Start Personen Herrscher Literatur Plan Linien

Stefan, Pfalzgraf bei Rhein

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Simmern-Zweibrücken

* 06.1385 – † 14.02.1459 (Simmern)

Ehen:
1. — · mit Anna von Veldenz
Stefan

Kinder

Stefan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken war eine der zentralen Gestalten der Wittelsbacher Geschichte und der eigentliche Stammvater fast aller späteren Linien dieses Hauses. Er wurde 1385 als Sohn des römisch-deutschen Königs Ruprecht und der Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg geboren. Sein Leben und Wirken markieren den Übergang von der mittelalterlichen Kurpfalz zu einer weit verzweigten dynastischen Machtstruktur, die bis in die Neuzeit reichte.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1410 kam es zur großen pfälzischen Teilung unter den vier überlebenden Söhnen des Königs. Stefan erhielt dabei die Gebiete Simmern, Zweibrücken und Teile der Grafschaft Sponheim. Er bewies großes diplomatisches Geschick, als er im selben Jahr Anna von Veldenz heiratete. Da ihr Vater keinen männlichen Erben hinterließ, fielen die Grafschaft Veldenz und weitere Gebiete nach dessen Tod an Stefan, was sein Territorium massiv vergrößerte und politisch aufwertete.

Als Herrscher galt er als weitsichtig und friedliebend. Er organisierte die Verwaltung seiner Länder neu und baute Simmern zu einer festen Residenz aus. Ein entscheidender Moment für die Zukunft des Hauses Wittelsbach war seine Entscheidung im Jahr 1444, sein Erbe bereits zu Lebzeiten unter seinen Söhnen aufzuteilen. Sein ältester Sohn Friedrich I. begründete die Linie Pfalz-Simmern, während sein Sohn Ludwig I., genannt der Schwarze, die Linie Pfalz-Zweibrücken ins Leben rief.

Diese Aufteilung hatte weltgeschichtliche Folgen. Die Linie Pfalz-Simmern stellte ab 1559 die Kurfürsten von der Pfalz, nachdem die alte Kurlinie ausgestorben war. Die Linie Pfalz-Zweibrücken wiederum ist der Ursprung der schwedischen Könige des 17. Jahrhunderts und die direkte Ahnenreihe der bayerischen Könige, die ab 1806 regierten. Ohne Stefans kluge Politik und die Sicherung des Veldenzer Erbes wäre der spätere Aufstieg dieser Linien kaum denkbar gewesen.

Stefan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken verstarb 1459 in Simmern. Er wurde in der Gruft der ehemaligen Johanniterkirche in Meisenheim beigesetzt. Sein Erbe lebt in der Tatsache fort, dass alle heute noch existierenden Zweige des Hauses Wittelsbach in direkter Linie von ihm abstammen. Er bleibt als der "Ahnherr der Könige" in der pfälzischen und bayerischen Geschichtsschreibung präsent.