Elisabeth von, Herzogin von Bayern-Straubing
* 11.1390 (Hořovice) – † 03.08.1451 (Trier) Trier /Klosterkirche der mindern Brüder
Kinder
Elisabeth von Görlitz war die einzige Erbin des Herzogs Johann von Görlitz und damit eine zentrale Figur in der spätmittelalterlichen Territorialpolitik des Hauses Luxemburg. Als Enkelin Kaiser Karls IV. und Nichte König Wenzels sowie Kaiser Siegmunds stand sie im Zentrum dynastischer Machtansprüche innerhalb des Heiligen Römischen Reiches.
Nach dem frühen Verlust ihres Vaters wuchs sie unter der Vormundschaft ihrer königlichen Onkel auf, die ihre Stellung zur Absicherung politischer Bündnisse nutzten. Durch ihre erste Vermählung mit Anton von Burgund wurde sie Herzogin von Luxemburg. Nach dessen Tod ging sie eine zweite Ehe mit Johann von Bayern ein, dem vormaligen Bischof von Lüttich. Da beide Verbindungen kinderlos blieben, gestaltete sich die Nachfolge in ihren Territorien als hochkomplexer Prozess.
Prägend für ihr Leben war die dauerhafte finanzielle Instabilität ihrer Herrschaft, die sie schließlich dazu zwang, ihre Rechte am Herzogtum Luxemburg gegen eine Leibrente an das Haus Burgund zu veräußern. Mit diesem Verkauf leitete sie den Übergang Luxemburgs in den burgundischen Länderkomplex ein und beendete faktisch die luxemburgische Ära in diesem Raum. Ihr Wirken markiert somit einen entscheidenden Wendepunkt in der europäischen Landkarte zwischen dem Reich und dem aufstrebenden Burgund.
Elisabethe, Tochter Herzogs Johann von Luxenburg u. Görlitz Markgrafen von Brandenburg u. der Lausitz, geb. um das Jahr 1390 (?). In erster Ehe war sie verm. mit Anton von Burgund Herzog von Brabant, der sie zu Brüssel am 6. Juli 1409 (verl. in Prag 27. April gl. J.) als seine 2. Gemahlin heimführte. Er war geb. im J. 1384, fiel in der Schlacht bei Azincourt 25. Oktob. 1415 u. ruht im Chor der St. Johanneskirche zu Tervueren. (Denkmal, ihm, s. ersten Gemahlin u. den 2 Söhnen aus dieser Ehe 1616 errichtet.)
Elisabethe, welche in dieser Ehe keine Kinder gebar, heiratete Herz. Johann III Anfangs Juni 1418, starb zu Trier 3. Aug. 1451 und ruht dort in der Klosterkirche der mindern Brüder. (Epitaph rechts vom Haupt-Altäre mit Inschrift.)