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Ludwig I., Reichsgraf von Löwenstein

Haus: Löwenstein-Wertheim

* 29.09.1463 (Heidelberg) – † 28.03.1523 (Löwenstein)

Ludwig I.

Kinder

Keine Kinder erfasst
Ludwig I. von Löwenstein nimmt eine besondere Stellung im Geflecht des Hauses Wittelsbach ein, da er die Brücke zwischen der kurpfälzischen Dynastie und dem späteren Fürstenhaus Löwenstein-Wertheim schlägt. Als Sohn des pfälzischen Kurfürsten Friedrich I. und dessen morganatischer Gemahlin Clara Tott geboren, war er aufgrund der unstandesgemäßen Ehe seiner Eltern formal von der Thronfolge in der Pfalz ausgeschlossen. Dennoch sicherte ihm die Zuneigung und politische Vorsorge seines Vaters eine eigenständige Stellung innerhalb des Reiches.

Sein Lebensweg war geprägt von dem Bestreben, für sich und seine Nachkommen eine gesicherte Herrschaftsbasis zu schaffen. Durch die Belehnung mit der Grafschaft Löwenstein und geschickte Heiratsverbindungen legte er den Grundstein für eine eigene dynastische Identität. Trotz seiner Sonderstellung blieb er eng mit den Geschicken der pfälzischen Wittelsbacher verbunden und agierte oft im Sinne des kurfürstlichen Hauses, was seine Loyalität und sein diplomatisches Geschick unter Beweis stellte.

In der Münchner Stadtgeschichte und der bayerischen Landesgeschichtsschreibung wird Ludwig oft als Beispiel für die pragmatische Familienpolitik des Adels im ausgehenden Mittelalter angeführt. Er verstand es, jenseits der großen Machtzentren ein stabiles Herrschaftsgebiet aufzubauen, das über Jahrhunderte Bestand haben sollte. Sein Wirken markiert den Beginn einer bedeutenden Seitenlinie, die bis heute existiert. Damit symbolisiert er die Vielfalt und Ausstrahlungskraft des Hauses Wittelsbach, die weit über die Grenzen der bayerischen und pfälzischen Kernlande hinausreichte. Sein Grabmal im Kloster Schönthal zeugt noch heute von seinem Selbstverständnis als wehrhafter Ritter und gläubiger Landesherr.