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Maria Ludwiga Theresia, Prinzessin von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern

* 06.06.1872 (Lindau) – † 10.06.1954 (Lindau) · Friedhof St. Peter und Paul

Ehen:
1. — · mit Ferdinand Pio Maria
Maria Ludwiga Theresia

Kinder

Keine Kinder erfasst
Prinzessin Maria Ludwiga Theresia von Bayern wurde als zweite Tochter des letzten bayerischen Königspaares, Ludwig III. und Maria Theresa von Österreich-Este, in eine Welt des höfischen Glanzes geboren. Als Mitglied des Hauses Wittelsbach war ihr Lebensweg eng mit den Erwartungen an eine königliche Prinzessin verknüpft, die sich nicht nur durch repräsentative Aufgaben, sondern vor allem durch ein tiefes Pflichtbewusstsein gegenüber der Bevölkerung auszeichnete.

Ihre Lebensgeschichte ist untrennbar mit der Vermählung mit Ferdinand von Bourbon-Sizilien, dem Herzog von Kalabrien, verbunden. Diese dynastische Verbindung führte sie in den Süden Europas, wo sie eine zentrale Rolle im Exilhaus der Bourbonen einnahm. Trotz ihrer neuen Aufgaben in Italien und später in anderen Teilen Europas riss die Verbindung zu ihrer Münchner Heimat nie ab. Besonders während der schweren Jahre des Ersten Weltkriegs engagierte sie sich, wie ihre Schwestern, intensiv in der Verwundetenfürsorge und unterstützte karitative Einrichtungen des Roten Kreuzes.

Nach dem Ende der Monarchie in Bayern blieb Maria eine wichtige Identifikationsfigur für die pflichtbewusste Rolle des Adels in der Moderne. In der Münchner Stadtgesellschaft wurde sie als eine Frau geschätzt, die ihre hohe Herkunft stets mit einer gelebten Nächstenliebe und einer tiefen religiösen Überzeugung verband. Ihr Wirken steht beispielhaft für die Frauen der Wittelsbacher, die durch ihre internationalen Ehen bayerische Traditionen in die Ferne trugen und gleichzeitig die humanitären Werte ihrer Familie vorlebten. Als „Herzogin von Kalabrien“ blieb sie ein Bindeglied zwischen dem bayerischen Königshaus und dem europäischen Hochadel, wobei sie die kulturelle Prägung ihrer Münchner Kindheit zeitlebebewahrte.