Wilhelmine Ernestine Prinzessin von Dänemark

Wilhelmine Ernestine, Prinzessin von Dänemark

Haus: Odenburg

* 20.06.1650 (Kopenhagen) – † 23.04.1706 (Schloss Lichtenburg bei Prettin) Freiberg /Dom St. Marien Fürstenkapelle

Ehen:
1. 20.09.1671 in Heidelberg · mit Karl II.
Wilhelmine Ernestine
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Wilhelmine Ernestine von Dänemark, eine Tochter von König Friedrich III. von Dänemark und Norwegen sowie Sophie Amalie von Braunschweig-Calenberg, verkörperte die strategische Verknüpfung nordeuropäischer Königshäuser mit dem pfälzischen Kurhaus. Ihre Vermählung mit dem Kurprinzen Karl II. von der Pfalz war ein zentraler Bestandteil der protestantischen Allianzpolitik des 17. Jahrhunderts, die darauf abzielte, das Machtgefüge gegenüber den katholischen Mächten zu stabilisieren.

Als Kurfürstin von der Pfalz residierte sie am Heidelberger Hof in einer Zeit, die noch immer von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges und den zunehmenden Spannungen mit dem Frankreich Ludwigs XIV. geprägt war. Die Ehe galt aufgrund der gegensätzlichen Charaktere der Eheleute als schwierig und blieb zudem kinderlos, was erhebliche dynastische Konsequenzen für das Haus Wittelsbach hatte. Mit dem Tod ihres Gemahls erlosch die Linie Pfalz-Simmern im Mannesstamm, was schließlich zum verheerenden Pfälzischen Erbfolgekrieg führte.

Nach dem Ende ihrer Zeit als Kurfürstin zog sie sich auf ihren Witwensitz, das Schloss Lichtenburg bei Prettin, zurück. Dort lebte sie im Kreise ihrer Schwestern und widmete sich der Verwaltung ihres Hofstaates. In der Historiografie wird Wilhelmine Ernestine oft als eine zurückhaltende, dem dänischen Erbe verpflichtete Fürstin geschildert, deren Lebensweg die Fragilität dynastischer Planungen verdeutlicht, wenn die biologische Erbfolge ausbleibt. Ihr Erbe ist eng mit dem Übergang der pfälzischen Kurwürde an die Linie Pfalz-Neuburg verknüpft.