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Maria Leopoldine von Österreich-Este, Kurfürstin von Bayern

Haus: Habsburg Linie: Österreich-Este

* 10.12.1776 (Mailand) – † 23.06.1848 (Wasserburg am Inn) · St. Antoniusberg (Gruftkapelle)

Ehen:
1. 15.02.1795 in Insbruck · mit Karl Theodor
Maria Leopoldine von Österreich-Este
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Maria Leopoldine von Österreich-Este war eine der eigenwilligsten und zugleich politisch klügsten Frauen in der bayerischen Geschichte. Als Tochter von Erzherzog Ferdinand von Österreich-Este und Maria Beatrice d’Este wurde sie 1795 mit dem fast 50 Jahre älteren bayerischen Kurfürsten Karl Theodor verheiratet. Diese Ehe war ein rein machtpolitisches Kalkül, um dem Haus Wittelsbach doch noch einen direkten Erben für das bayerisch-pfälzische Kurfürstentum zu sichern.

Doch die junge Maria Leopoldine weigerte sich standhaft, die ihr zugedachte Rolle als gehorsame Ehefrau und Gebärerin zu spielen. Sie lehnte Karl Theodor ab und verweigerte sich ihm weitgehend, was dazu führte, dass die bayerische Linie der Wittelsbacher 1799 endgültig ausstarb. In der Stunde von Karl Theodors Tod bewies sie außergewöhnlichen politischen Weitblick: Sie hintertrieb die Pläne der Habsburger, Bayern zu annektieren, und verhalf stattdessen der pfälzischen Zweibrücker Linie unter Max I. Joseph zur rechtmäßigen Nachfolge. Damit rettete sie die Eigenständigkeit Bayerns.

Nach dem Tod ihres Mannes verwandelte sie sich in eine äußerst erfolgreiche Geschäftsfrau. Sie zog sich auf ihr Schloss Stepperg zurück, kaufte Ländereien auf, investierte in Brauereien und Landwirtschaft und stieg zu einer der reichsten Frauen Bayerns auf. Ihr bayerischer Patriotismus und ihr wirtschaftliches Geschick machten sie in der Bevölkerung populär, auch wenn ihr Lebensstil – sie ging später eine morganatische Ehe mit dem Grafen Arco ein und hatte mehrere Kinder – am Wiener und Münchner Hof für Skandale sorgte.

Für München und Bayern bleibt sie als die Frau in Erinnerung, die durch ihren Eigensinn und ihren Mut den Weg für das moderne Königreich Bayern ebnete. Ohne ihr Eingreifen im Jahr 1799 wäre Bayern vermutlich eine Provinz Österreichs geworden. Sie war eine moderne Frau in einer konservativen Zeit, die ihre Unabhängigkeit über dynastische Zwänge stellte.

Maria Leopoldine verstarb 1848 infolge eines Kutschenunfalls bei Wasserburg. Sie wurde in einer Gruftkapelle in Stepperg beigesetzt. Ihr Erbe lebt in der Familie der Grafen von Arco-Stepperg fort, und ihre Rolle als "Retterin Bayerns" sichert ihr einen festen Platz in den bayerischen Geschichtsbüchern.