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Maria Antonia, Kurfürstin von Sachsen

Haus: Wittelsbach Linie: von Bayern

* 18.07.1724 (München) – † 23.04.1780 (Dresden)

Maria Antonia

Kinder

Keine Kinder erfasst
Maria Antonia von Bayern war eine der faszinierendsten und vielseitigsten Frauenfiguren des 18. Jahrhunderts. Als Tochter des bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht (des späteren Kaisers Karl VII.) und der Maria Amalia von Österreich wurde sie in eine Zeit höchster politischer Ambitionen des Hauses Wittelsbach hineingeboren. Ihre Erziehung am Münchner Hof war außergewöhnlich umfassend und legte den Grundstein für ihre spätere Karriere als Künstlerin und Regentin.

Durch ihre Heirat mit dem sächsischen Kurfürsten Friedrich Christian im Jahr 1747 wurde sie zur Kurfürstin von Sachsen. Diese Verbindung festigte die Allianz zwischen den beiden bedeutenden Wittelsbacher und Wettiner Höfen. Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 1763 übernahm sie gemeinsam mit ihrem Schwager die Vormundschaftsregierung für ihren Sohn Friedrich August III. In dieser Zeit bewies sie großes politisches Geschick beim Wiederaufbau Sachsens nach den Verheerungen des Siebenjährigen Krieges.

In der europäischen Kulturgeschichte ist Maria Antonia vor allem als „Ermelinda Talia Pastorella Arcaica“ bekannt, ihr Pseudonym als Mitglied der Accademia dell’Arcadia. Sie war eine begabte Komponistin, Opernsängerin und Malerin. Ihre Opern, wie etwa „Il trionfo della fedeltà“, wurden an den großen Höfen Europas aufgeführt. Sie korrespondierte mit bedeutenden Gelehrten wie Friedrich dem Großen und war eine glühende Anhängerin der Aufklärung, die den Dresdner Hof zu einem Zentrum der Künste und Wissenschaften machte.

Für die bayerische Geschichte blieb sie zeitlebens eine wichtige Identifikationsfigur. Ihr Bruder war Kurfürst Max III. Joseph, und sie hielt die Verbindung zwischen München und Dresden durch einen regen Briefwechsel und diplomatische Kontakte aufrecht. Sie verkörperte den Idealtypus einer hochgebildeten Barockfürstin, die den Übergang zur klassischen Epoche aktiv mitgestaltete.

Maria Antonia verstarb 1780 in Dresden. Ihr Grabmal in der Katholischen Hofkirche ist ein Zeugnis ihres hohen Ranges und ihres kulturellen Erbes. Sie bleibt als die Frau in Erinnerung, die das bayerische Naturell mit sächsischer Staatskunst und europäischer Hochkultur vereinte.