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Elisabeth Renata von Lothringen, Kurfürstin von Bayern

Haus: Lothringen

* 09.10.1574 (Nancy) – † 04.01.1635 (Braunau am Inn) · St. Michael

Ehen:
1. — · mit Maximilian I.
Elisabeth Renata von Lothringen
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Elisabeth Renata von Lothringen war eine bedeutende Fürstin der Gegenreformation, die durch ihre Heirat mit Kurfürst Maximilian I. eine Schlüsselrolle am bayerischen Hof einnahm. Als Tochter von Herzog Karl III. von Lothringen entstammte sie einem der vornehmsten Häuser Europas. Ihre Vermählung im Jahr 1595 markierte den Beginn einer Ära, in der Bayern zum Bollwerk des katholischen Glaubens im Heiligen Römischen Reich aufstieg.

Ihr Leben in München war geprägt von tiefer Frömmigkeit und einer asketischen Lebensführung, die im starken Kontrast zum prunkvollen Hofleben stand. Sie galt als engste Vertrauensperson ihres Mannes und unterstützte ihn in seinen Bemühungen, das Land religiös und administrativ zu festigen. Trotz ihrer hohen Stellung blieb sie persönlich bescheiden und widmete sich intensiv karitativen Aufgaben. Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement für die Armen und Kranken der Stadt, für die sie zahlreiche Stiftungen ins Leben rief und sich oft persönlich in der Pflege engagierte.

Obwohl die Ehe nach vierzig Jahren kinderlos blieb, was für die dynastische Nachfolge eine große Herausforderung darstellte, genoss Elisabeth Renata bis zu ihrem Lebensende höchste Verehrung bei ihrem Gemahl und der Bevölkerung. Ihr Einfluss auf das spirituelle Klima der Residenzstadt war immens; sie förderte religiöse Orden und trug maßgeblich dazu bei, dass München als „deutsches Rom“ bekannt wurde.

Nach ihrem Tod in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde sie in der Münchner Frauenkirche beigesetzt. Für den Stammbaum der Stadtgeschichte Münchens bleibt sie als die Frau in Erinnerung, die an der Seite Maximilians I. die moralische und religiöse Grundlage für den Aufstieg Bayerns zur Kurwürde schuf. Ihr Vermächtnis ist eng mit der katholischen Identität der Stadt und der Tradition landesherrlicher Fürsorge verbunden.