Cenodoxus
| Name | Cenodoxus |
|---|---|
| Stadtbezirk | 1. Altstadt-Lehel |
| Stadtbezirksteil | Hackenviertel |
| Straße | Sendlinger Straße |
| Standort | Asamkirche |
| Lage | Innenraum |
| Ereignis am | 1740 |
| Personen | Cenodoxus |
| Künstler:innen | Asam Egid Quirin |
| Rubrik | Kunstwerk |
Der Cenodoxus ist eines der bekanntesten Dramen des Jesuitentheaters im frühen 17. Jahrhundert. Das Stück wurde 1602 vom Jesuitenpater Jakob Bidermann geschrieben und erstmals an einem Jesuitenkolleg in Augsburg aufgeführt. Es gehört zu den moralischen Lehrstücken, mit denen die Jesuiten ihre Schüler im Geist der Gegenreformation unterrichteten.
Die Handlung spielt im mittelalterlichen Paris. Im Mittelpunkt steht der berühmte Gelehrte Cenodoxus, ein hochangesehener Professor der Universität. Er gilt als besonders fromm, wohltätig und tugendhaft. Viele Menschen bewundern ihn und halten ihn beinahe für einen Heiligen. Doch hinter dieser äußeren Frömmigkeit verbirgt sich ein gefährlicher Fehler: Cenodoxus ist von heimlichem Stolz erfüllt und vertraut zu sehr auf seine eigenen guten Werke.
Nach seinem Tod erwarten alle, dass er in den Himmel eingeht. Während der Totenfeier geschieht jedoch etwas Erschreckendes: Der Tote richtet sich im Sarg auf und ruft, dass er verdammt sei. Diese dramatische Szene machte das Stück berühmt und erschütterte die Zuschauer tief.
Das Drama vermittelt eine zentrale Botschaft der jesuitischen Spiritualität: Äußere Frömmigkeit allein genügt nicht. Entscheidend sind Demut, aufrichtige Reue und die Gnade Gottes. Der „Cenodoxus“ wurde an vielen Jesuitenschulen Europas aufgeführt und gilt heute als bedeutendes Beispiel des barocken Schul- und Moraltheaters.