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Seite 10
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Malerische Topografie des Königreichs Bayern

Das Kost-Thor

Abbildung zum Eintrag

Kost=Thörchen genannt, hieß in der frühern Zeit das Wurzer=Thor, vielleicht von dem Namen eines nächstanwohnenden Bürgers. Nachher, als im Jahre 1440 Martin Ridler, aus einem der angesehensten und reichsten Patrizier=Geschlechte Münchens, und Mitglied des innern Raths, eine Stiftung für 6 arme Personen gemacht hatte, welche daselbst gespeist wurden, und deren Anzahl unter Verwaltung des Stadt=Magistrats, und durch Zuschüsse mehrerer Wohlthäter bedeutend anwuchs, erhielt es die Benennung Kost= oder Brod=Thor, unter welcher solches in den gleichzeitigen Saal=Büchern vorkommt. Dasselbe ist mit der Jahreszahl 1526 bezeichnet. Der Name blieb, obgleich später das Almosen selbst auf den Frauen=Freithof übersetzt worden ist. Durch dieses Thor kommt man rechts einem Theile des Königlichen Zeughauses, links den Königlichen braunen und weißen Hofbräu=häusern vorbey, auf das Plätzchen (Plätzl). Im Umfange des Thors selbst befindet sich rechts ein schon von Klenze, denen Civilverbrechen zur Last liegen, bestimmt ist. Links sieht man die an das Thor angebauten Werkstätte der Ouvriers für das Königliche Zeughaus. Zu den nächsten äußeren Umgebungen gehören vorzüglich die Königlichen Hofstallungen mit ihren Fourage=Magazinen, und die Königliche Artillerie=Kaserne.