Muster der Landschaft
Notizen zur mittelalterlichen Prägung der Landschaft Südbayerns
| Autor:in | Schmitt Felix |
|---|---|
| Verlag | H&S Ingenieure Freising |
| Erscheinung | Dezember 2018 |
| ISBN / B3Kat | 3000589287 (9783000589287) |
| Bezirk | Oberpfalz |
Beschreibung
Ausgangsfrage des Buches ist die Frage, welche Spuren die mittelalterliche Siedlungs- und Kulturgeschichte in der Landschaft Südbayerns hinterlassen hat. "Kulturgeschichte" wird dabei zuerst im engsten lateinischen Sinn des Wortes verstanden als Geschichte der Landbewirtschaftung. Solche Spuren gibt es viele, seien es Berghöfe und -weiden über dem Inntal, Trockenrasen an der Donau oder Teichlandschaften in Franken: häufig stammen sie aus dem Mittelalter. Das Buch geht ihrer Entstehungsgeschichte nach und stellt zu diesem Zweck dar, wie ländlichen Wirtschaftsweisen in jener Zeit funktionierten. Besprochen werden dabei die - für die Zeit - großen Güter der Meier ebenso wie die spezialisierten Viehhaltungen der Schwaigen, transalpine Weinlogistik oder Krautgärten. Das Buch bringt Verweise auf die gesellschaftlichen Strukturen der Zeit, durch die uns die Schriftquellen überliefert sind, und auf die ökologischen Auswirkungen des Wirtschaftens, die umgekehrt als Sachquellen in der Landschaft gesehen werden können.
- WARUM DAS GANZE?
- BASISINFORMATIONEN: IM TEXT ÖFTERS ERWÄHNTE ORTE
TEIL I: KRAUT UND RÜBEN - NUTZPFLANZEN UND PFLANZENNUTZUNG IM MITTELALTER
- 1.1. Nutzungen des unkultivierten Landes BASISINFORMATIONEN: OBERES INNTAL
- 1.1.1 Energiequelle Holz Hausbrand
- Energie zur Eisenverhüttung
- Wälder zu Sudpfannen
- 1.1.2 Bauholz und Werkholz
- Exkurs zur Eibe
- 1.1.3 Laubnutzung
- 1.1.4 Weide
- Schweinemast: Wald bleibt Wald
- Viehweide: Auflichtung und Baumartenverschiebung
- 1.1.5 Saisonale Spezialbetriebe: Almen
- 1.1.6 Die Bachrunst: Oberflächenabfluss und Erosion
- 1.1.7 Wiesen und Futter für den Winter
- 1.1.8 Intensive Wiesenkultur: Entwässerung und Bewässerung
- 1.2. ACKERBAU UND SEINE AUSWIRKUNGEN
- 1.2.1 Grundrechtliche Aspekte des Ackerbaus BASISINFORMATIONEN: MANGFALLTAL
- 1.2.2 Zum Alter und zur Verbreitung von Fruchtfolgen
- 1.2.3 Brache und ihre Auswirkungen auf Humus- und Nährstoffdynamik
- Zur Entwicklung der Brache über die Zeit
- Anbausysteme mit hohen Bracheanteilen
- Auswirkungen der Brache auf die Nährstoff- und Humusdynamik
- 1.2.4 Landschaftsbild in Tagwerken
- Plugtechnologie
- Beetpflüge und Wölbäcker
- 1.2.5 Erosion und Schwemmland
- 1.2.6 Arbeitsspitze des Jahres: die Ernte
- 1.3. BESONDERHEITEN, HÄUFIGKEIT, UND VERWENDUNG DER WICHTIGSTEN NUTZPFLANZEN IM FELDBAU DES MITTELALTERS
- Wertverhältnisse der Getreide
- Lagerung der Getreide: Begrenzung der Verluste
- BASISINFORMATIONEN: OBERES LECHTAL
- Bemerkungen zur Zubereitung der Getreide - Mälzen
- 1.3.1 Hafer: das Basisgetreide
- 1.3.2 Brotgetreide Roggen
- 1.3.3 Weizen: das Luxusgetreide
- 1.3.4 Gerste: ein Malzrohstoff
- 1.3.5 Wie Kraut und Rüben: Ölfrüchte
- 1.3.6 Leguminosen
- 1.3.7 Hirsen
- 1.3.8 Hopfen
- BASISINFORMATIONEN: KELHEIM
- 1.3.9 Wein
- Geldwerter Charakter des Weins
- Struktur und Verbreitung des Weinanbaus zwischen Alpen und Donau
- Weinbergsstrukturen
- Besser und mehr: Weinimporte
- 1.4.3 Die Südfrüchte Birne und Walnuss
TEIL II: HUNDERT EIER ZU OSTERN - NUTZTIERE IN DER LANDNUTZUNG DES MITTELALTERS
- 1. VIEHBESTÄNDE DES FRÜHEN UND HOHEN MITTELALTERS
- Wollieferanten: Schafe
- Begriffliches
- Wirtschaftlicher Wert
- 1.2 Vom Trag- zum Zugtier: Pferde
- Begriffe
- Zwischen Minitransporter und Luxusfortbewegungsmittel: Der Wert von Pferden
- Reittiere
- Tragtiere
- Pferde im Zugeinsatz
- Zur Pferdezucht
- 1.3 Zuerst die Arbeit: Rinder
- Arbeitsleistung der Rinder
- Milchkühe
- Großviehhaltung, Viehherden, Viehhöfe und Schwaigen
- 1.4 Stets ging es ihnen an den Kragen: Schweine
- Begriffe
- Wirtschaftlicher Wert
- Schweinebestände
- Fütterung der Schweine
- 1.5 Die ersten Milchlieferanten: Ziegen
- 1.6 Das Federvieh: Hühner und Gänse
- 1.7 Domestikation im Mittelalter: Fische
- 12. AUSWIRKUNGEN DER NUTZTIERHALTUNG
- 2.1 Arbeitskräftebedarf der Tierhaltung
- 2.2 Siedlungsbestimmend: Die Wasserversorgung der Nutztiere
- 2.3 Getreide als Futtermittel
TEIL III: VON KLÖSTERN IN TIEFSTER ABGESCHIEDENHEIT - DIE MITTELALTERLICHE LANDSCHAFT MITTELEUROPAS
- I. KONSUMENTEN: ABSCHÖPFUNG UND UMVERTEILUNG VON ÜBERSCHÜSSEN LANDWIRTSCHAFTLICHER PRODUKTION
- Die halbe Bevölkerung in der Landwirtschaft hätte genügt: Ein Ausflug in die Welt der Abgaben
- Lohnempfänger: Die einfachen Leute außerhalb der Landwirtschaft
- Spitzenkonsumenten: Die Spitzen der Gesellschaft
- 2. LOGISTIK DER UMVERTEILUNG: VERKEHRSWEGE
- Klöster, Flüsse, Saumpferde: Zur Verkehrsinfrastruktur der Karolingerzeit
- Pässe, Brücken Städte: Intensivierung des Landverkehrs im hohen Mittelalter
- III. HERRSCHAFTLICHE DURCHDRINGUNG DER MITTELALTERLICHEN LANDWIRTSCHAFT.
- III.3.1 Eher Unternehmer: Die wirtschaftliche Position mittelalterlicher Grundherren
- BASISINFORMATIONEN: VOGTAREUTH
- 3.2 Das Management: Organisationsstrukturen zwischen Bauern und Grundherren
- Die Kelll(n)er(er)
- Forste und Förster
- Meier - Kernelement karolingerzeitlicher Grundherrschaft
- Herrschaftshöfe und kirchliche Organisation
- Grund des herrschaftlichen Hofes: Terra salica und Breiten
- 3.3 Mühlen und die Umformung der Talauen
- BASISINFORMATIONEN: LECHFELD
- 4. VOM GUT ZUM GÜTL: ENTWICKLUNG DER LÄNDLICHEN STRUKTUREN
- 14.1 Die Anfänge im Lechtal: zwischen Antike und Mittelalter
- 4.2 Kleiner ist schöner: Entwicklung der Meierhofstruktur bis zum hohen Mittelalter
- 14.3 Siedlungen um Meierhöfe
- 4.4 Siedlungen ohne Meier
- 4.5 Hochmittelalterliche Burgen und ihre Bauhöfe.
- 4.6 Die letzten landwirtschaftlichen Siedlungen: Moorkolonien
IV. RÖCK- UND AUSBLICK
- 1 LEBEN AM WASSER - BEISPIEL FÜR DIE UMWELT DER SIEDLUNGEN
- 2 TEILUNG DER LANDSCHAFT IN NÄHRSTOFFGEWINNUNGS- UND IN VERBRAUCHSGEBIETE
- 3 INNERBETRIELICHE AUFSTOCKUNG UND DIE GROBE STAGNATION IN DER AGRARSTRUKTUR LITERATUR