Rameau, Jean-Philippe

Name Rameau, Jean-Philippe
Geboren 25.9.1683 in Dijon
Gestorben 12.9.1764 in Paris
Nation (ID) 3
Rang 1
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Ausführliches Werkverzeichnis ( 6)

Opus / Nr. Werktitel Entstehungsjahr Tonart
Les Indes galantes
Pieces de Clavecin 1706
Traitf de Pharmonie reduite á ses principes naturels 1722
Le maitre á danser 1725
Tragedies lyriques 1733
Pieces de clavecin en concerts 1741

Wikipedia-Auszug

Jean-Philippe Rameau (getauft 25. September 1683 in Dijon; † 12. September 1764 in Paris) war ein französischer Komponist, Cembalovirtuose, Organist und Musiktheoretiker.

Neben den dramatischen Werken macht die Kammermusik einen relativ kleinen, aber bedeutenden Teil von Rameaus Werk aus. Die rund 50 Einzelsätze für Cembalo solo entstanden fast alle vor seinen Opern. Während die erste veröffentlichte Sammlung (1706) eine Suite aus einem Prélude und acht Tänzen enthält, bestehen die beiden anderen Sammlungen (1724 und ca. 1726–28) aus jeweils zwei Suiten. Jeweils die erste der beiden Suiten beginnt mit den traditionellen Tänzen Allemande und Courante, denen eine Mischung von Tänzen und Charakterstücken folgt (Les Tourbillons = Die Wirbelwinde, oder L’Egyptienne = Die Zigeunerin).[4] In dem Stück L’Enharmonique (1728) demonstriert Rameau die poetischen Möglichkeiten der enharmonischen Verwechslung. Obwohl Rameaus Charakterstücke in der Nachfolge von François Couperin stehen, entwickelte er jedoch einen ganz eigenen Stil und ging vor allem technisch weit über Alles hinaus, was man bis dahin (nicht nur) in Frankreich an Virtuosität kannte. Ein Beispiel dafür ist das Stück Les Trois Mains (= die drei Hände), in dem er vom Spieler das Überschlagen der Hände verlangt – den sogenannten „Scarlatti-Griff“.[5] Eine ganze Reihe seiner Cembalostücke verwendete Rameau später in orchestrierter Fassung als Balletteinlagen zu seinen Bühnenwerken, u. a. die Musette en Rondeau und den Tambourin von 1724 in Les Fetes d’Hébé (1739), Les Niais de Sologne (1724) in Dardanus (1739) und Les Sauvages in Les Indes galantes (1735).

Eine ganz eigene Struktur haben die Pièces de clavecin en concert von 1741 für Cembalo, Violine und Gambe (ersatzweise konnten die Instrumente gegen eine Flöte oder eine zweite Violine getauscht werden). Hier handelt es sich nicht um die beliebten Triosonaten, bei denen das Cembalo einen begleitenden Generalbass aussetzt, sondern die Cembalostimme ist das eigentliche Solo-Instrument. Ein Modell für diese Form waren die Pièces de clavecin en sonates (1734) von Mondonville. Die in fünf Suiten mit jeweils drei bis vier Sätzen organisierten Stücke haben teilweise programmatische Titel, teilweise erhielten sie nachträglich die Namen von Personen wie La Pouplinière (Rameaus Mäzen) oder La Laborde (damals sein Schüler).

In seinen Bühnenwerken hielt sich Rameau in der Behandlung des Gesangs normalerweise an die auf Lully zurückgehende Tradition der typisch französischen Deklamation in den Rezitativen und eines syllabischen Gesangs in den Airs (Arien), die manchmal in Form von Tänzen gehalten sind (Menuet, Gavotte, Loure) und dann auch direkt in Ballets übergehen. Nur in wenigen Ausnahmen wich er von diesen strengen Vorgaben ab, dies jedoch immer durch den Text oder dramatisch motiviert, wie es auch vorher durchaus schon vorkam. Ein ungewöhnlich extremes und eigentlich untypisches Beispiel ist die bekannte Arie der Folie (= Wahnsinn, Verrücktheit) „Aux langueurs d’Apollon“ in Platée (1745), eigentlich eine Persiflage auf die italienische Oper, wo er den „Wahnsinn“ der Figur durch „verrückte“ italienische Koloraturen, Sprünge und eine ausgeschriebene Kadenz ausdrückt.[6] Rameau schrieb auch eindrucksvolle Arien und Szenen im tragischen Genre, z. B. den Chor „Que tout gémisse“ (Alles soll seufzen) und die Arie „Tristes apprèts, pâles flambeaux“ der Télaire in Castor et Pollux, mit solistischen Fagotten.

Für den Effekt seiner Musik spielte das Orchester eine herausragende Rolle. Denn die eigentlichen revolutionären Neuerungen Rameaus bestanden im brillanten, geistsprühenden und oft unglaublich virtuosen Orchestersatz, besonders für die Streicher. Dies empfand man in Frankreich als italienisch, obwohl Rameau es auf eine ganz eigene Art machte, die stilistisch nicht viel mit der italienischen Musik zu tun hatte. Dazu kommt eine originelle, einfallsreiche und für seine Zeit gewagte Instrumentierung, mit häufig solistisch geführten Bläsern, besonders Traversflöten, Piccoloflöten, Oboen und Fagotten. Er war auch einer der ersten Komponisten, die die noch ganz neue Klarinette verwendeten, z. B. in Acanthe et Céphise (1751).

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