Gräfin Katharina, Herzogin von Bayern-Ingolstadt
* 1395 (Paris) – † 25.06.1462 (Paris)
Kinder
Catherine d’Alençon entstammte dem französischen Hochadel als Tochter von Peter II., Graf von Alençon, und Marie de Chamaillart. Als Angehörige des Hauses Valois-Alençon stand sie in enger verwandtschaftlicher Beziehung zum französischen Königshaus, was ihre Bedeutung für die dynastische Heiratspolitik des ausgehenden Mittelalters begründete.
In erster Ehe war sie mit Peter von Navarra, dem Grafen von Mortain, verheiratet. Nach dessen frühem Tod vermittelte ihr Bruder eine prestigeträchtige zweite Verbindung mit dem bayerischen Herzog Ludwig VII. dem Bärtigen, dem Bruder der französischen Königin Isabeau. Diese Vermählung in Paris festigte die politisch-kulturelle Achse zwischen dem Wittelsbacher Hof in Ingolstadt und der französischen Krone.
Als Herzogin von Bayern-Ingolstadt brachte sie nicht nur eine beträchtliche Mitgift in die Ehe ein, sondern repräsentierte auch den französischen Einfluss in den oberdeutschen Territorien. Ihr Leben in Bayern war jedoch von den heftigen innerdynastischen Konflikten ihres Gemahls geprägt, insbesondere dem langjährigen Streit mit dessen Sohn Ludwig dem Höckrigen. Da aus ihrer Ehe mit dem bayerischen Herzog keine überlebenden Nachkommen hervorgingen, blieb ihr Wirken vor allem als Symbol der engen europapolitischen Verflechtung Bayerns mit Frankreich in der Zeit des späten Mittelalters in Erinnerung.
Katharina, Tochter Peter’s II (des Edlen) Grafen von Alencon, geb. zu Verneuil um das Jahr 1395 (?), verm. zu Alencon im Aug. 1411 mit Peter von Evreux, Grafen von Mortagne, welcher 31. März 1366 in Evreux geb. war, zu Sancerre 29. Juli 1412 starb u. in der Karthause zu Paris begr. liegt. (Doppel-Denkmal daselbst in der Nähe der Sakristei von schwarzem und weissem Marmor, hochgrabartig gestaltet, für ihn u. s. Gemahlin.4) Katharina, welche in erster Ehe keine Kinder (?) gebar, verm. sich mit Ludwig in Paris 1. Oktob. 1413, starb daselbst 25. Juni 1462 u. ruht nicht neben ihrem 1. Gemahle, sondern in der AbteiKirche von St. Gänövieve. (Ehemal. Denkmal mit Epitaph daselbst in der St. Martins-Kapelle.)5)