Geschichte - Dienstag den 28.8.1854

München Zeitensprünge
Dienstag den 28.8.1854

Ein großer „Cholera-Bittgottesdienst“ an der „Mariensäule“

München-Graggenau * Um die Abwendung der „Cholera-Epidemie“ zu erflehen und die Ausbreitung künftig möglichst zu unterbinden, wird ein großer „Bittgottesdienst“ an der „Mariensäule“ auf dem „Schrannenplatz“ zelebriert.

25.000 Menschen sollen sich dort eingefunden haben.

© Rudolf Hartbrunner

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Cholera Mariensäule Schrannenplatz Marienplatz Bittgottesdienst 

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Marienplatz

Umgebung

10. 5 1641 - Die Bronzeputti auf dem Säulensockel der „Mariensäule“ werden aufgestellt

München-Graggenau * Durch einen Erlass will Kurfürst Maximilian I. sicherstellen, dass die Mariensäule „in gebierender veneration, und respect erhalten, Insonderheit alle unsauberkheiten und verunehrungen verhietet und abgestelt werden“.  

Die „Mariensäule“ wird deshalb mit einem Marmorgeländer mit den vier Bronze-Laternen umgeben.  

Auf dem Sockel der „Mariensäule“ kommen im gleichen Jahr vier bronzene „Heldenputti“ zur Aufstellung, die für Maria als „ecclesia militans“ [„die in der Welt kämpfenden Kirche“] oder als „Apokalyptisches Weib“ für die im „Kampf der Konfessionen“ siegreiche katholische Kirche instrumentalisiert werden.  

Sie stellen eine Umsetzung des Psalm 91, Vers 13 dar: „Über die Schlange und den Basilisken wirst du schreiten, und den Löwen und den Drachen wirst du zertreten“.  

In nahezu allen Veröffentlichungen über die „Mariensäule“ verkörpert der „Drache“ den „Hunger“, der „Löwe“ den „Krieg“, der „Basilisk“ die „Pest“ und die „Schlange“ den „Unglauben“.  
Sie sollen, so die populäre Auffassung, die großen Plagen der Zeit veranschaulichen.  

Nach einer anderen Definition, die dem Programm des - im Jahr 1674 ausgebrannten - „Zimmers der Religion“ in der „Residenz“ entspricht, steht der „Drache“ für die „Häretiker“ [= „Ketzer“], der „Löwe“ für die „Heiden“, die „Schlange“ für die „Juden“ und der „Basilisk“ für die „Schismatiker“ [= „Protestanten, Kirchenspalter“].  

Aus einem Monument der persönlichen Frömmigkeit des Kurfürsten ist durch die Hinzufügung der „Heldenputti“ zugleich ein „Denkmal des Triumphes des katholischen Glaubens über die Übel der damaligen Zeit“ geworden.  

Da Maximilian I. sowohl den Tag der „Denkmalsweihe“ als auch das Datum für die alljährliche „Dankprozession“ auf den Jahrestag der „Schlacht am Weißen Berg“ orientiert, macht er die „Mariensäule“ auch zu einem unübersehbaren Symbol für den bisher größten Triumph baierischer Waffen über die protestantischen Feinde.  

Und damit macht er aus der „Mariensäule“ eine „Siegessäule“

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28. 8 1854 - Ein großer „Cholera-Bittgottesdienst“ an der „Mariensäule“

München-Graggenau * Um die Abwendung der „Cholera-Epidemie“ zu erflehen und die Ausbreitung künftig möglichst zu unterbinden, wird ein großer „Bittgottesdienst“ an der „Mariensäule“ auf dem „Schrannenplatz“ zelebriert.

25.000 Menschen sollen sich dort eingefunden haben.

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1315 - Die „Freiung“ des Marktplatzes wird von König Ludwig „dem Baiern“ verbrieft

München-Graggenau - Mümchen-Angerviertel * Die „Freiung“ des Münchner Marktplatzes wird von König Ludwig „dem Baiern“ verbrieft. 

Damit kann nicht nur die zunehmende Verengung des Areals gestoppt werden.
Die „Freiung“ stellt vielmehr die Übertragung des Nutzeigentums der Immobilie Marktplatz auf die Kommune dar.

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4. 5 1315 - Die „Freiung“ des Münchner Marktplatzes wird verbrieft

München * Die „Freiung“ des Münchner Marktplatzes wird von König Ludwig IV. „dem Baiern“ verbrieft.  

Der „Gunstbrief“ bezieht sich nur den „Marktplatz“.  
Eine generelle Regelung für alle „Bausachen“ erhält die Stadt erst am 8. Mai 1342.  

Die „Freiung“ bedeutet,  

  • dass die Stadt das alleinige Recht in Bauangelegenheiten auf diesem Platz hat, und  
  • dass die Kommune das Nutzeigentum der Immobilie Marktplatz besitzt.  
    Damit kann die zunehmende Verengung des Areals gestoppt werden.  

Die ersten Betroffenen sind die Metzger, die ihre „Fleischbänke“ vor das „Talburgtor“ [= Alter Rathausturm] verlegen müssen.  
Dabei spielten hauptsächlich die unhaltbaren hygienischen Zustände eine Rolle. 

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1350 - Der „Weinmarkt“ findet jeden Montag auf dem „Schrannenmarkt“ statt

München-Graggenau * Der „Weinmarkt“ findet jeden Montag auf dem „Schrannenmarkt“ statt.

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29. 9 1854 - Gottesdienst „für die Errettung aus dieser großen Drangsal“

München-Graggenau * Ein „Verein hiesiger Bürger“ lädt für den 3. Oktober zu einem „feierlichen Dankamt“ zur „Mariensäule am Schrannenplatz“ ein, „um Gott den Herrn für die Errettung aus dieser großen Drangsal die innigsten Dankgebete darzubringen“.

In dieser Einladung wird die „Cholera“ schon für beendet erklärt.

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28. 5 1854 - Ein „Bittgottesdienst“ zur Abwendung der „Cholera-Epidemie“

München-Graggenau * Ein großer „Bittgottesdienst“ zur Abwendung der „Cholera-Epidemie“ wird an der „Mariensäule“ auf dem „Schrannenmarkt“ zelebriert. 

25.000 Menschen beteiligen sich.

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29. 7 1600 - Die Delinquenten werden in Ketten zum Schrannenplatz geführt

München-Graggenau * Am Morgen führt eine Delegation von berittenen Amtmännern, zwei Priestern und bewaffneten Soldaten die Delinquenten in Ketten vom Falkenturm zum Schrannenplatz, dem heutigen Marienplatz, zum „Malefizrechtstag“. Der gerade elf Jahre alt gewordene Hansel muss beim Bußamtmann der Stadt München auf dem Pferd mitreiten und alles mit ansehen.

Eine geifernde Menschenmenge wartet vor dem Rathaus und hofft auf eine spektakuläre Hinrichtung der Pämbs und ihrer Leidensgenossen. Obwohl der Herzog den Prozess führt, muss die Stadt München den Schauprozess und die Hinrichtung ausrichten. Als der Bannrichter Christoph Neuchinger schließlich die Todesurteile verkündet, wollen die Jubelschreie der Münchner kein Ende nehmen. 

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30. 10 1854 - Der „Schrannenplatz“ wird in „Marienplatz“ umbenannt

München-Graggenau * Der „Schrannenplatz“ wird in „Marienplatz“ umbenannt. 

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Seit dem Jahr 1991 - Die „Heldenputti“ werden durch Abgüsse ersetzt

München-Graggenau - München-Angerviertel * Die seit dem Jahr 1991 in den Werkstätten des „Bayerischen Landesamtes­ für Denkmalpflege“ restaurierten „Heldenputti“ werden zwischen 1994 und 1998 durch Abgüsse ersetzt.  

Die Originale befinden sich seither im Münchner „Stadtmuseum“

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