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Karl Maria, Prinz von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern

* 01.04.1874 (Lindau) – † 09.05.1927 (München) · Frauenkirche

Karl Maria

Kinder

Keine Kinder erfasst
Prinz Karl von Bayern, ein Sohn des letzten bayerischen Königs Ludwig III. und der Erzherzogin Maria Theresa von Österreich-Este, wuchs in der Endphase der Wittelsbacher Monarchie auf. Als Mitglied der königlichen Familie war sein Lebensweg durch die Erziehung in den Werten der Tradition, des Glaubens und der Pflicht gegenüber dem Staat vorgezeichnet. Wie für die Prinzen des Hauses üblich, stand seine berufliche Laufbahn ganz im Zeichen des Militärs.

Seine Ausbildung führte ihn in das angesehene Infanterie-Leib-Regiment der bayerischen Armee, in dem er eine Offizierskarriere einschlug. Während des Ersten Weltkriegs diente er an verschiedenen Fronten und übernahm Führungsaufgaben, die seinem Rang und seiner Ausbildung entsprachen. Die Kriegserfahrungen und der anschließende politische Umbruch der Novemberrevolution von 1918 bedeuteten eine tiefgreifende Zäsur. Mit dem Thronverzicht seines Vaters und dem Ende der Monarchie verlor Karl seine öffentliche Funktion im Staatsgefüge, blieb jedoch ein fester Bestandteil der bayerischen Identität.

In den Jahren nach der Revolution zog sich Karl weitgehend aus der aktiven Politik zurück, blieb jedoch innerhalb des Familienverbandes und in der Münchner Gesellschaft eine geschätzte Persönlichkeit. Er widmete sich vermehrt privaten Interessen und der Bewahrung der familiären Traditionen unter den Bedingungen der jungen Republik. Sein Leben spiegelt die Herausforderungen einer Generation des Hochadels wider, die den Übergang von einer privilegierten Stellung in der Monarchie zu einem Dasein als Privatbürger in einer unruhigen Zeit bewältigen musste. In München erinnert man sich an ihn als einen bescheidenen Repräsentanten der Wittelsbacher, der trotz der historischen Brüche die Verbindung zu seiner Heimat und deren Geschichte nie verlor.