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Ludwig V., Kurfürst der Pfalz

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Heidelberg

* 02.07.1478 (Heidelberg) – † 16.03.1544 (Heidelberg)

Ludwig V.

Kinder

Keine Kinder erfasst
Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz, aufgrund seiner ausgleichenden Politik oft „der Friedfertige“ genannt, regierte in einer Epoche, die von den gewaltigen Umbrüchen der Reformation und den sozialen Unruhen des Bauernkriegs erschüttert wurde. Als ältester Sohn Kurfürst Philipps des Aufrichtigen übernahm er die Herrschaft in einer politisch schwierigen Phase, in der die Kurpfalz nach den Verheerungen des Landshuter Erbfolgekriegs um ihre Stellung im Reich kämpfen musste.

Sein Regierungsstil war geprägt von großer Vorsicht und diplomatischer Klugheit. Während viele seiner Zeitgenossen radikale Positionen bezogen, suchte Ludwig stets den Ausgleich mit dem Kaiserhaus der Habsburger und bemühte sich, die Kurpfalz aus kriegerischen Konflikten herauszuhalten. Diese Strategie der Mäßigung bewährte sich besonders während der Bauernaufstände, denen er teils mit militärischer Entschlossenheit, aber auch mit Verhandlungsbereitschaft begegnete, um die Ordnung in seinen Landen wiederherzustellen. Auch in der Glaubensfrage agierte er behutsam: Obwohl er den neuen lutherischen Ideen gegenüber nicht verschlossen war, hielt er offiziell am alten Glauben fest, um den Zusammenhalt des Reiches nicht zu gefährden.

Für die bayerische Geschichte ist Ludwig V. zudem als bedeutender Bauherr von Interesse. Unter seiner Ägide begannen umfangreiche Erweiterungen des Heidelberger Schlosses, die den Übergang zur Renaissance-Architektur markierten. Trotz der dynastischen Konkurrenz zwischen der pfälzischen und der oberbayerischen Linie der Wittelsbacher blieb er ein wichtiger Akteur im komplexen Gefüge des Hauses, dessen Wirken die Pfalz stabilisierte und kulturell bereicherte. Er hinterließ ein gefestigtes Territorium, das für die kommenden konfessionellen Auseinandersetzungen gerüstet war.