Tradition und Demokratie
Das bayerische Kultusministerium, seine Schulpolitik und die NS-Vergangenheit 1945–1975
Leitfaden:
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Felix Lieb untersucht die Schulpolitik des bayerischen Kultusministeriums zwischen 1945 und 1975 und geht der Frage nach, wie die Demokratie-Vorstellungen der Kultusbeamt:innen mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zusammenhingen. Mit Blick auf die Untersuchungsebenen Personal, Sachpolitik und Verwaltungskultur kann er aufzeigen, wie bedeutend dabei Bezüge auf vor-nationalsozialistische Traditionen waren. Vor allem ab den 1960er-Jahren zeigte sich immer deutlicher, dass diese in einem ambivalenten Verhältnis zum Erziehungsziel der Demokratie standen.
- Von der Diktatur in die Demokratie:
Das bayerische Kultusministerium und seine Schulpolitik nach 1945
- Vergangenheiten und Identitäten:
Personelle und personalpolitische (Dis-)Kontinuitäten nach 1945
- Bruch und Kontinuität: Entnazifizierung und Rehabilitierung nach 1945
- Der Neuaufbau der Ehemaligen:
Personalpolitische Weichenstellungen während der Besatzungszeit
- Massenentlassungen, Massenrehabilitierung und Massenintegration:
Entnazifizierung und Wiedereinstellung bayerischer und geflüchteter Lehrkräfte
- Beamtinnen im „politischen Notstand“:
NS-Vergangenheiten des Nachkriegspersonals
- „... dem Staat loyal zu dienen.“
Beamtinnen zwischen Belastung, Anpassung und Vertuschung
- „... jahrelang im Dienste gedemütigt und zurückgesetzt.“
Realität, Konstruktion und Instrumentalisierung von Widerstands- und Verfolgungsbiografien
- Von der Erziehung zur Bildung:
NS-Vergangenheit und Demokratie in der Schulpolitik
- Lückenhafte Geschichte:
Der Umgang mit dem Nationalsozialismus zwischen bajuwarisierender Externalisierung und antitotalitärer Rahmung
- Die Bajuwarisierung der Vergangenheit: Individuelle Erfahrungen und kollektive Narrative der NS-Vergangenheit
- Der ambivalente Boom der „jüngsten Vergangenheit“:
Sach- und personalpolitische NS-Aufarbeitung seit Ende der 1950er-Jahre
- Raum und Geschichte:
Narrative Loyalitäts- und Identitätskonkurrenzen im Kalten Krieg am Beispiel der „Ostkunde“
- Alte Ordnungsideen und neue Unterrichtsnormen:
Politische Bildung, Schülerrechte und Bildungsgerechtigkeit
- Harmonie statt Konflikt:
Konservative Demokratiebilder in Sozialkundeunterricht und politischer Bildung bis in die 1960er-Jahre
- Rechte und Chancen:
Schülerrechte und Schulreformen zwischen Pädagogik und Bildungsexpansion
- Verwaltete Demokratie und demokratische Verwaltung:
Organisationsprinzipien, Handlungsmaximen und Behördenkultur im Kultusministerium
- Subjektive Neutralität:
Der Salvatorplatz als Ort politischen Handelns
- Konflikt und Hierarchie:
Struktur und Arbeitskultur des Kultusministeriums
- Der lange Schatten des „Hundhammer-Gerippes“:
Autonome Handlungsspielräume der Beamtinnen in einer politisierten Kultusverwaltung
- Ohnmacht, Transparenz und Kooperationsdruck:
Das Kultusministerium im föderalen und demokratischen Mehrebenensystem
- „Doing“ und „Undoing Democracy“:
Innerschulische Demokratie als Gegenstand und Verwaltungspraxis
- Partnerschaftlicher Hilfsdienst statt demokratische Interessenvertretung:
Die SMV1949 bis 1968
- Demokratie erstreiten:
Schülerinnen und Kultusministerium in den SMV-Auseinandersetzungen seit 1968
- Demokratie durch Konflikt:
Die Schul- und Vergangenheitspolitik des bayerischen Kultusministeriums
- Abkürzungen
- Abbildungen
- Anhang 1: Übersicht des formalen Belastungsgrades im Personensample
- Anhang 2: Übersicht der bayerischen Staatsminister für Unterricht und Kultus 1945-1975
- Quellen und Literatur
- Personenregister
- Der Autor