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Seite 52
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Malerische Topografie des Königreichs Bayern

Berg

Dieses königliche Schloß, diesseits des Würmsees etwas erhöht gelagert, heißt mit der Mühle und einigen Fischerhäuschen eigentlich UnterBerg, zum Unterschiede von dem, auf einem Berge oberhalb befindlichen Dorfe und Kirchlein OberBerg, ist eine halbe Stunde von Kempfenhausen, eine Viertelstunde von Leoni entfernt, zwischen welchen beiden es liegt. Auch hier schufen die Hörwarth um das Jahr 1641 die vorhandene, gemauerte Behausung der Hofmark Berg in das gegenwärtige, 2 Stockwerk hohe, in’s Gevierte laufende, moderne Schloß um. Nachdem es nachher Bayerns Churfürst Ferdinand Maria ebenfalls erkauft hatte, ließ er eine Hofgärtnerwohnung erbauen, einen prächtigen Lustgarten nach altfranzösischem Style und mit Vexirwässern, dann 2 kleinen Teichen, in welchen Goldnervlinge und Lachsforellen eingesetzt wurden, anlegen, von welch ersterem nur mehr ein grünendes Sommerhaus an der Kegelbahn, und der lebendige Bogengang an das Ufer des See’s übrigt. Max Emanuel verwechselte die, den Garten ringsherum umgebenden, künstlich zugeschnittenen Heckenzäune gegen die Seeseite mit einer Mauer. Unter König Max Joseph ward die Terrasse mit duftendem Buschwerke und herrlich gedeihenden Obstbäumen besetzt, sofort jene sogenannte Bergleiten, welche hinter dem Schlosse sanft sich erhebt, zu ungemein anmuthigen englischen Anlagen, und herrlichen Spaziergängen (beinahe gleich denen in Tegernsee) umgeschaffen. Zwischen grünenden Fichten, Tannen und Buchen schlängeln sich mancherlei Wege über blumichte Ebene und Höhe, durch buschige Naturlauben, zwischen welchen an Ruhebänken entzückende Fernsichten auf die glänzende Seefläche sich dem einsamen Luftwandler überraschend öffnen, bis er den höchsten und schönsten Punkt erreicht, wo er in Verlegenheit geräth, ob derselbe seine wonnetrunkenen Blicke vor= oder rückwärts lenken soll. Ein neues, in üppigster Fruchtbarkeit prangendes, aber unebenes Thal liegt hier ausgebreitet; freundlich winkt auf dessen jenseitiger Höhe der, übrigens weit und breit sichtbare Spitzthurm von der Wallfahrt Aufkirchen, Gottes Mutter geweiht, mit einem Hospitium, ehemals von Augustinermönchen aus München bevölkert.

Von Vollgenuß ermüdet, aber noch lang nicht gesättigt, steigt man schweigend durch manche Krümmung herab in das wirthliche Hofgärtnerhaus.