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Albrecht, Herzog von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern

* 03.05.1905 (München) – † 08.07.1996 (Schloss Berg)

Albrecht

Kinder

Albrecht von Bayern, ein Urenkel des letzten bayerischen Königs Ludwig III., stand zeitlebens im Spannungsfeld zwischen der traditionsreichen Geschichte seines Hauses und den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Als Oberhaupt der Wittelsbacher nach dem Zweiten Weltkrieg verkörperte er eine unprätentiöse Form der Repräsentation, die ihn in der Münchner Bevölkerung sehr beliebt machte. Er wuchs in einer Zeit auf, in der die Monarchie in Bayern ihr Ende fand, blieb aber der bayerischen Identität und Kultur stets eng verbunden.

Während der Zeit des Nationalsozialismus geriet er aufgrund seiner dezidiert ablehnenden Haltung gegenüber dem Regime in große Gefahr. Nachdem er sich weigerte, sich den Machthabern unterzuordnen, floh er mit seiner Familie ins Ausland, wurde jedoch später verhaftet und in verschiedenen Konzentrationslagern, darunter Dachau, interniert. Diese dunkle Phase überlebte er nur knapp, was sein späteres Wirken und sein Verständnis von Verantwortung prägte.

Nach 1945 kehrte er nach Bayern zurück und widmete sich vor allem der Forstwirtschaft sowie der Jagd, wobei er als anerkannter Experte für Wildbiologie galt. Er lebte vorwiegend auf Schloss Berg am Starnberger See, blieb München jedoch durch zahlreiche Schirmherrschaften und kulturelles Engagement treu. Unter seiner Führung festigten die Wittelsbacher ihren Platz als moralische und kulturelle Instanz im modernen Freistaat, ohne politische Machtansprüche zu stellen. In der Stadtgeschichte Münchens bleibt er als eine integre Persönlichkeit in Erinnerung, die den Übergang der königlichen Familie in die demokratische Moderne mit Würde und Bescheidenheit gestaltete.