Karl Rosipal
| Geboren | 1843 |
|---|---|
| Gestorben | 1924 [München] |
| Beruf | Unternehmer, Kaufmann |
| Wikipedia | Wikipedia-Eintrag |
Die Idee, den Turm des Neuen Rathauses mit einem Glockenspiel auszustatten, geht auf Georg von Hauberrisser zurück. Die Umsetzung war mit erheblichen Kosten verbunden. Einen wesentlichen Beitrag leistete der Münchner Möbel- und Antiquitätenhändler sowie Kommerzienrat Karl Rosipal. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens seiner Firma stiftete er 1904 eine beträchtliche Summe von 32.000 Mark. Damit konnte die ursprüngliche Planung erweitert und das Glockenspiel mit beweglichen Figuren ausgestattet werden.
Karl Rosipal, der 1924 starb, war Besitzer einer Möbel- und Ausstattungsfirma und Vizekonsul in München. Seine Stiftung geriet während der NS-Zeit in den Zusammenhang der antisemitischen Verfolgung. 1933/34 wurde die von ihm gestiftete Summe seiner Familie zurückerstattet. Offenbar wollte man die Erinnerung an Rosipal als Stifter aus dem Glockenspiel entfernen.
Auch eine Erinnerungsschrift für Rosipal, die in der Torhalle des Rathausturms angebracht war, wurde 1938 entfernt. Sein Name wurde von den Nationalsozialisten offenbar als jüdisch eingeordnet. Eine daraufhin veranlasste Untersuchung stellte jedoch eine nichtjüdische, im damaligen Sprachgebrauch als „arisch“ bezeichnete Abstammung der Familie fest. Die Entfernung der Inschrift wurde anschließend damit begründet, Rosipal habe lediglich die Glocken und nicht das gesamte Glockenspiel gestiftet.
Das Glockenspiel war bereits 1908 fertiggestellt. Wegen anfänglicher Unzufriedenheit mit dem Klang der Glocken wurde es jedoch erst am 18. Februar 1909 offiziell in Betrieb genommen.
Die 32 Figuren sind aus Kupferblech gefertigt.
.Quelle: Brigitte Huber, Das Neue Rathaus in München: Georg von Hauberrisser (1841–1922) und sein Hauptwerk. Dölling und Galitz Verlag, München 2006, ISBN 978-3-937904-24-5.
Straßenbenennung
- Rosipalstraße Straße nicht mehr vorhanden

