Zum Inhalt springen
Menü

Alte Bücher

Zum Buch

Seite 8
PDF Export

Malerische Topografie des Königreichs Bayern

Das Karls-Thor

Abbildung zum Eintrag

Von der Brücke, welche in neuester Zeit die Herzogspitalstraße mit der Sonnenstraße, in der Ludwigsvorstadt verbindet, zeigt sich das ehemalige Neuhauser Thor, mit seinen hohen, starken Thürmen, düstern Schutz= und Wehrmauern, dann tiefen Wassergräben als Ueberrest aus dem dreißigjährigen Kriege, wo unter Churfürst Max I. auch München durch diese und die außen herum geführten Erdwälle und Schanzen eine Befestigung erhalten mußte. Max Emanuel befahl auf die, von obigem Thore gegen das Sendlinger Thor laufende Stadtmauer eine Kasern auszubauen, (von von feinem Anherrn für das im Jahre 1622 errichtete churbayer’sche Leibregiment bestimmt, deren Mittelpunkt gegen die Herzogspital=Straße, das Ende an dem heutigen, im Jahre 1815, geöffneten Josephspital=Thore war. Churfürst Karl Theodor begann die unnütz gewordenen Festungswerke zuerst vor dem Neuhauser Thore niederlegen und ebnen, die Straße gegen den alten Stadtgarten und die neue Schießstätte in grader Richtung führen, und mit dem Thore im Halbzistel symmetrisch gebaute Häuser in Verbindung setzen zu lassen, daher dieses Thor vom Jahre 1789 an, Karls-Thor hieß. Die Ausführung übertrug man dem für Bayern unvergeßlichen Generallieutenant der Artillerie, Benjamin Grafen von Rumford, einem Engländer, genannt Tomson. In welche Periode dieses Werk fiel, zeigt das, auf der rechten Seite des Ausganges durch das Thor neben dem Stadtwappen links befindliche österreichisch-bayer’che Reichsvicariats=Wappen. Unter Max IV. ward nach Erbauung der Hofgarten=kasern in der Maxvorstadt im Jahre 1801 der baufällige rechte Flügel der sogenannten Kreuzkasern mit dem Mittelgebäude abgebrochen, der linke hingegen statt dem demolirten Taschenthurm am Schiffer- (Einlaß-) Thore zum Militärgefängnisse verwendet. Der, nicht nur von der Herzog Max=Burg, sondern aus der neuen Residenz durch den Erbauer der letzten vom Schwabinger Thore im Innern der Stadtmauer angebrachte, sogenannte Hofgang leitete trocknen Fußes die frommen Fürstenpersonen zur altberühmlichen Andacht bey Gottes Mutter bis hieher in die Herzogspital=Kirche, wurde aber durch die verschiedenen Unterbrechungen am Schwabinger= und Max-Thore in neuerer Zeit zerstört.