Mural - Grüße von Gleis 11
| Name | Mural - Grüße von Gleis 11 |
|---|---|
| Stadtbezirk | 2. Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt |
| Stadtbezirksteil | Kliniksviertel |
| Straße | Goethestraße 24 |
| Übergabe | 2026 |
| Künstler:innen | Kerpel Melike |
| Kategorie | Kunstwerk Mural |
Das Wandgemälde „Grüße von Gleis 11“ der türkischen Künstlerin Melike Kerpel erinnert an die Geschichte der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter in München und thematisiert Migration, Heimat und kulturelle Identität. Das großformatige Mural entstand im Bahnhofsviertel und greift die Erfahrungen jener Menschen auf, die seit den 1960er-Jahren aus der Türkei nach Deutschland kamen, um hier zu arbeiten und sich eine neue Existenz aufzubauen.
Im Mittelpunkt des Wandbildes steht die Musikerin Ceren Can Ünal mit einer Saz, einem traditionellen türkischen Saiteninstrument. Die Saz symbolisiert kulturelle Herkunft, Erinnerung und die Bedeutung der Musik als Verbindung zwischen alter und neuer Heimat. Ergänzt wird das Motiv durch eine weiße Audiokassette. Sie verweist auf eine Zeit, in der Telefongespräche zwischen Deutschland und der Türkei für viele Familien kaum bezahlbar waren. Stattdessen verschickten zahlreiche Gastarbeiter Kassetten mit gesprochenen Nachrichten, Liedern und Grüßen an ihre Angehörigen. Diese Tonaufnahmen wurden zu einem wichtigen emotionalen Bindeglied zwischen den Familien in der Türkei und den Arbeitern in Deutschland.
Der Titel „Grüße von Gleis 11“ erinnert an Gleis 11 des Münchner Hauptbahnhofs. Dort kamen viele Gastarbeiter nach ihrer langen Zugreise erstmals in München an. Das Gleis entwickelte sich dadurch zu einem symbolischen Ort des Ankommens, der Hoffnung, aber auch des Abschieds und der Trennung von der Heimat.
Das Kunstwerk entstand im Zusammenhang mit Projekten zur kulturellen Erinnerung im Münchner Bahnhofsviertel. Es macht die oft wenig sichtbare Geschichte der Migration im Stadtbild präsent und würdigt den Beitrag der Gastarbeitergeneration zur Entwicklung Münchens. Gleichzeitig schlägt das Wandbild eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und verweist auf die bis heute prägende kulturelle Vielfalt der Stadt.