IV., datiert vom 14. September [Tag der Kreuzerhebung], hat den folgenden Inhalt:
„Eine bittere, beklagenswerte, entsetzlich sich vorzustellende Sache [...].
Ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, eine scheußliche Missetat [...].
Eine ganz und gar unmenschliche, ja jeder Menschlichkeit fremde Sache ist uns dank mehrerer glaubwürdiger Menschen zu Ohren gekommen“
.

Und weiter heißt es:

  • „Die Brüder des Ordens der Miliz vom Tempel, die die Wolfsnatur unter dem Schafspelz verbargen und unter dem Habit des Ordens in erbärmlicher Weise die Religion unseres Glaubens beleidigten, werden beschuldigt, Christus zu verleugnen, auf das Kreuz zu spucken, sich bei der Aufnahme in den Orden obszönen Gesten hinzugeben“, und
  • „sie verpflichten sich durch Gelübde und ohne Furcht, das menschliche Gesetz zu beleidigen, sich einander hinzugeben, ohne Widerrede, sobald es von ihnen verlangt wird“.

Zur Aufdeckung der Wahrheit werden „ausnahmslos alle Mitglieder des selbigen Ordens unseres Königreichs festgenommen, gefangengehalten und dem Urteil der Kirche vorbehalten“.

Alle ihre Güter, „bewegliche und unbewegliche“, werden „beschlagnahmt, von uns eingezogen und getreu verwahrt werden“.

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14. 10 1307 - Eine Liste beinhaltet die „Verbrechen der Templer“

Paris * Ein „Manifest“ wird veröffentlicht, das die „Verbrechen der Templer“ beinhaltet:

  • „Häresie“ [Abkehr vom wahren Glauben],
  • „Blasphemie“ [Gotteslästerung],
  • „obszöne Riten“,
  • „Homosexualität“ und die
  • „Anbetung eines Götzen namens Baphomet“.

Nach bis heute durchaus geläufigen Methoden konstruiert König Philipp IV. ein Anklagegebäude, dessen Vorwürfe er durch unter der „Folter“ erpresste Geständnisse erhärtet.

Im Templerprozess lässt Philipp IV. durch den französischen „Generalinquisitor“ Anklage auf „Häresie“ und „Blasphemie“ gegen den Orden erheben, wobei in der Regel die Geständnisse der zahlreich angeklagten Ordensmitglieder unter der Folter erpresst werden.

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16. 10 1307 - Frankreichs König Philipp IV. informiert über die Operation Templer

Paris * Frankreichs König Philipp IV. informiert die europäischen Herrscher über die Operation Templer und fordert sie umgehend zum Handeln im Sinne seiner Politik der vollendeten Tatsachen auf. Zur Untermauerung enthält das königliche Schreiben die gegen die Tempelherren erhobenen Vorwürfe:

  • „Die Brüder des Ordens der Miliz vom Tempel, die die Wolfsnatur unter dem Schafspelz verbargen und unter dem Habit des Ordens in erbärmlicher Weise die Religion unseres Glaubens beleidigen,
  • werden beschuldigt, Christus zu verleugnen, auf das Kreuz zu spucken,
  • sich bei der Aufnahme in den Orden obszönen Gesten hinzugeben“.

Und weiter schreibt der König:

  • „Sie verpflichten sich durch ihr Gelübde und ohne Furcht, das menschliche Gesetz zu beleidigen,
  • sich einander hinzugeben, ohne Widerrede, sobald es von ihnen verlangt wird“.

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Um den 20. 10 1307 - Die Verhöre der verhafteten „Templer“ beginnen

Paris * Die Verhöre der verhafteten „Templer“ beginnen.

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24. 10 1307 - 230 „Tempelherren“ gestehen unter der Folter Unglaubliches

Paris * Der „Großmeister des Templerordens“, Jakob von Molay, bestätigt die Erklärungen des „Präzeptors der Normandie“, Gottfried von Charneys, und des „Generalvisitors der Templer“, Hugo von Pairauds.

Darin hatten sie und rund 230 „Tempelherren“ - unter der Folter - zugegeben,

  • dass sie „Jesus Christus leugnen und ihn für einen falschen Propheten halten, der für seine Verfehlungen und nicht für die Erlösung der Menschen gestorben ist“,
  • dass sie „bei ihren Zeremonien auf das Kreuz spucken, es mit Füßen treten und drauf urinieren“,
  • dass sie „nicht an sie Sakramente glauben und die Priester des Ordens bei der Messe die Weiheformel vergessen“,
  • dass die „Meister und Würdenträger, obgleich Laien, den Brüdern die Absolution für ihre Sünden erteilen“,
  • dass sie „obszöne Praktiken und Homosexualität leben“,
  • dass die „Brüder durch jede nur mögliche Praxis zur Bereicherung des Ordens beitragen müssen“,
  • dass sie „sich des Nachts im Geheimen versammeln“ und
  • dass „jede Enthüllung im Kapitel bestraft wird, bis hin zur Todesstrafe“

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27. 10 1307 - Papst Clemens V. protestiert gegen den „Gebrauch der Folter“

Avignon * Papst Clemens V., der ja eigentlich die direkte „Gerichtsgewalt“ über die „Templer“ hat, zeigt sich lediglich gekränkt und schreibt: „Euer überstürztes Vorgehen ist eine Beleidigung gegen Uns und die römische Kirche“.

Gleichzeitig protestiert er gegen den „Gebrauch der Folter“.

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30. 10 1307 - Englands König glaubt nicht an die Vorwürfe gegen die „Templer“

London - Paris * König Eduard II. von England antwortet dem Regenten der Franzosen, König Philipp IV., er glaube kein Wort von den gegen die „Templer“ erhobenen Vorwürfe.

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12 1307 - Die „Templer-Würdenträger“ widerrufen ihr Geständnis

Paris * Der „Großmeister der Templer“, Jacques de Molay, und die anderen „Templer-Würdenträger“ widerrufen ihr Geständnis vor zwei vom Papst entsandten Bischöfen und begründeten dieses mit ihrer Angst vor der Folter.

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Um 1308 - Herzog Ludwig „der Baier“ heiratet Beatrix von Schlesien-Schweidnitz

München * Herzog Ludwig „der Baier“ heiratet Herzogin Beatrix von Schlesien-Schweidnitz, „die Tochter des edlen Polenherzogs Balko I.“

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1308 - Wilhelm von Ockham beginnt sein Studium der Theologie

Oxford * Wilhelm von Ockham beginnt sein Studium der Theologie an der „Universität Oxford“.

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2 1308 - Der Papst ist von der Unschuld der „Tempelherren“ überzeugt

Avignon - Paris * Der Papst, der inzwischen von der Unschuld der „Tempelherren“ überzeugt ist, suspendiert die Vollmachten der „Inquisitoren“.

Die inhaftierten „Templer“ bleiben allerdings in den Gefängnissen des Königs.
Auch wenn die Vernichtung des „Templer-Ordens“ vorerst fehlgeschlagen ist, so lässt König Philipp IV. dennoch nicht locker.

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3 1308 - König Philipp IV. überhäuft den Papst mit Drohungen

Paris - Avignon * Frankreichs König Philipp IV. überhäuft den Papst mit Drohungen, lässt ihn der „Häresie“ bezichtigen und schickt ihm gleichzeitig ausgewählte „Tempelherren“, die ihre früheren Geständnisse wiederholen.

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5 1308 - Papst Clemens V. wird der Wille gebrochen

Poitiers * Papst Clemens V. wird bei der Zusammenkunft in Poitiers endgültig der Wille zum Widerstand genommen.

Mit den führenden „Templern“, Jacques de Molay und Hugues de Pairaud, die in Chinon inhaftiert sind, trifft der „Pontifex maximus“ nie zusammen, weshalb sie ihm auch nie ihre Sicht der Dinge erklären können.

Deshalb beginnt der Papst allmählich selbst an der Unschuld der „Tempelherren“ zu zweifeln und hebt die „Suspension der Inquisitoren“ wieder auf.

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1309 - Herzog Ludwig „der Baier“ regiert das Teilherzogtum Niederbaiern mit

Landshut * Herzog Ludwig „der Baier“ wird - gegen den erklärten Willen der Mutter - Vormund der unmündigen Kinder seines verstorbenen Vetters Stephan I. und regiert dessen Teilherzogtum in Niederbaiern.

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1309 - Die Päpste regieren nicht mehr in Rom, sondern in Avignon

Rom - Avignon * Die Päpste regieren nicht mehr in Rom, sondern in Avignon, wohin Papst Clemens V. seine Residenz verlegt. 

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Ab 8. 8 1309 - Die „päpstliche Kommission“ verhört 546 „Templer“

Paris * Die „päpstliche Kommission“ nimmt in Paris ihre Arbeit auf und verhört insgesamt 546 „Templer“, die aus dem ganzen „Königreich Frankreich“ kommen.

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1310 - Die „Floßlände“ wird erstmals genannt

München-Lehel * Die „Floßlände“ - nördlich der heutigen „Ludwigsbrücke“ - wird erstmals genannt. 

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1310 - Erstmalige schriftliche Nennung der „Jakobi-Dult“

München-Angerviertel * Erstmalige schriftliche Nennung der „Jakobi-Dult“

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1310 - Juden dürfen den Christen die Teile geschlachteter Tiere verkaufen

München * Die Juden dürfen den Christen die Teile geschlachteter Tiere verkaufen, die zu verzehren ihnen verboten sind.

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1310 - Vier „Templer“ sagen vor der „Päpstlichen Kommission“ aus

Paris * Vier Vertreter des „Templer-Ordens“ sagen vor der „Päpstlichen Kommission“ aus:

Man habe „außerhalb des französischen Königreichs, auf der ganzen Welt keinen einzigen Templerbruder gefunden, der diese Lügen sagt oder gesagt hat, woraus man recht deutlich den Grund ersieht, weshalb diese Lügen im französischen Königreich ausgesprochen werden: weil diejenigen, die sie gesagt haben, durch Furcht, Gebete oder Geld korrumpiert waren“.

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1310 - Die älteste Münchner „Floßordnung“ und ihre Strafen

München * In der ältesten Münchner „Floßordnung“ ist der Preis für die Beförderung des Weines und Strafen für die Beschädigung des Weinfasses oder unerlaubtes Trinken aus dem Fass festgelegt.

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1. 10 1310 - Die Herzöge Ludwig IV. und Rudolf I. teilen sich die Macht

München * Herzog Ludwig IV. „der Baier“ setzt bei seinem älteren Bruder Rudolf durch, dass Baiern durch eine Nutzungsteilung in einen Landesteil „Baiern-Ingolstadt-Amberg“, in dem Ludwig regiert, und in einen Landesteil „München-Burglengenfeld“, in dem Rudolf das Sagen hat, zerlegt wird.

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1311 - Das „Franziskaner-Kloster“ wird ein Raub der Flammen

München-Angerviertel * Der Klosterbau der „Franziskaner-Ordensmänner“ wird ein Raub der Flammen.

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1311 - Eine „Walkmühle“, ein „Loder-Ram“ und ein „Lohstampf“

München-Lehel * Eine „Walkmühle“ zur Tuchbereitung sowie ein „Loder-Ram“, ein Eisenrahmen, auf dem das Tuch gespannt wird, sind im später so genannten „Lehel“ entstanden.  

Auch die Lederer betreiben hier ihren „Lohstampf“

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1311 - Papst Clemens V. befiehlt die Anwendung der „Folter“

Avignon * Papst Clemens V. befiehlt, dass die „Templer“ dort, wo dies noch nicht geschehen ist, der „Folter“ zu unterziehen sind.

Das ist die Iberische Halbinsel, Norditalien, Deutschland und England.

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5. 6 1311 - Die „Ottonischen Handfeste“ gibt den „Ständen“ neue Privilegien

Landshut * Herzog Otto III. von Niederbaiern gewährt in der „Ottonischen Handfeste“ den „Niederbaierischen Ständen“ Privilegien und Rechte gegen die Leistung einer einmaligen Steuer. 

Der Adel, der Klerus sowie die Städte und Märkte erhalten dadurch für ihre Besitzungen die „Niedere Gerichtsbarkeit“

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16. 10 1311 - Auf dem Konzil zu Vienne wird der Templerorden aufgehoben

Vienne * Auf dem Konzil zu Vienne wird der Templerorden aufgehoben. Gleichzeitig entscheidet das Konzil aber auch, dass die Templer der ihnen vorgeworfenen Häresie und Blasphemie nicht überführt sind.

Bis dahin geht der König rücksichtslos gegen die Templer vor. Geständnisse werden durch die Folter erzwungen und der Widerruf durch Verbrennen geahndet. Trotzdem sterben viele Templer lieber im Feuer, als ihren Widerruf zurückzuziehen.

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1312 - Ludwig „der Baier“ wird Vormund der Kinder seines Vetters Otto III.

München - Landshut * Herzog Ludwig „der Baier“ wird Vormund der unmündigen Kinder seines verstorbenen Vetters Otto III. und regiert nun auch dessen Teilherzogtum in Niederbaiern.

Auch Ottos III. Witwe wehrt sich gegen diese Vormundschaft und hätte ihre Söhne lieber in österreichischer Obhut gesehen.

Außerdem sieht Herzog Rudolf den Machtzuwachs seines Bruders mit argwöhnischen Augen.

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1312 - Neben Wein, Met und Bier wird immer auch „Greußing“ erwähnt

München * Neben Wein, Met und Bier wird immer auch „Greußing“ erwähnt.

„Greußling“ ist ein Bier, das aus Gerste oder Weizen, mit einem geringen Anteil an Hopfen, aber einem Zusatz an Kräutern eingesotten wird.
Es ist um 25 Prozent teuerer als Bier.

Damals heißt es: „Greußing soll man schenken pro Eimer (circa 64 Liter) um 40 Pfennig und das Bier den Eimer um 30 Pfennig“.

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22. 3 1312 - Papst Clemens V. hebt den „Templerorden“ auf

Avignon * Ungeachtet der Konzilsmeinung hebt Papst Clemens V. den „Templerorden“ durch die Bulle „Vox in excelso“ auf.

In der Begründung heißt es, dass allein schon durch den nunmehr schlechten Ruf des Ordens eine derartige Maßnahme notwendig sei, um weiteren Schaden von der Gesamtkirche abzuwenden.

Anschließend übereignet der Papst durch die Bulle „Ad providam“ die Güter des Ordens den „Johannitern“.

In Deutschland übernimmt der „Deutschherrenorden“ den „Templer-Reichtum“ für sich.

Doch der Vollzug dieser Anordnung geht nur langsam vonstatten, und in Frankreich eignet sich König Philipp den größten Teil des verfügbaren Besitzes an, da er für die Abwicklung des Prozesses entsprechende Rechnungen stellt.

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1313 - Die „Giesinger Mühle“ liefert an das „Kloster Schäftlarn“

Untergiesing * Die „Giesinger Mühle“ liefert jährlich „11 Metzen Getreide, 30 Pfennig Regensburger Währung, 100 Eier und 10 Käse“ an das „Kloster Schäftlarn“.

Wann der „Schrafnagel-Müller“ die Mühle seinen Besitz nennen kann, ist ungeklärt.
Wahrscheinlich war dies schon im 14. Jahrhundert.

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21. 6 1313 - Die Herzöge Rudolf und Ludwig „der Baier“ schließen einen „Hausvertrag“

München * Die Herzöge Rudolf I. und Ludwig IV. „der Baier“ schließen einen „Hausvertrag“, in dem wieder die gemeinsame Herrschaft festgeschrieben wird. 

Außerdem soll Herzog Rudolf I. die „Kurwürde“ vorenthalten bleiben.

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24. 8 1313 - Der römische König Heinrich VII. von Luxemburg stirbt

Bounconvento/Siena * Der römische König Heinrich VII. von Luxemburg stirbt und damit beginnt ein Feilschen um seine Nachfolge. 

Vier Fürsten bewerben sich um seine Nachfolge.

Die meisten Chancen werden Heinrichs Sohn, König Johann von Böhmen, und dem österreichischen Herzog Friedrich „der Schöne“ zugeschrieben.

Als wenig chancenreich werden dagegen die Bewerbungen von Graf Wilhelm III. von Holland-Hennegau und Herzog Ludwig IV. von Baiern angesehen.

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9. 11 1313 - Die „Schlacht bei Gammelsdorf“

Gammelsdorf * In der „Schlacht bei Gammelsdorf“, unweit von Moosburg, schlägt Herzog Ludwig IV. „der Baier“ die Truppen der Habsburger und seines Bruders Rudolf.

Sein schneller Sieg wird durch das schlechte Wetter und einen dementsprechend morastigen Kampfplatz begünstigt.
Im Aufgebot Herzog Ludwig „des Baiern“ kämpfen oberbaierische Adelige und Bürger niederbaierischer Städte gegen österreichische und niederbaierische Ritter.

Die militärische Auseinandersetzung flammte auf, nachdem Österreich - unterstützt von Herzog Rudolf - Einfluss auf die niederbaierischen Angelegenheiten nehmen wollte.
Dabei geht es konkret um die Vormundschaft der drei unmündigen Herzöge von Niederbaiern, den Kindern der verstorbenen Herzöge Stephan I. und Otto III..

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1314 - Konrad III. „der Sendlinger“ wird zum Bischof von Freising gewählt

Freising * Konrad III. „der Sendlinger“ wird zum Bischof von Freising gewählt. 

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18. 3 1314 - Jacques de Molay und Geoffroy de Charnay werden verbrannt

Avignon - Paris * Die Verfügungsgewalt über die höchsten Würdenträger des „Templer-Ordens“ hat sich der Papst vorbehalten.

Sie werden von einem „Kardinalskollegium“ zu lebenslanger Haft verurteilt.
Zwei von ihnen, der „Großmeister“ Jacques de Molay und der „Praeceptor der Normandie“, Geoffroy de Charnay, pochen auf ihre Unschuld und lehnen das Urteil ab.

Jacques de Molay und Geoffroy de Charnay werden - ohne Rücksicht auf den Papst - noch am gleichen Tag auf der „Ile de la Cité“ in Paris verbrannt.

Der letzte „Templer-Großmeister“ soll den Papst und den König noch auf dem Scheiterhaufen verflucht haben, weshalb Clemens V. später „der verfluchte Papst“ genannt wird.

Der „Templer-Prozess“ ist bis heute einer der ganz großen Justizskandale geblieben.
Dem „Templer-Orden“ wurde bis zum heutigen Tage keine Genugtuung erteilt.

Das Hauptziel der Verfolgung der „Tempelherren“ durch König Philipp „dem Schönen“, sich das bewegliche Vermögen des „Ritterordens“ anzueignen, war allerdings gescheitert.
Der sagenhafte „Schatz der Templer“ wird nie gefunden, sein Verbleib nie geklärt.
Das bildet wiederum die Grundlage für eine Vielzahl von Spekulationen.
Und kein „Orden“ bot so viel Anlass zu Spekulationen wie der der „Templer“.

Durch ihr Engagement im „Heiligen Land“ kamen die „Tempelritter“ mit Traditionen der jüdischen Welt, des Islam und nicht zuletzt der Antike in Berührung, die ihren mittelalterlichen Horizont enorm erweiterten.

Ihre beachtlichen Erfolge auf technischem und finanziellem Gebiet lassen sich darauf zurückführen.

Sie entwickelten ein eigenes Weltbild, das höchstwahrscheinlich als Fernziel die „Vereinigung der monotheistischen Religionen“ anstrebte.
Gleichzeitig musste der „Ritter-Orden“ erkennen, dass sein neu erworbenes Wissen für das abergläubische mittelalterliche Europa noch nicht nachvollziehbar war und deshalb Schwierigkeiten heraufbeschwören musste.
So wurde vieles geheim gehalten, und aus diesen Geheimnissen entstanden sowohl die „Arroganz der Wissenden“ als auch viele Legenden.

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Nach 4 1314 - Wirklich aufgehoben wird der „Tempel-Ritterorden“ nur in Frankreich

Paris * Wirklich aufgehoben wird der „Orden der Tempel-Ritter“ nur in Frankreich.

In Aragón werden sie ähnlich wie in Frankreich behandelt, in England ergreift King Edward II. zunächst die Partei des Ordens und schwenkt später - nur widerwillig - auf die päpstlich-französische Linie ein, sodass die „Tempelritter“ der Verfolgung größtenteils entgehen.

In Schottland wird die „päpstliche Bulle“ nie verkündet, weshalb der „Templerorden“ dort ungehindert fortleben kann.

Im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ findet eine Verfolgung der „Templer“ nicht statt. Sie schließen sich nach der offiziellen Auflösung des „Ordens“ den „Johannitern“ oder dem „Deutschen Orden“ an.

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20. 4 1314 - Der „verfluchte Papst“ Clemens V. stirbt

Roquemaure * Der „verfluchte Papst“ Clemens V. stirbt im Jahr der Ermordung der „Tempelherren“ in Roquemaure in Frankreich.

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8 1314 - Die luxemburgische Partei verzichtet auf die Kandidatur

Frankfurt am Main * Auf Vorschlag des Mainzer Erzbischofs verzichtet die luxemburgische Partei auf die Kandidatur König Johanns von Böhmen zum römischen König und unterstützt dagegen Herzog Ludwig „den Baiern“.

Da sich trotz des Kandidatenwechsels keine eindeutigen Mehrheitsverhältnisse abzeichnen, droht eine Doppelwahl mit anschließendem „Thronkampf“.

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19. 10 1314 - Herzog Friedrich „der Schöne“ wird zum „Deutschen König“ gewählt

Sachsenhausen * Baierns Herzog Rudolf I., der Kölner Kurfürst, der Herzog von Sachsen-Wittenberg und der Böhmenkönig aus dem Haus der Herzöge von Kärnten wählen in Sachsenhausen bei Frankfurt den Habsburger Friedrich „den Schönen“ zum „Deutschen König“.

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20. 10 1314 - Herzog Ludwig „der Baier“ wird zum „Deutschen König“ gewählt

Frankfurt am Main * Die Kurfürsten von Mainz, Trier und Brandenburg sowie der Herzog von Sachsen-Lauenburg wählen Herzog Ludwig „den Baiern“ ebenfalls zum „Deutschen König“.

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25. 11 1314 - Die Herzöge Ludwig IV. und Friedrich werden zu Königen gekrönt

Bonn - Aachen * Herzog Friedrich „der Schöne“, in dessen Besitz sich die „Reichskleinodien“ befinden, wird vom „richtigen Coronator“, dem Erzbischof von Köln, am „falschen Ort“ - in Bonn - zum König gekrönt. 

Herzog Ludwig „der Baier“ wird am „richtigen Ort“, der „Pfalzkapelle in Aachen“, durch den Mainzer Erzbischof zum König gekrönt.

Ein „Thronkampf“ ist damit unvermeidlich geworden.

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29. 12 1314 - König Philipp IV. stirbt

Frankreich * Frankreichs König Philipp IV., der sich bei der Verfolgung der „Templer“ hervorgetan hat, stirbt.

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1315 - Die Herzöge Rudolf I. und Ludwig IV. vereinbaren eine Zusammenarbeit

München * Die herzoglichen Brüder Rudolf und Ludwig „der Baier“ vereinbaren ihre Zusammenarbeit.

Rudolf kennt Ludwig als „Römischen König“ an.

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18. 2 1315 - König Ludwig „der Baier“ gewährt den Münchnern “Schutz und Geleit“

München * König Ludwig IV. „der Baier“ gewährt „den Münchner Bürgern, ihrem Gut und ihren Boten“ Schutz und Geleit im ganzen „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ und natürlich in den baierischen Herzogtümern. 

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18. 4 1315 - König Ludwig „der Baier“ ist wieder in München

München * König Ludwig IV. „der Baier“ ist - nach seiner Krönung - erstmals wieder in München. 

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21. 4 1315 - Ludwig „der Baier“ befreit das „Angerkloster“ von allen Steuern

München-Angerviertel * König Ludwig IV. „der Baier“ befreit das „Angerkloster“ von allen Steuern. 

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29. 4 1315 - Die vier baierischen Herzöge treffen sich in München

München * Die vier baierischen Herzöge [König Ludwig IV. der Baier, Rudolf, Heinrich und Otto] treffen sich in München zu einer Unterredung. 

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6. 5 1315 - König Ludwig IV. der Baier und der Burgfrieden

München * König Ludwig der Baier äußert sich zum Burgfrieden wie folgt: „in der stat und uberal in den gerichtt, daz zu derselben stat gehört“.

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6. 5 1315 - König Ludwig der Baier schließt mit seinem Bruder einen Vertrag

München * König Ludwig IV. der Baier schließt mit seinem Bruder Herzog Rudolf einen „Sühnevertrag“, in dem sie  

  • ihre Zusammenarbeit vereinbaren und  
  • Herzog Rudolf seinen Bruder Ludwig IV. als Römischen König anerkennt. 

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6. 5 1315 - Sicheres Geleit für alle Kaufleute im Münchner Stadtgebiet

München * König Ludwig IV. der Baier erteilt allen Kaufleuten „sicheres Geleit“ im Münchner Stadtgebiet. 

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Um den 15. 5 1315 - Herzog Ludwig V., später genannt „der Brandenburger“, wird geboren

??? * Herzog Ludwig V., später genannt „der Brandenburger“, wird als Sohn König Ludwigs IV. „der Baier“ an einem nicht bekannten Ort geboren. 

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16. 7 1315 - München das Recht, „schädliche Leute“ im Herzogtum zu fangen

München * König Ludwig IV. „der Baier“ erteilt der Stadt München das Recht, „schädliche Leute“ im ganzen Herzogtum Baiern zu fangen und vor dem „Stadtgericht“ zu verurteilen, nicht jedoch „hinzurichten“

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21. 7 1315 - König Ludwig „der Baier“ erlässt das erste Münchner „Judenrecht“

München * König Ludwig IV. „der Baier“ erlässt das erste Münchner „Judenrecht“.  

Es entspricht dem „Augsburger Judenrecht“ und hebt gleichzeitig alle entgegenstehenden Vorschriften auf. 

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22. 12 1315 - Bischof Konrad III. beauftragt eine „Diözesan-Beschreibung“

Freising * Im Auftrag des Freisinger Bischofs Konrad III. „dem Sendlinger“ wird eine „Diözesan-Beschreibung“ gefertigt, die sogenannte „Konradinische Matrikel“.  

Sie beinhaltet sämtliche fürstbischöfliche Besitzungen und zählt gleichzeitig alle Einnahmen auf.  
Daneben enthält sie eine präzise „Diözesanbeschreibung“, die alle Kirchen, Kapellen, Klöster und Friedhöfe aufführt.  

Nach der „Konradinischen Matrikel“ ist das „Bistum Freising“ in 18 „Dekanate“ eingeteilt, die insgesamt 233 Pfarreien, 564 Filialkirchen und 22 weitere Kapellen umfassen.  

Das rechte Isarufer gehört bis hinunter zur „Menterschwaige“ zur „Pfarrei Bogenhausen“, die wiederum dem „Dekanat Ismaning“ unterstellt ist.  

Die „Pfarrei Bogenhausen“ umfasst die „Filialkirchen mit Begräbnisstätten“ in Haidhausen, die Leprosenkirche am Gasteig, sowie die in Giesing, Trudering, Riem, Gronsdorf, Haar und Harthausen, einer im Dreißigjährigen Krieg untergegangenen Siedlung bei der heutigen „Menterschwaige“.

Aus der „Konradinischen Matrikel“ geht auch hervor, dass die zum „Dekanat Ismaning“ gehörende „Pfarrkirche in Baumkirchen“ eine „Filialkirche in Pachem“ besitzt.  

In dieser „Matrikel“ findet sich erstmals eine farbige Abbildung des Hochstiftswappen, das den „Freisinger Mohr“ enthält. 

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19. 2 1316 - König Ludwig IV. hebt das „Grundruhrrecht“ auf

Ingolstadt * König Ludwig IV. hebt das „Grundruhrrecht“ auf der Isar und allen anderen baierischen Gewässern auf.  

Dadurch gehört das auf einem gestrandeten Schiff oder Floß befindliche Gut nicht mehr dem Finder oder demjenigen, an dessen Grundstück es ans Land gespült wird, sondern es bleibt weiterhin im Eigentum des Eigentümers. 

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26. 3 1316 - Die Kaufingerstraße wird erstmals genannt

München-Kreuzviertel - München-Hackenviertel * Die Kaufingerstraße [= „Kaufringergazz“] wird erstmals genannt. 

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1. 5 1316 - Ludwig „der Baier“ erlässt für die „Siechen am Gasteig“ eine „Hausordnung“

Haidhausen * König Ludwig „der Baier“ erlässt für die „Siechen am Gasteig“ eine „Hausordnung“.

Die Ordnung enthält unter anderem eine Vorschrift, wonach „aus der ganzen Versammlung der siechen Menschen” ein „Hausmeister“ und eine „Hausmeisterin“ benennen sind, die auf die „Einhaltung der Hausordnung“ zu achten haben.
Die „Spital-Insassen“ müssen ihnen Gehorsam leisten.

Übertretungen einzelner Bestimmungen haben zum Teil sehr empfindliche Strafen für die „Kranken“ zur Folge.  
„Disziplinierungsmittel“ sind vorgesehen.

Sie reichen von „Geldstrafen“ bis zu „Fasten bei Wasser und Brot“, dem „Essen auf dem Stubenboden“, der „Verrichtung von vorgeschriebenen Gebeten“ - kniend auf dem Stubenboden - in Anwesenheit der anderen „Spitalinsassen“.
Selbst Strafen in der „Kheichen”, dem Kerker, bei Wasser und Brot, sind unter bestimmten Umständen möglich.

Mit vier Stunden nehmen die religiösen Übungen und Gebete den größten Teil des Tages ein.
Die „Arbeitszeiten“ zugunsten des „Leprosenheims“ werden auf dreieinhalb Stunden pro Tag begrenzt.
„Commissionäre” überwachen die Arbeit im „Siechen-Spital“.  

Mittelalterliche „Spendentätigkeit“ hat sehr viel mit dem „Seelenheil des Geldgebers“ zu tun.
Je größer deren „Spendierfreudigkeit“ ausfällt, desto länger sind die „Gebete der Almosenempfänger“ und desto schneller kommen die Reichen dem „Paradies“ ein Stückchen näher.

Das „Leprosenhaus“ ist vornehmlich für Münchner Bürger und die in der Stadt Dienenden bestimmt.  
Nur sie erhalten hier unentgeltliche Aufnahme und Verpflegung.
Für die „Auswärtigen Siechen” müssen die zuständigen „Landgerichte“ die anfallenden Kosten übernehmen.

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7. 8 1316 - Johannes XXII. besteigt den „Apostolischen Stuhl“ in Avignon

Leyden * Der 67-jährige französische Kardinal Jacques Duèze - in deutschen Quellen auch Jakob von Cahors genannt - wird in Leyden in den Niederlanden nach einem vierzigtägigen „Conclave“ zum Papst gewählt. 

Als Johannes XXII. besteigt er den „Apostolischen Stuhl“ in Avignon.

Zuvor hatte Dante die sieben italienischen Kardinäle beschworen, einen Italiener zum Papst zu wählen, der die Kurie wieder nach Rom bringen sollte.
Das Ansinnen hatte jedoch gegen die 17 französischen Kardinäle keine Chance.

Johannes XXII. ist der zweite in Avignon residierende Papst.

Im deutschen Thronstreit nimmt Johannes XXII. lange eine abwartende Haltung ein und betrachtet den Thron des Reiches als „vakant“.

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1317 - König Ludwig „der Baier“ verbietet das Bierbrauen

München * König Ludwig „der Baier“ verbietet das Bierbrauen.

Der Grund sind Missernten.
Brotgetreide ist eben wichtiger wie Braugetreide.

Und den Durst stillt man am Besten mit Wein.

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26. 2 1317 - Rudolf I. überlässt König Ludwig IV. dem Baiern Baiern und die Pfalz

München * Die herzoglichen Brüder Rudolf und Ludwig „der Baier“ treffen eine Übereinkunft. 

Danach überlässt Rudolf seinem königlichen Bruder Baiern und die Pfalz, so lange Ludwig Krieg gegen den Habsburger Friedrich „den Schönen“ führt. 

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1318 - Das Speditionswesen ist durch die „Rott“ organisiert

Mittenwald * Das Speditionswesen ist in Mittenwald durch den „Verein der bürgerlichen Fuhrleute“, der sogenannten „Rott“, organisiert.

Die „Strata inferior“, die „Untere Straße“, die über den „Brenner“ durch die „Grafschaft Werdenfels“ führt, ist eine der „Haupttransitstrecken“.
Zahlreiche Ortschaften entlang dieses Verkehrsweges verdanken ihren Aufschwung diesem spätmittelalterlichen Handel und Verkehr. Neben den Städten Bozen, Meran, Innsbruck oder Schongau, sind dies in der „Grafschaft Werdenfels“ Mittenwald und Partenkirchen.  

Für diesen Handel bildet sich ein Frachtwesen heraus, das unter dem Namen „Rottfuhrwesen“ bekannt ist.  

Und so ist die „Rott“ organisiert:
An der Handelsstraße werden in Tagesabständen [20 bis 30 Kilometer] „Rottstationen“ [= Niederlagen] errichtet.
Den „Rottfuhrleuten“ dieser Stationen steht das alleinige und ausschließliche Recht zu, „Rottgüter“ gegen „Niederlagegeld“ und „Fuhrlohn“ von ihrer Station zur nächsten zu befördern.

Außerdem wird bereits von einem regen „Floßverkehr“ auf der ab Mittenwald floßbaren Isar berichtet. 

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??? 1318 - Margarete von Tirol, später genannt „Maultasch“, wird geboren

Tirol * Margarete von Tirol, später genannt „Maultasch“, die Erbtochter Herzog Heinrichs von Kärnten und Tirol und Titularkönigs von Böhmen, wird geboren.

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1318 - In Portugal werden die „Tempel-Ritter“ von jedem Verdacht freigesprochen

Portugal * In Portugal werden die „Tempel-Ritter“ durch einen Untersuchungsausschuss von jedem Verdacht freigesprochen.

Sie ändern ihren Ordensnamen in „Christusorden“.

Dieser widmet sich in der Folgezeit der Seefahrt und hat so berühmte Mitglieder wie Vasco da Gama und Heinrich den Seefahrer.
Die portugiesischen Schiffe segeln deshalb auch unter dem berühmten „Tatzenkreuz der Templer“.

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1319 - König Ludwig „der Baier“ befreit das „Leprosenhaus am Gasteig“ von Lasten

Haidhausen * König Ludwig „der Baier“ befreit das „Leprosenhaus am Gasteig“ von allen landesherrlichen Abgaben, Steuern sowie Diensten und übergibt ihm Grundbesitz, um die Pflege der Kranken zu gewährleisten.

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1319 - König Ludwig „der Baier

Freising * Der Freisinger Bischof Konrad III. „der Sendlinger" kauft König Ludwig „dem Baiern" die Ortschaften Oberföhring, Niederföhring (heute Unterföhring), Englschalking, Daglfing und Ismaning um 100 Mark Silber ab.

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12. 8 1319 - Herzog Rudolf stirbt in England (?)

England * Herzog Rudolf stirbt in England (?).

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Um 1320 - Wilhelm von Ockham übersiedelt nach London

London * Wilhelm von Ockham übersiedelt nach London, wo er im „Studienhaus der Franziskaner“ unterrichtet.

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12. 4 1322 - Konrad III. „der Sendlinger“, der Bischof von Freising, stirbt in Freising

Freising * Konrad III. „der Sendlinger“, der Bischof von Freising, stirbt in Freising.  

Angeblich hat ihn einer seiner Diener vergiftet. 

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16. 6 1322 - Johann Wulfing von Schlackenwerth wird Bischof von Bamberg

Avignon - Bamberg * Papst Johannes XXII. ernennt Johann Wulfing von Schlackenwerth zum Bischof von Bamberg. 

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24. 8 1322 - Königin Beatrix von Baiern stirbt in München

München - München-Kreuzviertel * Königin Beatrix von Baiern, die erste Ehefrau von König Ludwig IV. „dem Baiern“, stirbt in München.

Ihre Grabstätte befindet sich in der heutigen Münchner „Frauenkirche“
Mit ihrer Bestattung wird die „Marienkapelle“ zur „Hofkirche“ erhöht. 

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28. 9 1322 - Die „Schlacht bei Mühldorf“ erzwingt die Entscheidung

Mühldorf * Nachdem sich die Kontrahenten Ludwig „der Baier“ und Friedrich „der Schöne“ in über sieben Jahren sechs Mal gegenüberstanden, aber einer militärischen Auseinandersetzung ausgewichen sind, wollen die Parteien jetzt eine Entscheidung erzwingen.

Der „Thronkampf“ endet mit einem Sieg König Ludwigs „des Baiern“ in der „Schlacht bei Mühldorf“.

König Friedrich „der Schöne“ wird gefangen genommen und auf die „Burg Trausnitz“ bei Nabburg in der Oberpfalz gebracht.

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10 1322 - Papst Johannes XXII. eröffnet einen Prozess gegen Ludwig „den Baiern“

Avignon * Papst Johannes XXII. erkennt Ludwig „den Baiern“ nicht als „römischen König“ an, weil ihm König Friedrich „der Schöne“ Unterstützung im Kampf gegen die großen oberitalienischen Stadtkommunen in Aussicht gestellt hatte.

Daraufhin unterstützt König Ludwig „der Baier“ die Visconti in Mailand, die sich dadurch erfolgreich gegen einen päpstlichen „Kreuzzug“ erwehren können.

Papst Johannes XXII. eröffnet deshalb einen Prozess gegen König Ludwig „des Baiern“. 

Er ihn bezichtigt ihn 

  • der „Anmaßung königlicher Rechte“ und
  • seiner „Regierung ohne päpstliche Approbation“ [Anerkennung, Genehmigung] sowie
  • der „Unterstützung der als Ketzer verurteilten italienischen Signori“.

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1323 - Wilhelm von Ockham wird der „Häresie“ bezichtigt

London * Wilhelm von Ockham wird der „Häresie“ bezichtigt.  

Die Anklageschrift zählt 56 Lehrsätze auf, die als „Irrtümer“ angeprangert werden.

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Um 4 1323 - Ludwig „dem Baiern“ erhält in Nürnberg die „Reichskleinodien“

Nürnberg * Herzog Leopold von Österreich übergibt König Ludwig „dem Baiern“ in Nürnberg die „Reichskleinodien“.

Die „Insignien der Macht“ werden umgehend in Ludwigs Residenzstadt München gebracht und in der eigens für diesen Anlass neu ausgestatteten „Lorenzkapelle“ im „Alten Hof“ untergebracht.
Die „Reichsinsignien“ werden dort bis 1350 aufbewahrt.

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4 1323 - Ludwig IV. „der Baier“ macht seinen achtjährigen Sohn zum Kurfürsten

München * Der achtjährige Herzog Ludwig V., später genannt „der Brandenburger“, wird von seinem Vater König Ludwig IV. mit der „Markgrafschaft Brandenburg“ belehnt. 

Damit wird Ludwig V. „den Brandenburger“ zu einem der sieben Kurfürsten. 

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Um den 5. 5 1323 - Das „Freisinger Domkapitel“ wählt Albert von Enn zum Bischof

Freising * Das „Freisinger Domkapitel“ wählt den Freisinger „Dompropst“ Albert von Enn zum Bischof.  

Nachdem der Salzburger Erzbischof Friedrich III. von Leibnitz die Wahl nicht bestätigen will, muss Papst Johannes XXII. in Avignon eine Entscheidung herbeiführen.  

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12. 11 1323 - Papst Johannes XXII. bezieht Stellung zur „Armutsfrage“

Vienne * Papst Johannes XXII. bezieht auf dem „Konzil von Vienne“ abschließend Stellung zur sogenannten „Armutsfrage“.

Die Lehre, wonach Christus und die Apostel kein Eigentum besessen haben, sei eine Entstellung der Evangelien, womit diese Lehre grundsätzlich für „irrtümlich und ketzerisch“ erklärt wird.

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23. 12 1323 - Johann Wulfing von Schlackenwerth wird Freisinger Bischof

Avignon - Freising * Papst Johannes XXII. ernennt Johann Wulfing von Schlackenwerth zum Freisinger Bischof. 

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1324 - Wilhelm von Occham reist nach Avignon

Avignon * Wilhelm von Occham reist nach Avignon, um sich dem gegen ihn angestrengten Prozess zu stellen.

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25. 2 1324 - König Ludwig „der Baier“ heiratet die Gräfin Margarete von Holland

Köln * König Ludwig „der Baier“ heiratet in Köln Gräfin Margarete von Holland, Seeland und Friesland. 

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20. 3 1324 - Bischof Johann Wulfing von Schlackenwerth begibt sich nach Freising

Bamberg - Freising * Der vom Papst Johannes XXII. zum Freisinger Bischof ernannte Johann Wulfing von Schlackenwerth begibt sich erst jetzt von Bamberg in sein neues Bistum. 

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23. 3 1324 - Papst Johannes XXII. spricht den „Bannfluch“ über Ludwig „den Baiern“

Avignon * Der in Avignon residierende Papst Johannes XXII. spricht den „Bannfluch wegen Häresie“ über König Ludwig „den Baiern“ aus.  

Er schließt ihn damit aus der Gemeinschaft der Kirche aus, in die Ludwig bis zu seinem Tod nicht wieder aufgenommen werden wird.  
In der katholischen Kirche gilt er bis heute als „exkommuniziert“.  

Gleichzeitig enthebt ihn der Papst seiner „königlichen Rechte“ und belegt das Reich mit „Interdikt“, also das „Verbot der Spendung der Sakramente“.

Der „Bannfluch“ wird Ludwig bis zu seinem Tod verfolgen.

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26. 4 1324 - Der Freisinger Bischof Johann Wulfing von Schlackenwerth stirbt

Freising * Der Freisinger Bischof Johann Wulfing von Schlackenwerth ist gerade einmal 5 Wochen und zwei Tage an seinem neuen Wirkungsort, dann stirbt er. 

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22. 5 1324 - König Ludwig „der Baier“ klagt den Papst der „Häresie“ an

Sachsenhausen * In der „Sachsenhausener Appellation“ bezeichnet König Ludwig „der Baier“ Papst Johannes XXII. wegen seiner Haltung in der viel diskutierten „Armutsfage“ als „Schützer und Gönner ketzerischer Bosheit“ und klagt ihn der „Häresie“ an. 

Der König benutzt dabei die Formulierung: „Johannes, der sich Papst nennt“ und dass er „ein Feind des Friedens“ sei.

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4. 7 1324 - Albert von Enn wird Bischof von Brixen

Avignon - Brixen * Albert von Enn wird von Papst Johannes XXII. zum Bischof von Brixen ernannt.  

Damit endet die Auseinandersetzung um die Besetzung des Freisinger Bischofstuhls, der an Konrad IV. von Klingenberg übertragen wird. 

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5. 7 1324 - Konrad IV. von Klingenberg wird der neue Bischof von Freising

Avignon - Freising * Papst Johannes XXII. ernennt Konrad IV. von Klingenberg zum neuen Bischof von Freising.

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8 1324 - Konrad IV. von Klingenberg muss aus Freising flüchten

Freising - Konstanz * Obwohl das königstreue Freisinger „Domkapitel“ den neuen Bischof nicht anerkennt, zieht Konrad IV. von Klingenberg in Freising ein.  

Ende August kommt es zu einem kleinen Gefecht zwischen den Anhängern König Ludwigs IV. „des Baiern“ und den Gefolgsleuten Bischof Konrads IV. von Klingenberg.  
Bei der Auseinandersetzung wird der Bischof verletzt und muss nach Konstanz fliehen. 

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30. 11 1324 - Herzog Ludwig V. wird mit Margarete von Dänemark verheiratet

Wørdingborg * Der neunjährige Herzog Ludwig V. „der Brandenburger“ wird mit Margarete, der 18-jährigen Tochter des dänischen Königs, in Wørdingborg verheiratet.

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23. 12 1324 - Albert von Enn tritt seine Bischofsstelle in Brixen an

Brixen * Albert von Enn tritt seine Bischofsstelle in Brixen an. 

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13. 3 1325 - Friedrich „der Schöne“ erkennt Ludwig IV. als „römischen König“ an

Nabburg * Mit der sogenannten „Trausnitzer Sühne“ versöhnt sich Ludwig „der Baier“ mit Friedrich „dem Schönen“ auf „Burg Trausnitz“ bei Nabburg in der Oberpfalz.

Friedrich erkennt Ludwig als „römischen König“ an und verpflichtet sich, ihn bei seinem Kampf gegen den Papst zu unterstützen.
Dafür erhält er die Freiheit.

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12. 6 1325 - König Ludwig IV. „der Baier“ stellt Freising unter seinen besonderen Schutz

Freising * Bei seinem Besuch stellt König Ludwig IV. „der Baier“ die Stadt Freising unter seinen besonderen Schutz. 

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5. 9 1325 - Ludwig IV. und Friedrich „der Schöne“ vereinbaren eine Doppelregentschaft

München * Im „Münchner Vertrag“ vereinbaren Ludwig „der Baier“ und Friedrich „der Schöne“ eine gleichberechtigte Doppelregentschaft, der den Habsburger zum Mitregenten macht.

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Ab 1326 - Die Theorie vom Vorrang des weltlichen Herrschers über die Kirche

München-Graggenau * Im Umkreis des „Franziskanerklosters“ und des „Alten Hofs“ lebt Dr. Marsilius von Padua.

Der Arzt, Jurist und Theologe ist der Autor des „Defensor pacis“.
Er begründet darin die politische Theorie vom Vorrang des weltlichen Herrschers über die Kirche, die letztlich auch zur „Säkularisation“ beitragen soll.

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1326 - Ockhams Ansichten werden als „häretisch oder irrig“ bezeichnet

Avignon * Im abschließenden Gutachten werden von 51 Lehrsätzen Occhams 29 als „häretisch oder irrig“, die übrigen 22 als „möglicherweise falsch“ bezeichnet.

Unter anderem wurde Ockham des „Pelagianismus“ für schuldig befunden.
[Der „Pelagianismus“ lehrt, dass die menschliche Natur – von Gott stammend – auch göttlich ist und dass der sterbliche Wille in der Lage sei, ohne göttlichen Beistand zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

Damit steht seiner Verurteilung durch Papst Johannes XXII. nichts mehr im Wege, doch Ockham bleibt bis 1328 als Angeklagter in Avignon und es kommt aus unbekannten Gründen zu keinem Urteil.

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1 1326 - Ludwig „der Baier“ bietet Papst Johannes XXII. einen Amtsverzicht an

München - Avignon * König Ludwig „der Baier“ bietet Papst Johannes XXII. einen Amtsverzicht zugunsten seines Vetters „Friedrich „dem Schönen“ an.

Doch der Papst geht auf das Angebot nicht ein.

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13. 2 1327 - Der verheerendste „Stadtbrand“ der Münchner Geschichte

München-Angerviertel * Beim „ersten Hahnenschrei“ bricht im „Angerkloster“ ein Feuer aus, das zum verheerendsten „Stadtbrand“ der Geschichte Münchens wird. 

Fast ein Drittel der Stadt wird ein Opfer der Flammen. 

Dreißig Menschen sterben bei dem Großfeuer. 

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14. 2 1327 - Verheerend wirkt sich der große „Stadtbrand“ aus

München * Verheerend wirkt sich der große „Stadtbrand“ aus.

Er erfordert einen Neubau von „Franziskaner-Kloster“ und „Klosterkirche“, der erst nach großzügigen Spenden der „Kaufmannsfamilie“ Ridler im Jahr 1392 abgeschlossen werden kann.

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Um 3 1327 - König Ludwig „der Baier“ bricht zu seinem „Feldzug“ gegen Italien auf

München * König Ludwig „der Baier“ bricht zu seinem „Feldzug“ gegen Italien auf.

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3. 4 1327 - Aus dem „Dux Bavarie“ wird „Ludwig aus Baiern“

Avignon * Papst Johannes XXII. spricht König Ludwig IV. sogar das Herzogtum ab.  

Aus dem „Dux Bavarie“ wird nun „Ludovicus de Bavaria“, also „Ludwig aus Baiern“ oder eben „Ludwig der Baier“

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17. 5 1327 - König Ludwig „der Baier“ zieht in Mailand ein

Mailand * König Ludwig „der Baier“ zieht in Mailand ein.

Um seinen Herrschaftsanspruch auf Italien zu demonstrieren, lässt er sich mit der „Eisernen Krone der Langobarden“ krönen.

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11. 10 1327 - König Ludwig „der Baier“ zieht triumphal in Pisa ein

Pisa * Nach einer einmonatigen Belagerung zieht König Ludwig „der Baier“ triumphal in Pisa ein.

Er macht die Stadt zu seinem wichtigsten Stützpunkt in Italien.

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11 1327 - Bischof Konrad IV. von Klingenberg zieht in Freising ein

Freising * Nachdem König Ludwig IV. „der Baier“ im März nach Italien aufbrechen ist, kann sich Bischof Konrad IV. von Klingenberg die Unterstützung des niederbaierischen Herzogs Heinrich XIV. erschleichen und in Freising einziehen. 

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1. 12 1327 - Der „Franziskaner-General“ Michael von Cesena trifft in Avignon ein

Avignon * Der „Ordensgeneral der Franziskaner“, Michael von Cesena, trifft, von Papst Johannes XXII. nach Avignon zitiert, in der Stadt ein.
Er wohnt dort im „Franziskanerkonvent“, wo auch Wilhelm von Ockham untergebracht ist.

Ockham, der sich bisher auf theologische und philosophische Fragen konzentriert hatte und kirchenpolitisch kaum hervorgetreten war, sieht sich zur Auseinandersetzung mit dem „Armutsstreit“ veranlasst. 

Michael von Cesena überzeugt Wilhelm von der Richtigkeit der „Armutsforderung“ und dass die gegenteiligen Verordnungen des Papstes „häretisch“ sind.
Daraus ziehen die beiden Franziskaner die Konsequenz, dass der Papst vom wahren Glauben abgefallen sei.

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21. 12 1327 - König Ludwig „der Baier“ bricht von Pisa in Richtung Rom auf

Pisa - Rom * König Ludwig „der Baier“ bricht von Pisa in Richtung Rom auf.

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Ab 1328 - Michael von Cesena lebt im „Franziskaner-Kloster“

München-Graggenau * Michael von Cesena, der anno 1316 zum „Generaloberen der Franziskaner“ gewählt worden war und der wegen der „Armutsfrage“ in Konfrontation mit Papst Johannes XXII. steht, lebt im „Franziskaner-Kloster“.

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1328 - Konstruiertes Gründungsjahr der „Augustiner-Brauerei“

München-Kreuzviertel * Dieses Jahr wird als Gründungsjahr der „Augustiner-Brauerei“ angenommen.

Die älteste auffindbare Urkunde stammt allerdings aus dem Jahr 1411.

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7. 1 1328 - Ludwig „der Baier“ erreicht die „Ewige Stadt“ Rom

Rom * König Ludwig „der Baier“ erreicht mit seinem Heer aus etwa 4.000 Reitern und zahlreichem Fußvolk die „Ewige Stadt“ Rom.

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17. 1 1328 - König Ludwig „der Baier“ wird in Rom zum Kaiser gekrönt

Rom * König Ludwig IV., „der Baier“, wird in Rom unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und in feierlicher Zeremonie erstmals zum „Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ gekrönt. 

An Stelle des Papstes vollziehen zwei kaisertreue - und „gebannte“ - Bischöfe die Krönung.

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18. 4 1328 - Kaiser Ludwig „der Baier“ setzt Papst Johannes XXII. wegen „Häresie“ ab

Rom - Avignon * Kaiser Ludwig „der Baier“ setzt Papst Johannes XXII. unter dem Vorwurf der „Häresie“ ab und lässt den Beschluss durch eine Volksversammlung bestätigen.

Papst Johannes XXII. schickt daraufhin im Gegenzug eine „Bannbulle“ nach Rom, worauf Ludwig „der Baier“ für ihn die „Todesstrafe wegen Ketzerei“ verkündet.

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12. 5 1328 - Der Franziskaner Pietro Rainalducci wird zum Papst Nikolaus V.

Rom * Kaiser Ludwig der Baier lässt den Franziskaner Pietro Rainalducci vom römischen Volk zum Papst Nikolaus V. wählen.

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26. 5 1328 - Ludwig „der Baier“ stellt die flüchtigen „Franziskaner“ unter seinen Schutz

Pisa * Michael von Cesena, Wilhelm von Ockham und die Franziskaner Bonagratia von Bergamo und Franz von Marchia fliehen aus Avignon und begeben sich auf dem Seeweg nach Pisa.
Dort treffen sie auf Kaiser Ludwig „den Baiern“.

Dieser stellt die flüchtigen „Franziskaner“ unter seinen Schutz.

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27. 5 1328 - Kaiser Ludwig der Baier und Papst Nikolaus V. krönen sich gegenseitig

Rom * Kaiser Ludwig der Baier und Papst Nikolaus V. krönen sich gegenseitig.

Größere Bedeutung erlangt Nikolaus V. nie. Nach Ludwigs Kaiserkrönung und seiner Abreise aus Rom findet er nicht einmal mehr genug Anhänger in Italien.

Sein eigentliches Ziel, den Papst in Avignon zu schwächen, ist gescheitert.

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20. 7 1328 - Wilhelm von Ockham wird vom Papst „exkommuniziert“

Avignon * Wilhelm von Ockham wird von Papst Johannes XXII. „exkommuniziert“

Er wird nun zu einem Vorkämpfer der Gegner des Papstes und beginnt sich intensiv mit politischen und kirchenrechtlichen Grundsatzfragen zu befassen.
Insbesondere dem Verhältnis zwischen weltlicher und geistlicher Macht und den Grenzen der Befugnisse des Papstes.

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1329 - Die 11-jährige Margarete wird mit dem 7-jährigen Johann Heinrich verheiratet

Tirol * Die elfjährige Margarete von Tirol, später genannt „Maultasch“, wird mit dem siebenjährigen Johann Heinrich, dem Sohn König Johanns von Böhmen aus dem Hause Luxemburg, verheiratet.

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1329 - Streit zwischen den „Franziskanern“ und der Pfarrgeistlichkeit

München-Graggenau * Da bei den Beerdigungen sogenannte „Stol-Gebühren“ fällig werden, kommt es zum Streit zwischen den „Franziskanern“ und der Pfarrgeistlichkeit von „St.-Peter“ und „Unserer Lieben Frau“.

Man einigt sich auf einen Modus: Die für den „Franziskaner-Friedhof“ bestimmten Leichen müssen zuvor in den zuständigen Pfarrkirchen ausgesegnet werden.
Anschließend werden sie in einer „Prozession“ zur „Franziskaner-Begräbnisstelle“ überführt.

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4. 8 1329 - Der „Vertrag von Pavia“

Pavia * Mit dem „Vertrag von Pavia“ versöhnt sich Kaiser Ludwig „der Baier“ mit den Söhnen seines verstorbenen Bruders Rudolf I. [Rudolf II. und Rupprecht I.] und räumt ihnen die Pfalz am Rhein und die „Oberpfalz“ als eigenes Landesfürstentum ein.

Beim Aussterben der einen Linie soll die andere ihre Territorien erben.

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Um 1330 - Das sogenannte „Gries“ wird in die Stadtmauer einbezogen

München-Graggenau - München-Angerviertel * Das sogenannte „Gries“ wird in die Stadtmauer einbezogen und durch das „Isartor“ abgeschlossen.

Das „Isartor“ war damit offensichtlich der letzte Baustein in der Mauer und der Abschluss der Stadterweiterung.  

Nun kann auch eine „Torwache“ für das „Porta nova in valle“, dem „Neuen Tor im Tal“, bestellt werden. 

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1330 - Der „Franziskaner-Konvent“ erhält eine wertvolle Reliquie

München-Graggenau * Von besonderer Bedeutung für den „Franziskaner-Konvent“ wird nun eine wertvolle Reliquie, nämlich ein Oberarmknochen des „heiligen Antonius von Padua“.

Er ist als Geschenk Kaiser Ludwigs „des Baiern“ nach München gelangt, jedoch in der Zeit der „Großen Pest“ angeblich eingemauert worden.

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1330 - Die Münchner bauen ein Wehr in die Isar

Au * Die Münchner bauen in der Höhe der heutigen Marienklausenbrücke ein Wehr in die Isar, um damit das Flusswasser für die Festungsgräber, die Mühlen, die Floßlände und die Holztrift zur Stadt hin aufstauen zu können.

Dadurch entsteht zwischen der Isar und dem Hochufer ein Streifen Trockenland - die Au. 

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1330 - Der „Lenzbauernhof“ als Freisinger Domkapitel-Eigentum

Haidhausen * Der „Lenzbauernhof“ in Haidhausen wird als Freisinger Domkapitel-Eigentum erwähnt.

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1330 - Schon wieder eine Kinderhochzeit

Tirol * Die zwölfjährige Margarete „Maultasch“ von Tirol wird mit dem drei Jahre jüngeren Johann Heinrich von Luxemburg verheiratet. 

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Um 1 1330 - Wilhelm von Ockham trifft mit seinen Gefährten in München ein

München * Wilhelm von Ockham trifft mit seinen Gefährten in München ein, wo er bis zu seinem Tod bleibt.

Er kann seine Stellung als Berater des Kaisers festigen und hilft Kaiser Ludwig „den Baiern“ auch im Ehestreit um Margarete von Tirol mit einem Gutachten.

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2 1330 - Der Freisinger Bischof Konrad IV. von Klingenberg flüchtet nach Österreich

Freising * Nach der Rückkehr Kaiser Ludwigs IV. „des Baiern“ aus Italien flüchtet der Freisinger Bischof Konrad IV. von Klingenberg nach Österreich.  

Das Bistum wird seither vom Freisinger „Dompropst“ Leutold von Schaunberg verwaltet.  
Aus Verärgerung lässt Bischof Konrad IV. von Klingenberg das „Domkapitel“ durch Papst Benedikt XII. exkommunizieren - allerdings ohne jede Wirkung. 

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28. 4 1330 - Kaiser Ludwig „der Baier“ stiftet das „Kloster Ettal“

Ettal * Kaiser Ludwig „der Baier“ stiftet das „Kloster Ettal“.

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25. 8 1330 - Der „Gegenpapst“ Nikolaus V. verzichtet auf sein Amt

Avignon * Nachdem man ihm Leben und Pension zugesichert hat, verzichtet der „Gegenpapst“ Nikolaus V. auf sein Amt, unterwirft sich Papst Johannes XXII. und begibt sich nach Avignon.

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1332 - Die „Falknerei“ wird zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens

München * Kaiser Ludwig der Baier hat festgelegt:
„Es mögen auch die Ritter alle Kurzweil vol treiben, mit Pyrsen, mit Paizzen, mit Jagen“.

In der Folge werden die zur „Falkenjagd“ notwendigen und kunstvoll gearbeiteten Gerätschaften zum Statussymbol und zum Kennzeichen der Zugehörigkeit zur Oberschicht.
Damit ist die „Falknerei“ zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens an den Fürstenhöfen geworden.

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6. 11 1332 - München erhält das „Recht der Salzniederlage und des Salzhandels“

München * Kaiser Ludwig IV. „der Baier“ bestätigt der Stadt München das „Recht der Salzniederlage und des Salzhandels“.  

Er gibt ihr damit ein regelrechtes „Salzhandelsmonopol“.  
Von Wasserburg her darf das Salz zwischen Landshut und dem Gebirge nur bei München über die Isar gebracht werden.  

Die Urkunde wird - wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung - mit einer „Goldbulle“ besiegelt.  
Sie gilt als „Magna Charta“ der Stadt.  

Der Salzhandel ist - neben dem Handel mit Wein - die wichtigste Quelle des wirtschaftlichen Aufstiegs der Stadt und war schon 1158 ein Auslöser der Marktverlegung von Föhring nach Munichen. 

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Vor dem Jahr 1333 - Die „Bleichen“ sind im später so genannten „Lehel“ entstanden

München-Lehel * Die „Bleichen“, in der die Färber ihre Tücher zum Trocknen und Bleichen auslegen können, sind im später so genannten „Lehel“ entstanden. 

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1333 - Die Ehe wird „vollzogen“

Tirol * Die Ehe zwischen Herzog Ludwig „der Brandenburger“ und Margarete (von Dänemark) wird „vollzogen“.

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16. 10 1333 - Der als Gegenpapst gescheiterte Nikolaus V. stirbt in Avignon

Avignon * Der als Gegenpapst gescheiterte Nikolaus V. stirbt in Avignon, wo er in der Franziskanerkirche beigesetzt wird.

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4. 12 1334 - Papst Johannes XXII. stirbt in Avignon

Avignon * Papst Johannes XXII. stirbt in Avignon.

Sein Nachfolger wird Benedikt XII..

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2. 11 1336 - Albert von Enn, der Bischof von Brixen, stirbt

Brixen * Albert von Enn, der Bischof von Brixen und für die selbe Stelle in Freising vom Domkapitel gewählt, aber vom Papst nicht anerkannt, stirbt in Brixen. 

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1338 - Der erste Beleg für die Bezeichnung „Isartor“

München * Eine „Kammerrechnung“ vermerkt erstmals das Kapitel „Ysertor in custodia“, also für die „Bewachung des Isartores“.  

Das ist zugleich auch der erste Beleg für die Bezeichnung „Isartor“

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5 1338 - Die Unanhängigkeit des gewählten Römischen Königs vom Papst

??? * Kaiser Ludwig „der Baier“ manifestiert die Unanhängigkeit des gewählten Römischen Königs von einer Anerkennung durch den Papst.

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1339 - Johann Heinrich von Luxemburg übernimmt die Regentschaft in Tirol

Tirol * Johann Heinrich von Luxemburg übernimmt die Regentschaft in Tirol.

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18. 2 1339 - Noch eine Kinderhochzeit

München * Die 13-jährige Anna, Tochter Kaiser Ludwigs IV. des Baiern, wird in München mit dem elfjährigen Herzog Johann I. von Niederbaiern verheiratet. 

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1340 - Im „Stadtrechtsbuch“ finden sich Bestimmungen für den Brandfall

München * Im Münchner „Stadtrechtsbuch“ finden sich Bestimmungen über den Umgang im Brandfall.

Dort heißt es: „Wenn es in der Stadt brennt, müssen zu dem Feuer kommen, sobald die Sturmglocke läutet, alle Bader und ihre Gehilfen, die Amt haben, und ihre Badergeräte mitbringen, die Maurer und Zimmerer mit ihren äxten und die Kornmesser und Salzmesser und die Salzlader und die Auflader und die Holzleut mit ihren äxten und was sie haben, das dem Feuer gut ist; - wer nicht kommt, verliert sein Recht in der Stadt für ein Jahr - was ihnen verdirbt, wird von der Stadt ersetzt“.

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1340 - Die Ortsbezeichnung Berg am Laim ist erstmals eindeutig

Berg am Laim * Durch den Zusatz „auf dem Laimb“ kann die Ortsbezeichnung „Berg“ erstmals Berg am Laim eindeutig zugeordnet werden.

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7. 4 1340 - Bischof Konrad IV. von Klingenberg stirbt in Ulmerfeld

Ulmerfeld * Bischof Konrad IV. von Klingenberg stirbt in Ulmerfeld (heute Gemeinde Amstetten/Niederösterreich). 

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Um 5 1340 - Herzogin Margarete (von Dänemark) stirbt in Berlin

Berlin * Herzogin Margarete (von Dänemark), die erste Ehefrau von Herzog Ludwig V. „dem Brandenburger“, stirbt in Berlin.

Ihre Grabstätte befindet sich in der dortigen „Franziskanerkirche“.

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21. 12 1340 - Niederbaiern fällt an das Herzogtum Oberbaiern zurück

Landshut * Die niederbaierische Linie Herzog Heinrichs XIII. stirbt mit dem elfjährigen Herzog Johann "das Kind" aus.

Niederbaiern fällt an das Herzogtum Oberbaiern zurück.

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2. 11 1341 - Bei der Rückkehr vom Jagdausflug ist das Tor verriegelt

Tirol * Nachdem die elf Jahre andauernde Ehe zwischen Margarete von Tirol, später genannt „Maultasch“, und Johann Heinrich von Luxemburg kinderlos geblieben war, nimmt die 23-jährige Margarete ihr Schicksal selbst in die Hand. 

Bei der Rückkehr von einem Jagdausflug findet ihr 20-jähriger Ehemann das Tor von Schloss Tirol verriegelt vor.

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Um 10. 12 1341 - Margarete von Tirol sperrt ihren Ehemann aus „Schloss Tirol“ aus

Tirol * Kaiser Ludwig „der Baier“ erklärt die Ehe der Tiroler Gräfin Margarete und ihrem Gatten Johann Heinrich von Luxemburg für „nicht vollzogen“ und damit für ungültig. 

Dass Margarete von Tirol ihren Ehemann Johann Heinrich von Luxemburg aus „Schloss Tirol“ aussperrt, ist vermutlich mit Kaiser Ludwig „dem Baiern“ abgestimmt gewesen, da sich dieser äußert, dass „sogleich die ganze Erde aussterben würde, käme die Fähigkeit zum Beischlaf abhanden“.

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Um 1 1342 - „Gegenbischof“ Ludwig von Kammerstein stirbt auf dem Weg nach Tirol

Freising - Tirol * Der Freisinger „Gegenbischof“ Ludwig von Kammerstein verunglückt auf dem Weg nach Tirol und stirbt.  

Er sollte die erste Ehe der Margarete „Maultasch“ von Tirol mit Johannes von Böhmen auflösen und die neue mit dem Kaisersohn Ludwig V. „den Brandenburger“ schließen.  

Daraufhin erklärt Kaiser Ludwig IV. „der Baier“ die Ehe der Tiroler Gräfin Margarete und ihrem Gatten Johann Heinrich von Böhmen (Luxemburg) für „nicht vollzogen“ und damit für ungültig.

Der Nachfolger des Freisinger „Gegenbischofs“ wird Leutold von Schaumburg-Julbach.

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28. 1 1342 - Ludwig „der Brandenburger“ erlässt den „Großen Tiroler Freiheitsbrief“

Tirol * Herzog Ludwig „der Brandenburger“, der älteste Sohn Kaiser Ludwigs „des Baiern“ und künftiger Ehegatte der Gräfin Margarete von Tirol, erlässt den „Großen Tiroler Freiheitsbrief“.

Darin

  • bestätigt er den Tirolern die „Rechte des Landes“ und
  • verspricht ihnen, keine Steuern ohne Zustimmung der „Landstände“ zu erheben, sowie
  • die Regierung nur nach Rücksprache mit den „Landständen“ zu führen.
  • Außerdem darf er keine „Ausländer“ - auch keine Baiern - in Dienst nehmen und
  • ​Margarete nicht außer Land bringen.

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10. 2 1342 - Ludwig „der Brandenburger“ heiratet Margarete „Maultasch“ von Tirol

Schloss Tirol * Herzog Ludwig V. „der Brandenburger“, der älteste Sohn Kaiser Ludwigs „des Baiern“, heiratet auf „Schloss Tirol“ die Gräfin Margarete von Tirol, später genannt „Maultasch“

Das Paar lebte - kirchenrechtlich gesehen - 17 Jahre in „wilder Ehe“.

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11. 2 1342 - Ludwig „der Brandenburger“ und Margarete erhalten die „Grafschaft Tirol“

Meran * Kaiser Ludwig der Baier belehnt Herzog Ludwig den Brandenburger und dessen Ehefrau Margarete im Hof des Trienter Bischofs in Meran mit der Grafschaft Tirol und dem Herzogtum Kärnten.

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8. 5 1342 - Verbot der feuergefährlichen Stroh- und Schindeldächer

München * Kaiser Ludwig der Baier vereinbart mit der Stadt das Verbot der feuergefährlichen Stroh- und Schindeldächer.

Häuser und Stadel sollen künftig nur mit Ziegeln gedeckt und - wenn der Bauherr das erforderliche Vermögen besitzt - auch die Wände aus Stein gemauert werden.

Schmieden, die nicht aus Mauerwerk bestehen, werden abgerissen. Durch strenge Strafbestimmungen soll der Ausbruch von Bränden verhütet werden. Feuergefährliche Betriebe müssen vor die Stadtmauern.

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1343 - Eine Verordnung zu „Glocken und Schellen an der Kleidung“

Nürnberg * Eine Verordnung befasst sich mit „Glocken und Schellen an der Kleidung“

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1343 - Der „Bürgerbrunnen“, der spätere „Fischbrunnen“, wird erstmals genannt

München-Graggenau * Der „Bürgerbrunnen“, der spätere „Fischbrunnen“, wird erstmals genannt.

In dieser Bezeichnung kommt seine zentrale Bedeutung für die ganze Bürgerschaft zum Ausdruck.

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9. 3 1344 - Herzog Meinhard III. wird in Landshut geboren

Landshut * Herzog Meinhard III. wird in Landshut geboren.

Er ist der Sohn von Herzog Ludwig „dem Brandenburger“ und dessen Ehefrau Margarete von Tirol.

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1347 - Das „Stadtrechtsbuch“ beschreibt den Bau der Isarbrücke

München * Die heutige „Ludwigsbrücke“ wird im „Stadtrechtsbuch“ sinngemäß beschrieben: 

„Im Abstand von 36 Schuh [9,36 Meter] werden Joche, die aus einer Reihe von senkrecht zur Strömung gerichteten Baumstämmen bestehen, in den kiesigen Untergrund getrieben.

Dann sägt man sie auf gleicher Höhe ab und verbindet sie mit Querhölzern.
Sechs Balken liegen von Joch zu Joch.
Auf diese Balken werden Bohlen von 16 Schuh [4,67 Meter] Länge quer aufgebracht.
Dies ergibt die Brückenbreite.
Über diese Bohlen wird Kies geschüttet.

Die Höhe über den mittleren Wasserstand ist so ausgelegt, daß ein Mann, der auf einem Floß oder Kahn unter der Brücke hindurchfährt, mit ausgestrecktem Arm die Hauptträger nicht berühren kann“.

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9. 4 1347 - Wilhelm von Ockham stirbt in München

München-Graggenau * Wilhelm von Ockham, der berühmte mittelalterliche Philosoph, Theologe und kirchenpolitische Schriftsteller stirbt in München als „Exkommunizierter“.

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11. 10 1347 - Kaiser Ludwig „der Baier“ stirbt in der Nähe des „Klosters Fürstenfeld“

Fürstenfeld - München-Kreuzviertel * Kaiser Ludwig „der Baier“ stirbt in der Nähe des „Klosters Fürstenfeld“.

Seine Grabstätte befindet sich in der Münchner „Frauenkirche“.

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1349 - Die Pest mündet in Pogrome

München - Herzogtum Baiern * Die „Pest“ tobt im ganzen Land. 

Die „Mattseer Annalen“ sprechen von einem Drittel der Menschen, die von der „grauenvollsten Pest“ hingerafft werden. Unter den am meisten heimgesuchten Orten werden Braunau, München und Landshut genannt.

Deshalb werden in Salzburg und München, aber auch in anderen Städten, „aus ruchloser übler Nachrede, die Juden verbrannt, geschlachtet, zerstückelt und auf sonstige Weise abgeschlachtet und getötet“.

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3. 10 1349 - Johannes II. Hake Bischof von Freising stirbt in Avignon

Freising - Avignon * Johannes II. Bischof von Freising stirbt in Avignon. 

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20. 10 1349 - Papst Clemens VI. verbietet das „Flagellantentum“

Avignon * Papst Clemens VI. verbietet das „Flagellantentum“.  

Die „Flagellanten“ sind nach Beginn der Pest gekommen.  
Sie ziehen durch die Städte, singen Hymnen und schlagen sich mit Peitschen, um damit Vergebung für die Sünden der Menschen zu erflehen. 

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Um den 28. 10 1349 - Albert II. von Hohenberg wird zum Bischof von Freising ernannt

Freising * Albert II. von Hohenberg wird von Papst Clemens VI. zum Bischof von Freising ernannt. 

Das „Domkapitel“ wird dabei bewusst übergangen.  

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1350 - Die Wittelsbacher müssen die Reichsinsignien abgeben

München * Drei Jahre nach dem Tod Kaiser Ludwig des Bayern müssen die Wittelsbacher die Reichsinsignien an den Luxenburger Karl IV. abgeben.  

Ein herber Verlust für die Herzöge und die Residenzstadt München. 

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1350 - „Gegenbischof“ Leutold von Schaunberg geht nach Wien ins Exil

Freising - Wien * Der vom Freisinger „Domkapitel“ im Jahr 1342 gewählte „Gegenbischof“ Leutold von Schaunberg tritt zurück und geht nach Wien ins Exil. 

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1351 - Herzog Ludwig „der Brandenburger“ teilt seine Länder

München * Herzog Ludwig „der Brandenburger“ teilt seine Länder.

Die „Markgrafschaft Brandenburg“ übergibt er seinen jüngeren Halbbrüdern Ludwig „den Römer“ und Otto. Er selbst behält sich Oberbaiern.

Damit reicht das baierische Herrschaftsgebiet von der Donau im Norden bis nach Trient.

Seine Regierungssitze sind der „Alte Hof“ in München und „Schloss Tirol“.

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1353 - Von der Zucht der Seidenraupe und der Verarbeitung der Seide

Regensburg * Der Regensburger Domherr Konrad von Mergenberg beschreibt die Zucht der Seidenraupen und die Verarbeitung der Seide.

Dort heißt es: „Solche Raupen werden auch an manchen Orten Deutschlands gezüchtet und besonders in unserer königlichen Stadt Regensburg. Aus der Seide dieser Raupen werden aber in höherem Maße Frauenschleier gewebt als andere Seidenstoffe“

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1356 - Kleidervorschriften in Speyer

Speyer * In Speyer erlässt der Rat eine Vorschrift über 

  • die „Zahl der Falten und Rüschen an den Schleiern“,  
  • die „Tiefe des Dekolletés“ und  
  • das „bartlose Gesicht der Männer“

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1356 - Der Freisinger „Gegenbischof“ Leutold von Schaunberg stirbt in Wien

Freising - Wien * Der Freisinger „Gegenbischof“ Leutold von Schaunberg stirbt in Wien. 

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23. 6 1356 - Kaiserin Margarete von Baiern stirbt in Quesnoy

Quesnoy - Valenviennes * Margarete I. von Holland, auch Margarete von Avesnes oder Margarete von Hennegau genannt, die zweite Ehefrau von Kaiser Ludwig „den Baiern“, stirbt in Quesnoy.  

Ihre Grabstätte befindet sich in der „Minoritenkirche“ in Valenviennes. 

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1357 - Bogenhausen kommt zum „Chorherrnstift Sankt Veit“ bei Freising

Bogenhausen - Schäftlarn - Freising * Nach langer Zugehörigkeit zum „Kloster Schäftlarn“ kommt Bogenhausen zum „Chorherrnstift Sankt Veit“ bei Freising.

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1359 - Eine 17 Jahre andauernde „Wilde Ehe“ wird sanktioniert

Tirol - Rom-Vatikan * Die Ehe zwischen der Gräfin Margarete Maultasch von Tirol und dem Markgrafen Johann Heinrich von Mähren, die Kaiser Ludwig „der Baier“ anno 1341 „für ungültig“ erklärt hatte, wird nun auch vom Papst „annulliert“

Erst damit wird die 17 Jahre andauernde „Wilde Ehe“ von Herzog Ludwig „dem Brandenburger“ mit Margarete von Tirol kirchenrechtlich sanktioniert. 

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25. 4 1359 - Der Freisinger Bischof Albert II. von Hohenberg stirbt in Stein am Rhein

Stein am Rhein * Albert II. von Hohenberg, der amtierende Bischof von Freising, stirbt in Stein am Rhein. 

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15. 5 1359 - Paul von Jägerndorf wird Bischof von Freising

Freising * Paul von Jägerndorf wird Bischof von Freising. 

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4. 9 1359 - Herzog Meinhard III. wird mit Margarete von Österreich verheiratet

Passau * Der 15-jährige baierische Herzog Meinhard III. wird in Passau mit der 13-jährigen Herzogin Margarete von Österreich verheiratet.

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1361 - Die ältesten „Kleiderordnungen“ in „Altbaiern“ kommen aus Landshut

Landshut * Die sowohl ältesten als auch einzigen „Kleiderordnungen“ in „Altbaiern“, die nicht vom Fürsten, sondern vom Rat der Stadt erlassen wurden, enthält das „Landshuter Stadtbuch“.  

Neben „Kleidervorschriften“ befasst sich die Verordnung auch Fragen der Bewirtung der Gäste bei Hochzeiten sowie der Anwesenheit von Frauen am Wochenbett und Geschenke für das Taufkind und die Mutter.  

Obwohl Landshut in dieser Zeit in besonderer wirtschaftlicher Blüte steht, will der Rat der Stadt, dass sich die Bürgerin bescheidener kleidet.  

Den Landshuter Frauen ist verboten, Perlen, Samt, Gold, Goldstoffe und Hermelin zu tragen.  
Nur den „Reichen“ ist eine Goldborte „von der Breite eines kleinen Fingers“ um den Busen und am Mantel erlaubt.  
Bis auf wenige Knöpfe ist den Frauen jeglicher Silberschmuck an den Kleidern verboten.  

Es war eine reine „Luxusbeschränkung“, die noch kaum eine standesgemäße Trennung vorsieht.  
Es entsteht eher der Eindruck, dass diese Verordnung nur deshalb erlassen wurde, um den Ehemännern und Vätern den Kostenaufwand für die Einkleidung ihrer Frauen, Töchter und Söhne zu begrenzen. 

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1361 - Der „Kotterhof“ gehört zum „Leprosenhaus am Gasteig“

Haidhausen * Aus diesem Jahr stammt die älteste Urkunde über die Zugehörigkeit des „Kotterhofes“ in der Haidhauser Kirchenstraße zum „Leprosenhaus am Gasteig“.

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18. 9 1361 - Herzog Ludwig „der Brandenburger“ stirbt in der Nähe von Zorneding

Zorneding - München-Kreuzviertel * Herzog Ludwig „der Brandenburger“ stirbt in der Nähe von Zorneding.

Seine Grabstätte befindet sich in der Münchner „Frauenkirche“.

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1363 - Nur Angehörige aus Münchner Patrizierfamilien erhalten das „Braurecht“

München * Das „Braurecht“ wird nur an Angehörige aus Münchner Patrizierfamilien vergeben.

Im Jahr 1363 entstammen alle zwölf Inhaber des „herzoglichen Lehensbriefes“, der „Gerechtigkeit“, einer Familie, die auch im Rat der Stadt und als Bürgermeister zu finden ist.

Diese „Brauberechtigten“ verdienen ihr Geld im Großhandel mit Salz, Wein und Eisen. Sie brauen nicht selbst und überlassen diese Aufgaben ausgebildeten Brauern.

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13. 1 1363 - Herzog Meinhard III. stirbt auf „Schloss Tirol“.

Schloss Tirol * Herzog Meinhard III. stirbt auf „Schloss Tirol“.

Herzog Stephan II., der Bruder Herzog Ludwig „des Brandenburger“, übernimmt das Teilherzogtum Baiern-München und die „Grafschaft Tirol“.

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Um den 20. 1 1363 - Herzogin Margarete überträgt Tirol an Habsburg

Tirol * Herzogin Margarete von Baiern-München überträgt die „Grafschaft Tirol“ an ihren habsburgischen Vetter Herzog Rudolf IV. von Österreich.

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21. 1 1363 - Erstmalige Benennung der Münchner Stadtviertel

München * Erstmals werden die Stadtviertel Münchens in lateinischer Sprache benannt.
Es sind dies

  • das quarta fori pecorum, das Viertel des Rindermarktes,
  • dann das quarta secunda ad gradus superioris institarum, das Zweite Viertel zu den oberen Kramen,
  • weiter das quarta tercia apud fratres heremitanos, das Dritte Viertel bei den [Augustiner-] Eremiten,
  • und zuletzt das quarta ultima apud Chunradum Wilbrechtum, das Letzte Viertel beim Konrad Wilbrecht.

Das Tal schließt sich als eigener Bereich an, der jedoch nicht als Viertel bezeichnet wird. 

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22. 5 1363 - Strafe für eine Amts-Verweigerung

München * Weigert sich ein Bürger das „Bürgermeisteramt“ zu übernehmen, muss er 100 Pfund Pfennige als Strafe zahlen. 

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29. 9 1363 - Margarete „Maultasch“ von Tirol verzichtet auf ihre Besitzungen

Tirol * Margarete „Maultasch“ von Tirol, die Witwe des baierischen Herzogs Ludwig V. „der Brandenburger“, verzichtet endgültig auf ihre Besitzungen und überlässt sie ihren habsburgischen Verwandten. 

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11 1363 - Es kommt zum „Tiroler Erbfolgekrieg“

München - Tirol * Der oberbaierische Herzog Stephan II. nimmt den Verlust der „Grafschaft Tirol“ nicht so ohne weiteres hin.

Es kommt zum „Tiroler Erbfolgekrieg“.

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8. 2 1364 - Herzog Rudolf IV. von Österreich wird mit der „Grafschaft Tirol“ belehnt

Tirol * Herzog Rudolf IV. von Österreich wird von seinem Schwiegervater, Kaiser Carl IV., offiziell mit der „Grafschaft Tirol“ belehnt.

Die Belehnung wird von Baiern jedoch nicht zur Kenntnis genommen.
Der Krieg geht weiter.

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31. 5 1364 - Strafe für Verweigerung II

München * Weigert sich ein Bürger das Amt des „Kämmerers“ oder des „Steuerers“ anzunehmen, wird er mit einer Strafe von 31 Pfund Pfennigen belegt. 

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Spätestens seit dem Jahr 1368 - Flößer, Fischer und Färber haben im „Lehel“ ihre Wohnhäuser errichtet

München-Lehel * Alle Flößer und alle Fischer sowie die meisten Färber haben im später so genannten „Lehel“ nicht nur ihre Arbeitsplätze, sondern auch ihre Wohnhäuser errichtet.  

Die Bezeichnungen der Häuser und Gewerke leitete man von den markanten Bauteilen der Stadtmauer ab.  
So erhielten die einzelnen Objekte beispielsweise den Zusatz „vor/bei des Wurzers Tor“ oder „hinter dem Lugerturm“ oder „gelegen auf dem Lohstampf“

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29. 9 1369 - Herzog Stephan II. muss die „Grafschaft Tirol“ abtreten

Tirol * Nach mehr als sechs Jahren Krieg und trotz zäher Gegenwehr muss Herzog Stephan II. die „Grafschaft Tirol“ gegen eine Entschädigung von 116.000 Gulden an die Habsburger abtreten.

Die „Grenzgerichte“ Schärding, Kufstein, Rattenberg und Kitzbühel bleiben bairisch und werden in der Folgezeit dem Teilherzogtum Baiern-Ingolstadt zugeteilt.

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3. 10 1369 - Herzogin Margarete „Maultasch“ stirbt in Wien

Wien * Herzogin Margarete von Baiern-München und Gräfin von Tirol stirbt in Wien.

Ihre Grabstätte befindet sich in der dortigen „Minoritenkirche zum Heiligen Kreuz“.

Margaretes Beiname „Maultasch“ taucht erst seit dem späten 14. Jahrhundert auf. 
Von Zeitgenossen wird sie als schöne Frau beschrieben. 
Es ist wohl mehr die luxemburgische und päpstliche Propaganda, die mit diesem abwertenden Beinamen das „wenig rollenkonforme Verhalten“ der Herzogin brandmarken und sie in ein schiefes Licht bringen soll.

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1370 - „Korsettähnliche Unterkleider, die den Busen heben“

Straßburg * Eine Verordnung aus Straßburg dreht sich um „korsettähnliche Unterkleider, die den Busen heben“

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Anno 1371 - „Der Stern“ beherbergt Münchens erstes erwähntes „Bordell“

München-Kreuzviertel * Eine Frau Aerdingerin verkauft ihre Häuser mit dem Hausnamen „Venediger“ und „Der Stern“, die beide „in unserer Frauen-Pfarrei an der Ringmauer, bei unserer Herren Thor [Schwabinger Tor] gelegen“ waren.  

Die Häuser standen entweder auf dem Gebiet der heutigen „Theatinerkirche“ oder am „Salvatorplatz“.  

  • Im Haus „Venedig“ ist vermutlich ein ehemaliges „Hospiz für Venedig-Fahrer“ untergebracht;  
  • der „Stern“ beherbergt Münchens erstes erwähntes „Bordell“, das als Privatunternehmen geleitet wird. 

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18. 4 1371 - Der „Münchner Rat“ erhöht die „Bürgerrechtsgebühr“ auf fünf Pfund

München * Der „Münchner Rat“ setzt die „Bürgerrechtsgebühr“ auf fünf Pfund fest und damit in eine - für Arbeiter, Taglöhner, Kleinhandwerker, Dienstboten und Knechte, Mägde und Handelsdiener - unerreichbare Höhe. 

Um das Gemeinwesen und damit das „Stadtsäckel“ durch den Zuzug unvermögender Personen nicht übermäßig zu belasten, werden besitz- und gewerbslose Zuwanderer in der jungen, aufstrebenden Stadt schon ziemlich früh zu „unwillkommenen Gästen“ erklärt. 

Der „Rat der Stadt“ will nicht Armut, sondern leistungsfähige und finanzkräftige Menschen einbürgern.
Umgekehrt müssen die Aufgenommen mindestens zehn Jahre in der Stadt bleiben, sonst haben sie mit einer Strafsteuer von 31 Pfund zu rechnen. 

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1372 - In München gibt es 21 Brauer

München * In München gibt es 21 Brauer, von denen aber höchstens elf einen eigenen „Bräustadel“ besitzen.

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7. 8 1372 - Das Ende des sogenannten „Patrizierbrauens“

München * Da die alten „Bräuämter“ den Bedarf an „Greußling“ nicht herstellen können, gibt es Zwietracht in der Münchner Bevölkerung.

Da aber daraufhin „heimlich und widerrechtlich“ Greußling gebraut wird, entgehen dem Herzog Steuereinnahmen.
Deshalb soll künftig jeder Brauen können, der vom Herzog mit dem „Braurecht“ belehnt wird.

Die Reform leitet das Ende des sogenannten „Patrizierbrauens“ ein.

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1376 - Papst Gregor XI. verlegt seine Residenz von Avignon nach Rom

Avignon - Rom-Vatikan * Der mittlerweile regierende Papst Gregor XI. verlegt seine Residenz von Avignon nach Rom.

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23. 7 1377 - Der Freisinger Bischof Paul von Jägerndorf stirbt

Freising ? * Der Freisinger Bischof Paul von Jägerndorf stirbt in Freising oder Österreich. 

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1378 - Der „Bürgerbrunnen“ heißt jetzt „Marktbrunnen“

München-Graggenau * Der „Bürgerbrunnen“ heißt jetzt „Marktbrunnen“

Er steht vor dem Haus des Hans Impler, an der Stelle des heutigen „Fischbrunnens“.

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27. 3 1378 - Papst Gregor XI. stirbt

Rom-Vatikan * Als Papst Gregor XI. stirbt, befürchten die Römer, dass der neue Papst wieder nach Avignon zurückkehren wird.  

Auch deshalb, weil sich an der französischen Dominanz im „Kardinalskollegium“ nichts geändert hat.

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4 1378 - Leopold von Sturmberg wird Bischof von Freising

Freising * Leopold von Sturmberg wird Bischof von Freising. 

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7. 4 1378 - Römische Bürger stürmen das „Konklave“

Rom-Vatikan * Bewaffnete römische Bürger stürmen das „Konklave“ und fordern die Wahl eines Römers zum Papst.

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8. 4 1378 - Die Kardinäle einigen sich nicht auf einen Römer

Rom-Vatikan * Die Kardinäle einigen sich zwar nicht auf einen Römer, wohl aber auf einen Italiener, den Erzbischof von Bari namens Bartolomeo Prignano. 

Weil jedoch das „Konklave“ am Wahltag erneut von römischen Bürgern gestürmt wird, schiebt man um sich zu retten" für kurze Zeit den Seniorkardinal Tebaldeschi als angeblich neu gewählten Papst vor.

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9. 4 1378 - Erst einen Tag nach der Wahl wird das Ergebnis bekannt gemacht

Rom-Vatikan * Erst einen Tag nach der Wahl wird die Ernennung Bartolomeo Prignanos zum Papst Urban VI. bekannt gegeben.

Die Wirren des „Konklaves“ bietet den Kardinälen später die Möglichkeit, das Wahlergebnis öffentlich anzufechten.

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8 1378 - Papst Urban VI. regiert sehr autokratisch und unerbitterlich streng

Rom-Vatikan * Papst Urban VI. regiert sehr autokratisch und unerbitterlich streng.

Insbesondere die elf französischen Kardinäle und der Spanier Peter von Luna rücken daher von ihm ab und monieren, dass die Wahl unter Zwang stattgefunden und der Gewählte sich zudem als „unfähig und geisteskrank“ erwiesen hat - und erklären ihn für abgesetzt.

Papst Urban VI. ernennt daraufhin 29 neue Kardinäle, wodurch das Kollegium erheblich vergrößert wird.

Dagegen protestieren nun auch italienische Kardinäle, denn üblicherweise entscheiden Papst und Kardinäle gemeinsam über die Ernennung neuer Purpurträger.

An einer Ausweitung des Kreises haben die Kardinäle kein Interesse, weil die Einkünfte des Kollegiums dann auf mehr Köpfe verteilt werden muss.

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20. 9 1378 - Zwei Päpste konkurrieren untereinander

Fondi * Die protestierenden Kardinäle verlassen den päpstlichen Hof, schließen sich mit den Franzosen zusammen und wählen in Fondi Robert von Genf zum Papst Clemens VII..

Damit ist das „Schisma“ besiegelt: Zwei Päpste konkurrieren um den Anspruch, der „wahre Inhaber der kirchlichen Höchstgewalt“ zu sein.

Das „Abendländische Schisma“ unterscheidet sich gegenüber früheren Kirchenspaltungen fundamental. Waren es in vergangenen Zeiten meistens Könige und Kaiser, die im Streit mit dem Papst ihnen genehme „Gegenpäpste“ einsetzten, so war die jetzige Trennung aus der Mitte der Kirche entstanden. Außerdem gleicht es einem revolutionärer Akt, dass sich das „Kardinalskollegium“ selbst die Kompetenz zusprach, einen Papst abzusetzen und einen Nachfolger zu wählen.

Frankreich, England und Spanien erklären Clemens VII. zum rechtmäßigen Papst.
Das deutsche Reich ist uneins, aber Kaiser Carl IV. und sein Nachfolger Wenzel unterstützten Urban VI., ebenso Schottland, Ungarn und weitere Territorien.

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20. 1 1380 - Der Begriff „Burgfrieden“ wird beschrieben

München * Im „Gerichtsbuch“ der Stadt München erscheint erstmals der wörtliche Begriff „Burgfrieden“.

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1381 - Mittenwalder Fuhrleute müssen die „Warenniederlage“ nicht beachten

Mittenwald * Den Mittenwalder Fuhrleuten wird das Recht zugestanden, die in Partenkirchen gesetzlich festgelegte „Warenniederlage“ nicht beachten zu müssen. 

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5. 8 1381 - Der Freisinger Bischof Leopold von Sturmberg stirbt

Freising * Der Freisinger Bischof Leopold von Sturmberg stirbt bei einem Unfall. 

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Um 9 1381 - Berthold von Wehingen wird Bischof von Freising

Freising * Berthold von Wehingen wird Bischof von Freising. 

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1383 - Das Regensburger Fernhandelshaus Runtinger kauft Seide

Regensburg * Das Regensburger Fernhandelshaus Runtinger kauft seit dem Jahr 1383 griechische und syrische Seide roh, gesponnen oder als fertiges Gewebe in Venedig ein. 

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1385 - Es kommt zu einer großen Umsiedelungsaktion

München * Es kommt zu einer großen Umsiedelungsaktion.  

Die Flößer, Fischer und Färber müssen ihre Wohnstätten im später so genannten „Lehel“ aufgeben und in die erweiterte Stadt umziehen.  
Damit liegen außerhalb der Stadttore nur mehr die Mühlen, die „Länden“ und die „Bleichen“.  

Doch langsam füllt sich die Gegend wieder auf.  
Die „Färbhäuser“, der „Lohstampf“, „Hammer- und Klingenschmiede“, „Waschhäuser“ liegen nun wieder vor dem „Wurzer-“ und dem „Schiffertor“.  
Andere Werksanlagen werden bei der Stadterweiterung aus der Stadt verlegt oder entstehen im Laufe der Zeit neu.  

Fast alle diese Werksanlagen oder Gewerke gehören der Stadt und werden von ihr verpachtet.  
Zum Teil hat die Stadt die Anlagen selbst wieder von der „herzoglichen Hofkammer“ geliehen.  

Damit kommen wir zur Entstehung des Namens „Lehel“, denn den Begriff „Pacht“ kannte man im Mittelalter nicht.  
Der in dieser Zeit übliche Name hieß „Leihe“ und das geliehene Gut war das „Lehen“.  

Die genannten Gewerke sind also „Lehen“, deren Bau- und Unterhaltspflicht für Gebäude und Anlagen generell bei der Stadt liegt. 

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1385 - Die „Franziskaner- Mönche“ beziehen wieder einen richtigen „Konventbau“

München-Graggenau * Die „Franziskaner- Mönche“ beziehen  - nach einem jahrzehntelangen Provisorium - wieder einen richtigen „Konventbau“.

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1385 - In der ältesten „Ungeltordnung“ ist vom „Frankenwein“ die Rede

München * In der ältesten „Ungeltordnung“ ist vom „Frankenwein“ die Rede.

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1385 - Städtische „Amtsleute“ überwachen den „Weinmarkt“

München-Graggenau * Städtische „Amtsleute“ überwachen den „Weinmarkt“.

Schon sehr früh entdeckt man den Wein als sprudelnde Einnahmequelle. Eine „Verbrauchssteuer“, das „Ungelt“, in Höhe von 4 Mass vom Eimer (circa 60 Mass) wird vom Herzog erhoben.

Das Bier bleibt zunächst vom „Ungelt“ befreit.

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1386 - Die „​alt Schöttin

München * Die „​alt Schöttin" wird als Hexe aus der Stadt gejagt.

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1387 - Das Jagdrevier des baierischen Herrscherhauses wird erstmals erwähnt

München-Englischer Garten - Schwabing * Die „Aw vor dem Schwäbinger Tor“, das unmittelbar an die Münchner Residenz anschließende Jagdrevier des baierischen Herrscherhauses, wird erstmals erwähnt.

Der stadtnahe Teil führt den Namen „Hirschanger“ mit dem „Hirschangerwald“.
Flussabwärts, auf der Höhe von Schwabing, schließt sich die „Hirschau“ an.

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26. 5 1388 - Ein zufälliger Reliquien-Fund auf dem Andechser Burgberg

Andechs * Auf dem halbverfallenen Burgberg in Andechs machen die Herzöge Stephan und Johann unter dem Altar zufällig einen Fund.  

Sie entdecken eine eisenbeschlagene Holztruhe, die selbst 150 Jahre nach der Zerstörung der Andechser Burg, nicht einmal nennenswert Rost angesetzt hat, und in welcher zahlreiche Reliquien eingelagert sind.  

Darunter befinden sich  

  • drei Hostien,  
  • das Spottzepter und  
  • das Schweißtuch Christi,  
  • ein Teil der Dornenkrone,  
  • ein Stück der Lanze des Longonius,  
  • das Brautkleid und das Kreuz der heiligen Elisabeth,  
  • das Siegeskreuz Karls des Großen,  
  • sowie zahlreiche Hirnschalen, Rippen, Fuß- und Armknochen.  

Allerdings war bis zu ihrem wundersamen Auftauchen von diesen Reliquien niemals die Rede.  

Die baierischen Herzöge bringen das Schatzkästlein samt Inhalt in die „Lorenzkapelle“ des „Alten Hofes“.  
Die Kapelle hat schon vorher zur Aufbewahrung der Reichsinsignien gedient.  
Der Aufbewahrungsort und die Art der Reliquien sind eine bewusste Anspielung auf die verlorenen Reichsinsignien.  

Ob es Zufall oder ein geschickt eingefädelter Coup ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen.  
Auch deshalb, weil gleichzeitig eine Vernebelungstaktik beginnt.  

Die Einträglichkeit eines solchen Fundes ist den Herzögen freilich bekannt.  
Und der seit 1385 begonnene Bau der „Neuen Veste“ kostet viel Geld. 

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1389 - Das „Sternfrauenhaus“ heißt jetzt offiziell „Frauenhaus“

München-Kreuzviertel * Das „Sternfrauenhaus“ heißt jetzt offiziell „Frauenhaus“ und ist in städtischen Besitz übergegangen.  

Denn als „Frauenhaus“ bezeichnet man ein „Bordell“ nur dann, wenn es sich in städtischem oder landesherrlichem Besitz befindet. 

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2. 5 1389 - Herzogin Sophie heiratet den römischen und böhmischen König Wenzel

Prag * Die 13-jährige Sophie, Tochter Herzog Johanns II., heiratet den 28-jährigen römischen und böhmischen König Wenzel. 

Angeblich wird wegen Sophie - der Legende nach - im Jahr 1393 „Johannes ne Pomuk“ [Johann von Pomuk] ertränkt, weil er dem König den Inhalt der Beichte seiner Frau nicht preisgeben will.
Es ging bei der Auseinandersetzung aber nicht um das „Beichtgeheimnis“, sondern um kirchenpolitische Angelegenheiten. 

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Um den 6. 12 1389 - Die „Andechser Heiltümer“ kommen in die „Lorenzkirche“

München-Graggenau * Die „Andechser Heiltümer“ kommen nach München und werden in die „Lorenzkirche“ im „Alten Hof“ gebracht.

Die „Reliquien“ werden zeitweise der Öffentlichkeit gezeigt.
Zahlreiche päpstliche und bischöfliche Ablässe werden erteilt. 

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Um das Jahr 1390 - Der billige Hopfen setzt sich bei den Brauern verstärkt durch

München * Da die Preise für die Kräuter immer höher steigen, setzt sich der billige Hopfen bei den Brauern verstärkt durch.

Die Unterschiede verwischen sich mit der Zeit.

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6. 4 1390 - Bischof Berthold von Wehingen gewährt einen „vollen Ablass“ der Sünden

München-Graggenau * Berthold von Wehingen, der Bischof von Freising, gewährt allen Gläubigen, die  

  • die herzogliche „Lorenzkapelle“ besuchen und die „Andechser Reliquien“ bewundern,  
  • dort beichten und  
  • ein Almosen opfern,  

einen „vollen Ablass“ ihrer weltlichen Sünden.  

Entscheidend für die Anziehungskraft der „Andechser Reliquien“ ist die ihnen zugesprochene Fähigkeit Wunder zu wirken. 

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17. 3 1391 - Stadt und der Burgfrieden bilden einen einzigen Gerichtsbezirk

München * Die „Stadt und der Burgfrieden“ bilden einen einzigen „Gerichtsbezirk“.

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1392 - Umbauarbeiten am Vorläuferbau des „Alten Rathauses“

München-Graggenau * Die Umbauarbeiten am Vorläuferbau des „Alten Rathauses“ dauern bis 1394. 

Es wird ein Saal eingebaut, der in der folgenden Bürgerrevolution Tagungsort des „Großen Rats der Dreihundert“ ist. 

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Ab 17. 3 1392 - Das erste „Gnadenjahr“ außerhalb Roms ist in München

Rom-Vatikan - München * Papst Bonifaz IX. gewährt für die Zeit vom 17. März bis zum 1. August 1392 einen auf München und seinen Burgfriedensbezirk beschränkten Ablass.  
Er gilt für alle Sünden, außer für vorsätzliche Tötungen.  

Es war das erste „Gnadenjahr“ außerhalb Roms.  

Die Ablasserbitter müssen in dieser Zeit  

  • nach München pilgern,  
  • dort sieben Tage verweilen,  
  • je dreimal die Frauenkirche,  
  • die Peterskirche,  
  • die Jakobskirche am Anger und  
  • die Spitalskapelle besuchen und  
  • mindestens einmal die ausgestellten Reliquien verehren,  
  • beichten und  
  • ein vom Beichtvater festgelegtes Almosen spenden.  

Die ganze Aktion ist nur darauf angelegt, dieses „Almosen“, eine versteckte Steuer, den Gläubigen aus der Tasche zu ziehen.  
Der Zugang zum Himmel muss mit barem Geld erkauft werden.  

Der Kirche ist es höchst effektvoll gelungen, den um ihre arme Seele fürchtenden Gläubigen einzureden, sie könnten sich durch Beichte und milde Gabe von der Strafe des Fegefeuers loszukaufen:  
„Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“  

Nonnen wollen trotz Klausur nach München.
Ihre Kirchenoberen können es ihnen nur unter Androhung der Exkommunikation und des Kerkers verbieten.  
Damit die Pilger ihr Geld nur an die vorbestimmte Stelle bringen, wird eine eigene Straßenpolizei gegründet.  

Die Masse der kleinen Leute ist es, die das Geld nach München bringt.  
Die Geschäftsleute Münchens machen einen enormen „Schnitt“.  
Auch die „Jakobidult“ erlebt ab dem Gnadenjahr einen ungeheueren Aufschwung.  

Ursprünglich hat man geplant, die Einnahmen je zur Hälfte den genannten Kirchen und dem Papst zuzugestehen.  
Später wird auch Herzog Stephan ein Viertel zugesprochen.  

Da die Münchner einen Teil der Einnahmen abzweigen und der Papst dadurch leer ausgeht, werden über die „ruchlose Stadt“ die höchsten Kirchenstrafen verhängt: „Bann und Interdikt“.  
Das gesamte kirchliche Leben der Stadt muss solange ruhen, bis die Gelder zurückerstattet werden. 

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1394 - Das „Franziskaner-Kloster“ liegt geschützt innerhalb der Stadt

München-Graggenau * Die Franziskaner-Klosterkirche „St. Franziskus“ wird dem heiligen „St. Antonius von Padua“ geweiht.

Durch den Bau der Ringmauer liegt das „Franziskaner-Kloster“ inzwischen geschützt innerhalb der Stadt.

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1394 - Der „Arm des heiligen Antonius“ wird wiederentdeckt

München-Graggenau * Im Münchner „Franziskaner-Kloster“ wird der „Arm des heiligen Antonius“ wiederentdeckt.  

Nach ihrer Wiederauffindung des in der Zeit der „Großen Pest“ eingemauerten Oberarmknochens bildet die „Reliquie des hl. Antonius“ das Ziel zahlreicher Wallfahrer.  
Den „Antonius-Arm“ hatte Ludwig IV. „der Baier“ nach München gebracht, doch während eines Stadtbrandes ist er „verloren“ gegangen.  

Die „Franziskaner“ wollen mit dem „Antonius-Arm“ an den Triumph der „Andechser Reliquien“ anknüpfen.  

Doch der „Antonius-Reliquie“ gelingt es nicht, München zum „Wallfahrtsort“ zu machen.

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1395 - Das „Ridler-Seelhaus“ kommt an die Residenzstraße

München-Graggenau * Das „Ridler-Seelhaus“ an der Theatinerstraße verlegt ihren Sitz an die Residenzstraße.

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5 1396 - Vermutlich herrscht um diese Zeit in München eine Pest.

München * Vermutlich herrscht um diese Zeit in München eine Pest. 

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1398 - Ein Gutachten wertet alle Zauberei als „Götzen- und Teufelsanbetung“.

Paris * Ein Gutachten der Pariser „Theologischen Fakultät“ wertet alle Zauberei als „Götzen- und Teufelsanbetung“

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Um 1400 - Amtshandlungen werden mit einem „Weinumtrunk“ beschlossen

München * Bedeutende Amtshandlungen werden mit einem „Weinumtrunk“ beschlossen.

Vom „Bier“ war dabei nie die Rede.

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1401 - Konrad der Preisinger und Emeran der Haßlanger bauen Häuser in der Au

Au * Konrad der Preisinger legt einen großen Garten mit einem villenähnlichen Haus an der heutigen Lilienstraße an.

Emeran der Haßlanger erbaut daneben ein schlossähnliches Gebäude. 

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1402 - „Magie“ kann immer nur mit Hilfe des Teufels ausgeübt werden

Paris * „Magie“, so ein Traktat, kann immer nur mit Hilfe des Teufels ausgeübt werden und ist deshalb als „Apostasie“ [= Abfall vom Glauben] und „Ketzerei“ [= das Abweichen von einer allgemein als gültig erklärten Meinung] zu bewerten. 

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1403 - Das „Ungelt“ von Wein und Met wird auf 6 Mass vom Eimer erhöht

München * Das „Ungelt“ von Wein und Met wird auf 6 Mass vom Eimer erhöht.

Neben „Steuern und Zöllen“ ist das „Weinungelt“ jahrhundertelang die Haupteinnahmequelle der Stadt.

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1403 - Herzog Ludwig der Bärtige von Ingolstadt kauft den „Edelsitz Niedergiesing“

Au * Erwerb des „Edelsitzes Niedergiesing“ durch den mit seiner Münchner Verwandtschaft zerstrittene Ingolstädter Herzog Ludwig der Bärtige.

Er will von hier aus seine Fehde mit den Münchner Herzögen austragen. 

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21. 8 1403 - Die künftige Machtverteilung wird neu festgelegt

München * Nach heftigen Bürgerunruhen in München werden im sogenannten „Wahlbrief“ die Grundlagen für die künftige Machtverteilung und des bürgerlichen Mitspracherechts neu festgelegt.

„Einungen“ bezeihungsweise „Zünfte“ werden verboten, Bestehende aufgelöst.

Die Münchner Handwerkerverbände nehmen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts keine politischen Funktionen mehr wahr.
Durch eine straffe Gewerbeorganisation und -kontrolle stabilisiert der Rat seine Position.

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Ab 1405 - Ein spiritueller Anziehungspunkt des „Franziskaner-Klosters“

München-Graggenau * Zu einem weiteren spirituellen Anziehungspunkt des „Franziskaner-Klosters“ wird das Grab des am 29. April 1327 im Ruf der Heiligkeit verstorbenen Fraters Marquard Weismaler.

Seine irdischen Überreste werden in einem Schrein auf den Altar erhoben und verehrt.

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7. 12 1405 - Vorschriften zur „Bekämpfung des Luxus“

München * Der Rat der Stadt erlässt Vorschriften zur „Bekämpfung des Luxus“.

Neben dem „Laden und Bewirten von Gästen bei Hochzeitsfeierlichkeiten und Taufen“ geht es auch um „Kleidervorschriften“.

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1407 - In Mittenwald wird die „Nasse Rott“ gegründet

Mittenwald * Aufgrund des starken Güteraufkommens wird in Mittenwald zusätzlich ein Rottfuhr-Unternehmen auf der vorbeifließenden Isar gegründet, die „Nasse Rott“

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1407 - Die „Andechser Reliquien“ werden wieder nach Andechs gebracht

Andechs * Die „Andechser Reliquien“ werden wieder nach Andechs gebracht.  

Damit ist der Versuch, die „Andechser Reliquien“ fest in München zu etablieren, fehlgeschlagen. 

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3 1407 - Der Ruf nach der „Einberufung eines allgemeinen Konzils“ wird immer lauter

Savona * Das „Schisma“ wird von Anfang an als Skandal empfunden, weshalb man erhebliche Anstrengungen unternimmt, die Kircheneinheit wieder herzustellen.

Deshalb wird der Ruf nach der „Einberufung eines allgemeinen Konzils“ immer lauter. In Savona kommt es zu Verhandlungen zwischen den beiden Machtblöcken.

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6 1407 - Dreizehn „Kardinäle“ treffen sich in Livorno

Livorno * Dreizehn „Kardinäle“ treffen sich in Livorno.

Ihr Ziel ist die Beendigung der Kirchentrennung [„Schisma“]. Sie berufen ein „Konzil“ nach Pisa ein.

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20. 6 1407 - Der „Markt Mittenwald“ erhält ein eigenes Wappen und Siegel

Mittenwald * Der Freisinger Landesherr über das „Werdenfelser Land“, Bischof Berthold von Wehingen, verleiht dem „Markt Mittenwald“ ein eigenes Wappen und Siegel.

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1409 - Erstmals wird ein herzoglicher „Pawmgarten auf dem Pachh“ erwähnt

München-Graggenau * Erstmals wird ein herzoglicher „Pawmgarten auf dem Pachh“ erwähnt.  

Er liegt östlich der um 1385 erbauten „Neuveste“

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25. 3 1409 - Das „Konzil von Pisa“ beginnt

Pisa * Das „Konzil von Pisa“ beginnt.

Noch nie zuvor hat ein „Kardinalskollegium“ - ohne Rücksprache mit Papst oder Kaiser - ein allgemeines Konzil der Gesamtkirche einberufen.
Die Initiative der „Kardinäle“ stößt auf breite Zustimmung: Über 600 Kleriker nehmen am „Konzil von Pisa“ teil.

Die parallel einberufenen „Konzilien“ der beiden Päpste Gregor XII. in Cividale und Benedikt XIII. in Perpignan haben nicht annähernd so viele Teilnehmer.
Die überwiegende Zustimmung des Klerus zum „Konzil in Pisa“ isoliert die beiden Päpste auf Dauer.

Das „Konzil von Pisa“ zitiert die Päpste Gregor XII. und Benedikt XIII. nach Pisa und macht ihnen nach deren Weigerung einen förmlichen „Ketzerprozess“ als hartnäckige „Schismatiker“.
Damit ist die entscheidende Grundlage für das weitere Vorgehen geschaffen.

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5. 6 1409 - Das „Konzil von Pisa“ setzt die beiden amtierenden Päpste ab

Pisa * Das „Konzil von Pisa“ setzt die beiden Päpste Gregor XII. und Benedikt XIII. ab.

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24. 6 1409 - Alexander V. wird vom „Konzil von Pisa“ zum Papst gewählt

Pisa * Zum Nachfolger wählt das „Konzil von Pisa“ Papst Alexander V..

Weil jedoch Benedikt XIII. und Gregor XII. auch weiterhin auf ihre Ansprüche beharren, gibt es nunmehr statt zwei drei Päpste.

Doch nun bekennen sich die wichtigsten Mächte zu Papst Alexander V. und dessen Nachfolger, Johannes XXIII.. Nur Spanien unterstützt auch weiterhin Papst Benedikt XIII..

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1410 - Berthold von Wehingen, der Bischof von Freising, stirbt in Wien

Wien * Berthold von Wehingen, der Bischof von Freising, stirbt in Wien. 

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3. 5 1410 - Papst Alexander V. stirbt. Sein Nachfolger wird Johannes XXIII.

Bologna * Papst Alexander V., der hauptsächlich in Bologna regiert, stirbt.

Sein Nachfolger wird Papst Johannes XXIII.. 

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17. 5 1410 - Papst Johannes XXIII. wird zum Papst gewählt

Bologna * Baldassare Cossa wird zum Papst gewählt. 

Er wird den Namen Johannes XXIII. annehmen. 

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24. 5 1410 - Papst Johannes XXIII. erhält die Priesterweihe

Avignon * Der eine Woche zuvor zum Papst Johannes XXIII. gewählte Baldessare Cossa erhält die Priesterweihe. 

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25. 5 1410 - Papst Johannes XXIII. wird gekrönt

Avignon * Der zum Papst Johannes XXIII. gewählte Balassare Cossa erhält die „Bischofskonsekration“.

Am späten Nachmittag des selben Tages wird er schließlich zum Papst gekrönt. 

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1411 - Die älteste Urkunde des Bestehens der „Augustiner-Brauerei“

München-Kreuzviertel * Die älteste Urkunde des Bestehens der „Augustiner-Brauerei“.

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23. 3 1411 - Konrad V. von Hebenstreit zum Bischof von Freising ernannt

Avignon - Freising * Papst Johannes XXIII. ernennt Konrad V. von Hebenstreit - gegen des Willen des „Domkapitels“ - zum Bischof von Freising. 

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Um 4 1412 - Bischof Konrad V. von Hebenstreit wird von seinen Dienern ermordet

Straßburg - Freising - Bischoflack * Der von Papst Johannes XXIII. zum Freisinger Bischof ernannte Konrad V. von Hebenstreit macht sich nach seiner Berufung von Straßburg aus auf den Weg in seine Freisinger Besitzungen.  

In Bischoflack wird er im Schloss von einer Freisinger Gesandtschaft empfangen.  
In der selben Nacht aber von seinen Dienern ermordet. 

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26. 7 1412 - Hermann von Cilli wird Freisinger Bischof

Avignon - Freising * Hermann von Cilli wird von Papst Johannes XXIII. - auf Intervention des deutschen Kaisers Sigismund - zum Bischof von Freising ernannt. 

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1413 - König Sigismund will das dreifache „Schisma“ beenden

Lodi * Der neue deutsche König Sigismund will das dreifache „Schisma“ ein für alle Mal beenden.
Neben religiösen Aspekten verbindet er damit die Hoffnung auf die Kaiserkrone.

Sigismund trifft sich mit Papst Johannes XXIII. in Lodi und zwingt diesen zur Einberufung des „Konzils von Konstanz“

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Um den 9 1414 - Papst Johannes XXIII.: „Hier liege ich in Teufels Namen!“

Arlbergpass * Papst Johannes XXIII. bricht zum „Konzil“ nach Konstanz auf.

Als sein Wagen am „Arlbergpass“ umstürzt, schreit er wenig päpstlich und zornig: „Hier liege ich in Teufels Namen!“ 

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3. 11 1414 - Jan Hus trifft zwei Tage vor Beginn des „Konzils“ in Konstanz ein

Konstanz * Jan Hus trifft zwei Tage vor Beginn des „Konzils“ in Konstanz ein. 

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Ab dem 5. 11 1414 - Auf dem „Konzil von Konstanz“ soll das „Schisma“ überwunden werden

Konstanz * Das „Konzil von Konstanz“ beginnt.
Es dauert bis zum 22. April 1418.

Der wichtigste Tagesordnungspunkt des „Konzils“ ist die Beendung des „Abendländischen Schisma“ und damit „Wiederherstellung der Einheit der Kirche“.  

Doch auf dem Konzil wird nach kurzer Zeit eine ungewöhnliche Reform des Stimmrechts unternommen:

Fortan gilt nicht mehr das Prinzip ein Teilnehmer, eine Stimme, sondern es wird nach Nationen abgestimmt, wobei jede Nation nur eine Stimme haben soll.
Damit haben die Italiener nur noch eine Stimme, die gegen die drei anderen Nationen England, Deutschland und Frankreich sowie die des Kardinalskollegiums steht.

Die Lösung besteht darin, alle drei Päpste abzusetzen und einen neuen, von allen anerkannten Papst zu wählen. 

Dem Kirchenkritiker Jan Hus, dem König Sigismund „freies Geleit“ zugesichert hatte, wird auf dem „Konzil von Konstanz“ der Prozess gemacht und am Scheiterhaufen verbrannt. 

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28. 11 1414 - Jan Hus wird während des „Konzils von Konstanz“ gefangen genommen

Konstanz * Jan Hus wird während des „Konzils von Konstanz“ gefangen genommen. 

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Ab dem 6. 12 1414 - Jan Hus wird in Konstanz in einem Verlies inhaftiert

Konstanz * Jan Hus wird auf der „Dominikanerinsel“ in Konstanz in einem Verlies inhaftiert.

Weil Jan Hus seine Thesen nicht widerrufen will, wird der „Geleitbrief“ des Königs für den Kritiker für ungültig erklärt, weil jetzt nicht mehr die weltliche Ordnung für ihn zuständig sei, sondern die kirchliche.

Außerdem war die Zusage - nach damaliger Rechtsauffassung - sowieso ungültig, weil es gegenüber einem „Häretiker“ keine verpflichtende Zusage geben kann.

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24. 12 1414 - König Sigismund trifft in Konstanz ein

Konstanz * König Sigismund trifft in Konstanz ein.

Er ärgert sich zwar über den von ihm ausgestellten und von den Kirchenoberen gebrochenen „Geleitbrief“ für Jan Hus, unternimmt aber nichts zur Hilfe des Kirchenkritikers. 

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1415 - Jakob Klewber besitzt in der Wein- und Landschaftsstraße ein Haus

München-Graggenau * Der „Weinschenk“ und „Salzsender“ Jakob Klewber besitzt in der Wein- und Landschaftsstraße ein Haus.

An seiner Stelle befindet sich heute am „Neuen Rathaus“ das „Kloiber-Eck“ mit der plastischen Darstellung eines Holzhackers („kloiben“ = Holz hacken).

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20. 3 1415 - Papst Johannes XXIII. flieht nach Schaffhausen

Konstanz - Schaffhausen * Papst Johannes XXIII., als dessen Gefangener Jan Hus gilt, flüchtet - heimlich und als Knappe verkleidet - von Konstanz nach Schaffhausen.   

Er befürchtet, dass man ihm wegen früherer Fehltritte den Prozess machen könnte. 

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24. 3 1415 - Jan Hus wird vom Verlies in eine gesündere Unterkunft gebracht

Konstanz * Schlecht genährt und krank wird Jan Hus vom Verlies auf der „Dominikanerinsel“ in Konstanz in eine gesündere Unterkunft gebracht.  

Er kommt in den Gewahrsam des Bischofs von Konstanz. 

Der Kirchenkritiker soll zwar seine Thesen widerrufen, doch ein toter Jan Hus nützt niemanden. 

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6. 4 1415 - Die „Hoheit des Konzils über den Papst“ wird festgeschrieben

Konstanz * Auf dem „Konzil von Konstanz“ wird die „Hoheit des Konzils über den Papst“ wird festgeschrieben. 

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29. 4 1415 - König Sigismund lässt Papst Johannes XXIII. gefangen nehmen

Heidelberg * König Sigismund lässt Papst Johannes XXIII. gefangen nehmen und im Heidelberger Schloss inhaftieren. 

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29. 5 1415 - Das „Konzil von Konstanz“ erklärt Papst Johannes XXIII. für abgesetzt

Konstanz * Das „Konzil von Konstanz“ erklärt Papst Johannes XXIII. für abgesetzt.

Nun muss sich das „Konzil“ mit den beiden anderen Päpsten beschäftigen.

Papst Gregor XII., bereits über 80 Jahre alt, lenkt bald ein.
Er erkennt das „Konzil von Konstanz“ als legitimes Konzil der Kirche an und erklärt seine „Resignation“.

Papst Benedikt XIII., der inzwischen in Perpignan residiert, erklärt sich zwar zu einer Abdankung bereit, knüpft daran jedoch Bedingungen, die ihm allerdings nicht bewilligt werden.
Daraufhin hält er seinen Anspruch aufrecht und flieht nach Peñiscola in Spanien.

König Sigismund erreicht aber, dass ihm die spanischen Königreiche die Unterstützung entziehen und als fünfte „Konzilsnation“ nach Konstanz kommen. 

Damit ist Papst Benedikt XIII. endgültig isoliert. 
Wegen „Verweigerung der Resignation“ wird ihm der Prozess gemacht.

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31. 5 1415 - Papst Johannes XXIII. erhält seine Absetzung

Heidelberg - Konstanz * Papst Johannes XXIII. erhält während seiner Gefangenschaft auf „Schloss Heidelberg“ seine vom „Konzil in Konstanz“ ausgesprochene Absetzung.

Er erklärt sich mit seinem Rücktritt unter der Bedingung einverstanden, dass auch die beiden anderen Päpste abtreten. 

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5. 6 1415 - Jan Hus kommt in das „Franziskaner-Kloster“ in Konstanz

Konstanz * Jan Hus kommt in das „Franziskaner-Kloster“ in Konstanz. 

Dort wird er bis zum 8. Juni verhört. 

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Bis um den 30. 6 1415 - Jan Hus schwört seinen Lehren nicht ab

Konstanz * Böhmische und mährische Adlige haben erreicht, dass Jan Hus auf dem „Konzil von Konstanz“ sich selbst und seine Lehren öffentlich verteidigen kann.

Das Konzil verlangt von Jan Hus „den Widerruf und die Abschwörung seiner Lehren“.
Der als „Häretiker“ Angeklagte lehnt dies jedoch ab. 

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4. 7 1415 - Der römische Papst Gregor XII. tritt zurück

Konstanz * Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz, ein religiös sehr engagierter Mann, bringt den römischen Papst Gregor XII. dazu, zu resignieren. 

Der Greis wird im Gegenzug zum päpstlichen Legaten auf Lebenszeit ernannt. 

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6. 7 1415 - Jan Hus wird zusammen mit seinen Schriften verbrannt

Konstanz * Jan Hus wird am Vormittag wegen seiner Lehre von der „Kirche als der unsichtbaren Gemeinde der Prädestinierten“ als „Häretiker“ zum Feuertod verurteilt.

Am Nachmittag wird Jan Hus wird zusammen mit seinen Schriften auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Seine Asche wird in den Rhein gestreut. 

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29. 3 1416 - Den Juden wird ein Platz für einen „Friedhof“ zugewiesen

München * Den Juden wird von den Herzögen Ernst und Wilhelm ein Platz für einen „Friedhof“ zugewiesen.  

Er liegt „bey dem perg zwischen Mossach und dez Rennweges“.  
Das dürfte die Gegend des heutigen „Maßmannbergls“ gemeint haben. 

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26. 7 1417 - Der Avignoner Gegenpapst Benedikt XIII. wird abgesetzt

Konstanz - Avignon * Der Avignoner Gegenpapst Benedikt XIII., der erst gar nicht zum „Konzil von Konstanz“ erschienen ist, wird für abgesetzt und sein Papsttum für ungültig erklärt.

Nach der Absetzung beziehungsweise der Abdankung der drei Päpste ist der Weg frei für eine Neuwahl.
Das in Konstanz versammelte „Kardinalskollegium“ erklärt sich bereit, an der Wahl auch die Vertreter der Nationen zuzulassen.

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8. 11 1417 - Das „Konklave“ beginnt mit der Wahl des neuen Papstes

Konstanz * Das „Konklave“ beginnt mit der Wahl des neuen Papstes.

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11. 11 1417 - Der Italiener Oddo di Colonna wird zum Papst Martin V. gewählt

Konstanz * Das „Konklave“ entscheidet sich für den Italiener Oddo di Colonna, der sich den Namen Martin V. gibt. 

Damit hat die Kirche wieder einen von allen anerkannten Papst.

Das „Abendländische Schisma“ gilt damit als beendet. 

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1418 - Das „Jägerbuch“ von Herzog Ludwig VII. dem Bärtigen von Baiern-Ingolstadt

Ingolstadt * Im „Jägerbuch“ von Herzog Ludwig VII. dem Bärtigen finden sich Hinweise auf die „Falknerei“ in Baiern.

Der Herzog von „Baiern-Ingolstadt“ ist der Bruder der französischen Königin Isabeau de Baviére.

Spätestens bei seinen langen Aufenthalten am Hof des französischen Königs lernt er die „Beizjagd“ kennen.
Und da schon im Mittelalter an den Höfen des französischen Königs eine unglaubliche Prachtentfaltung herrscht, wird hier auch die „Falknerei“ mit größtem Glanz und Aufwand betrieben.
Es gibt dort sogar einen „Falkenmeister des Königs“, der später den Titel „Großfalkonier von Frankreich“ trägt.

Herzog Ludwig VII. von Baiern-Ingolstadt, der sich anno 1402 mit Anna von Bourbon vermählt hatte, regiert und verwaltet sein Teilherzogtum nach französischem Muster.

Der Adel kleidet sich französisch und sogar die Ingolstädter Häuser sind nach Pariser Geschmack erbaut und eingerichtet worden.
Hier dürfte demzufolge auch die „Beizjagd“ entsprechend aufwändig ausgeübt worden sein.

In dem bereits genannten „Jägerbuch“ ist festgelegt worden, dass die „Falkner“ zu dem Personenkreis gehören, die das „Recht der Nachtselden“ in Anspruch nehmen können.
Das bedeutet konkret, die vom Herzog den Klöstern und Kirchen auferlegte Verpflichtung, „unsere jägermaister, jäger und valcknär“ zu beherbergen und zu verpflegen oder ersatzweise jährlich einen Geldbetrag abzuliefern.

Die „Prälaten“ von sechs Klöstern verklagen daraufhin Herzog Ludwig VII. vor dem „Baseler Konzil“, das ihn anno 1433 mit dem „Kirchenbann“ belegt.
Der Regent des Ingolstädter Herzogtums stirbt mit dieser Strafe.

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1418 - Der „Hafnermeister“ Chunrat Lecker fertigt im Auftrag der Stadt Ziegel

Haidhausen * Der „Hafnermeister“ Chunrat Lecker fertigt im Auftrag der Stadt Ziegel.

Im Jahr darauf brennt er 230.000 Steine in 10 Öfen.

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22. 4 1418 - Ein verheerendes Großfeuer zerstört weite Teil der Stadt

München * Ein verheerendes Großfeuer zerstört weite Teil der Stadt.

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Anno 1420 - Das „Stern-Frauenhaus“ besteht aus einer „Frauenmeisterin und 6 Dirnen“

München-Kreuzviertel * Das „Frauenhaus Der Stern“ besteht aus einer „Frauenmeisterin und sechs Dirnen“.

Seit der Gründung des „Frauenhauses am Anger“ (1437) heißt das „Bordell“ am Schwabinger Tor „das alt Frauenhaus“

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Um das Jahr 1420 - Der nächste Schritt zur Kriminalisierung der „Magie“

Paris * Der nächste Schritt zur Kriminalisierung der „Magie“ kristallisiert sich zwischen 1400 und 1430 heraus und ist eine Folge der politisch motivierten „Magie- und Schadenszauberprozesse“ am französischen Königshof.

Eine neue Tätergruppe wird gefunden in den „gotteslästerlichen, die göttliche wie obrigkeitliche Ordnung verleugnende Ketzersekte der schadenstiftenden Hexen“, die sich zu ihren nächtlichen „Verschwörungsorgien“ an „heimlichen Orten“ auf „allerlei Fluggeräten“ auf den Weg machen.

Daraus leitet sich ab: der „Pakt“, die „Buhlschaft“, der „Flug“, der „Sabbat“ und der „Schadenszauber“.

Das ist der Beginn einer breiten „Hexenverfolgung“ in den Tälern der Westalpen. 

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Um 10 1420 - Wieder Pest in München

München * Um diese Zeit herrscht in München die Pest. 

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1421 - Der Vorläufer des „Roten Turms“ erstmals genannt

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Ein „torhäusl auf der Iserbrucken“ wird genannt.

Es ist der Vorläufer des „Roten Turms“.

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13. 12 1421 - Der Freisinger Bischof Hermann von Cilli stirbt

Freising * Der Freisinger Bischof Hermann von Cilli stirbt. 

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1422 - Eine „Wasserstube am Gasteigberg“ wird erstmals genannt

Au * Eine „Wasserstube am Gasteigberg“ wird erstmals genannt.

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29. 3 1422 - Nikodemus della Scala zum Bischof von Freising ernannt

Rom-Vatikan * Papst Martin V. ernennt den von Herzog Heinrich XVI. dem Reichen von Baiern-Landshut unterstützten Nikodemus della Scala zum Bischof von Freising. 

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9. 4 1424 - Eine „Kleidervorschrift“ wird beraten.

München * Eine „Kleidervorschrift“ wird beraten.

Es geht um das Tragen der Schleier und „Stauchen“ durch die Frauen.
Die „Stauchen“, der „Stauch“ oder das „Stäuchel“ ist ein mehrfach um den Kopf geschlungenes Tuch.

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1425 - Beseitigung dieser „Stätte der Unzucht“ gefordert und abgelehnt

München-Angerviertel * Der „Dekan“ von „Sankt Peter“, in dessen Pfarrei sich das „Haus des Scharfrichters“ und damit das „Stadt-Bordell“ liegt, fordert die Beseitigung dieser „Stätte der Unzucht“.  

Doch der Münchner Rat lehnt dieses Ansinnen mit dem Hinweis auf „das Herkommen und das Alter“ dieser Einrichtung kategorisch ab. 

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Um 1425 - „Hexerei“ als eines der verabscheuungswürdigsten Verbrechen

Norditalien - Mittelitalien * Bernardino von Siena, ein „franziskanischer Bußprediger“, der später „heiliggesprochen“ wird, predigt auf seinen „Missionsreisen“ durch Nord- und Mittelitalien vehement gegen „Juden“, „Häretiker“, „Sodomiten“ und „Ehebrecher“.

Auch glaubt er, überall auf „magische Praktiken, Wahrsagerei, Zauberei und das Wirken von Dämonen“ zu treffen.
Er bezeichnet die „Hexerei“ als eines der verabscheuungswürdigsten Verbrechen, für dessen Duldung Gott die Menschheit hart bestrafe.

Seine Zuhörer fordert der „heilige Mann“ auf, die „Hexen, Wahrsager und Zauberer“ aufzuspüren und zu vernichten.
Seine Predigten enden regelmäßig in regelrechten Verfolgungen und Hinrichtungen.

Das „Verfolgunsgebiet“ ist so erweitert worden. 

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1427 - Die „schöne Ursel“ von Wolfratshausen wird als Hexe aus der Stadt gejagt

München - Wolfratshausen * Die „schöne Ursel“ von Wolfratshausen wird als Hexe aus der Stadt gejagt, weil sie den „Pfaffen der Pötschnermesse“ so bezaubert hat, dass dieser Messgewänder und das Messbuch an die Juden versetzt.

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1428 - Ein öffentlicher „Weinkeller“ zur Förderung des Weinhandels

München-Graggenau * Zur Förderung des Weinhandels richtet der Rat der Stadt unter der „Bürgertrinkstube“ im „Implerhaus“ einen öffentlichen „Weinkeller“ ein.

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1428 - Die Brüder Pientzenauer verkaufen ihren „aigen Hof in Haidhausen“

Haidhausen * Die Brüder Pientzenauer verkaufen ihren „aigen Hof in Haidhausen“ an Ulrich und Kathrayn Schaefftaler, die weitere Zukäufe zum „Gronimushof“ tätigen.

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24. 4 1429 - Ein Stadtbrand vernichtet große Areale

München * Ein Brand legt große Teile der Stadt in Schutt und Asche.

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25. 6 1429 - Die Stadt betreibt ihren ersten „städtischen Ziegelofen“ in Haidhausen

Haidhausen * Im Interesse seiner eigenen Bauvorhaben, aber auch, um für den privaten Hausbau die Kosten zu senken, betreibt die Stadt München ihren ersten „städtischen Ziegelofen“ in Haidhausen.

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1430 - Ein fünfbändiger Entwurf für einen „christlichen Idealstaat“

Savoyen * Herzog Amadeus VIII. von Savoyen, der spätere „Gegenpapst“ Felix V., lässt einen fünfbändigen Entwurf für einen „christlichen Idealstaat“ erarbeiten.

Darin dürfen keinerlei „Normverstöße“, erst recht keine „Gotteslästerung, Häresie und Zauberei“ geduldet werden.
Als weltlicher Herrscher führt er in seinem Herzogtum bereits schärfere Gesetze gegen „sittliche und religiöse“ Verstöße ein.

Dabei führt Herzog Amadeus - „der Friedfertige“ - das „inquisitorische Verfahren“ gegen „Ketzer“ wie gegen „Zauberer“ ein und ermuntert seine Amtsleute, mit „dominikanischen und franziskanischen Inquisitoren“ zusammenzuarbeiten. 

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Um 10 1430 - Die Pest sucht die Stadt heim

München * Die Pest sucht die Stadt heim. 

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1431 - Drei Ratsmitglieder reisen mit Wein zu Verhandlungen nach Straubing

München - Straubing * Als drei Ratsmitglieder zu Verhandlungen nach Straubing abgesandt werden, gibt man ihnen ein ansehnliches Quantum „Malvasier“ und „Romanier“ mit, damit sie entsprechend „witzig und schlagfertig“ sind und von den „herzoglichen Räten“ nicht übertroffen werden.

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1431 - Dem „Zauberer“ Schneider werden die Augen ausgestochen

München * Dem „Zauberer“ Schneider werden wegen „unchristlicher Buberei“ die Augen ausgestochen und die Zunge abgeschnitten.

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Vor dem 29. 5 1432 - Den „Franziskanern“ fließt ein stattliches, ständig wachsendes Vermögen zu

München-Graggenau * Den bei der Münchner Einwohnerschaft beliebten „Franziskaner Barfüßern“ fließt innerhalb weniger Generationen ein stattliches, ständig wachsendes Vermögen zu.

Zahlreiche Adelige und Bürger stiften dem Kloster sogenannte „Jahrtage“ mit regelmäßigen Reichnissen in Naturalien und Bargeld.

Das führt schnell zur Verwahrlosung der Klostersitten, sodass sich der Münchner Rat zum Einschreiten veranlasst sieht. 

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29. 5 1433 - Verordnung über das „Spielen“ und den Bau eines „Frauenhauses“

München-Angerviertel * Die Herzogbrüder Ernst und Wilhelm III. erlassen - auf Bitte des Rats der Stadt - eine ausführliche Verordnung über das „Spielen“ und den Bau eines „Frauenhauses“ (Stadtbordell), „daz dadurch vil ybels an frawen und jugkfrawen understannden [verhindert] werde“.

Die Stadt erwirbt dafür vom „Heiliggeist-Spital“ ein Anwesen an der Mühlgasse am Anger.

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3. 10 1433 - Der Rat der Stadt erlässt eine neue „Bußordnung“

München * Die neue, vom Rat der Stadt erlassene „Bußordnung“ enthält neugefasste Sätze über die „Bewirtung der Gäste bei Hochzeiten und Taufen“

Nach der „Bußordnung“ ist die „Sperrstunde“ im Sommer um 9 Uhr, im Winter um 8 Uhr. 

Die Beschränkungen beim „Kleiderluxus“ werden aufgeweicht.

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1434 - Der Haidhauser Lehm wird auf Tauglichkeit untersucht

Haidhausen * Die Stadt lässt einen „Ziegelmeister“ aus Straubing kommen, der den Haidhauser Lehm auf Tauglichkeit untersuchen soll. 

Gleichzeitig schickt die Stadtverwaltung Lehmproben nach Augsburg.

Das Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige für die Münchner „Hafner“, weil die Augsburger eine wesentlich bessere Qualität an Ziegeln herstellen konnten als die Münchner. Damit war eindeutig bewiesen, am Material liegt es nicht.

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12. 10 1435 - Agnes Bernauer wird in Straubing in der Donau ertränkt

Straubing * Agnes Bernauer, die nicht-standesgemäße Frau des späteren Herzogs Albrecht III., wird in Straubing in der Donau ertränkt. 

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1437 - Kathrayn Schaefftaler schenkt den „Gronimushof“ ans „Heiliggeist-Spital“

Haidhausen * Kathrayn Schaefftaler schenkt den Haidhauser „Gronimushof“ an das „Heiliggeist-Spital“ in München „zu Hilf und Trost meines Mannes sel., mein und aller glaubigen Sel heil willen“.

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1437 - Der Bedarf an Ziegel ist gewaltig

München - Haidhausen * Der Bau des „Salzstadels“ sowie der durchgreifende Um- und Neubau der „Stadtmauer“ erfordert gewaltige Mengen an „Ziegeln“.

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9. 3 1437 - Die Vorarbeiten am Münchner „Frauenhaus“ beginnen

München-Angerviertel * Die Vorarbeiten am Münchner „Frauenhaus“ beginnen.  

Für 15½ Pfund Pfennige werden 17.000 Mauersteine gekauft.  

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Um den 28. 10 1437 - Das neue „Stadtbordell“ wird eröffnet

München-Angerviertel * Das neue „Stadtbordell“ wird eröffnet.  

Das Münchner „Frauenhaus“ ist ein zweigeschossiges, äußerlich an ein oberbaierisches Bauernhaus erinnerndes Gebäude mit 32 großen und zwei kleinen Fenstern.  
Es befindet sich in der Mühlgasse am Anger, Ecke Rossmarkt und Blumenstraße.  

In jedem Geschoss ist eine „Stube“ untergebracht, in der die Kontakte zwischen dem „Freier“ und den „Prostituierten“ hergestellt werden.  
Hier kann aber auch gezecht und vermutlich gespielt werden.  
Sie sind also ein „Ort der Geselligkeit“.  

Um diese „Stuben“, die als einzige Räume beheizbar sind, gruppieren sich insgesamt zwölf abschließbare „Kammern“.  
Diese sind mit je einem Bett bestückt. Sehr wahrscheinlich sind das die einzigen Einrichtungsgegenstände dieser Räume.  

Umgeben ist das Gebäude von einem kleinen Garten.  
Das Münchner „Frauenhaus“ ähnelte demnach eher einem modernen Barbetrieb mit angeschlossenen „chambres separées“ als einem heutigen „Eroscenter“.  

Das „Frauenhaus“ ist nicht weit vom „Haus des Scharfrichters“ entfernt.  
In dem direkt an das Haus angebauten Gebäude mit dem Aufzuggiebel ist lange Zeit der städtische „Schinder“, „Wasenmeister“ oder „Abdecker“ untergebracht, der ebenso wie der „Henker“ bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als „ehrlos“ gilt und nicht im bürgerlichen Wohnbereich geduldet wird. 

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Um den 30. 10 1437 - Die „Dirne“ Aellen wird im „Frauenhaus“ (Stadtbordell) ermordet

München-Angerviertel * Die „Dirne“ Aellen wird im „Frauenhaus“ (Stadtbordell) ermordet.

Der Scharfrichter muss sie auf der „Freistatt“, einem henkereigenen Begräbnisplatz, verscharren.

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4. 7 1439 - Die Münchner Juden entrichten eine außerordentliche „Reichssteuer“

München * Die Münchner Juden haben eine außerordentliche „Reichssteuer“ in Höhe von 2.000 rheinischen Gulden entrichtet. 

Das ist der letzte Nachweis für die Existenz einer  Münchner „Judengemeinde“

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Ab 21. 9 1439 - Ein „Exibitionist“ treibt sein Unwesen

München * Ein „Exibitionist“ hält sich in der Stadt auf und zeigt den Frauen „den zers“, das männliche Glied. 

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5. 11 1439 - Herzog Amadeus VIII. wird zum „Gegenpapst“ Felix V. gewählt

Basel * Herzog Amadeus VIII. von Savoyen, genannt „der Friedfertige“, wird zum „Gegenpapst“ Felix V. gewählt, aber lediglich von Baiern, Aragonien, Ungarn und der Schweiz in dieser Funktion anerkannt. 

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5. 12 1439 - Das abgelaufene Jahr wird als „Pestjahr“ bezeichnet

München * Über das abgelaufene Jahr berichtet der „Stadtschreiber“ Dr. Hans Rosenbusch von einem „Pestjahr“

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1440 - Die Stadt betreibt fünf „Ziegelwerke“ in Haidhausen

Haidhausen * Die Stadt betreibt fünf „Ziegelwerke“ in Haidhausen.

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1441 - Der Rat kauft den zur Lehmgewinnung erforderlichen Grund in Haidhausen

Haidhausen * Zur Errichtung „stadteigener Ziegelwerke“ kauft der Rat den zur Lehmgewinnung erforderlichen Grund und Boden in Haidhausen.

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1442 - Jeder „Weinwirt“ muss dem Bürgermeister einen Eid leisten

München * Jeder „Weinwirt“ muss dem Bürgermeister „an Eidesstatt in Treue geloben, sich als Weinwirt friedlich, ehrbar und der Zunftordnung gemäß zu verhalten, jeden Wein nach seinem Wert auszuschenken und nicht zu mischen“.

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1442 - Herzog Albrecht III. vertreibt alle Juden aus seinem Teilherzogtum

München * Herzog Albrecht III. vertreibt alle Juden aus dem Teilherzogtum München-Oberbaiern.

Die „Synagoge“ wird in eine „Marienkapelle“ umgewandelt.

Die Vertreibung bedeutet zudem das Ende der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in München.

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1443 - Der Müller Oswalt Rueshaimer ist im Besitz der „Giesinger Mühle“

Untergiesing * Der Müller Oswalt Rueshaimer ist im Besitz der „Giesinger Mühle“ „für drei Leben“, was soviel bedeutete, wie für die Lebenszeit von drei Familienangehörigen, hier: Vater, Mutter, Kind.

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6. 3 1445 - Arme Leute aus Oberbaiern kommen für „Schanzarbeiten“

München * Baiernherzog Albrecht III. gibt den Befehl, wonach den Münchner Bürgern zwei Jahre lang Arbeiter aus dem Umland zur Hilfeleistung für die „Schanzarbeiten“ geschickt werden sollen. 

Die „armen Leute aus Oberbaiern“ erhalten „genügend Brot und einen Zehrpfennig“. 

In Haidhausen und in der Au finden sie eine neue Heimat.

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1446 - Die Stadt kauft mehrere Lehm-Äcker des Haidhauser „Lenzbauernhofes“

München - Freising * Die Stadt kauft dem „Freisinger Domkapitel“ mehrere Lehm-Äcker des Haidhauser „Lenzbauernhofes“ zum „Ziegelwerch“ ab.

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1447 - Die Stadtobrigkeit erlässt „Anordnungen zum Brauwesen“

München * Die Stadtobrigkeit erlässt „Anordnungen zum Brauwesen“, auch wenn sie dabei ihre Kompetenzen weit überschreitet.

Der „Brausatz“ von 1447 besagt, dass das gesottene Bier mindestens 8 Tage in „gepichten Fässern“ lagern muss. Bei einem Verstoß gegen die Anordnung werden empfindliche Strafen in Aussicht gestellt.

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25. 6 1448 - Die „Rennordnung“ für das „Scharlachrennen“ wird erlassen

München * Der Rat der Stadt erlässt eine „Rennordnung“ für das sogenannte „Scharlachrennen“.  

Die selbe „Rennordnung“ gilt auch für das „Fräuleinlaufen“, bei dem sich „die freylein“ einen Wettlauf „umb das parchanttuech“ liefern.  
Das „Hurenlaufen“ ist ein großes jährliches Spektakel. 

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1449 - Mittenwald erhält zwei Jahrmärkte

Mittenwald * Der Freisinger Landesherr über das „Werdenfelser Land“, Bischof Johann III. Grünwalder, gewährt den Mittenwaldern die Abhaltung von zwei Jahrmärkten. 

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1450 - München zählt 16 bürgerliche Brauereien

München * München zählt 16 bürgerliche Brauereien.

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1450 - Am Anger wird ein „Eichstadel“ für Wein eröffnet

München-Angerviertel * Am Anger wird ein „Eichstadel“ eröffnet.

Durch gewissenhaftes Eichen will der Rat die Weinzufuhren der Kaufleute steigern.

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1450 - In Mittenwald entsteht ein „Ländhafen“ für Flöße

Mittenwald * In Mittenwald entsteht ein eigener, 50 Meter langer und 16 Meter breiter „Ländhafen“ für den Flusswarentransport, der „Nassen Rott“

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Ab dem Jahr 1450 - Niederbaiern bezieht rund 90 Prozent seiner Einnahmen aus dem Weinbau

Landshut * Etwa ab dem Jahr 1450 bis zum Jahr 1500 bezieht das niederbaierische Herzogshaus rund 90 Prozent seiner Einnahmen aus dem „Weinbau“.

Die Staatseinnahmen vom Bier liegen bei zwei Prozent.

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Um 1450 - Die Araber führen die Produktion von Seide in Spanien ein

Spanien * Die Araber führen die Seidenproduktion in Spanien ein.

Aber selbst im 15. Jahrhundert wird noch immer die Seide aus China importiert, weil diese als hochwertiger gilt und die europäischen Fabrikate den Bedarf nicht decken können. Man importiert jedoch hauptsächlich Rohseide, da es hier bereits genügend Arbeitskräfte zum Weben und Verarbeiten gibt. 

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20. 1 1452 - Es tobt wieder die Pest in der Stadt

München * Es tobt wieder die Pest in der Stadt. 

Zur Beratung wird für 26 Pfennige „Malvasier-Wein“ für den Stadtrat gekauft. 

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1453 - Ein weiterer „Brausatz“ verbietet den Brauern jede „Einung“

München * Ein weiterer „Brausatz“ des Münchner Rats verbietet den Brauern jede „Einung“ und untersagt ihnen, sich zu Absprachen zu treffen oder sich gegenseitig verzuschreiben, wie viel und wann sie brauen wollen.

Sie dürfen auch kein Getreide aufkaufen, das sie später wieder verkaufen wollen. Damit soll Handelsschaft und Spekulation verhindert werden.

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1454 - Zwei Frauen wegen „Zauberei“ auf den Pranger gestellt

München * Der Münchner Henker muss zwei Frauen wegen „Zauberei“ auf den Pranger stellen und sie dann aus der Stadt treiben.

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16. 9 1454 - Johann von Capistran predigt auf dem Schrannenplatz

München-Graggenau * Der Franziskaner-Pater Johann von Capistran predigt auf dem Schrannenplatz so eindringlich, dass sich angeblich „gemeine Töchter“ [Prostituierte] zum Besseren bekehren und Münchner ihre Spielbretter und Karten verbrennen.  

Der Asket erhält dafür von der Stadt ein üppiges Gastgeschenk in Form von Wein, Fischen und Fleisch [!] und reist am selben Tag wieder ab.

Doch kaum eine Woche später geben sich die Stadtbewohner wieder den Lustbarkeiten hin. 

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1455 - Dr. Johann Hartlieb verfasst ein Buch über die Kunst der Zauberei

München * Der Arzt und Schriftsteller Dr. Johann Hartlieb verfasst für den Markgrafen Johann von Brandenburg-Kulmbach ein „Puoch aller verpoten kunst und ungelaubens und der zaubrey“

Johann Hartlieb ist mit Sibilla verheiratet, der illegitimen Tochter von Herzog Albrecht III. und Agnes, und schon deshalb eng mit dem Münchner Hof verbunden.

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1458 - Das sogenannte „Pesthaus, Kaltenegger- oder Nonnenhaus“ wird erbaut

Au * Mit diesem Jahr wird allgemein das Entstehungsjahr des sogenannten „Pesthauses, Kaltenegger- oder Nonnenhauses“ an der Franz-Prüller-Straße in der Au angegeben.

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1458 - Erstmals erscheint der Name „Kreuzviertel“

München-Kreuzviertel * Erstmals erscheint der Name „Kreuzviertel“.

Er leitet sich von der damals wichtigsten Straße ab, der „Kreuzgasse“, dem heutigen „Promenadeplatz“.

Dort befindet sich der für die Wirtschaft so wichtige „Salzmarkt“.

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1459 - Der Rat der Stadt erlässt mehrere Artikel mit „Kleidervorschriften“

München * Der Rat der Stadt erlässt in einem Nachtrag zur „Bußordnung“ vom 3. Oktober 1433 acht neue Sätze und Artikel mit „Kleidervorschriften“

Die hauptsächlich die Frauenmode betreffenden Vorschriften befassen sich mit Regelungen über Pelzbesätze, die Art der Ärmel, die Länge der Röcke und Mäntel.

Sie verbieten Männern wie Frauen Röcke aus Samt und Seide, Perlenbesatz und Brusttücher für die Frauen.

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22. 3 1459 - Maximilian I., der spätere Kaiser, wird geboren

Wiener Neustadt * Maximilian I., der spätere Kaiser aus dem Hause Habsburg, wird in Wiener Neustadt geboren. 

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1460 - Sebolt Schönmacher wird aus der Stadt gewiesen

München * Weil Sebolt Schönmacher mit seiner „Alchemie“ etliche Bürger geschädigt hat, muss er schwören und versprechen, „zeitlebens nicht mehr in die Stadt und in das Land zu kommen“.

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29. 2 1460 - Herzog Albrecht III. stirbt

München * Nach dem Tod Albrechts III. werden seine Söhne Johann IV. und Siegmund Herzöge im Teilherzogtum Baiern-München.

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24. 10 1460 - Die Stadtgrenzen werden im „Burgfriedensbrief“ festgelegt

München * Die Grenzen des Münchner „Burgfriedens“ werden im „Burgfriedensbrief“ festgelegt. 

Das auf der rechten Isarseite gelegene Gebiet gehörte ursprünglich zum „Landgericht Wolfratshausen“, das dort auch die „Jurisdiktion“, die „Gerichtsbarkeit“, ausübte. 
Die Stadtherren beantragten bei den regierenden Herzögen Johann und Sigmund die Erweiterung des „Münchner Burgfriedens“.  

In dem Erlass wurde daraufhin für den Bereich des „Gasteigs“ bestimmt:
„Es soll auch das Siechhaus auf dem Gastay enhalb der Yserpruckh vnnd auch dieselb Yserpruckh auch In vnnserer Statt München Burckfrid ligen.
Doch so behalten wir vnns den wasserstromb der Yser, das vnns der mit Herrlichkeit soll beleiben vnnd zustehen“
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1461 - Eine Konzession für „gewerbsmäßige Bettler“

München * Die „Stadtkammer“ lässt „91 Schiltlein“ anfertigen und an die offiziell zugelassenen „Stadtarmen“ verteilen.  

Diese müssen künftig diese Schilder beim „Betteln“ offen auf der Brust tragen.  
Wer ohne diese Erlaubnis bettelt, wird in die „Schergenstube“ gebracht und auf den „Pranger“ gestellt.  

Die Stellung dieser „gewerbsmäßigen Bettler“ lässt sich auch an ihrer offiziellen Teilnahme an der „Fronleichnamsprozession“ ablesen, in der sie in der Gruppe der „Handwerker“ den Abschluss bilden. 

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1462 - Papst Pius II. bestätigt die „Augustinische Lehre“ zur „Prostitution“

Rom-Vatikan * Papst Pius II. bestätigt die Gültigkeit der „Augustinischen Lehre“ zur „Prostitution“

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1462 - In Perugia wird das erste Leihhaus gegründet

Perugia * Der Franziskanerpater Barnabas gründet in Perugia das erste Leihhaus. Man will damit den Wucher bekämpfen und Menschen, welche vorübergehend in Not geraten sind, vor der Vernichtung ihrer Existenz retten.

Weitere solche Einrichtungen folgen auf italienischem Gebiet. Über Frankreich verbreiten sich die Leihhäuser bald über ganz Europa. Sie heißen damals „Montes pietatis“. Das bedeutet soviel wie „Berg oder Haus des Mitleids“. Die Leihhäuser haben zu dieser Zeit einen ausgesprochenen karitativen Charakter.

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Anno 1463 - Die Auer bauen eine „Heilig-Kreuz-Kapelle“ am heutigen Mariahilfplatz

Au * Bei einem Hochwasser der Isar wird ein Kruzifix aus der Gegend um Tölz am heutigen Mariahilfplatz angeschwemmt.

Die Auer bauen eine „Heilig-Kreuz-Kapelle“ um das Relikt. 

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3. 6 1464 - Umfangreiche Arbeiten an der Isarbrücke

München * Umfangreiche und 107 Pfund und 11 Pfennige teuere Arbeiten an der Isarbrücke beginnen und dauern bis 7. Oktober an. 

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Ab dem Jahr 1465 - Eine „Warmphase“ begünstigt den Weinanbau in Mitteleuropa

Mitteleuropa * Bis 1552 begünstigt eine „Warmphase“ den Weinanbau in Mitteleuropa.

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1465 - Der „Frauenmeister“ muss jede „Dirne“ an der Verehelichung hindern

München * Nach dem „Eidregister“ ist der „Frauenmeister“ verpflichtet, eine jede „Dirne“ an der Verehelichung zu hindern. 

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10. 9 1465 - Herzog Albrecht IV. wird Mitregent seines Bruders Sigmund

München * Herzog Albrecht IV. wird Mitregent seines Bruders Sigmund im Teilherzogtum Baiern-München.

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1467 - Arbeiten an der „Wasserstube“ und am Rohrleitungssystem

Au * Der städtische „Brunnenmeister“ und seine Knechte arbeiten an der am „Gasteigberg“ gelegenen „Wasserstube“ und am Rohrleitungssystem.

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3. 9 1467 - Herzog Sigmund zieht sich auf „Schloss Blutenburg

Schloss Blutenburg * Herzog Sigmund verzichtet - wegen „Blödheit meines Leibes" - auf das Herzogamt im Teilherzogtum Baiern-München und zieht sich zu einem bequemen Leben auf „Schloss Blutenburg" zurück.

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9. 2 1468 - Grundsteinlegung für die „Frauenkirche“

München-Kreuzviertel * Bischof Johann Tulbeck und Herzog Sigismund legen den Grundstein für die „Frauenkirche“.
Als Baumeister ist Jörg von Halspach bestimmt worden.

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1469 - Die „Neuveste“ wird zur ständigen Residenz ausgebaut

München-Graggenau * Die Nachfolger des Baiernherzogs Albrecht IV. erweitern die „Neuveste“ und bauen sie zu ihrer ständigen Residenz - als Ersatz für den „Alten Hof“ - aus.

Damit befindet sich das „Franziskanerkloster“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Residenz“ und kann von dort aus sogar direkt betreten werden.

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1469 - Der Henker muss die „Huntlerin“, eine „Zauberin“, aus der Stadt treiben

München * Der Henker muss die „Huntlerin“, eine „Zauberin“, aus der Stadt treiben.

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10. 11 1469 - Ein Haidhauser „Ziegelstadel“ für den Bau der „Frauenkirche“

München - Haidhausen * Die Stadt kauft eigens für den Bau der „Frauenkirche“ einen „Ziegelstadel“ in Haidhausen.

Die Ziegel werden im „Klosterformat“ gebrannt: 17,5 cm breit, 34 cm lang und 7,5 cm hoch.

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1470 - In Mittenwald wird ein gemeindliches „Ballenhaus“ gebaut

Mittenwald * Für die aufgespeicherten Waren wird in Mittenwald ein gemeindliches „Ballenhaus“ gebaut. 

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1470 - Jörg von Halspach beginnt mit dem Neubau des [Alten] „Rathauses“

München-Graggenau * Jörg von Halspach, der als „Obrist-Maurer“ auch die „Frauenkirche“ erbaut, beginnt mit dem Neubau des [Alten] „Rathauses“.

Sein Vorhaben konzentriert sich auf den nördlich des „Rathausturmes“ anschließenden Trakt, in dem in der Erdgeschosszone ein neues „Stadtgefängnis“ und ein von allen städtischen Bäckern bedientes „Brothaus“ entsteht.

Über der Sockelzone des Neubaus wird ein großer „Fest- und Tanzsaal“ geschaffen, der dem Repräsentationsbedürfnis der Bürgerschaft und der Stadtherrschaft dient. 

Dazu muss zuvor der „Saalbau“ des ersten Münchner „Rathauses“ abgerissen werden.

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1470 - Auf 50 Öfen wird in Haidhausen „Ziegel“ gebrannt

Haidhausen * Auf 50 Öfen wird in Haidhausen „Ziegel“ gebrannt.

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18. 4 1470 - Die Stadt kauft dem „Heiliggeist-Spital“ den „Gronimushof“ ab

Haidhausen * Die Stadt kauft dem „Heiliggeist-Spital“ den „Gronimushof“ um 245 Pfennige ab, um dort den Rohstoff für die Ziegelherstellung zu erhalten.

Der Haidhauser Bauernhof wird auf „Leibgeding“ vergeben.
Das bedeutet, dass sich der „Lehensnehmer“ verpflichten muss, den jeweils benötigten Ziegelgrund entschädigungslos an die Stadt abzugeben.

Nach dem Lehmabbau erfolgt dann die Rückgabe des Grundes zur weiteren landwirtschaftlichen Nutzung.

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1473 - Die „Städtischen Ziegelmeister“ kaufen 356 Föße zum „Ziegelbrennen“ auf

Haidhausen * In 56 Öfen werden in Haidhausen über 782.000 Ziegel gebrannt.

Die „Städtischen Ziegelmeister“ kaufen 356 Föße zum „Ziegelbrennen“ auf.

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1473 - Die „Ziegelsteine“ für das „Starnberger Schloss“ sind aus Haidhausen

Haidhausen - Starnberg * Herzog Albrecht IV. bezieht die „Ziegelsteine“ für den Bau des „Starnberger Schlosses“ von den Haidhauser Ziegeleien.

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1474 - Heinrich Institoris wird „Inquisitor der oberdeutschen Ordensprovinz“

Rom-Vatikan * Heinrich Institoris wird zum „Inquisitor der oberdeutschen Ordensprovinz“ ernannt.

Das ist das deutschsprachige Gebiet zwischen Böhmen und Frankreich, Vorderösterreich, der deutschsprachigen Schweiz und dem Elsass. 

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1474 - Das „Richtfest“ für den „Fest- und Tanzsaalbau des Alten Rathauses“

München-Graggenau * Das „Richtfest“ für den „Fest- und Tanzsaalbau des Alten Rathauses“ wird gefeiert. 

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Um 1475 - Die „Franziskaner“ streiten um die Zulässigkeit der regelmäßigen Einkünfte

München-Graggenau * Über die Zulässigkeit der regelmäßigen Einkünfte und über den Umgang mit ihrem Grundbesitz kommt es innerhalb des „Franziskaner-Ordens“ zum Streit.

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1475 - Neun von der Stadt benannte „Ziegelmeister“ werden genannt

München - Haidhausen * Neun von der Stadt benannte „Ziegelmeister“ werden genannt.

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1475 - Der Innenausbau für das „Alte Rathaus“ beginnt

München-Graggenau * Das „Alte Rathaus“ wird mit Lärchenschindeln gedeckt.

Inzwischen haben auch die Arbeiten für den „Fest- und Tanzsaal“ begonnen.
Der Saal nimmt mit seinen 31 x 17 Meter das gesamte Obergeschoss ein.

Eine „Himmelsleiter“ führt vom Marktplatz direkt in den Saal.
Das Tonnengewölbe ist 10,5 Meter hoch und mit Tannenbrettern verschalt.

Hier ist der Ort, an dem die „Moriskentanzfiguren“ von Erasmus Grasser aufgestellt werden. 

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1475 - Verbot der Schweinehaltung in der inneren Stadt

München * In der inneren Stadt dürfen keine Schweine gehalten werden.

Im Bereich an der heutigen Erhardstraße werden auf städtischem Grund Schweinställe angelegt.

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14. 11 1475 - Die „Fürstenhochzeit

Landshut * Bei der „Landshuter Fürstenhochzeit" heiratet der 22-jährige Prinz Georg von Baiern-Landshut die polnische Königstochter Jadwiga (oder Hedwig).

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1476 - Die Ausschmückung des „Fest- und Tanzsaales“ im „Alten Rathaus“ beginnt

München-Graggenau * Die Ausschmückung des „Fest- und Tanzsaales“ im „Alten Rathaus“ beginnt. 

Hier werden Erasmus Grassers „Moriskentanzfiguren“ aufgestellt. 

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Um 10 1477 - Der Rohbau der „Frauenkirche“ ist fertig gestellt

München-Kreuzviertel * Die Umfassungsmauern der 109 Meter langen, 41,5 Meter breiten und 35 Meter hohen „Frauenkirche“ sind fertig gestellt.

Der Nordturm ist 98,57 Meter hoch, der Südturm 98,45 Meter. Die Differenz beträgt 12 Zentimeter.

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19. 3 1479 - Papst Sixtus IV. führt das Fest des „Hl. Joseph“ ein

Rom-Vatikan * Josef ist ein später Heiliger.

Erst Papst Sixtus IV. führt das Fest des „Hl. Joseph“ ein.

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1480 - 16 „Moriskentänzer“ für das „Alte Rathaus“

München * Erasmus Grasser rechnet mit der „Stadtkammer“ die Herstellung von 16 „Moriskentänzern“ für das „Alte Rathaus“ ab.

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1480 - Der Oberarmknochen des „heiligen Antonius von Padua“

München-Graggenau * Der Oberarmknochen des „heiligen Antonius von Padua“ wird in einem spätgotischen „Reliquiar“ gefasst. 

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1480 - Herzog Albrecht IV. zwingt die „Konventualen Franziskaner“ zum Abzug

München-Graggenau * Der regierende Herzog Albrecht IV. zwingt - mit päpstlicher Genehmigung und mit Ausnahme von drei reformwilligen Mönchen - die „Konventualen“ zum Abzug und initiiert gemeinsam mit Papst Sixtus IV. eine Reform des Münchner „Franziskanerordens“.

Das Kloster übernehmen nunmehr Pater der „alten Observanz“. Seit dieser Zeit gehen auch die anfallenden Baulasten des Klosters zu Lasten des Herzogs, da den „Observanten“ nach der strengen Auslegung der Armutsregel jedes Eigentum an den Gebäuden untersagt ist.

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1480 - Das „Pütrich-“ und „Ridler-Seelhaus“ schließen sich den „Franziskanern“ an

München-Graggenau * Das „Pütrich-Seelhaus“ und das „Ridler-Seelhaus“ schließen sich - nicht ohne äußeren Zwang - den „Franziskanern“ an.

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Nach 1480 - Die Münchner „Franziskaner“ leben von „Almosen“

München-Graggenau * Die Münchner „Franziskaner“ leben nach der Klosterreform in erster Linie von „Almosen“.

Ihre „Klosterbrauerei“ entsteht erst nach Einführung der strengen „Observanz“ als neuer Erwerbszweig. Traditionell bilden zudem die Gebühren für Bestattungen und dem Lesen von Messen auf dem bei den Münchner Bürgern beliebten „Klosterfriedhof“ eine Einnahmequelle.

Als neuer „Hausbetrieb“ entsteht im Münchner Kloster eine „Tuchmanufaktur“.
Sie beliefert die gesamte Provinz mit Stoffen für den „Habit und Wolldecken“.

An handwerklich ausgebildeten „Laienbrüdern“ mangelt es nicht, verfügt doch der umfangreiche Konvent durchschnittlich über siebzig Mönche.
Auch das „Studium der Kleriker“ findet im eigenen Haus statt.

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Um 1480 - Die Stadt Einbeck bei Hannover zählt etwa 300 Brauereien

Einbeck * Die Stadt Einbeck bei Hannover zählt etwa 300 Brauereien.

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14. 8 1480 - Erasmus Grassers „Moriskentanzfiguren“ werden bezahlt

München * Die Stadt zahlt 150 Pfund 4 Schilling an Meister Erasmus Grasser für die Herstellung von 16 „Moriskentanzfiguren“ für den „Festsaal im Alten Rathaus“

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29. 9 1480 - In Cham wird „böhmisches Bier“ ausgeschenkt, nicht aber gebraut

Cham * In einem Schreiben wird ausgeführt, dass in der damals zur „Kurpfalz“ gehörenden Stadt Cham „böhmisches Bier“ ausgeschenkt wird, nicht aber gebraut.

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Ab 1481 - Die „Hexen-Verfolgungskampagne“ in der „Diözese Konstanz“

Konstanz * Die „Verfolgungskampagne“ des Heinrich Institoris, des „Inquisitors der oberdeutschen Ordensprovinz“, in der „Diözese Konstanz“ ist - nach seinen eigenen Angaben - erfolgreich verlaufen.

Zwischen 1481 und 1485 werden hier 48 Frauen als „Hexen“ hingerichtet. 

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1481 - Das Amt des „Bettelmeisters“ in München

München * Das Amt des „Bettelmeisters“ wird in München von zwei dazu Beauftragten ausgeführt.

Sie üben ihre Aufgabe ehrenamtlich aus und bekommen zu ihrer Unterstützung städtisch besoldete „Bettelknechte“ zur Seite gestellt.

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1481 - Streit der Bäcker mit den Brauern

München * Ein Ratsprotokoll bereichtet erstmals vom Streit der Bäcker mit den Brauern, bei dem es um das Recht der „Hefezubereitung“ geht.

Die Brauer lieferten den Bäckern die Hefe.
Da diese aber mit der Qualität sowie der Art und Weise wie die Brauer die Hefe lieferten nicht einverstanden waren, gingen sie dazu über, ihre „Backhefe“ selbst herzustellen.

Dadurch verdarb den Brauern die Hefe, wodurch sie einen großen, vermutlich finanziellen Schaden erlitten.

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1482 - 32 Wagen für die Rott in Mittenwald

Mittenwald * In Mittenwald sollen mindestens 32 Wagen für die Rott bereitgehalten werden. 

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16. 10 1482 - Wieder beherrscht die Pest München

München * Wieder beherrscht die Pest München. Sie dauert bis zum Anfang des nächsten Jahres. 

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20. 7 1483 - Die Stadt finanziert mehrere Wallfahrten gegen die Pest

München * Die Stadt finanziert mehrere Wallfahrten gegen die Pest. 

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Um das Jahr 1484 - Ein früher Entwurf einer „Münchner Brauordnung“

München * Aus diesen Jahren stammt ein Entwurf einer „Münchner Brauordnung“.

Als Begründung für das Entstehen dieses Entwurfs nennen die Verfasser „Missstände im Bräuamt“ und „zahlreiche Beschwerden“ darüber.
Die städtischen Gesetze umfassen die Organisation des Handwerks, die Herstellung des Produkts vom Einkauf der Rohstoffe bis zur Fertigung des Produkts und dessen Vertrieb.

Zudem finden sich in diesem ratsherrlichen Entwurf Anweisungen zum Bierpreis und zur Biersorte.
Die städtische Obrigkeit tritt eindeutig für die Interessen der Verbraucher ein.

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1484 - Papst Innozenz VIII. erlässt die Bulle „Summis desiderantes“

Rom-Vatikan * Der Verfasser des „Hexenhammers“, Heinrich Kramer [„Henricus Institoris“], erwirkt von Papst Innozenz VIII. die Bulle „Summis desiderantes“, in der er die von „Hexen“ begangenen Schäden beklagt, die in den „Erzbistümern“ Köln, Mainz, Trier, Salzburg und Bremen aufgetreten sein sollen.

Gleichzeitig kritisiert er den Widerstand, mit dem viele Städte und Territorien eine „Hexenverfolgung“ verweigern. 

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1484 - Papst Innozenz VIII. erlässt eine „Hexenbulle“

Rom-Vatikan * Papst Innozenz VIII. erlässt eine „Hexenbulle“.

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1. 1 1484 - Wieder einmal: Die Pest in München

München * Noch immer herrscht die Pest in München. 

Wer kann, verlässt die Stadt. 

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5. 2 1484 - Durch die Pest kommt das Marktleben und der Handel zum Erliegen

München * Der Rat sagt der Gemain zu, für das Jahr 1483 keine Steuer zu erheben. 

Das Marktleben und der Handel waren durch die herrschende Pest zum Erliegen gekommen. 

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21. 2 1484 - „Aufwandsentschädigung“ wegen der Pest

München * Während der Pestzeit haben die meisten Stadträte die Stadt verlassen. 

Diejenigen, die die Amtsgeschäfte weitergeführt haben, erhalten jetzt vom Rat eine „Aufwandsentschädigung“ zugebilligt.

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1485 - Die „Hexenverfolgung“ in der „Diözese Brixen“ scheitert

Brixen * Die „Hexenverfolgung“ des Heinrich Institoris, des „Inquisitors der oberdeutschen Ordensprovinz“, in der „Diözese Brixen“ scheitert, nachdem der dortige Bischof für den Abbruch des Verfahrens sorgt und Institoris hinaus wirft.

Seine Prozessführung ist offensichtlich so wirr, rechtsbrüchig und skandalös, dass der Bischof keinen anderen Weg als diesen sieht. 

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14. 10 1485 - Herzog Albrecht IV. erlässt eine neue „Brauordnung“

München * Herzog Albrecht IV. erlässt eine neue „Brauordnung“.

Er übernimmt darin größtenteils die städtischen Gesetze, die um das Jahr 1484 durch den Rat der Stadt München erlassen worden sind.
Die herzogliche „Brauordnung“ regelt vornehmlich die Organisation des Münchner „Braugewerbes“.

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1486 - Der berüchtigte „Hexenhammer“ wird veröffentlicht

Speyer * Der berüchtigte „Hexenhammer - Malleus maleficarum“, ein „Lehrbuch des Hexenglaubens und der Hexeninquisition“, wird veröffentlicht.

Der „Dominikanermönch“ Heinrich Institoris, der zudem „Inquisitor der oberdeutschen Ordensprovinz“ ist, schreibt das Buch, nachdem er mit einer Inquisition in Innsbruck in der „Diözese Brixen“ gescheitert ist.

Nach dieser Niederlage will er seine Position stärken und die „Hexenverfolgung“ vor deren Gegnern zu rechtfertigen.

Das Buch wird als Vorbild für die künftig in Deutschland geführten „Hexenprozesse“ dienen und wird bis ins 17. Jahrhundert hinein in 29 Auflagen erscheinen. 

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6. 8 1486 - Herzog Albrecht IV. nimmt in Regensburg in Besitz

Regensburg * Herzog Albrecht IV. zieht in Regensburg ein, um die Stadt gemäß deren Wunsch in Besitz zu nehmen. 

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7. 11 1486 - Die Stadt Landshut veröffentlicht eine „Brauordung“

Landshut * Die Stadt Landshut veröffentlicht eine „Brauordung“.

Eine Abschrift erhält auch der Münchner Stadtrat, dem sie zur Orientierung dient.
Sie beinhaltet ein „Reinheitsgebot“, das als Bestandteile des Bieres nur Gerste und Hopfen nennt.

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Um 12 1486 - Eine erste Fassung des „Münchner Reinheitsgebots“ entsteht

München * Eine erste Fassung des „Münchner Reinheitsgebots“ entsteht.

Es besagt: „Item sie [die Brauer] sollen auch Bier und Greußing sieden und brauen nur allein von Gersten, Hopfen und Wasser und sonst nichts darein oder darunter tun noch sieden, oder man strafe sie für falsch“.

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1487 - Erstmals wird eine Bronzemadonna auf eine Marmorsäule gestellt

Udine * Erstmals wird in Udine eine Bronzemadonna auf eine Marmorsäule gestellt. 

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1487 - Heinrich Institoris veröffentlicht den „Hexenhammer“

Nürnberg * Der „Dominikanermönch“ Heinrich Institoris veröffentlicht den „Hexenhammer“ genannten „Malleus Maleficorum“ und schafft damit eine ausgeklügelte, systematische „Hexenlehre“.

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1487 - Der „Bozener Markt“ wird nach Mittenwald verlegt

Mittenwald * Die Venetianer Kaufleute verlassen Bozen als ihren Hauptstapelplatz für Waren nach einem Streit mit der dortigen Regierung. 

Als Ersatzstandort erwählen sie Mittenwald, in dem sie bis 1679 den sogenannten „Bozener Markt“ abhalten und die „welschen“ - sprich fremden - Waren angebieten, verkaufen und verfrachten.

Auf Saumtieren und Karren werden die Güter über die steilen Gebirgspässe gebracht und gelangen schließlich über Zirl und Seefeld hinab nach Scharnitz und Mittenwald.
Den Weitertransport übernehmen heimische Fuhrleute.

Gehandelt wird mit: Gewürzen, Südfrüchten, Ballen mit Baumwolle, Pfeffersäcke, Säcke mit Johannisbrot, Safran und Ingwer, Ballen mit Schreibpapier, Borten, Schleier, Ölfässer, Fässer mit Feigen, Zucker, Welsch- und Etschwein. 

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Um 1487 - Herzog Sigmund von Tirol erklärt Venedig den Krieg

Bozen * Herzog Sigmund von Tirol lässt auf dem „Bozener Markt“ 130 venezianische Kaufleute verhaften und erklärt darüber hinaus der „Republik Venedig“ den Krieg.

Aus diesem Grund schlagen die venezianischen Händler ihre Kaufstände seither im bischöflich-freisingischen Mittenwald auf.

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3. 1 1487 - Herzog Albrecht IV. ehelicht die 21jährige Kaisertochter Kunigunde

Innsbruck * Der 39jährige Baiernherzog Albrecht IV. entführt und ehelicht die 21-jährige Kaisertochter Kunigunde in Innsbruck. 

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11. 11 1487 - Der gepachtete „Ziegelstadel“ wird nicht mehr gebraucht

Haidhausen * Letztmals zahlt die Stadt die Pacht für das „Abziegeln“ von Grundstücken der Familie Pötschner in Haidhausen.

Ab sofort wird der eigens für den Bau der „Frauenkirche“ gepachtete „Ziegelstadel“ nicht mehr gebraucht.

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30. 11 1487 - Herzog Albrecht IV. erlässt das sogenannte „Münchner Reinheitsgebot“

München * Herzog Albrecht IV. erlässt auf Druck des Münchner Rats das sogenannte „Münchner Reinheitsgebot“.

Der erste Paragraph dieses Gesetzes lautet:
„Zuerst so sollen nu füran die Bier hie nit höher dann ein maß ze einem oder zwaien Pfenningen ausgeschenkt, auch aus nicht anderm dann Hopfen, Gersten und Wasser gesotten und nit ausgeschenckt [werden], sy seyen dann vor[her] von den[en], die, als hernach folget, darzue geordent und gesetzt werden, beschaut und gesetzt“.

  • Der erste Teilsatz setzt den Preis pro Mass fest,
  • ​Teilsatz 2 bestimmt, woraus das Bier ausschließlich zu brauen ist und
  • Teilsatz 3 nennt die Voraussetzungen für die Erlaubnis zum Ausschank:
    Die vorherige „Beschau“ oder Prüfung und die „Preisfestsetzung“ durch die nachstehend bestimmten „Prüfer“.

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Um den 12 1487 - Herzog Albrecht IV. erlässt eine „Brauordnung“ für Regensburg

Regensburg * Eine von Herzog Albrecht IV. erlassene „Brauordnung“ für die Stadt Regensburg lautet im Kernsatz:

„Die Bierbräuen sollen einen Eid zu Gott und den Heiligen schwören, zum Biersieden nichts anderes dann allein Malz, Hopfen und Wasser zu nehmen, noch jemand irgendetwas anderes darin zu versiegen noch in das Bier tun, dieweil das in seiner Gewalt ist, gestatten“.

Damit war man schon ganz nahe am „Münchner Reinheitsgebot“.
Auffallend ist jedoch, dass anstelle von der „Gerste“ vom „Malz“ gesprochen wurde.
Damit konnte auch weiterhin dem Bier „Hafer“ zugegeben und dadurch auf die unterschiedlichen Ernteergebnisse Rücksicht genommen werden.

Eine weitere große Ausnahmeregelung unterscheidet das „Regensburger“ vom „Münchner Reinheitsgebot“:
Die Zugabe von bestimmten Gewürzen und Kräutern, die beim Regensburger Wein nicht verpönt waren und deshalb beim Bier - unter bestimmten Voraussetzungen - auch nicht ausgeschlossen werden sollten.

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1488 - Das Verhelichungsverbot für Prostituierte entfällt

München * Die strenge Regel im „Eidregister“, wonach der „Frauenmeister“ verpflichtet ist, eine jede „Dirne“ an der Verehelichung zu hindern, fällt weg. 

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1488 - Albrecht IV. schließt mit Hans von Degenberg einen „Erbschaftsvertrag“

München * Herzog Albrecht IV. schließt mit Hans von Degenberg einen „Erbschaftsvertrag“, wonach beim Aussterben der Degenberger in der männlichen Linie deren gesamter Herrschafts- und Besitzkomplex in den Besitz der Wittelsbacher übergeht.

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1488 - Der Bau der „Frauenkirche“ ist vollendet

München-Kreuzviertel * Der Bau der „Frauenkirche“ ist vollendet.

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22. 5 1489 - Der Stadtrat erlässt eine „Weinschenken-Ordnung“

München * Der „Rat der Stadt“ erlässt eine 27 Artikel umfassende „Weinschenken-Ordnung“

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27. 12 1489 - Predigende Franziskaner sind eine geistliche Konkurrenz

München-Graggenau * Die Pfarrer der „Peterskirche“ und der „Frauenkirche“ beschweren sich bei den „Franziskanermönchen“, dass diese durch ihre Predigten eine scharfe geistliche Konkurrenz gegenüber den weltlichen Stadtpfarreien ausüben. 

Man einigt sich darauf, dass die „Franziskaner“ zu bestimmten Zeiten das Predigen an Vormittagen unterlassen. 

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1490 - Das „öffentliche oder heimliche Halten von Konkubinen“ wird verboten

Rom-Vatikan * Der päpstliche Vikar Giacomo Botta erlässt ein Dekret, das allen Klerikern und Laien bei Androhung der „Exkommunikation“ und des „Verlustes der Ämter und Pfründe“ das „öffentliche oder heimliche Halten von Konkubinen“ verbietet.  

Papst Innozenz VIII., das ist übrigens auch der mit dem „Hexenhammer“, lässt den Erlass umgehend zurücknehmen und erklärt, dass das „Konkubinat“ nicht verboten sei.  
In der Folge gibt es in der heiligen Stadt Rom kaum noch einen Priester oder „Kurialen“, der ohne „Konkubine“ lebt. 

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Um 1490 - Ein „Hochgrab“ für Kaiser Ludwig den Baiern in der „Frauenkirche“

München-Kreuzviertel * Im Auftrag Herzog Albrechts IV. entsteht in der „Frauenkirche“ ein „Hochgrab“ für Kaiser Ludwig den Baiern aus Rotmarmor.

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2. 10 1491 - Die Reichsstadt Nürnberg nimmt ein Hexen-Gutachten unter Verschluss

Nürnberg * Ein Gutachten des Dominikaners Heinrich Institoris über die Verfolgung von Hexen in der Reichsstadt Nürnberg, nimmt der Rat sofort unter Verschluss.

Für die Nürnberger Juristen sind die Ansichten des Inquisitors der oberdeutschen Ordensprovinz nicht zu realisieren. 

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1492 - München wird als eine vornehme Stadt, als „citta noblissima“, beschrieben

München * Andrea de Franceschi, der spätere „Großkanzler von Venedig“, beschreibt München als eine vornehme Stadt, „citta noblissima“, mit prächtigen, mit Kieslsteinen gepflasterten Straßen und mit breiten Plätzen, in deren Mitte sich Brunnen befinden.

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1492 - Herzog Albrecht IV. stiftet den „Franziskanern“ einen neuen „Hochaltar“

München-Graggenau - München-Lehel * Als sichtbaren Ausdruck ihrer Anteilnahme am Leben des Klosters stiftet Herzog Albrecht IV. und seine Gemahlin Kunigunde von Österreich den „Franziskaner-Barfüßern“ einen neuen, von Jan Polack im Stil der Münchner Spätgotik ausgeführten „Hochaltar“.

Er befindet sich heute als ein herausragendes Glanzstück im „Bayerischen Nationalmuseum“.

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1492 - Die „Kesselbergstraße“ wird ausgebaut

Walchensee - Königssee * Die „Kesselbergstraße“ wird ausgebaut.

Der holprige Weg vom Walchensee zum Königssee ist bereits seit dem Jahr 1120 als „Königspfad“ bekannt.
Er war allerdings - trotz des Namens - ein wenig einladender „Saumpfad“.

Dieser wird jetzt auf Anregung des Münchner Ratsherrn Heinrich Barth zu einer Straße ausgebaut, die in neun Kehren die beiden Seen miteinander verbindet.

Der aufblühende „Bozener Markt“ in Mittenwald profitiert von dieser neuen Route.
Bisher mussten die Fuhren nach München entweder die häufig überschwemmte Straße durchs „Murnauer Moos“ und das „Loisachtal“ nehmen, oder sie waren auf das enge Tal der Isar angewiesen.

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1492 - Herzog Albrecht IV. muss Regensburg zurück geben

Regensburg * Herzog Albrecht IV. muss Regensburg auf kaiserlichen Druck an das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ zurück geben. 

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9. 2 1492 - Haidhausen erhält eine feste Stelle für einen „Kaplan“

Rom-Vatikan - Haidhausen * Papst Alexander VI. genehmigt für Haidhausen ein „Inkuratbenefizium“, eine feste Stelle für einen „Kaplan“.

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1493 - Die älteste Darstellung von München

München * Der von Michael Wolgemut gefertigte Holzschnitt in der „Hartmann Schedel‘schen Weltchronik“ ist die älteste Darstellung von München.  

  • Es sind noch keine Isarinseln zu sehen,  
  • dafür wird am unteren Bildrand die am „Gasteigberg“ gelegene „Wasserstube“ gezeigt. 

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17. 6 1493 - Haidhausen erhält einen Benefizianten

Haidhausen * Der Benefiziant erhält in Haidhausen eine eigene Wohnung und ist zum ständigen persönlichen Aufenthalt bei seiner Kirche verpflichtet.

Das Patronatsrecht über den Haidhauser Kaplan übt der Bogenhausener Pfarrer aus.

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14. 12 1494 - Das „Herzogliche Georgianum“ wird gegründet

Ingolstadt * Das „Herzogliche Georgianum“ wird durch Herzog Georg den Reichen von Landshut-Niederbaiern ins Leben gerufen und in die im Jahr 1472 gegründete „Universität Ingolstadt“ eingegliedert. 

Es ist heute das zweitälteste und einzige staatliche „Priesterseminar" der Welt.

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25. 7 1495 - Die Jakobi-Dult fällt wegen der Pest aus

München * Es herrscht immer noch Pest. In Abstimmung mit dem Stadtrat ordnet Herzog Albrecht IV. an, dass die Jakobi-Dult nicht abgehalten werden soll. 

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18. 9 1495 - Herzog Ludwig X. kommt in Grünwald zur Welt

Grünwald * Wegen der in München herrschenden Pest wird das fünfte KInd des Herzogpaares Albrecht und Kunigunde, der spätere Herzog Ludwig X., auf der Burg Grünwald geboren. 

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1496 - Die „Syphilis“ tritt epidemieartig auf

München * Die „Syphilis“ tritt epidemieartig auf.  

Diese „Geschlechtskrankheit“ betrachtet man als „Strafe Gottes“ für einen „ausgelassenen Lebenswandel“.  
Sie bringt aber nicht die Schließung der „städtischen Frauenhäuser“

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Um den 25. 7 1496 - Die Jakobi-Dult findet trotz der Pest statt

München-Angerviertel * Die Jakobi-Dult findet trotz der noch anhaltenden Pest statt. 

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19. 9 1496 - Herzog Georg „der Reiche“ von Baiern-Landshut macht sein Testament

Landshut * Herzog Georg „der Reiche“ von Baiern-Landshut bestimmt in seinem Testament, dass seine Tochter Elisabeth, ihr zukünftiger Ehemann Ruprecht von der Pfalz und ihre etwaigen Söhne das Teilherzogtum erben sollen.

Herzog Georg und seine Gemahlin Hedwig von Polen hatten keine gemeinsamen männliche Erben. 

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8. 5 1497 - 30 Vorschriften für die Messerschmiedegesellen

München * Eine Schlichtungsvereinbarung zwischen den Meistern und Gesellen des Messerschmiedehandwerks regelt in dreißig Artikeln das Verhalten der Messerschmiedegesellen.

Der Inhalt spannt sich von Bekleidungsvorschriften über Essens- und Trinkgebahren oder so detailierte Vorschriften, wonach kein Geselle Semmeln in Wein tränken und danach essen soll.

Dazu gibt es auch das Verbot, mit einer „gemeinen Frau“, gemeint ist eine Prostituierte, zu tanzen.
Die Ordnung schließt mit dem berühmten Artikel 30, in dem es heißt: „Es sol auch kain gesell täglich in dem frawnhauß ligen“.

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1498 - In Nürnberg wird ein städtisches Leihhaus eröffnet

Nürnberg * In Nürnberg kann ein städtisches Leihhaus eröffnen.

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19. 8 1498 - Randalierende Handwerksgesellen stürmen das „Frauenhaus“

München-Angerviertel * Randalierende Handwerksgesellen stürmen das „Frauenhaus“ (Stadtbordell) und wollen dem „Frauenmeister“ an Leben, weil sie ihn für die Einschleppung der „Syphilis“ verantwortlich machen.

35 bewaffnete Soldaten müssen daraufhin 46 Tage und Nächte das „Frauenhaus“ bewachen.

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10. 2 1499 - Herzogin Elisabeth und Herzog Ruprecht von der Pfalz heiraten

Landshut * Herzogin Elisabeth von Baiern-Landshut und Herzog Ruprecht von der Pfalz - Cousine und Cousin - heiraten.  

Ruprechts Mutter Margarete war die Schwester von Herzog Georg „dem Reichen“ von Baiern-Landshut. 

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13. 3 1499 - Die Stadt München kauft den „Lenzbauernhof“ in Haidhausen

Haidhausen * Der „Lenzbauernhof“ in Haidhausen geht in das Eigentum der Stadt München über. 

Sie erwirbt ihn vom „Freisinger Domkapitel“, um auf seinem Grund Lehm für die Ziegelherstellung abzubauen.

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Um den 1500 - Es gibt keine Verordnung zur Hygiene der „Prostituierten“

München * Es gibt keine Verordnung in Bezug auf die Hygiene der „Prostituierten“.  
Das hindert jedoch niemanden am Besuch eines „Bordells“.  

Zwar gibt es schon Verbote, den „Freiern“ kranke Frauen zuzuführen, doch ansonsten begreift man zu dieser Zeit eine Krankheit als „Strafe für ein ausschweifendes und wollüstiges Leben“

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Um 1500 - Der „franziskanische Gottesacker“ wird mit einer Mauer umgeben

München-Graggenau * Der „franziskanische Gottesacker“ wird kurz nach dem Jahr 1500 mit einer sechs bis sieben Meter hohen Mauer umgeben.

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1500 - München hat 14 berufsmäßig betriebene „Badstuben“

München * München hat 13.500 Einwohner. 

Es gibt 14 berufsmäßig betriebene „Badstuben“.

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24. 2 1500 - Carl V., der spätere Kaiser aus dem Hause Habsburg, wird geboren

Gent * Carl V., der spätere Kaiser aus dem Hause Habsburg, wird in Gent geboren. 

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10. 9 1500 - Auf dem „Reichstag“ wird eine große „Reichspolizeyordnung“ beschlossen

Augsburg * Auf dem „Reichstag“ in Augsburg wird eine große „Reichspolizeyordnung“ beschlossen. 

Sie beinhaltet auch Fragen der „Kleiderordnung“

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22. 11 1500 - Herzog Albrecht IV. festigt das Hefe-Monopol der Brauer

München * Herzog Albrecht IV. nimmt in einer Verordnung Stellung zum „Bäcker-Brauer-Streit“ um die „Hefezubereitung“.

Der Landesherr spricht sich darin gegen die Herstellung der „Gerben“ durch die Bäcker aus.

Sollte man den Bäckern den Handel mit Malz gestatten, würde dem herzoglichen Brauwesen - und damit natürlich über die daraus fließenden Abgaben auch an den Herzog - „nit wenig Abbruch zugefügt“.

Der Herzog festigt mit seinem Spruch das Monopol der Brauer.
Um aber den Klagen der Bäcker gerecht zu werden, müssen die Brauer auf ihre Kosten einen eigenen Keller einrichten, in denen sie ihre Hefe künftig unter der Aufsicht von „Beschauern“ lagern sollen.

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Um den 5. 1 1501 - Die baierischen Herzöge erlassen entsprechende „Kleiderordnungen“

München - Landshut * Die Regenten der beiden Teilherzogtümer Baiern-München, Herzog Albrecht IV., und Baiern-Landshut, Herzog Georg, nehmen eine große „Reichspolizeiordnung“, die am 10. September 1500 auf dem „Augsburger Reichstag“ erlassen worden war, zum Anlass, für ihren jeweiligen Bereich entsprechende „Kleiderordnungen“ zu erlassen. 

Inhaltlich beruhen sie auf einer „Pfälzer Ordnung“ aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, die entsprechend modifiziert und den ober- und niederbaierischen Verhältnissen angepasst werden. 

Im Gegensatz zu Landshut ist das Landgebot „Ueberfluß und Unmaas der Bekleidung und anders hiernachfolgendes berührend“ die erste „Kleiderordnung“ für München.

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1502 - In 39 Münchner bürgerlichen Brauereien wird Bier hergestellt

München * In 39 Münchner bürgerlichen Brauereien wird Bier hergestellt.

Erstmals stimmt die Zahl der Brauer mit der Zahl der Brauhäuser überein.
Die 39 Brauhausbesitzer stellen für 13.500 Einwohner Bier her.

Zum Vergleich: Im Jahr 1372 brauten 21 Brauer für 11.500 Münchner.
Kamen also 1372 noch 536 Münchner auf einen Brauer, so waren es 1502 nur mehr 346.
Das kann sich nur dann rentiert haben, wenn sich der Bierumsatz des einzelnen Münchners um mindestens das Eineinhalbfache gesteigert hat.

War das der Beginn für den unvergleichlichen Aufstieg des Bieres und der Anfang vom Niedergang des Weinkonsums in München?

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1502 - „Konkubinat“ und „Hurerei“ sind beim römischen Priestertum weit verbreitet

Rom-Vatikan * Ein Brief beschreibt die Situation im Vatikan derart:  

„Die Häufigkeit des außerehelichen Beischlafs, des Inzests, der Vergewaltigungen von Knaben und Mädchen, die Zahl der Huren, die im Palast des heiligen Petrus herumlungern, und der Herden von Kupplern, die dort umherlaufen, übersteigt in ihrer Schamlosigkeit jene der Bordelle und der Freudenhäuser“.  

An der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit sind also „Konkubinat“ und „Hurerei“ beim römischen Priestertum sehr weit verbreitet. 

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10. 4 1502 - Ottheinrich, der spätere Herzog von Pfalz-Neuburg, wird in Amberg geboren

Amberg * Herzog Ottheinrich, der Sohn der niederbaierischen Herzogin Elisabeth und Herzog Rupert von der Pfalz, wird in Amberg geboren. 

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8. 1 1503 - Der Münchner „Hurenwirt“ wird ermordet

München * Eine Nachricht aus dieser Zeit besagt, dass man den Münchner „Bordellwirt“ doch noch ermordet hat.  

Die Suche nach dem Täter weitet man sogar bis nach Landshut und Burghausen aus. 

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10. 3 1503 - Ferdinand I., der spätere Kaiser, kommt bei Madrid zur Welt

Alcalá de Henares * Ferdinand I., der spätere Kaiser und Bruder von Carl V., kommt in Alcalá de Henares bei Madrid zur Welt. 

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12. 11 1503 - Herzog Philipp von der Pfalz wird in Heidelberg geboren

Heidelberg * Herzog Philipp, der zweitgeborene Sohn Sohn der niederbaierischen Herzogin Elisabeth und Herzog Rupert von der Pfalz, wird in Heidelberg geboren. 

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1. 12 1503 - Herzog Georg „der Reiche“ vom Teilherzogtum Baiern-Landshut stirbt

Landshut * Herzog Georg „der Reiche“ vom Teilherzogtum Baiern-Landshut stirbt. 

In der Folge kommt es zum "Landshuter Erbfolgekrieg" gegen das Teilherzogtum Baiern-München. 

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Nach dem 1. 12 1503 - Herzog Albrecht IV. widerspricht dem Testament von Georg „dem Reichen“

München - Landshut * Herzog Albrecht IV. von Baiern-München akzeptiert das Testament von Herzog Georg „dem Reichen“ nicht, wonach seine Tochter Elisabeth, ihr Ehemann Ruprecht von der Pfalz und ihre etwaigen Söhne das Teilherzogtum erben sollen.

Das Testament widerspricht dem „Wittelsbachischen Hausvertrag“, nach dem beim Aussterben einer männlichen Linie die Besitzungen an die jeweils andere Linie fällt.
Das Testament ist aus oberbaierischer Sicht ein Vertragsbruch.

Deshalb kommt es zum „Landshuter Erbfolgekrieg“

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13. 12 1503 - Herzog Albrecht IV. von Baiern-München macht seine Erbansprüche geltend

Landshut * Auf dem noch von Herzog Georg „dem Reichen“ nach Landshut einberufenen „Landtag“, macht Herzog Albrecht IV. von Baiern-München seine Erbansprüche geltend. 

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5. 2 1504 - König Maximilian I. stellt sich als Vermittler zur Verfügung

Augsburg * König Maximilian I. lädt die streitenden Parteien der Teilherzogtümer Oberbaiern-München und Niederbaiern-Landshut ins Augsburger Rathaus ein.

Er stellt sich als Vermittler zur Verfügung, erhebt aber an beide Seiten Gebietsansprüche für diese Tätigkeit. 

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Um den 10. 4 1504 - Herzog Albrecht IV. erhält finanzielle und militärische Hilfe

München * Herzog Albrecht IV. von München-Oberbaiern erklärt sich bereit, die. „Gerichte Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg“ an König Maximilian I. für seine Vermittlungstätigkeiten abzutreten.

König Maximilian I. sagt ihm daraufhin eine finanzielle Unterstützung und 10.000 Mann als „Hilfstruppe“ zu. 

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17. 4 1504 - Der „Regentschaftsrat“ wird aufgehoben

Landshut - Burghausen * Der nach dem „Landtag“ vom 13. Dezember 1503 gegründete „Regentschaftsrat“ wird von Herzog Elisabeth von Landshut-Niederbaiern und Herzog Ruprecht von der Pfalz aufgelöst. 

Landshut, Burghausen und andere niederbaierische Städte werden von pfälzischen Truppen besetzt.

Herzog Ruprecht von der Pfalz wird von seinem Vater, „Pfalzgraf“ Philipp der Aufrechte, von Frankreich, Böhmen und Baden unterstützt, sodass er über ein Heer von 30.000 Mann verfügen kann.

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23. 4 1504 - König Maximilian I. verhängt über Herzog Ruprecht die „Reichsacht“

Augsburg * König Maximilian I. belehnt den Münchner Herzog Albrecht IV. mit den Ländern von Herzog Georg „dem Reichen“ und verhängt über Herzog Ruprecht von der Pfalz und seinen Anhängern die „Reichsacht“.

Herzog Albrecht IV. und sein Sohn Herzog Wilhelm IV. verfügen über ein Heer von insgesamt 60.000 Mann. Diese setzen sich zusammen aus baierischen und königlichen Truppen sowie der „Reichstadt“ Nürnberg, die alleine 5.000 Mann stellt, und andere Unterstützer wie der „Schwäbische Bund“, Herzog Ulrich von Württemberg und Markgraf Friedrich II.. 

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21. 6 1504 - Der „Landshuter Erbfolgekrieg“ beginnt

München - Landau an der Isar * Der „Landshuter Erbfolgekrieg“ beginnt.

Mit einem Heer, bestehend aus 12.000 Mann Fußtruppen und 2.000 Reiter, belagert Herzog Puprecht von der Pfalz Landau an der Isar und erobert es nach Beschießung mit Bomben. 

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13. 7 1504 - Es kommt zur ersten größeren Schlacht zwischen Ober- und Niederbaiern

Altdorf bei Landshut * Es kommt zur ersten größeren Auseinandersetzungen zwischen den oberbaierisvćhen Truppen von Herzog Albrecht IV. und den Truppen des Rupert von der Pfalz.

Die Schlacht endet mit einem Sieg für Albrecht IV.  Der mit Albrecht verbündete Götz von Berlichingen verliert dabei seine Hand.

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20. 8 1504 - Herzog Ruprecht von der Pfalz stirbt an der Ruhr

Landshut * Herzog Ruprecht von der Pfalz stirbt in Landshut an der Ruhr.

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18. 10 1504 - Pfälzische Truppen verwüsten die Dörfer im Isartal

München - Bogenhausen - Grünwald * Die pfälzischen Truppen belagern München im Landshuter Erbfolgekrieg ohne Erfolg. 

Doch alle Dörfer im Isartal, von Bogenhausen bis Grünwald werden verwüstet. 

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30. 7 1505 - Der „Kölner Schiedsspruch“ beendet den „Landshuter Erbfolgekrieg“

Köln * Der „Kölner Schiedsspruch“ des römisch-deutschen Königs Maximilian I. beendet den „Landshuter Erbfolgekrieg“.  

  • Die wittelsbachischen Teilherzogtümer München-Oberbaiern und Landshut-Niederbaiern werden wieder vereinigt.  
  • Das Landshuter Erbe wird geteilt zwischen dem Pfalzgrafen, den bairischen Herzögen und König Maximilian I..  
  • Das „Fürstentum Pfalz-Neuburg“ wird gebildet. 

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9. 11 1505 - Ein „Tändlermarkt“ wird wegen der Pest abgesagt

München * Ein erstmals genannter „Tändlermarkt“ wird wegen der Pest abgesagt.

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8. 7 1506 - Das ​Primogeniturgesetz legr die Unteilbarkeit Baierns fest

München * Herzog Albrecht IV. legt mit dem Primogeniturgesetz die Unteilbarkeit Baierns fest. 

Künftig soll nur mehr der erstgeborene Sohn im Baiernland herrschen.
Für die nachgeborenen Söhne müssen sich die herzoglichen Familienväter anderswo Einnahmen und Finanzquellen eröffnen.

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1. 9 1506 - Es grassiert wieder die Pest

München * Es ist wieder ein Pestjahr. 

Der Schulmeister der städtischen Poeten- oder hohen Schule wird entlassen, weil wegen der Pest die Schüler nicht mehr zur Schule kommen.

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1. 11 1506 - Zusätzliche Totenträger wegen der grassierenden Pest

München * Wegen der herrschenden Pest muss die Stadt zunächst für drei Wochen zusätzliche Totenträger einstellen. 

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12 1506 - Wegen der Pest residiert Herzog Albrecht IV. in Landshut

München - Landshut * Wegen der in München grassierenden Pestepidemie residiert Herzog Albrecht IV. in Landshut. 

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31. 12 1506 - Keine Steuern wegen der Pest

München * Vermutlich wegen der Pest werden in diesem Jahr keine Steuern erhoben. 

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16. 5 1507 - Verhaftungen nach dem Sturm aufs „Frauenhaus“

München-Angerviertel * Erzürnten Gesellen gelingt erneut die Erstürmung des „Frauenhauses“, wofür sie zur Strafe in der „Schergenstube“ eingesperrt werden. 

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9 1507 - Ein Handwerkerehepaar kauft das „Sternhaus“

München-Kreuzviertel * Ein Handwerkerehepaar kauft das „Sternhaus“, worauf es nicht mehr in den „Steuerbüchern“ auftaucht. 

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4. 2 1508 - Maximilian I. wird im Dom zu Trient zum Kaiser gekrönt

Trient * König Maximilian I. wird im Dom zu Trient zum Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ gekrönt. 

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Um 3 1508 - Erneuter Angriff auf das „Frauenhaus“

München-Graggenau * In der „Schergenstube“ sitzen erneut mindestens zehn Personen wegen eines Angriffs auf das „Frauenhaus“ ein. 

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18. 3 1508 - Herzog Albrecht IV. stirbt

München * Herzog Albrecht IV. stirbt.

Sein minderjähriger Sohn Wilhelm IV. wird Herzog von Baiern unter der Vormundschaft seines Onkels Wolfgang. 

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1509 - Die Reichenhaller Salzsiedestellen gehören Herzog Wilhelm IV.

Reichenhall - München * Die Reichenhaller Salzsiedestellen gehen in den Besitz Herzog Wilhelm IV. über.

Damit verfügt er über das einträgliche Monopol für die Salzgewinnung. 

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Um ??? 1510 - Der Nürnberger Peter Henlein erfindet die Taschenuhr

Nürnberg * Der Nürnberger Peter Henlein erfindet die Taschenuhr. 

Inzwischen wird die Erfindung als eine Fälschung aus dem späten 19. Jahrhundert bezeichnet. 

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1511 - Münchens ältestes „Brunnhaus“ wird gebaut

Au * Münchens ältestes „Brunnhaus“, das „Wasserhaus am Isarberg“, wird gebaut und in der Folgezeit mehrmals umgebaut und auf den technisch neuesten Stand gebracht.

Die aus dem Isarhochufer austretenden Quellen werden gefasst und danach in Bleirohren dem „Brunnhaus“ zugeführt. Mit einem „Wasserhebewerk“ aus Holz wird dann das Quellwasser in einen kupfernen Kessel im obersten Stockwerk des „Wasserturms“ gedrückt.

Vom Kessel wird das Wasser mit Druck „in hölzerne Deichen über die Isar in die Stadt geleitet, und durch unzählige äste vertheilt. Es läßt sich leicht denken, daß bey diesem großen Wasserreichtume, in den vielen Privatgärten an herrlichen Springwässern, kein Mangel sey“.

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Wahrscheinlich 1511 - Herzog Wilhelm IV. lässt das spätere „Schloss Neudeck“ erbauen

Au * Herzog Wilhelm IV. lässt in der Au ein Jagdschoss erbauen, das spätere „Schloss Neudeck“

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14. 10 1514 - Wilhelm IV. und Ludwig X. wollen gemeinsam regieren

Rattenberg * Die herzoglichen Brüder Wilhelm IV. und Ludwig X. vereinbaren im „Rattenberger Vertrag“, dass sie das Herzogtum Baiern künftig gemeinsam regieren wollen - bei getrennter Verwaltung. 

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Um 1515 - Ein italienischer Ziergarten mit einem zentralen Gartentempel wird angelegt

München-Graggenau * In der Regierungszeit Herzog Wilhelms IV. wird bei der „Residenz“ ein italienischer Ziergarten mit einem zentralen Gartentempel angelegt.  

Er ersetzt den alten „Burggarten“

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Ab 1515 - Der Müller Kunz Hochstetter ist Besitzer der „Giesinger Mühle“

Untergiesing * Der Müller Kunz Hochstetter ist Besitzer der „Giesinger Mühle“.

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1515 - Keine Hinweise auf das Herrschen einer Pest in München

München * Weder das „Ratsprotokoll“ noch die „Kammerrechnung“ erhalten Hinweise auf das Herrschen einer Pest in München. 

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24. 4 1516 - Die Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. verkünden das „Reinheitsgebot“

Ingolstadt * Die Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. verkünden auf dem „Landtag“ in Ingolstadt eine „Landes- und Polizeiordnung“.  

Die „Landesfreiheitserklärung“ bestimmt bis zur Aufhebung der „Landständischen Korporation“ im Jahr 1808 das Verhältnis zwischen der „Landschaft“ und dem „Landesherrn“. 

Das "Buch der gemeinen Landpot, Landesordnung, Satzung und Gebräuch des Fürstentums Ober- und Niederbaiern" enthält auch die Vorgabe „Wie das Bier im Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll“.

Dieser Passus wird im 20. Jahrhundert als „Bayerisches Reinheitsgebot“ bezeichnet werden. 

Er hat folgenden - ins Neuhochdeutsche übersetzten - Wortlaut:
„Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, dass forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem Lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die kein besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli bis Georgi ein Maß oder ein Kopf Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll.
Wo aber einer nicht Märzen-, sondern anderes Bier brauen oder sonstwie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen.

Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.
Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Faß Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden.

Wo jedoch ein Gauwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeine Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemandem erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken“.

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Nach dem 11. 5 1516 - Eine Prostituierte aus dem „Frauenhaus“ [= „Stadtbordell“] stirbt

München-Angerviertel * Eine Prostituierte aus dem „Frauenhaus“ [= „Stadtbordell“] stirbt.  

Sie wird aus der Stadt gebracht und vom „Züchtiger“ auf freiem Feld begraben. 

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1517 - Dieses Jahr ist nachweislich kein Pestjahr !

München * Weder die vorhandenen „Ratsprotokolle“ noch die „Kammerrechnungen“ enthalten den geringsten Hinweis auf das Herrschen einer Pest in München. 

Auf dieses „Pestjahr" geht - angeblich - der im „Glockenspiel des Neuen Rathauses“ dargestellte „Schäfflertanz“ und der „Metzgersprung“ zurück.
Der „Schäfflertanz“ entwickelt sich auch erst im 18. Jahrhundert.

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1517 - Schlussstrich unter den sogenannten „Bäcker-Brauer-Streit“

München * Herzog Wilhelm IV. zieht einen Schlussstrich unter den sogenannten „Bäcker-Brauer-Streit“ um die „Hefezubereitung“.

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1517 - Der „Rote Turm“ zur Verteidigung der „Isarbrücke“ wird erbaut

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Zwischen 1517 und 1519 wird der „Rote Turm“ zur Verteidigung der „Isarbrücke“ erbaut.

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31. 10 1517 - Martin Luthers Kampf gegen die „Prostituierten“

Wittenberg - München * Martin Luther schlägt seine 95 Thesen an das Hauptportal der „Schlosskirche in Wittenberg“.  

Umgehend setzt eine Diskussion über den künftigen Umgang mit den „Prostituierten“ und ihren Einrichtungen ein.  

Das erste „städtische Frauenhaus“ wird noch in diesem Jahr geschlossen.
Der Prozess zieht sich aber bis zum Jahr 1595 hin, dauert also weit über siebzig Jahre.  
Er beginnt in den evangelisch beeinflussten und in den „Reichsstädten“.  

In den katholischen Gebieten setzt der Prozess später ein und dauert entsprechend länger.  
Das Münchner „Frauenhaus“ ist eines der letzten, wenn nicht sogar das Letzte, das geschlossen wird. 

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1518 - Die Grundlage für eine einheitliche „Gerichtsverfassung“ geschaffen

München * Mit der „Landes- und Polizeiordnung“ von 1518 und der „Gerichtsordnung“ von 1520 wird die Grundlage für eine einheitliche „Gerichtsverfassung“ und ein einheitliches „Gerichtsverfahren“ geschaffen.

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12. 1 1519 - Kaiser Maximilian I. stirbt auf der Burg in Wels

Wels * Kaiser Maximilian I. stirbt gegen 3 Uhr früh auf der Burg in Wels im Alter von 60 Jahren. 

Zur Buße hat er verfügt, dass seine Leiche gegeißelt, seine Haare geschoren und seine Zähne eingeschlagen werden.
Dennoch seien seine Pferde in Tränen ausgebrochen und hätten in tiefer Trauer tagelang nichts gefressen. 

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28. 6 1519 - Carl V. wird zum römisch-deutschen König gekrönt

Frankfurt am Main * Carl V. wird zum römisch-deutschen König gekrönt. 

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um 1520 - Verbesserte Produktionsweise für obergäriges Bier

Böhmen * Aus Böhmen kommt die Kenntnis einer verbesserten Produktionsweise für obergäriges Bier nach Baiern.

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1520 - Martin Luther zum Thema „Frauenhäuser“

Deutschland * Martin Luther, der Verfechter der neuen Lehre, schreibt in seinem Pamphlet „An den christlichen Adel deutscher Nation“ zum Thema „Frauenhäuser“ folgendes:  

„Zuletzt, ist das nicht ein jämmerlich Ding, dass wir Christen unter uns sollen halten freie, gemeine Frauenhäuser; so wir alle sind zu Keuschheit getauft?  
Ich weiß wohl, was etliche dazu sagen [...], besser ein solches, denn etliche und Jungfrauen-Personen oder noch ehrlichere zu Schanden machen.  

Sollten aber hier nicht bedenken weltlich und christlich Regiment, wie man demselben nicht mit solch heidnischen Weise möchte zuvorkommen“

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1520 - Das „Haidhauser Kreuz“

Haidhausen * Das „Haidhauser Kreuz“ in der alten „Sankt-Johann-Baptist-Kirche“ ist gegenüber der Kanzel angebracht. 

Es steht den Werken von Hans Leinberger nahe.

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20. 9 1520 - Keine Steuererhebung wegen der grassierenden Pest

München * Wegen der grassierenden Pest wird die Erhebung der Steuern vorläufig ausgesetzt. 

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26. 10 1520 - Carl V. wird zum Kaiser gesalbt

Aachen * Carl V. wird zum „erwählten römischen Kaiser“ gesalbt. 

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Ab 1 1521 - 400 Pesttote in München

München * Die Herzöge residieren 24 Wochen lang in Grünwald und Menzing [„Blutenburg“], die herzoglichen Räte in Dachau. 

Angeblich sterben bei dieser Pest alleine in München 400 Menschen.

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3. 1 1521 - Martin Luther wird exkommuniziert

Rom-Vatikan * Martin Luther wird durch die päpstliche Bannbulle „Decet Romanum Pontificem“ exkommuniziert. 

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17. 4 1521 - Martin Luther wird auf dem „Reichstag“ zu Worms „angehört“

Worms * Martin Luther wird auf dem „Reichstag“ zu Worms am 17. und 18. April 1521 „angehört“.

Er lehnt jeden Widerruf ab, solange er nicht aus der „Schrift“ oder aus Vernunftgründen widerlegt würde. 

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8. 5 1521 - Über Martin Luther wird die Reichsacht verhängt

Worms * Als Folge der päpstlichen Bannbulle vom 3. Januar 1521 wird in Worms von Kaiser Carl V. das Edikt gegen Martin Luther erlassen.

  • Über Luther wird die Reichsacht verhängt und außerdem
  • das Lesen und die Verbreitung seiner Schriften verboten. 
  • Luther kann von jedermann, der seiner habhaft wird, an Rom ausgeliefert werden. 
  • Seine Beherbergung ist bei Strafe verboten. 

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1 1522 - Der „Augustinereremit“ Leonhard Beier wird in den „Falkenturm“ gesperrt

Kreuzviertel * Der „Augustinereremit“ Leonhard Beier, ein Münchner Bürgersohn, wird für drei Jahre in den „Falkenturm“ gesperrt, nachdem er die „Wittenberger Artikel“ in das Münchner Kloster bringt.

Sie stellen unter anderem jedem Mönch frei, das Kloster zu verlassen. 

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5. 3 1522 - Lesen und Verbreitung lutherischer Schriften wird unter Strafe gestellt

München * Im „Religionsmandat“ beziehen die gemeinsam regierenden Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. Stellung gegen Martin Luther und die „neue Lehre“.

Das Lesen und die Verbreitung lutherischer Schriften wird unter Strafe gestellt. 

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1523 - Am „Marktbrunnen“ wird eine Glocke angebracht

München-Graggenau * Am „Marktbrunnen“ wird eine Glocke angebracht.

Mit ihr wird die „Marktzeit“ ein- und ausgeläutet.

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1523 - Der Streit um die Heiligsprechung des Bischofs Benno von Meißen

Rom-Vatikan * Die Heiligsprechung Bischof Bennos von Meißen löst einen konfessionellen Streit aus.

Martin Luther verfasst eine Schrift mit dem Titel: „Wider dem neuwen Abgott und alltem Teuffel der zu Meyssen soll erhoben werden“.

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31. 5 1523 - Papst Hadrian VI. spricht den Bischof Benno von Meißen heilig

Rom-Vatikan * Papst Hadrian VI. spricht - auf Betreiben Herzog Georgs des Bärtigen von Sachsen - den Bischof Benno von Meißen, den späteren „Münchner Stadtpatron“, heilig. 

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7 1523 - Ein Bäckerknecht wird wegen seines lutherischen Glaubens enthauptet

München * Ein namentlich nicht bekannter Bäckerknecht wird wegen seines lutherischen Glaubens mit dem Schwert enthauptet.

Es ist dies die erste in München verhängte Todesstrafe wegen des neuen Glaubens.

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Etwa 1525 - Der „Marktbrunnen“ trägt die Bezeichnung „Fischbrunnen“

München-Graggenau * Der „Marktbrunnen“ trägt die Bezeichnung „Fischbrunnen“, weil bei ihm der „Fischmarkt“ stattfindet.

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Bis 1525 - Die „Frauenkirche“ erhält die „welschen Hauben“

München-Kreuzviertel * Die „welschen Hauben“ werden auf die Türme der „Frauenkirche“ gesetzt.

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1526 - Die Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. erlassen eine „Ordnung der Klaider“

München - Landshut * Von den Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X. wird im wiedervereinigten Baiern erneut eine „Ordnung der Klaider“ mit dem Untertitel „Von Überflißigkeit der Klaider“ erlassen.

Diese mit den „Landständen“ abgestimmte „Bekleidungsvorschrift“ ist sehr umfangreich und ausführlich. Sie teilt die baierische Bevölkerung in 17 Gruppen ein, was jedoch keine rangmäßige Einstufung bedeutet.

So bilden die Frauen und Töchter des „Adels“, der „Patrizier-Geschlechter“, der „Kaufleute und reichen Bürger“ sowie der „Handwerksmeister“ jeweils eine eigene Gruppe.Die dem „Hofgesindt“ zugerechneten oberen Beamten wie die „fürstlichen Räte“ und die „nicht-adeligen Sekretäre“ sind mit den „Patrizier-Bürgergeschlechtern“ gleichgestellt.

Der ebenfalls zum „Hofgesindt“ gehörende höhere Beamtenstand, wozu die „fürstlichen Pfleger, Richter, Kastner, Mautner, Zöllner, Ungelter, Forstmeister, oberste Jäger, Futterschreiber, Küchenschreiber“ und „Mundköche“ gehören, sind kleidungstechnisch im selben Rang wie die „Kaufleute und die reichen Bürger“.

Der „gemeine Bürger“ ist dem „Handwerksgesellen“ und der „Tagelöhner“ dem „Bauern“ gleichgestellt.
Das ergibt insgesamt acht „Standesgruppen“.

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8. 2 1527 - Der erste „Wiedertäufer“ wird durch Verbrennen hingerichtet

München * Der erste „Wiedertäufer“ wird in München durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. 

Es handelt sich um den „Klosterwagner von Fürstenfeld“ Georg Wagner aus Emmering bei Bruck.

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6. 5 1527 - Der Sacco di Roma beginnt

Rom * Der „Sacco di Roma“ beginnt.

Die Erstürmung, Plünderung und Besetzung Roms durch deutsche Landsknechte dauert bis zum 17. Februar 1528.  

Die Stadt fällt den Landsknechten wie eine reife Frucht in den Schoß, weil die völlig korrupte und seit Jahrzehnten ein Lotterleben führende römische Oberschicht nicht in der Lage ist, sich gegen die enthemmt wütende Soldateska zu wehren.  

Die Kirchen Roms werden zu Pferdeställen, Bordelle und öffentlichen Toiletten umgewandelt.  
Die Mätressen, aber auch die Nichten der Kirchenfürsten, die Frauen und Töchter der Fürsten und Herzöge sowie jede Nonne, die sie fangen, vergewaltigten sie und tun das am Liebsten unter dem Hochaltar.  

Sie notzüchtigten die Damen des Adels im Beisein ihrer Ehemänner, Väter und Brüder.  
Sie foltern die Häupter der ältesten und reichsten römischen Feudalgeschlechter viele Wochen lang.
So lange, bis sie auch die letzten Verstecke verraten, in denen sie ihre Frauen und ihr Gold versteckt haben. 

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6 1527 - Leonhard Dorfbrunner predigt in München als „Wiedertäufer“

München * Der aus Weißenburg im Bistum Eichstätt stammende ehemalige Priester Leonhard Dorfbrunner predigt in München als „Wiedertäufer“ und tauft vier Bürger.

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31. 7 1527 - Maximilian II., der spätere Kaiser, wird in Wien geboren

Wien * Maximilian II., der spätere Kaiser, wird in Wien geboren. 

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12. 11 1527 - Ein weiterer „Wiedertäufer“ wird enthauptet

München * Mit Jakob Wagner aus Windach bei Landsberg wird ein weiterer „Wiedertäufer“ auf dem Münchner „Richtplatz“ enthauptet, nachdem er widerrufen hat.

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15. 11 1527 - „Baierisches Landgebot gegen die Wiedertäufer“ erlassen

München * Herzog Wilhelm IV. erlässt ein „Baierisches Landgebot gegen die Wiedertäufer“, in dem er für diesen Personenkreis die Todesstrafe anordnet.

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6. 1 1528 - Münchner „Wiedertäufer“ werden verhaftet

München * 29 Angehörige der Münchner „Wiedertäufergemeinde“ werden verhaftet, verhört und gefoltert. 

Nur neun Mitglieder bleiben ihrem Glauben treu.
Das bedeutet für sie das Todesurteil, das am 30./31. Januar vollstreckt werden wird.

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7. 1 1528 - Drei „Wiedertäufer“ werden in München geköpft

München * Drei „Wiedertäufer“ (Augustin und Christoph Perwamger aus Günzlhofen und Vogach sowie ein Müller aus Mittelstetten) werden in München geköpft, nachdem sie ihren Glauben widerrufen haben.

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Um den 15. 1 1528 - Ein „Wiedertäufer“ wird mit dem Schwert hingerichtet

München * Ein weiterer „Wiedertäufer“ (Jörg  Prenner aus Schmiechen bei Friedberg) wird mit dem Schwert hingerichtet.

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25. 1 1528 - Der „Wiedertäufer“ Hans Grintz wird enthauptet

München * Der „Wiedertäufer“ Hans Grintz von Hilzingen, der als „Prediger“ tätig ist, wird nach dem Widerruf seines Glaubens in München enthauptet.

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30. 1 1528 - Sechs Münchner „Wiedertäufer“ werden verbrannt

München * In München werden sechs „Wiedertäufer“, biedere Münchner Handwerker zumeist, die ihrem Glauben treu geblieben sind, „an gewöhnlicher Brandstatt“, in einer eigens gefertigten Stube, verbrannt. 

Es handelt sich um die Brüder Meister Michel und Meister Caspar, beide „Steinmetzen“, um einen „Schäffler“ Christoph, um Dietrich Kramer, Melchior Oxenfurter und Jörg Noichinger.

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31. 1 1528 - „Wiedertäufer-Frauen“ werden erst in der Isar ertränkt und dann verbrannt

München * Drei Frauen, die der Münchner „Wiedertäufergemeinde“ angehören und ebenfalls zum Brand verurteilt worden sind, werden zuerst in der Isar ertränkt und danach verbrannt. 

Es sind die Ehefrauen des „Schäfflers“ Christoph und des Dietrich Kramer und eine Paungartnerin.

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2. 2 1528 - Zwanzig begnadigte „Wiedertäufer“ müssen Abbitte leisten

München * Von den zwanzig begnadigten „Wiedertäufer“ werden 19 barfuß, barhäuptig, jeder mit einer brennenden Kerze und ein hölzernes Kreuz tragend vor die „Peterskirche“ und die „Frauenkirche“ geführt. 

Dort müssen sie in Begleitung von „Seelschwestern“ stehen.
Die Prozedur wiederholt sich an den beiden folgenden Sonntagen.

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17. 2 1528 - Die ersten begnadigten „Wiedertäufer“ werden aus der Haft entlassen

München * Von den zwanzig begnadigten „Wiedertäufern“ werden zehn aus der Haft entlassen. 

Die restlichen Zehn werden Ende Februar, im März, im Mai und einer erst im August entlassen.

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24. 4 1528 - Ein „Wiedertäufer“ wird mit dem Schwert hingerichtet

München * Ein „Wiedertäufer“ namens Buntzer wird in München mit dem Schwert hingerichtet.

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27. 4 1528 - Herzog Wilhelm IV. erlässt ein weiteres „Mandat gegen die Wiedertäufer“

München * Herzog Wilhelm IV. erlässt ein weiteres „Mandat gegen die Wiedertäufer“.

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1530 - Der Rat der Stadt ändert die bestehende „Bettelordnung“

München * Der Rat der Stadt ändert die schon länger bestehende „Bettelordnung“.

Sie verbietet allen „Bürgern und Gästen beiderlei Geschlechts“ das „Betteln“ und gestattet es nur denjenigen, die vom „Rat“ die ausdrückliche Erlaubnis dazu haben.
Diese drückt sich eben im Tragen des „Bettelzeichens“ aus.

Zur Erteilung der „Bettelerlaubnis“ muss aber zuvor die „Bedürftigkeit“ nachgewiesen werden.

  • Dazu gehört neben der Darlegung des Personenstandes, der Kinderzahl und der Vermögensverhältnisse,
  • die Bestätigung des „Beichtvaters“, dass der Antragsteller im vergangenen Jahr mindestens einmal gebeichtet und die „Absolution“ erhalten hat.

Der „Hausbettel“ ist nach der „Bettelordnung“ strengstens verboten.
Hauptsächlich vor den Kirchentüren, nicht aber im Kircheninneren ist das „Betteln“ erlaubt.

  • Missgestaltete, behinderte Bettler müssen ihre „Gebersten“ bedecken, damit „schwangere Frauen“ durch den Anblick „nicht Schaden nehmen“.
  • Es dürfen auch keine „gemalten Bilder, wunderliche Tiere und sonstige Schaustücke“ gezeigt werden.
  • Lediglich Singen ist ihnen gestattet.
  • Den Schülern ist das „Betteln“ nur dann zu genehmigen, wenn sie in der Schule „fleißig und gehorsam“ waren und für bettelnde „Wöchnerinnen“ werden gesonderte Zeichen bereitgehalten.

Es werden vier „Bettelmeister“ bestellt.

  • Deren Hauptaufgabe ist die „gerechte Auswahl“ der „berufsmäßigen Bettler“.
  • Halbjährlich müssen sie die Inhaber der „Bettelzeichen“ - gemeinsam mit ihren Kindern - an einem Ort zusammenkommen lassen und prüfen, ob ihre Bedürftigkeit auch weiterhin besteht.
  • Für die Einhaltung der „Bettelordnung“ sind die „Bettelknechte“ verantwortlich.

Sie müssen vor ihrem Amtsantritt „geloben und schwören“, dass sie niemanden bevorzugen oder benachteiligen und dass sie sich nicht bestechen lassen.

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1530 - Die „Reichspolizeiordnung“ verbietet jeden „Beischlaf außerhalb der Ehe“

München * Die „Reichspolizeiordnung“ verbietet jeden „Beischlaf außerhalb der Ehe“.

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Anno 1530 - Eine Ordnung gegen die „Winkelhurerey“ außerhalb des „Frauenhauses“

München * Der Rat der Stadt erlässt eine „Ordnung wider die Laster“, die sich vor allem gegen die „Winkelhurerey“ außerhalb des „Frauenhauses“ wendet.  

In dem Dekret heißt es:  
„Glaubhaften Berichten zufolge trieben etliche unverschämte Weibspersonen öffentlich innerhalb und außerhalb der Stadt, unter den Kramen am Marktplatz, in Ställen, in der Au etc., bei Tag und bei Nacht Unzucht“

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1530 - Die Familie Rampoger besitzt die „Giesinger Mühle“

Untergiesing * Die Familie Rampoger besitzt die „Giesinger Mühle“.

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24. 2 1530 - Kaiser Carl V.: „Die lutherische Ketzerei in Deutschland ausrotten“

Rom-Vatikan * Kaiser Carl V. gibt Papst Clemens VII. das Versprechen, „die lutherische Ketzerei in Deutschland mit Stumpf und Stil auszurotten“.

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10. 6 1530 - Großer Empfang für Kaiser Carl V.

München * Kaiser Carl V. hält sich vom 10. bis zum 14. Juni in München auf.

Der Besuch des Kaisers ist natürlich der gesellschaftliche Höhepunkt der Residenzstadt in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.  

Als sich am Freitag vor Pfingsten der ranghöchste deutsche Adelige in Begleitung seines Bruders, König Ferdinand von Böhmen, mehreren Herzögen, Mark- und Pfalzgrafen sowie geistlichen Würdenträgern, den Mauern der Stadt nähere, veranstalten die Münchner ein Riesenspektakel mit einer unglaublichen Prachtentfaltung.

Die kaiserliche Gefolgschaft wird kurz hinter Ramersdorf, auf einer „Lüften” genannten Schafweide, von einer festlich herausgeputzten Ritterschar begrüßt, die den Rahmen für ein „Manöverspiel“ bilden.

Wie der Historiker Sigmund Riezler in seiner „Baierischen Geschichte“ berichtet, ist hier „mit den herzoglichen Heerpaukern und Trompetern die Reiterei der Landsassen und Hofbeamten aufgestellt, 550 Pferde stark, darunter etwa 300 in vollständiger Rüstung, Blankharnisch, Armzeug, Knieköpfen, die Rosse mit Eisenstrinen, alle in roten Röcken mit dem herzoglichen Wappen auf dem Ärmel, eine buntschimmernde Masse, überragt von langen, schwarz und weiß bemalten Spießen mit schwarzen Fransen.
An den Anführern bewundert man damastene Röcke, goldene Ketten und vergoldete Waffen“
.

Jeder Reiter hat hinter sich einen Pagen, der ihm die Lanze und den Helm mit wallenden Federn trägt.
Ein alter Kriegsmann, der Ritter Dietrich von Knöringen, befehligt diese glänzende „cavalli alla borgognona“.

Um den „Empfangsplatz“ bilden einhundert Feldgeschütze - „Quartanen, Schlangen, Falkonetlein und Mörser“ - einen Halbkreis, wobei die Zuschauer ganz besonders eine achtzehn Fuß lange, hölzerne, mit Eisenringen umwickelte „Büchse“ interessiert.  
Diese haben baierische Truppen im Jahr 1525 vor Rastatt den „aufständischen Bauern“ abgenommen.

Der eigentliche Höhepunkt soll aber erst rund achthundert Meter weiter kommen, etwa an der Stelle des heutigen „Rosenheimer Platzes“.
Dort ist innerhalb von wenigen Tagen - fast nach „Hollywood-Manier“ - eine wehrhaft aussehende Burg mit vier Türmen und Bastionen aus Holz, Leinwand und Farbe errichtet worden.
Alles wirkt sehr realistisch.

In der Festung warten einhundert schwerbewaffnete Männer, bis die Gäste auf der Ehrentribüne Platz genommen haben.

Auf ein Zeichen Herzog Wilhelms IV. rücken die von Ramersdorf kommenden Angreifer heran und es kommt unausweichlich zur „Schlacht”, bei der sechzehnhundert Mann unter ohrenbetäubendem Kriegsgeschrei das Schloss stürmen.
Nachdem einige an die Mauern gelehnte „Sturmleitern“ von den Verteidigern der Burg umgestoßen worden sind und sich dabei die Angreifer und das nachdrängende Fußvolk etliche Blessuren zugezogen haben, „überkam beide Seiten eine große, unbändige Wut“, schreibt unser Zeitzeuge.

Und da es sich sowohl bei der Burgbesatzung als auch bei den Angreifern um „temperamentvolle, rauflustige und keine Schmähung duldende Altbaiern” handelt, wird aus dem zur Ergötzung des Kaisers veranstaltetem Scheingefecht sehr schnell blutigster Ernst.
Die „Manöver-Gegner“ dreschen derart rabiat aufeinander ein, dass am Ende acht Tote und eine unbekannte Zahl von Männern verletzt liegen bleibt.
Das wird von den Ehrengästen auf ihren Tribünen natürlich nicht bemerkt.

Immerhin erhalten die Getöteten ein Begräbnis auf dem „Salvatorfriedhof“ und deren Witwen und Waisen ein jährliches „Gnadengeschenk“ aus der landesherrlichen Privatschatulle.

Auf dem „Manöverfeld“ schießen die Angreifer die „Burg“ später schließlich noch in Trümmer und Fetzen.
Der Chronist vermerkt: „Mit ungeheuerem Krachen entluden sich alle Geschütze auf einmal”
Immerhin zeigt sich Kaiser Carl V. von dem „Manöver“ und der dabei gezeigten baierischen Kampfkraft mächtig beeindruckt. 

Nach der „Schlacht bei Haidhausen“ setzt sich der Zug wieder in Richtung München in Bewegung.

Als die hochgestellten Persönlichkeiten von der Stadt aus sichtbar werden,

  • beginnen alle Glocken Münchens zu läuten,
  • von den Türmen und Stadtmauern begrüßen „Freudenschüsse“ die Gäste,
  • von der „Isarbrücke“ aus gibt es ein „Fischerstechen“ zu sehen und
  • über dem „Isartor“ schwebt ein Ballon in Gestalt eines fliegenden Drachens.
  • Hoch in der Luft, noch über dem Ballon, werden weißblaue Fahnen mit dem baierischen Wappen sichtbar, die ein Taubenschwarm trägt.

Auf dem weiteren Weg können von den hochrangigen Gästen dann noch die damals so beliebten „lebenden Bilder” besichtigt werden. 
Sie stoßen auf um so größeres Interesse, je blutiger es dabei zugeht. 
Und die Münchner sollen an diesem Pfingstfreitag voll auf ihre Kosten kommen.  

Auf einer Bühne bei der „Hochbrücke im Tal“ sehen die Besucher die Geschichte der Königin Esther, die als Gemahlin des persischen Königs Xerxes ihren jüdischen Glaubensbrüdern zu blutiger Rache verhilft.

Das zweite Bild zeigt die „Skythenkönigin“ Tomiris, wie sie das abgeschlagene Haupt des Cyrus in einen Eimer voll Blut stößt.  
„Der Schauplatz bei den städtischen Fleischbänken war dafür nicht übel gewählt“, schreibt Sigmund Riezler lapidar dazu.

Auf der dritten Bühne - an der Burgstraße - lässt der Perserherrscher Kambyses einen ungerechten Richter schinden und mit dessen Haut einen Sessel polstern, auf den sich der Sohn des Bösewichts setzen muss, um als Nachfolger seines Vaters später einmal gerecht zu urteilen.

Andere Bilder zeigen das Herausreißen des Herzens aus einer geöffneten Brust durch einen „Wilden“ und ähnliche Grässlichkeiten, die aber durchwegs mit Wohlgefallen und Zustimmung aufgenommen werden.
Nur der Kaiser zeigt sich - nach Aussage eines Augenzeugen - „ein wenig befremdet ob des vielen Blutes”.  

Dem „päpstlichen Legaten“ Campeggi „schien es gut zu sein, Seiner Majestät zu sagen, dass die Szenen nicht ohne geheime Anspielung gemacht seien, und dass man sie auf die Ketzer beziehen könne, gegen welche man, wenn sie den von Seiner Majestät gebotenen Gottesfrieden nicht annehmen wollen, die eisernen Ruten brauchen werde“.

Am Abend brennen die Münchner Gastgeber auf dem „Schrannenplatz“ noch ein gewaltiges Feuerwerk ab, wobei man am Schluss ein aus Pappe und Stoff zusammengezimmertes, schlossähnliches Bauwerk den Flammen übereignet. 

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Nach dem 11. 6 1530 - Die zweitälteste Stadtansicht von München

München * Die zweitälteste Stadtansicht von München wird von Hans Beham in Holz geschnitten.  

Im Vordergrund ist der Einzug Kaiser Carl V. mit seinem Heer dargestellt. 

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11. 6 1530 - Das Programm für Kaiser Carl V. geht weiter

München * Das Programm für Kaiser Carl V. geht weiter.

Die Gäste und die Gastgeber pflegen das „Waidwerk“ und begeben sich zur „Hirschjagd“ auf die „Perlacher Haid“.
Mehr als einhundert Hirsche finden bei dieser „eingestellten Jagd“ den Tod.
Der „päpstliche Legat“ Campeggi würdigt das Abschlachten von zuvor eingefangenen Tieren später als „schönste Hirschjagd der Welt“.  

Danach gibt es im „Lusthaus im Hofgarten“ ein Menü.
„Um ein Uhr nachts“, nach dem 32. Gang, gibt der Kaiser das Zeichen zum Aufbrechen.
Man verlässt den „Hofgarten“, um anschließend am Tanz im „Rathaus“ teilzunehmen, wo „die schönsten Frauen des Landes bis gegen vier Uhr früh morgens im Reigen sich schwangen“.

Der siebzigtausend Gulden teuere Prunk und Glanz soll beim Habsburger Kaiser den Eindruck entstehen lassen, dass bei den Wittelsbachern kein Mangel besteht.

Das dazu notwendige Geld hat der Baiernherzog Wilhelm IV. ein Jahr zuvor dem Volk als „Türkenkriegssteuer” abgepresst. 

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14. 6 1530 - Kaiser Carl V. verlässt München in Richtung Augsburg

München - Augsburg * Kaiser Carl V. und sein Gefolge verlassen München in Richtung Augsburg, wohin er einen „Reichstag“ einberufen hat.

Dort sollen die „Religionsparteien“ geeinigt werden, doch der Kaiser will „die lutherische Ketzerei in Deutschland mit Stumpf und Stil ausrotten“.
Denn genau dieses Versprechen hat er Papst Clemens VII. ja gegeben.

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14. 9 1531 - Philipp Apian wird in Ingolstadt geboren

Ingolstadt * Philipp Apian wird als Philipp Bienewitz [oder Bennewitz] in Ingolstadt geboren. 

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1532 - Die „peinliche Halsgerichtsordnung” setzt auf „Zauberei“ den „Feuertod“

Regensburg * Die von Kaiser Carl V. erlassene „peinliche Halsgerichtsordnung” - „Constitutio Criminalis Carolina“ - setzt auf „Zauberei“, die den Menschen Schaden zufügt, den „Feuertod“

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23. 7 1532 - Kaiser Carl V. schließt den „Nürnberger Religionsfrieden“

Nürnberg * Kaiser Carl V. schließt mit den evangelischen „Reichsständen“ den „Nürnberger Religionsfrieden“.  

Gegen Bezahlung einer „Türkenhilfe“ dürfen sie ihre Religion vorläufig frei ausüben. 

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1533 - Der Geschichtsschreiber „Aventinus“ charakterisiert das baierische Volk

München * Der baierische Geschichtsschreiber Johannes Thurmair, genannt „Aventinus“, charakterisiert das baierische Volk in seiner „Chronik“ folgendermaßen:

„Das Bayrisch volck (gemainlich davon zu reden) ist geystlich schlecht [schlicht] und gerecht, get, läuft gern kyrchferten, hat auch viel kyrchfart; legt sich mer auf den ackerpau und das viech, dan auf dy krieg [...] bleibt gern dahaim, rayst nit vast auß in frembde land; trinckt seer, macht vil kinder [...].

Der gemain man, so auf dem gä [Gäu] und land sitzt, gibt sich auf den ackerpau vnd das viech, ligt demselbigen allain ob, darf sich nichts, on geschafft [Befehl] der öbrikait understeen, wirdt auch in kaynen rat genomen oder landschaft erfordert. Doch ist er sunst frey, mag auch frey ledig aigen gyeter [Güter] haben, dient seynem herren, der sunst kain gewalt yber yn hatt, Järliche gü1t, zins und scharwerck.

Thut sunst was er will, sitzt tag und nacht bey dem weyn, schreyt singt tanzt karrt [spielt Karten] spielt [spielt Würfel]; mag wer [Waffen] tragen, schweinspies, und lange messer“.

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1533 - Johann Turmair, genannt „Aventinus“, beschreibt die Gründung Münchens

München * Der „baierische Historiker“ Johann Turmair, genannt „Aventinus“, schreibt folgende Zeilen über die Gründung Münchens:  

„Herzog Hainrich, der zwelft herzog in Bairn, hat die stat München gepaut auf des closters von Scheftlarn grunde, darumb man die stat München hat genent und füret ein münich für ir wappen.  
Damals war der salzhandl niderlag zu Vering underhalb München, gieng die straß von Reichenhal und Wasserburg durch, gehört dem stift Freising zue.
Herzog Hainrich verprent Vering die stat, prach die pruck über die Iser ab, legt maut und zol, die straß und allen handl in sein stat München“
.  

Diese „Raubrittergeschichte“ hat sich seitdem unauslöschlich in die Gehirne bayerischer Schulkinder und Erwachsener eingebrannt.  

Mit dieser Schilderung geht „Aventinus“ jedoch mit viel Phantasie weit über die knappen Angaben des „Regensburger Urteils“ vom 13. Juli 1180 hinaus.  

Denn darin finden sich zu diesem Sachverhalt nur die folgenden Zeilen:  
„[...], dass der Edelmann Heinrich von Braunschweig, [...] den Markt mit der Brücke in Föhring, den seine Kirche seit uralten Zeiten ungestört in Besitz gehabt hatte, zerstört und ihn gewaltsam in den Ort Munichen verlegt habe“.  

Von der Brandschatzung des gesamten Ortes Föhring steht im „Regensburger Urteil“ ebenso wenig, wie sie Auskunft gibt, wie stark der Markt und die Brücke zerstört wurden.  

Außerdem ist Johann Turmair der „Augsburger Schied“ vom 14. Juni 1158 nicht bekannt, da diese für die „Münchner Stadtgründung“ so elementar wichtige Urkunde erstmals im Jahr 1582 veröffentlicht werden wird.  

Also nimmt der Historiker die ihm zugänglichen Informationen und zieht daraus seine Schlüsse.  
Und tatsächlich deutet im „Regensburger Urteil“ von 1180 nichts auf die Existenz einer früheren - einvernehmlichen - Abmachung hin.  
Allerdings wird der Welfenherzog als Rechts- und Friedensbrecher dargestellt. 

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Im Jahr 1533 - Mehrere „Lustmädchen“ werden gezüchtigt und aus der Stadt getrieben

München * Man lässt mehrere „liederliche, öffentliche Unzucht treibende Weibspersonen“ an den „Pranger“ stellen, züchtigen und anschließend aus der Stadt treiben.  

Fallen diese nichtregistrierten „Lustmädchen“ in die Hände des „Frauenwirts“, so kann er sie ohne weiteres in das „Gemeine Haus“ überführen und dort solange behalten, „bis sie ihr Leben von Sünde und Schande zur Bußfertigkeit kehrten“

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3. 9 1533 - Gnadenersuchen für einen „Rumor“ im „Frauenhaus“

München * Vor dem Münchner Rat erscheint „das gantz hantwerck“ und bittet für Hans Walts, der seit drei Tagen wegen eines „rumors“ im „Frauenhaus“ in Arrest sitzt, um Gnade.  

Hans Walts wird ermahnt und freigelassen.  
Im Gegenzug gelobten die Gesellen, „frid gegen [den] frauenwirt und den [= die] seinen“ zu halten. 

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1534 - Erneute Angriffe auf das Münchner „Frauenhaus“

München-Angerviertel * Angriffe auf das Münchner „Frauenhaus“ gibt es auch im diesem Jahr.  

Hier ist ein Überzeugungstäter am Werk, der seinen Mitbürgern vorleben will, wie der „Kampf gegen das Laster“ zu führen sei. 

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1534 - Die „Gesellschaft Jesu“ wird gegründet

Rom * Die „Gesellschaft Jesu“ wird von dem ehemaligen Offizier Ignatius von Loyola gegründet und wie ein Militärverband aufgebaut.

Ihr Tätigkeitsfeld sehen die „Jesuiten“ vor allem in der „geistigen Erneuerung und Seelsorge“.
In der Folgezeit entwickelt er sich zum „Kampforden der katholischen Kirche“.

Der „Jesuit“ Lamormain wird viele Jahre später behaupten:
„Wenn es nicht die Schulen der Gesellschaft gegeben hätte, die nach dem weisen Ratschluss der Kaiser und Erzherzöge in Wien, Prag, Graz, Olmütz und anderenorts in Deutschland gegründet wurden, dann wäre von der katholischen Religion kaum eine Spur übrig geblieben“.

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5. 5 1534 - Der vereinigte Kampf gegen die „Wiedertäufer“

München * Herzog Wilhelm IV. bittet den Pfalzgrafen Ottheinrich von Pfalz-Neuburg, „Wiedertäufer“ aufzuspüren, sie zu bestrafen und ihnen kein freies Geleit durch sein Land zu geben.

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1536 - Nürnbergs Rat verbietet den „Besuch von Zauberern und Wahrsagern“

Nürnberg * Der Rat der Reichsstadt Nürnberg verbietet den scheinbar weit verbreiteten „Besuch von Zauberern und Wahrsagern“

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1536 - Die Münchner „Lustdirnen“ bezichtigen den „Frauenwirt“ der Gewalt

München * Die Münchner „Lustdirnen“ wenden sich an den Rat der Stadt und bezichtigen den „Frauenwirt“, eine der ihren geschlagen und gepeinigt zu haben.

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Seit dem Jahr 1537 - Aus „den“ Lehen[gütern] wird „das“ Lehen

München-Lehel * Der Begriff „Lehen“ wandelt sich vom Sachbegriff - „die Lehen“, also einer Anzahl von Sachen - zu einem räumlichen Begriff.  

Aus „den“ Lehen[gütern] wird „das“ Lehen. 

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1538 - Zur „Hauptmannschaft Obergiesing“ gehören rechtsisarische Orte

Obergiesing * Zur „Hauptmannschaft Obergiesing“ gehören Haidhausen, die Au, Niedergiesing, Putzbrunn, Höhenkirchen, Bogenhausen und Obergiesing.

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1538 - Ein Connz Holzhauser wird als Haidhauser Hausbesitzer aufgeführt

Haidhausen * In einem „Steuerverzeichnis“ des „Landgerichts Wolfratshausen“ wird ein Connz Holzhauser als Haidhauser Hausbesitzer aufgeführt. 

Ob dieser aber mit der später auftauchenden Familie Holzhauser in einem Zusammenhang steht, lässt sich wegen Fehlens weiterer Angaben nicht mit Sicherheit feststellen. 

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27. 9 1540 - Die Jesuiten erhalten die päpstliche Bestätigung für ihren neuen Orden

Rom-Vatikan * Die Gesellschaft Jesu, die Jesuiten, erhält die päpstliche Bestätigung für ihren neuen Orden.

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1541 - Der Brauer Jörg Heiß gründet den späteren „Singlspielerbräu“

München-Angerviertel * Der Brauer Jörg Heiß gründet an der Ostseite der Sendlinger Straße den späteren „Singlspielerbräu“.

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5. 4 1541 - Der „Nürnberger Religionsfrieden“ vom 23. Juli 1532 wird erneuert

Regensburg * Bis zum 29. Juli 1541 findet beim „Reichstag“ in Regensburg ein „Religionsgespräch“ statt.  

Nach ihrem Scheitern wird der „Nürnberger Religionsfrieden“ vom 23. Juli 1532 erneuert. 

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1542 - Ein „Ratsbefehl“ gegen „verdächtige Personen, Gotteslästerer und Spieler“

München * Ein „Ratsbefehl“ verpflichtet die Wirte alle „verdächtigen Personen, Aufrührer, Gotteslästerer und Spieler“ sogleich zu melden.

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1542 - Ein Kloster als „Zufluchtstätte für bußwillige Kurtisanen“

Rom * Auf Betreiben des „Jesuiten“ Ignatius von Loyola wird in Rom das „Kloster Santa Marta“ gegründet, das als „Zufluchtstätte für bußwillige Kurtisanen“ gedacht ist.  

Es muss wegen mangelnden Zulauf im Jahr 1573 in ein gewöhnliches Kloster umgewandelt werden. 

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1542 - Die „Agnes auf dem Färbergraben“ erhält einen „Stadtverweis“

München * Die „Agnes auf dem Färbergraben“ erhält einen „Stadtverweis“.

Da sie zuerst mit dem „Kapellmeister“ Ludwig Senfl und danach mit dem „Dechant“ der Frauenkirche „in Unehren gehaust“ hat, verdächtigt man sie nun, dass sie mit ihren Liebestränken den beiden Würdenträgern „Vernunft, Gedächtnis und die Leibsgesundheit“ geraubt hätte.

In der „Schergenstube“ wird sie vom Henker „mit Daumenstock und Nagelbrand“ zum Geständnis gebracht.

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1543 - Zum „Ungelt“ kommt eine neue „Getränkesteuer“ hinzu, der „Aufschlag“

München * Zum „Ungelt“ kommt eine neue „allgemeine Getränkesteuer“ hinzu, der „Aufschlag“.

Er wird auch auf das Bier erhoben.

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1544 - Die „Jesuiten“ gründen in Köln ihr erstes „Colleg“ nördlich der Alpen

Köln * Die „Jesuiten“ gründen in Köln ihr erstes „Colleg“ nördlich der Alpen.

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1544 - Baiern kennt nur die „Strafbarkeit des Schadenszaubers“

München - Herzogtum Baiern * Im Herzogtum Baiern orientiert man sich vorläufig noch an dem „Strafrechtskommentar“ des Andreas Perneder.  

Diese ist für die „Strafrechtspraxis“ im Herzogtum wichtiger als die von Kaiser Carl V. im Jahr 1532 erlassene „Constitutio Criminalis Carolina“.  

Der baierische Kommentar kennt nur die „Strafbarkeit des Schadenszaubers“.
Den sonstigen „Aberglauben“, insbesondere die „weiße Magie“, hält Perneder dagegen nicht für strafbar. 

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3. 8 1548 - Das Privileg Weißbier zu brauen und zu verkaufen

München - Degenberg * Reichsfreiherr Hans VI. von Degenberg erhält von Herzog Wilhelm IV. das Privileg, im nordostbayerischen Raum „vor dem Behaimer Waldt ennhalb der Thunaw (Donau)“ Weißbier zu Brauen und zu verkaufen.

Der Degenberger betreibt „Brauhäuser“ in Zwiesel, Schwarzach und Linden.

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13. 11 1549 - Die Jesuiten übernehmen die Universität in Ingolstadt

Ingolstadt * Auf Betreiben Herzog Wilhelms IV. kommen die Jesuiten nach Ingolstadt, um die dortige Universität im Sinne des erneuerten katholischen Glaubens zu übernehmen.

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Ab dem Jahr 1550 - Kein Brauer unter den „Vertretern der Bürgerschaft“

München * Bis zum Jahr 1800 sind die „Weinschenken“ und „Handelsleute“ die eigentlichen „Vertreter der Bürgerschaft“.

In dieser Zeit findet sich in dem aus 24 Mitgliedern bestehenden „äußeren Rat“ weder ein „Handwerker, Bäcker oder Metzger“, auch kein „Brauer“.

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1550 - Verbot des Gebrauchs von Kutschen für „Kurtisanen“

Rom * Das Verbot des Gebrauchs von Kutschen für „Kurtisanen“ ist ein harter Schlag für das „Kurtisanenwesen“, weil sich Kutschen als besonderer Luxus und somit als Statussymbol ersten Ranges darstellen.  

Das Verbot ist das am häufigsten überschrittene Gesetz und eine reich sprudelnde Einnahmequelle des „Kirchenstaates“.  

Andere Maßnahmen erschweren zwar das Leben der „Kurtisanen“, können die gehobene „Prostitution“ aber nie ernsthaft eindämmen.  
Das liegt freilich auch an der wenig konsequenten Durchführung der Maßnahmen. 

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1551 - Die „Stadtschreiberei“ und das „Amt für Goldwäscherei“ in der Burgstraße 5

München-Graggenau * Die „Stadtschreiberei“, das „Amt für Goldwäscherei“ und ein „Wein­stadel“ werden im Haus an der Dienerstraße 20/Burgstraße 5 untergebracht.

Der „Hofmaler“ Hans Mielich fertigt die Bemalung des Hauses im Stil des „Manierismus“.

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1552 - Die „Jesuiten“ gründen ein „Colleg“ in Wien

Wien * Die „Jesuiten“ gründen ein „Colleg“ in Wien.

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1552 - Philipp Apian erhält eine Professur an der „Universität Ingolstadt“

Ingolstadt * Der 21-jährige Philipp Apian übernimmt die Druckerei seines Vaters und erhält im selben Jahr eine Professur an der „Universität Ingolstadt“.   

Er lehrt hier Mathematik und beginnt parallel dazu ein Medizinstudium. 

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1552 - Ignatius von Loyola zieht seine Ordensbrüder aus Ingolstadt wieder ab

Ingolstadt * Da - nach dem plötzlichen Tod des Herzogs Wilhelm IV. - das versprochene „Kolleg“ in Ingolstadt nicht errichtet wird, zieht Ignatius von Loyola seine Ordensbrüder wieder ab.

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18. 7 1552 - Rudolf II., der spätere Kaiser, wird in Wien geboren

Wien * Rudolf II., der spätere Kaiser, wird in Wien geboren. 

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ab 1553 - Eine klimatische „Kaltphase“ schränkt den Weinanbau ein

Mitteleuropa * Bis zum Jahr 1628 führt eine klimatische „Kaltphase“ zu einer deutlichen Einschränkung des Weinanbaus in Mitteleuropa.

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1553 - Bei „Bauernhochzeiten“ ist der Ausschank teuerer „Südweine“ untersagt

München * Nach einer Vorschrift dürfen zu einer Mahlzeit im Gasthaus nur zwei Sorten guten Weines ausgeschenkt werden.

Bei „Bauernhochzeiten“ ist der Ausschank teuerer „Südweine“ untersagt.

Tiroler, österreichischer, oberländischer und fränkischer Wein ist dagegen erlaubt.

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1553 - Die „Brauperiode für untergäriges Bier“ wird festgelegt

München * Festlegung der „Brauperiode für untergäriges Bier“ auf die Zeit vom 29. September (Michaeli) bis 23. April (Georgi).

Sie gilt bis 1850.

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1553 - Juden ist der Aufenthalt im Herzogtum Baiern verboten

München * In der „Landesordnung“ wird das Verbot für Juden, sich im Herzogtum Baiern aufzuhalten, bestätigt.

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2. 3 1553 - Einbecker Bier wird nach München transportiert

Einbeck * Im Auftrag von Herzog Albrecht V. werden aus Einbeck zwei Wagen mit dem berühmten Bier der Stadt beladen und erstmals auf den Weg nach München geschickt.

An dem aus dem Braunschweigischen stammenden „Edelstoff“ stimmt - im Gegensatz zu dem ebenso wässrigen wie qualitativ sehr wechselhaften Münchner Bier - einfach alles.
Die Lieferung erfolgte auf der Strecke Einbeck - Erfurt - Nürnberg nach München.

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2. 4 1553 - Das berühmte Bier aus Einbeck kommt in München an

München * Die Lieferung mit dem berühmten Bier aus Einbeck kommt in München an.

Sie ist seit dem 2. März auf 600 Kilometer lange Wegstrecke.
Als Spediteure fungieren Nürnberger Handelshäuser, die damit gutes Geld verdienen.

Die lange Reise des „Edelstoffes“ aus dem protestantischen Norden

  • ändert nichts an der dunklen Farbe des Bieres;
  • auch der kräftige Geschmack bleibt erhalten und
  • selbst die nicht geringen Alkoholprozente kommen unverändert in München an.

Doch eines hat sich während der langen Reise massiv verändert: der Preis.

Das Bier verteuert sich durch die weiteren Belastungen an „Zehrung“ für die Mannschaft und die Pferde sowie durch die Zölle und Mauten auf etwa das Dreifache.

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1554 - Die Stadt lässt ein zweites „Brunnwerk“ errichten

München-Kreuzviertel * Die Stadt lässt nördlich des „Neuhauser Tores“ ein zweites „Brunnwerk“ errichten, das sogenannte „Gasteiger Brunnhaus“ am heutigen „Künstlerhaus“.

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1554 - Philipp Apian soll das Herzogtum Baiern kartographisch erfassen

Ingolstadt * Herzog Albrecht V. erteilt Philipp Apian den Auftrag, das Herzogtum Baiern kartographisch zu erfassen. 

Der Herzog gefällt sich als Förderer der Wissenschaft, weshalb er seinen Ingolstädter Studienkollegen mit diesem Mammutprojekt betraut.
Die Karten sollen die 1526 bis 1533 entstandene „Bairische Chronik“ des Johannes Aventinus ergänzen.

„Sechs oder schier sieben Summer“, von 1554 bis 1561, reitet Philipp Apian mit seinem Bruder Timotheus und einem Vermessungsgehilfen Ober- und Niederbaiern, die Oberpfalz, das Erzbistum und Hochstift Salzburg und das Bistum Eichstätt und führt Landvermessungen durch.   

Das zu bearbeitende Gebiet umfasst rund 50.000 Quadratkilometer. 

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17. 12 1554 - Herzog Ernst von Baiern kommt zur Welt

München * Herzog Ernst von Baiern wird geboren.  

Um ihn standesgemäß zu versorgen, wird für ihn eine kirchliche Laufbahn vorgesehen.
Als „Sekundogenitur“ wird der Kölner Bischofsstuhl ins Auge gefasst. 

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1555 - Die ältesten Münchner „Wasserbriefe“

München * Die ältesten Münchner „Wasserbriefe“ beurkunden die Wasserabgabe aus den städtischen „Brunnhäusern“ an Privatpersonen.

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1555 - Die „Riegermühle“ wird durch Herzog Albrecht V. neu erbaut

Au * Die „Riegermühle“ wird durch Herzog Albrecht V. neu erbaut. 

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25. 9 1555 - Die religiös-politischen Verhältnisse im Reich werden regelt

Augsburg * Auf dem Augsburger Reichstag wird ein Reichsgesetz verkündet, das die religiös-politischen Verhältnisse im Reich regelt und damit die Glaubensspaltung festschreibt.

Im Augsburger Religionsfrieden werden lutherische Protestanten - nicht die Reformierten - den Katholiken reichsrechtlich gleichgestellt. Der Landesherr kann über die Konfession seiner Untertanen bestimmen. Andersgläubige dürfen das Land verlassen. Später wird der Grundsatz auf die griffige Formel „Cuius regio, eius religio“ [„Wessen die Herrschaft, dessen Glaube (gilt)“] gebracht.

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29. 10 1555 - Ulrich Diefstetter wird Mühlenbesitzer

Au * In einem Lehensbrief wird die Übergabe der Mühle an Melchiors Sohn, Ulrich Diefstetter, beschrieben.

„Von gottes genaden Wir Albrecht Pfalenzgraue bei Rhein, Hertzog in Obern und Nidern Bairn Bekennen mit dem offen brief, Das Wir Ulrichen Diefsteter Klingenschmid dem Mullschlag Ihenhalb [jenseits] der Iser an dem Rain auf dem pach zwischen der Mull Neideckh vnnd der Yserbrukchen, darauf yetzt ain Plathamer vnnd Schleifmull stet, mit sambt den Wasserflussen daselbey, in vnnserm Lanndgericht Wolfertzhausen gelegen, [...] zur rechten lehen verliehen haben, vnnd verleihen Ime solches alles vnnd yedes mit seinen erenrechten gerechtigkaiten ein vnnd zuegehorungen hiemit wissentlich vnnd crafft ditz briefs [...]“.

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1556 - Das „Wasserhaus auf dem Isarberg“ wird erneuert

Au * Das „Wasserhaus auf dem Isarberg“ wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

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1556 - Herzog Albrecht V. beruft die „Jesuiten“

Ingolstadt * Herzog Albrecht V. beruft die „Jesuiten“ an die Universität nach Ingolstadt, um durch sie den radikalen Verfall der „theologischen Fakultät“ zu stoppen.

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Seit dem Jahr 1556 - Brauereibesitz in der Neuhauser Straße

München-Kreuzviertel * Das Anwesen Neuhauser Straße 42 ist im Besitz von verschiedenen Brauern. 

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5. 7 1556 - Werben um die Rückkehr der „Societas Jesu“

München * Von München aus setzt erneut das Werben um die Rückkehr der „Societas Jesu“ ein und so treffen wieder achtzehn „Jesuiten“ in Ingolstadt ein.

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23. 8 1556 - Kaiser Carl V. verzichtet auf die Kaiserwürde

Regensburg ? * Kaiser Carl V. verzichtet zu Gunsten seines Bruders Ferdinand I. auf die Kaiserwürde. 

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24. 2 1557 - Matthias, der spätere Kaiser, wird in Wien geboren

Wien * Matthias, der spätere Kaiser, wird in Wien geboren. 

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26. 2 1558 - Ferdinand I. wird - gegen den Willen von Papst Paul IV. - zum Kaiser gekrönt

Rom * Ferdinand I. wird - gegen den Willen von Papst Paul IV. - zum Kaiser gekrönt.  

Erst Paul IV. Nachfolger, Papst Pius IV., erkennt ihn an. 

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21. 9 1558 - Der Ex-Kaiser Carl V. stirbt im Kloster San Jerónimo de Yusta

San Jerónimo de Yusta * Der Ex-Kaiser Carl V. stirbt im Kloster San Jerónimo de Yusta. 

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1559 - Die „Jesuiten“ schaffen langsam ein Klima für die „Hexenjagd“

München * Mit der Ankunft der „Jesuiten“ in München entsteht langsam ein Klima für die „Hexenjagd“

Die „Jesuiten“ betätigen sich als „Berater der Herzöge“ und als „fanatische Massenprediger“.
Unter Herzog Wilhelm V. und seinem Sohn Maximilian I. schießt in Baiern der „Hexenwahn“ üppig ins Kraut und München sowie Baiern bleiben davon nicht verschont.

Hinzu kommt, dass sich auch in den anderen mitteleuropäischen Staaten das Blatt wendet. 

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2 1559 - Johann Tserclaes Graf von Tilly wird geboren

Schloss Tilly * Johann Tserclaes Graf von Tilly wird in Brüssel oder in dem 35 Kilometer südlich der Hauptstadt gelegenen Schloss Tilly geboren.

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4. 7 1559 - Herzog Albrecht V. bittet um die Entsendung von 14 „Jesuitenpatres“

München - Rom * Herzog Wilhelm V. wendet sich an den „Ordensgeneral der Gesellschaft Jesu“, Diego Lainez, mit der Bitte, vierzehn „Jesuiten“ zum Aufbau eines „Collegs“ und als Unterstützung im Kampf gegen die „Reformation“ nach München zu entsenden.

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13. 10 1559 - Die ersten zwei Jesuitenpater kommen in München an

München-Kreuzviertel * Die ersten zwei Jesuitenpater kommen in München an, um hier im Auftrag von Herzog Albrecht V. eine Schule zu eröffnen. Sie bewohnen zunächst einen Teil des Augustinerklosters.

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20. 11 1559 - Sieben weitere „Jesuiten“ treffen in München ein

München-Kreuzviertel * Sieben weitere „Jesuiten“ treffen in München ein.

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12 1559 - Die „Jesuiten“ eröffnen im „Augustinerkloster“ ihre vorläufige Schule

München-Kreuzviertel * Die „Jesuitenpatres“ eröffnen im Münchner „Augustinerkloster“ ihre vorläufige Schule.

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13. 12 1559 - Die „Jesuiten“ eröffnen ihr „Colleg“ in München

München-Kreuzviertel * Die „Jesuitenpatres“ eröffnen ihr „Colleg“, das spätere „Wilhelmsgymnasium“, in einem Nebengebäude des „Augustiner-Klosters“.

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Um 1560 - Die der „Jesuiten“ erhalten ein großes Grundstück in Haidhausen

Haidhausen * Kurz nach Ankunft der „Jesuiten“ in München erhalten diese ein großes Grundstück in Haidhausen an der heutigen Kirchen-/Ecke Elsässerstraße, den sogenannten „Jesuitengarten“.

Das Anwesen besteht aus einem „sonderlich erbauten Keller“ und einem von Planken eingeschlossenen, 6 Tagwerk großen Garten, von dem 3 Tagwerk als „Krautgarten“ genutzt werden.

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Nach 1560 - Die Missernten haben aufgrund der Klimaveränderung zugenommen

Europa * Die Missernten haben aufgrund der Klimaveränderung nach 1560 stark zugenommen.

Der Mechanismus einer „Agrarkrise“ lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen:  
Das Ergebnis einer klima- oder unwetterbedingten „Missernte“ ist die „Verknappung der Grundnahrungsmittel“, was bis ins 19. Jahrhundert hinein immer das „Brotgetreide“ betrifft.

Die unmittelbare Folge davon ist eine „Teuerung“, die dazu führt, dass große Teile der Bevölkerung hungern oder an Unterernährung leiden.
Dieser verschlechterte Allgemeinzustand bewirkt oft das Auftreten von epidemischen Krankheiten oder eine stark erhöhte Krankheitsanfälligkeit.

Dieser Zyklus dauert bis zur nächsten Ernte, also bis zum Spätsommer des folgenden Jahres.
Folgt aber in der Zwischenzeit eine weitere „Missernte“, erhöht sich der Schaden um ein Vielfaches.

Die „Perioden der Teuerung“ treten um das Jahr 1560 häufiger auf und dauern länger.
Diese „Hungerkrisen“ betreffen große Teile Europas, weshalb neue „Hexenverfolgungen“ beginnen und in den verschiedenen Ländern zu einer Verschärfung der „Hexen-Gesetzgebung“ führen.

Die Verfolgung der „Hexen“ ist nicht von der konfessionellen Überzeugung der Verfolger abhängig.
Auch drängen sich nach der „Reformation“ die katholisch gebliebenen Gebiete - wie man gerne unterstellt - nicht in den Vordergrund.

Im Gegenteil: In Spanien hat sich die „Inquisition“ seit dem Jahr 1526 auf eine sehr gemäßigte Position zurückgezogen.
In Italien führt eine Debatte in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts zu einem deutlichen Widerstand gegen die „Hexenverfolgungen“ in den oberitalienischen Alpentälern.

Anders verhält es sich mit den „Hexenverfolgungen“ in Deutschland.
Hier beginnen die „Protestanten“ achtzig Jahre später dort, wo die „Katholiken“ in den 1480er Jahren aufgehört haben, nämlich im deutschen Südwesten. 

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Um 1560 - In Baiern wird die „Loreto-Wallfahrt“ volkstümlich

München * In Baiern wird die „Loreto-Wallfahrt“ bekannt und durch die „Lauretanische Litanei“ volkstümlich.

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Ab dem 1560 - Herzog Albrecht V. lässt einen neuen „Lustgarten“ anlegen

München-Graggenau * Herzog Albrecht V. lässt für seine Ehefrau, die Erzherzogin Anna, einen neuen „Lustgarten“, mit „Lusthaus“, „Arkadengang“, „Ziertürmen“ und aufwändigen „Wasseranlagen“ anlegen.  

Der sogenannte „Annagarten“ entsteht nördlich des „Alten Hofgartens“ und bildet den Ausgangspunkt für die späteren Anlagen unter Herzog/Kurfürst Maximilian I.. 

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1561 - Die „Jesuitenpatres“ erhalten für ihr „Gymnasium“ einen Neubau

München-Kreuzviertel * Die „Jesuitenpatres“ erhalten für ihr „Gymnasium“ einen Neubau.

Das vorläufige Unterrichtsgebäude für das Münchner „Jesuiten-Colleg“ wird vom „Provinzial der Oberdeutschen Ordensprovinz“, Petrus Canisius, eingeweiht.

Die „feine neue Residenz“ befindet sich etwa an der Stelle des „Chores“ der heutigen „Michaelskirche“.

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1561 - Erste Versuche mit der Pflanzung von Maulbeerbäumen

Herzogtum Baiern * Bereits während der Regierungszeit des Baiernherzogs Albrecht V., wird in Altbaiern der Versuch unternommen, Maulbeerbäume anzupflanzen.

Nennenswerte Erfolge bleiben seinerzeit allerdings aus. Jedenfalls wird von einem nutzbringenden Erfolg später nicht mehr berichtet. 

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Ab 1561 - Philipp Apian arbeitet an der Ausarbeitung der großen „Baiernkarte“

Ingolstadt * Nach der Vermessung des Landes arbeitet Philipp Apian an der Ausarbeitung der großen „Baiernkarte“

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31. 10 1561 - Der Münchner „Burgfrieden“ wird neu festgelegt und erheblich erweitert

München * Im sogenannten „Albertinischen Rezeß“ wird der Grenzverlauf des Münchner „Burgfriedens“ neu festgelegt und dabei das rechtsisarische Gebiet erheblich erweitert. 

Herzog Albrecht V. bestimmt, dass der „Wasserturm und der Farthweg auf dem Gasstach“ zum Münchner Burgfrieden gehören soll.

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31. 10 1561 - Verfassungsrechtliche Verbesserung durch den „Albertinischen Rezeß“

München * Mit dem „Albertinischen Rezeß“ kommt es zu einer weiteren verfassungsrechtlichen Verbesserung für die Stadt München.  

Damit werden die Müller, Kalt- bzw. Kupferschmiede und die Bierbrauer der Gerichtsbarkeit der städtischen Obrigkeit unterstellt.  
Bis zu diesem Zeitpunkt hat dieser Personenkreis eine Sonderstellung eingenommen.  

Außerdem wird die vermutlich schon vorher tatsächlich ausgeübte „Blutgerichtsbarkeit“ der Stadt durch Herzog Albrecht V. als gegeben hingenommen.  
Umgekehrt nimmt nun aber der „Landesherr“ verstärkt Einfluss auf die Auswahl und die Besetzung der „Stadtrichter“.  
So muss sich der „Stadtoberrichter“ als höchster städtischer Richter, bei seinem Amtsantritt erst den „Blutbann“ vom Herzog übertragen lassen.  

Damit ist die Doppelbindung des obersten städtischen Juristen an Stadt und Herzog festgeschrieben. 

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1562 - Der Rat der Stadt verbietet das „Hurenlaufen“

München * Der Rat der Stadt verbietet das „Hurenlaufen“ mit der Begründung, dass die „gemeinen Weiber“ großes Ärgernis erregen, da sie „so schändlich liefen und sich dabei gar hoch entblößten“

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1562 - Philipp Apians „Wappensammlung“ umfasst insgesamt 646 Wappen

Ingolstadt * Die in Holz geschnitzte „Wappensammlung“ von Philipp Apian umfasst insgesamt 646 Wappen der baierischen Geistlichkeit, des Adels und der Städte und Märkte Baierns. 

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1562 - Die „Münchner Bettelordnung“ regelt die „Armenversorgung“ neu

München * In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ändert sich die Einstellung zu den „Armen“ grundlegend.

Martin Luther und später auch die katholischen Reformer lehnen jede Form von „Bettel“ ab und fordern eine Versorgung aller „Arbeitsunfähigen“ auf Kosten der Gemeinde.

Dies findet in der letzten rein städtischen „Münchner Bettelordnung“ ihren Niederschlag. Die „Armenversorgung“ wird auf die Basis eines „Unterstützungsfonds“, dem „Stock-Almosen“, gestellt.

Freiwillige Spenden, Gelder aus Opferstöcken, Sondersammlungen in Kirchen und Klöstern und die Erträge aus den Haussammlungen sollen eine gezielte Versorgung der „Armen“ gewährleisten. Dazu ziehen jeden Freitag vier „Biedermänner“ mit Sammelbüchsen von Haus zu Haus und ersetzen damit die bisher üblichen Bettelgänge der „Armen“.

Die Sammlungen erhalten den Namen „Freitagsbrot“.

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14. 5 1562 - Maximilian II. wird in Prag zum König von Böhmen gekrönt

Prag * Maximilian II. wird in Prag zum König von Böhmen gekrönt. 

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3. 8 1562 - Ein großes „Hagelunwetter“ vernichtet den Wein und das Getreide

Südwestdeutschland * Ein großes „Hagelunwetter“ vernichtet - zu Beginn der Erntezeit - den Wein und das Getreide - und damit das „täglich Brot“.

Das Unwetter löst die erste große „Hexenjagd der Neuzeit“ aus.
Alleine in der kleinen protestantischen „Herrschaft Wiesensteig“ werden 63 „Hexen“ verbrannt.

Die Verfolgungen werden relativ spontan und gesetzlos durchgeführt. 

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30. 11 1562 - Maximilian II. wird römisch-deutscher König

Frankfurt am Main * Maximilian II. wird in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt. 

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1563 - Der „Teufelspakt“ gilt als Wesensmerkmal des „Hexerei-Delikts“

Schottland * Mit dem schottischen „Witchcraft Act“ findet sich erstmals nicht der „Schadenszauber“, sondern der „Teufelspakt“ als Wesensmerkmal des „Hexerei-Delikts“

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1563 - Die Herzöge halten strenge Aufsicht über die „Konkubinen“ der Geistlichen

München * Spätestens seit der Beendigung des „Trienter Konzils“ führen die Herzöge eine strenge Aufsicht über die „Konkubinen“ der Geistlichen. 

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1563 - Der Jesuiten Petrus Canisius predigt die „Hexenverfolgungen“

München * Petrus Canisius, der wortgewaltige „jesuitische Ordensprovinzial für Oberdeutschland“, schreibt:

„Überall bestraft man die Hexen, welche merkwürdig sich mehren.
Ihre Freveltaten sind entsetzlich. [...]  

Man sah früher in Deutschland niemals die Leute so sehr dem Teufel ergeben und verschrieben. [...] 
Sie schaffen viele durch ihre Teufelskünste aus der Welt und erregen Stürme und bringen furchtbares Unheil über Landleute und andere Christen.
Nichts scheint gesichert zu sein gegen ihre entsetzlichen Künste und Kräfte“
.

Ohne jeden Zweifel an der Existenz der „Hexenverbrechen“ oder Kritik an den angewandten ungesetzlichen „Inquistitionsverfahren“, das gegen alle strafprozessrechtlichen Bestimmungen der „Carolina“ verstößt, predigt er im „Augsburger Dom“ über die in Wiesensteig und im schwäbischen Raum stattfindenden „Hexenverfolgungen“.

Die juristischen und medizinischen Einwände interessieren den „Jesuiten“ nicht.  
Für ihn steht die „Theologie“ weit über der „Jurisprudenz“

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1563 - Philipp Apians „Baiernkarte“ ist fertiggestellt

München * Philipp Apian legt Herzog Albrecht V. die von ihm in Auftrag gegebene circa sechs mal sechs Meter große „Baiernkarte“ vor. 

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1563 - Georg Schobinger kauft den „Platner-Hammer“ und das „Haßlang-Schloss“

Au * Der Münchner Bürgermeister Georg Schobinger kauft den „Platner-Hammer“ und das „Haßlang-Schlösschen“ an der heutigen Lilienstraße.

Er gibt seiner Neuerwerbung den Namen „Wageck“.

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1563 - Melchior Bocksberger malt das herzogliche „Lusthaus“ aus

München-Graggenau * Melchior Bocksberger erhält eine hohe Summe ausbezahlt.  

Wahrscheinlich für die Deckenbilder im Saal des „Lusthauses“ im neuen herzoglichen „Lustgarten“

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1563 - Die Herzöge führen strenge Aufsicht über die „Konkubinen“ der Geistlichen

München * Die Herzöge führen strenge Aufsicht über die „Konkubinen“ der Geistlichen.

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12. 4 1563 - Der „Alte Südliche Friedhof“ wird als „Pestfriedhof“ eingeweiht

München-Isarvorstadt * Der „Alte Südliche Friedhof“ vor den Mauern der Stadt wird eingeweiht.  

Das Anwachsen der Stadt hat eine Erweiterung der bestehenden Beerdigungsplätze - gerade für die einfache Bevölkerung - notwendig gemacht.  
Er dient der Stadt aber auch als „Pestfriedhof“

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16. 7 1563 - Maximilian II. wird zum König von Ungarn und Kroatien gekrönt

Pressburg * Maximilian II. wird in Pressburg zum König von Ungarn und Kroatien gekrönt. 

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19. 10 1563 - In Rom wird die „Marianische Kongregation“ gegründet

Rom * In Rom wird die „Marianische Kongregation“ als Schwesterorganisation des „Jesuitenordens“ gegründet. 

Ihren Ursprung hat die „Marianische Männerkongregation“ im römischen Jesuitenkolleg, wo der flämische Jesuit Jean Leunis eine Studentengemeinschaft bildet, um den Erziehungsauftrag des Kollegs: „Die Einheit von Leben und Glauben in einer persönlichen Bindung an Jesus Christus unter dem Schutz der himmlischen Mutter zu finden“ weiter zu vertiefen. 

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16. 4 1564 - Papst Pius IV. gestattet den „Laienkelch“ im Herzogtum Baiern

Rom-Vatikan - München * Papst Pius IV. gestattet den „Laienkelch“, also die „Kommunion in beiderlei Gestalt“, auch im Herzogtum Baiern. 

Das päpstliche „Breve“ kommt zu spät, da Herzog Albrecht V. seine Meinung inzwischen geändert hat und nun gegen den „Laienkelch“ kämpft. 

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25. 7 1564 - Kaiser Ferdinand I. stirbt in Wien

Wien * Kaiser Ferdinand I. stirbt in Wien. 

Sein Nachfolger als Kaiser und Landesherr im Erzherzogtum Österreich wird Maximilian II., der bereits am 24. November 1562 zum römisch-deutschen König gewählt worden war. 

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1. 10 1564 - Herzog Albrecht V. veröffentlicht ersten „Index verbotener Bücher“

München * Herzog Albrecht V. veröffentlicht den ersten „Index verbotener Bücher“, der von einer Kommission des „Konzils von Trient“ erarbeitet worden ist. 

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Um 10 1565 - Freisings Bischof Moritz gibt seine „Resignation“ bekannt

Freising * Da Herzog Albrecht V. seinen zehnjährigen Sohn Ernst auf einen Bischofsstuhl unterbringen will, gibt der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell seine „Resignation“ zugunsten des Prinzen bekannt.  

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1566 - Papst Pius V. gibt die „Toleranz“ gegenüber dem „Dirnenwesen“ auf

Rom-Vatikan - München * Papst Pius V. gibt die „Toleranz“ gegenüber dem „Dirnenwesen“ auf.  

Am Ende appellieren sogar die katholischen Pfarrer an den Rat der Stadt, das „Frauenhaus“ zu schließen.  
Sie beziehen sich dabei - wie die „Reformierten“ - auf die Aussagen der Bibel gegen die „Hurerei“

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1566 - Philipp Apian verlegt die „Bairischen Landtafeln“

München * Philipp Apian lässt auf der Basis der „Großen Karte“ von Jost Amman Holzschnitte im kleineren Maßstab von 1 : 144.000 anfertigen.

Diese in 24 Holzschnitten aufgeteilten sogenannten „Bairischen Landtafeln“ verlegt Philipp Apian in seiner eigenen Druckerei.
Die Genauigkeit der Landkarten wird erst im 19. Jahrhundert übertroffen. 

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1566 - Kaiser Maximilian II. nimmt die Beschlüsse des „Konzils von Triest“ an

Augsburg * Auf dem Augsburger „Reichstag“ nehmen Kaiser Maximilian II. und die katholischen Fürsten die Beschlüsse des „Konzils von Triest“ an. 

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14. 1 1566 - Kaiser Maximilian II. zieht in München ein

München * Kaiser Maximilian II. zieht in München ein.  

Er bleibt fünf Tage in der Stadt. 

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16. 3 1566 - Die „Zunft der Weinschenken“ erhält neue „Sätze und Ordnung“

München * Die „Zunft der Weinschenken“ erhält neue „Sätze und Ordnung“

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18. 10 1566 - Papst Pius V. genehmigt die „Resignation“ des Freisinger Bischofs

Rom-Vatikan - Freising * Nach längeren Verhandlungen genehmigt Papst Pius V. die „Resignation“ des Freisinger Bischofs Moritz von Sandizell.  

Damit kann der elfjährige Baiernprinz Ernst zum Bischof von Freising gewählt werden. 

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16. 11 1566 - Herzog Albrecht V. erlässt ein religiöses Mandat

München * Herzog Albrecht V. erlässt ein religiöses Mandat  

  • zur Einhaltung des „sonn- und feiertäglichen Gottesdienstes“,  
  • die Aufforderung zu einem „gottesfürchtigen Leben“ und  
  • zur täglichen Verrichtung des „Türckengebets“.  

Außerdem wird den Wirten verboten, an „gebotenen Fasttagen“, auch Freitagen und Samstagen, Fremden und Inländern öffentlich Fleisch zu essen zu geben. 

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9. 12 1566 - Herzog Albrecht V. befiehlt die „Musterung“ in den Stadtvierteln

München * Da im Frühjahr des kommenden Jahres ein Übergreifen der Türken von Ungarn aus nach Österreich zu befürchten ist, befiehlt Herzog Albrecht V. die „Musterung“ in den Stadtvierteln. 

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1567 - Die „Württembergische Landesordnung“ und das neue „Hexerei-Delikt“

Stuttgart * In der „Württembergischen Landesordnung“ wird das neue „Hexerei-Delikt“ ausformuliert: 

„Wo aber jemandt sich mit dem Teuffel, zu Nachtheil und Beschädigung der Menschen in Bündnuß eingelassen und damit noch niemandts Schaden gethon hette, der soll gestrafft werden nach Gelegenheit der Sach“

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1567 - Georg Schobinger lässt „Wageck“ zu einem „Edelsitz“ erheben

Au * Georg Schobinger lässt „Wageck“ an der Lilienstraße durch zusätzliche Zahlungen zu einem „Edelsitz“ erheben.

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1567 - Der Haidhauser Dorfteich ist halt nur eine Lacke

Haidhausen * Über den Haidhauser Dorfteich, die „Große Lacke“, heißt es: „Welches fleckhlein, nachdem es zum theil nur ain Lackhen, weder Vieh noch leut, Dieffe des wassers  halber, mit nichte geniessen“.

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6. 8 1567 - Am „Haßlang-Schlösschen“ wird ein Triebwerk eingehängt

Au * Am „Haßlang-Schlösschen“ in der heutigen Lilienstraße wird ein Triebwerk in den Auer Mühlbach eingehängt.

Damals übergeben die Herzöge Sigmund und Albert dem Hanns Platner von der Rosen einen Platz zum Lehen, damit er eine Mühle und einen Hammer erbauen kann.

Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: „Von gottes gnaden Wir Sigmund vnd Wir Albrecht gebrüdere Phallenz grauen bey Reine Hertzogen in Obern vnd Nidern Bairn [...] tun kunnt [...], Das wir vnnserm getrewen Hannsen Platner mit der Rosen von sunndern gnaden ainen Mulslag gelegen enthalb der Yser an dem Rain auf dem pach zwischen der Mul Neydegk und der Yserbrugken, Darauf er machen vnd slagen mag ain Sleifmul vnd obe er ainen platthamer auch darauf richten mocht [...]“.

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22. 11 1567 - Herzog Albrecht V. schränkt den Weißbierausschank stark ein

München * Herzog Albrecht V. erlässt ein Mandat, das den Ausschank von „Weißbier“ stark einschränkt.  

  • Es darf fortan nur mit eigenem oder im Ausland gekauften Weizen gebraut werden.
  • Der Ausschank von „Weißbier“ ist nur in den Städten und Märkten jenseits der Donau in Richtung „Bairischer Wald“ erlaubt.
  • Neue „Weißbierbrauereien“ dürfen bei Strafe nicht mehr errichtet werden,
  • auch deshalb, weil beim Brauen große Mengen Weizen verschwendet werden.

Denn, so der Herzog weiter, das Weißbier ist „gar ein unnuez getranck, [...] das weder fueert noch nert, weder sterck, krafft noch macht gibt, und dahin gericht ist, das es die Zechleut, oder diejenigen dies trincken, nur zu mehrerm trincken raitzt und ursacht“

Allerdings, mehr kann man sich doch von einem Getränk nicht erwarten.

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1568 - Johann Tserclaes Graf von Tilly wird in Lüttich und Köln erzogen

Lüttich - Köln * Johann Tserclaes Graf von Tilly muss mit seinen Eltern die Niederlande verlassen, weil sich sein Vater an den aufrührerischen Aktivitäten der „Geusen“ beteiligt hatte.

Er erhält seine Erziehung in Lüttich und Köln.

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24. 2 1568 - Ein festliches Turnier zur öffentlichen Unterhaltung

München-Graggenau * Herzog Wilhelm V. und Renata von Lothringen feiern auf dem „Schrannenmarkt“ mit einem festlichen Turnier (24. Februar) und anderen öffentlichen Unterhaltungen ihre Vermählung.

Es findet sich im „Glockenspiel“ am Neuen Rathaus wieder.

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1569 - Philipp Apian muss als Protestant die „Universität Ingolstadt“ verlassen

Ingolstadt * Als überzeugter Protestant muss Philipp Apian - auf Betreiben der Jesuiten - die „Universität Ingolstadt“ verlassen. 

Er geht nach Tübingen. 

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1570 - Die Holzbrücke zum „Lustgarten“ wird durch Stein ersetzt

München-Graggenau * Die Holzbrücke zum herzoglichen „Lustgarten“ wird durch eine Brücke aus Stein ersetzt. 

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1571 - München ist reich an Hunden

München * München war schon immer reich an Hunden.

Alleine zur herzoglichen Hofjagd gehören etwa 220 Hunde.

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1571 - Streit zwischen den Münchner und den Auer „Schneidern“

München - Au * Der Herzog muss einen Streit zwischen den Münchner und den Auer „Schneidern“ schlichten.

Es endet damit, dass die Münchner ihre Schmähungen und Herabsetzungen zurücknehmen müssen.

Dafür müssen es die Auer künftig unterlassen, mit Elle und Schere „auf die Stör“ in die Stadt zu kommen. Sie dürfen nur Schneiderarbeiten annehmen, die man ihnen bringt.

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7. 10 1571 - Im „Ionischen Meer“ findet die „Seeschlacht von Lepanto“ statt

Lepanto * Im „Ionischen Meer“ findet die „Seeschlacht von Lepanto“ statt.

Oberbefehlshaber der „Heiligen Liga“ ist Don Juan de Austria.

Die Flotte des „Osmanischen Reichs“ führt Ali Pascha an.
Er stirbt während der Seeschlacht, die als jene mit den meisten Toten an einem Tag in die Geschichte eingeht. 

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1572 - Heinrich Schobinger kommt in den Besitz des „Zaichingerhofes“

Bogenhausen * Heinrich Schobinger der Jüngere, Kaufmann, Waffenschmied von der Au, Inhaber zahlreicher Ämter der Münchner Bürgerschaft sowie der baierischen Herzöge und des Deutschen Kaisers, kommt durch Heirat mit Juliane Stadler in den Besitz des „Zaichingerhofes“ in Bogenhausen.

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1572 - Der „Teufelspakt“ zieht die „Todesstrafe“ nach sich

Sachsen * Die „Kursächsischen Konstitutionen“ nimmt für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“ auf. 

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1572 - Eine neue „Bettelordnung“ wird veröffentlicht

München * Eine neue „Bettelordnung“ wird veröffentlicht.

In ihr zeichnet neben dem „Rat der Stadt“ erstmals auch der „Landesherr“ verantwortlich.

  • Unter dem Einfluss Herzog Albrechts V. wird in dem Gesetzeswerk
  • ein „absolutes Bettelverbot“ ausgesprochen.
  • Wirte und allen Einwohnern war die Beherbergung „nichtansässiger Bettler“ verboten.
  • Den „Bettelrichtern“ zahlt man „Fangprämien“ und
  • den Festgenommenen drohen schwere Strafen.
    Im besten Fall ihre „Ausweisung“, im schlimmsten Fall aber „Hängen“.

Doch schnell wird klar, dass sich in München ein „absolutes Bettelverbot“ und die Versorgung der „Armen“ aus der Gemeindekasse nicht verwirklichen lassen.
Die Einnahmen der Sammlungen reichen einfach nicht aus.

„Sondersieche“, also mit ansteckenden Krankheiten Behaftete, und „Blinde“ haben sich mit „betteln“ zu ernähren, da sie keine Arbeit finden können.

Außerdem sammeln die „Biedermänner“ das „Freitagsbrot“ nun zusätzlich am Mittwoch.

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1572 - Isarinseln sind noch nicht erkennbar

München * Die Stadtansicht von Braun und Hagenberg zeigt zwar eine nicht ganz realitätsgetreue Ansicht von München, doch Isarinseln sind noch nicht erkennbar.

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1573 - 120 Fässer „Einbecker Bier“ an den Herzogshof nach München geliefert

Einbeck - München * Werden anfangs jährlich vierzig bis fünfzig Fässer „Einbecker Bier“ nach München geliefert, so steigert sich der Bedarf des Herzoghofes und erreicht in den Jahren 1573 und 1574 - mit jeweils einhundertzwanzig Fässern - die Höchstgrenze.
Danach sinken die Lieferungen wieder auf dreißig bis fünfzig Fässer pro Jahr ab.

Doch die ständig offensichtlicher werdende Finanzmisere schreckt die „Hofkammer“ angesichts des sich anbahnenden „Staatsbankrotts“ auf.

Die herzogliche „Finanzbehörde“ stellt daraufhin die Frage, weshalb das Bier für den „baierischen Hof“ - unter den gegebenen Umständen - noch immer für teures Geld aus Einbeck im hohen deutschen Norden bezogen wird.
Immerhin handelt es sich dabei doch um ein „Ketzerbier“ aus dem „lutherischen Ausland“.

Jeder der 600 „Hofbediensteten“ - je nach Rang und Funktion - hat das Recht auf ein bestimmtes Quantum Bier.
Die Herrschaften an den „besseren Tischen“ können sogar trinken, soviel sie wollen.

Und sie genießen das „Freibier“ derart in „vollen Zügen“, dass der Herzog immer wieder mit Verboten gegen die „unzimbliche“ und übermäßige Trunkenheit einschreiten muss.

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1573 - Das „Kloster Santa Marta“ in Rom wird ein normales Kloster

Rom * Das „Kloster Santa Marta“ in Rom, das 1542 als „Zufluchtstätte für bußwillige Kurtisanen“ gegründet worden war, muss wegen mangelnden Zulauf in ein gewöhnliches Kloster umgewandelt werden. 

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1573 - Ernst von Baiern wird zum Bischof von Hildesheim gewählt

Hildesheim * Der 19-jährige Ernst von Baiern wird zum Bischof von Hildesheim gewählt.

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17. 4 1573 - Maximilian I. wird in München geboren

München * Maximilian I., der spätere baierische Herzog und Kurfürst, wird als drittes Kind des herzoglichen Thronfolgerpaares Wilhelm V. und Renata von Lothringen in München geboren. 

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1574 - Johann Tserclaes Graf von Tilly tritt in das „Spanische Heer“ ein

Spanien * Johann Tserclaes Graf von Tilly tritt in das „Spanische Heer“ ein.

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1574 - Ein Brunnen mit Drehmechanik wird für den „Lustgarten“ geliefert

München-Graggenau * Im herzoglichen „Lustgarten“ wird ein aufwändig gestalteter Brunnen mit Drehmechanik für den herzoglichen „Lustgarten“ geliefert.  

Er wird bereits 1577 als „nicht funktionsfähig“ wieder abmontiert. 

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1575 - Eine „Keller- und Speisenordnung“ des herzoglichen Hofes

München-Graggenau * Eine „Keller- und Speisenordnung“ des herzoglichen Hofes zur Zeit Herzog Albrecht V. regelt genau, wer was und wie viel an Getränken den Teilnehmern der herzoglichen „Hoftafel“ aufgetischt wird.

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1575 - Bei der Rückkehr von der Kurtisane erwischt

Rom * Herzog Ernst von Baiern, Bischof von Freising und Hildesheim, wird in Rom ertappt, wie er frühmorgens - von einer Kurtisane kommend - über eine Strickleiter in sein Quartier zurückkehrt.

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27. 10 1575 - Rudolf II. wird in Regensburg zum römisch-deutschen König gewählt

Regensburg * Rudolf II. wird in Regensburg zum römisch-deutschen König gewählt. 

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1. 11 1575 - Rudolf II. wird zum römisch-deutschen König gekrönt

Regensburg * Rudolf II. wird in Regensburg zum römisch-deutschen König gekrönt. 

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1576 - Philipp Apian fertig für Herzog Albrecht V. einen Globus

München-Graggenau * Im Auftrag von Herzog Albrecht V. fertigt Philipp Apian einen Globus, der im „Bibliotheksraum“ im Obergeschoss des „Antiquariums der Residenz“ aufgestellt wird.

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1576 - Das „Jesuiten-Gymnasium“ wird durch ein größeres Gebäude ersetzt

München-Kreuzviertel * Das „Jesuiten-Gymnasium“ wird durch ein größeres Gebäude ersetzt.

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1576 - Erste „Marianische Vereinigungen“ entstehen in Dillingen und Ingolstadt

Dillingen - Ingolstadt * Im deutschsprachigen Raum verbreitet sich die neue religiöse Bewegung rasch. 

Die ersten „Marianischen Vereinigungen“ entstehen in Dillingen und Ingolstadt. 

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26. 7 1576 - Der „Hexenbischof“ Marquard II. vom Berg „regiert“ im „Hochstift Augsburg“

Augsburg * Der als „Hexenbischof“ bekannte Marquard II. vom Berg „regiert“ im „Hochstift Augsburg“ als Bischof.  

Er behält gleichzeitig sein Bischofs-Amt in Bamberg. 

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9. 9 1576 - Herzog Philipp Wilhelm kommt in München zur Welt

München * Herzog Philipp Wilhelm von Baiern, der spätere Fürstbischof von Regensburg, wird in München geboren.

Er ist der Sohn von Herzog Wilhelm V. und Renata von Lothringen und ein Bruder des späteren Kurfürsten Maximilian I.. 

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12. 10 1576 - Kaiser Maximilian II. stirbt überraschend auf dem „Reichstag“ in Regensburg

Regensburg * Kaiser Maximilian II. stirbt überraschend auf dem „Reichstag“ in Regensburg.  

Sein Nachfolger als Kaiser und in den österreichsichen Erblanden wird sein Sohn Rudolf II. 

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1577 - 300.000 Gulden Schulden in neun Jahren Erbprinz-Hofhaltung

Landshut - München * Nach neunjähriger Hofhaltung als Erbprinz in Landshut muss Wilhelm V. seinem Vater 300.000 Gulden Schulden eingestehen.

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1577 - Die erste Münchner „Marianische Kongregation“ wird gegründet

München-Kreuzviertel * Unter der Leitung von Joachim von Fugger wird von elf Studenten der „Jesuitenschule“ die erste Münchner „Marianische Kongregation“  [= Gemeinschaft] ins Leben gerufen. 

Ihre Versammlungen halten sie nach der Erbauung des „Jesuitenkollegs“ in dem dortigen großen Saal ab. 

Ihre - „Sodalen“ genannten - Mitglieder stellen sich unter den Schutz Marias, um so „den Gefahren des Glaubensabfalls und der Verwahrlosung der Sitten“ zu begegnen. 

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10. 4 1577 - Herzog Ernst von Baiern wird in das Kölner „Domkapitel“ aufgenommen

Köln * Herzog Ernst von Baiern wird in das Kölner „Domkapitel“ aufgenommen. 

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6. 10 1577 - Ferdinand, der spätere Kurfürst von Köln, wird in München geboren

München * Ferdinand, der spätere Kurfürst und Erzbischof von Köln, wird in München geboren.  

Er ist ein Sohn von Herzog Wilhelm V. und dessen Ehefrau Renata von Lothringen. Sein Onkel ist der Kölner Erzbischof Ernst. Sein ältester Brüder ist der spätere Kurfürst Maximilian I.. 

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1578 - Die Klagen über die Teuerung des Weines verstummen nicht mehr

München * Die Klagen über die Teuerung des Weines verstummen nicht mehr.

Die „Baierische Landesordnung“ vermerkt, dass immer mehr Leute bei den „Bierbrauern“ zum Essen einkehren.

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1578 - Herzog Albrecht V. gründet die „Salvator-Stiftung“

München - München-Isarvorstadt - Giesing * Herzog Albrecht V. gründet die „Salvator-Stiftung“ zum Unterhalt der „Salvatorkirche“ am heutigen „Alten Südlichen Friedhof“.

Zur „Salvator-Stiftung“ gehören drei Bauernhöfe in Ober- beziehungsweise Untergiesing. 

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1578 - Die ursprüngliche Bezeichnung für „Hexe“ ist in München „Unholdin“

München * Die ursprüngliche Bezeichnung für „Hexe“ ist in München „Unholdin“.

Dieser Begriff taucht erstmals auf, als die Barbara Beyrl unter den Verdacht der „Hexerei“ gerät und in die „Schergenstube“ gesperrt wird.
Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

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1578 - Der Rat der Stadt soll die „Pfaffenhuren“ (Konkubinen) aus der Stadt treiben

München * Der Rat der Stadt erhält von Herzog Wilhelm V. den Auftrag, die „Schlafweiber“ genannten „Pfaffenhuren“ (Konkubinen) aus der Stadt zu vertreiben.  

Dabei sieht der Stadtrat nicht nur die menschliche Seite des Problems, sondern sorgt sich auch um die unversorgten Kinder, sodass er drei Jahre später wegen „Nachlässigkeit im Kampf gegen die Konkubinen“ zu einer Geldstrafe von 500 Gulden verurteilt wird. 

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11. 3 1578 - Margarete Schiller wird als erste Hexe in München verbrannt

Bozen - München * Die aus Bozen stammende Margarete Schiller wird als erste Hexe in München verbrannt.

„Sie hatte in der Folter gestanden eine Unholdin zu sein, Gott geleugnet und dem bösen Feind sich ergeben zu haben, vielmals fleischlich mit ihm verkehrt und auf der Gabel ausgefahren zu sein, viele Menschen durch Zauber ums Leben gebracht, den Bauern das Vieh verzaubert und zuletzt das Wetter, das auf Starnberg und Weilheim niederging gemacht zu haben“.

Das war ein typisches Hexengeständnis, das in qualvollen Folterprozeduren erpresst wurde. 

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9. 7 1578 - Ferdinand II. wird in Graz geboren

Graz * Der spätere Kaiser Ferdinand II. wird in Graz geboren. 

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1579 - Auflösung des „Frauenhaus“ ist nicht nachweisbar

München * Angaben, wonach Herzog Wilhelm V. das „Frauenhaus“ auflöst und sieben der „gemeinen Tochterlein“ freiwillig zu Nonnen und die anderen mit jungen Männern verheiratet werden, lassen sich nicht nachweisen. 

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1579 - Herzog Albrecht V. stirbt

München * Herzog Albrecht V. stirbt.

Sein Sohn Wilhelm V. übernimmt die baierische Regentschaft.

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1579 - Ein Dreijähriger auf dem Bischofsstuhl

München - Regensburg * Der dreijährige Herzog Philipp Wilhelm von Baiern wird Fürstbischof von Regensburg.

Mit Philipp Wilhelms Wahl soll das hoch verschuldete Bistum Regensburg stärker an das baierische Herzogtum gebunden werden. Gerade auch deshalb, weil sich in der Reichsstadt Regensburg die Protestanten eine einflussreiche politische Position erarbeiten konnten. 

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10 1579 - Wo wird im „Baierischen Wald“ Weißbier gebraut ?

München * Herzog Wilhelm V. lässt durch eine vierköpfige Kommission prüfen, an welchen Orten im „Baierischen Wald“ wie viel „weiß Behamisch Pier“ gebraut wird und woher die dafür benötigten Braumaterialien stammen.

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Seit 1580 - Unterbindung der protestantischen Glaubensausübung

München - Wien * Verschiedene geistliche Fürsten unternehmen - unterstützt von Baiern und Österreich - die ersten Versuche, die protestantische Glaubensausübung zu unterbinden.

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Um 1580 - Der „Jesuitenpater“ Jeremias Drexel bekämpft die Hexen

München-Kreuzviertel * Der in München ansässige „Jesuitenpater“ und „Hofprediger“ Jeremias Drexel predigt in der „Michaelskirche“:

„Oh ihr Feinde der göttlichen Ehre!
Befiehlt denn nicht das göttliche Gesetz ausdrücklich:
Die Zauberer sollst du nicht leben lassen?

Hier rufe ich so laut ich kann und auf göttliches Geheiß zu den Bischöfen, Herren, Fürsten, Königen:
Lasset die Zauberer nicht am Leben!
Mit Feuer und Schwert muss diese entsetzliche Pest ausgerottet werden.

Ausgerissen muss dieses Unkraut werden, dass es nicht in übergroßer Fruchtbarkeit emporschieße, wie wir es leider sehen und beklagen.
Ausgeräumt soll werden mit den Gottlosen, dass die Pest nicht weiter greift, brennen sollen die Aufrührer Gottes. [...]“
.

Insgesamt haben die „Verfolgungsbefürworter“ am „herzoglich-baierischen Hof“ ein größeres Gewicht als die kritischen Stimmen. 

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1581 - Erste Hexenverfolgungen in der „Grafschaft Werdenfels“

Werdenfelser Land * Elsbeth Schlamp aus Garmisch, „ein seltsames Mensch von Ansehen“, und Maria Neuwirth aus Klagenfurt werden in der „Grafschaft Werdenfels“ der „Zauberei“ beschuldigt. 

Ihnen wird die Erzeugung einer Seuche und eines schwerer Hagelschauers vorgeworfen. 

Da aber weder der „Pfleger der Grafschaft“, noch die „Freisinger Regierung“ an einer Verfolgung interessiert sind, verläuft der Vorgang im Sand. 

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Ab dem Jahr 1581 - Eine Änderung in der Schreibweise „Lehen“ tritt ein

München-Lehel * Eine Änderung in der Schreibweise „Lehen“ tritt ein.  

Von jetzt an wird „Lehen“ nicht nur mehr mit einfachem „h“, sondern - meistens - mit „ch“ geschrieben, also „Lechen“.  
Man trägt damit der Tatsache Rechnung, dass manche Menschen das Wort härter aussprechen.  

Damit entwickelt sich der Name „Lehel“ vom Sachbegriff „die“ Lehen zum räumlichen Begriff „das“ Lehen mit der neuen Schreibvariante „Lechen“ neben „Lehen“

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1581 - Wegen „Nachlässigkeit im Kampf gegen die Konkubinen“ bestraft

München * Der Rat der Stadt wird von Herzog Wilhelm V. wegen „Nachlässigkeit im Kampf gegen die Konkubinen“ zu einer Geldstrafe von 500 Gulden verurteilt. 

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1581 - Ernst von Baiern wird auch noch das Bistum Lüttich übertragen

Lüttich * Dem 26-jährigen Ernst von Baiern wird auch noch das Bistum Lüttich übertragen.  

Damit ist er Herr über die drei Bistümer Freising, Hildesheim und Lüttich.

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1581 - Herzog Wilhelm V. verspricht den „Jesuiten“ ein „Kollegium mit einer Kirche“

München-Kreuzviertel * Herzog Wilhelm V. verspricht den „Jesuiten“ ein eigenes „Kollegium mit einer Kirche“.

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1582 - Georg Hainmiller kauft den „Zengerbräu“ und „Kempterbräu“

München-Graggenau * Georg Hainmiller kauft die an der Burgstraße gelegenen „Zengerbräu“ und „Kempterbräu“.

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1582 - Im „Kurpfälzischen Landrecht“ steht für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“

Pfalz * Im „Kurpfälzischen Landrecht“ ist für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“ vorgesehen. 

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1582 - Der „Augsburger Schied“ vom 14. Juni 1158 wird erstmals veröffentlicht

Salzburg * Der „Augsburger Schied“ vom 14. Juni 1158, Münchens 34 x 44 Zentimeter große Geburtsurkunde aus Pergament, wird erstmals in Wiguläus Hunds „Metropolos Salzburgensis“ veröffentlicht.

Die Urkunde fällt in dem umfangreichen Werk aber kaum auf.

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1582 - Ein „bairisch-spanisches Heer“ marschiert in Köln ein

Köln * Als der „Erzbischof und Kurfürst von Köln“, Gebhard Truchseß von Waldburg, zum evangelischen Glauben übertreten, heiraten, aber auf seine Ämter nicht verzichten will, marschiert ein „bairisch-spanisches Heer“ in Köln ein und besiegt die Truppen des Truchseß.

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12. 2 1582 - Papst Gregor XIII. ordnet eine grundlegende „Kalenderreform“ an

Rom-Vatikan * Papst Gregor XIII. ordnet in der „Bulle Inter gravissima“ eine grundlegende „Kalenderreform“ an.

Er will damit den auf die Antike zurückgehenden „Julianischen Kalender“ reformieren, um die „Nachtgleichen“ wieder mit dem Kalender in Übereinstimmung zu bringen und so eine gesicherte „Osterberechnung“ zu ermöglichen.
Mit dem neuen Kalender sollte auf den 4. Oktober 1582 der 15. Oktober folgen. 

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4. 10 1582 - Umstellung des Kalenders bei den Katholiken

Rom-Vatikan * Papst Gregor XIII. reformiert den auf die Antike zurückgehenden „Julianischen Kalender“, um damit die „Nachtgleichen“ wieder mit dem Kalender in Übereinstimmung zu bringen.

Auf den 4. Oktober soll der 15. Oktober 1582 folgen.

Kaiser Rudolph II. fordert daraufhin die „Reichsstände“ auf, den neuen „Gregorgianischen Kalender“ einzuführen.
Doch während die „Katholischen Stände“ den Kalender annehmen, lehnen ihn die „Evangelischen Stände“ aus konfessionellen Gründen ab.

Damit werden im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ zwei Kalender mit unterschiedlicher Tageszählung benutzt, was die Handels- und Rechtsgeschäfte massiv beeinträchtigt.

Das bleibt so bis zum 17. Februar 1700 so.

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1583 - Beim „Kölner Krieg“ nimmt Johann Tserclaes Graf von Tilly teil

Köln * Beim „Kölner Krieg“ nimmt Johann Tserclaes Graf von Tilly als „Fähnrich“ eines wallonischen Regiments teil.

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1583 - Philipp Apian verliert seinen Posten an der „Universität Tübingen“

Tübingen * Philipp Apian verliert nach 14-jähriger Lehrtätigkeit an der „Universität Tübingen“ seinen Posten, weil er sich weigert, den „Calvinismus“ zu verdammen.

Bis zum Ende seines Lebens widmete sich Apian der Vervollständigung seines topografischen Werkes. 

Zusammen mit einer Beschreibung des Landes Bayern sollte die Sammlung die Darstellung des Landes auf den Landtafeln ergänzen und vervollständigen.  

Philipp Apian ist über der Arbeit an Sammlung und Beschreibung verstorben. 

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1583 - Im „Ridlerhaus“ wird die „Klausur“ eingeführt

München-Graggenau * Im „Ridlerhaus“ wird die „Klausur“ eingeführt.

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Um 2 1583 - „... weil sein Fetl nicht hinab zu bringen sei“

Freising - Köln * Als bei der Auseinandersetzung um die Besetzung des Kölner Bischofsstuhls die Anwesenheit Bischof Ernsts von Baiern dringend notwendig ist, kann er sich nicht von seiner Freisinger Liebschaft losreißen.  

Sein Bruder, der regierende baierische Herzog Wilhelm V. schreibt damals:  
„Das sei gewislich die einzige und vornehmliche Ursach, daß der Bruder darum nicht hinab nach Köln wolle, weil sein Fetl nicht hinab zu bringen sei“

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Um 4 1583 - „Nie habe ich käuflichere Leute gefunden ...“

Köln * Die Kurie nimmt Bestechung nicht nur hin, sondern beteiligt sich sogar aktiv daran, sodass „Nuntius“ Malspina schreibt: „Nie habe ich käuflichere Leute gefunden als in diesem Kölner Kapitel“.

Zunächst wird der junge Graf Hans Philipp von Manderscheid-Gerolstein bewogen, für zweihundert Dukaten und eine jährliche Pension auf seinen Kapitelplatz zu verzichten.
Dann wird auf ähnliche Weise drei ältere Vorrechte auf seine Nachfolge abgelöst.

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18. 4 1583 - Herzog Wilhelm V. den Grundstein für die prachtvolle „Michaelskirche“

München-Kreuzviertel * Ungeachtet der ungeheueren Schuldenlast und der Widerstände seiner Familie, der Räte und der Münchner Bürgerschaft legt Herzog Wilhelm V. den Grundstein für die prachtvolle „Michaelskirche“ und das palastartige Kloster der „Societas Jesu“.

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18. 4 1583 - Der Grundstein für die „Michaelskirche“ wird gelegt

München-Kreuzviertel * Der Grundstein für die „Michaelskirche“ in der Neuhauser Straße wird gelegt. 

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22. 5 1583 - Das „Kölner Domkapitel“ wählt den Ernst zum Erzbischof von Köln

Köln * Das „Kölner Domkapitel“ wählt den 28-jährigen baierischen Wittelsbacher Ernst, der bereits Herr über die drei Bistümer Freising, Hildesheim und Lüttich ist, zum Erzbischof von Köln.  

Da „die unschätzbare Freundschaft Baierns nur durch außergewöhnliche Opfer erkauft werden kann“, übersieht die „Römische Kurie“ den  

  • ungebührlichen Lebenswandel des „wittelsbachischen Erzbischofs“ und den  
  • Verstoß gegen das „Pfründenhäufungsverbot“ des „Trienter Konzils“.  
  • Außerdem unterläuft der Wittelsbacher in vier von fünf Fällen das für die Übernahme eines Bistums vorgeschriebene „Mindestalter“ und  
  • selbst die „Residenzpflicht“ wird für ihn aufgehoben.  

Die Kurie nimmt Bestechung nicht nur hin, sondern beteiligt sich sogar aktiv daran, sodass „Nuntius“ Malspina schreibt:  
„Nie habe ich käuflichere Leute gefunden als in diesem Kölner Kapitel“.  

Zunächst wird der junge Graf Hans Philipp von Manderscheid-Gerolstein bewogen, für zweihundert Dukaten und eine jährliche Pension auf seinen Kapitelplatz zu verzichten.  
Dann wird auf ähnliche Weise drei ältere Vorrechte auf seine Nachfolge abgelöst.  

Herzog und Fürstbischof Ernst von Baiern wird Kölner Erzbischof und Kurfürst.  
Mit dieser Wahl erhält er den ersten Kurhut für die baierisch-wittelsbachischen Fürsten.  

Mit der Wahl Ernsts zum Kurfürsten wird eine protestantische Mehrheit im „Kurkolleg“, das den „Kaiser“ wählt, verhindert.  

Kurfürst Ernst kann allerdings nur geschützt von baierischen Waffen in Köln einziehen. 

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4. 10 1583 - Das „Fürstbistum“ Trier übernimmt den „Gregorianischen Kalender“

Trier * Das „Fürstbistum“ Trier übernimmt den „Gregorianischen Kalender“.

Auf den 4. folgt der 15. Oktober 1583.

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1584 - Der Kölner Kurfürst Ernst erhält noch das Bistum Münster

Münster * Der Kölner Kurfürst Ernst erhält - trotz seines Lebenswandels - noch das Bistum Münster.

Damit besitzt er die fünf Bistümer Köln, Freising, Hildesheim, Lüttich und Münster.

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1584 - Erbprinz Maximilian I. tritt der Münchner „Marianischen Kongregation“ bei

München-Kreuzviertel * Der elfjährige Erbprinz Maximilian I. tritt der Münchner „Marianischen Kongregation“ bei und wird zum „Generalpräfekten aller Marien-Sodalitäten“ Deutschlands ernannt. 

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1584 - Christoph Pollinger erwirbt die Brauerei in der Neuhauser Gasse

München-Kreuzviertel * Christoph Pollinger erwirbt die Brauerei in der Neuhauser Gasse.

Er nennt seine Brauerei „Zum Oberpollinger“, weil die Familie Pollinger in der Sendlinger Straße eine weitere Brauerei, den „Unterpollinger“, betreibt. 

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1585 - Das „herzogliche Weinverzeichnis“ umfasst 27 Weine jeder Qualität

München * Das „Weinverzeichnis des herzoglichen Haushofmeisters“ umfasst 27 Weine jeder Qualität.

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1585 - In einer Bulle verbietet Papst Sixtus V. sämtliche Zauberbücher

Rom-Vatikan * In einer Bulle verbietet Papst Sixtus V. sämtliche Zauberbücher.

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18. 4 1585 - Der Grundstein für die „Michaelskirche“ in München wird gelegt

München-Kreuzviertel * Der Grundstein für die „Michaelskirche“ in München wird gelegt.

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Ab 1586 - In Oberstdorf werden etwa 25 Personen als „Hexen“ verbrannt

Oberstdorf * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden Oberstdorf werden zwischen 1586 und 1587 etwa 25 Personen als „Hexen“ verbrannt. 

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1586 - Noch immer sind keine Isarinseln vorhanden

München * Die „Beschreibung und Contrafractur der vornehmbsten Stätt der Welt“ von Braun und Hagenberg zeigt eine Ansicht von München.

Auch sie gibt nur die typischen, naturbelassenen Kiesbänke in der Isar wieder.
Isarinseln sind noch immer nicht vorhanden.

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1586 - Mit dem „Weißbier“ ist durchaus Gewinn zu erzielen

München * Untersuchungen der „Hofkammer“ ergeben, dass aus dem „Weißbier“ durchaus Gewinn zu ziehen ist.

Voraussetzung ist die Errichtung eigener „Weißer Brauhäuser“ durch den Herzog.

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3. 5 1586 - Herzog Ferdinand von Baiern lässt in Neudeck ein Brunnwerk erbauen

Au * Herzog Ferdinand von Baiern lässt zur Versorgung des großen Brunnens in seinem Münchner Garten am Neudeck ein Brunnwerk erbauen.

Außerdem kauft er die Neudecker Weiher.
Die Unterhaltung der Fischerei unterstand dem Hoffischer. 

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14. 6 1586 - Reichsfreiherr Ottheinrich von Schwarzenberg darf „Weißbier“ brauen

Winzer * Reichsfreiherr Ottheinrich von Schwarzenberg erhält von Herzog Wilhelm V. das Recht, in seinem „Brauhaus“ in Winzer „Weißbier“ zu brauen und es im Herzogtum zu verkaufen.

In der „Verleihungsurkunde“ lässt Herzog Wilhelm V. einen Passus aufnehmen, der ihm und seinen Wittelsbacher Nachkommen im Falle des Aussterbens der Familie von Degenberg berechtigt, neben denen von Schwarzenberg selbst „Weißbier“ zu brauen.

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13. 9 1586 - Drei „Wiedertäufer“ werden zum Tod mit dem Schwert verurteilt

München * Drei „Wiedertäufer“ werden zum Tod mit dem Schwert verurteilt, weil sie trotz der Folter ihrem Glauben nicht abschwören wollen. 

Nach dem Verlesen des Todesurteils widerrufen zwei Delinquenten, weshalb nur ein Einziger hingerichtet wird.

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1587 - Zwischen 1587 und 1591 gibt es in Dillingen 17 weibliche Todesopfer

Dillingen * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden Dillingen gibt es zwischen 1587 und 1591 aufgrund der „Hexenverfolgungen“ mindestens 17 weibliche Todesopfer.

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1587 - Die „Brunnwerke“ am „Lilienberg“ und im „Brunnthal“ gehen in Betrieb

Au - Haidhausen * Die „herzoglichen Brunnwerke“ am „Lilienberg“ und im „Brunnthal“ gehen in Betrieb.

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1588 - Im „Badischen Landrecht“ gilt für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“

Baden * Auch im „Badischen Landrecht“ ist für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“ vorgesehen.

Damit ist Baiern umzingelt.
Jetzt kann die Saat des „Hexenhammers“ auch in München und im Herzogtum Baiern aufgehen. 

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10. 1 1588 - Herzog Wilhelm V. muss den „Ständen“ Schulden bekannt geben

München * In München findet bis 6. April ein „Landtag“ statt, auf dem Herzog Wilhelm V. den „Ständen“ eine Schuldenlast von 1.992.736 Gulden bekanntgeben muss. 

Alleine 700.000 Gulden hat der „Kölner Krieg“ verschlungen.

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12 1588 - Die Kapläne müssen im Stadtbordell übernachten

München-Angerviertel * Beim Einsammeln des sogenannten „Leibpfennigs“ suchen die Kapläne Graßmann und Ostler von der „Sankt-Peters-Pfarrei“ auch das „Stadtbordell“ auf und zechen mit dem Wirt und seiner „Gesellschaft“.

Als sich die „genachbarten Knappen“ vor dem Haus zusammenrotten, wagen sie sich nicht mehr aus dem „Bordell“ und verbringen die Nacht in demselben.

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1589 - Die Münchner Brauersgattin „Kalteneckerin“ wird der „Hexerei“ bezichtigt

München * Eine Münchner Brauersgattin namens „Kalteneckerin“ wird der „Hexerei“ bezichtigt und die Brauerei „von Gerichts wegen“ geschlossen.

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1589 - Peter Binsfeld und sein Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“

Trier * Peter Binsfeld, der „Weihbischof“ und „Generalvikar“ von Trier, veröffentlicht sein Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“.

Er trägt damit entscheidend zur Förderung des „Hexenwahns“ bei und ist für die größten deutschen „Hexenverfolgungen“ des 16. Jahrhunderts, die von 1585 bis 1591 dauern, verantwortlich.

Binsfelds Buch ist hier weitaus einflussreicher als der „Hexenhammer“

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1589 - In Schwabmünchen beginnen die „Hexenverfolgungen“

Schwabmünchen * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden Schwabmünchen beginnen die „Hexenverfolgungen“, wo der als „Hexenbischof“ bekannte Marquard II. vom Berg bald das Gefängnis erweitern lassen muss, um die Angeklagten unterzubringen.

Hierher kommt der Biberacher „Hexenspezialist“ Christoph Hiert.

Das Ergebnis des bischöflichen „Hexenwahns“ sind 27 Hinrichtungen. 

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1589 - Auch Ingolstadt wird vom „Hexenwahn“ ergriffen

Ingolstadt * Im Zuge der großen „Hexenverfolgungen“ im Herzogtum Baiern wird auch Ingolstadt vom „Hexenwahn“ ergriffen.

Mehrere unschuldige Frauen werden verhaftet, verhört und gefoltert.
Bis zum Jahr 1592 werden in Ingolstadt 13 unschuldige Frauen als „Hexen“ zum Tode verurteilt. 

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21. 1 1589 - Ein herzogliches Mandat erwähnt erstmal die Bäckerschelle

München * In einem von Herzog Wilhelm V. herausgegebenen Mandat wird erstmal die Bäckerschelle erwähnt. 

Sie ist zunächst als Strafe für Gotteslästerer und Flucher gedacht, wird aber ab 1596 auch für betrügerische Bäcker angewendet, die zu kleine Brote backen. 

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Um 3 1589 - Maximilian I. ist bei „Folterungen von Hexen“ anwesend

Ingolstadt * Maximilian I., Sohn Wilhelms V. und späterer baierischer Herzog und Kurfürst, studiert an der „Hohen Schule“ in Ingolstadt „Rechtswissenschaften“.

Sein Lehrer ist der „Doktor beider Rechte“ Johann Baptist Fickler, der „Hexerei“ als eine Realität betrachtet und sie als einen „Fluch des Teufels“ bezeichnet, dem mit „allen Strafmitteln“ begegnet werden muss.

Dem „Hexenwahn“ steht der studierte „Jurist“ ebenso mit Arglosigkeit und Kritiklosigkeit gegenüber, wie sein Zögling Herzog Maximilian I..

Man lässt den damals gerade 17-jährigen Prinzen der „Folterung von Hexen“ beiwohnen.
Nach solcher Vorbereitung auf den Regentenberuf kann es nicht überraschen, dass Maximilian I. der ärgste „Hexenverfolger“ unter den baierischen Fürsten wird. 

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7 1589 - Hexen-Verfolgung nach Hagelschäden und Ernteausfälle in Schongau

Schongau - München * Das Zentrum des „ersten altbaierischen Hexenprozesses“ ist Schongau bei Weilheim, das vom Bruder Wilhelms V., Herzog Ferdinand, verwaltet wird. 

Herzog Ferdinand reagiert empfindlich, als ihm sein „Landrichter von Schongau“ von „Hagelschäden, Ernteausfällen“ und den damit verbundenen „Einnahmeverlusten“ berichtet.

Zum Glück kann „Richter“ Hans Friedrich Herwarth von Hohenburg gleich die für die Katastrophe Verantwortlichen benennen: die „Hexen“

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24. 7 1589 - Alle „bösen Leute und Unholden“ sollen umgehend verhaftet werden

München - Schongau * Herzog Ferdinand befiehlt seinem „Landrichter“, alle „bösen Leute und Unholden“, denen er habhaft werden kann, umgehend zu verhaften.

Ihre Wohnungen sollen nach „Salben, Amuletten, wächsernen und durchstochenen Bildern, menschliche Knochen und ähnlichen Zaubermitteln“ durchsucht werden.
Benennen die Angeklagten freiwillig „Mitschuldige“, soll man ihnen einen „Straferlass“ versprechen.

Den Grund dafür, weshalb der „böse Feind“ an Macht gewonnen hat, sieht der Herzog im Zusammenhang mit dem „sündhaften Leben“ der Untertanen.
Nur deshalb lässt Gott dem Teufel und seinen Werkzeugen freie Hand.

Die Pfarrer und Prediger im „Landgericht Schongau“ sollen deshalb das Volk zur „Buße und Besserung des Lebens“ ermahnen.  

Herzog Ferdinand fordert zur Unterstützung der unerfahrenen baierischen „Hexenjäger“ den darin geschulten „Nachrichter“ von Biberach an.
Er soll die Verdächtigten auf „Hexenmale“ untersuchen.

„Dann wir gesinet, auf alle in Schwung geende und wachsende hochsträfliche Laster, sonderlich das ungeheur Unholdwerckh ernstliche Inquisition und Straf furnemmen“

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Ab 8 1589 - Der „Schongauer Hexenprozess“ beginnt

Schongau * In dem ohne gesetzliche Grundlage durchgeführten und „Hexenprozess“ werden unter rücksichtslosester Anwendung der „Folter“ die unsinnigsten Geständnisse erpresst.

Die Frauen gestehen unter anderem

  • das „Wettermachen“,
  • das „Töten von Tieren“ durch Beschmieren mit der „Hexensalbe“,
  • das „Ausgraben und Sieden von Kindern“ zur Salbenherstellung,
  • „sexuellen Umgang mit dem Teufel“ und
  • „nächtliche Ausfahrten auf der Heugabel“ zu teuflischen Festen.

Die Aussagen der so gepeinigten Angeklagten werden mit einer entsprechenden Empfehlung des „Schongauer Landrichters“ Hans Friedrich Herwarth von Hohenberg an Herzog Ferdinand gesandt, der dann den „Hinrichtungsbefehl“ gibt. 

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1. 9 1589 - Sich „katholisch erklären“ oder das Land verlassen

München * Der „Weinsiegler“ Hanns Reiter und seine Ehefrau sollen sich bis „Michaeli“ [29. September] „katholisch erklären“ oder das Land verlassen.

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27. 9 1589 - Das Hofbräuhaus wird gegründet

München-Graggenau * Die Hofkammer will die Geldverschwendung für den Durst der Hofschranzen eingeschränkt sehen, weshalb sie einen Antrag für den Bau eines „aigen Preuhaus“ formuliert. Das Datum gilt seither als offizieller Gründungstermin des Hofbräuhauses.

Einen Brand beim alten Hennen- und Badhaus im Alten Hof erkennt man als Zeichen des Himmels und umgehend beginnen die Arbeiter in der Nähe des Zerwirkgewölbes die Wände einzureißen, die Keller einzuschachten und Sudanlagen zu installieren. Der Keller diente zuvor dem Herzogshof als Vorratsraum. Der Standort am Alten Hof kam den Verantwortlichen aufgrund der „besseren Überwachung bezüglich der möglichen Veruntreuungen“ gerade recht.

Darin wird zunächst nur braunes Bier gebraut. 

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28. 9 1589 - Hexenverfolgungen in der zu Freising gehörenden „Grafschaft Werdenfels“

Freising - Werdenfelser Land * In der zum „Fürstbischof“ von Freising gehörenden „Grafschaft Werdenfels“ beginnt mit der Verhaftung der 55-jährigen Ursula Klöck sowie Elsbeth Schlamp und ihre Tochter Appolonia eine große „Hexenverfolgung“, in deren Verlauf fünfzig Frauen und ein Mann der „Hexerei“ beschuldigt werden.

Als Landesherr des „Freisinger Kirchenstaates“ steht ebenfalls ein Bruder des baierischen Herzogs Wilhelm V. an der Spitze:  
„Fürstbischof“ Ernst von Freising ist zugleich „Kurfürst des Fürstbistums Köln“ am Rhein. 

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14. 10 1589 - Kostenvoranschlag für den Bau des „Hofbräuhauses“

München-Graggenau * Ein Kostenvoranschlag für den Bau des „Hofbräuhauses“ wird vorgelegt. 

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30. 10 1589 - Anwendung der „Folter“ bei den „Werdenfelder Hexen“ befohlen

Freising - Werdenfelser Land * Aus Freising geht der Befehl in die „Grafschaft Werdenfels“, gegen die der „Hexerei“ Angeklagten Ursula Klöck sowie Elsbeth Schlamp und ihre Tochter Appolonia die „Folter“ anzuwenden.

Damit ist der Ausweitung des „Hexenprozesses“ Tür und Tor geöffnet.
Durch die über die „Folter“ herausgepressten Geständnisse werden etwa 180 Personen in den Prozess einbezogen.

Am Ende werden 50 Frauen und ein Mann der „Hexerei“ schuldig befunden und zum „Tod auf dem Scheiterhaufen“ verurteilt. 

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15. 11 1589 - Philipp Apian stirbt in Tübingen

Tübingen * Der Mathematiker, Arzt, Kartograph und Heraldiker Philipp Apian stirbt in Tübingen. 

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1590 - Herzog Wilhelm V. lässt in der „Herzog-Max-Burg“ Wein anpflanzen

München-Kreuzviertel * Herzog Wilhelm V. lässt im Hofgarten der späteren „Herzog-Max-Burg“ Wein anpflanzen.

Der daraus gekelterte Wein soll in manchen Jahren „bey 50 Eimer gehabt haben“ (= ca. 3.200 Liter).

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Ab 1590 - In Oberstdorf werden noch einmal 68 Frauen als „Hexen“ verbrannt

Oberstdorf * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden Oberstdorf werden zwischen 1590 und 1592 noch einmal 68 Frauen als „Hexen“ verbrannt. 

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Um 1590 - Im „Pfleggericht Rettenberg“ werden 25 „Hexen“ ermordet

Rettenberg * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden „Pfleggericht Rettenberg“ werden 25 „Hexen“ ermordet. 

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1590 - Erste Gegenmaßnahmen zur Besiedelung der Au

Au * Die Au ist nach Auffassung des „herzoglichen Hofkastenamtes“ so stark besiedelt, dass man sich zu ersten Gegenmaßnahmen entschließt. 

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Um 1590 - Ehefrauen Münchner Bierbrauer werden der Hexerei verdächtigt

München * Während der Hexenverfolgungen werden einige Ehefrauen Münchner Bierbrauer der Hexerei verdächtigt.

Darunter die Frauen des „Gilgenrainerbräus“ Viereck, des „Unterspatenbräus“ Jörg Spät und des „Kalteneckerbräus“ Galle Stoltz, der seine Brauerei „von Gericht wegen“ schließen musste. Betroffen war auch die Anna Freykamerin.

In einer Zeitung heißt es zu den Hexenverbrennungen: „Volgends um den anfang des Monats Julii sind irer bey fünffen in München verbranndt worden. Under welchen eine wolbekannte Prewin gewesen, die ausgesagt sol haben, wie sie und etlich hundert mit ir in dem Mertzenbier, eh sie dies ausgeschenkt, gebadet habe“.

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10. 3 1590 - Die Einstellung gegenüber den „Hexenverfolgungen“ ändert sich

München * Dr. Johann Georg Herwarth von Hohenburg wird zum „Geheimen Rat“ und „Obristkanzler“ ernannt.

Mit seiner Berufung ändert sich die Einstellung gegenüber den „Hexenverfolgungen“.
Denn der Jurist versucht diese mit den Mitteln des geltenden „Strafprozessrechts“ einzudämmen und bestreitet jedes „Ausnahmerecht“.

Der Grund dafür ist, dass hier Ermittlungen, Verfolgungen und Verurteilungen wegen „Hexerei und Zauberei“ ohne entsprechende landesherrliche Gesetze und Vorgaben eingeleitet und vollstreckt werden.
Zu zahlreich sind die Übergriffe und Unregelmäßigkeiten geworden.

Um den gesetzlosen Zustand zu beenden, leitet Dr. Johann Georg Herwarth von Hohenburg - noch während im baierischen Herzogtum die „Hexenprozesse“ in Schongau, Ingolstadt und München laufen - eine „Gesetzgebung gegen das Hexenverbrechen“ und damit die „Eindämmung der Hexenverfolgung“ im Herzogtum Baiern ein. 

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2. 4 1590 - Das Verfahren zur „Gesetzgebung gegen das Hexenverbrechen“

München * Herzog Wilhelm V. fordert zur Unterstützung des Verfahrens zur „Gesetzgebung gegen das Hexenverbrechen“ vom „Hofrat“ und von der „juristischen und theologischen Fakultät“ der „Universität Ingolstadt“ ein „Gutachten über die zu ergreifenden Maßnahmen gegen die überhand nehmende Hexerei“ an.

Darin führt der Herzog aus, Gott selbst habe wegen der schrecklichen Sünden der Menschen diese mit der „neuen Pest der Hexerei“ gestraft.
Und weil die „Hexerei“ die größte aller Sünden wäre, würde Gott wiederum beleidigt werden.

Er, Wilhelm V., sei als Fürst Gott verantwortlich und müsse durch „Bestrafung und Ausrottung der Hexen“ die „Ehre Gottes“ retten und wiederherstellen.
Die Argumentation, dass sich nach dieser Logik Gott eigentlich selbst beleidige, wird ignoriert.

Es ging auch nicht so sehr um die „Ehre Gottes“, sondern um die Angst vor weiteren „göttlichen Strafen“

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6. 4 1590 - Die Hexen-Gutachten des „Hofrats“ und der „Universität Ingolstadt“

München - Ingolstadt * In dem „Gutachten des Hofrates“ werden zunächst ausdrücklich die Meinungen derjenigen protestantischen „Hexenverfolger“ zurückgewiesen, die gemäßigt auftreten.

Dazu gehören Johannes Brenz aus Stuttgart und seine Anhänger, die jede Möglichkeit eines tatsächlichen „Wetterzaubers“ abstreiten.
Wetter sind eine Angelegenheit der Natur oder Gottes, nicht aber Sache „alter Weiber“ oder gar des „Teufels“.

Nach dem „Hofratsgutachten“ ist den „Katholiken“ künftig jeder Zweifel an der „Existenz der Hexen“, des „Teufelspakts“, des „Hexenflugs“ und des „Schadenszaubers“ ebenso verboten wie jede inhaltliche Kritik.

Auch das von vier „Theologieprofessoren“ ausgearbeitete „Ingolstädter Gutachten“ kommt zum Ergebnis, dass „die Obrigkeit mit Eifer und Strenge gegen die Hexen“ vorgehen und es den Untertanen zur Pflicht machen soll, „Verdächtige zu denunzieren“.  

Die „Gutachten“ folgen alleine den „katholischen Autoren“ und unter diesen wiederum nur denjenigen, die die härtesten Ansichten zur „Hexenverfolgung“ vertreten, die jemals in der „europäischen dämonologischen und juristischen Literatur“ zum „Hexenprozess“ geäußert worden sind. 

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5 1590 - Der „Hofrat“ erlässt die „Gemeine General Instruction“

München * Der „Hofrat“ erlässt die „Gemeine General Instruction. Wie sich alle und jede Pfleger, Richter und Beamte [...] mit den Unholden und Hexenwerckhs verleumbden Personen in Erkennung, Einziehung und Besprachung [...] zu verhalten haben“.  

Damit ist die „Strafbarkeit des Hexereidelikts“ im baierischen Herzogtum landesherrlich gebilligt.
Die „Verrechtlichung des Hexerei-Tatbestands“ führt zunächst aber zum Rückgang der Verfolgungen.

Den zuständigen „Unterbeamten“ erscheint die Einleitung eines Verfahrens juristisch offensichtlich zu kompliziert und risikoreich.  
Und nicht jeder „Landrichter“ ist „Jesuitenschüler“ und versteht die dahinter stehende theologische Logik.
Hinzu kommen die Widersprüchlichkeiten der „Hexenprozess-Ordnung“ und die ständig eintreffenden einschränkenden Vorgaben. 

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14. 5 1590 - Der Student Maximilian I. berichtet völlig unberührt von den Folterungen

Ingolstadt - München * In mehreren Briefen, unter anderem in dem vom 14. Mai 1590, berichtet der Student Maximilian I. - völlig unberührt - an seinen Vater von den entsetzlichsten Folterungen, die er in den Ingolstädter „Hexenprozessen“ erlebt hat.

Auch nach seinem Regierungsantritt huldigt der Herzog und Kurfürst Maximilian I. dem „Hexenwahn“

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Um 6 1590 - In München findet ein erster „Hexenprozess“ statt

München * In München findet ein „Hexenprozess“ statt, in dessen Zusammenhang vier Frauen verbrannt werden.

Der Münchner „Falkenturm“ fungiert als „Hexenturm“.

Leider haben sich die Akten nur lückenhaft überliefert, sodass weder ein Zusammenhang des „Hexenprozesses“ mit dem Einsturz des Turms der „Michaelskirche“, noch mit der Nennung von vier „Brauerinnen“ hergestellt und bewiesen werden kann.

Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass es auch wesentlich mehr als die vier bekannten Opfer gewesen sein können. 

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2. 7 1590 - Der von Herzog Wilhelm V. ausgehende „Hexenprozess“ ist zu Ende

München * Der von Herzog Wilhelm V. ausgehende „Hexenprozess“ ist zu Ende.

Die Anklage gegen vier „Weibspersonen“ unterschiedlichen Alters lautet auf

  • „Buhlschaft mit dem Teufel“,
  • „Leichenraub“ und „Leichenschändung“,
  • „Hostienentweihung“ sowie
  • „Hexerei“.

Die vier Frauen, Anna Anbacherin, Brigitte Anbacherin, Regina Bollingerin und Regina Lutzin, machen die üblichen Geständnisse: „Ausfahrt mit dem Teufel über Felder und in verschiedene Weinkeller“.
Eine andere gestand, „sie habe ein totes Kindlein auf dem Gottesacker vor dem Sendlinger Thor ausgegraben und daraus eine wässrige, zähe und wasserfarbige Salbe bereitet“.

Aufgrund des erdrückenden „Beweismaterials“ werden alle vier Frauen als „Hexen“ zum Tode verurteilt.
Wegen ihres hohen Alters werden sie - auf Fürbitte hoher fürstlicher Personen - vorher erdrosselt und danach ihre geschundenen Körper verbrannt. 

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Um den 14. 8 1590 - Der „venezianische Goldmacher“ Marco Bragadino in Landshut

Landshut * Der weithin bekannte „venezianische Goldmacher“ Marco Antonio Bragadino reitet auf einem Berberhengst durch das Landshuter Stadttor ein.  

Er ist mit den erlesensten und teuersten Stoffen gekleidet und wird von Dienern und zwei großen schwarzen Doggen begleitet.  

Der anwesende baierische Herzog Wilhelm V. begrüßt den vornehmen Ankömmling mit überschwänglicher Freude.  
Der Baiernregent erhofft sich von dem Fremden die Lösung seiner gesundheitlichen und - vor allem - seiner finanziellen Probleme, da dieser mit dem „Lapis philosophorum” den „Stein der Weisen“ besitzt. 

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3. 9 1590 - Marco Bragadino berichtet nach Padua

Landshut * Marco Bragadino berichtet in einem Brief nach Padua über seine Erfahrungen mit Herzog Wilhelm V.:  

„Ich befinde mich bei diesem Fürsten von Baiern, einem Herrn voll der frömmsten Gedanken und Sitten und jeder einzigartigen Tugend, der mich liebt und so sehr meine völlige Zufriedenheit wünscht, dass ich wirklich sagen kann, ich sei der eigentliche Herr und Gebieter, ja noch mehr sagen könnte, wenn ich es wagte“

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4. 9 1590 - Der Goldmacher Marco Bragadino reist nach Augsburg

Landshut - Augsburg * Der Goldmacher Marco Bragadino reist nach Augsburg, um dort Chemikalien einzukaufen. 

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10. 9 1590 - Marco Bragadino lässt seine „Familia“ aus Padua nachkommen

Padua - Landshut * Marco Bragadino lässt seine „Familia“ aus Padua nachkommen.  

Der Zug mit insgesamt elf Personen macht sich auf den Weg nach Landshut.  
Die Reisegruppe kommt aber nur langsam voran, da Bragadinos Lebensgefährtin Laura Canova, eine verwitwete Vilmerca, hochschwanger ist, nicht reiten darf und deshalb in einer Sänfte reisen muss, was die Reisekosten enorm in die Höhe treibt. 

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19. 9 1590 - Marco Bragadinos „Familia“ erreicht Landshut

Landshut * Marco Bragadinos „Familia“ erreicht die Tore von Landshut.  

Marco Bragadino ist nicht in der Stadt, da er am 4. September 1590 nach Augsburg aufgebrochen ist, um dort Chemikalien einzukaufen.  
Seine Rückreise geht über München. 

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24. 9 1590 - „Instruktion über die Behandlung von Unholden“

München * Herzog Wilhelm V. erlässt für seine Richter eine „Instruktion über die Behandlung von Unholden und des Hexenwerks verdächtige Personen“.

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Um den 28. 9 1590 - Marco Bragadino trifft wieder in Landshut ein

Landshut * Marco Bragadino trifft wieder in der niederbaierischen Residenzstadt ein. 

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10 1590 - Den „Hexenmalen“ kommt keine Beweiskraft mehr zu

Ingolstadt * In einem Gutachten der „Universität Ingolstadt“ gegenüber der „Hochstiftlichen Regierung in Freising“ wird festgestellt, dass den von den „Scharfrichtern“ ermittelten „Hexenmalen“ keine Beweiskraft mehr zukommt, weil sich ein „so gewöhnlicher und verworfener Mensch“ wie ein „Nachrichter“ bei der „Erkennung der Hexenzeichen“ durchaus täuschen könne.

Damit ist die sogenannte „Nadelprobe“, die zum hoch geschätzten Gutachterwissen der „Scharfrichter“ gehört, für das Verfahren wertlos geworden. 

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16. 10 1590 - Der unerwartete Tod der Herzogin Anna

Landshut * Durch den unerwarteten Tod der Herzogin Anna, der Mutter Herzog Wilhelms V., wird der Aufenthalt auf der Burg Trausnitz in Landshut für die Herzogsfamilie und der Gefolgschaft des Goldmachers Marco Bragadino jäh beendet. 

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18. 10 1590 - Der „Alchemist“ Marco Bragadino trifft in München ein

München-Kreuzviertel * Der „Alchemist“ Marco Bragadino trifft in München ein.  

Vermutlich wohnt der „Goldmacher“ mit seinem Gefolge wie sein Auftraggeber in der „Wilhelminischen Veste“, der heutigen „Herzog-Max-Burg“.  

Dadurch kann der Herzog viele Stunden mit seinem neuen „Günstling“ verbringen, ohne dass dies großes Aufsehen erregt. 

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1591 - Herzog Wilhelm V. beklagt sich über die „Unmoral“ in der Stadt

München * Herzog Wilhelm V. beklagt sich über die stark überhand nehmende „Unmoral“ in der Stadt.  

Dabei haben selbst die Repräsentanten der Amtskirche Probleme mit der eigenen „Lust“.  
Nur in einem sehr schwierigen Prozess gelingt es, die geistlichen Herren auf Dauer von ihren - „Schlafweiber“ genannten - „Konkubinen“ zu trennen. 

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1591 - Peter Binsfelds Buch erscheint in München in deutscher Sprache

München * Peter Binsfelds Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“ erscheint in München in deutscher Sprache.

Der Münchner „Stadtgerichtsassessor“ Bernhard Vogel hat das Werk aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt.
Der „Verleger“ Adam Berg lässt es im Einverständnis mit dem „Geistlichen Rat“ drucken.

Gewidmet ist das Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“ Herzog Ferdinand, der den „Schongauer Hexenprozess“ der Jahre 1589/90 führte und nachträglich für seine abscheuliche Tat gerühmt werden soll.

Adam Berg schreibt im Vorwort des Buches, dass es gerade jetzt notwendig sei, da man „zu diser zeit etliche Personen finden möchte, die sagen dörfften, man thue den Leuthen unrecht“.  
Das Buch verfolge also vornehmlich den Zweck, „das diejenigen, so irgent hierinn zweiflen, ein Bericht haben und nit also freventlich die hohe Obrigkeit in Straffung solcher Laster urtheilen und Nachreden“

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1591 - Die Familie Pämb lebt im „Kelheimer Armenhaus“

Kelheim * Anna Pämb [50] lebt mit ihrem Mann Paulus [48] und den Söhnen Gumpprecht [13], Michael [11] und Hansel [ein Jahr alt] im „Kelheimer Armenhaus“.

Vater Paulus bietet seine Arbeitskraft als „Kesselflicker“ an.
Mit seinen älteren Söhnen verdingt er sich auch als „Abortgrubenräumer“, als sogenannter „Pappenheimer“.

Im „Armenhaus“ von Kelheim lernt Anna Pämb eine gewisse Zieglerin kennen.
Die Frauen verstehen sich auf Anhieb. 

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1591 - „Die Zauberer sollst du nicht leben lassen“

München * In München erscheint das „Tractat von Bekanntnuß der Zauberer und Hexen“ in deutscher Sprache, das der Trierer „Weihbischof“ Peter Binsfeld verfasst hat und darin die Forderung „die Zauberer sollst du nicht leben lassen“ erhebt.

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??? 1591 - Dreiunddreißig „Jesuiten“ ziehen in das neue „Kolleg“ ein

München-Kreuzviertel * Dreiunddreißig „Jesuiten“ ziehen  in das neue „Kolleg“ ein.

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24. 3 1591 - Der „Alchemist und Goldmacher“ Marco Bragadino wird verhaftet

München * Der „Alchemist und Goldmacher“ Marco Bragadino wird - auf Betreiben der „Landstände“ und ohne Wissen des Herzogs Wilhelm V. - verhaftet. 

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26. 4 1591 - Der „Alchemist und Goldmacher“ Marco Bragadino wird hingerichtet

München-Graggenau * Der „Alchemist und Goldmacher“ Marco Bragadino wird vor einer großen Menschenmenge auf dem Münchner „Schrannenmarkt“ enthauptet.  

Die Hinrichtung gerät zum Desaster, weil es dem „Scharfrichter“ erst beim dritten Schlag gelingt, den Kopf vom Rumpf zu trennen.  

Die Menge tobt und will nun ihrerseits den „Henker“ wegen seiner schlechten Vorstellung lynchen.  
Nur ganz knapp und mithilfe bewaffneter Soldaten entgeht er der wütenden Menge. 

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1. 11 1591 - Das „Braune Hofbräuhaus“ wird als hochmoderne Musteranlage eingerichtet

München-Graggenau * Am „Allerheiligen-Tag“ ist das Werk endlich vollendet.

Heimeran Pongraz richtet das „Braune Hofbräuhaus“ als hochmoderne Musteranlage ein.

  • Während in anderen Braustätten noch die „Maische“ von Hand geschöpft und die „Würze“ in Holzkübeln geschleppt werden muss, läuft bei Pongraz fast alles über Leitungen.
  • Es gibt eine rechteckige kupferne Sudpfanne, die man mit einem offenen Feuer aus Fichtenholz beheizt.
  • Über eine Rinne aus Lärchenholz läuft die „Maische“ zum runden eichenen „Maischbottich“.
  • „Abgeläutert“ wird durch die schmalen Schlitze eines Bretterbodens.
  • Dampfend fließt die „Würze“ dann in die beiden „Kühlschiffe“ aus Lärchenholz und von dort durch eine Bleileitung zu den „Gärbottichen“ im Keller.

Der ledige Braumeister muss während des Brauvorgangs im „Brauhaus“ schlafen, um bei Bedarf jederzeit eingreifen zu können.
Sein Einkommen beträgt bei freier Kost und Logis vierzig Gulden im Jahr.

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5. 11 1591 - Die beiden letzten „Werdenfelser Hexen“ werden hingerichtet

Werdenfelser Land * Mit Brigitta Krätzler und Barbara Feurer werden die beiden letzten Beschuldigten des „Werdenfelser Hexenprozesses“ hingerichtet.

Dann endet zunächst die „Hexenverfolgung im Werdenfelser Land“.
Das liegt einerseits am verstärkt auftretenden Widerstand aus der Bevölkerung, andererseits an den hohen Kosten.

Alleine der „Nachrichter“ erhält für jede „Besichtigung“ zwei Gulden, dazu täglich ein „Wartegeld“ von zwei Gulden und für jede Hinrichtung nochmal acht Gulden.
Auch Verpflegung und Unterkunft trägt die Staatskasse.
Insgesamt kostet der „Werdenfelser Hexenprozess“ rund 4.000 Gulden.

Am Ende dieser Verfolgungs-Periode zählt man 49 auf dem „Scheiterhaufen“ zum Teil „lebendig verbrannter Angeschuldigter“, zum Teil werden sie vorher erwürgt oder geköpft.

Zwei Frauen sterben während ihres Gefängnisaufenthalts, eine davon verübt Selbstmord. 

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14. 12 1591 - Herzog Wilhelm V. befiehlt den „Eid auf den Glauben“ abzulegen

München * Herzog Wilhelm V. befiehlt, dass neben den Beamten auch alle Offiziere, bürgerliche Obrigkeiten, Stadt- und Marktschreiber, Gerichtsprokuratoren und Schulmeister den „Eid auf den Glauben“ ablegen müssen. 

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1592 - Die „Schongauer Hexenverfolgung“ endet mit der Hinrichtung von 63 Frauen

Schongau * Nach einem drei Jahre dauernden Prozess endet die „Schongauer Hexenverfolgung“ mit der Hinrichtung von 63 Frauen durch das Schwert.

Die Leichen der „Hexen“ werden anschließend verbrannt. 

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1593 - Die „Jurisdiktion“ über den Haidhauser „Jesuitengarten“

Haidhausen - Taufkirchen * Die „Jurisdiktion“ über den Haidhauser „Jesuitengarten“ wird von der „Jesuiten-Hofmark Taufkirchen“ wahrgenommen.

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1593 - Die „Eberlbrauerei“ und der „Faberbräu“ werden gegründet

München-Angerviertel * Die „Eberlbrauerei“ und der „Faberbräu“ werden gegründet.

Ihre Sud- und Schankstätten befinden sich in der Sendlinger Straße.

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1593 - Herzog Wilhelm V. muss erneut um die Übernahme seiner Schulden bitten

München * Herzog Wilhelm V. muss den „Landtag“ erneut um die Übernahme seiner Schulden in Höhe von 1.300.000 Gulden bitten.

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Seit 1593 - Erbprinz Maximilian I. ist als Vertreter in Regierungsangelegenheiten tätig

München * Der 20-jährige Erbprinz Maximilian I. ist als Vertreter seines Vaters Herzog Wilhelm V. in Regierungsangelegenheiten tätig.

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1593 - Der „Bildhauer“ Hubert Gerhard erschafft die „Mondsichelmadonna“

München * Der „Bildhauer“ Hubert Gerhard erschafft die mit 2,17 Meter überlebensgroße, ursprünglich feuervergoldete und als Bronzehohlguss hergestellte „Mondsichelmadonna“, die im Jahr 1638 auf der „Mariensäule“ Aufstellung fand.  

Sie gilt als das Hauptwerk Hubert Gerhards. 

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1593 - Spaltung und innere Reform des „Karmeliter-Ordens“

Rom * Reformbewegungen führen zur Spaltung und zur inneren Reform des „Karmeliter-Ordens“.

Die Hauptträger der Erneuerung des „Karmels“ - Theresia von Avila und Johannes vom Kreuz - greifen auf die alten Regeln, ohne die späteren Milderungen, zurück.

Im Volk nennt man die Mitglieder dieser Reformklöster die „Unbeschuhten Karmeliter“.
Nach langen Konflikten losen sich die „Unbeschuhten Karmeliter“ vom „Beschuhten“ Stammorden los.

Der Papst will die „Unbeschuhten“, ähnlich wie die anderen Reformorden, vordringlich zur Erneuerung des kirchlichen Lebens in den Städten, zur Abwehr der „Häretiker“ und zur Ausbreitung des Glaubens in den Missionsgebieten einsetzen.

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Seit 1594 - Der „Reichstag“ tagt nur noch im „Regensburger Rathaus“

Regensburg * Der „Reichstag“, die „Ständevertretung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“, tagt bis dahin in unregelmäßigen Abständen in verschiedenen Städten. 

Seither wird er nur noch im „Reichssaal“ des „Regensburger Rathauses“ abgehalten. 

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1595 - Die „Stadtschreiberei“ und das „Amt für Goldwäscherei“ ziehen ins Tal

München-Graggenau * Die „Stadtschreiberei“ und das „Amt für Goldwäscherei“ ziehen in das „Ridlerhaus“ im Tal um.

Der „Weinstadel“ bleibt im Haus Dienerstraße 20/ Burgstraße 5.

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Um 1595 - Johann Tserclaes Graf von Tilly tritt in kaiserliche Dienste ein

Wien * Johann Tserclaes Graf von Tilly tritt in kaiserliche Dienste ein und steigt bis 1605 zum „Feldmarschall“ auf.

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1595 - Kurfürst Ernst von Köln ziehst zu seiner Mätresse

Arnsberg * Um seiner Mätresse Gertrud von Plettberg näher zu sein, zieht sich Ernst, der Kurfürst von Köln und Chef der fünf Bistümer Köln, Freising, Hildesheim, Lüttich und Münster, in seine Arnsberger Neben-Residenz zurück.  

Dort hat er zwischenzeitlich das Palais „Landsberger Hof“ errichten lassen.  

Gemeinsam mit Gertrud von Plettberg hat Bischof Ernst einen Sohn: Wilhelm Freiherr von Höllinghofen.  
Er wird anno 1650 zum „Fürstabt der Reichsabtei Stablo-Malmedy“ ernannt.  

Außerdem wird der 17-jährige Baiernprinz Ferdinand zum „Koadjutor“ (= Nachfolger) seines Onkels Ernst auf dem Kölner Bischofsstuhl gewählt. 

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1. 1 1595 - Herzog Maximilian I. regiert mit seinem Vater

München * Herzog Wilhelm V. überträgt seinem Sohn Maximilian I. die Mitregierung in Form der Stellvertretung.  

Die „Landstände“ hatten den Herzog aufgrund seiner Verschuldung und der „Unordnung in der Hof- und Staatsverwaltung“ zu diesem Schritt gedrängt.  
Doch die „Verwirrung im Finanzwesen“ wird durch die Doppelregierung noch schlimmer.  

Es wird eine „Abdankung“ auf Raten. 

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6. 2 1595 - Elisabeth Renata von Lothringen wird in Nancy geboren

Nancy * Elisabeth Renata von Lothringen, die spätere Ehefrau von Herzog Maximilian I. wird in Nancy geboren.

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15. 5 1595 - Ein Mailänder Seidenhändler will sich in München niederlassen

München * Da die Nachfrage nach Seidenartikeln im Herzogtum Baiern unverändert hoch ist, versuchen italienische Handelsleute die Marktlücke zu schließen. Deshalb will sich der Mailänder Händler Hieronymus Peverollj in München niederlassen und „einen handsladen von sament unnd seyden aufrichten“.

Herzog Maximilian I. empfiehlt in einem Schreiben dem Rat der Stadt die Annahme des Gesuchs, „weil man dann die Waren soll wohlfeiler haben können, wan man nicht immer an einen handlsman gebunden ist [...]. Auch Wir hätten bei diesem vorschlag nuz vnd vortheil“.

Der Münchner Bürgermeister informiert vor der Zusage und „zur verhüettung khonftiger Irrung“ zuerst die „handlsleuth und Cramer“, die allerdings keinerlei Bedenken äußern. 

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18. 11 1595 - Die letzte Meldung über das Münchner „Frauenhaus“

München * Die letzte Meldung über das Münchner „Frauenhaus“ taucht auf.  

An diesem Tag wird dem Hanns Ernst und seiner Hausfrau Rosina Selberin, „verschidener zeit gewester wirtin im gemainen haus alhie“, von der „Stadtkammer“ die zehn Gulden „Büßerinnen-Prämie“ ausbezahlt, die man jeder „Prostituierten“ überreicht, wenn sie aus dem „Bordell“ ausscheidet. 

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1596 - Erstmalige Gedanken der Eingemeindung der Au

München-Kreuzviertel - Au * Als Ersatz für die 34 Bürgerhäuser, die dem Bau der „Michaelskirche“ geopfert werden müssen, befasst sich der Magistrat der Stadt München erstmals mit dem Gedanken der Eingemeindung der Au.

Man nimmt aber wieder Abstand davon, nachdem Herzog Wilhelm V. auf eine jährliche Steuer von 600 Gulden verzichtet. 

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1596 - Herzog Wilhelm V. ermahnt den Münchner Rat

München * Herzog Wilhelm V. ermahnt den Münchner Rat, „fleißiger auf die bösen Weiber zu achten, die die Kindlein verzaubern“.

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19. 8 1596 - Herzog Friedrich V. wird in Amberg geboren

Amberg * Friedrich V., der spätere Kurfürst von der Pfalz und böhmische König wird in Amberg geboren. 

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10 1596 - Maximilan I. fordert Informationen über herzogliche „Brauberechtigungen“

München * Herzog Maximilan I. fordert Informationen über noch geltende herzogliche „Brauberechtigungen“, über bestehende Brauhäuser und deren Ertragskraft und über geeignete Orte zur Gründung neuer Brauhäuser - unabhängig von der Biersorte - an.

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3. 12 1596 - Hinrichtung eines „Wiedertäufers“

München * Peter Ungelter, ein aus Augsburg stammender Weber, wird als „Wiedertäufer“ mit dem Strang hingerichtet.

Noch am Vortag erklärte er, dass er sich bekehren würde.
Als ihm jedoch der Priester erklärte, dass er dennoch sterben müsse, bleibt Ungelter seinem Glauben treu.

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18. 12 1596 - Fürstbischof Philipp Wilhelm wird Kardinal

Regensburg - Rom * Der Regensburger Fürstbischof Philipp Wilhelm wird im Alter von 20 Jahren von Papst Clemens VIII. zum Kardinal erhoben. 

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1597 - Die Münchner „Marianische Kongregation“ wird geteilt

München-Kreuzviertel * Die erste Münchner „Marianische Kongregation“ hat einen großen Mitgliederzulauf, sodass eine Teilung der zu groß gewordenen „Kongregation“ notwendig wird. 

Die Schüler des „Lyzeums“ vereinen sich mit den Adeligen, Hofbeamten und Akademikern in der „Congregatio Maior“, die wegen der Lateinkenntnisse ihrer Mitglieder auch die „Lateinische“ genannt wird. 

In der „Congregatio Minor“ versammeln sich die Schüler des Gymnasiums, die jüngeren Studenten, sowie die lateinunkundigen Bürger. 

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1597 - Hanns Spätt ist Müller auf der „Giesinger Mühle“

Untergiesing * Hanns Spätt ist Müller auf der „Giesinger Mühle“.

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19. 6 1597 - Herzog Wilhelm V. soll - zur Verhütung des „Staatsbankrotts“ - abdanken

München * Eine eingesetzte Kommission verlangt zur Verhütung des „Staatsbankrotts“ die Abdankung Herzog Wilhelms V..

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15. 10 1597 - Das Herzogtum Baiern steht vor dem Staatsbankrott

München * Herzog Wilhelm V. verzichtet zugunsten seines Sohnes Maximilian I. auf die Regierung des Herzogtums.

Der Grund ist hauptsächlich in der Verschuldung Baierns zu suchen.
Das Land steht kurz vor dem „Generalanstand“, also dem „Staatsbankrott“.

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23. 12 1597 - Herzog Maximilian I. wird mit dem Herzogtum Baiern belehnt

Wien - München * Herzog Maximilian I. wird vom Kaiser mit dem Herzogtum Baiern belehnt.

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1598 - Eine „Zaubergesellschaft“ sitzt in der „Schergenstube“ in Haft

München * Eine aus 18 Personen bestehende „Zaubergesellschaft“ sitzt in der „Schergenstube“ in Haft, deren Mitglieder  

  • „Zauberbücher“ und glückbringende „Alraunenwurzeln“ besaßen, 
  • sich unter dem „Galgen“ oder
  • in der oberen Stube des Alexander Freisinger in der Au trafen und  dort „Beschwörungen“ zur Wiedergewinnung gestohlener oder verlorener Sachen und „Ansegnungen gegen den bösen Feind“ betrieben.

Eine eigene „Ratskommission“ wird gebildet, die sich aus Mitgliedern des „Inneren“ und „Äußeren Rats“ zusammensetzt.

Die Urteile sind glimpflich.

  • Die meisten werden auf die „Schragen“ gestellt, zum Teil mit umgehängten „Zauberbüchern“.
    Diese Strafe ist - im Gegensatz zum „Pranger“ - nicht „ehrlos“.
  • Einige werden zusätzlich zu den Jesuiten zur „Beichte und Kommunion“ geschickt,
  • zwei erhalten eine Geldstrafe und
  • einer wurde zu vier Jahren „gegen den Erbfeind der Christenheit“, die Türken, verurteilt. 

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1598 - 778 Gemälde gesammelt

München - Landshut * Die Wittelsbacher Herzöge haben bereits 778 Gemälde zusammengetragen - und sie sammeln weiter.

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18. 1 1598 - Erzherzog Ferdinand II. bedankt sich für die erteilte „Ehedispens“

Wien - Rom-Vatikan * Erzherzog Ferdinand II. bedankt sich bei Papst Clemens VIII. für die erteilte „Ehedispens“ mit Herzogin Maria Anna von Baiern.

Zuvor waren von protestantischer Seite Angriffe auf das Paar unternommen worden.
Beanstandet wurden der „beträchtliche Altersunterschied“, wobei die 24-jährige Maria Anna lediglich vier Jahre älter als Ferdinand II. war, dann die „Hässlichkeit der Braut“ und schließlich die nahe Verwandtschaft der „Geschwisterkinder“.
[Ferdinands Mutter Erzherzogin Maria war die Schwester von Maria Annas Vater Wilhelm V..] 

Schon deshalb musste der „päpstlicher Dispens“ eingeholt werden.

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4. 2 1598 - Die Untertanen werden auf Herzog Maximilian I. vereidigt

München * Die Beamten, Lehensvasallen und Untertanen werden von ihrem Eid gegenüber Herzog Wilhelm V. entbunden und auf Herzog Maximilian I. vereidigt.

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13. 3 1598 - Maximilian I. erlässt ein ausführliches „Religions- und Sittenmandat“

München * Herzog Maximilian I. erlässt ein ausführliches „Religions- und Sittenmandat“

Zur Überwachung der Vorschriften werden eigens geheime Kundschafter, sogenannte „Aufsteher“, bestellt.
Diese „Spitzel“ müssen jede Übertretung des Mandats anzeigen.

  • Auf Fluchen werden Strafen bis zum Verlust von Gliedmaßen und bis zum Tode ausgesetzt.
  • Übertretungen des Fastengebots müssen angezeigt werden.
  • Andersgläubige, auch „Wiedertäufer“, werden im Land nicht mehr geduldet.
  • Nach ketzerischen Büchern wird ohne Voranmeldung gefahndet.
  • „Priesterkonkubinen“ werden verfolgt, gegen Unzucht, Leichtfertigkeit und ungebührliches Spielen werden Strafen ausgesetzt.

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21. 5 1598 - Kardinal Philipp Wilhelm stirbt in Dachau

Dachau * Der 21-jährige Kardinal und Fürstbischof von Regensburg, Philipp Wilhelm, stirbt in Dachau.

Er wird in der Münchner Frauenkirche beigesetzt. 

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1599 - Im „Rentamt Straubing“ gibt es über zwanzig „Weißbier-Baustätten“

Straubing * Alleine im „Rentamt Straubing“ gibt es über zwanzig „Weißbier-Baustätten“.

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1600 - München zählt achtzig Brauereien

München * Mit 74 bürgerlichen Brauereien - plus 6 Klosterbrauereien - erreicht man den Höchststand in der Geschichte Münchens.

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Ab 1600 - Vollständige Erneuerung des „Isarberg-Brunnhauses“

Au * Die durchgeführte vollständige Erneuerung des „Isarberg-Brunnhauses“ verschlingt über 5.000 Gulden.

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Um das Jahr 1600 - Fragen nach den Ursachen der „Armut“

München * Unter Herzog Maximilian I. wird erstmals nach den Ursachen der „Armut“ gefragt.

Folgende Erkenntnisse fassen die Untersucher zusammen:
Verantwortlich für die „Armut“ ist

  • die „Überbevölkerung der Städte“,
  • die „Überbesetzung der Zünfte und Gewerbe“,
  • die allzu großen „Freiheiten des Handels“,
  • die „Vernachlässigung der Polizeigewalt“ und
  • der „Verfall der Religion und der Sitten“.

Das Ergebnis ist die Einführung restriktiver Maßnahmen.
Dazu gehören unter anderem „Zuzugsbeschränkungen“ sowie „Festnahmen und Einkerkerung von Bettlern und Vagabunden“.

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2 1600 - Die Familie Pämb lebt beim Kleinbauern Ulrich Schölz bei Riedenburg

Altmannstein * Die Familie Pämb lebt beim Kleinbauern Ulrich Schölz bei Riedenburg.

Da taucht der Amtmann von Altmannstein auf und verhaftet die komplette Familie bis auf den inzwischen zehnjährigen Hansel, der bei den Bauersleuten zurückbleibt.
Ein verurteilter, inzwischen in Wörth an der Isar hingerichteter Dieb namens Geindl hat die beiden Pämb-Brüder Michael und Gumpprecht als angebliche Komplizen angeschwärzt.

Schnell kann der wahre Hintergrund aufgeklärt werden.
Geindl und Michael Pämb haben sich einmal geschlägert, wobei Geindl unterlegen ist.
Wutentbrannt hat der Dieb danach geschworen, er werde es den Pämbs schon noch heimzahlen.

Der Amtmann sieht ein, dass die Denunziation wohl nur ein Racheakt gewesen war, schickte das Protokoll nach München und wartet auf die Nachricht, dass die Familie freizulassen sei. 

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3 1600 - Der Münchner „Hofrat“ ordnet die „Folter“ an

Altmannstein * Die aus München kommende Antwort ordnet die „hochnotpeinliche Befragung“ der Familie Pämb an.

Unter der „Tortur“ der „Folterknechte“ gestehen die 59-jährige Anna, der 57-jährige Paulus und die Söhne Michael [20] sowie Gumpprecht [22] jede Menge Diebstähle, Brandstiftungen und Raubüberfälle.
Michael und Gumpprecht bekennen sich zudem, „Hexer“ zu sein.

So wirr, unlogisch und widersprüchlich die unter der „Folter“ erpressten „Geständnisse“ auch sind, der Altmannsteiner Amtmann verständigt daraufhin umgehend den „Hofrat“ in München. 

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16. 4 1600 - Die Familie Pämb wird im „Falkenturm“ eingekerkert

Altmannstein - München * Die Familie Pämb nach München überführt und im „Falkenturm“ eingekerkert.

Die Männer kommen in einzelne, „Keuchen“ genannte Zellen.
Nur Hansel durfte bei seiner Mutter bleiben.

Nun beginnt der sogenannte „Pappenheimer-Prozess“

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17. 4 1600 - Eine vierköpfige Kommission untersucht die „Landfahrerfamilie“ Pämb

München-Graggenau * Eine vierköpfige Kommission untersucht die „Landfahrerfamilie“ Pämb.

Auf Wunsch von Herzog Maximilian I. soll zunächst geprüft werden, ob sich die Familie tatsächlich für ein öffentlichkeitswirksames Exempel eignet.

Die Kommission scheint zufrieden.
Denn vor ihnen stehen zwei alte, ausgezehrte Menschen und zwei Burschen, die alle vier bereits durch die „Folter“ gezeichnet sind, dazu ein zehnjähriges Kind.

Sie sind davon überzeugt: diesen Delinquenten kann man alles mögliche andichten, auch eine „Teufelsanbetung“.
Begeistert erstattet man dem Herzog davon Bericht.

Den „Hexen-Prozess“ leitet der „Hofratskommissar“ Dr. Johann Simon Wagnereckh.
Zunächst befragt er den kleinen Hansel.  

Mit anwesend sind dabei die „Hofräte“ Jacob Hainmüller und Ernst von Roming, ein „Schreiber“ sowie der „Eisenmeister“ Sebastian Georg, der zugleich der Verwalter des „Falkenturms“ und oberster „Folterknecht“ ist.

Zunächst soll Hansel nur sagen, ob seine Brüder jemals „abgeschnittene Kinderhände“ mit sich geführt hätten.
Schockiert schüttelt Hansel den Kopf und gab damit das Zeichen für die „Folterknechte“.

Nach der „Tortur“ gesteht der Zehnjährige alles, was man ihm an Unterstellungen über seine Brüder eingeredet hat.
Ja, sie haben Kindern die Hände abgeschnitten,
ja, sie haben Schwangere ermordet, um an die Hände der Ungeborenen zu kommen.
„Ja“, immer wieder „ja“

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19. 4 1600 - Die „Inquisitoren“ nehmen sich den Vater Paulus Pämb vor

München-Graggenau * Die „Inquisitoren“ nehmen sich den Vater Paulus Pämb vor.

Er kommt an den „Wippgalgen“, bei dem man an nach hinten gestreckten Armen und einem Gewicht an den Füßen hochgezogen wird.
Auch sein Widerstand bricht schnell und er bestätigt jede nur mögliche Grausamkeit, die man ihm und seinen erwachsenen Söhnen unterstellt.

Die „Verhandlungsführer“ gehen immer nach dem gleichen Muster vor.
Die gewünschten Antworten werden quasi vorformuliert und müssen von dem Opfer nur noch bestätigt werden.

Was dann im „Geständnis“ steht, ist also in der Regel der „Phantasie der Befrager“ entsprungen.

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23. 4 1600 - Herzogin Maria Anna wird mit Erzherzog Ferdinand II. verheiratet

Wien * Maria Anna, die Schwester von Herzog Maximilian I., wird mit Erzherzog Ferdinand II. von Innerösterreich, dem späteren Kaiser, verheiratet.

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Um den 24. 4 1600 - Nach dem Vater muss Michael Pämb in den „Wippgalgen“

München-Graggenau * Nach dem Vater muss Michael in den „Wippgalgen“.

Doch der Bursche hält länger durch als sein Vater.
Erst als man ihn zusätzlich mit einer brennenden Fackel unter den Achseln foltert, ist auch sein Wille gebrochen.

Er bestätigt, dass er „Kinderhände“ zum Zaubern genutzt hat, gesteht Morde, Brandstiftungen, Einbrüche, Raubzüge und alle sonstigen Verbrechen, die man ihm suggeriert.
Die Mutter habe ihm das „Hexen“ beigebracht.

Bei seinem älteren Bruder Gumpprecht erzwingen die „Folterknechte“ die Bestätigung für alles sowie weitere Gräueltaten. 

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28. 4 1600 - Zuletzt widmen sich die „Hofräte“ der betagten Mutter Anna Pämb

München-Graggenau * Zuletzt widmen sich „Hofkommissar“ Dr. Johann Simon Wagnereckh und die „Hofräte“ Hainmüller und Roming der betagten Mutter Anna.

Bei ihr fragt man nicht erst nach Morden oder anderen Verbrechen, sondern widmet sich gleich dem schlimmsten aller Verbrechen: der „Hexerei und Teufelsanbetung“.

Dabei steht gar nicht zur Frage, ob sie eine „Hexe“ sei.
Das wird als Tatsache vorausgesetzt.

Die gemarterte Frau erfindet äußerst wilde Geschichten von der alten „Zieglerin“ und dem Knecht, der der „Satan“ gewesen sei, um den Qualen endlich ein Ende zu bereiten.

Insgesamt gibt Anna Pämb zu, dass sie 100 Kinder und 19 alte Menschen mit ihren „Zauberkünsten“ brutal ermordet habe.  
Ferner nennt sie rund 400 weitere Personen, die ebenfalls „Hexerei“ betreiben. 

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Um den 30. 4 1600 - Die alte Anna „Pämbin“ widerruft sie ihre Aussage

München-Graggenau * Einige Tage nach ihrem „Folterverhör“, nachdem sich die alte „Pämbin“ wieder ein wenig erholt hat, widerruft sie ihre Aussage.

Der Widerruf führt sie jedoch direkt zurück in die „Folterkammer“, wo sie erneut alles zugibt, was ihr die „Inquisitoren“ des Herzogs Maximilian I. unterstellen. 

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5 1600 - Die Familie des Klostermüllers wird der „Hexerei“ bezichtigt

München-Graggenau * Unter der „Tortur“ bezichtigen die Pämbs auch die Familie des Klostermüllers aus dem niederbaierischen Tettenwang der „Hexerei“.

Der Klostermüller, seine Frau Anna und beider Tochter Agnes, später auch Ursula genannt, sowie weitere Bekannte der Pämbs werden umgehend verhaftet, nach München gebracht und dort so lange gefoltert, bis auch sie grauenhafte, hexerische Untaten gestehen.

Dabei hatte der Klostermüller von Tettenwang den Pämbs lediglich geholfen und den fahrenden Bettlern Unterkunft und Essen gewährt. 

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5 1600 - Ein zusätzlicher „Hexenturm“ muss eingerichtet werden

München-Graggenau * Zur Erpressung von „Geständnissen“ unter der Anwendung der „Folter“ gehört auch das Denunzieren von Mitmenschen als „Hexen, Zauberer“ und „Teufelsbündler“.

Es war deshalb nicht verwunderlich, dass bei Erreichen des Höhepunkts der „Hexenverfolgung“ im Herzogtum Baiern der „Falkenturm“ bald überfüllt ist und aus diesem Grund ein „Stadtmauerturm“, unmittelbar neben der „Alten Münze“, als zusätzlicher „Hexenturm“ eingerichtet werden muss. 

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5 1600 - Paulus, Michael und Gumpprecht bestätigen, selbst „Hexer“ zu sein

München-Graggenau * Paulus, Michael und Gumpprecht bestätigen im Lauf der nächsten Wochen, selbst „Hexer“ zu sein, den Teufel anzubeten und grässliche Verbrechen, die sie durch „Zauberei“ begangen haben.

Paulus Pämb hat im „Dienst des Teufels“ 44 Morde begangen.
Gumpprecht hat sogar 54 Menschen auf seinem jungen Gewissen und als ganz besonders blutrünstig erweist sich Michael mit 103 Morden.

Dass die über 300-fachen Mörder außerdem unzählige „Schadenzauber“, Diebstähle und Brandstiftungen begangen haben, spielt da kaum noch eine Rolle.

Aufgrund der „Denunziation“ werden zwei ihrer skrupellosen Gefährten verhaftet und mit den Pämbs vor Gericht gestellt: der Bauer Ulrich Schölz sowie ein Schneider namens Georg Schmälzl, die ebenfalls „gefoltert“ und zu „Geständnissen“ gezwungen werden.

Einzig den kleinen Hansel verschont man mit weiteren „Folterungen“

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26. 7 1600 - Die „Hofkommissare“ fällen ihr Urteil im „Pappenheimer-Prozess“

München * Die „Hofkommissare“ unter der Leitung von Dr. Johann Simon Wagnereckh fällen ihr Urteil.

Nachdem sie es ausformuliert haben, begeben sie sich in den „Falkenturm“, wo sie den „Malifikanten“ die „Geständnisse“ vorlesen.

Es ist üblich, den Delinquenten drei Tage vor der „Hinrichtung“ diese sogenannten „Urgichten“ noch einmal zur Kenntnis zu geben, damit sie die Gelegenheit zur Korrektur haben und eventuell „Denunziationen“ zu widerrufen.

Aus panischer Angst vor weiteren „Folterungen“ verzichten die Pämbs und ihre Mitangeklagten darauf, den „Urgichten“ zu widersprechen.

Danach gewährt man ihnen eine „Henkersmahlzeit“, die auch gebratenes Fleisch und Wein umfasst. 

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29. 7 1600 - Die herzogliche Justiz demonstriert ihre unvorstellbare Bestialität

München * Nun demonstriert die herzogliche Justiz ihre unvorstellbare Bestialität. Noch auf der Freitreppe des Rathauses reißen der Henker und seine Helfer den Männern mit glühenden Zangen jeweils sechs Fleischstücke aus den Armen und dem Oberkörper. Danach schneidet man Anna Pämb die Brüste ab und schmiert sie ihr und den beiden Söhnen dreimal „umb das Maul“, mit dem Hinweis, dass aus diesen Brüsten solche abscheuliche Bubenstücke „gesogen“ wurden.

Schließlich verfrachtet man die Schwerstverwundeten auf zwei Schandkarren, um sie zum Galgenberg zu bringen, der vor den Toren der Stadt liegt, etwa an der Stelle, an der heute die Hackerbrücke auf die Landsberger Straße trifft. Tausende Schaulustige begleiten die Wagen, Hansel Pämb reitet auf dem Pferd des Bußamtmanns mit. 

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29. 7 1600 - Die Teufelsbrut wird unter jämmerlichem Geschrei verbrannt

München-Maxvorstadt * Am Galgenberg werden die fünf Männer gerädert. Dazu bindet  man die Malefikanten auf ein scharfkantiges Balkengerüst und zerschmettert ihnen mit einem eisenbeschlagenen Richtrad die Gliedmaßen. Für gewöhnlich beginnt diese Bestialität bei den Unterschenkeln. Die Zahl und der Rhythmus der Schläge sowie die Reihenfolge der Gliedmaßen sind genau vorgeschrieben. Paulus Pämb wird nun zusätzlich „gespießt“. Der Henker rammt ihm einen kurzen Jagdspieß durch den After in den Unterleib.

Der letzte Akt der Justizwillkür im Namen des Herzogs Maximilian I. ist der Feuertod. Man zerrt die Pämbs und ihre Bekannten zu ihren Scheiterhaufen, bindet sie an - Anna setzt man dabei auf einen Stuhl- und verbrennt die „Teufelsbrut“ lebendig und „unter jämmerlichem Geschrei“

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29. 7 1600 - Der elfjährige Hansel Pämb muss der Hinrichtung seiner Eltern beiwohnen

München-Maxvorstadt * Das wohl mit weitem Abstand Verabscheuungswürdigste der Hinrichtung aber ist, dass der inzwischen elfjährige Hansel Pämb, auf dem Pferd des Bußamtmanns sitzend, der qualvollen Hinrichtung seiner Eltern und Brüder beiwohnen muss.

Doch auch dem Kind bleibt der spätere Feuertod nicht erspart, da Hansel ja schon „im Mutterleibe dem Teufel geweiht und an seiner Stelle ein anderes gestohlenes Kind getauft worden sei“

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11. 8 1600 - Agnes Klostermüller wird elfmal aufgezogen

München-Graggenau * Die zwanzigjährige Agnes Klostermüller wird elfmal „aufgezogen“, davon zehnmal belastet mit einem fünfzig Pfund schweren Stein. Das Mädchen bleibt standhaft, obwohl ihm alle Glieder zerrissen werden. Nichts, außer der Beteuerung ihrer Unschuld, ist aus ihr herauszubringen.

Vor dem Beginn der Folter spricht Hofrat Dr. Johann Simon Wagnereckh lateinische Verse und Psalme über sie, um sie zu „entzaubern“. Da hier der Name Jesus vorkommt, sagt Agnes Klostermüller: „sie wolle diesen Jesus nit [in dessen Namen man Unschuldige martert] sondern wolle den haben, der sie erschaffen und für sie am Stamme des Kreuzes gelitten“.

Nach der Folter lässt man Agnes für etwa zehn Wochen in Ruhe. 

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20. 10 1600 - Agnes Klostermüller wird erneut zur „Tortur“ geschleppt

München-Graggenau * Agnes Klostermüller wird erneut zur „Tortur“ geschleppt.

Dann, nach viermaligen „Aufziehen“ ist ihre Kraft endgültig gebrochen.

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24. 10 1600 - Ein „Selbstmordversuch“ der Agnes Klostermüller scheitert

München-Graggenau * Ein „Selbstmordversuch“ der eingesperrten und gefolterten Agnes Klostermüller scheitert.

Gebrochen und verzweifelt erzählt sie nun alles, was man von ihr hören will: 

  • „Sie habe eine Menge Kinder umgebracht,
  • habe an dreißig Herzlein [von Kindern] gegessen,
  • habe acht alte Leute durch Bestreichen mit der Salbe getötet,
  • sei ausgefahren, besonders zu Brunn im Schloss in den Keller, wo sie guten Wein getrunken.
  • Des Edelmanns Weib dort habe sie‚erkrümbt‘. 
  • Sie habe an 20 Rinder gefällt, vielen Kühen die Milch benommen, fünf Wetter [...] gemacht“

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13. 11 1600 - Papst Clemens VIII. teilt den „Karmeliter-Orden“ auf

Vatikan * Papst Clemens VIII. teilt den „Karmeliter-Orden“ in zwei selbstständige „Kongregationen“ auf.

  • In eine Spanische, die für die Länder der spanischen Krone, also Spanien, Portugal und Mexiko, zuständig ist.
  • Und in eine Italienische, die sich in der übrigen Welt ausbreiten soll.

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26. 11 1600 - Die „Scheiterhaufen“ lodern auf dem Münchner „Galgenberg“ erneut

München-Maxvorstadt * Die „Scheiterhaufen“ lodern auf dem Münchner „Galgenberg“ erneut.

Diesmal befindet sich neben der Agnes Klostermüller und ihrer Mutter Anna, der „Weber“ Hans Stumpf, „Glashansl“ genannt, und der „Brotträger“ Augustin Baumann.
Auch der elfjährige Hansel Pämb wird dem Feuer übergeben.

Der alte Klostermüller stirbt noch im „Falkenturm“.
Es ist ungewiss, ob an den Qualen der „Folter“ oder durch einen „Selbstmord“

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1601 - Der Baiernprinz Ferdinand wird Bischof im Bistum Lüttich

Lüttich * Der Baiernprinz Ferdinand wird Bischof im Bistum Lüttich. 

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1602 - Schauspieler haben einen schlechten Leumund

München * In der „Haußpolicey“ findet man zu den Schauspielern folgenden Text: 

„Nicht die geringste ursach warumb die Jugent in die unzucht und geilheit gerahtet seind die Comedien Spektackel und Schawspiel / welche an etlichen orten an den Fürstlichen Höfen oder in den Heusern der Mechtigen oder in den offentlichen darzu bestimbten Heusern gehalten werden. 

Dann sie [die Schauspieler] seindt gemeinklich eitele / liderliche / verschlagene / arglistige / unverschambte und gottlose leut / ja was mehr ist / man findt under jhnen Landverwisene / ehvergessene / Landstürtzer / Zigeiner und arge Ketzer.“

Es ist die Zeit der „Gegenreformation“ und schon deshalb hat alleine das „Schauspiel der Jesuiten“ Niveau und ist staatlicherseits legitimiert worden.

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10. 6 1602 - Hans VIII. von Degenberg stirbt ohne Nachkommen

Degenberg * Hans VIII. von Degenberg stirbt ohne Nachkommen.

Damit geht aufgrund eines „Erbschaftsvertrags“ aus dem Jahr 1488 der gesamte Herrschafts- und Besitzkomplex in den Besitz der Wittelsbacher über.

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1. 8 1602 - Das „weiße Brauwesen“ wie gewohnt weiterführen

Degenberg * Der „Degenbergische Pfleger und Bräuverwalter“ Leonhard Mair wird beauftragt das „weiße Brauwesen“ wie bisher und mit dem selben Personal als landesherrliches Unternehmen weiterzuführen.

Das ist die „Geburtsstunde des wittelsbachischen Weißbierbrauwesens“.
Die Brauereien befinden sich in Schwarzlach, Zwiesel und Linden.

Weil auch sämtliche weiteren Einnahmen der Degenberger Güter an den Herzog gehen kommt es zu einem langjährigen Rechtsstreit.

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1603 - Der „Karmeliter-Pater“ Dominicus a Jesu Maria ist in Rom tätig

Rom * Der „Karmeliter-Pater“ Dominicus a Jesu Maria ist in Rom tätig.

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1604 - Der heilige Benno wird zum „Stadtpatron Münchens“ erklärt

München-Kreuzviertel * Der heilige Benno wird von Herzog Maximilian I. zum „Stadtpatron Münchens“ erklärt.

Der triumphbogenartige „Bennobogen“ wird in der „Frauenkirche“ erstellt.

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1605 - Das „Herzogliche Hofbräuhaus“ verzeichnet einen Reingewinn

München-Graggenau * Das „Herzogliche Hofbräuhaus“ braut insgesamt 2.256 „Eimer“ Winter- und Sommerbier.
Da ein „Eimer“ 64 Liter fasst, sind das 1.444 Hektoliter.

Davon werden 705 „Eimer“ an die Münchner Bevölkerung verkauft, weshalb die Bilanz mit einem Reingewinn von fast 200 Gulden abschließt.

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1605 - Herzog Maximilian I. zahlt freiwillig eine jährlich fällige Strafe

München * Der „Landtag“ beschäftigt sich mit dem herzoglichen „Weißbier-Brauwesen“ mit heftiger Kritik.

Herzog Maximilian I. zahlt freiwillig jährlich eine sogenannte „Komposition“ in Höhe von 10.000 Gulden.

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1606 - Herzog Maximilian I. gestaltet das „Hochgrab“ Kaiser Ludwigs des Baiern um

München-Kreuzviertel * Herzog Maximilian I. lässt das „Hochgrab“ Kaiser Ludwigs des Baiern abbauen.

Die „Deckenplatte“ wird jetzt nur knapp über dem Boden verlegt.

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1606 - Die Madonnenfigur kommt auf den Hochaltar der „Frauenkirche“

München-Kreuzviertel * Die vergoldete Madonnenfigur, die später die „Mariensäule“ schmücken soll, kommt auf den provisorischen Hochaltar der „Frauenkirche“.

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26. 4 1606 - Die protestantische Mehrheit verprügelt spontan die Katholiken

Donauwörth * In Donauwörth zieht die katholische Minderheit - unter Verletzung des „Augsburger Religionsfriedens“ - aus Anlass einer jährlich stattfindenden „Bittprozession“ mit „fliegenden Fahnen“ vom „Kloster Heiligenkreuz“ aus. 

Es kommt zum Konflikt mit der protestantischen Mehrheit, die die Katholiken spontan verprügelt.

Donauwörth ist eine der acht „Freien Reichsstädte“, in denen nach den Bestimmungen des „Augsburger Religionsfriedens“ Katholiken und Protestanten das „Recht freier Religionsausübung“ genießen.

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6 1606 - „Kapuziner, Kapuziner, Speck, Speck!“

Donauwörth * Laurentius von Brindisi, ein führendes Mitglied des „Kapuzinerordens“, befindet sich auf dem Weg ins kaiserliche Wien.

In der „Reichsstadt“ Donauwörth wird er von einer Menge umzingelt und mit den Worten „Kapuziner, Kapuziner, Speck, Speck!“ verunglimpft und am Weitergehen behindert.

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1607 - Das „Hofbräuhaus“ darf nur mehr „zur Nothdurft des Hofstaates“ brauen

München-Graggenau * Der Erfolg des „Herzoglichen Hofbräuhauses“ bringt die bürgerlichen Brauer derart in Rage, dass sie sich über die staatliche Konkurrenz beschweren.

Das „Hofbräuhaus“ darf ab 1607 nur mehr „zur Nothdurft des Hofstaates“ brauen.

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1607 - Feuchtfröhliche Turminspektion

München-Angerviertel * Als man den abgebrannten Turm der „Peterskirche“ inspiziert, trinken die Beauftragten 27 Mass Wein.

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26. 2 1607 - Prozess ums „Weißbiermonopol“

Degenberg * Die Erben der Degenberger führen einen langjährigen Prozess gegen den baierischen Herzog. 

Maximilian I. erhält zwar den gesamten Degenbergischen Herrschaftsbesitz, muss dafür aber 62.000 Gulden bezahlen.
So viel ist ihm aber das „Weißbiermonopol“ wert.

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16. 3 1607 - Kaiser Rudolf II. bevollmächtigt Herzog Maximilian I. zum Kampf

Wien - München - Donauwörth * Kaiser Rudolf II. bevollmächtigt Herzog Maximilian I. mit dem Schutz der katholischen Minderheit von Donauwörth.

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26. 4 1607 - Die Protestanten belagern das „Kloster Heiligkreuz“ in Donauwörth

Donauwörth * Zur nächsten „Markusprozession“ schickt der Kaiser „Kommissare“ nach Donauwörth, die einen geregelten Ablauf sicherstellen sollen.

Doch die Protestanten belagern das „Kloster Heiligkreuz“ und lassen weder die „Kommissare“ noch die „Katholiken“ zur Prozession aus dem Kloster.
Der ausschließlich aus Protestanten bestehende Stadtrat toleriert dieses Verhalten.

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3. 8 1607 - Kaiser Rudolf II. verhängt die „Reichsacht“ über Donauwörth

Wien - Donauwörth * Kaiser Rudolf II. verhängt - auf Antrag Maximilians I. - die „Reichsacht“ über Donauwörth und beauftragt den baierischen Herzog mit ihrer „Exekution“.

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17. 12 1607 - Donauwörth muss vor der baierischen Militärmacht kapitulieren

Donauwörth * Donauwörth muss vor der baierischen Militärmacht kapitulieren.

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1608 - Die „schwarze Christlin“ kommt mit etlichen „Ansegenweibern“ in Haft

München * Die „schwarze Christlin“ mit etlichen „Ansegenweibern, die sich des Ansegnens und Zauberwerks gebrauchen“ kommen in Haft. 

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1608 - In Haidhausen wird der sogenannte „Johannesdreißiger“ gefeiert

Haidhausen * Zu Ehren des heiligen „Johannes Baptist“ wird jährlich zwischen dem 24. Juni und dem 25. Juli in Haidhausen der sogenannte „Johannesdreißiger“ gefeiert.

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4 1608 - Auf dem „Regensburger Reichstag“ kommt es zum Eklat

Regensburg * Auf dem „Regensburger Reichstag“ kommt es zum Eklat zwischen Protestanten und Katholiken.

Die katholischen Fürsten stellen einen Antrag auf „Restitution aller Kirchengüter“, die seit 1552 säkularisiert worden sind. 
Davon betroffen wären rund 500 Klöster und Konvente vor allem in Niedersachsen und Württemberg, die Erzbistümer Bremen und Magdeburg sowie 15 reichsunmittelbare Bistümer in Norddeutschland.

Die protestantischen „Landesstände“ verlassen daraufhin den „Reichstag“.

Das „Restitutionsedikt“ wird erst 1629 beschlossen.

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12. 4 1608 - Dr. Wagnereckh präsentiert sein „Aberglaubens- und Hexenmandat“

München * Dr. Johann Simon Wagnereckh präsentiert einen ersten Entwurf des von ihm ausgearbeiteten baierischen „Aberglaubens- und Hexenmandat“

Mehrere „Räte“ kritisierten seine „übergroße Schärfe“.

Zu einer Verabschiedung des „Mandats“ kommt es nicht mehr, weil dadurch ein Machtkampf zwischen den „Zelanten“ [= „Eiferer“] und den „Politikern“ ausgebrochen ist und sich die beiden Gruppen gegenseitig blockieren. 

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5 1608 - Der „Beyerin von Winden“ wird der „Hexen“-Prozess gemacht

Markt Schwaben * Der „Beyerin von Winden“, einer Bäuerin aus der Gegend um Markt Schwaben, wird der Prozess gemacht. 

„Ankläger“ ist erneut der „Hofrat“ Dr. Johann Simon Wagnereckh.

Es kommt wiederholt zur Auseinandersetzung mit dem „Hofoberrichter“ Dr. Bernhard Barth von Hermatingen, sodass sich der Prozess monatelang hinzieht und die Frau im Mai 1608 einen Selbstmord verübt. 

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14. 5 1608 - Die protestantischen „Stände“ gründen die „Union“

Auhausen * Aufgrund der Donauwörther Ereignisse und zunehmender Spannungen mit den Katholiken gründen protestantische „Reichsstände“ in Auhausen an der Wörnitz im Fürstentum Ansbach die „Union“, ein Defensivbündnis.

Durch den Beitritt weiterer „Stände“ wächst die Zahl der Mitglieder auf insgesamt acht Fürsten, den Grafen von Oettingen und 17 Städte an. 

Christian I. von Anhalt-Bernburg übernimmt das „Direktorium der Union“, die er durch Bündnisse mit England, den Niederlanden und Schweden außenpolitisch absichert. 

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26. 5 1608 - „Schadenszauber und Hexerei“ auch in Donauwörth

Donauwörth * Während der „Fronleichnams-Prozession“ geht ein schweres Gewitter über der Stadt Donauwörth nieder, das man sich nur mit „Schadenszauber und Hexerei“ erklären kann.

Birgit Schuster und Paul Ritter werden als „Verursacher des Unwetters“ verhaftet.

Birgit Schuster gesteht unter der „Tortur“, nennt über hundert weitere „Hexen“ und wird „verbrannt“.
Paul Ritter wird „verbannt“.

Durch die Denunziation werden weitere 17 „Unholdinnen“ angeklagt. 

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13. 7 1608 - Ferdinand III., der spätere Kaiser, wird in Graz geboren

Graz * Ferdinand III., der spätere Kaiser, wird in Graz geboren. 

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1609 - Herzog Maximilian I. will eine Verbesserung der Stadtbefestigung

München * Herzog Maximilian I. will eine Verbesserung der mittelalterlichen Stadtbefestigung, da diese den Anforderungen der neuen Kriegstechnik nicht mehr entspricht.

Der Stadtmagistrat lehnt den Vorschlag aus Kostengründen ab.

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3 1609 - Der „Donauwörther Hexenprozess“ greift auf Wemding über

Wemding * Der „Donauwörther Hexenprozess“ greift durch Denunziation auf Wemding über.

Auch der dortige „Pfleger“ Konrad Bemelberg d. J., der Sohn des Donauwörther „Statthalters“, erhält vom Münchner „Hofrat“ Dr. Johann Simon Wagnereckh eine „Blankovollmacht“ zur „Folteranwendung“.
Das Amt des „Richters“ übt Dr. Gottfried Sattler aus.

Neun Frauen und ein Mann werden daraufhin der „Hexerei“ bezichtigt und später hingerichtet. 

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3. 6 1609 - Der Kaiser überlässt dem baierischen Herzog die Reichsstadt Donauwörth

München - Wien * Herzog Maximilian I. präsentiert dem Kaiser für die Exekution von Donauwörth eine Rechnung in Höhe von 255.403 Gulden. Kaiser Rudolf II. verpfändet daraufhin dem baierischen Herzog dafür die Reichsstadt Donauwörth.

Maximilian I. lässt umgehend die Ausübung des protestantischen Glaubens verbieten und führt die Gegenreformation und damit die Rekatholisierung ein.

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9. 7 1609 - Kaiser Rudolf II. stellt den sogenannten „Majestätsbrief“ aus

Prag * Kaiser Rudolf II. und zugleich König von Böhmen stellt den sogenannten „Majestätsbrief“ aus.

Er gewährt den „evangelischen Landständen“ des Königreichs Böhmen besondere Privilegien zu.

Der „Majestätsbrief“ beinhaltet

  • das Recht der „Stände“ den König zu wählen,
  • er erlaubt den Protestanten den Bau von Kirchen und Schulen in den Städten und auf dem Land,
  • er beendet die gegenreformatorischen Bestrebungen der katholischen Adeligen, indem er die „gewaltsame Bekehrung“ der Untertanen verbietet, und
  • er überträgt den Protestanten die bis dahin angeeigneten Kirchengüter.

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10. 7 1609 - In München gründen katholische Fürsten die „Liga“

München * In München gründen katholische Fürsten die „Liga“, die zunächst nur ein Bündnis oberdeutscher katholischer „Reichsstände“ darstellt.

Baierns Herzog Maximilian I. wird ihr „Bundesoberst“.

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30. 7 1609 - Die drei geistlichen Kurfürsten treten der katholischen „Liga“ bei

München * Die drei geistlichen Kurfürsten (Köln, Mainz, Trier) treten der katholischen „Liga“ bei.

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1610 - Die „Liga“ wird in ein oberländisches und ein rheinisches Direktorium geteilt

München - Mainz * Die „Liga“ wird in ein oberländisches und ein rheinisches Direktorium unter der Leitung von Maximilian I. und dem Mainzer Kurfürsten eingeteilt.

Die militärische Leitung der Gesamt-“Liga“ bleibt beim baierischen Herzog.
Johann Tserclaes Graf von Tilly wird „Bundesfeldherr der katholischen Liga“.

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1610 - Die Baumaßnahmen für den zukünftigen „Hofgarten“ beginnen

München-Graggenau * Die Baumaßnahmen für den zukünftigen „Hofgarten“ beginnen im Osten.

Sie dauern bis 1620.  
Der Garten wird beträchtlich vergrößert und erreicht etwa seine heutige Dimension. 

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13. 1 1610 - Maria Anna wird in Graz geboren

Graz * Maria Anna, die Tochter Kaiser Ferdinands II. und seiner Ehefrau, Maria Anna von Baiern, wird in Graz geboren. 

Sie wird 1635 den baierischen Kurfürsten Maximilian I. heiraten.

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30. 3 1610 - Friedrich Förner erlässt für Bamberg ein „Aberglaubens- und Hexenmandat“

Bamberg * Friedrich Förner hat in Bamberg ein „Aberglaubens- und Hexenmandat“ erlassen. 

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5 1610 - Der „Gerichtsbezirk ob der Au negst München“ wird geschaffen

Au - Haidhausen - Untergiesing * Der „Gerichtsbezirk ob der Au negst München“ wird wegen seiner besonderen Sozialstruktur geschaffen.  

Die vergleichsweise große Einwohnerzahl der Ortschaften Haidhausen, Au und Niedergiesing, das sich in der Gegend um den heutigen „Nockherberg“ befindet, und der daraus resultierende Verwaltungs- und Jurisdiktionsbedarf erfordert diese Sonderstellung.

Gerade auch deshalb, weil das „Landgericht“ weit entfernt liegt und der „Richter von Wolfratshausen“ sowie der „Amtmann von Perlach“ den Verhältnissen nicht mehr gewachsen sind.

In einem ersten Schritt werden diese Orte dem „Hofoberrichter“ unterstellt. 

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Um 5 1610 - „Hofrat“ Wagnereckh legt sein „Aberglaubens- und Hexenmandat“ vor

München * Noch während die „Wemdinger Hexenprozesse“ laufen, nutzt der „Hofratskanzler“ Dr. Johann Simon Wagnereckh die Gunst der Stunde und bringt seinen abgeschmetterten Vorschlag für ein „Aberglaubens- und Hexenmandat“ wieder aufs Tablett. 

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3. 6 1610 - Die dritte Marianische Kongregation für München wird gegründet

München-Kreuzviertel * Durch den anhaltend großen Zulauf wird von 17 Münchner Bürgern im Jesuitengymnasium eine dritte, die „Marianische deutsche Kongregation der Herren und Bürger zu unserer Lieben Frau Verkündigung“ gegründet. 

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10 1610 - Ein „Aberglaubens- und Hexenmandat“ für das „Hochstift Augsburg“

Augsburg * Bischof Heinrich V. von Knöringen erlässt ein entsprechendes „Aberglaubens- und Hexenmandat“ für das „Hochstift Augsburg“.

Sie alle stehen damit in einer Linie mit den fränkischen Bischöfen und den Fürsten in München sowie Köln und zählten zu den von Papst Urban VIII. so bezeichneten „Zelanten“

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5. 11 1610 - Die „Kongregation“ wird der römischen „Mutterkongregation“ angegliedert

Rom * Die „Marianische Deutsche Kongregation der Herren und Bürger zu Unserer Lieben Frauen Verkündigung“ wird der „Marianischen Mutterkongregation“ in Rom angegliedert.  

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1611 - Vom Weinanbau in der „Herzog-Max-Burg“

München-Kreuzviertel * Der Augsburger Patrizier Philipp Hainhofer berichtet vom Weinanbau in der „Herzog-Max-Burg“ folgendes:

„[...] haben Sie mir zur nachtmahlzeit zwo grosse Flaschen ihres [Münchner] gewächß geschickhet, als ein rotten, den Sie Rappes [Kräuterwein, Würzwein] nennen, und ein schiller [rosafarbener Wein], der so schön im glaß, als wannß ein Carfunkel were, und kein schönern Wein nie gesehen habe und ist nit nur schön, sondern auch guet darneben“.

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1611 - „Landgebot gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und Teufelskünste“

München * Herzog Maximilian I. erlässt ein „Landgebot gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und andere sträfliche Teufelskünste“.

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1611 - Das „Weiße Brauhaus“ in München erwirtschaftet alleine 10.438 Gulden

München-Graggenau * Das „Weiße Brauhaus“ in München erwirtschaftet im Rechnungsjahr 1610/11 alleine 10.438 Gulden.

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1611 - Ein Befehl zur „Ausweisung der Priesterkonkubinen“

München * Der Münchner Rat verhält sich gegenüber der Ausweisung der „Schlafweiber“ weiterhin so zurückhaltend, dass in den Jahren 1611, 1612 und 1613 der „Befehl wegen Ausweisung der Priesterkonkubinen“ von Herzog Maximilian I. wiederholt werden muss.  

Der Befehl sieht bei der Vernehmung der „Konkubinen“ auch die Anwendung des „Daumenstocks“ vor. 

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24. 1 1611 - Dr. Cosmas Vagh legt dem „Hofrat“ sein „Hexen-Mandat“ vor

München * Der „Jurist“ Dr. Cosmas Vagh, der wegen seinen Positionen und seiner Härte in der „Hexenverfolgung“ berüchtigt ist, hat ein „Landgebott wider die Aberglauben, Zauberey, Hexerey und andere sträffliche Teuffelskünste“ verfasst, das er nun persönlich dem Gremium des „Hofrats“ in aller Ausführlichkeit vorträgt.

Zuvor war es inhaltlich mit den „Jesuiten“ abgestimmt worden.

Die „Hofräte“ verabschieden das „Hexen-Mandat“ noch in der gleichen Sitzung. 

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2 1611 - Das baierische „Aberglaubens- und Hexenmandat“ geht in Druck

München * Abschließend wird das baierische „Aberglaubens- und Hexenmandat“ dem „Hofratskanzler“ Dr. Johann Simon Wagnereckh zur abschließenden Kontrolle vorgelegt, bevor es in der Druckerei der „Anna Bergin wittib“ im Februar 1611 auf Papier gebracht wird.

Wie so oft, handelt „Hofratskanzler“ Wagnereckh auch hier wieder eigenmächtig.

Das Werk geht in Druck, bevor es Herzog Maximilian I. unterzeichnet hat - und damit nicht rechtskräftig ist. 

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12. 2 1611 - Das baierische „Aberglaubens- und Hexenmandat“ liegt gedruckt vor

München * Das „Herzogliche Baierische Mandat gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und andere sträfliche Teufelskünste“ liegt in gedruckter Form vor. 

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28. 3 1611 - Der „Geheime Rat“ will das „Hexen-Mandat“ nicht veröffentlichen

München * Der „Geheime Rat“ kann sich erst jetzt mit dem „Hexen-Mandat“ befassen.

Er nimmt - besonders an den Paragraphen, in denen es um die „Konfiszierung von Eigentum“ geht - umfangreiche Korrekturen vor und erklärt, dass er das „Mandat“ in der vorliegenden gedruckten Form nicht veröffentlichen will. 

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23. 5 1611 - Die „Böhmischen Stände“ krönen Matthias zum Böhmischen König

Prag * Die „Böhmischen Stände“ krönen Kaiser Rudolfs II. Bruder Matthias zum Böhmischen König, nachdem er die im „Majestätsbrief“ gegebenen Bestimmungen zusagt.

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Um 7 1611 - Der „Hexenrichter“ Dr. Gottfried Sattler muss in den „Falkenturm“

München * Der aus Ingolstadt stammenden Dr. Schober mit der Untersuchung der „Prozess-Umstände“ von Wemding beauftragt.  

Schobers Urteil ist für den „Hexenrichter“ Dr. Gottfried Sattler niederschmetternd, woraufhin alle in München und Wemding Angeklagten auf Befehl des „Hofrats“ freigelassen werden müssen.

Dafür wird Dr. Sattler verhaftet und in den „Falkenturm“ nach München gebracht.
Die Kosten der Untersuchung durch Dr. Schober und die Unterbringung der vier Verdächtigen im „Falkenturm“ werden dem „Hexenrichter“ Sattler und dem „Gerichtsschreiber“ aufgebrummt.

Bei den Vernehmungen kommen nicht nur die „Unterschlagungen und Veruntreuungen“ in Höhe von 3.000 Gulden ans Tageslicht, sondern auch ein „adulterium“, eine unzüchtige sexuelle Handlung.

Damit ist die Geduld des „Hofes“ erschöpft und das Todesurteil über den „Hexenrichter“ schnell gefällt.
Und das, obwohl er aus dem Kreis der „Hofräte“, die sich zur „Partei der Hexenprozess-Befürworter“ zählen, massive Unterstützung erhält. 

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1612 - Der aus Einbeck stammende „Bierbrauer“ Elias Pichler kommt nach München

Einbeck - München * Der aus Einbeck - im hohen protestantischen Norden - stammende „Bierbrauer“ Elias Pichler wird vom baierischen Herzoghaus ans „Hofbräuhaus“ nach München angeworben, um hier ein Bier nach „ainpöckischer Art“ zu Brauen.

Bevor er seine Tätigkeit aufnimmt, muss er aber noch schnell zum katholischen Glauben konvertieren.

Er braucht zwar noch einige Experimente, aber dann gibt‘s statt des bis dahin gebrauten „Plempels“ ein würziges, süffiges und bekömmliches „Bockbier“ aus dem „Herzoglichen Hofbräuhaus“.

Das wird aber erst im Jahr 1614 sein. 

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1612 - Die verfolgungskritischen „Politiker“ kriegen die Mehrheit

München * Das Kräfteverhältnis im „Hofrat“, dem zentralen kurfürstlichen Entscheidungsträger in der „Justiz“, hat sich zu Gunsten der verfolgungskritischen „Politiker“ verändert. 

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Ab 1612 - In den fränkischen „Hochstiften“ weitere „Hexenverfolgungen“

Bamberg * In den fränkischen „Hochstiften“ erreichen die „Hexenverfolgungen“ einen neuen Höhepunkt.

Vor allem der Bamberger „Weihbischof“ Friedrich Förner tut sich als Antreiber hervor.
In der Zeit von 1610 bis 1630, in der er sein einflussreiches Kirchenamt ausübt, fordert er fanatisch die „Ausrottung der Trudner“, wie man hier die „Hexen“ bezeichnet.

Noch während der ersten „Verfolgungswelle“ der Jahre 1612/13 kommt es zur „Hinrichtung“ von 15 „Hexen“

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1612 - Neun landesherrliche „Weißbier-Brauhäuser“ im Herzogtum

Herzogtum Baiern * Die Zahl der landesherrlichen „Weißbier-Brauhäuser“ ist auf neun angewachsen.

Weitere neun „Weißbier“ brauende „Kommun-Brauhäuser“ sind dem Herzog gegenüber abgabepflichtig.

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1612 - Der „Landtag“ beschäftigt sich mit dem herzoglichen „Weißbier-Brauwesen“

München * Dieser „Landtag“ beschäftigt sich erneut mit dem herzoglichen „Weißbier-Brauwesen“.

Herzog Maximilian I. entkräftet sämtliche Argumente, muss aber zugestehen, dass er bei einer „Weizenknappheit“ das Getreide aus dem Ausland beziehen oder die „Weißbierproduktion“ einschränken wird.

Die als „Komposition“ bezeichnete Abgabe in Höhe von 10.000 Gulden zahlt der Herzog auch weiterhin an die „Landschaftskasse“.
Dieser Betrag ist aber im Vergleich zu den Einnahmen aus dem herzoglichen „Weißbiermonopol“ lächerlich gering.

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1612 - Die „Konkubine“ Barbara Ferchthin muss am Pranger stehen

München * Herzog Maximilian I. verlangt vom Rat der Stadt, die „Konkubine“ Barbara Ferchthin an drei Sonn- oder Feiertagen hintereinander öffentlich vor die Frauenkirche zu stellen und sie danach „sechs Meilen Wegs“ von München wegzuschaffen.

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Anno 1612 - Ein eigenständiges „Gericht ob der Au negst München“ wird eingerichtet

Au - Haidhausen - Untergiesing * Ein eigenständiges „Gericht ob der Au negst München“ wird eingerichtet.

Es ist allerdings kein selbstständiges „Landgericht“, sondern ein „Niedergericht“, deren „hochgerichtlichen Funktionen“ auch weiterhin vom „Landrichter in Wolfratshausen“ wahrgenommen werden.

Das „Gericht ob der Au“ ist also letztlich nichts anderes als eine „Hofmark“ unter der „Gerichtsbarkeit“ des „Hofoberrichteramtes“

Haidhausen, die Au und Niedergiesing scheiden deshalb aus der „Hauptmannschaft Obergiesing“ aus.

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19. 1 1612 - Der Ausbau der Münchner Stadtbefestigung wird abgelehnt

München * Wegen zu erwartender kriegerischer Auseinandersetzungen mit der protestantischen „Union“ fordert Herzog Maximilian I. erneut den Aus- und Umbau der Münchner Stadtbefestigung. 

Er argumentiert zusätzlich mit der Möglichkeit einer Erweiterung des ummauerten Stadtgebiets.
Doch auch die „Landstände“ Versagen ihre Zustimmung aus finanziellen Gründen.

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20. 1 1612 - Kaiser Rudolf II. stirbt in Prag

Prag * Kaiser Rudolf II. stirbt in Prag.  

Sein Bruder Matthias wird daraufhin Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“

Entgegen seinem Versprechen hält er sich jedoch nicht an die den „Böhmischen Ständen“ gegebenen Zusagen im „Majestätsbrief“

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21. 1 1612 - Eine „Strafarbeit“ für die voreiligen Juristen

München * Der Geheime Rat schickt das „Herzogliche Baierische Mandat gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und andere sträfliche Teufelskünste“ wieder zurück, weshalb es den Beamten erst im März 1612 zugänglich gemacht werden kann.

Die für den voreiligen Druck verantwortlichen Hofräte Dr. Cosmas Vagh und Dr. Hieronymus Faber mussten die Korrekturen als Strafarbeit persönlich in die anderen Exemplare übertragen.

Das Verhalten des Hofrats gegenüber dem Geheimen Rat löst auch die Untersuchung der Vorgänge in Wemding aus. 

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17. 2 1612 - Kölns Kurfürst und Erzbischof Ernst stirbt bei der Jagd

Arnsberg - Köln * Kölns Kurfürst und Erzbischof Ernst stirbt bei einem Jagdausflug im westfälischen Arnsberg in Westfalen.  
Er wird im Kölner Dom beigesetzt.

Sein Nachfolger wird der jüngste Sohn von Herzog Wilhelm V., Herzog Ferdinand von Baiern, der Bischof von Lüttich.

Er erhält nun zusätzlich das Bistum Köln einschließlich der Kurfürstenwürde, dazu die Bistümer Hildesheim und Münster, ohne dass dagegen der Papst, der Kaiser oder die Fürsten einschreiten. 
Nur das Freisinger „Domkapitel“ widersteht allen Einschüchterungsversuchen des „Münchner Hofs“

Ferdinand zeigt sich als kompromissloser Vorkämpfer einer kirchlichen Restauration auf der Grundlage des „Trienter Konzils“.

Trotzdem weigert er sich lebenslang, die „höheren Weihen“ zu empfangen und als „konsekrierter Bischof“ seiner Ämter zu walten.
Selbst die „Jesuiten“ in seiner Umgebung, die als ständige Berater und Beichtväter die einflussreichsten Positionen einnehmen, können Ferdinand diese Entscheidung nicht abringen.  

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3 1612 - Das baierische „Aberglaubens- und Hexenmandat“ wird veröffentlicht

München * Erst jetzt ist das „Herzogliche Baierische Mandat gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und andere sträfliche Teufelskünste“ den Beamten zugänglich gemacht.

Das „Landgebott wider die Aberglauben Zauberey Hexerey und andere sträffliche Teufelskünste“ umfasst 40 Seiten und ist das umfangreichste „Gesetz gegen die Hexerei, Zauberei und Aberglauben“, das jemals in Mitteleuropa publiziert worden ist.

Es listet 52 strafbare Formen von „Aberglauben“ auf.
Darunter beispielsweise Wahrsagen, Astrologie, Geisterbeschwörung, Ausgraben von Leichen und Alraunen, abergläubisches Schatzsuchen, Ungezieferbeschwörung, Wetter- und Bildzauber, Bannung von Geistern und Krankheiten durch Ansegnen, Missbrauch von Scharfrichterutensilien und so weiter.

Ausdrücklich wird „guter“ und „schlechter Zauber“ gleichgesetzt.
Auch harmloser „Aberglaube“ gilt als „Vorstufe zum Hexenverbrechen“.

Jede Form von „Zauberei“ muss ausgerottet werden, weil sonst „Gott der Allmechtig zu billichem Zorn gegen uns Menschen bewegt und unser Landt und Leuth mit thewrung Krieg und Pestilentz auch andern mannigfaltigen Plagen straffen und angreiffen möchte“.  
Schließlich ist es Aufgabe der Obrigkeit, die „Ehre Gottes“ zu retten.

Als besonders tatverdächtig werden im Bereich des „Aberglaubens“ die „Schmiede auf dem Lande“, die „alten Weiber“ und die „Nachrichter“ genannt.

Erstmals wird für den Bereich des Herzogtums Baiern nun auch der „Teufelspakt“ als Straftat ausformuliert. 

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21. 7 1612 - Das „Aberglaubens- und Hexenmandat“ zeigt keine große Wirkung

München * Zur Veröffentlichung des „Hexenmandats“ muss dieses von der „Kanzel“ verlesen werden.

Doch der „Landrichter“ von Friedberg berichtet, dass sich die Priesterschaft im Bezirk der Verlesung des „Hexenmandats“ verweigern würde und führt dies auf den Einfluss der zuständigen Bischöfe zurück.

Außerdem untersagt der „Geheime Rat“ dem „Hofrat“ die Veröffentlichung des „Mandats“ in den „Hofmarken“.
Damit zeigt das „Mandat“ keine allzu große Wirkung. 

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6. 12 1612 - Herzog Wilhelm V. schenkt „Neudeck“ seinem Kammerdiener

Au * Herzog Wilhelm V. schenkt „Neudeck“ seinem Kammerdiener Johann Hebenstreit. 

Dieser fungiert als „Strohmann“ und kauft im herzoglichen Auftrag weitere Grundstücke hinzu. 

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1613 - Der älteste „Stadtplan Münchens aus der Vogelperspektive“

München * Tobias Volckmer sticht den ältesten „Stadtplan Münchens aus der Vogelperspektive“ in Kupfer. 

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1613 - Der Münchner „Henker“ Hans Stadler wird wegen „Zauberei“ angeklagt

München * Der Münchner „Henker“ Hans Stadler wird angeklagt, weil er gestohlene Sachen durch „Zaubern“ wieder zurückholen kann und diese „Kunst“ für 12 Gulden einem Mitglied aus der Adelsfamilie der Taufkirchner zur Verfügung stellte. 

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1613 - Die erste, offensichtlich dauerhafte Kiesbank in der Isar

München * Auf dem Stadtplan von Tobias Volckmer ist die erste, offensichtlich dauerhafte Kiesbank in der Isar zu sehen.

Hier ist die spätere „Kohleninsel“ ein „Whördt“, eine knapp aus dem Wasser ragende Insel, die mit Büschen und Gestrüpp bewachsen ist.
Die südliche und die nördliche Spitze der Insel ist mit einer Uferverbauung, einem „Beschächt“, befestigt. 
Die natürliche „Kiesbank“ wird damit befestigt.

Die Münchner Isarinseln sind also ein Produkt menschlicher Arbeit.

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23. 5 1613 - Dr. Gottfried Sattler wird in Markt Schwaben hingerichtet

München - Markt Schwaben * Herzog Maximilian I. macht der Vorschlag, das Urteil gegen Dr. Gottfried Sattler außerhalb von München zu vollstrecken, um so ein größeres Aufsehen zu vermeiden.

Dr. Gottfried Sattler wird wenig später in Markt Schwaben hingerichtet.

Es ist aber nicht die willkürliche Art seiner Prozessführung, die zu seiner Verurteilung führt, sondern

  • die „Unterschlagung und Veruntreuung“ und damit
  • die „Schmälerung der landesherrlichen Einnahmen“.

Erst nach dem Wemdinger Fiasko setzt sich beim „Hofrat“ eine vorsichtigere Verfolgungspraxis durch.
Die Außenbeamten werden jetzt sorgfältiger überwacht und voreilige Maßnahmen frühzeitiger gerügt.

In der Folgezeit endeten die meisten Untersuchungen wegen „Zauberei“ mit „strengen Verweisen“

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23. 10 1613 - Kaiser Matthias will ein drittes „Liga-Direktorium“

Wien * Kaiser Matthias will die katholische „Liga“ mit der Einrichtung eines dritten „Liga-Direktoriums“ für Erzherzog Maximilian unter habsburgische Kontrolle bringen.

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11. 11 1613 - Pfalzgraf Wolfgang-Wilhelm konvertiert zum katholischen Glauben

Neuburg * Magdalena, eine Schwester von Herzog Maximilian I., geht in München eine Ehe mit dem protestantischen Herzog Wolfgang-Wilhelm von Pfalz-Neuburg ein.

Der Pfalzgraf konvertiert bei dieser Gelegenheit zum katholischen Glauben.

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1614 - Die Gebrüder Bettaga wollen in München eine Seidenhandlung eröffnen

München * Die Gebrüder Bettaga bitten um Aufnahme als Bürger und wollen ebenfalls eine Seidenhandlung eröffnen. Und das, obwohl „ein Verschleiß in nicht katholischen Ländern besser ist“.

Sie begnügen sich jedoch nicht mit einem einfachen Geschäft, sondern errichten dazu eine Seidenspinnerei. Das Unternehmen soll „jährlich bis zu 7.000 Seelen, arme, meist junge Leuthe abrichten und ernehren, welche sonst dem müssiggang und Petl nachgehen“.

Die Bettegas führen das Geschäft ganze sieben Jahre. 

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1614 - Pfalz-Neuburg tritt aus der protestantischen „Union“ aus

Neuburg * Pfalz-Neuburg tritt aus der protestantischen „Union“ aus.

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1614 - Der zwölfjährige Onophrius Mießl kommt in den Verdacht der „Hexerei“

München * Der zwölfjährige Onophrius Mießl kommt in den Verdacht der „Hexerei“, nachdem er dreimal hintereinander eine geronnene Milch heimbrachte.

Mit vorformulierten Fragen stimuliert das „Kürschnerehepaar“, bei dem er angestellt ist, ihn zu „Hexereigeständnissen“.

Auf Anraten eines Paters wird der „Stadtrichter“ vom Verdacht informiert und der Junge unter Einsatz der „Folter“ verhört.

Der Rat der Stadt stellt abschließend fest, dass das Geständnis ein „erdichtetes Lügen- und Fabelwerk“ sei und sperrt statt des Knaben das „Kürschnerehepaar“ acht Tage bei „Wasser und Brot“ ins Gefängnis. 

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1614 - Der „Hofgarten“ wird angelegt und der „Zentrale Pavillon“ erstellt

München-Graggenau * Der „Hofgarten“ wird im Zusammenhang mit der Erweiterung der „Residenz“ unter Herzog Maximilian I. angelegt und der „Zentrale Pavillon“ erstellt.  

Die Wegachsen der Gartenanlage münden sternförmig in die Rundbogenöffnungen des „Pavillons“

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1. 3 1614 - Ein weiteres herzogliches „Bettelmandat“

München * Mit einem herzoglichen „Mandat“ wird wieder einmal der Versuch gestartet, Bettler, müßiggehendes Gesindel und herrenlose, bewaffnete Soldaten zu bekämpfen. 

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25. 4 1614 - Alle fremden Bettler müssen München verlassen

München * Nach einem Befehl des Stadtrats müssen alle fremden Bettler durch die städtischen Amtsleute aus dem Münchner „Burgfrieden“ geschafft werden. 

Wer wieder zurückkommt, wird mit Peitschenhieben bestraft werden.

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Um den 1. 5 1614 - Elias Pichler kredenzt erstmals das von ihm gebraute „Bockbier“

München-Graggenau * „Braumeister“ Elias Pichler kredenzt in München erstmals das von ihm gebraute Bier nach original „Einbecker Art“, das später über „ainpöckisch Bier“ den Namen „Bockbier“ erhalten wird.

Aufgrund der merkantilistischen wirtschaftspolitischen Grundprinzipien ist Herzog Maximilian I. - auch beim Bier - der Meinung, dass es wirtschaftlich besser ist, Fertigwaren auszuführen und allerhöchstens die Rohstoffe einzuführen, um dann am erzielten Mehrwert zu verdienen.
Deshalb werden ab dem Jahr 1612, mit der Anwerbung des aus Einbeck stammenden „Braumeisters“ Elias Pichler, auch die Lieferungen von „Einbecker Bier“ für den Münchner Hof eingestellt.

Schon zuvor ist am „Münchener Herzogshof“ der Bedarf an dem Gerstensaft aus dem hohen deutschen (protestantischen) Norden durch den Aufschwung, den das „Weiße Bier“ hier genommen hat, stark zurückgegangen.

Das „Luxusgetränk“ mit seinen mehr als 16 Prozent Stammwürze und über sieben Prozent Alkoholgehalt bleibt auch weiterhin ein Privileg des Landesfürsten.
Herzog Maximilian I. lässt - auf nachhaltiges Drängen - zwar den „Bock“ auch an seine „Landeskinder“ ausschenken, erklärt aber die Herstellung des „Bockbieres“ - wie schon zuvor des „Weißbieres“ - zum „fürstlichen Regal“, also zum Monopol der Landesherrschaft.

Aus dem „ainpöckischen Bier“ wird im Volksmund bald der „Bock“.
Im „Kanzleideutsch“ aber ist noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein vom „Ainbock“ die Rede. 

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4. 11 1614 - Maria Pettenbeck stirbt

München * Maria Pettenbeck, die Gemahlin von Herzog Ferdinand, stirbt. 

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21. 11 1614 - Ungeratene Kinder werden in den Turm gesperrt

München * Gabriel Ridler bittet den Stadtrat, seinen Sohn Ernst „wegen seiner vielen Schulden und seines liederlichen Lebenswandels“ im Turm einzusperren.

Der Rat der Stadt bewilligt die Bitte, da man schon öfter „ungeratene Kinder auf diese Weise coerciert“ hat. 

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Nach 1615 - „Mit Feuer und Schwert ist diese schlimmste menschliche Pest zu vertilgen“

München-Graggenau * Der „Hofprediger“ Jeremias Drexel geifert von der Kanzel: 

„Ich rufe auf Befehl Gottes und so laut ich nur kann, Bischöfen, Fürsten und Königen zu: Lasset die Hexen nicht leben!
Mit Feuer und Schwert ist diese schlimmste menschliche Pest zu vertilgen.“
 

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1615 - Der Teich im „Unteren Hofgarten“ wird eingelassen

München-Graggenau * Der Teich im „Unteren Hofgarten“ wird eingelassen.  

An der Stelle des ehemaligen „Lustgartens“ Herzog Wilhelms IV. entsteht die „Zeughaus-Anlage“ Herzog Maximilians I.. 

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1. 4 1615 - Albrecht von Lerchenfeld erhält die „Hofmark Berg am Laim“

Berg am Laim * Der „Kastner“ und „Hofkammerrat“ Albrecht von Lerchenfeld erhält von Herzog Maximilian I. aufgrund seiner Verdienste die bisher herzogliche „Hofmark Berg am Laim“ übertragen.

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8. 8 1615 - Der Magistrat gibt seine Zustimmung zum Ausbau der Festungsanlagen

München * Das ständige Drängen Herzog Maximilians I. zeigt Erfolg.

Der Magistrat der Stadt gibt seine Zustimmung zum Ausbau der Festungsanlagen.

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12. 9 1615 - Das „Münchner Stadtgericht“ kommt unverhofft zu einem „Hexenprozess“

München-Graggenau * Ohne eigenes Zutun kommt das „Münchner Stadtgericht“ zu einem „Hexenprozess“.

Eine „Bettlerin“ wird nach einem Selbstmordversuch festgenommen und diese erklärt dazu völlig unerwartet, dass sie, Barbara „Bärbl“ Schwerzin, „vom Teufel besessen“ und sie, ihre Schwester Elisabeth „Elsl“ und besonders ihre Mutter Katharina „Hexen“ seien.

An diesem 12. September beginnt der „Hexenprozess“

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4. 12 1615 - Der „Stadtrat“ beschließt die Hinrichtung der drei „Hexen“

München-Graggenau * Der „Stadtrat“ beschließt die Hinrichtung der drei „Hexen“: Barbara „Bärbl“, Elisabeth „Elsl“ und Katharina Schwerzin.

Auch der „Hofrat“ schließt sich dem Vorschlag an.

Doch nun stellt sich Herzog Maximilian I. gegen die Auffassung des „Stadtrats“ und seiner eigenen „Justizbehörde“.  

Auf Drängen Herzog Maximilians I. nimmt dieser städtische „Hexenprozess“ beinahe wieder ausufernde Formen an.
Getreu der Doktrin: „Wo eine Hexe ist, da sind noch mehr zu finden“

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1616 - Die „Rosskastanie“ verbreitet sich über den ganzen Kontinent

Istanbul * Die „Rosskastanie“, der typische Münchner Biergartenbaum, gelangt von Istanbul nach Frankreich, von wo aus sie sich dann über den ganzen Kontinent verbreitet.

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1616 - Georg Schobinger kauft den an der Lilienstraße gelegenen „Klingenhammer

Au * Georg Schobinger kauft auch den an der Lilienstraße gelegenen „Klingenhammer mit Werkzeug, Polier- und Schleifmühle, die oberen und unteren Gärten, Röhrlwasser, Brunnstuben und Fischgerechtigkeit am Mühlbach um 8.000 Gulden“.

Die Klingenschmiede hatte zwar ihren Ruf und ihre Bedeutung verloren, war aber nachweislich noch als „Schobinger Mühle“ in Betrieb.

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Ab 1616 - In Bamberg müssen 159 Menschen als „Hexen“ sterben

Bamberg * In der zweiten „Verfolgungswelle“ des Bamberger „Weihbischofs“ Friedrich Förner zwischen 1616 und 1622 müssen erneut 159 Menschen als „Hexen“ sterben. 

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Ab 1616 - In Würzburg kommt es zu Hexen-Verfolgungen

Würzburg - Tübingen * In Würzburg kommt es unter „Fürstbischof“ Julius Echter von Mespelbrunn zu ersten Verfolgungen.

In einem Tübinger Bericht berichtet ein anonymer Verfasser über den aufkeimenden „Hexenwahn“ im Hochstift:

„Auß dem Bißthum Würzburg: Gründliche Erzehlung der Bischof zu Würzburg das Hexenbrennenim Frankenland angefangen, wie er dasselbeforttreiben, und das Ungeziffer gentzlich außrotten wil, und allbereit zu Geroltzhoffen starke Brände gethan, hinführe alle Dienstag thun will“

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Um 1616 - Die Statue der „Diana“ oder „Tellus Bavarica“ wird aufgestellt

München-Graggenau * Auf der Spitze des zentralen „Pavillons“ im „Hofgarten“ wird die Statue der „Diana“ oder „Tellus Bavarica“ aufgestellt.  

Erbaut werden die Nord- und Westarkaden, das neue „Brunnhaus“ und eine Brücke zum „Hofgarten“, die den Zugang von der durch den Stadtgraben abgetrennten „Residenz“ bildet. 

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14. 1 1616 - Maximilian I. legt das „Bundesobristenamt der katholischen Liga“ nieder

München * Herzog Maximilian I. legt nach erbitterten Auseinandersetzungen das „Bundesobristenamt der katholischen Liga“ nieder.

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21. 1 1616 - Der Hexenprozess gegen die Familie Schwerzin wird wieder aufgenommen

München * Der Hexenprozess gegen Barbara, Elisabeth und Katharina Schwerzin wird wieder aufgenommen.

Nach den Geständnissen der Elsl Schwerzin unter der Folter werden vier weitere Frauen verhaftet, jedoch im Mai wieder entlassen.

Am letzten Gerichtstag widerrufen die Mutter Katharina und ihre Tochter Bärbl alles vorher gesagte; nur Elsl bleibt bei ihren früheren Aussagen.

Das Stadtgericht nimmt nun den Prozess mit verstärkter Anwendung der Folter wieder auf, prüft aber die erzwungenen Aussagen besser nach und muss feststellen, dass die Aussagen frei erfunden und erlogen sind. 

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25. 6 1616 - Aufgrund der langanhaltenden Hitze beginnt man mit der Getreideernte

München * Aufgrund der großen und langanhaltenden Hitze beginnt man mit der Getreideernte.  

Fünf „Bittprozessionen“ werden abgehalten.  
Doch die Hitze schadet den Feldern so sehr, dass Getreidemangel eintritt und jede Ausfuhr von Hafer, Flachs, Hanf, Garn, Wolle und Schmalz verboten wird. 

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Um 8 1616 - Tagelöhner müssen das Wasserrad mit ihrer Körperkraft antreiben

Au * Nach einer lang anhaltenden Dürre reicht das Wasser zum Antrieb des „Wasserrades“ im „Brunnhaus am Isarberg“ nicht mehr aus.

Angeheuerte Tagelöhner müssen das Rad sechs Wochen lang mit ihrer Körperkraft antreiben.

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Um den 14. 9 1616 - Ein „Hochwasser“ lässt die Flüsse über die Ufer treten

München * Nach der Hitzeperiode lässt ein „Hochwasser“ die Flüsse über die Ufer treten. 

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29. 9 1616 - Das „Landrecht“ stellt die „Rechtseinheit“ in Baiern her

München * Mit dem „Landrecht“ Herzog Maximilians I. wird die endgültige „Rechtseinheit“ in Baiern hergestellt, die alle Rechtsgebiete umfasst.

Damit ist Baiern eines der wenigen deutschsprachigen Territorien, das über eine systematisch erfasste und in allen Rechtsangelegenheiten abgestimmte „Landesgesetzgebung“ verfügt.  

Die „Landes- und Polizeiordnung“ enthält:  

  1. Eine „Polizeiordnung“.  
  2. Das „Landrecht“, das einheitlich für Ober- und Niederbaiern gültige „Zivilrecht“, das bis 1756 in Kraft bleibt.  
  3. Eine „Gerichtsordnung“, die den ordentlichen Prozess auf der Grundlage der „Gerichtsordnung“ von 1520 regelt.  
  4. Die „summarische Prozessordnung“, die bis 1753 Gültigkeit hat.  
  • Sie schreibt unter anderem das „Wandern der Handwerksgesellen“ als Grundlage für den „Erwerb der Meisterschaft“ vor.  
  • Sie enthält eine „allgemeine Fischordnung“ für Donau, Salzach, Isar und den Inn usw..  
  • Sie schafft in der „Malefizordnung“ die „Strafe des Ertränkens“ ab.

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29. 9 1616 - Der Preis für das „Hochzeitsmahl“

München * Das „Hochzeitsmahl“

  • einer „Weinhochzeit“ kostet bis zu 45 Kreuzer pro Person,
  • bei einer „Bierhochzeit“ bis zu 20 Kreuzer.

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29. 9 1616 - Eigene „Baierweinschenken“ bilden sich heraus

München * Die „Baierische Polizeiordnung“ untersagt den „gleichzeitigen Ausschank von Baierwein und eingeführten Weinen“.

Dadurch bilden sich eigene „Baierweinschenken“ heraus.

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29. 9 1616 - Die „Gejaidsordnung“ verbietet er das Schießen der Reiher

München * Herzog Maximilian I. ist seit seiner Ingolstädter Studienzeit ein leidenschaftlicher Jäger auf den Hirschen und mit dem „Falken“.

In seiner „Gejaidsordnung“ verbietet er das Schießen der Reiher, außer wo sie in Fischwassern großen Schaden verursachen, „weil Wir die uns zu unserm und anderer frembden ankommenden Fürstenperson lust und ergetzung vorbehalten haben“.

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29. 9 1616 - Aufenthalts-, Handels- und Gewerbeverbot für Juden erneuert

München * Herzog Maximilian I. erneuert das Aufenthalts-, Handels- und Gewerbeverbot für Juden in Baiern.

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29. 9 1616 - Lockerer Umgang mit dem „Reinheitsgebot“

München * In der „Landes- und Polizeiordnung“ heißt es: „Doch wann jemand ein wenig Salz, Krametbeer [= Wacholder] und ein wenig Kümmel in das Bier täte und damit kein Übermaß gebrauchte, soll er deshalben nicht gestraft werden“.

Es gab viele Gründe mit pflanzlichen Zusätzen zu arbeiten und zu experimentieren. Vor allem sollte die längere Haltbarkeit des Bieres erreicht und das Sauerwerden verhindert beziehungsweise rückgängig gemacht werden.

Saueres Bier war wegen des schlechten Geschmacks nicht nur unverkäuflich, sondern bedeutete durch den Verlust der teueren Rohstoffe einen volkswirtschaftlichen Schaden.

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8. 11 1616 - „Elsl“ Schwerzin wird als „Hexe“ hingerichtet

München * „Elsl“ Schwerzin wird als „Hexe“ hingerichtet, die „Alte“ Schwerzin freigelassen und von der Stadt versorgt.

„Bärbl“ gibt in ihrer Verwirrung immer neue Geständnisse ab, denen der Stadtrat aber keinen Glauben mehr schenkt. 

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Seit dem Jahr 1617 - Herzog Maximilian I. will vom „Isartor“ hin zum Fluss die Stadt erweitern

München * Im Zuge des Ausbaus der „Münchner Wallbefestigung“ will Herzog Maximilian I. auf dem Gelände vom „Isartor“ hin zum Fluss eine „Stadterweiterung“ vorantreiben und diese in die Stadtmauer einbinden.  

Als offizielle Begründung gibt er die Platznot sowie die Übervölkerung in der ummauerten Stadt und den Mangel an Mietwohnungen, beziehungsweise der zu hohen Mieten für die vorhandenen an.  
Dadurch sei für den wachsenden „Hofstaat“ und das „Hofgesinde“ keine ausreichende Unterkunft gesichert.  

Der „Münchner Rat“ wehrt sich heftigst gegen jede „Stadterweiterung“, da die Bürger, so seine Argumentation, für den Bau von Häusern zu arm seien und die wenigen Reichen kein Interesse hätten, ihr Vermögen in „Zinshäuser“ zu stecken, deren Erträgnisse nicht einmal die Zinsen für die Baukosten decken.  
Außerdem würden durch Neubauten vor den Toren der Stadt der Wert der Häuser in der Stadt gemindert und daneben die Mieten gesenkt werden.  

Der „Rat der Stadt München“ setzt sich durch und die „Stadterweiterung“ unterbleibt! 

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Anno 1617 - Papst Paul V. lässt eine Bronze-Madonna auf eine antike Säule stellen

Rom * Papst Paul V. lässt die Bronzefigur einer „Maria Immaculata“ in Rom bei „Santa Maria Maggiore“ auf eine antike Säule stellen. 

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1617 - Im „Bistum Eichstätt“ beginnen die Hexen-Verfolgungen

Eichstätt * Im „Bistum Eichstätt“ beginnen die Hexen-Verfolgungen.

Dort ist es Johann Christoph von Westerstetten, der sich bereits im „Bistum Ellwangen“ als fanatischer „Hexenbischof“ hervortat und an seiner neuen Wirkungsstätte die „Hexen-Verfolgungen“ forciert.

In seiner Amtszeit zwischen 1617 und 1630 lassen sich mindestens 155 Hinrichtungen [133 Frauen und 22 Männer] nachweisen. 

Mit seinem Tod enden auch die Verfolgungen.
Auch in Eichstätt gehen die Verfolgungen durch alle sozialen Schichten, Opfer werden Bürgermeister, Ratsherren und deren Frauen ebenso wie der „Klosterrichter“ und andere. 

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27. 5 1617 - Herzog Maximilan I. gründet eine neue katholische „Liga“

München * Herzog Maximilan I. gründet zusammen mit Würzburg, Bamberg, Eichstätt und Ellwangen eine neue katholische Liga.

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29. 6 1617 - Die „böhmischen Landstände“ wählen Erzherzog Ferdinand zum König

Prag * Aufgrund seines angegriffenen Gesundheitszustandes wählen die „böhmischen Landstände“ Erzherzog Ferdinand - noch zu Lebzeiten von Kaiser und König Matthias - zum designierten König von Böhmen, nachdem auch er die im „Majestätsbrief“ garantierten Freiheiten und Privilegien beeidet.

Erzherzog Ferdinand II. wird von dem „böhmischen Ständen“ - trotz seines bekanntermaßen kämpferischen Katholizismus - zum König gewählt und im Prager „Veitsdom“ feierlich gekrönt.

Doch die an den herzoglichen, königlichen und kaiserlichen Höfen sitzenden und Einfluss habenden „Jesuiten“ wollen - ebenso wie der spanische Hof - die Bestimmungen des „Majestätsbriefes“ rückgängig machen.
Sie ersinnen eine Gegenstrategie, in deren Folge zwei protestantische Kirchen abgerissen werden.

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1618 - München verfügt über 1.771 „bürgerliche Gerechtigkeiten“

München * München verfügt über 1.771 „bürgerliche Gerechtigkeiten“, einschließlich des „Handels“.

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1618 - König Ferdinand II. wird vom ungarischen Reich als König anerkannt

Ungarn * König Ferdinand II. wird vom ungarischen Reich als König anerkannt.

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1618 - Hexenprozesse gegen Kinder in Augsburg

Augsburg * Besonders unverständlich erscheint uns die nicht zu unterschätzende Anzahl von „Hexenprozessen gegen Kinder“

In der „Reichsstadt Augsburg“ finden in den Jahren zwischen 1618 und 1730 acht derartige Verfahren statt, in denen 45 Kinder und Jugendliche betroffen sind.

Ein Drittel davon sind Mädchen, der Rest sind Knaben, die alle dem „Unterschichtenmilieu“ entstammten. 

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Um 1 1618 - „Bärbl“ Schwerzin wird dem „Heiliggeist-Spital“ übergeben

München-Angerviertel * „Bärbl“ Schwerzin wird dem „Heiliggeist-Spital“ übergeben.

„Das Costgelt trag die Stadtchammer“

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Um 3 1618 - Die protestantischen „Landstände“ in Böhmen beschweren sich beim Kaiser

Prag * Die protestantischen „Landstände“ in Böhmen rufen einen „Landtag“ ein, auf dem sie die im „Majestätsbrief“ gewährten Rechte verletzt sehen und beim Kaiser Beschwerde einlegen.

Dessen Antwort ist kurz und bündig. Er verbietet weitere Sitzungen des „Landtags“ und setzt damit den „Majestätsbrief“ faktisch außer Kraft.

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21. 5 1618 - Die böhmischen Stände treffen sich trotz Strafandrohung

Prag * Obwohl Kaiser Matthias das Zusammentreten des böhmischen Landtags - bei Strafe - verboten und damit den Majestätsbrief faktisch außer Kraft gesetzt hatte, kommen die Ständevertreter zur Versammlung. 

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23. 5 1618 - Die Delinquenten werden „defenestriert“ und landen auf dem Misthaufen

Prag * Die Ständevertreter begeben sich in das Schloss auf dem „Hradschin“, um die kaiserlichen Beamten zur Rede zu stellen.

Es kommt zu einem heftigen Streit, in dessen Folge die Aufständischen zwei Statthalter Ferdinands samt deren Sekretär aus einem Fenster der Burg werfen.

Doch die katholischen Statthalter überleben, was in der katholischen Propaganda umgehend zu einer Engels- und Marienerscheinung und damit zu einem Wunder umgedeutet wird.
Weniger pathetische Stimmen sprechen von einem „Misthaufen“ der den Sturz abgemildert hat.
Doch auch einen Misthaufen hätten - nach einem freien Fall aus 18 Metern Höhe - drei Ungeübte nicht so leicht überstanden, dass sie hinterher noch in der Lage gewesen wären wegzulaufen.
Die Lösung liegt wahrscheinlich an der unter dem Fenster schräg verlaufenden Wand.
Durch die kleinen Fenster konnten die Delinquenten nicht mit Schwung „defenstriert“ werden und so nach unten rutschen.

Die Ereignisse auf der Prager Burg stilisieren die katholischen Propagandisten zur Staatsaffäre hoch.

Der „Prager Fenstersturz“ ist die Initialzündung für den Dreißigjährigen Krieg.

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1. 7 1618 - Ferdinand II. wird in Preßburg zum König von Ungarn gekrönt

Preßburg * Ferdinand II. wird in Preßburg zum König von Ungarn gekrönt.
Sofort beginnt man mit einer gegenreformatorischen Politik. 

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31. 7 1618 - Die böhmischen Stände erklären sich zur Wahlmonarchie

Prag * Die Böhmische Konföderation, ein Bündnis der nicht-katholischen Stände, wird in Prag gebildet.

  • Der König als monarchisches Oberhaupt wird weitgehend entmachtet.
  • Die Regierungsgewalt wird in die Hände der Stände gelegt.
  • In der Konföderationsakte erklären die böhmischen Stände sich zur „freien, ständisch verfassten Wahlmonarchie“.
  • Die Stände der Nebenländer Mähren, Schlesien, Ober- und Niederlausitz werden denen Böhmens gleichgestellt. Sie dürfen fortan an der Königswahl teilnehmen.
  • Der Protestantismus wird zur Staatsreligion erklärt. 

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21. 11 1618 - Peter Ernst II. Graf von Mansfelds Truppen erobern Pilsen

Pilsen * Peter Ernst II. Graf von Mansfeld gelingt nach einem 15-stündigen Kampf die Einnahme der habsburgtreuen Stadt Pilsen. Es ist der erste Belagerungskampf des Dreißigjährigen Krieges.  

Pilsen galt als bedeutendster Stützpunkt der katholischen Kaisertreuen und hatte sich dem Böhmischen Aufstand nicht angeschlossen.

Der Söldnerführer Graf von Mansfeld lässt nach der gewonnenen Schlacht einen Galgen errichten, an dem als Erster der Pilsener Henker sein Leben lässt. Ihm wird nachgesagt, dass er sich bei der Verteidigung der Stadt als Scharfschütze mit einer stets treffenden Teufelskugel hervorgetan hätte. Die meisten Verteidigererhalten aber einen freien Abzug, heuern aber hinterher bei der Mansfeldschen Armee an.

Nach dem Fall von Pilsen bekommt die protestantische Sache in Böhmen großen Auftrieb. Der Kaiser verhängt zur Strafe die Reichsacht über Mansfeld. 

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26. 11 1618 - Der Bau der Münchner Befestigung wird in Angriff genommen

München * Herzog Maximilian I. befiehlt die sofortige Schätzung der für den Festungsbau benötigten Grundstücke.

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13. 12 1618 - Kurfürst Ferdinand wird Bischof von Paderborn

Paderborn * Kurfürst Ferdinand von Köln, der Inhaber der Bistümer Köln, Lüttich, Hildesheim und Münster, wird zum Bischof von Paderborn gewählt. 

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Ab 1619 - Das „Ludwigsmonument“ befindet sich nahe dem „Bennobogen“

München-Kreuzviertel * Zwischen 1619 und 1622 entsteht in der „Frauenkirche“ über der „Deckenplatte“ für Kaiser Ludwig dem Baiern der bronzene „Kenotaph“.

Das „Ludwigsmonument“ befindet sich nahe dem „Bennobogen“.

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1619 - Der Bau des barocken Befestigungsgürtels beginnt

München * Der Ausbau der Stadtmauer zu einem barocken Befestigungsgürtel mit Wall und Gräben beginnt. 

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5. 2 1619 - Die Stadt ist für den ordentlichen Zustand der „Salzstraße“ zuständig

München * Nach einer Anordnung Herzog Maximilians I. ist die Stadt München für den ordentlichen Zustand der „Salzstraße“ zuständig.

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20. 3 1619 - König Ferdinand will in Prag die Regierung antreten

Wien * Matthias, der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, stirbt in Wien.

Umgehend, als sei nichts gewesen, teilt König Ferdinand den Böhmischen Ständen in Prag mit, dass er gewillt sei, jetzt die Regierung anzutreten. Im gleichen Brief bestätigt er den böhmischen Landständen alle bisherigen Privilegien und Freiheiten.

Doch die Böhmen glauben die Zusagen des Habsburgers nicht mehr und akzeptieren unter den gegebenen Umständen den als Gegenreformatoren bekannten Erzherzog nicht mehr als ihren König.

Als Alternative schlagen sie Jan Smirický, einen schwerreichen böhmischen Adeligen zur Wahl vor.
Das ist - in dieser stockaristokratischen Welt - nun wirklich „revolutionär“.

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19. 8 1619 - Die böhmischen Stände setzen Ferdinand als ihren König ab

Prag * Die böhmischen Stände setzen den Habsburger Ferdinand II. als ihren König ab. 

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26. 8 1619 - Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz wird böhmischer König

Prag * Die aufständischen böhmischen Stände wählen den pfälzischen Kurfürsten Friedrich V. statt des am 19. August abgesetzten Habsburgers Ferdinand II. zu ihren König.

Friedrich V. wird als tragischer Winterkönig in die Geschichte eingehen. 

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28. 8 1619 - Erzherzog Ferdinand II. wird in Frankfurt am Main zum Kaiser gekürt

Frankfurt am Main * Erzherzog Ferdinand II. wird in Frankfurt am Main zum Kaiser des „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ gekürt.

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29. 8 1619 - Kurfürst Friedrich V. erfährt von seiner Königswahl

Amberg * Der in Amberg weilende pfälzische Kurfürst Friedrich V. erfährt erst jetzt, dass er von den böhmischen Ständen am 26. August zum König gewählt worden ist. 

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12. 9 1619 - Friedrich V. soll sich von den böhmischen Angelegenheiten fernhalten

Rothenburg ob der Tauber * Die in Rothenburg ob der Tauber tagende protestantische Union rät dem pfälzischen Kurfürsten Friedrich V., sich nicht in die böhmischen Angelegenheiten einzumischen. 

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Um den 24. 9 1619 - Friedrich V. nimmt die Königswahl an

Heidelberg * Der pfälzische Kurfürst Friedrich V. nimmt die Wahl als böhmischer König an. 

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27. 9 1619 - Friedrich V. reist nach Prag

Heidelberg - Prag * Der pfälzische Kurfürst und König von Böhmen, Friedrich V., begibt sich von Heidelberg aus mit großer Gefolgschaft auf die Reise nach Prag. 

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8. 10 1619 - Herzog Maximilian I. wird großzügig entschädigt

München * Herzog Maximilian I. von Baiern sichert Kaiser Ferdinand II. im Münchner Vertrag die Unterstützung der Liga - unter seinem Oberbefehl - gegen das aufständische Böhmen zu.

Kaiser Friedrich II. sagt dem Baiernherrscher

  • das „uneingeschränkte Direktorium über die katholische Liga“ zu 
  • und garantiert ihm Ersatz für alle Unkosten, die er beim Krieg gegen Böhmen haben würde.

Bis zur endgültigen Abrechnung sind ihm „pfandweise“ österreichische Länder zu übertragen.

Nur mündlich erhält Herzog Maximilian I. das kaiserliche Versprechen, dass Kurfürst Friedrich V. geächtet und die pfälzische Kurwürde nach Baiern verlagert wird.

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31. 10 1619 - Friedrich V. zieht triumphal in Prag ein

Prag * Friedrich V., pfälzischer Kurfürst und böhmischer König, zieht mit insgesamt 568 Personen und fast 100 Wagen in Prag ein, wo man ihn begeistert willkommen heißt. 

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4. 11 1619 - Friedrich V. wird im Prager Veitsdom zum König gekrönt

Prag * Der pfälzische Kurfürst Friedrich V. wird im Veitsdom in Prag zum König von Böhmen gekrönt.

Nach der Krönung nimmt der neue König die Huldigung der Stände entgegen. 

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12 1619 - Der Kostenvoranschlag für den Festungsausbau

München * Das Ergebnis der von Herzog Maximilian I. befohlenen Schätzung der für den Festungsbau benötigten Grundstücke liegt vor.

Es beläuft sich auf 25.990 Gulden.

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12 1619 - Die katholische „Liga“ beschließt den Kriegseintritt

Würzburg * In Würzburg beschließt die katholische „Liga“ die Aufstellung eines Heeres - und damit den Eintritt in den Krieg.

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1620 - Reform der altbaierischen „Franziskaner-Konvente“

München - Rom * Die nächste Reform der altbaierischen „Franziskaner-Konvente“ entspringt den kirchenpolitischen Vorstellungen des regierenden Herzogs Maximilian I..

Es geht dem die „Gegenreformation“ tragenden Herrscher um die innere Erneuerung der katholischen Kirche, damit sich diese erfolgreich gegenüber der lutherischen „Reformation“ behaupten und verloren gegangenes Terrain zumindestens teilweise zurückgewinnen kann. Er will Baiern zu einem gut verwalteten und modernen Zentralstaat ausbauen, der in alle Lebensbereiche seiner Untertanen eingreifen und diese beaufsichtigen soll. Dazu gehört auch die Übereinstimmung der kirchlichen und staatlichen Territorialgrenzen.

Ein Hauptziel liegt dabei in der Abtrennung der altbaierischen „Franziskanerkonvente“ von der „Observatenprovinz Straßburg“, um so eine baierische - und damit unabhängige, aber staatstreue - „Franziskanerprovinz“ zu errichten.

Zur Durchsetzung seiner Ziele besetzt Herzog Maximilian I. - obwohl keine besonderen Missstände im Münchner und den anderen baierischen „Franziskaner-Niederlassungen“ vorliegen - die Schlüsselpositionen und sogar halbe „Konvente“ mit italienischen „Riformati“, einer italienischen Reformgruppe innerhalb des Ordens, neu. Diese „Reformaten“ übernehmen als erstes und wichtigstes Kloster in Altbaiern den „Franziskaner-Konvent“ bei der „Münchner Residenz“.

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1620 - Ein Altargemälde ersetzt die Bronze-Madonna

München-Kreuzviertel * Die „Madonnenplastik“ vom provisorischen Hochaltar der „Frauenkirche“ wird entfernt und durch ein riesiges Altargemälde von Peter Candid ersetzt, das allein schon im Format alles übertrifft, was es im baierischen Herzogtum an Altarbildern gibt, und das „Mariae Himmelfahrt“ zeigt.  

Die „Madonna“ wird 18 Jahre später auf der „Mariensäule“ wieder verwendet. 

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1620 - Die „Hofmark Berg am Laim“ wird durch Zukäufe vergrößert

Berg am Laim * Der inzwischen zum „Generalkriegskommissar“ aufgestiegene Albrecht von Lerchenfeld kauft den „Großmeierhof“ und den „Kleinmeierhof“ in Echarding und fügt beide in seine „Hofmark Berg am Laim“ ein.

Zudem erwirbt er die drei „Schwaigen“ Harlaching, Geiselgasteig und Harthausen, die heutige „Menterschwaige“.

Noch im gleichen Jahr stirbt Albrecht von Lerchenfeld.

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1620 - Die Baumaßnahmen am „Hofgarten“ sind beendet

München-Graggenau * Mit der Fertigstellung des „Vischhauses“ sind die Baumaßnahmen am „Hofgarten“ beendet. 

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1 1620 - Die „Schanzarbeiten“ beginnen vor dem „Schwabinger Tor“

München-Graggenau * Die „Schanzarbeiten“ beginnen vor dem „Schwabinger Tor“ und verlaufen in Richtung „Kosttor“.

200 Männer und 300 Frauen werden von der Stadt für die Arbeiten am Festungsbau bezahlt.
Straftäter werden nicht mehr des Landes verwiesen, sondern zum „Schanzbau“ zwangsverpflichtet, Bettler und Landstreicher aus allen Rentämtern werden dem Großbauvorhaben zugeführt.

Im ersten Jahr sind etwa 2.000 auswärtige Arbeiter in München im Ausbau der Festung beschäftigt.

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5 1620 - Der „Karmelitengeneral“ Dominicus a Jesu Maria geht nach Baiern

Schärding * Der bereits 60-jährige „Karmelitengeneral“ Dominicus a Jesu Maria geht auf päpstliche Weisung nach Baiern.

Noch in Rom hat er den Sieg von Prag vorausgesagt:
„Wenn die Schlacht anfangen wird, werde ich auf einem mutigen Pferd sitzen, durch die Glieder des Kriegsheeres reiten, die Soldaten anfrischen: Die mich erblickenden Feinde werden aufschreien: Was für ein Teufel aus der Hölle kommt zu dem katholischen Kriegsheer?“

In Schärding am Inn, wo die „Liga“ ihre Truppen gesammelt hat, trifft der „Karmeliter-Pater“ Dominicus a Jesu Maria erstmals auf Herzog Maximilian I. und dessen Ehefrau Elisabeth Renata von Lothringen.

Gemeinsam begeben sich die zur „Strafaktion“ versammelten Regimenter und Maximilians Hofstaat nach Böhmen.
Der „Karmeliter-Pater“ reist in einer Sänfte.

In einem von den böhmischen Aufständischen zerstörten Dorf findet der Ordensmann ein kleines Bild, das die Geburt Jesu darstellt.

Calvinistische Bilderstürmer haben Maria und Josef die Augen ausgekratzt.
Sofort hängt sich der „Karmelit“ dieses „Gnadenbild“ um den Hals.

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30. 6 1620 - Maximilian I. soll den Aufstand in Oberösterreich niederwerfen

Wien - München * Kaiser Ferdinand II. erteilt dem baierischen Herzog Maximilian I. den Auftrag, im Land ob der Enns (Oberösterreich) mit der Niederwerfung des Aufstandes zu beginnen. 

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23. 7 1620 - Die Niederschlagung des oberösterreichischen Aufstands beginnt

Haag am Hausruck - Schloss Aistersheim * Herzog Maximilian I. von Baiern überschreitet mit einem aus 30.000 Mann bestehendem Heer der Katholischen Liga die Grenze nach Österreich.

Das von Tserclaes von Tilly geleitete Heer erobert das von Bauern besetzte Schloss Aistersheim

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31. 7 1620 - Der Ulmer Vertrag sichert die Besetzung Oberösterreichs

Ulm * Im Ulmer Vertrag wird - durch französische Vermittlung - ein Neutralitätsabkommen zwischen der katholischen Liga und der protestantischen Union geschlossen, das sich aber nicht auf Böhmen erstreckt.

Damit ist Herzog Maximilian I. vor einem Angriff der Union sicher und kann mit seinem stattlichen Heer, bestehend aus 24.500 Mann zu Fuß und 5.500 Reiter, vor der oberösterreichischen Grenze aufmarschieren. 

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4. 8 1620 - Maximilian I. zieht mit seinem Liga-Heer in Linz ein

Linz * Das von Baiern geführte Heer der Katholischen Liga zieht mit Herzog Maximilian I. an der Spitze ins Schloss der Landeshauptstadt Linz ein. 

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20. 8 1620 - Maximilian I. lässt sich in Linz huldigen

Linz * Baierns Herzog Maximilian I. erzwingt von den oberösterreichischen Landständen die Auslieferung der Konföderationsurkunde mit Böhmen und empfängt die Huldigung

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26. 9 1620 - Herzog Maximilian I. überschreitet die böhmische Grenze

Böhmen * Herzog Maximilian I. von Baiern überschreitet mit seinem Heer der Katholischen Liga, das sich zuvor dem kaiserlichen Heer vereinigt hatte, die böhmische Grenze. 

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10 1620 - Die „Rebellion von Prag“ ist der erhoffte Anlass zum Krieg

Prag * Für Erzherzog Ferdinand ist die „Rebellion von Prag“ der erhoffte Anlass, um gegen die „böhmischen Stände“ loszuschlagen.

Die „Ständevertreter“ interpretieren ihre Gewalttat als Notwehr, doch für den habsburgischen Kaisersohn ist die kriegerische Niederwerfung der „Aufständischen“ unausweichlich geworden.
Die dafür notwendige Finanzierung soll durch die eingezogenen Güter der „Rebellen“ sichergestellt werden.
Außerdem soll „der Schrecken der Hinrichtungen die Stände zum Gehorsam zwingen“.

In Prag geht inzwischen das Gerücht um, dass die „Jesuiten“ eine „Bluthochzeit“, also die Ermordung der Protestanten, planen. Andererseits streuen die kaiserlich Gesinnten das Gegengerücht, wonach die „böhmischen Stände“ vom „türkischen Kaiser Hilfe begehrt hätten“.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den „Kaiserlichen“ und den „Böhmischen“ beginnen.

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Am Abend des 7. 11 1620 - Die katholisch- kaiserliche Armee steht westlich vor Prag

Prag * Die katholisch- kaiserliche Armee steht westlich vor Prag.

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Am Morgen des 8. 11 1620 - Die Schlacht am „Weißen Berg“ entbrennt

Prag * Der „Karmeliten-Pater“ Dominicus a Jesu Maria tritt mit einem von kalvinistichen Bilderstürmern geschändeten Marienbild um den Hals und dem Kreuz in der Hand vor die Söldnertruppen und ruft im mitreißenden Glaubenseifer zum Kampf auf. 

Engel würden die katholische Sache zum Sieg führen.
Der Schlachtruf lautet: „Maria!“

Auf dem „Weißen Berg“ entbrennt der Kampf gegen das böhmische Ständeheer.

Eine Übermacht von 32.400 kaiserlichen Infanteristen und 7.550 Reitern tritt gegen 8.000 böhmische Fußsoldaten und 5.000 Kavalleristen an.
In nur einer einzigen Stunde erringen die Kaiserlichen einen triumphalen Sieg über die böhmischen Rebellen.

Domenicus a Jesus Maria stilisiert anschließend den Kampf zu einer „Schlacht des Katholizismus gegen den Unglauben“ hoch. 

Die vernichtende Niederlage des protestantischen Heeres wird dementsprechend als „Sieg des Katholizismus“ und schließlich als „göttliches Wunder“ umgedeutet.

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Im Morgengrauen des 9. 11 1620 - Der „Winterkönig“ Friedrich V. flieht Hals über Kopf

Prag * Der „Winterkönig“ Friedrich V. flieht Hals über Kopf von der Burg.

Der Prager Hradschin ist wieder fest in der Hand des katholischen Kaisers.

Friedrich V. wird zum „Rädelsführer“ einer „im Reich teutscher Nation niemalen erhört, gesehenen noch gelesenen Rebellion“ erklärt und unter „des Heiligen Reichs Acht“ gestellt.
„Seine Liebden“ Maximilian habe über das Heer der Rebellen „durch Verleyhung Göttlicher Gnaden und Beistand obgesiegt“.

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Ab der Brausaison 1621 - Das „Bockbier“ wird ein eigener Rechnungsposten

München-Graggenau * Die von Elias Pichler kreierte neue „Bier-Spezialität“, das „Bockbier“, taucht bei allen Abrechnungen der Sudstätte als eigener Rechnungsposten auf. 

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1621 - Im „Pütrichhaus“ wird ebenfalls sie „Klausur“ eingeführt

München-Graggenau * Im „Pütrichhaus“ wird ebenfalls sie „Klausur“ eingeführt.

Damit sind die beiden ältesten Münchner „Seelhäuser“ zu traditionellen „Klöstern“ geworden.

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1621 - Kaiser Ferdinand II. erklärt den „Josephstag“ zum Feiertag

Wien * Kaiser Ferdinand II. erklärt den „Josephstag“ zum Feiertag und gibt damit den Auftakt für den neuen Heiligenkult.

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22. 1 1621 - Kaiser Ferdinand II. erklärt Friedrich V. zum Reichsfeind

Wien * Kaiser Ferdinand II. erklärt Friedrich V. zum Reichsfeind - ohne die üblichen Formvorschriften zu erfüllen.

Dadurch kann der Habsburger sein Versprechen gegenüber Herzog Maximilian I. von Baiern erfüllen: Die Belehnung mit der pfälzischen Kur

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29. 1 1621 - Eine schnelle Klärung der Pfandherrschaft über Oberösterreich

München - Wien * In Wien trifft die von Herzog Maximilian I. beauftragte baierische Gesandtschaft ein.

Sie soll eine möglichst schnelle Klärung der Pfandherrschaft über Oberösterreich herbei führen. 

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15. 2 1621 - Ein Pfandschaftsrezeß über Oberösterreich wird unterzeichnet

Wien * Ein Pfandschaftsrezeß wird unterzeichnet. Er beinhaltet die pfandweise Überlassung von Oberösterreich einschließlich des Kammergutes, dessen wichtigster Faktor das Salzwesen bildet, an Baiern. 

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6. 3 1621 - Oberösterreich an das Herzogtum Baiern verpfändet

Wien - Linz * Kaiser Ferdinand II. informiert die Landstände in Linz, dass Oberösterreich an das Herzogtum Baiern verpfändet wird. 

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24. 4 1621 - Die protestantische „Union“ löst sich selbst auf

Heilbronn * Die protestantische „Union“ löst sich beim „Unionstag“ in Heilbronn - unter dem Eindruck der militärischen Überlegenheit der kaiserlichen Heere und der katholischen „Liga“ - selbst auf. 

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24. 4 1621 - Die Auflösung der Union wird förmlich vollzogen

Heilbronn * Beim Unionstag in Heilbronn wird die Auflösung der protestantischen Union förmlich vollzogen.

Die Auflösung der Union erfolgt unter dem Eindruck der militärischen Überlegenheit der kaiserlichen Heere und der katholischen Liga

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21. 6 1621 - In Prag wird ein blutiges Gericht über die Aufständischen gehalten

Prag * Nach dem Zusammenbruch des Böhmischen Aufstands und der Flucht des Winterkönigs Friedrich V. lässt Kaiser Ferdinand II. - vor dem Altstädter Rathaus in Prag - ein blutiges Gericht über seine Anhänger halten.

43 Todesurteile gegen protestantische böhmische Adelige werden gesprochen, 27 werden an diesem Tag öffentlich vollstreckt. 24 durch das Schwert, drei am Galgen. Zwölf der abgeschlagenen Köpfe werden zur Abschreckung am Prager Brückenturm aufgesteckt und erst zehn Jahre später durch die sächsische Besatzungsmacht entfernt. 

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6. 9 1621 - Neudeck wird eine „geschlossene Hofmark“

Au * Neudeck wird „geschlossene Hofmark“.

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22. 9 1621 - Herzog Maximilian I. erhält die pfälzische Kurwürde

Wien - München * Herzog Maximilian I. von Baiern erhält von Kaiser Ferdinand II. die pfälzische Kurwürde.

Die Übertragung wird aber geheim gehalten. 

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8. 12 1621 - Maximilian Heinrich, der spätere Kurfürst von Köln, wird geboren

München * Maximilian Heinrich, der spätere Fürstbischof und Kurfürst von Köln, wird in München geboren.  

Er ist ein Sohn von Herzog Albrecht VI. und dessen Ehefrau Mechthildis von Leuchtenberg.  
Sein Bruder Albrecht Sigismund ist Bischof von Freising und Regensburg.  
Zu seinen Onkeln zählen Kurfürst Maximilian I. sowie der Erzbischof und Kurfürst Ferdinand von Köln. 

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1622 - Die Neugestaltung des „Hochaltars“ der „Frauenkirche“ ist abgeschlossen

München-Kreuzviertel * Die Neugestaltung des „Hochaltars“ der „Frauenkirche“ ist abgeschlossen. 

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Bis 1622 - Die „Franziskaner-Klöster“ werden von „Reformaten“ übernommen

Herzogtum Baiern * Die anderen altbaierischen „Franziskaner-Klöster“ - in Landshut, Ingolstadt und Kelheim sowie die geistliche Leitung des „Klarissinnenklosters St. Jakob am Anger“ - werden von „Reformaten“ übernommen.

Viele der alten „Observanten“ verlassen daraufhin die neue Provinz wegen des „welschen guberno“, also der Vorherrschaft ihrer italienischen Mitbrüder.
Doch schon innerhalb einer Generation sind die einheimischen „Reformaten“ wieder nachgewachsen.

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1622 - Herzog Maxililian I. veröffentlicht Mandate zu den Hexenprozessen

München * Herzog Maxililian I. veröffentlicht Mandate zu den Hexenprozessen.

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Ab 1623 - Der „Hofgarten“ wird in die Umwallung einbezogen

München-Graggenau * Der „Hofgarten“ wird in die Umwallung einbezogen.

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1623 - Kaiser Ferdinand II. erhebt Georg Schobinger in den erblichen Adelsstand

Wien - München * Kaiser Ferdinand II. erhebt Georg Schobinger in den erblichen Adelsstand.

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7. 1 1623 - Der Regensburger Fürstentag beginnt

Regensburg * Um die Verhältnisse nach der Niederschlagung des Böhmischen Aufstands zu regeln, lädt Kaiser Ferdinand II. die Regenten aus Köln, Mainz, Trier, Kursachsen, Brandenburg, Braunschweig-Wolfenbüttel, Pommern, Hessen-Darmstadt, Baiern, Salzburg und Bamberg zu einem Treffen nach Regensburg.

Bis auf Hessen-Darmstadt lehnen alle protestantischen Fürsten die Teilnahme ab. Sachsen und Brandenburg entsenden lediglich Beobachter zu dieser Besprechung.

Der Regensburger Fürstentag beginnt am 7. Januar 1623. 

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25. 2 1623 - Herzog Maximilian I. von Baiern erhält die pfälzische Kur offiziell

Regensburg * Kaiser Ferdinand II. löst sein Versprechen ein und belehnt Herzog Maximilian I. von Baiern auf dem Regensburger Fürstentag mit der pfälzischen Kur des gestürzten Winterkönigs Friedrich V..

Wie verabredet erhält er die Kurwürde nur „auf Lebenszeit“.
Außerdem wird ihm die Oberpfalz zugesprochen. Die Rheinpfalz kommt unter baierische und spanische Verwaltung.

Die katholische Mehrheit ist damit im siebenköpfigen Kurfürstenkollegium gesichert.
Die baierischen Wittelsbacher besitzen nun - mit Köln - über zwei der sieben Kurwürden

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10. 3 1623 - Herzog Wilhelm V. kauft die „Hofmark Neudeck“ um 15.000 Gulden

Au * Herzog Wilhelm V. kauft Johann Hebenstreit die „Hofmark Neudeck“ um 15.000 Gulden ab. 

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11. 7 1623 - Kurfürst Maximilian I. verlangt einen Beitrag zu den Kriegskosten

München * Kurfürst Maximilian I. verlangt von seiner Haupt- und Residenzstadt einen Beitrag zu den Kriegskosten in Höhe von 50.000 Gulden.

Zur Finanzierung des Betrags muss die Stadt ihrerseits eine Anleihe bei ihren Bürgern aufnehmen.
München wird unter der so herbeigeführten Verschuldung noch jahrzehntelang leiden.

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29. 10 1623 - Bischof Veit Adam von Gepeckh weiht die „Carl-Borromäus-Kirche“ ein

Au * Bischof Veit Adam von Gepeckh weiht die „Carl-Borromäus-Kirche“ ein.

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5. 12 1623 - Albrecht Sigismund, der spätere Bischof von Freising kommt zur Welt

München * Albrecht Sigismund, der spätere Bischof von Freising und Regensburg, kommt in München zur Welt.  

Er ist der Sohn von Herzog Albrecht VI. und seiner Ehefrau Mechthilde von Leuchtenberg, der Tochter des Landgrafen Georg Ludwig von Leuchtenberg. 

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Ab 1624 - Das „Alte Rathaus“ wird im Stil der Spätrenaissance umgestaltet

München-Graggenau * Das „Alte Rathaus“ verliert sein gotisches Gesicht.

Es wird im Stil der Spätrenaissance umgestaltet.

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1624 - Öffnungszeiten des „Weinmarkts“ auf dem „Schrannenplatz“

München-Graggenau * Der „Weinmarkt“ wird jetzt jeden Montag und Dienstag auf dem „Schrannenplatz“ abgehalten.

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1624 - Der Stadtrat lässt Bettler mit „Zwangsarbeit beim Schanzenbau“ einsetzen

München * In einem Bericht an Kurfürst Maximilian I. betont der Stadtrat, dass er starke „Bettler und Bettlerinnen“ in „Eisen schlagen“ und anschließend zur „Zwangsarbeit beim Schanzenbau“ einsetzen lässt.

Mit diesen Zwangsmaßnahmen wollen die „Stadt- und Landesherren“ den „Arbeitsscheuen“ den „Teufel des Müßiggangs“ austreiben.
Doch nach ihrer Entlassung finden die „Bettler“ trotzdem keine Möglichkeit der Beschäftigung vor.

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Anfang 10 1624 - Die „Basilianer“ werden fristlos entlassen

Au * Die „Basilianer“ werden fristlos entlassen, da sie „zur Seelsorge nicht taugen und ein burschikoses Leben führen“.

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4. 10 1624 - Der Beginn der Rekatholisierung in Oberösterreich

Wien - Oberösterreich * In das von Kaiser Ferdinand II. an das Herzogtum Baiern verpfändete Oberösterreich soll eine Reformkommission die evangelisch gewordenen Untertanen wieder katholisch machen.

Durch ein Patent Kaiser Ferdinands II. wird die Ausweisung aller evangelischen Schulmeister und Prediger im Lande ob der Enns verfügt.

Da die freigewordenen Pfarrstellen nicht mit einheimischen Pfarrern besetzt werden können, holt man italienische Priester aus dem italienischen Teil Tirols. Diese sprechen kaum deutsch und können deshalb die Messe, wie es zuvor üblich war, nicht in der Landessprache halten. 

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1625 - König Christian IV. von Dänemark greift in den Krieg ein

Dänemark * König Christian IV. von Dänemark greift auf der Seite der von Frankreich, England und den Niederlanden unterstützten „Protestanten“ in den Krieg ein.

Damit wird aus dem „Böhmisch-Pfälzischen Krieg“ der „Dänisch-Niederländische Krieg“.

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1625 - Papst Urban bestätigt die „Franziskanerprovinz“

Rom-Vatikan - München * Papst Urban VIII. bestätigt die von Kurfürst Maximilian I. angestrebte selbstständige baierische „Franziskanerprovinz zum heiligen Antonius von Padua“.

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1625 - Der „Zöllner“ vom „Isartor“ 1.000 Gulden „Kaution“ stellen

München-Graggenau - München-Angerviertel * Gemäß der „Zollordnung“ muss der „Zöllner“ vom „Isartor“ eintausend Gulden „Kaution“ stellen. 

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Etwa 1625 - Der „Marktbrunnen“ trägt die Bezeichnung „Fischbrunnen“

München-Graggenau * Der „Marktbrunnen“ trägt die Bezeichnung „Fischbrunnen“.

Bei ihm findet der „Fischmarkt“ statt.

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Ab 1625 - Im „Fürstbistum Bamberg“ werden 630 Menschen als „Hexen“ hingerichtet

Bamberg * Unter „Fürstbischof“ Johann Georg II. Fuchs von Dornheim sollen alleine zwischen 1625 und 1630 nicht weniger als 236 Menschen verbrannt worden sein.

Insgesamt werden im „Fürstbistum Bamberg“ zwischen 1616 und 1630 mindestens 630 Menschen als vermeintliche „Hexen“ hingerichtet. 

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1 1625 - Die oberösterreichischen Bauern wehren sich

Natternbach - Oberösterreich * Der Dechant Blasius de Livo und der von ihm eingesetzte italienische Pfarrer von einigen Hundert Bauern mit Steinen beworfen und verjagt.

Das bleibt zunächst ohne Konsequenzen, bringt aber eine Reihe von Ereignissen in Gang die im Oberösterreichischen Bauernkrieg enden. 

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15. 5 1625 - Das „Frankenburger Würfelspiel“

Frankenburg * Ein Zentrum des oberösterreichischen Aufstands gegen die baierische Besatzungsmacht ist der Ort Frankenburg bei Völklabruck.
Hier wird ein Exempel statuiert.

Man treibt rund 5.000 Bauern aus Frankenburg und Umgebung auf dem „Haushamer Feld“ zusammen und erklärt den 36 Anführern, dass sie wegen Widerstands zum Tode verurteilt sind.
Aus Gnade wolle man aber der Hälfte das Leben schenken.

Um diese Hälfte zu ermitteln, werden Paare gebildet, die um ihr Leben würfeln sollen.
An 16 Verlierern wird das Todesurteil sofort vollstreckt, zwei Todgeweihte werden begnadigt.

Das „Frankenburger Würfelspiel“ wird zum Auslöser für den großen „oberösterreichischen Bauernaufstand“ im Mai 1626.

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10. 10 1625 - Eine Religionsedikt für Oberösterreich

Wien - Oberösterreich * Nach einer kaiserlichen Instruktion wird in dem von Baiern besetzten Oberösterreich durch ein Religionsedikt die totale Gegenreformation eingeführt.

Alle protestantischen Einwohner Oberösterreichs müssen bis Ostern 1626 katholisch werden - oder auswandern.
Wer sich zu diesem Schritt entschließt, muss zehn Prozent seines Vermögens als Nachsteuer bezahlen. 

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8. 12 1625 - Ferdinand III. wird zum König von Ungarn gekrönt

Ungarn * Ferdinand III. wird zum König von Ungarn gekrönt. 

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Ab 1626 - Die „Hexenverfolgungen“ in Bistum Würzburg werden ausgeweitet

Bamberg * Der Neffe des Bamberger „Fürstbischofs“ Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, Philipp Adolf von Ehrenberg, ein „Eiferer“, weitet in den Jahren 1626 bis 1630 die „Hexenverfolgungen“ massiv aus.

Dabei geraten - im Gegensatz zum üblichen Verlauf der Verfolgungen - zahlreiche Adelige und Bürger, aber auch „Ordensleute“ und sogar das „Verfolgungspersonal“ selbst in den Sog der „Trudenjagd“.

Nach der Beendigung der „Hexenverfolgung“ durch eine Entscheidung des „Reichskammergerichts“ und dem Einmarsch der schwedischen Truppen sind in der Stadt Würzburg 220 Personen und im „Hochstift Würzburg“ über 900 Menschen als „Hexen“ erst geköpft und dann verbrannt worden. 

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1626 - Erste Stimmen der „Jesuiten“ gegen die „Verfolgung der Hexen“

München * Selbst unter den „Jesuiten“ gibt es erste Stimmen, die sich entschieden gegen die „Verfolgung der Hexen“ aussprechen.

Dazu gehört der „Jesuitenpater“ Adam Tanner, der sich im dritten Band seines Werkes „Theologiae Scholasticae“ vehement gegen die Ansicht wehrt, dass Gott es zulassen würde, dass neben vielen „Schädlichen“ auch viele „Unschuldige“ sterben müssten.

Tanner bejaht zwar die Existenz der „Hexen“, glaubt grundsätzlich an den „Teufelspakt“ und sieht in der „Hexerei“ ein „todeswürdiges Verbrechen“, dem der Prozess zu machen sei.

Er verlangt aber auch, dass bis zum Beweis des Gegenteils von der „Unschuld der Angeklagten“ auszugehen sei.
„Geständnisse unter der Folter“ dürfen keine Begründung für einen „Urteilsspruch“ sein. 

Seine Forderungen bringen dem „Jesuiten“ Adam Tanner mannigfache Anfeindungen ein.
Erboste „Inquisitoren“ drohen ihm sogar die „Folter“ an. 

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7. 2 1626 - Der Alt-Herzog Wilhelm V. stirbt in München

München - Au * Der Alt-Herzog Wilhelm V. stirbt in München.
Seine Grabstätte befindet sich in der „Michaelskirche“

Sein Lieblingssohn, Herzog Albrecht VI., erbt die „Hofmark Neudeck“

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Um den 12. 5 1626 - In Oberösterreich bricht ein Bauernkrieg los

Lembach im Mühlkreis - Oberösterreich * Mit dem Frankenburger Würfelspiel sollte ein Exempel statuiert werden. Doch wächst dadurch der Zorn der protestantischen Bauern noch stärker, worauf im Mai 1626 der Bauernkrieg durch erste Kampfhandlungen in Lembach im Mühlkreis beginnt. Bei einer Rauferei im Markt Lembach werden sechs baierische Soldaten getötet.

Der Oberösterreichische Bauernkrieg richtet sich gegen Kurfürst Maximilian I. und die baierische Besatzungsmacht. Zehntausende Bauern versammeln und organisieren sich. Über ihren Haufen wehen schwarze Fahnen, die mit Totenköpfen geschmückt sind.

Eines ihrer Kampfleder lautet:
„Von Baiern Joch und Tyrannei,
Und seiner großen Schinderei,
Mach uns, o lieber Herr Gott, frei!“ 

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16. 5 1626 - Der „Stiftungsbrief für die Pfarrei Neudeck“ wird unterzeichnet

München - Au * Kurfürst Maximilian I. unterzeichnet den „Stiftungsbrief für die Pfarrei Neudeck“

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21. 5 1626 - Eine missglückte katholische Strafexpedition im Mühlkreis

Peuerbach - Oberösterreich * Eine Strafexpedition soll die Unruhen im Mühlkreis niederschlagen.

Doch die geschickt operierenden und zahlenmäßig überlegenen Aufständischen können die Truppen des Statthalters in Peuerbach vernichtend schlagen. 

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24. 6 1626 - Linz wird von den aufständischen Bauern belagert

Linz * Die unter baierischer Pfandschaft stehende oberösterreichische Landeshauptstadt Linz wird von aufständischen Bauern belagert und kann von ihnen trotz mehrerer Sturmangriffe nicht eingenommen werden. 

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26. 6 1626 - Kurfürst Maximilian I. erlässt eine „Kleiderordnung“

München * Kurfürst Maximilian I. erlässt eine „Kleiderordnung“.

Sie teilt die Bevölkerung in sieben „Gesellschaftsgruppen“ ein.

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10. 9 1626 - Ein Waffenstillstand mit den aufständischen Bauern

Linz * Ein Waffenstillstand zwischen den baierischen Truppen und den aufständischen oberösterreichischen Bauern wird für die Zeit vom 10. bis einschließlich 18. September 1626 geschlossen.

Damit scheint der Oberösterreichische Bauernkrieg für beendet. 

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17. 10 1626 - Kurfürst Maximilian I. ruft Wallenstein zu Hilfe in Oberösterreich

München - Oberösterreich * Kurfürst Maximilian I. schreibt an Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, genannt „Wallenstein“, er möge einen Teil seiner Armee „zur Stillung der Unruhen nach Oberösterreich“ senden. 

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20. 10 1626 - Jakob Balde erhält in der „Loretokapelle“ seine „niederen Weihen“

Berg am Laim * Jakob Balde erhält in der Berg am Laimer „Loretokapelle“ seine „Tonsur und niederen Weihen“.

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11 1626 - Eine baierische Elite-Armee besiegt die aufständischen Oberösterreicher

Oberösterreich * Erst eine baierische Elite-Armee unter Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim besiegt die aufständischen Oberösterreicher unter großen Mühen.

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Um den 25. 11 1626 - Die aufständischen Bauern werden in vier blutigen Schlachten geschlagen

Oberösterreich * Eine baierisch-kaiserliche Armee besiegt in vier blutigen Schlachten die sich tapfer und verzweifelt wehrenden Bauern vollständig. 8.000 Bauern kommen dabei ums Leben.

Ende November herrscht wieder Ruhe im Land.
Ein weiterer Widerstand der Untertanen ist nicht mehr zu befürchten. 

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1627 - Die „kaiserlich-katholischen Truppen“ besetzen Jütland

Jütland * Die „kaiserlich-katholischen Truppen“ besetzen Jütland. 

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1. 3 1627 - Ursula Bonschab wird der „Hexerei“ beschuldigt

Eichstätt * Ursula Bonschab wird der „Hexerei“ beschuldigt. 

Sie wurde aufgrund von 16 „Denunziationen“ gefangen genommen und „gütlich und peinlich vernommen“.

20 Tage hält sie den Qualen einer extrem grausamen und sich immer steigernden „Folterprozedur“ stand, erst dann ist die selbstbewusste Frau gebrochen.

Sie gesteht schließlich alles, was man ihr vorsagt: „Wetterzauber, Kinderausgraben, Coitus mit dem ‚bösen Feind‘, Schadzauber mit Pulver und Salben an Menschen und Tieren“.
Außerdem nennt sie noch 34 „Gespielinnen“, an denen sich die „fürstbischöflichen Commissare“ im Anschluss ebenfalls vergehen. 

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8. 5 1627 - Ursula Bonschab wird „von Rechts wegen“ als Hexe verbrannt

Eichstätt * Ursula Bonschab wird „von Rechts wegen“ als Hexe mit dem Schwert der Kopf abgeschlagen und ihr Körper anschließend auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Das nicht unbeträchtliche Vermögen der Bürgermeisterin wird vom Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten, seinen „Terrorkommissaren, Foltermeistern und Henkerknechten“ geraubt. 

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20. 8 1627 - Die Paulanermönche werden in die Au geholt

Au * Die Paulanermönche werden in die Au geholt.

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10 1627 - Die „Pest“ verbreitet sich in ganz Baiern

Kurfürstentum Baiern * Die „Pest“ verbreitet sich in ganz Baiern.

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17. 11 1627 - Zwölf Paulaner-Mönche treffen in der Au ein

Au * „8 Väter und 4 Laienbrüder des Ordens der minderen Brüder des heiligen Franziskus von Paula“ treffen in der Au ein. 

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27. 11 1627 - Ferdinand III. wird zum König von Böhmen gekrönt

Böhmen - Prag * Ferdinand III. wird zum König von Böhmen gekrönt. 

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1628 - „Bücherverbrennung“ in der rekatholisierten Oberpfalz

Oberpfalz * „Bücherverbrennungen“ in der rekatholisierten Oberpfalz.

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1628 - Die „kaiserlich-katholischen Truppen“ besetzen Mecklenburg und Pommern

Mecklenburg - Pommern * Die „kaiserlich-katholischen Truppen“ besetzen Mecklenburg und Pommern. 

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1628 - Kurfürst Ferdinand von Köln verstärkt die Hexenverfolgung

Köln * Kurfürst Ferdinand von Köln, sowie Bischof von Lüttich, Hildesheim, Münster und Paderborn, erlässt eine überarbeitete „Hexenprozessordnung“, in der er die Regelungen der kaiserlichen „Halsgerichtsordnung - Constitutio Criminalis Carolina“ verschärft und den Einsatz der „Folter“ erleichtert. 

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Ab 1628 - Im „Fürstentum Pfalz-Neuburg“ sterben über 100 „Hexen“

Neuburg * Das Jahr ist von einer extrem kalten Witterung geprägt, die zu Ernteausfällen und „Pestepidemien“ führt.

Im „Fürstentum Pfalz-Neuburg“ sterben zwischen 1628 und 1630 etwa achtzig der „Hexerei“ bezichtigte Personen, in Neuburg sind es 22. 

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1628 - Die „Marianische Kongregation Maria, Königin der Engel“

München * Die „Marianische Deutsche Kongregation der Herren und Bürger zu Unserer Lieben Frauen Verkündigung“ beschließt aus „Angst vor Überfremdung“, keine Junggesellen mehr als „Sodalen“ aufzunehmen, „sofern sie nit in fürstlichen Diensten, Herrn- oder Bürgers-Sohn seynd“.

Daraufhin gründen die „ledigen Mannspersonen“ eine eigene „Kongregation“ unter dem Namen „Maria, Königin der Engel“

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22. 2 1628 - Kurfürst Maximilan I. gibt seinem oberösterreichischen Pfandbesitz zurück

München - Wien * Kurfürst Maximilan I. ist durch die Aufstände die Freude an seinem oberösterreichischen Pfandbesitz abhanden gekommen. 

In einem in München geschlossenen Vertrag wird das Land gegen den Besitz der Oberpfalz und Gebieten der Rheinpfalz an Kaiser Ferdinand II. zurückgegeben.

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22. 2 1628 - Die baierische Kurwürde wird erblich

München * Der zweite Münchner Vertrag zwischen Kaiser Ferdinand II. und Kurfürst Maximilian wird unterzeichnet. Er beinhaltet, dass

  • die am 25. Februar 1623 nur „auf Lebenszeit“ verliehene Kurwürde auch auf Maximilians Erben übertragen wird, 
  • die Oberpfalz und die rechts des Rheins liegenden Gebiete der unteren Pfalz um 13 Millionen verkauft werden,
  • Baiern Oberösterreich wieder an den Kaiser zurückgibt. 

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4. 3 1628 - Die Kurwürde Baierns wird erblich

München * Die Kurwürde Baierns wird erblich. 
Doch der 55-jährige Kurfürst Maximilian I. hat noch keinen Erben. 

Im siebenköpfigen Kurfürstenkollegium scheint damit die katholische Mehrheit auf Dauer gesichert.
Gleichzeitig fühlen sich aber die protestantischen Reichsstände zu erhöhtem Widerstands- und Kampfeswillen herausgefordert. 

Die Rangerhöhung Baierns vom Herzogtum zum Kurfürstentum wird im ganzen Land kundgetan.

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4. 3 1628 - Maximilian I. erhält die erbliche Kurwürde offiziell

Wien - München * Kurfürst Maximilian I. von Baiern erhält die erbliche Kurwürde offiziell verliehen.

Die ihm am 25. Februar 1623 übertragene Kurwürde war nur „auf Lebenszeit“

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27. 4 1628 - Kurfürst Maximilian I. macht die Oberpfälzer wieder katholisch

München - Amberg * Kurfürst Maximilian I. erlässt, nachdem er mit der Oberpfalz belehnt worden ist, ein Religionsmandat mit dem eine radikale Gegenreformation eingeleitet wird. 

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5. 5 1628 - Oberösterreich geht von Baiern wieder an den Kaiser

München - Linz * Oberösterreich wird von Baiern an die Bevollmächtigten des Kaisers übergeben. 

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6. 8 1628 - Die „Feuermadonna“ der „Marianischen Männerkongregation“

Köln - München-Kreuzviertel * Der Kölner Kurfürst und Erzbischof Ferdinand, ein Bruder des baierischen Kurfürsten Maximilian I., schenkt der Münchner „Marianischen Männerkongregation“ ein Stück jener Eiche, in deren Inneren im Jahr 1609 im flandrischen Foy eine Marienfigur gefunden worden war.

Der Hofbildhauer Hans Krumper formt daraus die sogenannte „Feuermadonna“, die noch heute von der „Marianischen Männerkongregation“ in Ehren gehalten wird. 

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28. 9 1628 - Das erste Opfer der „Pest“

München * Im Haus des „Geheimen Rats“ Bartholomäus Richel stirbt eine Magd vermutlich an der „Pest“.

Umgehend werden alle Kontaktpersonen der Verstorbenen für zwanzig Wochen in Gartenhäusern vor der Stadtmauer isoliert.
Durch diese Maßnahme kann eine Verbreitung der Seuche vermieden und die Zahl der Opfer klein gehalten werden.

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1629 - König Gustav II. Adolf lässt sich einen dreijährigen Krieg finanzieren

Schweden * König Gustav II. Adolf lässt sich von den schwedischen „Ständen“ finanzielle Mittel „für einen Krieg von drei Jahren in Deutschland“ gewähren.  

Der Schwedenkönig sieht seine Vormachtstellung im Ostseeraum durch die Ausdehnung der Habsburger Macht in den Norden gefährdet. 

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1629 - Kardinal Richelieu bietet Baiern ein „Defensivbündnis“ an

Paris - München * Kardinal Richelieu, der Leiter der französischen Politik, bietet Baiern ein „Defensivbündnis“ an.

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1629 - Barbara Perhofer aus Aubing muss sich auf den „Pranger“ stellen

München-Kreuzviertel * Eine Barbara Perhofer aus Aubing muss sich - mit eingeflochtenen Strohzöpfen und einen Strohkranz auf dem Kopf - zur Strafe eine Stunde an der „Soldatenwache“ auf dem Marktplatz auf den „Pranger“ stellen.

Erstmals taucht in diesem Bericht die „Alte Hauptwache“ am „Thomaßeck“ auf.

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1629 - Das Mariengnadenbild wird den Paulaner-Mönchen übergeben

Au * Das Mariengnadenbild, das Sebastian Rottaw in Frankreich vor den Kalvinisten gerettet hatte, wird den Paulaner-Mönchen übergeben.

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Ab 1629 - Wemding ist erneut das Zentrum einer „Hexenverfolgung“

Wemding * Im „Kurfürstentum Baiern“ ist Wemding von 1629 bis 1630 erneut das Zentrum einer „Hexenverfolgung“.

Die baierische Enklave liegt auf fränkischem Gebiet und ist umgeben von den Auswirkungen der dortigen „Hexenverfolgungen“.

„Denunziation“ aus dem „Herzogtum Pfalz-Neuburg“ und der „Grafschaft Oettingen“ führen auch hier zu einer neuen Verfolgungswelle - trotz der gemachten schlechten Erfahrungen.

Vierzig Personen werden Opfer des „Hexenwahns“

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1629 - Auch Ingolstadt bekommt noch einen „Hexenprozess“

Ingolstadt * Auch Ingolstadt bekommt noch einen „Hexenprozess“.

Das „Strafurteil“ fällt die „Juristenfakultät der Universität Ingolstadt“.
Es ist ihr einziges bekanntes Urteil in einem „Hexenprozess“.

Verurteilt wird die „Hofschneiderin“ Catharina Nickhlin wegen „Teufelsbündnis, Teufelsvermischung, Absagung Gottes, Schädigung von Mensch und Vieh“ und wegen „Verunehrung der Hostien“.

Catharina Nickhlin stammt aus Eichstätt und wird aus dem Kreis der dort wegen „Hexerei“ verbrannten Frauen und Männer denunziert.
Sie flieht nach Ingolstadt, wird aber dort auf Ersuchen der Eichstätter Behörden am 13. Februar 1629 verhaftet.

Nachdem sich die Stadt Ingolstadt gegen den „Hexen-Prozess“ wehrt, muss ein Dr. Wolfgang Kolb auf Befehl des Münchner „Hofrats“ die „Tortur“ durchführen.

Dr. Kolb hat vorher schon als „Hexen-Kommissar“ in Eichstätt gedient. 

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24. 2 1629 - Die Paulaner übernehmen die „Pfarrei in der Au“

Au * Die Paulaner übernehmen die kirchliche Seelsorge der „Pfarrei in der Au“.

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24. 2 1629 - Die Au wird erstmals als „Vorstadt“ bezeichnet

Au * Die Au wird erstmals als „Vorstadt“ bezeichnet.

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6. 3 1629 - Kaiser Ferdinand II. erlässt das „Restitutionsedikt“

Wien * Kaiser Ferdinand II. erlässt - in Übereinstimmung mit den Kurfürsten von Mainz, Köln, Trier und Baiern - das „Restitutionsedikt“, das jede „Entfremdung von katholischem Kirchengut nach dem Stichjahr 1552 für unrechtmäßig“ erklärt.

Davon betroffen wären rund 500 Klöster und Konvente vor allem in Niedersachsen und Württemberg, die Erzbistümer Bremen und Magdeburg sowie zwölf reichsunmittelbare Bistümer in Norddeutschland.
Nur Meißen, Merseburg und Naumburg werden dem Kurfürsten von Sachsen aus politischen Rücksichten vorerst überlassen.

Es erhebt sich nicht nur bei den protestantischen „Reichsständen“ lauter Protest.
Selbst der Papst äußert Bedenken.

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6. 7 1629 - Erfolgreiche Einführung einer neuen „Foltermethode“

Ingolstadt * Die „Juristenfakultät der Universität Ingolstadt“ stellt das „Todesurteil“ gegen Catharina Nickhlin aus, nachdem der „Hofrat“ zuvor die „Hinrichtung durch Verbrennen“ befohlen hat.

Dr. Kolb exekutierte in Wallerstein zwischen 1628 und 1630 zwanzig „Hexen“, in Wemding war er im Jahr 1629 für die Hinrichtung der ersten neun Delinquenten verantwortlich.

Den „Erfolg“ von Dr. Wolfgang Kolb führte man auf die Einführung einer neuen „Foltermethode“ zurück: auf den „Bock“, den er erstmals im Kurfürstentum Baiern anwendet. 

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1. 11 1629 - Die ersten vier „Karmeliten“ treffen in München ein

München-Kreuzviertel * Die ersten vier Mönche des „Ordens der Brüder der Seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel“ treffen aus Prag kommend in München ein.

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4. 11 1629 - Die Niederlassung der „Karmeliter“ wird bewilligt

Freising * Bischof Veit Adam von Freising bewilligt die erste Niederlassung der „Karmeliter“ und weist ihnen die „Nikolauskapelle“ in unmittelbarer Nähe der „Wilhelminischen Veste“ [„Herzog-Max-Burg“] als vorläufige Unterkunft zu.

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20. 11 1629 - Die „Karmeliter“ übernehmen die „Nikolauskapelle“

München-Kreuzviertel * Die „Karmeliter“ übernehmen die „Nikolauskapelle“, die Herzog Wilhelm V. als Ersatz der älteren, durch den Bau der „Michaelskirche“ abgebrochenen Kirche errichten hat lassen.

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1630 - Oswald Schys von Peillenstein lässt drei Kreuze aufrichten

Haidhausen * Oswald Schys von Peillenstein, „Kurfürstlicher Geheimrat“, „Hofkammerpräsident“ und „Pfleger von Rottenburg“, kauft dem „Leprosenhaus“, dort, wo sich die Straße nach Rosenheim und die „Salzstraße“ zweigen, einen kleinen Platz ab.

Dort lässt er drei Kreuze aufrichten.

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Um 1630 - Angst vor der häufig auftretenden Tollwut

München * Unter Kurfürst Maximilian I. werden eigene „Hundefänger“ und „Hundeschlächter“ besoldet, deren Aufgabe es ist, streundende Hunde einzufangen und zu erschlagen.  

Dies geschieht auch aus Angst vor der damals häufig auftretenden Tollwut. 

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29. 1 1630 - Eine Bücherverbrennung in Amberg

Amberg * Im Zuge der Rekatholisierung der Oberpfalz lässt Kurfürst Maximilian I. vor den Toren von Amberg 11.183 unkatholische Bücher verbrennen. Diese wurden zuvor von den baierischen Beamten bei systematischen Hausdurchsuchungen eingezogen.

Propagandistisch wird die Bücherverbrennung als Strafgericht inszeniert und durch Jesuitenschüler musikalisch unterstützt.

Die Rekatholisierung der Oberpfalz wird bis zum Jahr 1675 weitestgehend abgeschlossen sein. 

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3. 7 1630 - Ein für den Kaiser wenig erfolgreicher Regensburger Kurfürstentag

Regensburg * Kaiser Ferdinand II. eröffnet den Regensburger Kurfürstentag. Er wird bis November dauern. 

Auf dem Kurfürstentag will Kaiser Ferdinand II.

  • die Wahl seines Sohnes Ferdinand III. zum deutsch-römischen König sichern und
  • Unterstützung gegen die niederländischen Generalstaaten einfordern.

Doch die Kurfürsten verweigern die Zustimmung zur Wahl Ferdinands III. und fordern stattdessen

  • eine Verringerung der kaiserlichen Armee und
  • eine Milderung der Kriegskosten.
  • Der kaiserliche Oberbefehlshaber Albrecht von Wallenstein wird seines Postens enthoben.
    Der 71-jährige Johann Tserclaes Graf von Tilly erhält dafür zusätzlich zu seinem Kommando der katholischen Liga nun auch noch den Oberbefehl über das kaiserliche Heer.
  • Der Kaiser einer Überprüfung des Restitutionsedikts zustimmen. 

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6. 7 1630 - Gustav II. Adolf landet mit 13.000 Mann an der Küste Pommerns

Pommern * Der schwedische König Gustav II. Adolf landet mit einem Heer von 13.000 Mann an der Küste Pommerns und greift in die kriegerischen Auseinandersetzungen des „Dreißigjährigen Krieges“ ein.  

Ihm werden zwei siegreiche Schlachten genügen, um die kaiserlich-katholische Position in Norddeutschland zu zerschlagen und bis an die habsburgischen „Erblande“ vorzudringen. 

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1631 - Ein breites Aufflammen der „Hexenprozesse“ im Herzogtum Westfalen

Westfalen * Ein breites Aufflammen der „Hexenprozesse“ kostet während der Zeit von 1626 bis 1631 nachweislich etwa 574 Angeklagten im Herzogtum Westfalen das Leben.  

Durch die von Kurfürst Ferdinand von Köln erlassene „Hexenprozessordnung“ enden nahezu alle Anklagen mit einem Todesurteil. 

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1631 - Hans Spätts Sohn Georg betreibt die „Giesinger Mühle“

Untergiesing * Hans Spätts Sohn Georg betreibt die „Giesinger Mühle“.

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12. 1 1631 - „Hexen“ werden begnadigt, wenn sie sich freiwillig stellen

München * Durch ein weiteres „Hexen-Mandat“ wird den „Hexen“ Begnadigung zugesagt, wenn sie sich freiwillig stellen. 

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5 1631 - Eine „Defensiv-Allianz“ zwischen Frankreich und Baiern

Fontainebleau - München * In Fontainebleau wird eine „Defensiv-Allianz“ zwischen Frankreich und Baiern geschlossen.

Der Vertrag ist zwar für die Dauer von acht Jahren geschlossen, wird aber bereits im Frühjahr 1632 hinfällig.

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5 1631 - Friedrich Spees Schrift gegen Folter und „Hexen-Verfolgungen“

München * Die Schrift „Cautio Criminalis“ des „Jesuitenpaters“ Friedrich Spee erscheint, in der er sich - erstmals im katholischen Bereich - kritisch mit der Anwendung der „Folter“ und den „Hexen-Verfolgungen“ auseinander setzt.

Die Schrift muss „anonym“ erscheinen.
Auch ein aussagekräftigerer Titel - wie etwa „Wider den Hexenwahn“ - wäre ein eindeutiger Verstoß gegen die allgemein herrschende Überzeugungen gewesen und geeignet, neben dem Verfasser auch noch den Drucker und den Verleger in Verdacht zu bringen, dass sie „Hexen“ in Schutz zu nehmen und somit die „Partei des Satans“ stärken würden.

Der „Jesuitenpater“ Friedrich Spee hatte während seiner Aufenthalte in den Zentren der „Hexenverfolgung“ in Köln, Trier, Würzburg, Mainz, Speyer und Paderborn „Hexenprozesse“ verfolgt und kam dabei zur Überzeugung, dass die „Folter“ nicht zur „Wahrheitsfindung“ geeignet sei.

Das verstößt freilich gegen die damalige „Rechtsauffassung“, denn daraus lässt sich ableiten, dass die verdächtigten Frauen - trotz ihrer Geständnisse unter der „Tortur“ - unschuldig sind.

Innerhalb der „Gesellschaft Jesu“ bleibt die Autorenschaft des „Paters“ Friedrich Spee nicht verborgen.
Zeitweise droht ihm sogar die Entlassung aus dem „Jesuitenorden“

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10. 5 1631 - 26.800 kaiserliche Soldaten belagern Magdeburg

Magdeburg * Das „Massaker von Magdeburg“ beginnt.  

Rund 26.800 kaiserliche Soldaten unter Führung des katholischen „Oberbefehlshabers“ Tilly, belagern die Stadt Magdeburg, die eine der bedeutendsten Städte in Deutschlands ist und in der rund 35.000 Menschen leben. 

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17. 5 1631 - Die Bestürmung von Magdeburg beginnt

Magdeburg * Die katholische „Liga“ beginnt mit der „Bestürmung Magdeburgs“

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20. 5 1631 - Die „Kaiserlichen“ bereiten Magdeburg ein grausliches Blutbad an

Magdeburg * Es kommt zu einem ersten schweren Geschützfeuer auf die Stadt Magdeburg und die umliegenden Dörfer.  

Am frühen Morgen dringen die katholischen „Kaiserlichen“, angeführt vom katholischen „Oberbefehlshaber“ Graf Johann Tserclaes von Tilly und „General“ Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim, in die Stadt ein und richten ein grausliches Blutbad an.  Magdeburg versinkt in einer Orgie aus Gewalt, Zerstörung und Plünderung.  

Entsetzte Offiziere bitten Graf von Tilly dagegen einzuschreiten und erhalten die knappe Antwort: „Der Soldat muss etwas haben für seine Gefahr und Mühsal“.

Gegen Mittag fängt die Stadt zu Brennen an.
Ob planmäßige Feuer gelegt worden sind, womöglich durch die Verteidiger der Stadt, wird nie geklärt.
Jedenfalls verlieren dabei mehr als 15.000 Menschen - nach anderen Quellen sogar bis zu 30.000 Menschen - ihr Leben.  

Die sogenannte „Magdeburger Hochzeit“ gilt als das größte und schlimmste Massaker während des „Dreißigjährigen Krieges“, über das man in ganz Europa entsetzt ist.  
Es heißt, die Taten und der Schrecken sind in ihrer Entsetzlichkeit „nicht in Worte zu fassen und nicht mit Tränen zu beweinen“

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1. 7 1631 - Der Gründungsbrief für den Karmeliter-Orden

München * Kurfürst Maximilian I. erlässt einen Gründungsbrief für die Niederlassung des Karmeliter-Ordens in München. Sie sollen für ihren Klosterbau ein Gelände außerhalb der Stadtmauern erhalten, gelegen zwischen Angertor und Schiffertor.

Doch diese Pläne zerschlagen sich im Verlauf des Krieges.

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15. 9 1631 - Graf Tilly zieht in Leipzig ein und lässt ausgiebig plündern

Leipzig * Der kaiserlich-katholische Oberbefehlshaber Tserclaes Johann Graf von Tilly zieht in Leipzig ein und lässt dort ausgiebig plündern. 

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17. 9 1631 - Bei Breitenfeld werden die Kaiserlichen vernichtend geschlagen

Breitenfeld * In der Schlacht bei Breitenfeld [6 Kilometer von Leipzig entfernt] besiegen die Truppen des schwedischen Königs Gustav II. Adolf die Kaiserlichen vernichtend.  

12.000 Kaiserliche bleiben tot auf dem Schlachtfeld, 7.000 geben sich gefangen und werden ohne weiteres in die Reihen der Schweden aufgenommen. Außerdem gehen die Kriegskasse und sämtliche Geschütze verloren.  

Die schwedischen Verbündeten verlieren etwa 3.000 Mann. 

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12 1631 - Albrecht von Wallenstein kehrt wieder auf die Schlachtfelder zurück

Deutschland * Albrecht von Wallenstein kehrt wieder auf die Schlachtfelder zurück.

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13. 2 1632 - Maximilian Ferdinand Graf von Törring-Seefeld wird geboren

München ? * Maximilian Ferdinand Graf von Törring-Seefeld wird geboren. 

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4. 4 1632 - Kurfürst Maximilian I. verlässt München in Richtung Regensburg

München - Regensburg * Kurfürst Maximilian I. verlässt München in Richtung Regensburg, um sich dort seinen Truppen anzuschließen. 

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7. 4 1632 - Gustav II. Adolf überquert die Donau bei Donauwörth

Donauwörth * Der schwedische König Gustav II. Adolf überquert mit 35.000 Mann die Donau bei Donauwörth.

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8. 4 1632 - Die kurfürstliche Familie flieht vor den Schweden nach Salzburg

München * Kurfürstin Elisabeth Renata und ihr Schwager, Herzog Albrecht VI. mit Familie, verlassen aus Angst vor den Schweden München, um sich in Salzburg in Sicherheit zu bringen.

Die kurfürstliche Schatzkammer, kirchliche Schätze und die städtische Barschaft im Wert von 32.449 Gulden werden im Ausland, im „Erzbistum Freising“, in Sicherheit gebracht.

Münchner Bürger und Adelige, die es sich finanziell leisten können, suchen Schutz in Tirol oder Italien.

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14. 4 1632 - Der „Schwedenkönig“ Gustav Adolf erreicht den Lech

Rain am Lech * Der „Schwedenkönig“ Gustav II. Adolf erreicht den Lech.  

Gegenüber bei dem Dorf Rain hat Graf von Tilly mit 27.000 Mann sein Lager aufgeschlagen.

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15. 4 1632 - Schwedens König Gustav Adolf erkämpft den Lechübergang

Rain am Lech * In der „Schlacht bei Rain am Lech“ werden die „Kaiserlichen“ unter Führung des katholischen „Oberbefehlhabers“ Johann Tserclaes  Graf von Tilly von den Truppen des Schwedenkönigs Gustav II. Adolfs besiegt.  

Dadurch können die „Schweden“ den Lech überschreiten, womit ihnen das ganze Kurfürstentum Baiern offen steht.  
Die Baiern müssen jetzt die leidvollen Erfahrungen mit dem Durchzug feindlicher Heere durchleben.  

Graf von Tilly wird in der Schlacht durch einen Schuss schwer am Bein verwundet.  
Kurfürst Maximilian I. zieht sich daraufhin in das stark befestigte Ingolstadt zurück.  

Die Erfolge des schwedischen Königs, den seine Anhänger „Löwe aus Mitternacht“ und „Gideon des Nordens“ nennen, von seinen Feinden aber als „Schneekönig“ verspottet wird, machen seinen katholischen Kriegsgegnern Angst.  
Besonders nach dem „Massaker von Magdeburg“

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24. 4 1632 - Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf zieht in Augsburg ein

Augsburg * Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf zieht in Augsburg ein. 

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30. 4 1632 - Johann Tserclaes Graf von Tilly stirbt in Ingolstadt

Ingolstadt * Der „Oberbefehlshaber“ der katholisch-kaiserlichen Truppen, Graf Johann Tserclaes von Tilly, stirbt wenige Tage nach seiner Schussverletzung in Ingolstadt. 

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14. 5 1632 - Geldzahlungen statt Plünderung und Mord

München - Freising * Der kurfürstliche „Kriegsrat“ Johann Küttner und die Münchner Bürgermeister Friedrich Ligsalz und Ferdinand Barth sowie der Stadtrat Paulus Parsdorfer reisen nach Freising. 

Dort treffen sie den Schwedenkönig Gustav Adolf und bitten ihn

  • um Schonung der Stadt vor Brand und Plünderung,
  • die Sicherung der Personen und Eigentum und
  • die Bewahrung von Religion und politischer Verfassung.

Sie bieten dafür die Bezahlung einer „Kontribution“ [Geldzahlung] an.

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15. 5 1632 - Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt

München * Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt und nimmt Einquartierungen in den „Klöstern und Häusern der Vornehmen in München, deren Insassen meist nach Tirol oder Italien geflohen waren“.

Die innerhalb der Stadtummauerung lebenden „Münchner“ kommen wieder einmal glimpflich davon.

Die „Soldateska“ plündert, verwüstet, drangsaliert und vergewaltigt dafür um so stärker in den Vororten - besonders in der bevölkerungsreichen Au und in Haidhausen.

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19. 5 1632 - Schwedenkönig Gustav II. Adolf fordert von der Stadt 300.000 Reichstaler

München * König Gustav II. Adolf besucht die „Michaelskirche“ und lässt sich das „Gottesdienstritual“ genauestens erklären.

Der schwedische König Gustav Adolf fordert von der Stadt 300.000 Reichstaler, um München vor der Zerstörung zu verschonen.
Die in der Stadt verbliebene Bürgerschaft versucht daraufhin, soviel wie möglich von der geforderten Summe zusammenzutragen.

Selbst die Ärmsten der Stadt müssen sich daran beteiligen.
Und auch die schon so stark gebeutelten Einwohner der Au, Haidhausens und Giesings haben für die Zahlungen ihr Schärflein beizutragen.
Exakt 940 Gulden und 43 Kreuzer steuern sie aus ihren sowieso schon begrenzten Mitteln bei.

Und dennoch reicht es nicht.
Gerade mal 144.273 Gulden bringt die Geldeintreibung ein.
Das ist nicht mal ein Drittel der geforderten Summe, worauf der „Schwedenkönig“ je 22 weltliche und geistliche Geiseln verlangt.

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Nach dem 20. 5 1632 - Kurfürst Maximilian I. will „ein gottgefälliges Werk“ schaffen

München * Nachdem die Schweden im Dreißigjährigen Krieg die baierische Haupt- und Residenzstadt München besetzt haben, gelobt Kurfürst Maximilian I. „ein gottgefälliges Werk anzustellen, wenn die hiesige Haupstadt und auch die Stadt Landshut vor des Feinds endlichem Ruin und Zerstörung erhalten würde“

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7. 6 1632 - Die „Schwedengeiseln“ verlassen die Stadt in Richtung Augsburg

München * Statt 44 verlassen insgesamt 42 Priester, Mönche, Brauer, Gastwirte, Ratsherren und Meister als „Schwedengeiseln“ die Stadt in Richtung Augsburg.
Zwei weltliche Gefangene sind erkrankt. 

Mit den Geiseln verlassen auch die Schweden die baierische Haupt- und Residenzstadt München.

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16. 6 1632 - Die „Schwedengeiseln“ werden wie Gefangene behandelt

Augsburg * Die „Schwedengeiseln“, auch die aus anderen baierischen Städten, werden in der alten „Bischöflichen Residenz“ in Augsburg untergebracht und wie Gefangene behandelt.

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21. 6 1632 - Die „Schwedengeiseln“ wollen eine „Votivtafel“ spenden

Augsburg * Die „Schwedengeiseln“ leisten ein Gelübde.

Sie wollen nach ihrer Befreiung eine „Wallfahrt“ und einen „Dankgottesdienst zu Ehren der Gottesmutter“ ausrichten und eine „Votivtafel“ spenden.

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7. 8 1632 - Viel Geld für die Schweden-Geiseln

Augsburg * 73.000 Reichstaler werden in der Hoffnung nach Augsburg gebracht, dass die Schweden die Hälfte der Geiseln freilassen.

Die Geiselnehmer fordern aber zunächst weitere 37.000 Reichstaler.

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16. 11 1632 - Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf verliert sein Leben

Lützen - Wien * Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf verliert in der „Schlacht von Lützen“ sein Leben. 

Sein Widersacher, Albrecht von Wallenstein, setzt dem geschwächten Gegner nicht nach, sondern zieht sich danach ins Winterquartier nach Böhmen zurück.  

In Wien stoßen diese Entscheidungen auf Unverständnis, denn hier herrscht eine unbeschreibliche Freude „wegen der Königlichen Majestät zu Schweden Todesfall“

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29. 11 1632 - Der Winterkönig Friedrich V. stirbt in Mainz

Mainz * Der als Winterkönig in die Geschichte eingegangene Friedrich V. stirbt in Mainz. 

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Um den 10. 6 1633 - Zwei „Schwedengeisel“ kehren nicht mehr zurück

Augsburg * Eine Münchner und eine Landshuter „Schwedengeisel“ kehren trotz ihres gegebenen Ehrenwortes von einem Verhandlungsauftrag nicht mehr zurück.

Das verärgert die Schweden noch mehr.

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17. 6 1633 - Die Schweden bringen die Geiseln unter Misshandlungen nach Nördlingen

Nördlingen * Die Schweden bringen die Geiseln unter Misshandlungen nach Nördlingen.

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5. 8 1633 - Ein nachweisbarer Einsturz der Münchner Isarbrücke

München * Ein nachweisbarer Einsturz der heutigen Ludwigsbrücke ereignet sich.

Es gibt zwar kein amtliches Dokument, dafür aber ein Mirakelbild an der südlichen Außenmauer der Tuntenhausener Kirche.
„Bei dem theilweisen Einsturze der Isarbrücke zu München am 5. August 1633 kam Jakob Oefele, Zimmermann von der Au, in große Todesgefahr, indem er mit noch 50 Personen ins Wasser fiel, nach gemachten Gelöbnis wurde er errettet”.

Über die Zahl der Opfer dieses Brückeneinsturzes ist allerdings nichts Näheres bekannt.

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27. 8 1633 - Die „Schwedengeiseln“ werden wieder nach Augsburg verlegt

Augsburg * Die „Schwedengeiseln“ werden wieder nach Augsburg zurück verlegt.

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17. 9 1633 - Die Paulanermönche kommen in den Besitz der Lärchlbrauerei

München-Hackenviertel * Die Paulanermönche kommen in den Besitz der Lärchlbrauerei in der Neuhausergasse.

Mit kurfürstlicher Genehmigung durften sie ihren Haustrunk brauen. 

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1634 - Ein Protestbrief gilt als Geburtsurkunde der „Paulaner-Brauerei“

München - Au * Weil sich die Paulanermönche nicht an die Abmachungen halten und ihr Bier auch außerhalb des Klosters verkaufen, beschweren sich die Münchner Brauer beim Magistrat der Stadt und bitten „um entschiedene Abhilfe des klösterlichen Brau- und Ausschankunwesens“.

Dieser Protestbrief gilt als Geburtsurkunde der „Paulaner-Brauerei“.
Die Paulaner verstoßen aallerdings auch in den kommenden 165 Jahren immer wieder ganz bewusst gegen Vorschriften und Gesetze.

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18. 2 1634 - Augsburger Geldgeber verbessern die Lage der „Schweden-Geiseln“

Augsburg * Bei Verhandlungen zwischen baierischen und schwedischen Vertretern einigt man sich, dass der Rest der „Brandschatzungssumme“ in Salz abgegolten werden kann.

Augsburger Geldgeber erklären sich bereit, für 49.765 Scheiben Salz den Schweden die Summe von 140.000 Reichstaler zu bezahlen.
Damit verbessert sich die Lage der „Schweden-Geiseln“.

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25. 2 1634 - Albrecht von Wallenstein wird in Eger ermordet

Eger * Albrecht von Wallenstein wird in Eger ermordet.

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7 1634 - Kaiserliche Truppen schleppen die „Pest“ nach München ein

München * Kaiserliche Truppen halten in Baiern Quartier.

Dieser hauptsächlich aus Italienern bestehende Personenkreis schleppt die „Pest“ nach München ein.

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12. 8 1634 - Die schwerste Pest, die München je erlebt hat, beginnt

München * Mit dem Todesfall der Bäckerswitwe Gebhartin in der Sendlinger Gasse beginnt die schwerste Pest, die München je erlebt hat. Sie dauert bis Februar 1635.

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6. 9 1634 - Die Schweden werden bei Nördlingen vernichtend geschlagen

Nördlingen - Augsburg * Die Schweden werden bei Nördlingen vernichtend geschlagen.

Anschließend beginnt die Belagerung Augsburgs durch die „kaiserlich-baierische Armee“.

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Nach dem 7. 9 1634 - Kurfürst Maximilian I. will sein Gelöbnis erfüllen

München * Nachdem München 

  • von der drohenden Besetzung und Plünderung durch Kontributionen freigekauft werden und
  • das kaiserlich-ligistische und durch spanische Truppen verstärkte Heer in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 einen entscheidenden Sieg über die Schweden erringen konnte,

beauftragt Kurfürst Maximilian I. nach seiner Rückkehr eine Kommission zu überlegen, „was es für ein werkh sein [...] möchte“, mit dem er sein Gelöbnis erfüllen könne.  

Der hochrangige Beraterkreis schlägt die Stiftung eines jährlichen Lobamtes in der Frauenkirche und die Errichtung eines neuen Altars in der entsprechenden Kapelle vor.  
Sie bewegen sich damit im damals üblichen Rahmen für ein Exvoto

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1635 - Bogenhausens erstes Adelsschlösschen

Bogenhausen * Auf einem Teil des Grundes des „Zaichingerhofs“ entsteht Bogenhausens erstes Adelsschlösschen.

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1635 - Besitzer der „Giesinger Mühle“

Untergiesing * Vater und Sohn Schmid besitzen die „Giesinger Mühle“.

Diesen folgen bis zum Jahr 1800 die Familien der Streicher, Brand und Loiblmayer.

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4. 1 1635 - Kurfürstin Elisabeth stirbt in Ranshofen bei Braunau an der Pest

Ranshofen * Elisabeth von Lothringen, Ehefrau des Kurfürsten Maximilian I., stirbt im Alter von 40 Jahren in Ranshofen bei Braunau, wohin sie vor der „Pest“ geflüchtet ist. 

Sie wird in der Münchner „Michaelskirche“ beigesetzt. 

Die Ehe des baierischen Herrscherpaares blieb kinderlos.

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12. 2 1635 - Die „Pest“ wird für beendet erklärt

München * Da nur noch wenige Münchner an der „Pest“ erkrankt sind, wird die Seuche für beendet erklärt. 

Rund 7.000 Münchner sind daran gestorben.
Das entspricht einem Drittel der Einwohnerzahl.

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13. 3 1635 - Die Gefangenschaft der „Schwedengeiseln“ endet

Augsburg * Augsburg wird an die „kaiserlich-baierische Armee“ übergeben. 

Damit endet die Gefangenschaft der „Schwedengeiseln“.

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3. 4 1635 - Die „Schwedengeiseln“ kehren wieder nach München zurück

Augsburg - München * Die 38 „Schwedengeiseln“ kehren wieder nach München zurück. 

Vier von ihnen sind in der Gefangenschaft gestorben, ein Franziskanerpater ist zum Luthertum übergetreten.

Die Überlebenden hatten dabei Glück im Unglück, da sie durch ihre Gefangenschaft der großen „Pestepidemie“ entkommen konnten. 

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19. 4 1635 - Das von den „Schwedengeiseln“ geleistete Gelübde wird eingelöst

Ramersdorf * Das von den „Schwedengeiseln“ geleistete Gelübde wird eingelöst. 

Die „Wallfahrt zu Ehren der Gottesmutter“ führt nach „Maria Ramersdorf“, wo auch ein großes „Votivbild“ angebracht wird.

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Um den 15. 5 1635 - Nach 3-jähriger Abwesenheit kommt Maximilian I. wieder nach München

Braunau - München * Nach über dreijähriger Abwesenheit kehrt Kurfürst Maximilian I. wieder nach München zurück.

Zuletzt residierte er in Braunau.

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30. 5 1635 - Der Prager Frieden wird geschlossen

Prag * Der Kaiser, die katholische Liga und Kursachsen schließen in Prag einen Frieden, dem bald die meisten deutschen Reichsstände beitreten.

Im „Prager Frieden“ wird das Restitutionsedikt für vierzig Jahre ausgesetzt.

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15. 7 1635 - Kurfürst Maximilian I. heiratet Maria Anna von Österreich

Wien * Ohne Einhaltung des Trauerjahres heiratet der 62-jährige baierische Kurfürst Maximilian I. in Wien seine Nichte Maria Anna von Österreich.

Sie ist die Tochter seiner Schwester Maria Anna und des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand II.. Der baierische Kurfürst ist damit gleichzeitig Schwager und Schwiegersohn des Kaisers.

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9 1635 - Kurfürst Maximilian I. entscheidet sich für ein „Madonnen-Monument“

München * Kurfürst Maximilian I. entscheidet sich auf Anregung des „Hofkammerpräsidenten“ Johannes Mandl von Deutenhofen, „zu Ehren Gottes und Mariens“  

  • ein „Madonnen-Monument“ zu errichten,  
  • alljährlich eine „Prozession“ und  
  • wöchentlich eine „Messe“ abzuhalten.  
  • Dazu kommen noch „Almosen“ und andere religiöse Verpflichtungen. 

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20. 9 1635 - Verbot der „heimlichen Zusammenkünfte von Manns- und Weibspersonen“

München * Kurfürst Maximilian I. untersagt per Dekret die „heimlichen Zusammenkünfte von Manns- und Weibspersonen“ auf das Strengste.  

„Vor- und außerehelicher Geschlechtsverkehr“, selbst „Tabakrauchen auf der Straße“, führen zu „Schandstrafen“

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1. 10 1635 - Ein kurfürstlicher Befehl untersagt die „Fuchsjagd“

München * Ein kurfürstlicher Befehl untersagt die „Fuchsjagd“.

Durch den ständigen Hunger der Stadtbevölkerung hat sich der Bestand an Katzen und Hunden stark reduziert.
Dadurch nimmt die Mäuse- und Rattenplage stark zu.

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1636 - Ein „Pestfriedhof“ in Obergiesing

Obergiesing * Auf dem heutigen Standort der „Heilig-Kreuz-Kirche“ befindet sich ein Friedhof für die Toten der in diesem Jahr grassierenden „Pest“.

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15. 9 1636 - Ferdinand III. wird zum deutsch-römischen König gewählt

Regensburg * Kaiser Ferdinand II. eröffnet erneut einen Regensburger Kurfürstentag. Er wird bis zum 22. Dezember dauern.

Die Kurfürsten wählen dieses Mal Ferdinands Sohn Ferdinand III. einstimmig zum deutsch-römischen König

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31. 10 1636 - Kurprinz Ferdinand Maria kommt in München zur Welt

München * Kurfürstin Maria Anna bringt den Kurprinzen Ferdinand Maria in München zur Welt.

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6. 11 1636 - Henriette Adelaide von Savoyen wird in Turin geboren

Turin * Die spätere baierische Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen wird in Turin geboren. 

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22. 12 1636 - Ferdinand III. wird römisch-deutscher König

Regensburg * Ferdinand III. wird auf dem Regensburger "Kurfürstentag" römisch-deutscher König. 

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15. 2 1637 - Kaiser Ferdinand II. stirbt in Wien

Wien * Kaiser Ferdinand II. stirbt in Wien.  

Nachfolger auf dem Thron des Kaisers des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ wird sein Sohn Ferdinand III.. 

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13. 10 1637 - Paulus Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn wird geboren

Augsburg * Paulus Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn, der spätere Hofmarkherr von Haidhausen, wird als 15. Kind von Graf Otto Heinrich Fugger, dem Herren zu Mickhausen Grönenbach und Mattsies und Maria Elisabeth, Freiin von Waldburg, in Augsburg geboren. 

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12. 12 1637 - Angekündigte Grundsteinlegung für die „Mariensäule“

München * Kurfürst Maximilian I. teilt dem Münchner Rat - ohne Rücksicht auf dessen Bestimmungsrecht über den Marktplatz - selbstherrlich mit, er werde „der Heiligen Himlkönigin zu Ehrn, und ewiger gedechtnus, ein offentliches Monumentum, von einer Seulen, und darauf stehenden unnser lieben Frauen Bildtnus, mitten deß Plazs, aufrichten“.  
Die Arbeiten beginnen zwei Tage später.  

Er begründet dies mit der „unbezweifelbaren Fürbitte der Himmelskönigin und Muttergottes“, die als Patronin und Beschützerin das Land und die Stadt „von Brand und anderm feindlichen Verderben behütet und errettet“.  

Der „Rat der Stadt“, der zu dieser Entscheidung nicht herangezogen worden ist, muss dies unwidersprochen hinnehmen, obwohl die Stadt seit dem Jahr 1315 das „Privileg“ Kaiser Ludwigs des Baiern besitzt, alleine über die Bebauung des Platzes bestimmen zu dürfen.  

Auf dem zentralen Platz der Bürgergemeinde München ist künftig der „Landesherr“ mit einer „persönlichen Votivgabe“ präsent.  

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22. 8 1638 - Philipp Holzhauser darf eine Kapelle in Haidhausen errichten

Haidhausen * Der „Churfürstlich Baierische Rechnungs-Commissarius und Preibeamte zu München“, Philipp Holzhauser, erhält vom „Freisinger Bischof“ Veit Adam Gebeck die Genehmigung, dass er „in seiner aigentumblichen Behausung vnnd Gartten zu Haidthausen negst München Bogenhauser Pfarr“ eine „Kapelle“ zu Ehren des „Heiligen Kreuzes“ errichten und mit „Paramenten und allem zur Feier des hl. Meßopfers Notwendigen“ versehen darf.  

Außerdem erhält er und seine Ehefrau auf Lebenszeit das Recht zugesprochen, dass sie - so oft sie sich in ihrer Besitzung in Haidhausen aufhalten - an einem „Messopfer“ beiwohnen dürfen, das von einem „geweihten Priester“ gehalten wird.  Ausgenommen von diesem Recht sind lediglich die „Hochfeste“ Ostern, Pfingsten und Weihnachten.  

Philipp Holzhauser muss viel für die Kirche getan haben, dass er solche Privilegien überhaupt erhalten kann.  
Und tatsächlich treten er und seine Gattin mehrfach als „Taufpaten“ in Erscheinung.  
Zudem vermacht er der Haidhauser Kirche mehrmals hohe Geldbeträge. 

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30. 9 1638 - Prinz Maximilian Philipp Hieronymus wird geboren

München * Der zweitgeborene Sohn Kurfürst Maximilians I., Prinz Maximilian Philipp Hieronymus, wird geboren.

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7. 11 1638 - Die „Mariensäule“ wird feierlich eingeweiht

München-Graggenau * Am ersten Sonntag nach „Allerheiligen“ weiht der Freisinger Fürstbischof Veit Adam von Gepeckh das „Marien-Monument“ auf dem „Schrannenplatz“ feierlich ein.

Das ist jener Tag, an dem alljährlich in einer großen „Gedächtnis-Prozession“ der Sieg Maximilians I. in der „Schlacht am Weißen Berg“ bei Prag, im Jahr 1620, gegen die aufständischen Böhmen, gefeiert wurde.  
Auf den Tag genau ist das jetzt 18 Jahre her.  

Die Münchner „Mariensäule“ ist die erste „Madonnen-Säule“ nördlich der Alpen.  

Der baierische Kurfürst hat die „Madonnen-Säule“ als Symbol des durch den „Dreißigjährigen Krieg“ wieder erstarkten katholischen Glaubens und als Ausdruck seiner eigenen tiefen „Marienverehrung“ errichten lassen.  
Er legt damit ein öffentliches Bekenntnis für seine Religion und seine politische Überzeugung ab.  

Die Münchner „Mariensäule“ wird zum Vorbild vieler ähnlicher Monumente in Baiern und Österreich.  

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1639 - Die Kirche für die Auer Marienwallfahrt wird fertiggestellt

Au * Die Kirche für die Auer Marienwallfahrt wird fertiggestellt.

Den Namen „Unserer lieben Frauen Bild Von der Hülff“ erhält das Gnadenbild jedoch erst später.

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1640 - Die Zahl der Mitglieder der „Weinschenkzunft“ wird begrenzt

München * Kurfürst Maximilian I. beschränkt die Zahl der Mitglieder der „Weinschenkzunft“ auf 24 „Weinwirte“ und 2 „Weinzäpfler“

Von den 24 festgesetzten „Weingasthöfen“ befinden sich alleine fünf in der Kaufingerstraße.

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1640 - Der „Adelssitz Stepperg mit Niedergerichtsbarkeit“

Bogenhausen * Georg Schobingers „gemauertes Haus“ in Bogenhausen wird unter dem Namen „Stepperg“ zum „Adelssitz mit Niedergerichtsbarkeit“.

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1640 - Herzog Albrecht Sigismund wird zum Freisinger „Koadjutor“ gewählt

München - Freising * Herzog Albrecht Sigismund von Baiern wird auf Druck des baierischen Kurfürsten Maximilian I. zum „Koadjutor“ (= Nachfolger) des Freisinger Fürstbischofs Veit Adam von Gepeckh gewählt.

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1640 - Kurfürst Maximilian I. lässt seinen Sohn Ferdinand Maria in Wachs nachbilden

München-Kreuzviertel * Kurfürst Maximilian I. lässt seinen vierjährigen Sohn Ferdinand Maria Ignatius Wolfgang lebensgroß in Wachs nachbilden um am „Benno-Altar“ in der „Frauenkirche“ aufstellen, um ihn so unter seinem Schutz zu stellen. 

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1640 - Der „Schweizer Wirt“ an der Tegernseer-Landstraße wird erwähnt

Obergiesing * Der „Schweizer Wirt“ an der Tegernseer-Land-Straße wird erwähnt. 

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9. 6 1640 - Leopold I., der spätere Kaiser, wird in Wien geboren

Wien * Leopold I., der spätere Kaiser, wird in Wien geboren. 

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1641 - Ermittlungen wegen des Auftauchens von „Werwölfen“

Straubing * Im „Rentamt Straubing“ gibt es Ermittlungen wegen des Auftauchens von „Werwölfen“ im „Baierischen Wald“.

Dort hat sich in der Zeit des Krieges „allerhandt zauberische abergläubische Khünstten und sonderlich zwar das Paizen (wodurch Vich und Leithen an Leib und Leben khan Schaden zuegefüegt werden) so starkh eingerissen und überhandt genommen, das der gemaine ainfeltige Burger und Baursmann in die Gedankhen gleichsamb gerathen, er sich beregter abergläubischer Khünsten ohne Sindt und befahrende Bestraffung gebrauchen und bedienen khönne“.

Um die Verdächtigten verhaften zu können, wird ein eigenes „Gefängnis“ erbaut. 

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16. 1 1641 - Jeder Bürger hat sich mit Proviant einzudecken

München * Kurfürst Maximilian I. erlässt den Befehl, wonach sich jeder Bürger mit Proviant einzudecken hat.  

Dieser Vorrat muss ausreichend sein, dass „er selbst und seine Tisch-, Brot- und Kostgenossen“ fünf Monate lang zu essen haben.  
Die eingelagerten Lebensmittel sollen bis zu einem eventuellen Notfall unangegriffen bleiben. 

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24. 1 1641 - Der „Andechser Heiltumsschatz“ soll nach München gebracht werden

Andechs * Maurus Friesenegger, der Abt des „Klosters Andechs“, erhält den Befehl, den „Heiltumsschatz“ nach München zu bringen.

 Wegen der Schneefälle und der extremen Kälte unterbleibt der Transport einstweilen. 

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13. 2 1641 - Der „Andechser Heiltumsschatz“ trifft in München ein

Andechs - München * Der „Andechser Heiltumsschatz“ wird auf Befehl des Kurfürsten Maximilian I. nach München gebracht.  

Die „Heiltümer, Reliquien und Hostien“ werden in der „Gruft des Klosters Andechs“ in der Gruftgasse und in der „kurfürstlichen Münzstätte“ untergebracht. 

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18. 4 1641 - Der „Andechser Heiltumsschatz“ kommt wieder ins Kloster

München - Andechs * Der „Andechser Heiltumsschatz“ wird wieder ins „Kloster Andechs“ zurückgebracht. 

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14. 5 1641 - Kaiser Ferdinand III. und die Kaiserin besuchen München

München * Kaiser Ferdinand III. und die Kaiserin besuchen München, „wo er wahrhaft kaiserlich bewirtet wurde“.  

„Pechpfannen“ beleuchten nachts die Straßen (sicherlich nur wenige ausgesuchte). 

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25. 9 1641 - Befehl zur Beteiligung an den kirchlichen Prozessionen

München * Die Mitglieder des Äußeren Rats wird bei Strafandrohung befohlen, den „wöchentlichen Umgang“ [= Prozession] fleißig zu besuchen und „den Himmel zu tragen“.

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1642 - Maximilian Heinrich wird „Koadjutor“ seines Onkels Ferdinand gewählt

Köln * Maximilian Heinrich, Neffe des Kölner Kurfürsten und Fürstbischofs, wird zum „Koadjutor“ (= Nachfolger) seines Onkels Ferdinand gewählt.

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1642 - Der Brauer Philipp Hölzl kauft die spätere „Singlspielerbrauerei“

München-Angerviertel * Der Brauer Philipp Hölzl kauft die spätere „Singlspielerbrauerei“, nachdem er sie seit 1635 gepachtet hatte.

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8. 9 1642 - Johann Philipp von Schönborn untersagt die „Hexenverfolgungen“

Würzburg * Johann Philipp von Schönborn untersagt nach seinem Amtsantritt die „Hexenverfolgungen“ gänzlich. 

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1643 - Die ersten „Kaffeeschenken“ begegnen uns in Paris

Paris * Die ersten „Kaffeeschenken“ begegnen uns in Paris. 

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Ab 1643 - Der letzte große „Hexenprozess“ in Rain am Lech im Kurfürstentum

Rain am Lech * Im Kurfürstentum Baiern kam es unter der Regierung Maximilians I. in den Jahren 1643/44 zum letzten größeren „Hexenprozess“ in Rain am Lech, der die ungeheuerliche Summe von 3.141 Gulden verschlingt.

Die immensen Kosten, die auch aus den Hinterlassenschaften der „Hexen“ nicht finanziert werden können, lassen den „Hofrat“ von weiteren „Hexen-Verfolgungen“ Abstand nehmen.
Auch die weitgehend beachteten Beschränkungen der „Folter“ und die „Strategie des Widerrufs“ steuern ihren Teil dazu bei.

Der Tatbestand der „Hexerei“ reicht alleine nicht mehr zur Rechtfertigung eines „Todesurteils“ aus.
Hingerichtet werden „Zauberer“ und „Hexen“ im Kurfürstentum Baiern nur noch dann, wenn zudem andere Delikte wie „Giftmord, Kindsmord“ oder „Diebstahl“ nachgewiesen werden können. 

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1643 - Die „Kongregation Maria, Königin der Engel“ wird kirchlich bestätigt

Rom-Vatikan * Die  „Marianische Kongregation Maria, Königin der Engel“ erhält ihre kirchliche Bestätigung. 

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14. 5 1643 - Ludwig XIV. besteigt den französischen Thron

Paris * Ludwig XIV. besteigt den französischen Thron.

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1644 - Kurfürst Maximilian I. lässt Maximilian Philipp in Wachs nachbilden

München-Kreuzviertel * Kurfürst Maximilian I. lässt auch seinen fünfjährigen Sohn Maximilian Philipp Hieronymus lebensgroß in Wachs nachbilden und ebenfalls am „Benno-Altar“ der „Frauenkirche“ aufstellen, um ihn so unter seinem Schutz zu stellen. 

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1645 - Auch Venedig hat nun „Kaffeeschenken“

Venedig * Auch Venedig hat nun „Kaffeeschenken“

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1645 - In Mittenwald entsteht ein zweites „Ballenhaus“

Mittenwald * Für die aufgespeicherten Waren wird ein Mittenwald ein zweites gemeindliches „Ballenhaus“ gebaut. 

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Vor 1648 - Die „Weingärten“ werden von feindlichen Truppen verwüstet

Kurfürstentum Baiern * In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges werden die „Weingärten“ oftmals von feindlichen Truppen verwüstet.

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1648 - Der „Kalender“ wird zur „weltlichen Angelegenheit“ erklärt

Osnabrück * Bei den „Osnabrücker Friedensverhandlungen“ wird der „Kalender“ zur „weltlichen Angelegenheit“ erklärt.

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1648 - Im „Westfälischen Frieden“ wird das „Restitutionsedikt“ aufgehoben.

Westfalen * Im „Westfälischen Frieden“ wird das „Restitutionsedikt“ aufgehoben.

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20. 5 1648 - Schutzsuche hinter den mächtigen Befestigungsanlagen

München - Haidhausen * Im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges ziehen Schweden und Franzosen vom Lech her in Richtung München.

Menschenscharen aus allen Landesteilen suchen Schutz hinter den mächtigen Befestigungsanlagen der Stadt.

Aus Angst, dass Krankheiten ausbrechen könnten, werden 2.934 Menschen mit einem „geringen Almosen“ aus der Stadt gewiesen.
Auf Haidhausen treffen insgesamt 418 Personen, darunter 89 Familien mit 99 Frauen und 230 Kindern.

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4. 10 1648 - Freifrau Maria Jakobäa von Lerchenfeld stirbt in Salzburg

Salzburg - Berg am Laim * Freifrau Maria Jakobäa von Lerchenfeld stirbt in Salzburg, wo sie auch am „Petersfriedhof“ begraben wird.

Ihr Herz wird in einer Zinnurne in der „Loretokapelle“ in Berg am Laim beigesetzt.

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28. 8 1649 - In vier Häusern der Stadt sind Fälle der „Pest“ aufgetreten

München * In vier Häusern der Stadt sind Fälle der „Pest“ aufgetreten.

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1. 9 1649 - Der Rat der Stadt erlässt ein „Pestmandat“

München * Der Rat der Stadt erlässt ein „Pestmandat“.

Nach der Sitzung bittet er in einem Gottesdienst um „Abwendung der laidigen Sucht der Pest“.

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um 1650 - Erst jetzt begegnen wir in München dem „Rheinwein“

München * Erst jetzt begegnen wir in München dem „Rheinwein“.

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14. 8 1650 - In Hamburg wird ein städtisches Leihhaus eröffnet

Hamburg * In Hamburg wird ein städtisches Leihhaus mit einem Beschluss der Bürger eingeführt. 

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13. 9 1650 - Der Kölner Kurfürst Ferdinand stirbt in Arnsberg

Arnsberg * Ferdinand, der Kölner Kurfürst und Bischof von Köln, Lüttich, Hildesheim, Münster und Paderborn, stirbt in Arnsberg/Westfalen.  

Sein Neffe, Maximilian Heinrich, übernimmt die Kurwürde sowie die Bistümer Köln, Lüttich und Hildesheim.  
Die Bistümer Münster und Paderborn gehen dem Hause Wittelsbach für einige Jahre verloren.

Wilhelm Freiherr von Höllinghofen, der gemeinsame Sohn des Fürstbischofs Ernst und seiner Mätresse Gertrud von Plettberg, übernimmt von ihm die „Reichsabtei Stablo-Malmedy“

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11. 12 1650 - Eine Hochzeit „kraft Vollmacht“ in Turin

Turin * Die 14-jährige savoyische Prinzessin Henriette Adelaide wird in Turin „per procurationem“, also „kraft Vollmacht“, mit dem gleichaltrigen baierischen Kurprinzen Ferdinand Maria verheiratet.

Die Stelle des abwesenden Bräutigams nimmt ihr Bruder Carl Emanuel II. ein. 

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1651 - Ferdinand Maria genehmigt den Paulanern den Bau eines Brauhauses

Au * Kurfürst Ferdinand Maria gestattet den Paulanern den Bau eines Brauhauses im Auer Kloster.

Das Jahr gilt als Geburtsjahr des weltweit bekannten „Salvator-Bieres“.

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16. 1 1651 - Wolfgang Holzer kommt in Warngau bei Miesbach zur Welt

Warngau * Wolfgang Holzer, der spätere Abt der im „Lehel“ beheimateten „Ordensgemeinschaft der Hieronymiten“, kommt in Warngau bei Miesbach zur Welt. 

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24. 1 1651 - Anna Maria Katharina di San Germano d‘Agliè wird geboren

Piemont * Anna Maria Katharina di San Germano d‘Agliè, die spätere Besitzerin der „Hofmark Haidhausen“, wird geboren. 

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1. 6 1651 - Caspar von Schmid er hält eine Anstellung als „Hofrat“

München * Caspar von Schmid er hält eine Anstellung als „Hofrat“ in der Haupt- und Residenzstadt München. 

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9 1651 - Kurfürst Maximilian Heinrich wird in Bonn zum Priester geweiht

Bonn * Kurfürst Maximilian Heinrich von Köln, Bischof von Münster und Hildesheim, wird in Bonn zum Priester geweiht.  

Damit ist er nach mehr als einhundert Jahren der erste zum Bischof geweihte Erzbischof von Köln. 

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27. 9 1651 - Kurfürst Maximilian I. stirbt in Ingolstadt

Ingolstadt - München-Kreuzviertel * Kurfürst Maximilian I. stirbt in Ingolstadt. Er wird in der Münchner Michaelskirche beigesetzt. 

Sein Nachfolger wird Kurprinz Ferdinand Maria, dessen Regentschaft bis zu seiner Volljährigkeit seine Mutter, die Kaisertochter Maria Anna, übernimmt.

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8. 12 1651 - Der Freisinger Bischof Veit Adam von Gepeckh stirbt

Freising * Der Freisinger Bischof Veit Adam von Gepeckh stirbt.  

Sein Nachfolger auf dem Bischofsstuhl wird der 28-jährige Baiernherzog Albrecht Sigismund.  

Ihm gehört damit - neben seiner Residenzstadt Freising samt ihrem Burgfrieden - die „Grafschaft Ismaning“, die „Herrschaft Isen-Burgrain“ und die „Grafschaft Werdenfels“

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1652 - In London werden „Kaffeeschenken“ eröffnet

London * In London werden „Kaffeeschenken“ eröffnet.  

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16. 5 1652 - Die savoyische Prinzessin Henriette Adelaide begibt sich nach München

Turin - München * Die savoyische Prinzessin Henriette Adelaide zieht mit einem Tross mit 350 Personen von Turin in Richtung München. 

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