Joseph II Kaiser des HRR

Joseph II, Kaiser des HRR

Haus: Habsburg Linie: Lothringen

* 13.03.1741 (Wien) – † 20.02.1790 (Wien) Wien /Kapuzienergruft

Ehen:
1. 23.01.1765 in Schloss Schönbrunn · mit Maria Josepha
Joseph II
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Joseph II. übernahm als ältester Sohn von Maria Theresia und Kaiser Franz I. Stephan die Herrschaft über die Habsburgermonarchie in einer Ära des radikalen gesellschaftlichen Wandels. Nach dem Tod seines Vaters zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt, fungierte er zunächst als Mitregent seiner Mutter, bevor er nach deren Ableben eine Phase tiefgreifender, im Alleingang vorangetriebener Reformen einleitete.

Sein Regierungsstil, der als Inbegriff des aufgeklärten Absolutismus gilt, zielte auf eine radikale Zentralisierung und Modernisierung des Vielvölkerstaates ab. Zu seinen bedeutendsten Erlassen gehörten das Toleranzpatent, das Nicht-Katholiken religiöse Freiheiten einräumte, sowie die Aufhebung der Leibeigenschaft. Joseph II. versuchte, den Staat nach rein rationalen Gesichtspunkten zu organisieren, was ihn in Konflikt mit der Kirche und dem konservativen Adel brachte. Seine kirchenpolitischen Maßnahmen, die als Josephinismus in die Geschichte eingingen, führten zur Aufhebung zahlreicher Klöster, die keinen unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen in Bildung oder Krankenpflege erbrachten.

Außenpolitisch war seine Herrschaft durch das Bestreben nach territorialer Erweiterung geprägt, etwa durch die Beteiligung an der Ersten Polnischen Teilung und den bayerischen Erbfolgekrieg. Seine Versuche, die Verwaltung zu vereinheitlichen, stießen jedoch insbesondere in Ungarn und den Österreichischen Niederlanden auf heftigen Widerstand.

In der dynastischen Geschichte bleibt Joseph II. durch seine Ehen mit Isabella von Parma und Maria Josepha von Bayern verbunden. Da aus beiden Verbindungen kein männlicher Erbe hervorging, der das Kindesalter überlebte, ging die Herrschaft nach seinem frühen Tod auf seinen Bruder Leopold II. über. Joseph II. hinterließ ein Erbe, das zwischen visionärem Fortschritt und den Grenzen des monarchischen Reformeifers schwankte.