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Gräfin Katharina, Herzogin von Bayern-Ingolstadt

Linie: Bayern-Ingolstadt

* 1395 (Paris) – † 25.06.1462 (Paris)

Ehen:
1. — · mit Ludwig VII.
Gräfin Katharina
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Ludwig VII., genannt der Bärtige, war eine der exzentrischsten und streitbarsten Persönlichkeiten der bayerischen Geschichte des 15. Jahrhunderts. Als Sohn von Stephan III. und Taddea Visconti in München geboren, verbrachte er prägende Jahre am französischen Königshof in Paris, wo seine Schwester Isabeau als Königin residierte. Diese Zeit im Zentrum der europäischen Macht verlieh ihm ein ungeheures Standesbewusstsein und eine Vorliebe für den luxuriösen Lebensstil der französischen Spätgotik, den er später nach Bayern importierte.

Nach seiner Rückkehr übernahm er die Herrschaft im Teilherzogtum Bayern-Ingolstadt und verwandelte seine Residenzstadt in ein kulturelles Juwel. Er war der Bauherr des Neuen Schlosses in Ingolstadt und Gründer des Münsters Zur Schönen Unserer Lieben Frau. Seine Herrschaft war jedoch überschattet von einem fast lebenslangen, erbitterten Kleinkrieg mit seinen Verwandten, insbesondere mit Herzog Heinrich dem Reichen von Bayern-Landshut und seinem Münchner Cousin Ernst. Diese als "Bayerischer Krieg" bekannte Phase der Instabilität führte dazu, dass Ludwig im Reich oft als Unruhestifter isoliert war.

Für die Stadtgeschichte Münchens ist er eine ambivalente Figur: Einerseits war er ein glanzvoller Repräsentant des Hauses Wittelsbach, andererseits bedrohten seine militärischen Ambitionen oft den inneren Frieden der Region. Sein ausgeprägter Eigensinn und sein Konflikt mit dem eigenen Sohn, Ludwig dem Buckligen, führten schließlich zu seinem dramatischen Sturz. Sein Sohn verbündete sich mit den Feinden des Vaters und nahm ihn gefangen, woraufhin Ludwig der Bärtige seine letzten Lebensjahre in Gefangenschaft in Neuburg an der Donau verbrachte.

Mit seinem Tod im Jahr 1447 erlosch die Linie Bayern-Ingolstadt im Mannesstamm, und sein Territorium fiel an die Landshuter Linie. Er hinterließ ein Erbe aus prächtigen Kunstwerken und architektonischen Meisterleistungen, das bis heute Zeugnis von seinem Versuch ablegt, Bayern auf das kulturelle Niveau der französischen Krone zu heben.