Raub von Kulturgut

Der Zugriff des NS-Staats auf jüdischen Kunstbesitz in München und seine Nachgeschichte

Beschreibung

Kurz nach dem Novemberpogrom 1938 beschlagnahmte die Geheime Staatspolizei in etwa 70 jüdischen Haushalten in München und Umgebung rund 2200 Kulturgüter. Sie leitete damit eine der größten staatlichen Kunstraubaktionen im sogenannten Altreichsgebiet ein. Beteiligt waren Kunstsachverständige, Kunsthändler und Leiter von Museen (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Bayerisches Nationalmuseum, Städtische Galerie, Historisches Stadtmuseum), staatliche und städtische Einrichtungen sowie Institutionen der NSDAP. Die konfiszierten Kunstgegenstände gelangten an unterschiedlichste Orte; das Spektrum reichte von Galerien und Museen über das Münchner Oberfinanzpräsidium und die Gauleitung München-Oberbayern bis zur NSDAP-Parteikanzlei in München. Dieses Buch dokumentiert nun erstmals, wie es zu der Aktion kam, welche Motive und Interessen dahinterstanden, wer davon profitierte und wie Beteiligte und Betroffene nach Kriegsende darüber sprachen – und schwiegen. Es stellt die Beschlagnahmeaktion umfassend vor und ordnet sie in ihrem historischen Umfeld ein.

  • GELEITWORT
    Astrid Pellengahr
    Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern
  • GRUSSWORTE
    Staatsminister Ludwig Spaenle / Kulturreferent Hans-Georg Küppers
    Generaldirektor Bernhard Maaz Bayerische Staatsgemäldesammlungen
  • MUSEEN UND KUNSTRAUB
    Andrea Bambi, Christiane Kuller, Irene Netta, Bernhard Purin
     
  • EINLEITUNG
     
  • KAPITEL 1: DIE VORGESCHICHTE DER BESCHLAGNAHME
    Die Anfänge der NS-Judenverfolgung
    Die Beschlagnahme von »Entarteter Kunst« ab 1937
    Die Konfiskation jüdischer Sammlungen in Wien
    Vermögensanmeldung und Novemberpogrom
  • KAPITEL 2: DIE VIER PHASEN DER BESCHLAGNAHME
    Die Beschlagnahme ab November 1938 - eine konzertierte Aktion
    Die Unterbringung der beschlagnahmten Kunstgüter
    Versuche der Verwertung
    »Eigentum des Reiches«: Die Finanzverwaltung als neuer Akteur
  • KAPITEL 3: TÄTER UND PROFITEURE
    Adolf Wagner (Gauleitung München-Oberbayern)
    Josef Gerum (Geheime Staatspolizei München)
    Karl Freiherr von Eberstein (Münchner Polizei)
    Max Heiß (Reichskammer der bildenden Künste)
    Hans Rauch (Oberfinanzpräsidium München)
    Hans Buchheit, Ernst Büchner und Konrad Schießl (Museen und Sammlungen)
    Ernst Wengenmayr, Ludwig Schrettenbrunner, Jakob Scheidwimmer (Kunstsachverständige)
  • KAPITEL 4: DIE OPFER DER BESCHLAGNAHME UND IHRE SAMMLUNGEN
    Die Opfer der Beschlagnahme
    Die Beschlagnahme in der Wahrnehmung der Opfer und ihrer Angehörigen
    Reaktionen und Handlungsoptionen der Opfer
    Die »sichergestellten« Sammlungen
  • KAPITEL 5: DIE »ZWEITE GESCHICHTE« DER BESCHLAGNAHME
    Verordnete »Entnazifizierung«
    Die Beschlagnahme im Narrativ der Täter
    Ausgangsbedingungen und Verfahrenswege der Rückerstattung
    Belastungsfaktoren der Rückerstattung
     
  • FAZIT
  • DANK
  • ANHANG
  • VERZEICHNIS DER BESCHLAGNAHMEPROTOKOLLE 1938/1939
  • ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
  • QUELLEN-UND LITERATURVERZEICHNIS
  • PERSONENREGISTER
    ABBILDUNGSNACHWEIS