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Quellen

Muffatwerk

Quelle: München und seine Bauten (S. 776)
Jahr: 1893
Adresse: Zellstraße

Die erste Anlage des Werkes in kleinerem Umfange für die Zwecke der elektrischen Straßenbeleuchtung erfolgte 1893 durch Stadtbaurat Frauenholz und Wasserwerksdirektor Dietrich. Im Jahre 1895 und namentlich 1898 wurde das Werk zur Einführung des elektrischen Straßenbahnbetriebes durch Baurat Uppenborn und Bauamtmann Hocheder auf seinen dermaligen Umfang gebracht. 1911 erfolgte durch Direktor Zell und Baurat Rehlen die infolge eines Brandes notwendig gewordene Angliederung einer modernen Schaltanlage. Der gesamte Hochbau erforderte M. 410000. Die Leistung der Kraftmaschinen beträgt heute 2000 PS., hiervon sind 1800 PS. Dampfkräfte, 180 PS. Wasserkräfte. Die Leistung der Umformer ist 4450 PS. Die Batterien besitzen 18 960 Amperestunden Kapazität.

Dieses Werk, das größte Dampfwerk der städtischen Elektrizitätswerke, liegt zwischen derJsartalbahn und dem großen Stadtbach. Seme Lage mit Bahnanschluß ist bedingt durch die zur Kondensation nötigen großen Wassermengen und die notwendige Zufuhr der Kohle. Neben der 78,5 m langen und 23 ni breiten Maschinenhalle ist einerseits das 17 m breite Kesselhaus mit seinem 60 in hohen Dampfkamin angeordnet, dem sich ein ausgedehnter Kohlenkeller vorlegt; auf der entgegengesetzten Seite des Maschinenhauses liegen die Schaltanlage, die Wasserreinigungs- und Kondensationsanlagen und anschließend hieran in einem aus Keller-, Erdgeschoß und einem Obergeschoß bestehenden, durch zwei Innenhöfe aufgeteilten Bautrakt Magazine, Akkumulatorenräume, Geschäftsräume für den Betrieb des Werkes und zwei Dienstwohnungen für Beamte des Elektrizitätswerks. Das Werk erzeugt Drehstrom von 5000 Volt, welcher durch ein Hochspannungskabelnetz den verschiedenen Unterstationen zugeführt wird, um in denselben auf Gebrauchsspannung von 2x110 und 650 Volt Gleichstrom umgeformt zu werden. Die Leistung der Kraftmaschinen beträgt 7200 ?8., die der Umformer 3450 ?8. Der Dampf wird von einer Kesselanlage von 4160 qm Heizfläche erzeugt.

Als Betriebskraft dienen Dampfmaschinen, deren Abdampf durch eine zentrale Kondensation niedergeschlagen wird. Die Inbetriebsetzung des Werkes erfolgte im Jahre 1899. Dasselbe übernahm bis zur Inbetriebnahme der Wasserkraftanlagen im Jahre 1907 die Erzeugung hochgespannten Stromes; jetzt dient es als Reservekraftwerk bei Wasserklemme der Wasserkräfte. Das Werk ist nach den Angaben des städtischen Baurats Uppenborn errichtet; der Hochbau
wurde nach einem Entwürfe des damaligen städtischen Bauamtmanns C. Hocheder durch Baurat Rob. Rehlen ausgeführt. Die Kosten des Hochbaues betrugen M. 690000 bei M. 10.10 für den ebrn umbauten Raumes.

Standort