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Elisabeth von Urach, Fürstin von Urach

Haus: Urach

* 23.08.1894 (Schloss Lichtenstein) – † 13.10.1962 (Frauenthal / Steiermark) · Graf

Elisabeth von Urach

Kinder

Keine Kinder erfasst
Fürstin Elisabeth von Urach, Gräfin von Württemberg und spätere Prinzessin von und zu Liechtenstein, verkörpert eine bedeutende dynastische Verbindung zwischen den Häusern Urach und Wittelsbach sowie dem Fürstenhaus Liechtenstein. Als Tochter von Herzog Wilhelm Karl von Urach und Herzogin Amalie Marie in Bayern wuchs sie in einem Umfeld auf, das durch tief verwurzelte katholische Traditionen und weitreichende europäische Adelsbeziehungen geprägt war.

Nach dem frühen Tod ihrer Mutter übernahm sie eine zentrale Rolle innerhalb ihrer Ursprungsfamilie, indem sie die Haushaltsführung und die Erziehung ihrer jüngeren Geschwister leitete. Ihre historische Relevanz ergibt sich zudem aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, in der sie durch eine umfassende Korrespondenz mit ihrem Vater, dem künftigen Mindaugas II. von Litauen, wertvolle zeitgeschichtliche Dokumente hinterließ. Diese Briefwechsel dienen der Forschung heute als wichtige Primärquelle zur Rekonstruktion der familiären und politischen Verhältnisse jener Epoche.

Durch ihre Vermählung mit Prinz Karl Aloys von und zu Liechtenstein, dem vormaligen Landesverweser des Fürstentums Liechtenstein, festigte sie die Verbindung zum liechtensteinischen Herrscherhaus. Ihr Lebensweg verdeutlicht das Rollenverständnis hochadeliger Frauen im frühen 20. Jahrhundert, das zwischen familiärer Verantwortung, religiöser Standhaftigkeit – etwa in der Ablehnung unpassender Brautwerbungen aus konfessionellen Gründen – und der Wahrung dynastischer Kontinuitäten angesiedelt war. Ihre Biografie illustriert somit die engen Verflechtungen der bayerischen Herzogslinie mit dem europäischen Hochadel über die Grenzen des ehemaligen Königreichs Bayern hinaus.