Karl II. der Verhexte, König von Neapel
Haus: Habsburg Linie: spanische
* 06.11.1661 (Madrid, Real Alcázar) – † 01.11.1700 (Madrid, Real Alcázar) · El Escorial im Pantheon der Könige
Eltern
Keine Eltern erfasst
Kinder
Keine Kinder erfasst
Karl II. von Spanien war eine der tragischsten Gestalten der europäischen Geschichte, dessen körperliche und gesundheitliche Leiden oft als Sinnbild für den Niedergang der spanischen Habsburger im 17. Jahrhundert gesehen werden. Infolge einer jahrzehntelangen Inzucht innerhalb seiner Dynastie war er von Geburt an schwächlich und litt unter zahlreichen Behinderungen, was ihm den Beinamen „der Verhexte“ einbrachte. Trotz dieser schweren Lasten regierte er ein Weltreich, das sich von den Niederlanden bis nach Amerika und zu den Philippinen erstreckte. Seine Regierungszeit war geprägt von dem verzweifelten Versuch des Hofes, die staatliche Integrität gegen die Ambitionen des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. zu verteidigen.
Die Bedeutung Karls II. für die Geschichte der Wittelsbacher und die Stadt München kann kaum überschätzt werden, da sein absehbares kinderloses Ableben das bayerische Kurfürstenhaus in das Zentrum der Weltpolitik rückte. Der Münchner Kurfürst Max Emanuel sah durch seine Ehe mit der Kaisertochter Maria Antonia die historische Chance, die spanische Krone für sein Haus zu gewinnen. Tatsächlich ernannte Karl II. den jungen bayerischen Kurprinzen Joseph Ferdinand in seinem ersten Testament zum Universalerben der gesamten spanischen Monarchie. Für kurze Zeit stand München davor, zur Hauptstadt eines globalen Imperiums aufzusteigen, was die ehrgeizigen Bauprojekte Max Emanuels, wie etwa das Schloss Schleißheim, maßgeblich beflügelte.
Mit dem plötzlichen und bis heute rätselhaften Tod des kleinen Joseph Ferdinand in Brüssel zerbrachen diese Träume jedoch kurz vor Karls eigenem Ende. Als Karl II. schließlich im Jahr 1700 verstarb, hinterließ er ein machtpolitisches Vakuum, das zum Spanischen Erbfolgekrieg führte. Dieser Konflikt brachte für Bayern und seine Hauptstadt München katastrophale Folgen mit sich, darunter die jahrelange österreichische Besatzung und das Exil des Kurfürsten. Karl II. blieb somit als der Herrscher in Erinnerung, dessen Erbe Bayern fast in den Ruin getrieben, aber gleichzeitig den künstlerischen und politischen Anspruch Münchens auf eine europäische Ebene gehoben hätte.
Die Bedeutung Karls II. für die Geschichte der Wittelsbacher und die Stadt München kann kaum überschätzt werden, da sein absehbares kinderloses Ableben das bayerische Kurfürstenhaus in das Zentrum der Weltpolitik rückte. Der Münchner Kurfürst Max Emanuel sah durch seine Ehe mit der Kaisertochter Maria Antonia die historische Chance, die spanische Krone für sein Haus zu gewinnen. Tatsächlich ernannte Karl II. den jungen bayerischen Kurprinzen Joseph Ferdinand in seinem ersten Testament zum Universalerben der gesamten spanischen Monarchie. Für kurze Zeit stand München davor, zur Hauptstadt eines globalen Imperiums aufzusteigen, was die ehrgeizigen Bauprojekte Max Emanuels, wie etwa das Schloss Schleißheim, maßgeblich beflügelte.
Mit dem plötzlichen und bis heute rätselhaften Tod des kleinen Joseph Ferdinand in Brüssel zerbrachen diese Träume jedoch kurz vor Karls eigenem Ende. Als Karl II. schließlich im Jahr 1700 verstarb, hinterließ er ein machtpolitisches Vakuum, das zum Spanischen Erbfolgekrieg führte. Dieser Konflikt brachte für Bayern und seine Hauptstadt München katastrophale Folgen mit sich, darunter die jahrelange österreichische Besatzung und das Exil des Kurfürsten. Karl II. blieb somit als der Herrscher in Erinnerung, dessen Erbe Bayern fast in den Ruin getrieben, aber gleichzeitig den künstlerischen und politischen Anspruch Münchens auf eine europäische Ebene gehoben hätte.