Start Personen Herrscher Literatur Plan Linien

Stephan Christian von Stengel, Freiherr von Stengel

Haus: Wittelsbach

* 06.10.1750 (Mannheim) – † 03.10.1822 (Bamberg)

Stephan Christian von Stengel

Kinder

Keine Kinder erfasst
Stephan von Stengel war ein bedeutender pfälzisch-bayerischer Beamter, Aufklärer und Künstler, der eng mit dem Hof des Kurfürsten Karl Theodor verbunden war. Er wurde 1750 in Mannheim geboren und verstarb 1822 in Bamberg. Sein Leben und Wirken stehen beispielhaft für die Reformbemühungen und den kulturellen Austausch innerhalb der wittelsbachischen Territorien am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Als enger Vertrauter und Kabinettssekretär von Kurfürst Karl Theodor begleitete er diesen 1778 beim Umzug des Hofes von Mannheim nach München, als Karl Theodor das Erbe in Bayern antrat. Stengel war ein liberaler Finanz- und Wirtschaftsfachmann, der sich besonders für die Modernisierung der Landwirtschaft und der Verwaltung einsetzte. Ein bleibendes Denkmal setzte er sich durch die Initiierung der Trockenlegung des Donaumooses. Die dort entstandene Ortschaft Stengelheim wurde nach ihm benannt.

Neben seiner politischen Karriere war Stengel ein hochgeschätzter Zeichner, Radierer und Kunstmäzen. Er war mit führenden Künstlern seiner Zeit befreundet und besaß eine bedeutende Kunstsammlung. Seine Leidenschaft für die Philosophie und die Aufklärung spiegelte sich in seiner Mitgliedschaft in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wider. Sein Wappen, das später um die wittelsbachischen Rauten vermehrt wurde, symbolisiert seine enge Bindung und seine Verdienste um das Haus Wittelsbach.

In der späteren Phase seiner Karriere diente er als Generalkommissär des Mainkreises in Bamberg. Sein Wirken trug wesentlich dazu bei, die oft unterschiedlichen Strukturen von Pfalz und Bayern in der Verwaltung zu harmonisieren. Er hinterließ Denkwürdigkeiten, die heute als wertvolle historische Quelle für das Verständnis der Regierungszeit Karl Theodors und der frühen Reformzeit in Bayern dienen.