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Maria Henriette de La Tour d’Auvergne

Haus: La Tour d’Auvergne

* 24.10.1708 (Frankreich) – † 28.07.1728 (Hilpoltstein)

Maria Henriette de La Tour d’Auvergne
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Maria Henriette de La Tour d’Auvergne war eine souveräne Fürstin von zentraler Bedeutung für die territoriale Entwicklung des Hauses Wittelsbach im 18. Jahrhundert. Als Tochter von François Egon de La Tour d’Auvergne und Maria Anne de Ligne brachte sie ein bedeutendes Erbe in die Familie ein, das die pfälzische Linie der Wittelsbacher weit nach Westen ausdehnte.

Durch ihre Heirat mit dem Pfalzgrafen Johann Christian von Pfalz-Sulzbach im Jahr 1722 wurde sie zur Stammmutter einer der einflussreichsten Linien des Hauses. Als Alleinerbin ihres Vaters brachte sie die souveräne Markgrafschaft Bergen op Zoom in den Niederlanden in die Ehe ein. Dieser Besitz war von enormer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung, da er den Wittelsbachern eine eigenständige Herrschaft an der Nordseeküste sicherte, die rechtlich unabhängig von den bayerischen oder pfälzischen Stammlanden war.

Für die Geschichte Münchens und Bayerns ist sie vor allem als Mutter des späteren Kurfürsten Karl Theodor von Bedeutung. Durch sie floss das Erbe der großen französischen Adelsfamilie La Tour d’Auvergne in das Haus Wittelsbach ein. Ihr kultureller Hintergrund und ihr Reichtum prägten die Erziehung ihres Sohnes, der später als einer der bedeutendsten Mäzene des Barock und der Aufklärung in Mannheim und München in die Geschichte eingehen sollte.

In ihrer Residenz in Bergen op Zoom führte Maria Henriette ein glanzvolles Hofleben, das sich an französischen Vorbildern orientierte. Sie galt als eine Frau von hohem Standesbewusstsein und diplomatischer Klugheit, die die Interessen ihres kleinen Fürstentums gegenüber den mächtigen Nachbarn in den Niederlanden und Frankreich geschickt zu verteidigen wusste. Ihr vorzeitiger Tod im Jahr 1728 verhinderte, dass sie den weiteren Aufstieg ihres Sohnes zum Herrscher über die Kurpfalz und Bayern miterleben konnte.

Maria Henriette verstarb im Alter von nur 26 Jahren in Hilpoltstein und wurde dort beigesetzt. Ihr Erbe, die Markgrafschaft Bergen op Zoom, blieb bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ein wichtiger Außenposten der Wittelsbacher Macht, bevor die Wirren der Französischen Revolution die politische Landkarte Europas grundlegend veränderten.