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Heinrich XV. der Natternberger, Herzog von Niederbayern

Haus: Wittelsbach Linie: Niederbayern

* 1312 – † 18.06.1333 (Natternberg) · Kloster Seligenthal

Heinrich XV.
Herrscher 1312–1333
1312 bis 1333 Herzog von Niederbayern
Eltern

Kinder

Keine Kinder erfasst
Heinrich XV., in der Geschichtsschreibung oft „der Natternberger“ genannt, gehörte dem Haus Wittelsbach an und war Herzog im niederbayerischen Teil des Herzogtums Bayern. Seinen Beinamen verdankt er der Burg Natternberg nahe Deggendorf, die für ihn schon in jungen Jahren ein prägender Aufenthaltsort war und die er später als Residenz nutzte. Er war der Sohn von Otto III. und Agnes von Glogau und wuchs nach dem frühen Tod seines Vaters zunächst unter der Vormundschaft seiner mächtigen Verwandten auf, darunter Ludwig der Bayer, der spätere römisch-deutsche Kaiser, sowie andere Wittelsbacher Herzöge, die über seine politische Ausbildung und Stellung wachten. 

Während seiner Herrschaft war Heinrich Teil eines politischen Gefüges, in dem ständige Auseinandersetzungen um die Aufteilung der Macht im Herzogtum Niederbayern im Vordergrund standen. Gemeinsam mit seinen Vettern Heinrich XIV. und Otto IV. war er in langwierige Streitigkeiten verwickelt, die von den Landständen und übergeordneten Autoritäten immer wieder durch Vereinbarungen und Schiedsgerichte geregelt werden mussten. Diese Auseinandersetzungen führten schließlich zur Teilung des niederbayerischen Territoriums, in deren Folge Heinrich die Herrschaft über einen eigenen Bereich erhielt, der unter anderem Deggendorf, Cham, Landau, Dingolfing und Vilshofen umfasste. 

Im späteren Verlauf seines Lebens kam es erneut zu Konflikten über die alleinige Führung und die politische Gestaltung des Herzogtums, was zu einer vorübergehenden gemeinsamen Regierung mit seinem Vetter Heinrich XIV. führte. Neben seiner politischen Rolle war Heinrich auch durch eine Ehe mit Anna von Österreich mit den herrschenden Häusern seiner Zeit verknüpft, was seine dynastischen Bindungen über Niederbayern hinaus erweiterte. Trotz dieser Verbindung blieben eheliche Nachkommen aus, und sein frühzeitiger Tod beendete eine Phase intensiver Rivalität und Territorialverhandlungen innerhalb der Wittelsbacher Dynastie, die die politische Struktur Niederbayerns nachhaltig prägten.