Schreibende Frauen nach '45
München als literarische Wirkstätte
| Autor:in | Dresler Nastasja |
|---|---|
| Verlag (Details) | Allitera Verlag |
| Buchart | Taschenbuch |
| Erscheinung | November 2023 |
| Seiten | 240 S. |
| ISBN / B3Kat | 3962333886 (9783962333881) / BSB-OPAC (BV049391383) |
| Verkaufspreis | 24,90 € |
| Schlagworte | Kunststadt MünchenSchwabylon |
| Personen | Schaefer Oda Elsner Gisela Rinser Luise Scheib Asta Bachmann Ingeborg Bora Katharina von Christ Lena |
| Ort / Straße | Oda-Schaefer-Weg |
Beschreibung
Während München um 1900 ein Zentrum der Frauenbewegung war und einen kreativen Schmelztiegel für Schriftstellerinnen bildete, scheint sich die Spur der schreibenden Frauen nach '45 zu verlieren. Doch das Bild trügt: Von Dagmar Nick bis Doris Dörrie - es gab und gibt sie durchaus. Während man sich allerdings um die Jahrhundertwende in Salons und Cafés zusammenfand, um gegen die patriarchale Ordnung anzuschreiben, speist sich die weibliche Literaturszene ab den 50er-Jahren aus Einzelkämpferinnen, die nur lose verbunden waren und sich untereinander kaum kannten.In den Mittelpunkt dieses Buchs rückt ein Quartett schreibender Frauen: Oda Schaefer, Gisela Elsner, Luise Rinser und Asta Scheib, die in der Landeshauptstadt gelebt und gewirkt haben. Aber auch andere Autorinnen von internationaler Reichweite haben in München Station eingelegt wie etwa die renommierte österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Ihre Stimmen werden in dieser Porträtreihe ebenfalls zu Wort kommen und die Vielfalt weiblichen Schreibens nach 1945 dokumentieren.
Vorwort von Stefan Bollmann
Einleitung
- Kunststadt München: Ein traditionelles Setting und seine weibliche Avantgarde
1.1. Stadt der Biere - und Bücher: Vom Patronat der Künste Ludwigs I. zur Weltstadt mit Herz und Hirn
1.2. Die Münchner Bohemiennes um 1900 und die blinden Flecken weiblicher Nachkriegsliteratur
1.2.1. Der Hexenkessel von Schwabylon oder: München als Hochburg der Emanzipationsbewegung
1.2.2. Der literarische Neubeginn: Ingeborg Bachmann und die Gruppe
1.3. Der Muf von tausend Männerjahren: Frauenbewegung und Literaturtheorie der 60er- / 70er Jahre
- So schreibt doch keine Frau! - Die Debatte um die écriture féminine
2.1. Die weibliche Autorschaft: Befreiung aus dem Musenturm
2.2. Von Helene Cixous zu Karin Struck: Gibt es eine Poetologie weiblichen Schreibens?
- Oda Schaefer: Die Romantikerin
3.1. Ringen mit der Conditio humana: Naturmystik und Magischer Realismus
3.2. Mondlyrik und hohläugige Mannequins: Paradigmen des Frau-Seins
3.2.1. Sapphos Töchter: Kriterien einer Lyrik des Ewig-Weiblichen
3.2.2. Vom Dandyismus derAmazonen bis Zarin Elisabeths Hosenkostüm:
>Ladies only< und andere kulturgeschichtliche Schriften
- Gisela Elsner: Die Rebellin
4.1. Gesellschaftskritik statt Innerlichkeit: Die literarischen Themen der »Virtuosin des Ekelhaften«
4.1.1. Das große Fressen: Faschistische Reminiszenzen im Wirtschaftswunderland der Riesenzwerge (1964)
4.1.2. Sexuelle Abklärung: Das Berührungsverbot (1970) als Anti-Porno
4.1.3. Denunziation und Demontagepatriarchaler Strukturen: Die Eheromane Abseits (1982) und Die Zähmung (1984) 4.2. Wider die Frauenliteratur: Gisela Elsner im »literarischen Ghetto«
- Luise Rinser: Die Metaphysikerin
5.1. Schreiben, um zu überleben: Rinsers schriftstellerische Initiation
5.1.1. Den Wolfumarmen: Prägung durch eineproblematische Kinderstube
5.1.2. Das Lebensgeheimnis lüften oder: der Irrungen und Wirrungen der Liebe erster Teil
5.2. Gott und die Welt verlesen: zwischen politischem Engagement und Gottvertrauen
3.2.1. Zwischen Aufbruch und Untergang: Schatten der NS-Vergangenheit
3.2.2. Halt in Gottfinden oder: der Irrungen und Wirrungen der Liebe zweiter Teil
- Asta Scheib: Die Chronistin
6.1. Scheibs Debüt und Begegnung mit Rainer Werner Fassbinder:
Langsame Tage (1981) als Psychogramm einer jungen Mutter und Ehefrau.
6.2. Historische Ausnahmefrauen: Scheibs (weibliche) Romanbiografien
6.2.1. Luthers rechte Hand: Katharina von Bora.
6.2.2. Nur über ihre Leiche oder: die Leiden der Lena Christ
6.2.3. Frauen, Männer — Menschen: Scheibs Künstlerbiografien
- Anstelle eines Nachworts: (Anti-)Heldinnenfiguren bei Dagmar Nick & Co.