Kurt Eisner: 1867-1919
Eine Biographie
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Vor 1914 war Kurt Eisner als Redakteur des Parteiorgans «Vorwärts» einer der führenden Intellektuellen der SPD. Dass der brillante Journalist versuchte, der deutschen Sozialdemokratie in theoretischer wie taktischer Hinsicht neue Wege aufzuzeigen, zeugte nicht nur von großem Selbstbewusstsein, sondern zugleich von einem höchst eigenständigen politischen Kopf. Im Ersten Weltkrieg sagte sich der Pazifist von seiner ehemaligen Partei los und zählte zu denjenigen, die in die USPD übertraten. Eisner kämpfte für Völkerverständigung und Demokratie und übte als politischer Redner eine charismatische Anziehung auf seine Mitmenschen aus. So war es kein Zufall, dass er zum Anführer der NovemberRevolution in Bayern wurde. In der Nacht zum 8.November 1918 rief er die Republik Bayern aus, wobei er den Begriff «Freistaat» prägte. Als erster bayerischer Ministerpräsident veröffentlichte er u. a. Dokumente, die den deutschen Anteil am Ausbruch des Krieges belegten, womit er die uneinsichtige deutsche Rechte weiter gegen sich aufbrachte. Den Mut, auch unbequeme Wahrheiten offen auszusprechen, musste er am 21. Februar 1919 mit seinem Leben bezahlen, als er nach der verlorenen Landtagswahl auf demWeg ins Parlament war, um seinen Rücktritt zu erklären. Bernhard Graus große Biographie setzt diesem übel diffamierten, großen Deutschen sein verdientes Denkmal.
- Einleitung
- Kindheit und Jugend: Eisners weltanschauliche Grundlagen
- Bürgerliche Sozialisation
a) Familie.
b) Schule
c) Universität
- Gegenwelten
a) Freundeskreis
b) Literatur
c) Kurt Eisners Judentum
d) «Psychopathia spiritualis»: Kurt Eisners Auseinandersetzung mit Friedrich Nietzsche
- Abschied von der Jugend
- Berufliche A nfänge
- Vom Zeitungsschreiber zum Redakteur: Erste Erfahrungen mit dem bürgerlichen Pressegewerbe
a) «Universal-Correspondenz» und Depeschenbüro «Herold»
b) «Frankfurter Zeitung»
- Politischer Journalismus in der Provinz: Eisners Marburger Jahre (1893-1898)
a) Der Wechsel zum «General-Anzeiger für Marburg und Umgegend»
b) Die Umformung des «General-Anzeigers» zur «Hessischen Landes zeitung»
c) Das Scheitern des publizistischen Experiments
- Marx oder Kant? - Kurt Eisner und der Marburger Neukantianismus
- Vom «Gemütssocialisten» zum «Klassenkämpfer»
- Hermann Cohen und Paul Natorp: Der Marburger Neukantianismus und seine politischen Konsequenzen.
- Kurt Eisner, Karl Vorländer und Franz Staudinger: Der Versuch einer Synthese von Kant und Marx
- Kurt Eisner und die deutsche Sozialdemokratie
- In Diensten der sozialdemokratischen Presse
- a) Stellung und Arbeitsauftrag Eisners am «Vorwärts»
- Der Wechsel zum Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
- Der «Vorwärts»: Sozialdemokratische Tagespublizistik im Widerstreit der Parteilager und -gruppierungen
- Eisners Rolle innerhalb der «Vorwärts»-Redaktion
- b) Strategien eines engagierten Journalismus: Der «Vorwärts» in der Ära Eisner (igoo—1905)
- Theorie und Taktik. Eisners Standort innerhalb der deutschen Sozialdemokratie
a) «Wie ist wissenschaftlicher Sozialismus möglich?» Kurt Eisner und der Revisionismus Eduard Bernsteins
b) Zwischen Revisionismus und orthodoxem Marxismus. Stationen des Parteipolitikers Kurt Eisner.
- «Parlamentarismus und Ministerialismus»
- Die Milleranddebatte der Jahre 1900 bis 1902
- «Die Vizepräsidentenfrage und anderes»
- Der Dresdener Parteitag des Jahres 1903
- «Debatten über Wenn und Aber»
- Die Auseinandersetzung um die Generalstreikfrage
c) Neukantianismus contra orthodoxen Marxismus.
- Der «Vorwärts»-Konflikt des Jahres 1905
- Neuanfänge
- Von Berlin nach München: Eisners beruflicher Werdegang von 1905-1914
- Das Ringen um ein politisches Mandat
- Elitenschulung oder Breitenbildung — Eisners Bildungskonzept
- Die Entdeckung der Außenpolitik: Kurt Eisner und die Marokkokrisen der Jahre 1905 und 1911
- Kurt Eisner und die bayerische Sozialdemokratie - Ein Mißverständnis?
- Die Geburtsstunde des Revolutionärs: Kurt Eisner und der Erste Weltkrieg
- Die Bewährungsprobe: Kurt Eisner und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs
- Der Gang in die Opposition
- Die Organisation des Widerstandes
- Der Januarstreik des Jahres 1918
- Die Revolution
- Eisner als Ministerpräsident
- Die politische Konstellation
- Das Regierungsprogramm
- Die Eckpfeiler des neuen politischen Kurses
a) Die Grundzüge der «bayerischen Außenpolitik».
b) Der Kampf um eine Föderalisierung des Reichs
c) Eisners Rätekonzeption
- Die Bilanz nach 100 Tagen im Amt
- Verkannt, verachtet, verklärt — Facetten einer sperrigen Persönlichkeit
- Danksagung
- Anhang
- Anmerkungen
- Abkürzungsverzeichnis
- Quellen und Literatur
- Ungedruckte Quellen
- Zeitungen und Zeitschriften
- Selbständige Veröffentlichungen Kurt Eisners
- Gedruckte Quellen, Memoirenwerke und zeitgenössische Literatur
- Sekundärliteratur
- Bildnachweis
- Register