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Marie Sophie von der Pfalz, Königin von Portugal

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Neuburg

* 06.08.1666 (Düsseldorf Schloss Benrath) – † 04.08.1699 (Lissabon) · Lissabon (Kloster São Vicente de Fora)

Ehen:
1. 30.08.1687 in Lissabon · mit Peter II.
Marie Sophie von der Pfalz

Kinder

Keine Kinder erfasst
Marie Sophie von der Pfalz war eine bayerisch-pfälzische Prinzessin, die durch ihre Heirat in eines der ältesten Königshäuser Europas aufstieg und die internationale Präsenz der Wittelsbacher im Barock festigte. Als Tochter des Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz und der Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt gehörte sie zur kinderreichen und politisch äußerst erfolgreichen Linie Pfalz-Neuburg.

Im Jahr 1687 wurde sie mit dem portugiesischen König Peter II. verheiratet. Diese Verbindung war ein diplomatischer Erfolg für das Haus Wittelsbach, da sie die Familie mit dem aufstrebenden portugiesischen Weltreich verband. Marie Sophie reiste von Lissabon aus in eine völlig neue Welt, brachte jedoch ihre deutsche Erziehung und ihren starken katholischen Glauben mit an den portugiesischen Hof.

Als Königin von Portugal (1687–1699) erlangte sie große Beliebtheit in ihrem Volk. Sie war bekannt für ihre außergewöhnliche Wohltätigkeit und ihr soziales Engagement. Sie gründete zahlreiche Spitäler, Waisenhäuser und religiöse Bruderschaften, die sich um die Armen und Kranken kümmerten. Ihre Frömmigkeit und ihre milde Art verschafften ihr am Hof von Lissabon, der oft von Intrigen geprägt war, eine moralische Ausnahmestellung.

Marie Sophie war zudem eine leidenschaftliche Briefschreiberin. Durch ihren regen Kontakt mit ihren Geschwistern, die auf vielen Thronen Europas saßen (darunter die spanische Königin Maria Anna und die Pfälzer Kurfürsten), war sie ein wichtiger Teil eines „wittelsbachischen Nachrichtenzentrums“. Diese familiäre Vernetzung ermöglichte es dem Haus Wittelsbach, über die Grenzen des Heiligen Römischen Reiches hinaus Einfluss auf die europäische Politik zu nehmen.

Sie schenkte dem portugiesischen König sieben Kinder, darunter den späteren König Johann V., unter dessen Herrschaft Portugal eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit erlebte. Marie Sophie starb bereits im Jahr 1699 im Alter von nur 32 Jahren in Lissabon. Ihr Herz und ihr Körper wurden im Pantheon des Hauses Braganza beigesetzt.

Ihr Vermächtnis lebt in den von ihr gegründeten sozialen Institutionen in Portugal fort. Für das Haus Wittelsbach bleibt sie die Frau, die den Glanz der Pfälzer Linie bis an den Atlantik trug und bewies, dass die bayerischen Prinzessinnen zu den begehrtesten Heiratskandidatinnen der damaligen Welt gehörten.