Die Sage vom Raubritter Diez von Schaumburg. 1337
Reihe: Münchner Stadtbuch
Staffel 1· Folge 19 · 01:49
🎧 Podcastbeschreibung
Im Jahr 1337 erzählt man sich in München die Geschichte des Ritters Diez von Schaumburg – eines einst tapferen Kriegers im Dienste Kaiser Ludwigs, der jedoch zum gefürchteten Raubritter wurde. Da ihm sein Sold angeblich nicht ausgezahlt wurde, wandte er sich dem Rauben zu – ein Vorgehen, das in jener Zeit unter Rittern keineswegs ungewöhnlich war.
Doch Schaumburg trieb es zu weit: Immer wieder überfiel er Kaufleute und schadete damit wichtigen Handelsstädten wie Augsburg und Nürnberg. Schließlich wurde er von Münchner Bürgern gefasst und zum Tode verurteilt.
Der Legende nach bat er vor seiner Hinrichtung um eine letzte Gnade: Seine Knechte sollten begnadigt werden, wenn er – selbst nach der Enthauptung – noch an ihnen vorbeilaufen könne. Der Kaiser willigte ein. Und tatsächlich soll der kopflose Körper des Ritters noch an allen vier Gefährten vorbeigelaufen sein, bevor er zusammenbrach. Die Knechte wurden daraufhin verschont.
Die Geschichte gehört zu den eindrucksvollsten Sagen des mittelalterlichen Münchens – und zeigt zugleich, wie eng Wirklichkeit und Legende in dieser Zeit miteinander verwoben sind.