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Auguste Henriette, Freifrau

Haus: Wallersee

* 31.06.1833 (Darmstadt) – † 12.11.1891 (München)

Ehen:
1. 28.08.1859 in Augsburg · mit Ludwig Wilhelm
Auguste Henriette
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Henriette Mendel, später geadelte Freifrau von Wallersee, stellt eine zentrale Figur in der Geschichte der morganatischen Verbindungen des Hauses Wittelsbach dar. Ursprünglich als Schauspielerin an den Hoftheatern in Darmstadt und Augsburg tätig, ging sie eine folgenreiche Beziehung mit Herzog Ludwig in Bayern ein, dem erstgeborenen Bruder der Kaiserin Elisabeth von Österreich.

Die Legitimierung dieser Verbindung erforderte tiefgreifende dynastische Konsequenzen: Um Henriette Mendel heiraten zu können, verzichtete Herzog Ludwig auf sein Erstgeburtsrecht und die damit verbundenen Privilegien sowie die Nachfolge in der Linienführung. Im Vorfeld der Eheschließung wurde Henriette in den Adelsstand erhoben, wobei ihr der Titel einer Freifrau von Wallersee verliehen wurde. Dieser Titel ging auch auf die gemeinsamen Nachkommen über, wodurch eine neue, nichterbberechtigte Nebenlinie innerhalb des herzoglichen Hauses entstand.

Aus der Verbindung ging unter anderem die Tochter Marie Louise von Wallersee hervor, die später als Gräfin Larisch-Moennich durch ihre Verwicklung in die Ereignisse von Mayerling zu historischer Bekanntheit gelangte. Henriette Mendels Biografie illustriert exemplarisch die sozialen Spannungsfelder und die kirchenrechtlichen sowie hausgesetzmäßigen Hürden, denen unstandesgemäße Partnerschaften innerhalb des Hochadels im 19. Jahrhundert unterworfen waren. Ihr Lebensweg markiert somit den Übergang von bürgerlicher Erwerbswelt in die exklusiven, jedoch mit strengen Auflagen versehenen Kreise der herzoglichen Familie.