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Die Häuser Nr. 89, 90 und 91 am Platz Petri (nun Marienplatz). „a. Das Haus Nr. 89, so wie die folgenden ist über die Bögen gebaut, welche den ganzen Schrannenplatz allhier zur Bequemlichkeit des Publikums umgeben. — Es hat einen Hof, stetten Wasser, Keller, Ausguß und Retiraden“, und gehörte zu Anfang des XVI. Jahrhunderts dem Peter Laimdauer und seiner Schwester Elsbeth. Vom Schlusse desselben Jahrhunderts an war es fast immer im Besitz von Handelsleuten, darunter ein Andrea Groffet aus Megene in Savoyen; weiterhin, 1725, kam es in die Hand des kurfürstlichen Fähnrichs im Regiment Kurprinz, Frz. Pet. Wambersay, darauf an den Gürtler Joh. Nikl. Steinhäuser, 1777 an den Hofklingenschmied Jos. Reger, dann an Gottl. Ferdinand Höger auf Essing und 1786 an den Briechler Dav. Lory. Im Jahre 1805 wohnten in der zweiten Etage des Hauses der Dichter Jos. Babo, Hofkommissär des kurfürstlichen Hof- und Nationaltheaters und die kurfürstliche Hofschauspielerin Mad. Antoine. — Dermal ist das Haus mit Nr. 27 bezeichnet und Eigenthum des Agenten Herrn Aug. Doignon.
b. Das Haus Nr. 90 (jetzt Nr. 28 und Eigenthum des Privatiers Herrn Gg. Ostermaier) gehörte 1559 dem Ambrosi Urspringer, kam 1652 an Dr. Kasp. Maroldt, Hofgerichts-Advokat und Stadt-Unterrichter und befand sich von 1776 an immer in der Hand von Kaufleuten. „Das Haus hat eine Laterne, Hof, Keller, Ausguß, und Retiraden.“ Im ersten Stock desselben hielt 1805 Anton Grodemange ein Tafelokal.
Vom nächstfolgenden Hause sagt Baumgartner: „c. Das Eckhaus Nr. 91, das Roseneck genannt, ist gelb in gelb gemalt, hat in die Rosengasse hinein noch 15 Fenster und ist mit folgenden geistlichen Bildern geziert, nämlich dem Bilde Mariä mit der Unterschrift: Rosa mystica, — mit dem Bilde des Märtyrers Sebastian und der Unterschrift: A Lue perpetua, — dann mit dem Bilde des heil. Florians und mit der Unterschrift: Ab Igne aeterno.“
Unter den Besitzern dieses Hauses finden wir 1645 den kurfürstlichen Leibbarbier Joachim Sausenhofer, dann den Leibmedikus Dr. Maximilian Sausenhofer, 1685 den Okulist, Stein-, Schnitt-Arzt und Barbier Franz Sausenhofer, darauf den Hof-Gerichts-Advokaten Veit Lindinger rc. rc., und unter den Einwohnern vom Jahre 1805 und zwar im dritten Stockwerke den kurfürstlichen General-Studien-Direktionsrath Wiesmaier, den Verfasser einer s. Z. in Bayern und mehreren anderen Ländern vorgeschriebenen Sprachlehre. Dermal gehört das mit Nr. 29 bezeichnete Haus dem Privatier Herrn Math. Daumer.

„Die untere Hälfte des Kupferstiches zeigt eine Ansicht gegen den Platz mit einigen Blumenverkäuferinnen, welche sich gerne hier hinzusetzen pflegen, weil man hier vom Platze weg in die Rosengasse hineingeht, mithin die Passage stärker ist. — Der Blumenverkauf dauert von Josephi bis Therese im Oktober, nach den verschiedenen Arten, die Treibhäuser und Zeit hervorbringen.“