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Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, Fürstbischof

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Neuburg

* 24.07.1664 (Neuburg a.d. Donau) – † 18.04.1732 (Breslau) · Dom Epitaph

Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg

Kinder

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ranz Ludwig von Pfalz-Neuburg war eine der mächtigsten und einflussreichsten Kirchenfürsten des Barockzeitalters. Als Sohn des Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz verkörperte er die enorme Machtfülle, die ein Mitglied des Hauses Wittelsbach durch die Anhäufung kirchlicher Ämter erreichen konnte. Sein Lebensweg ist ein beeindruckendes Beispiel für den "geistlichen Imperialismus" seiner Familie im Heiligen Römischen Reich.

In seiner Person vereinte er eine beispiellose Ämterkombination: Er war gleichzeitig Fürstbischof von Breslau, Bischof von Worms, Hochmeister des Deutschen Ordens, Erzbischof und Kurfürst von Trier und schließlich Erzbischof und Kurfürst von Mainz. Damit war er nicht nur geistliches Oberhaupt riesiger Gebiete, sondern auch Erzkanzler des Reiches und einer der wichtigsten politischen Berater des Kaisers.

Franz Ludwig galt als ein moderner und tatkräftiger Regent. Er reformierte die Verwaltungen seiner Bistümer, verbesserte das Justizwesen und war ein leidenschaftlicher Bauherr. Unter seiner Ägide entstanden prachtvolle Barockbauten, wie das Deutschordenshaus in Frankfurt oder bedeutende Erweiterungen am Mainzer Dom. Trotz seiner immensen Macht galt er als persönlich bescheiden und pflichtbewusst, wobei er sich stets als loyaler Verteidiger der Interessen des Hauses Wittelsbach und der katholischen Kirche verstand.

Für die Stadtgeschichte Münchens und den bayerischen Stammbaum ist er als Bruder des Kurfürsten Johann Wilhelm ("Jan Wellem") und der Kaiserin Eleonore Magdalene von Bedeutung. Er festigte das Netzwerk der Wittelsbacher, das sich von Düsseldorf über München bis nach Wien und Rom erstreckte.

Sein Tod in Breslau markierte das Ende einer Ära, in der ein einzelner Mann die Geschicke so vieler bedeutender geistlicher Territorien in Personalunion lenken konnte. Er hinterließ ein Erbe an architektonischer Pracht und politischer Stabilität, das die katholische Prägung des Reiches im 18. Jahrhundert maßgeblich stützte.