So lang der alte Peter...
Ein Münchner Stadtbuch von Helene Raff
Staffel 2
Folge 26: Altstadt - Der Schlafhaubenkramer
Ein mutiger Krämer verspottete ein Spukgespenst mit Schlafhaube am Frauenfreithof, schlug es und floh. Mit Marienbild vertrieb er den Geist. Seitdem hieß er „Schlafhaubenkramer“, der Spuk verschwand.
Folge 28: Altstadt - Kloster und Kirche der Theatiner
Die Theatinerkirche entstand aus kurfürstlichem Gelübde als erste große Barockkirche Münchens. Das Kloster lebte in strenger Armut, bekannt durch die Hungerglocke. Pater Sterzinger bekämpfte mutig den Hexenwahn. Heute ruhen hier Wittelsbacher Fürsten.
Folge 28: Altstadt - Der Salvatorplatz und der Jungfernturm
Am Salvatorplatz lagen einst Friedhof, Opernhaus und Jungfernturm beisammen. Der Turm nährte düstere Sagen von geheimen Kerkern. Die Salvatorkirche blieb, wurde orthodox; Turm und Oper verschwanden, Erinnerungstafel erinnert heute.
Folge 29: Altstadt - Die Studienkirche und die Dreifaltigkeitskirche
Studienkirche und Dreifaltigkeitskirche entstanden aus Kriegsnöten und Gelübden. Karmeliter und fromme Bürger prägten Münchens Glaubensleben. Visionen, Siege und Bedrohungen führten zu barocken Kirchen, Klöstern und bleibenden Erinnerungen.
Folge 30: Altstadt - Der Bau der Michaelskirche
Die Michaelskirche, Renaissance-Meisterwerk, entstand unter Herzog Wilhelm V. trotz Turmeinsturz und Geldnot. Jesuiten prägten Kunst, Theater und Musik. Sagen um Baumeister und verborgene Schätze begleiteten Bau, Aufhebung und Rückkehr des Ordens.
Folge 31: Altstadt - Unsere liebe Frau vom Herzogspital
Das Herzogspital vereinte Fürsorge für Kranke mit tiefer Marienverehrung. Ein wundertätiges Gnadenbild zog Gläubige und Fürsten an. Prozessionen, Votivgaben und bewegende Abschiede prägten Münchens innigstes, „warmes“ Gotteshaus.
Folge 32: Altstadt - Der Bürgersaal und die Augustinerkirche
Bürgersaal und Augustinerkirche prägten Münchens Frömmigkeit. Foyensische Madonna und Augustiner-Gnadenkindl zogen Gläubige an. Wittelsbacher förderten das Kloster; Säkularisation beendete es, Kirche wurde Mauthalle, später Polizeigebäude.
Folge 33: Altstadt - Die drei Raben
Ein habgieriger Advokat beutet Arme aus und stirbt plötzlich. Bei seiner Aufbahrung zerbrechen zwei Raben das Fenster; ein schwarzer Vogel entweicht seinem Mund. Lichter verlöschen, das Kruzifix stürzt, der Leichnam wird schwarz.
Folge 34: Altstadt - Das Ettaler Haus an der Fürstenfelderstraße
Nach der Romfahrt rät ein geheimnisvoller Mönch Kaiser Ludwig dem Bayern, bei Ampferang ein Kloster zu gründen. Mit erhaltenem Geld entsteht 1330 Ettal. Das wundersame Marienbild wird verehrt; sein Münchner Haus heißt fortan Ettaler Haus.
Folge 35: Altstadt - Der schöne Turm
Der Schöne Turm verband Kaufinger- und Neuhauserstraße, trug Uhr, Wetterkugel und prunkvolle Malereien. 1807 abgerissen, hörten Anwohner nächtlich gespenstische Reiterzüge – gedeutet als Abschied der alten Münchner Herrscher vor neuer Zeit.
Folge 36: Altstadt - Von Sankt Peter
St. Peter, Münchens älteste Pfarrkirche, überstand Brände, Kriege und Streit. Der Sage nach wollte der Teufel den Turm stürzen; ein mutiger Türmer vertrieb ihn mit dem Kruzifix – seitdem heißt es: „Sankt Peter steht schief.“
Folge 37: Herzog Ferdinand und Maria Pettenbeck
Herzog Ferdinand von Bayern heiratete trotz Widerstands die Bürgerliche Maria Pettenbeck. Im prunkvollen Palatium am Rindermarkt lebten sie glücklich mit sechzehn Kindern. Nach ihrem Tod zerfiel das Anwesen; Grabdenkmäler blieben erhalten.
Folge 38: In der Sendlingerstraße
In der Sendlingerstraße wirkten Gelehrte, Dichter und Musiker: Schaidenreißer übersetzte 1537 Homers Odyssee; im Faberbräu entstand Münchens erstes Volkstheater mit Lessing und Schiller; Sänger Valesi lehrte Webers Sohn Karl Maria.
Folge 39: Die Johann Nepomukskirche in der Sendlingerstraße
Die Brüder Asam gelobten nach einer Donaufahrt in Gefahr dem hl. Johann Nepomuk eine Kirche. 1733–1746 entstand in der Sendlingerstraße ihr Rokokojuwel; Legenden, Stiftungen und Tragödien machten es berühmt.
Folge 40: Das Sendlinger Tor und das Fausttürmchen
Am Sendlinger Tor trug das Fausttürmchen eine geballte Faust. Bei unschuldigen Hinrichtungen glühte es blutrot und warnte. So entlarvte sich ein Mörder selbst, nachdem sein Vetter zu Unrecht hingerichtet worden war.
Folge 41: Die schmerzhafte Kapelle und das Kapuzinerkloster
Vor dem Sendlingertor standen Pesthäusl und Passionskapelle. Später entstand die Schmerzhafte Kapelle und ein Kapuzinerkloster, gefördert von Maximilian I. Nach Aufhebung 1802 kehrte der Orden zurück; 1896 entdeckte man die alte Gruft.
Folge 42: Vom alten Friedhof „am Kreuz“ und dem südlichen Friedhof
Im 15. Jahrhundert entstanden neue Friedhöfe „am Kreuz“ und vor dem Sendlingertor. Trotz Widerstands setzten sie sich durch. Später blieb der Südfriedhof zentraler Gottesacker, mit Stephanskirche, Künstlergräbern und Massengräbern von 1654 und 1705.
Folge 43: Hundskugel zu München
Im Gässchen „Hundskugel“ zeigte ein Bild kegelschiebende Hunde mit Würsten. Der Name wurde als „Hundskuchel“ gedeutet oder auf eine rollende Kugel zurückgeführt. Ein Spottreim versprach Heilung „bis neun Kegel umscheiben“.
Folge 44: Sankt Jakob am Anger
Am Anger entstand früh St. Jakob mit Franziskanern, später Klarissinnen. Brände, Legenden und fürstliche Nonnen prägten das Kloster. 1803 aufgehoben, wurde es später Mutterhaus der Armen Schulschwestern und Ort wundersamer Überlieferungen.
Folge 45: Das Münchner Gnadenjahr
1392 feierte München sein erstes Gnadenjahr: wiedergefundene Andechser Reliquien wurden in St. Jakob gezeigt, mit päpstlichem Ablass. Zehntausende pilgerten, streng organisiert. Spätere Ablassjahre förderten den Frauenkirchenbau und begründeten Münchens Festtradition.
Folge 46: Vom Münchner Bier
Seit dem 13. Jahrhundert prägt Bier Münchens Geschichte. Brauordnungen, Hofbräuhaus, Weiß- und Bockbier förderten Qualität und Ruf. Der Legende nach prüften „Bierkieser“ die Güte klebend auf begossenen Bänken.
Folge 47: Die Münchner Sauerbäcken
1322 retteten Münchner „Sauerbäcke“ Kaiser Ludwig in der Schlacht bei Mühldorf. Zum Dank erhielten sie Reichsadler, Freibrief und Bruderschaftshaus. Schlechte Bäcker wurden durch „Schnellen“ öffentlich bestraft.
Folge 48: Die Wadlerbretzen
1318 stiftete Burkhard Wadler Bretzen für Arme; jährlich verteilte ein nächtlicher Reiter sie vom Heilig-Geist-Spital. 1801 endete der Brauch. Die „Quatembermanndln“ galten später als spukende Seelen.
Folge 48: Herzog Wilhelm V. Hochzeit und die Mär vom Doktor Faustus
1568 feierte Wilhelm V. in der Neuen Veste prunkvoll Hochzeit mit Renata von Lothringen: Fürsten, Turniere, Musik Orlando di Lassos, Jesuitenspiel und ein Zwerg aus einer Pastete beeindruckten Gäste; die Feier ging in die Faustsage ein.
Folge 48: Der Waisenvater
Johann Michael Pöppel gründete nach dem Erbfolgekrieg in der Au ein Waisenhaus. Trotz Armut, Spott und Widerstand bettelte er für Kinder, baute eine Anstalt auf und hinterließ 1763 ein gesichertes Werk.