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Sagen & Geschichten

München im Jahre 1829

(Seite 138)

Friedrich Wasmann, der Lamburger Maler, hat eine Selbstbiographie hinterlassen, die von Bernt Grönvold unter dem Titel „Ein deutsches Künstlerleben" veröffentlicht wurde. Seine Münchner Erlebnisse und Eindrücke schildert er darin so:

In den letzten Tagen des Oktoberfestes traf ich in München ein. Das Wetter war schön und alles voll Leben und Bewegung. In der Michaelskirche wurde zum Iahresgedächtnis eine Totenfeier für den letztverstorbenen König gehalten. Die Tiroler Berge lagen glänzend in der Ferne, als ich mich ins Krankenhaus begab, um von meinem Anwohlsein wieder zu genesen. Freunde und Landsleute aus Lamburg besuchten mich sieißig, während ich krank lag, und ich fühlte mich nicht so verlassen, wie einst unter ähnlichen Amständen in Dresden. Als ich, wieder hergestellt, zum ersten Male wieder in die Stadt kam, war ich wie berauscht vom Gefühl der Genesung und Freiheit, und alles, was ich sah, gefiel mir.

Ich fand ein passendes Quartier im Mariengäßchen am Jsartor, wo damals noch der alte Turm, der sogenannte „Lueg ins Land", stand, anstatt der neuen Triumphpforte mit dem von dem Maler Neher in Fresko gemalten Einzug Ludwig des