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Heilika von Lengenfeld, Pfalzgräfin von Bayern

Haus: Wittelsbach

* 1103 – † 14.09.1170 · Kloster Ensdorf

Ehen:
1. — · mit Otto V. von Scheyern
Heilika von Lengenfeld
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Heilika von Lengenfeld nimmt einen bedeutenden Platz in der Gründungsgeschichte des modernen Bayerns ein, da sie als Stammmutter der Wittelsbacher Dynastie gilt. Durch ihre Heirat mit Otto V. von Scheyern, der sich später als Erster nach der Burg Wittelsbach nannte, wurde sie zum Bindeglied zwischen dem alten bayerischen Adel und jenem Geschlecht, das die Geschicke des Landes über 700 Jahre lang leiten sollte.

Ihre Herkunft aus dem Hause der Herren von Lengenfeld im Nordgau brachte nicht nur prestigeträchtige Verbindungen, sondern auch bedeutende Besitzungen in die Ehe ein. Diese territorialen Zugewinne im heutigen Oberpfälzer Raum waren entscheidend für den Aufstieg der Familie von einfachen Grafen zu den späteren Herzögen von Bayern. Als treue Weggefährtin ihres Mannes unterstützte sie den Bau der Stammburg Wittelsbach bei Aichach, die namensgebend für das gesamte Haus wurde.

Für die Stadtgeschichte Münchens ist sie indirekt von höchster Relevanz: Ihr Sohn Otto I. war derjenige, der im Jahr 1180 von Kaiser Friedrich Barbarossa mit dem Herzogtum Bayern belehnt wurde. Damit legte Heilika die dynastische Basis für die spätere Erhebung Münchens zur Residenzstadt unter ihren Enkeln und Urenkeln. Ihr Wirken fällt in eine Zeit, in der das Fundament für die territoriale Einheit Bayerns gegossen wurde.

Sie verstarb in hohem Alter und fand ihre letzte Ruhe an der Seite ihres Mannes im Kloster Ensdorf. Dieses Kloster war von ihrer Familie gestiftet worden und diente den frühen Wittelsbachern als Grablege, bevor die Theatinerkirche und die Frauenkirche in München diese Rolle übernahmen. Heilika bleibt als die starke Frau im Hintergrund in Erinnerung, ohne deren Erbe und Nachkommenschaft die Geschichte Bayerns und seiner Landeshauptstadt einen völlig anderen Verlauf genommen hätte.