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Friedrich der Weise, Herzog von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern-Landshut

* 1339 – † 04.12.1392 (Budweis)

Friedrich

Kinder

Keine Kinder erfasst
Herzog Friedrich von Bayern, bekannt als Friedrich der Weise, war eine der zentralen Herrschergestalten des späten Mittelalters im Hause Wittelsbach. Als Sohn von Stephan II. und Elisabeth von Sizilien regierte er zunächst gemeinsam mit seinen Brüdern Stephan III. und Johann II., bevor das Herzogtum 1392 im Zuge der großen bayerischen Teilung aufgespalten wurde. Friedrich erhielt dabei das Teilherzogtum Bayern-Landshut.

Seine Regierungszeit markiert den Aufstieg von Bayern-Landshut zum reichsten und mächtigsten der bayerischen Teilstaaten. Friedrich galt als geschickter Diplomat und loyaler Unterstützer der Luxemburger Kaiser. Er fungierte zeitweise als Reichsvikar und war ein enger Berater von König Wenzel sowie Kaiser Sigismund. Im Gegensatz zu seinem prachtliebenden Bruder Stephan III. in Ingolstadt zeichnete sich Friedrich durch eine effiziente Verwaltung und eine kluge Finanzpolitik aus, die den Grundstein für den späten Glanz der „Reichen Herzöge“ von Landshut legte.

In der Stadtgeschichte Münchens ist er vor allem durch die Zeit der gemeinsamen Regentschaft präsent. Bevor er seine Residenz fest nach Landshut verlegte, wirkte er maßgeblich an der Befriedung der häufigen Bürgeraufstände in München mit. Er war ein Förderer des Rittertums und der höfischen Kultur, was sich in prächtigen Turnieren und Festen widerspiegelte, die den Ruf der Wittelsbacher im gesamten Reich festigten.

Friedrich war zweimal verheiratet: zuerst mit Anna von Neuffen und später mit der italienischen Adligen Maddalena Visconti. Diese Verbindung mit dem Haus Visconti aus Mailand unterstrich den europäischen Anspruch der Landshuter Linie und brachte enorme Reichtümer sowie kulturelle Einflüsse in den bayerischen Raum.

Sein plötzlicher Tod in Budweis hinterließ ein gefestigtes Erbe, das sein Sohn, Heinrich der Reiche, übernahm. Friedrich der Weise gilt heute als der Architekt des Landshuter Aufstiegs, dessen dynastische Linie erst 1503 mit dem Landshuter Erbfolgekrieg endete, was schließlich zur Wiedervereinigung Bayerns unter der Münchner Linie führte.